Lászlo Lajtha (1892-1963)

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    • Lászlo Lajtha (1892-1963)

      Kennt jemand Musik dieses weitgehend unbekannten ungarischen Komponisten?
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Mir sagt der Name gar nichts, aber nach dem, was etwa bei Wikipedia zu lesen ist ("In Lajthas Musik verbinden sich ungarisch gefärbte Thematik mit französisch geprägter, impressionistischer Harmonik und Instrumentierung sowie motorischer Rhythmik.") könnte das Werk dieses Komponisten (9 Symphonien, 10 Streichquartette u. a. m.) durchaus beachtenswert sein.

      Es gibt ja ein paar Capricciosi mit ungarischen Beziehungen und nicht zuletzt unseren Mann in Budapest: Die wissen vielleicht mehr...?

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Darauf hatte ich auch gehofft, Ich habe eine CD aus der relativ neuen Gesamteinspielung der (10) Streichquartette des Auer Quartetts. Was da im Booklet steht, weiß ich schon... ;) Den Namen hatte ich vorher auch noch nie gehört, d.h. ich bin durch einen Radio/Downloadmitschnitt besagten Auer Quartetts darauf gestoßen, in dem neben Haydn und Beethoven eines seiner Quartette (#7) enthalten war. Ich habe die CD allerdings erst seit kurzer Zeit und vielleicht zweimal gehört. Daher wollte ich erstmal andere Ansichten, bevor ich selbst herausplatze.
      Hungaroton hat die Quartette und einige Kammermusik, einiges mehr (Sinfonien) gibt es bei Marco Polo. (Verwirrenderweise hat ein "Lajtha Quartett" einige ebenfalls recht obskure Musik eingespielt, aber nichts von Lajtha...)
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Kater Murr schrieb:

      Kennt jemand Musik dieses weitgehend unbekannten ungarischen Komponisten?
      Lajtha ist für mich die Neuentdeckung des letzten Quartals 2015 :love: :thumbsup: ,
      und wie bei mir so üblich, ich habe gleich mächtig "zugeschlagen" und mir alles symphonische was der Markt so hergibt geordert,
      immerhin kann man, dank dem Label Marco Polo alle Symphonien und vieles mehr erwerben, leider fehlen, außer bei den Symphonien 4 und 9, die Vergleichsmöglichkeiten...aber ich bin schon sehr glücklich das überhaupt so viel "hörbar" ist :thumbsup:

      Gurnemanz schrieb:

      ("In Lajthas Musik verbinden sich ungarisch gefärbte Thematik mit französisch geprägter, impressionistischer Harmonik und Instrumentierung sowie motorischer Rhythmik.") könnte das Werk dieses Komponisten (9 Symphonien, 10 Streichquartette u. a. m.) durchaus beachtenswert sein.
      Ich würde Die Werke Lajthas mindestens auf Augenhöhe mit Kodaly sehen (mir persönlich gefallen sie eher noch besser :love: )
      Die Symphonien spiegeln, so in der 7."Revolutions-Symphonie" den Aufstand von 1956, sehr intensiv die politischen Ereignisse jener Zeit wieder (Lajtha lebte von 1892-1963)
      Vielleicht ist die Unbekanntheit des Komponisten ja auch der Tatsache geschuldet, das er nicht mit dem kommunistischen System konform ging
      und ihm jahrelang der Pass entzogen war, so das er auch nicht, etwa im Ausland, für seine Musik werben konnte.
      An der "Wertigkeit" seiner Musik, die ich jedem ans Herz legen möchte, kann es jedenfalls nicht liegen, wenn er so unbekannt ist, die Musik ist spannend, vielschichtig, originell und deutlich ungarisch...
      UNBEDINGT HÖRENSWERT, mit Suchtfaktor!!!! <3 :love: :thumbsup: :spock1:

      Eine umfassende Biographie kann man hier (in Englisch) nachlesen:

      "http://lajtha.heritagehouse.hu/"


      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink1:
      Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)
    • KALEVALA schrieb:

      dank dem Label Marco Polo alle Symphonien und vieles mehr erwerben,
      Und die Aufnahmen aus Pecs sind sogar insgesamt gesehen in meinen Augen (Ohren) gelungen. Viel Spaß damit!!
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Wenn man sich einige Sinfonien von Lajthya anhört, dann verwundert es, das er nicht mindest genau so bekannt ist und so bekannt auf Konzertprogrammen zu finden ist, wie sein bekannter Komponistenkollege Kodaly.

      Ich wurde 2015 durch Lutgra bei Tamino auf Lajtha aufmerksam, der mir dankenswerterweise seine abgebildete (dopplete) MarcoPolo-CD zukommen lies.
      Ja, das Pecs SO und die Aufnahme ist gut und hat dazu geführt, dass ich mich erst einmal für die restlichen Sinfonien in 2016 auch interessieren werde. Bisher hatten noch andere Werke/Komponisten vorranige Priorität.


      Sinfonien Nr. 3 und 4, Suite Nr.2
      MarcoPolo, 1995, DDD

      Das Cover ist tatsächlich ein anderes, als die Abb die amazon liefert.
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Neben den Symphonien (nebst diverser anderer Orchesterwerke) ist diese unlängst erschienene CD sehr zu empfehlen
      :top:
      Enthält:
      Symphonie "Les Soli" für Streichorchester, Harfe und Schlagzeug, opus 33
      Sinfonietta Nr. 1, opus 43
      Sinfonietta Nr. 2, opus 62



      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink1:
      Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)
    • Die sieben Marco Polo CD's mit seinen Orchesterwerken gehören definitiv in die Sammlung jedes Liebhabers von symphonischer Musik des 20.Jahrhunderts. Seine eigenständige, rythmisch vigile Musik verbindet Impressionismus und Neoklassizismus auf eine bis dahin nicht bekannte Weise und entbehrt auch nicht einer ungarischen Thematik.

    • KALEVALA schrieb:

      Symphonie "Les Soli" für Streichorchester, Harfe und Schlagzeug, opus 33
      Hab gerade mal über YT reingehört... das klingt ziemlich gut... mit einem starken impressionistischen Einschlag. Tolle Instrumentierung. Erinnert vom Klang her ein bisschen an Prokofievs Symphonie classique...
      Was heißt hier modern? Betonen Sie das Wort mal anders! Richard Strauss
    • Symphonie Nr. 6

      Zwischen den dramatischeren Symphonien 5 und 7 kommt die 6. eher leichtfüssig-witzig-ironisch daher, sehr französisch angehaucht zudem. Also ein Werk, das in eine ähnliche Richtung geht wie Kodalys Harry Janos Suite oder Prokofieffs Lt. Kije. Die 6. Symphonie ist allerdings noch raffinierter instrumentiert als die genannten Werke. Eine Passage im zweiten mit vielfach geteilten Streichern gespielten Satz weist schon auf Rautavaaras Cantus arcticus voraus.
      Nachdem jetzt alle Marco Polo CDs (s. oben) mit Lajthas Orchestermusik bei Naxos neu erschienen sind, gibt es eigentlich keine gute Entschuldigung mehr sie nicht in der Sammlung zu haben. ;)

    • Symphonie Nr. 5

      Bei Lajtha wechseln - ähnlich wie bei Beethoven - dramatischere Werk und lyrischere ab, Nr. 5 gehört also zu den dramatischen Werken mit einem tragischen Tonfall. Das Werk besteht origineller Weise auch nur aus zwei Sätzen, einem Tres modere und einem vite et agile.
      Die Musik klingt schon irgendwie ungarisch, aber anders als bei Bartok oder Kodaly. Lajtha hat schon eine eigene Tonsprache entwickelt, in der 5. verwendet er häufig ein Saxophon. Das Werk war seinerzeit ziemlich erfolgreich, nach der UA 1952 in Budapest durch Janos Ferenscik, wurde es in Paris (Rosenthal), Amsterdam, London und Köln gegeben und reiste sogar bis nach Cleveland zu George Szell. Damit verglichen ist der Nachruhm gering.
    • Wieland schrieb:

      Nachdem jetzt alle Marco Polo CDs (s. oben) mit Lajthas Orchestermusik bei Naxos neu erschienen sind, gibt es eigentlich keine gute Entschuldigung mehr sie nicht in der Sammlung zu haben.
      Ja Lutz, denn ich finde auch, dass Laslo Lajtha zu den recht unbekannten Komponisten des 20.Jhd gehören, die es wirklich lohnt entdeckt zu werden. Vor allem voll ist das voll geniessbare und spannende Musik !
      Gleiches trifft auch auf den portugisischen Zeitgenossen Joly Braga - Santos zu, dessen verfügbare sinf. Werke mir bislang alle auf CD vorliegen (bei MarcoPolo).

      :alte1: Bei Laslo Lajtha hoffe ich auf das Erscheinen einer NAXOS-GA aller Sinfonien (mit den sinf. Werken, Suiten) ... die dann umgehend bestellt wird.
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Ich habe am Samstag eine größere Portion Sinfonik der Lajtha-Generation eingenommen, nach dem 6. Klavierkonzert von Alexander Tscherepnin dessen 4., dann die 3. von Rathaus, die 7. von Lajtha, die 4. von Lyatoshinsky und zuletzt die lithurgische von Honegger. Dabei fühle ich mich bei Lajtha immer noch am unwohlsten, besonders der Schluss, in dem ähnliche Ausdrucksbereiche wie bei Honegger in dem Gegensatz von metallischem Kriegs-Schicksal und lyrischem Hoffnungsgesang kollidieren, zeigt doch, welcher Meister Honegger war, bei Lajtha wirkt auf mich das mehrfache Alternieren nur befremdend. Man könnte es freilich als moderne Zerrissenheit deuten.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)