Eben den Blues bekommen oder auch bekämpft mit.....

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    • Eben den Blues bekommen oder auch bekämpft mit.....

      ....nach heute viel Koko Taylor, deren Tod mich in Blues-Stimmung versetzt, jetzt mit Lonnie Brooks:



      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Lonnie Brooks hält selbst diese Scheibe für seine beste. Typisch für ihn, der auch Blues-Historiker und Buchautor ist, mischt er auch hier auf sehr überzeugende Weise Gitarrenspielweisen und Bluesstile aus Lousiana, Texas, Memphis und Chicago mit zusätzlich etwas Zydeco, Memphis Soul und Rock. Die Live-Stimmung war hörbar bestens und trieb ihn und seine Mitmusiker besonders an.

      :wink: Matthias
    • Inzwischen habe ich nachgelegt mit einer CD aus dem Nachlaß von Jo Ann Kelly mit diversen Liveaufnahmen aus kleinen britischen Blues-Pubs, auf denen sie durchgegend an der akustischen Gitarre zu hören ist. Die Aufnahme scheint es leider nicht mehr zu geben. Erschreckt stelle ich fest, das es regulär nur noch sehr wenig von ihr zu bekommen ist.

      Dabei war die Irin! Jo Ann Kelly eine der ganz großen Sängerinnen und Gitarristinnen des Blues. Sie hatte eine unglaubliche Stimme, die nur mit den ganz großen alten Damen des schwarzen Country Blues zu vergleichen ist und war neben dem Schotten Tony McPhee, mit dem sie auch einige Male zusammen auftrat, die beste Gitarristin an der akustischen Gitarre der britischen Inseln und die beste Slide-Gitarristin dort sowieso. Ihr Spiel brauchte sich vor den schwarzen Größen der Blues-Gitarre kein bischen verstecken! Und auch wenn sie gelegentlich die E-Gitarre in den Amp stöpselte, war das stets nicht von schlechten Eltern!

      Leider wurde 1988 bei ihr ein Gehirntumor festgestellt, an dem sie 1990, erst 46-jährig starb.

      :wink: Matthias
    • Auf Beryllos Anregung im Vorstellungs-Thread habe ich heute einmal wieder diese tolle Scheibe von Buddy Guy herausgesucht:



      Eher ungewöhnlich für Buddy Guy ist er auf dem ersten Stück auf der akustischen Gitarre im Stil des Country Blues zu hören, aber auch sehr schön. Dann geht es gewohnt weiter mit wildem, rauem, elektrischem Chicago-Blues und natürlich vielen erstklassigen Gitarren-Soli des Meisters. Wieso wollen bloß so viel mehr diese unendlich vielen Rock-Heinze und schlechten Kopisten Guys hören?

      :wink: Matthias
    • In letzter Zeit sehr viel zu tun gehabt, wobei mir die neuste CD von Ana Popovis mit ihrer kräftigen Stimme und scharfen E-Gitarre viel Auftrieb gegeben hat.



      Tolle Up-Tempo-Bluesstücke überwiegend aus eigener Feder - teils auch funky, auch schon mal in den härteren Black Rock reingehend oder etwas nach den Funk-Stücken von Prince mit Maceo Parker klingend, aber auch in einer hübschen Soul-Ballade kommt ihre kräftige Stimme gut zur Geltung. Ihr Gitarrenspiel ist sowieso erstklassig, kann auch Jazziges und müßte, da wo es solistisch ein klein wenig schräger wird, wohl auch einem Prince nicht peinlich sein- im Gegenteil!. Die Scheibe ist mit Bläsern und Backing-Vocals-Sängerinnen satt arrangiert, ohne dadurch je überladen zu wirken.

      :wink: Matthias
    • Nach der Arbeit zum Erholen erst einmal heute diese von Jonny Lang:



      Schöner Bluesrock von einem vorzüglichen Gitarristen, der auch noch eine richtig gute Bluesstimme hat, die man kaum einem noch so jungen Mann zutrauen würde, wie er zum Zeitpunkt der Aufnahme noch war.

      :wink: Matthias
    • Hallo Achim,

      "respektabel"? :D - Bonamassa ist wirklich oberklasse! Unglaublicher Gitarrist! - aber mir gefällt nicht nur sein Gitarrenspiel, dass man wirklich in die Alleroberste Liga einordnen muß, sondern auch sein Bluesrock mit deutlichen Southern- Anteilen, oft der etwas hartrockigeren Spielart, wobei er aber auch die ganze Blues- und Bluesrock-Tradition voll drauf hat, sie jedoch wirklich individuell weiterentwickelt. Gerade die von dir gezeigt CD finde ich auch besonders gut, - neben vielen Live-Aufnahmen.

      Da gibt es nicht nur z.B. diese:



      sondern auch zahleiche halboffizielle, noch bessere, von kleinen Firmen, die in den USA die - im weitesten Sinne - Jam Rock Konzerte direkt mitschneiden, so dass man am Ausgang gleich das CD-Dokument mitnehmen kann. Wird leider wenig und wenn, dann fast nur direkt beim Anbieter über Internet vertrieben.

      :wink: Matthias
    • Wer Bonamassa gut findet, könnte auch an Van Wilks Gefallen finden, einem in unseren Breiten wohl weitgehend unbekannten weißen Blues- und Bluesrock-Gitarristen. Wilks ist Texaner und man hört in seinen Songs unschwer Einflüsse von Stevie Ray Vaughan bis ZZ Top heraus. Beim Besuch seiner Website (vanwilks.com/) werdet ihr auch gleich mit einem schweren Bluesrock-Kracher empfangen. Man kann dort auch diverse Hörschnipsel herunterladen.

      Als Anspieltipp empfehle ich sein Album "Koko's Hideway". Das Titelstück ist eine sehr schöne Instrumentalnummer.

      "Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen."
      -- Georg Christoph Lichtenberg
    • Achim schrieb:

      Hallo Matthias,

      was hältst Du von ihm ?



      Habe ihn einmal im NDR-Radiokonzert gehört, das war schon sehr respektabel.

      Die Platte mit Johnny Lang habe ich auch, Jugend muß kein Nachteil sein...... :D

      Grüße
      Achim
      Wow, ist der gut !!! Erinnert mich fast an Rory´s beste Zeiten.
      Ich dachte schon so eine Musik kann heute gar keiner mehr spielen.
      Vielen Dank Achim für den Tipp.

      Gruß
      Gawan
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      Man braucht zwei Jahre um sprechen zu lernen und fünfzig, um schweigen zu lernen.

      Ernest Hemingway
    • Hallo Wunderhornist,

      gute Kombination, denn Van Wilks kenne ich schon :D , schätze ich aber auch sehr.

      Bei mir gab es an Blues heute von einer alten LP Tinneken Schoemaker mit der Barrelhouse Blues Band. Die kamen aus Holland, machten aber richtig guten Blues - weitgehend in der Chicago-Richtung und Frau Schoemaker hat eine richtig erstklassige Bluesstimme. Ihre Interpretation von Margie Evans "Misstreated Woman" steht sogar dem Original kaum nach und ist dabei nicht unoriginell, aber ebenso treibend und eindringlich. Aber ich weiß gar nicht, was die heute so machen. Lange nichts mehr von ihnen gehört.

      Ebenso finde ich auch keine Abbildung mehr von der CD "C.J. Chenier and the Red Hot Louisiana Band" aufgenommen 1989. Was danach mit gleicher Band aufgenommen wurde, ist insgesamt schlechter, aber diese ist großartiger Zydeco. Insbesondere wie hier Chenniers Akkordeon mit der Mundharmonika, gelegentlich auch dem Sax von Wilbert Miller kombiniert wird, ist große klasse und hebt diese CD aus vielen anderen Zydeco-Aufnahmen positiv hervor.

      Wilbert Miller, der mir ansonsten weitgehend unbekannt ist, ist vor allem an der Mundharmonika richtig gut.

      Erhältlich finde ich noch diese, etwas später aufgenommene:



      Auch hier gibt es ein paar gute Stücke. Sehr gut gefallen mir Tracks 1 + 11, aber insgesamt ist sie leider viel schwächer und auch weitaus weniger originell.

      :wink: Matthias
    • Eine der interessantesten Blues Bands ist für mich gegenwärtig Elliott Sharps Terraplane. Neu habe ich von ihnen diese, die bei mir seitdem mit anhaltender Begeisterung immer wieder, auch heute wieder, gelaufen ist:



      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Der Klangexperimentator Sharp ist an diversen Gitarren einschließlich slide und steel-gitarren und auch am Tenorsax zu hören. Charles Mingus Sohn Eric singt, mich teilweise sehr an Jimi Hendrix erinnernd, hat aber auch die Blues-Tradition drauf wie auch freie Stimmimprovisationen, Bei einem Stück ist auch die Sängerin Tracie Morris zu hören, ansonsten dabei aus der New Yorker Downtown Szene: Curtis Fowlkes (Posaune, Gesang), David Hofstra (diverse Bässe, Tuba) und Alex Harding (Bariton-Sax).

      Bei Sharp kann man natürlich keinen puristischen Blues erwarten. Denn bei Sharp kann man außer genialem, innovativstem Gitarrenspiel, wo er selbst mitspielt, gar nichts fest erwarten. Seine Orchester- und Kammermusikkompositionen werden seit längerem von renommiertesten Orchestern und Ensembles aufgeführt und dann bingt er noch seit vielen Jahren jedes Jahr unzählige eigene CDs raus und ist auf noch mehr von anderen zu hören und das reicht von moderner Komposition, über Art Rock meist dabei auch recht heavy, Noise Art, Jazz, Freie Improvisation, stark elektronisch Angereichertem mit Mischungen aus allem möglichen z.B. mit Bill Laswell, "Radical Jewish Music" auf Tzadik, Weltmusik jenseits von Folklore und Multikultipop-Klischees, die der jüdische Künstler vor allem mit palästinensischen und anderen arabischen Musikern spielt, eben bis zu seiner Blues-Band Terraplane, in der die Traditionen durchaus kenntnisreich und liebevoll aufgenommen und erweitert werden.

      Dabei liefert er hier auf vielen Stücken über weite Partien richtig straighten Blues, wird im 11. Stück richtig schön schmutzig Blues-rockig mit toller Slide-Gitarre, das 10. ist sogar ein schöner Country-Blues, auf der er zur akustischen Gitarre wechselt. Durch die Bläser wird es aber auch jazzig, auf track 7 funkig, sogar etwas an Manches von Prince erinnernd und auch Eric Mingus klingt hier ein bißchen wie eine Mischung aus Hendrix und Prince bloß mit kräftigerer Stimme, im 8. ist nicht zu überhören, das seine Kooperationen mit arabischen Musikern auch in seinem Gitarrenspiel Spuren hinterlassen haben und das 9. ist über weite Strecken freie Improvisation mit heftigster Noise-Gitarre bis sich alle zwischendurch wieder zum Blues zusammenfinden.

      Wie alle Terraplane-Alben durchwegs gelungen und aufzeigend, dass der gute alte Blues noch für eine Musik voller Überraschungen taugt.

      :wink: Matthias
    • Joe mit dem guten Gewicht

      Toller Thread, Matthias!

      Ich weiß zwar nicht, wie Du all die ganze Mucke kennen kannst, die Du kennst, aber ich bin schon wieder blue, wenn ich daran denke, wie wenig mir armem weißen Vorstadtbengel so geläufig ist. Hab allerdings auch seit 15 Jahren nur noch Klassik auffem Teller.

      Den Bonamassa, dessen Namen ich eben zum ersten Mal gelesen habe, sehe ich gerade in ein paar Videos.

      Er ist ein typischer „Drei-Finger-Spieler“ und paßt weit besser zur Paula als zur Strat. Bei letzterer meint er ein wenig vom dem (unmotiviert) schnellen Zeugs bieten zu müssen, wofür er aber nicht der rechte ist.

      Was mir gefällt, sind seine Skalenwechsel. Humor hat er auch (nicht nur in Zitaten). Und eine bestimmte Klangsinnlichkeit.

      Was mir weniger gefällt, ist seine Art (ich rede von spärlichen Eindrücken und sehe mich gern widerlegt), harmonisch ohnehin ausgezeichneten single-notes durch flattriges Vibrato oder gar Rückkopplung (wir reden hier von Blues!), Akkorden wiederum durch etwas stumpfsinniges Geschrömmele zusätzliche Bedeutsamkeit verleihen zu wollen. Einen richtig guten Gitarristen erkennt man an seinen Pausen (Ry Cooder), hier wäre weniger bisweilen mehr, denn soooviel hat er (noch) nicht zu „sagen“… (ist vermutlich erst 27 mal verlassen worden, lächerlich für´n Blues-Gitarristen).

      Hört sich insgesamt schwer nach Gary Moore-Einflüssen an (Phrasierung, best. Läufe, Akkord-Staccati, auch äußerlich scheint´s langsam dahin zu gehen), was ich sehr gern mag.

      Guter Junge. Sein Gesang hingegen bemüht „schwarz“. Das geht etwas in die Hose. Muß unbedingt mehr saufen.

      Der Mann, der Liberty Wallace erschoß

      "In the year of our Lord 1314 patriots of Scotland, starving and outnumbered, charged the field of Bannockburn. They fought like warrior poets. They fought like Scotsmen. And won their freedom."

    • Na, das bringt mich auf die Idee, mal wieder den Klassiker von Ry Cooder als LP aufzulegen



      Das war damals meine erste digital aufgenommene LP

      @Frank
      Irish Toru 74, die Platte zur Tour.....
      Damals in der Bremer Stadthalle gesehen, habe heute noch taube Ohren :D
      und ganz nüchtern war der auch nicht......

      grüße
      Achim
    • Achim schrieb:

      @Frank
      Irish Toru 74, die Platte zur Tour.....
      Damals in der Bremer Stadthalle gesehen, habe heute noch taube Ohren
      und ganz nüchtern war der auch nicht......

      grüße
      Achim


      Hallo Achim,

      Ich kann mich noch an die erste Rockpalastnacht erinnern, 1977, von den Eltern unbemerkt mit meinem Bruder im Gästezimmer verfolgt (bin Jahrgang '67). Das Konzert war auch riesig gut. Auf der Irish Tour Platte gibt es ja auch das Lied "too much alcohol". Er ist ja dann leider auch relativ früh an der russischen (irischen?) Krankheit gestorben.

      Gruß, Frank