Yuja Wang - eine Ausnahmepianistin startet durch

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    • Berenice schrieb:

      Für mich ist in diesem Fall - man möge mir diesen plumpen Vergleich nachsehen :versteck1: -
      Yuja Wangs Kleidung durchaus vergleichbar mit ihrem Spiel - sexy ja, aber nicht "französisch-erotisch" ...
      Die männlichen Hörer werden das u.U. anders sehen ... ;)
      Stimmt, ich als männlicher Hörer sehe das anders...

      andréjo schrieb:

      ...Wenn man aber die äußerliche Attitüde derart schreiend aufträgt wie die Japanerin, hat das für mich keinen Reiz mehr.
      Erstens ist Yuja Wang immer noch Chinesin und zweitens sagte sie mal in einem Interview, dass sie lange Kleider dann tragen kann wenn sie 40 Jahre alt ist. Da müssen sich diejenigen noch 11 Jahre gedulden und so lange ihre "sexy-schreiend auftragende äußerliche Attitüde" ertragen...

      :pop:
      Armin
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • maticus schrieb:

      Aber egal, ist doch schön, dass hier auch mal eine andere Interpretation von der Rhapsody (und vom Ravel) dargeboten wird. Das macht Klassische Musik lebendig. Sinnlos wäre es, zu 100 gleichen Interpretationen die 101. gleiche hinzuzufügen.
      Hmmm .... ich weiß nicht, ob es auch nur zwei gleiche Interpretationen gibt.

      Lieber Maticus, Deine Worte könnte man so verstehen, als ob es Dir reichte, wenn eine Interpretation "mal eine andere" wäre. Habe ich das so richtig verstanden?

      Falls ja: Nur "anders" finde ich nicht genug. Das Gefühl beim Hören müsste schon sein "das ist anders, und das ist toll" oder "das ist anders, und diese Facette des Werkes habe ich noch nie so wahrgenommen". Wenn das Gefühl nur wäre "das ist anders", aber keine Stimmigkeit und/oder Entdecken neuer Aspekte hinzukommt - was soll das?

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • maticus schrieb:

      Gleichwohl finde ich ihren Gesichtsausdruck beim Spiel motivierend, weil er reine Spielfreude ausstrahlt.
      Dem möchte ich mich anschließen, genau so wie Walter Heggendorns Worten:

      Walter Heggendorn schrieb:

      (es) schimmert immer wieder ein mildes, ja melancholisches Mondlicht aus ihrem feinen Gesicht.
      Beides für mich ein fast befremdlicher Kontrast zu ihrem Outfit,
      welches wiederum für mich nicht essentiell ist.
      Für mich zählt mehr das, was man hört ...

      Ich sehe schon, mein "Klamotten-Vergleich" führt weg von dem, was mir wichtig war - nämlich eine verdeutlichende Charakterisierung ihrer Interpretation,
      die mir beim 2. Satz von Ravel zu wenig "ausgesungen" war, ohne die großen Spannungsbögen, die diese typisch (französische?) Emotionalität transportieren.
      Zurückhaltend ja, feinsinnig ja, aber doch ein wenig in Richtung "unverbindlich-kühl" ... imho ...
      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.
    • Berenice schrieb:

      fast befremdlicher Kontrast zu ihrem Outfit
      Mich (als Mann :rolleyes: ) stört es nicht. Ich glaube ihr durchaus und verstehe es, dass sie sich darin wohl fühlt auf der Bühne (!), wie sie es in der Doku sagt. Und das finde ich voll okay. (Sie sagt auch, dass sie dieses Outfit nur auf der Bühne trägt.)

      Berenice schrieb:

      Zurückhaltend ja, feinsinnig ja, aber doch ein wenig in Richtung "unverbindlich-kühl" ... imho ...
      Vielleicht spricht mich (gerade) das "unverbindlich-kühl" an, und ich empfinde es (dennoch) als berührend und innig (auf mich persönlich bezogen). Als subtil, und keineswegs oberflächlich. Ich weiss (durch Live-Aufführungen mit "mittelmäßigen" Pianisten (und Orchestern), sowie CD-Einspielungen), dass das Ravel G-Dur sehr langweilig sein kann, insbesondere auch der Mittelsatz. Ich halte es deswegen auch für ein schwieriges Werk, weil es m. E. schon eine gehörige Portion Können benötigt, um hier die Spannung nicht abreißen zu lassen. Das finde ich in dieser Darbietung, wie gesagt, sehr gelungen, mit Ausnahme der Orchesterdarbietung im Finalsatz, die nicht so ganz mitreißend ist. (Ansonsten fand ich das Orchester sehr gut.)

      maticus
      Bartolo hatte Recht. --- Andreas März
      This is Bartolo, King of the King of Wines. --- Alan Tardi
    • maticus schrieb:

      Berenice schrieb:

      fast befremdlicher Kontrast zu ihrem Outfit
      Mich (als Mann :rolleyes: ) stört es nicht.

      Mich (als Frau) stört das auch nicht, lieber "maticus".
      Ich empfinde nur diesen starken Kontrast zu ihrer feinsinnigen Mimik bzw. auch zu ihrer Spielweise, die nun durchaus nichts hat von einer "sexy-schreiend auftragenden äußerlichen Attitüde".

      Aber diese Äußerlichkeiten sind doch im Grunde ohnehin zweitrangig.
      Was zählt ist die Musik, und da spricht Dich beim "Ravel G-Dur" eben Yuja Wang an, und mich die junge Martha Argerich ...

      Vive la différence!
      Vive la tolérance!
      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.
    • Mauerblümchen schrieb:

      Lieber Maticus, Deine Worte könnte man so verstehen, als ob es Dir reichte, wenn eine Interpretation "mal eine andere" wäre. Habe ich das so richtig verstanden?
      Nein, lieber MB. Das habe ich nicht gemeint. Auch mir reicht es nicht, dass eine Interpretation nur "anders" ist. Aber man kann sich daran erfreuen, dass es auf hohem Niveau auch Interpretationen unterschiedlichen Ansatzes gibt. Und die zur Debatte stehende Interpretation finde ich auf sehr hohem Niveau. Und vielleicht (und so war meine Bemerkung gemeint) erfreut dies ja auch andere.

      maticus
      Bartolo hatte Recht. --- Andreas März
      This is Bartolo, King of the King of Wines. --- Alan Tardi
    • Kirche---Dorf


      Und da wollen wir sie auch lassen.
      Gershwin: Der "Dreck" kommt im Wesentlichen aus dem Orchester. Hier Fehlanzeige, zu elegant. Aber hier kenne ich mich nicht richtig aus, also lasse ich es dabei bewenden.

      Ravel: Hallo, was hört ihr denn?
      Der zweite Satz ist Murks!!! Frau Wang ist zwar unbestritten fingerflink, hat aber die Musik noch nicht so richtig verstanden.Sie spielt viel zu pointiert.
      Dabei ist, man höre auf das Orchester, das den Ton angibt, das Klavier im 2. Satz mehr dezent einzusetzen (Modell Samson Francois, der sicherlich pianistisch unterlegen, aber interpretatorisch ne ganze Klasse voraus ist).
      Es ist das Medidative, das entsteht, wenn man an einem heißen Sommertag im Süden Frankreichs ist. Daran spielt sie komplett vorbei in ihrer - ich spiel alle Noten und ihr sollt sie gefälligst auch hören- Attitüde.
      Nee, diesen Ravel "kannst den Hasen geben, brauchst ihn nicht mal grün anstreichen".
      Bisher kommt mir keine Interpretation an ABM oder Samson Francois vorbei. Und was anderes als Samson Francois Interpretation des 2. Satzes (8:39) (und ich habe einige) kann ich mir bisher nicht als "richtig" vorstellen. Das liegt aber auch an Andre Cluytens.
      (für "Mauerblümchen im Dativ aufbereitet": Dem Samson Francois seine Interpretation von dem 2 Satz)
      Gruß aus Kiel
      Ich vergesse niemals ein Gesicht. Doch bei Ihnen mache ich eine Ausnahme! (Groucho Marx)
    • maticus schrieb:

      Nein, lieber MB. Das habe ich nicht gemeint. Auch mir reicht es nicht, dass eine Interpretation nur "anders" ist.

      Danke, lieber Maticus!

      Dann ist also nur dies der Knackpunkt:

      maticus schrieb:

      Und die zur Debatte stehende Interpretation finde ich auf sehr hohem Niveau.

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Ich habe mit Ihrem Outfit überhaupt kein Problem.
      Und zwar deshalb nicht, weil Sie- was ich nach vielen Sendungen über Sie bemerkt habe- ganz genau so ist, wie Sie ist.
      Und zwar total nett und natürlich.

      Da gibt es nichts negatives.

      Mein Kritikpunkt ist ein anderer, und der richtet sich an Ihr wirklich unglaubliches Können:

      Im Falle der "Rhapsody in Blue" spielt sie diese- für mein Empfinden- eben nicht.
      Sie spielt jemanden, der die "Rhapsody in Blue" spielt.

      Natürlich ist dieses Werk für Sie total leicht, und Sie schauspielert da einige Rubati und Floskeln herein, welche ein klassisch ausgebildeter Musiker als völlig "jazzig" empfindet.
      Aber welche halt nur ein cliché sind.
      Daher maße ich mir an, zu sagen, daß Sie das Werk nicht zu 100% versteht.

      Das stört mich und es ärgert mich auch ein wenig, denn das wäre nicht nötig.

      Vor ein paar Jahren hat der hiesige Professor für Crossover -ja, den gibt es wirklich- genau dasselbe in einem Konzert mit uns gemacht.
      Ich habe mich nur fremdgeschämt, obwohl er ein sehr guter Pianist ist.
      Aber es war nicht mehr Gershwin, es war eine Karikatur.

      Ich finde es immer furchtbar, wenn ein Pianist-aus welchen Gründen auch immer- das Bedürfniss hat,
      Gershwin aufzudonnern.

      Ausnehmen möchte ich davon in jedem Falle die filigranen und äußerst respektvollen Bearbeitungen von Earl Wild!

      Das sind kleine Kunstwerke und weit davon entfernt, in der Rhapsody oder dem Concerto irgendwelche blöden Läufe oder Gimmicks zu veranstalten.

      Meine Kritik richtet sich daher nur an die Gimmicks, auf die ich unbedingt bei Gershwin verzichten möchte.

      Und ich empfinde das auch nicht als "modern" .

      Wer "modernen" , also für unsere Ohren modernen Gershwin hören möchte, dem empfehle ich eine Zeitreise:
      Zu Oscar Levant, Earl Wild, Leonard Pennario und schlußendlich zu Gershwin selber.

      Deren Leseart ist so trocken und auf den Punkt, daß sie schon wieder aktuell und modern ist.

      Nichts für ungut und ich bewundere Frau Wang wirklich!
      Wer könnte das nicht?

      Aber ein wenig Verwunderung hier und da sollte ok sein.

      LG,
      Michael
    • Also: Die Japanerin nehme ich zurück! Ich hab's ausgebessert. :P

      Weiterhin gebe ich gerne zu, dass auch ich ihr Mienenspiel erfreulich und ihre Ausstrahlung ehrlich finde. :)

      Aber der Rest bleibt stehen bzw. wird nicht weiter erklärt. Denn soo wichtig ist weder mein Gesülze noch die Diskussion hier.

      In diesem Sinne wünsche ich Euch einen guten Schlaf - der eine früher oder die andere später. :D

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Lionel schrieb:

      sagte sie mal in einem Interview, dass sie lange Kleider dann tragen kann wenn sie 40 Jahre alt ist.
      Dieser Satz wird ihr in dem 3Sat-Artikel des Fono Forum-Kritikers Kai Luehrs-Kaiser in den Mund gelegt, den ich in Posting #88 verlinkt habe. Ob das Zitat echt ist, weiß ich nicht. Wenn, dann war es von ihr ironisch gemeint. Denn: Ich habe Yuja Wang bisher neunmal live erlebt. Achtmal trug sie ein langes Abendkleid. Nur bei einem Konzert im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie war es mal etwas Kurzes. So wie jetzt in Salzburg, im Hochsommer. Wenn sie einem Interviewer wirklich auf die ziemlich idiotische Thematisierung ihrer Rocklänge hin so etwas geantwortet haben sollte, dann dürfte dies geschehen sein, um diesem seine Ahnungslosigkeit vorzuführen (nach dem Motto: "Mal sehen, ob der diesen Blödsinn tatsächlich schreibt").

      Zum Ravel: Auch ich finde ABM (Schallplattenaufnahme) und Martha Argerich (Schallplattenaufnahme und Live-Erlebnis mit den Berliner Philharmonikern) bei diesem Klavierkonzert hervorragend. Großartiger finde ich sogar noch Leonard Bernstein in Personalunion als Pianist und Dirigent mit dem Columbia Symphony Orchestra. Das ändert aber alles nichts daran, dass ich auch Yuja Wangs Aufführung vom 12. August 2016 sehr genossen habe. Und ihr Gershwin war für mich zumindest eins: spannend. Ob er "richtig" war, ist eine andere Frage.
      Information ist nicht Wissen, Wissen ist nicht Weisheit, Weisheit ist nicht Wahrheit, Wahrheit ist nicht Schönheit, Schönheit ist nicht Liebe, Liebe ist nicht Musik. Musik ist das Beste.
      (Frank Zappa)
    • youtube.com/watch?v=QJPQpUA8wIk

      Eine ziemlich taufrische, höchst beeindruckende Produktion, energetisch und subtil, im besten Sinne des Wortes modern, welche bei mir ein Live-Erlebnis in Erlangen vor wenigen Jahren ins Bewusstsein zurückruft.

      Da es hier um Yuja Wang geht, kann ich nur jedem auch ihretwegen (natürlich keineswegs nur ihretwegen) den Genuss dieser anderthalb Stunden (einschließlich langer Einstimmung und Applaus-Szenerie) ans Herz legen.

      Es sind nach wie vor nicht gar so viele Pianisten (und natürlich noch weniger Ondes-Martenot-Spieler), die mit dieser Pomp-Nummer zwischen Kitsch und Avantgarde, zwischen Ekstase und Konstruktion, zwischen West und Ost durch die Welt reisen. Natürlich weiß ich nicht, wie lange Wang mittlerweile den diffizilen, aber von jeglicher Virtuosenkonzert-Attitüde und -Wirkung denkbar weit entfernten Klavierpart verinnerlicht hat. Es spricht für sie, dass sie dies getan hat. Für Freund music lover war dies vermutlich kein notwendiger Schritt - mir hat es nichts geschadet. :P ^^ :D

      (Der Celesta-Spielerin, vorne links vom Konzertmeister quasi, hätte ich auch gerne mal auf die Finger geschaut. Aber was soll's - schlecht oder einseitig ist die Kameraführung nicht.)

      :cincinbier: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • andréjo schrieb:

      Natürlich weiß ich nicht, wie lange Wang mittlerweile den diffizilen, aber von jeglicher Virtuosenkonzert-Attitüde und -Wirkung denkbar weit entfernten Klavierpart verinnerlicht hat. Es spricht für sie, dass sie dies getan hat. Für Freund music lover war dies vermutlich kein notwendiger Schritt - mir hat es nichts geschadet.
      Vielen, vielen Dank für die Verlinkung dieser Aufnahme, lieber andréjo :cincinbier: Ich habe natürlich auf Yuja Wangs Homepage gesehen, dass sie sich inzwischen an dieses sperrige Messiaen-Werk herangewagt hat. Einen Mitschnitt kannte ich aber bisher noch nicht.

      Zwielicht hat dankenswerterweise etwas weiter oben ein Interview von Manuel Brug mit Yuja Wang verlinkt, in dem sie Folgendes über die Turangalîla-Sinfonie gesagt hat:
      Ich habe jetzt viel Französisches gespielt, die Ravel-Konzerte zum Beispiel, die mir sehr liegen. Und mit Esa-Pekka Salonen habe ich mich sogar an die Turangalîla-Sinfonie getraut. Ich habe zwar Yvonne Loriod noch als 12-Jähige kennen gelernt, aber auf dieses faszinierende Messiaen-Universum war ich nicht vorbereitet. Diese Glaubenskraft, aber auch dieses schillernde Lebensfreude, das ist wirklich wie ein totaler, bereichernder Trip. Übrigens für mich sehr nahe an Bach.
      Ich habe das Gefühl, dass Yuja Wang wirklich auf einem sehr guten Weg ist, wahrscheinlich auch sehr gut beraten wird. Sie wagt sich jetzt, mit 29 Jahren, an Beethovens op. 106 heran, an die Turangalîla-Sinfonie - Ligeti hat sie sogar schon mit 22 gespielt. Sie ist weg von der Festlegung auf Rachmaninow, auf sonstiges russisches Repertoire. Sie macht, glaube ich, im Moment alles richtig.
      Information ist nicht Wissen, Wissen ist nicht Weisheit, Weisheit ist nicht Wahrheit, Wahrheit ist nicht Schönheit, Schönheit ist nicht Liebe, Liebe ist nicht Musik. Musik ist das Beste.
      (Frank Zappa)
    • Auch von meiner Seite ganz herzlichen Dank an Wolfgang/andréjo für sein "Turangalila-Post"
      wie auch an "music-lover" für sein Interview-Zitat.
      Für mich ich Yuja Wang bereits jetzt in schwindelerregenden Höhen und ich sehe sie durchaus auf dem Weg zu einer "pianista assoluta",
      vergleichbar mit den Größen des vergangenen Jahrhunderts.
      Ich wünsche es ihr!
      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.
    • Ludwig van Beethoven: Grosse Sonate für das Hammerklavier, op.106 (Verbier Festival 2016)

      youtube.com/watch?v=D-EKoK0pr84


      Achtung (fast) Satire!


      Hurra, endlich einmal habe ich eine Hörsitzung mit der ganzen (!) Hammerklaviersoschwarte glücklich durchgestanden und - ich kann`s kaum glauben - sogar überlebt! Unglaublich! (selbstschulterklopf).

      Angesichts dieses entzückenden Rückens nimmt man sogar das sperrigste und enigmatischste Werk der ganzen klassisch-romantischen Klavierliteratur in Kauf. Um dieses grossmächtige und für mein Empfinden schlicht unschöne Werk habe ich ansonsten immer einen grossen Bogen gemacht - und das werde ich auch nach der furianten Wangifizierung wohl weiterhin tun!

      Ich befürchte, die Hammerklaviersonate wird mir auf immer und ewig ein Rätsel bleiben, zu meiner Schande sei`s geklagt. Auch Yuja Wang konnte mir dieses Buch mit 7 Spiegeln (Fugen) nicht öffnen. Ich kann schwerlich beurteilen, ob sie den Charakter des Werkes getroffen hat oder nicht. Das "Adagio sostento" ist auch ihr so ziemlich zerbröselt. Aber das Zerbröseln ist wohl gleichsam Programm in diesem Satz.

      Natürlich bin ich voller Respekt, dass sich die junge Pianistin an dieses Mammutwerk heranwagt und sich neue Repertoire-Bahnen sucht neben ihren alten Russentracks. Und natürlich ist ihre Technik einmal mehr untadelig. Eine live vorgetragene HKS (fast) ohne Missgriffe ist allein schon eine überirdische Leistung.
      Ihre Hammerklaviersonate ist sicherlich der Hammer. Da gibt es wohl überhaupt nicht das Geringste zu bekriteln (ausser vielleicht das Weglassen der Expositionswiederholung ). Aber diese Musik lässt mich leider kalt. Es ist mir selbst ein Rätsel. Bin ich behämmert oder belämmert?

      Deshalb habe ich mich ertappt, dass sich (ob meiner ziemlich malträtierten Ohren) mein männliches Auge zwischendurch immer wieder die Frage gestellt hat, ob das weibliche Pianowunder wohl ihrer Oberweite etwas mehr artifizielles "accelerando e pesante" gegönnt haben könnte, oder ob die sinnliche Künstlerin unter ihren reizvollen Fermaten bloss etwas Zuckerwatteproviant versteckt hält, um beim wahrlich energieraubenden Parforceritt durch die behämmerten Gefilde eines verzweifelten Ludwig Van ein allfälliges Hypo vorzubeugen...

      Ja, ja, ja, beruhigt Euch bitte, nur keine Panik nicht! Mein Gott, ich entschuldige mich ja offiziell und in aller Form für den sexistischen Ausrutscher. Aber zwischendurch sei dem alten Mann aus Bern (der durchaus noch sehr berührbar ist durch weibliche Reize) ein anzüglicher Kalauer gegönnt, nicht wahr, liebe Forianerinnen und Forianer. Im Übrigen ist die Chinesin nun doch zweifelsohne ein Ohren- und Augenschmaus. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen, insbesondere wenn man platt gemacht wurde durch ganz und gar unhövliche Klangmassen. Da hilft nur noch beeten und meditieren.

      So, nun kloppt den ignoranten und ordinären alten Eidgenossen mal tüchtig... ;)

      Gruss aus Bern von Walter