Eben gehört - ALTE MUSIK

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    • Godehard Joppich ist einer der renommiertesten Kenner des Gregorianischen Chorals. Er war lange Zeit in Münsterschwarzach als Kantor tätig, bevor er sich entschied, aus dem Benediktinerorden auszuscheiden.

      1982 nahm er für die Archiv Produktion eine umfangreiche Sammlung an Chorälen auf, die alle wichtigen Feste des Kirchenjahres abdeckten. Davon befinden sich auf dieser CD -



      - das Repertoire für die Kirchweihe [Proprium Missae In Dedicatione Ecclesiae] und für Mariae Aufnahme in den Himmel [Proprium Missae In Assumptione Beatae Mariae Virginis].

      Die Kirchweihe ist der festliche Akt, den neugebauten bzw. neurenovierten Bau eines Gotteshaus seiner geistlichen Bestimmung zuzuführen. Der Bischof vollzieht diese Konsekration im Rahmen einer Heiligen Messe; jedes Jahr wird dieser Weihetag als Hochfest begangen.

      Das Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August hat seinen Ursprung in einem Marienfest, welches Kyrill I. von Alexandrien im 5. Jahrundert eingeführt hatte. Es war wohl als theologischer Gegenentwurf zur heidnischen Himmelfahrt der Astraea gedacht gewesen. In der Bibel gibt es keine Erwähnung von Marias Aufstieg, wohl aber in apokryphen Schriften. In allen christlichen Kirchen wird das Fest bis heute gefeiert; 1950 ist es in der katholischen Kirche zum Dogma erhoben worden.


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Bei mir dreht sich einer meiner Lieblinge der Alten Musik:



      Die CD und die Überlieferung der Noten wurden bereits hier andiskutiert.

      Michael Noone und sein kleines Vokalensemble bieten diese vorher unbekannten Werke in einer maßstabsetzenden Interpretation dar, die meinen Geschmack für die Aufführung von alter a-cappella-Musik sehr genau trifft. Die Stimmen verschmelzen einerseits zu einem aparten Chorklang, bleiben aber in ihrer Individualität noch stark erhalten, so dass man sowohl die Melodik der einzelnen Stimmen als auch die Harmonie des Gesamtklangs gut heraushören kann. Natürlich gibts für diese Werke sehr wenig (also eigentlich keine) Alternativinterpretationen, aber diese Aufnahme ist dennoch exzellent.

      Die vierzehn Motetten zeigen Cristóbal de Morales einmal mehr als einen Komponisten, der den strengen polyphonen Satz (hier durchgängig sehr stark von den gregorianischen Melodien geprägt) um besondere Empfindung und Lieblichkeit anreichert. Eine schöne Entdeckung!

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.


    • Marco Uccellini (1603/1610–1680)

      Sonatas

      – Sonata over Toccata V, « detta La Laura rilucente », Op. IV (1645) 7’03”
      – Sonata IX, Op. V (1649) 7’11”
      – Sonata II, « detta la Luciminia contenta », Op. IV 3’56”
      – Sonata XII, Op. V 3’52”
      – Corrente IX, Op. IV 1’13”
      – Aria III, Op. IV 1’49”
      – Sonata IV, Op. V 5’31”
      – Sonata III, Op. V 5’14”
      – Corrente IV, Op. IV 0’57”
      – Aria IX, Op. IV 1’00”
      – Sonata I, Op. VII (1660) 6’34”
      – Aria II, Op. IV 2’39”
      – Corrente XX, « Questa corrente è stata fatta per servire ad un amico », Op. IV 1’13”
      – Sonata XI, Op. VII 3’29”
      – Sonata III, Op. VII 9’38”
      – Sonata I, Op. IX (1667) 3’45“

      Romanesca: Andrew Manze, Violine; Nigel North, Theorbe, Basslaute und Barockgitarre; John Toll, Cembalo und Orgel

      Aufgenommen vom 22.–25. November 1996 in der St. Andrew’s Church, Toddington, England
      ℗ 1999. Harmonia Mundi USA – HMU 907196


      Andrew Manze bleibt einer meiner favorisierten Geiger... Schade, dass er sich weitgehend aus dem Rampenlicht zurückgezogen hat und als Violinist anscheinend gar nicht mehr auftritt.

      Josquin Dufay schrieb:




      (P) 1995 harmonia mundi france hmf 901 539

      Johann Christoph Pachelbel (1653-1706) wurde in Nürnberg geboren und erwies sich von früh an als begabter Organist. In dieser Eigenschaft war er u.a. in Wien, Eisenach, Erfurt, Stuttgart und Gotha tätig, bevor er 1695 in seine Geburtsstadt zurückkehrte. Er wurde Organist an St. Sebald - eine Stelle, die er bis zu seinem Tod ausfüllte.

      Er komponierte dementsprechend viel für die Orgel, aber auf dem Sektor der Triosonaten war er ebenso unterwegs. Auf dieser CD sind insgesamt 10 Werke vereint:

      Musicalische Ergötzung (Nürnberg, 1695)

      Insgesamt sechs Triosonaten sind damals im Druck erschienen, bezeichnet als Partie (Sonate) I-VI. Es sind jeweils Zyklen von verschiedenen Tanzsätzen (Allemande, Courante, Sarabande, Gigue), die immer mit einer Sonata begonnen werden.

      Partie a 5 in G-Dur
      Partie a 4 in G-Dur
      Partie a 4 in fis-moll
      Diese drei Partiten lagen nur im Manuskript vor. Sie orientieren sich eher nach der französischen Art und haben auch neuere Tänze zu bieten (Gavotte, Ballet, Bourrée).

      Canon & Gigue
      Natürlich darf das auch nicht fehlen, obwohl es alles andere als repräsentativ für Pachelbels Schaffen ist: es ist nämlich der einzige Kanon, den er komponierte.

      London Baroque existiert seit 1978 und beschäftigt sich intensiv mit den Triosonaten solcher Komponisten wie Corelli, Händel oder Purcell. Der Kern besteht aus Ingrid Seifert, Charles Medlam, Richard Gwilt und Irmgard Schaller. In dieser Einspielung sind außerdem alte Bekannte wie Andrew Manze (Violine) und Richard Egarr (Cembalo & Orgel) beteiligt.

      Die Einspielung ist sehr schön geraten. Sehr elegant und subtil, mit präziser Technik und klangschöner Interpretation. Echte Empfehlung! :thumbup:
      Ich bin kurz vor Weihnachten der Empfehlung von chris (Eifelplatz) gefolgt und genieße gelegentlich die Aufnahme von Harmonie Universelle aus Köln:



      Von London Baroque habe ich auch einiges, u.a. die Kirchensonaten op. 1 und op. 3 von Arcangelo Corelli.

      LG, Kermit
      Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.
    • Wieder heimgekehrt, will ich jetzt mal dem guten Orlando Gerechtigkeit wiederfahren lassen. Vor Jahren habe ich in Cambridge das St. John's College besichtigt und dabei auch den Chor proben hören. Damals habe ich vor Ort diese schöne CD erstanden:




      Cheers,

      Lavine :wink:
      "You gotta grab'em by Debussy" (DJ Trump)
    • Ich hab meine diesjährigen Passionsspiele mit der Bachschen Johannes-Passion begonnen, die mir ungleich näher steht als ihre große Schwester. Zunächst hab ich eine 2011 veröffentlichte (mir) neue Einspielung des Ricercar Consorts gehört, die ich gestern erworben hab:



      J. S. Bach: Passio secundum Johannem, BWV 245
      Hans-Jörg Mammel (Evangelist), Matthias Vierweg (Jesus), Maria Keohane (Sopran), Helena Ek (Sopran), Carlos Mena (Alt), Jan Börner (Alt), Jan Kobow (Tenor), Stephan MacLeod (Bass), Ricercar Consort, Leitung: Philippe Pierlot

      Gegeben wird die 1724er Version mit einigen kleinen Veränderungen (hinzugefügt wurde die Bass-Arie »Himmel reisse, Welt erbebe« aus der 1725er Fassung und der Schlusschoral »Christe, du Lamm Gottes« aus der Kantata BWV 23, mit der offenbar 1725 die Aufführung der Passion beschlossen wurde).

      Die Interperetation ist dezidiert dramatisch - der Evangelienbericht wird sehr zügig, die Dramatik der Handlung deutlich betonend und auch forcierend vorgetragen. So erscheinen die Arien und die Choräle tatsächlich wie explizit handlungsunterbrechende, das Geschehen geradezu stillstellend herausgehobene Reflexionen und Kommentare zum Geschehen. Die Besetzung ist sehr klein gewählt, der Chor solistisch besetzt, was der Wirkung der Turbae keinen, wirklich gar keinen Abbruch tut (für mein Empfinden jedenfalls nicht). Das Ricercar-Consert, mit dem ich höchste Erwartung verbinde, die bisher immer bestätigt worden sind, gibt auch hier wieder nicht den kleinsten Anlass zur Kritik. Eine großartige Aufnahme dieses Werks - die mich hoffen läßt, dass nächstens auch die Matthäus-Passion von diesem Ensemble aufgenommen wird.

      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Jetzt eine andere, ältere Einspielung (aus 1993), die ich sehr liebe:



      Robin Doveton (Evangelist), David van Asch (Jesus), Kym Amps (Sopran), Janet Coxwell (Sopran), Angus Davidson (Alt), David Gould (Alt), Julian Podger (Tenor), Adian Peacock (Bass), The Scholars Baroque Ensemble, Leitung: David van Asch

      Ebenfalls die 1724er Version, ebenfalls ein solistisch besetzer Chor, das Orchester noch kleiner besetzt als bei den Ricercars. Der Ausdruck ganz anders: Eine im Charakter sehr zurückgenommene, spirituelle, ja, liturgische Darbietung der Passion. Immer wieder toll!

      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Adieu,
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Ganz so modern muss es jetzt nicht sein.

      Jetzt:

      Arcangelo Corelli (1653-1713)

      Violin Sonatas op. 5 (1700)

      Elizabeth Wallfisch, Violine; Richard Tunnicliffe, Violoncello; Paul Nicholson, Cembalo und Orgel
      Aufgenommen am 11.–13. Oktober und am 7.–9. November 1989
      ℗ 1990. HyperionCDA66363



      Zuvor (ohne Bild):

      Romanus Weichlein OSB (1652–1706)

      « Encaenia Musices seu opus primum musicale a duodecim sonatis » (12 Sonaten op. 1), gedruckt Innsbruck 1695

      (Klingende Kostbarkeiten aus Tirol, 22)

      - Sonata 7, h-moll
      - Sonata 8, B-dur
      - Sonata 9, d-moll
      - Sonata 10, E-dur
      - Sonata 11, h-moll
      - Sonata 12, C-dur

      - Sonata 1, C-dur
      - Sonata 2, g-moll
      - Sonata 3, a-moll
      - Sonata 4, E-dur
      - Sonata 5, C-dur
      - Sonata 6, F-dur

      Ars Antiqua Austria. Leitung: Gunar Letzbor.
      Gunar Letzbor, Violine 1; Ilia Korol; Violine 2; Peter Aigner, Viola 1: Susanna Haslinger; Viola 2; Claire Pottinger-Schmidt, Viola da gamba; Pierre Pitzl, Viola da gamba und Barockgitarre; Jan Krigovský, Violone; Elenore Fröhlich, Fagott; Andreas Lackner; Clarino 1; Herbert Walser, Clarino 2; Hubert Hoffmann, Theorbe; Norbert Zeilberger, Cembalo und Orgel

      Livemitschnitt der Konzerte Barockfest des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum vom 28. und 29. Juli 2001 im Tiroler Landeskonservatorium
      ℗ 2002. Institut für Tiroler Musikforschung – Klingende Kostbarkeiten aus Tirol, 22

      tiroler-landesmuseum.at/shop.p…lingende_kostbarkeiten_22
      (Der Link funktioniert möglicherweise zuweilen nicht richtig)

      LG, Kermit :wink:
      Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.
    • Frisch aus der Presse zu mir geschickt und sofort in den Player geworfen: :D




      Es ist zwar noch nicht Pfingsten, aber an Paul van Nevel kann ich nicht so ohne Weiteres vorbeigehen. Und es lohnt sich wirklich. Das Huelgas Ensemble tritt klangschön und voluminös auf.

      Christophorus Demantius, ein exakter Zeitgenosse Monteverdis, stand in einer ganz anderen Tradition und Musikauffassung als der gute Claudio: während der ein mutiger Erneuerer war, blieb Demantius der Tradition verhaftet, ohne sich von ihr erdrücken zu lassen. Sein Wirkungsbereich war im Wesentlichen das protestantische Sachsen.

      Trias Precum Vespertinarum (Nürnberg 1602), die Vesper zu Pfingstsonntag, vertont das Deus in adiutorium fünfstimmtig, die Psalmen Dixit Dominus, Lauda Jerusalem, Laudate Dominum, Laudate pueri und das abschließende Benedicamus Domino sechstimmig, während das Magnificat (direkt vor dem Benedicamus Domine gesetzt) einen Wechsel von Drei- und Fünfstimmigkeit aufweist.

      Aus den Threnodiae (Freybergk 1620) - Begräbnisgesänge in mehrstimmigen Bearbeitungen - sind zwei Stücke aufgenommen worden: Lass mich o Christ und Aus tieffer Noth.


      jd ^^
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Algabal schrieb:

      Jetzt eine andere, ältere Einspielung (aus 1993), die ich sehr liebe:



      Robin Doveton (Evangelist), David van Asch (Jesus), Kym Amps (Sopran), Janet Coxwell (Sopran), Angus Davidson (Alt), David Gould (Alt), Julian Podger (Tenor), Adian Peacock (Bass), The Scholars Baroque Ensemble, Leitung: David van Asch

      Ebenfalls die 1724er Version, ebenfalls ein solistisch besetzer Chor, das Orchester noch kleiner besetzt als bei den Ricercars. Der Ausdruck ganz anders: Eine im Charakter sehr zurückgenommene, spirituelle, ja, liturgische Darbietung der Passion. Immer wieder toll!

      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Adieu,
      Algabal

      Hallo, Algabal!

      Deine Empfehlung kann ich nur nachdrücklich unterstutzen. Diese Naxos- Einspielung ist ,trotz vieler Alternativen in meinem Schrank, meine Lieblingsaufnahme geblieben!

      Robin Doveton gibt einen exzellenten Evangelisten, der die Rezitative zu einem großen Erlebnis macht und David van Asch ist ein ebenbürtiger Jesus.!

      Gruß

      Stefan
      Oh, Mensch bedenke: auch ein Fenghuang Dancong oder ein Da Hong Pao ist kein Huang Zhi xiang Dangcong!
    • Zwei Vihuelen:




      Delitiae Musicae ist ein Duett, welche die Spanier Jesús Sánchez und Manuel Mingnillón Nieto 2007 bildeten. Sie haben sich dem Zupfinstrumenten-Repertoire Spaniens des 16. Jahrhunderts angenommen und diese CD eingespielt. Sie ist gerade neu erschienen.

      An Komponisten sind hier Guerrero, Morlaye, Mudarra, Victoria, Gombert, Dalza, Josquin, Narváez, Morales, Lopez, Mendoza, Valderrábano und Anonymus vertreten.


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Ich habe in letzter Zeit einen gewissen Schwerpunkt in der Consort-Musik der Zeit zwischen 1670 und 1700 gefunden.

      In dieser Hinsicht passt dieser Neuzugang von heute sehr gut hinein

      (Link geht schlecht, links der Klammer klicken)

      Johann Rosenmüller (ca. 1619 - 1684)

      Sonate a 2, 3, 4, è 5 Stromenti da Arco & Altri – 1682

      – Sonata prima a due g-moll (6’53“)
      – Sonata seconda a due e-moll (9’26“)
      – Sonata terza a due d-moll (5’02“)
      – Sonata quarta a tre C-dur (5’25“)
      – Sonata quinta a tre g-moll (7’18“)
      – Sonata sesta a tre F-dur (6’11“)
      – Sonata settima a quattro d-moll (6’46“)
      – Sonata ottava a quattro B-dur (5’52“)
      – Sonata nona a cinque D-dur (5’32“)
      – Sonata decima a cinque F-dur (5’55“)
      – Sonata undecima a cinque A-dur (5’59“)
      – Sonata duodecima a cinque d-moll (4’52“)

      Ensemble Mensa Sonora; 1. Violine und Leitung: Jean Maillet
      Emmanuelle Barré, 2. Violine; Isabelle Langlet-Marillot, 1. Viola (6, 7, 8, 9, 10, 11); Françoise Couvert, 2. Viola (8, 9, 10, 11); Sylvette Gaillard-Maillet, Violoncello; Pascale Boquet, Theorbe; Yannick Varlet, Orgelpositiv und Cembalo

      Aufgenommen im April 2000 im Kapitelsaal der Abbaye royale in Celles sur Belle (79)
      ℗/© 2002 Arion. Disques Pierre Verany – PV700041

      Einzige mir bekannte Einspielung aller zwölf Sonate dieser Sammlung! Oder gibt es eine echte Alternative?


      Zuvor war dies Musik in meinen Ohren (eine meiner liebsten CDs):



      Johann Paul von Westhoff (1656–1705)

      Sontates pour Violon & Basse continue (Dresden 1694)

      – Sonate Nr. 4 d-moll
      – Sonate Nr. 3 d-moll
      – Sonate Nr. 2 a-moll
      – Sonate Nr. 5 g-moll
      – Sonate Nr. 6 g-moll
      – Sonate Nr. 1 a-moll

      David Plantier, Violine; Les plaisirs de la Parnasse (Maya Amrein, Barockvioloncello; Andrea Marchiol, Cembalo; Shizuko Noiri, Laute)

      Aufgenommen am 4.–9. April 2004 in der Kirche von Frasnes-le-Château (70), Frankreich
      ℗ 2004. Zig Zag Territoires – ZZT050201


      LG, Kermit :wink:
      Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.
    • Mit dem Lautstärke-Regler auf Anschlag:




      McCreeshs Rekonstruktion einer lutheranischen Weihnachtsmesse (1620) präsentiert Michael Praetorius als den kompositorischen Gestalter einer mehrstimmigen Liturgie; mit einigen Ausnahmen stammt alles aus seiner Hand. Die Rekonstruktion basiert auf der Wolfenbütteler Gottesdienstordnung von 1569. Im Vergleich zum römisch-katholischen Ritus war sie etwas flexibler gestaltet. Der größte Teil ist in deutscher Sprache mit großen Chören (der Gemeinde eigentlich) und vielen Instrumenten realisiert.

      McCreesh hat sich natürlich nicht lumpen lassen und eine Prachtentfaltung sondergleichen inszeniert. Hier strahlt alles in einer Art und Weise, die die weihnachtlichen Gefühle mit dem religiösen Pathos brillant verbindet. Toll! :thumbsup:


      jd ^^
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Josquin Dufay schrieb:

      Mit dem Lautstärke-Regler auf Anschlag:




      McCreeshs Rekonstruktion einer lutheranischen Weihnachtsmesse (1620) präsentiert Michael Praetorius als den kompositorischen Gestalter einer mehrstimmigen Liturgie; mit einigen Ausnahmen stammt alles aus seiner Hand. Die Rekonstruktion basiert auf der Wolfenbütteler Gottesdienstordnung von 1569. Im Vergleich zum römisch-katholischen Ritus war sie etwas flexibler gestaltet. Der größte Teil ist in deutscher Sprache mit großen Chören (der Gemeinde eigentlich) und vielen Instrumenten realisiert.

      McCreesh hat sich natürlich nicht lumpen lassen und eine Prachtentfaltung sondergleichen inszeniert. Hier strahlt alles in einer Art und Weise, die die weihnachtlichen Gefühle mit dem religiösen Pathos brillant verbindet. Toll! :thumbsup:


      jd ^^



      Kann ich vollzustimmen. Diese CD gehört in jede Sammlung weihnachtlicher Musik. Man höre sich nur mal die prächtige Version von In Dulcio Jubilo an - mit einem Fernbläserensemble vor der Kirchentür .

      Gruß
      Josquin
    • Klingt interessant. Den wachen Teil der Nacht beschließe ich mit

      Benedikt Anton Aufschnaiter (1665–1742)

      8 Kirchensonaten für Streicher und Basso continuo
      « Dulcis fidium harmonia symphoniis ecclesiasticis concinnata », opus 4 (gedruckt Augsburg 1703)

      Sonata Sancti Gregorii 9’39”
      Sonata Sancti Ambrosii 7’59”
      Sonata Sancti Augustini 7’09”
      Sonata Sancti Hieronymi 12’15”
      Sonata Sancti Matthaei 7’50”
      Sonata Sancti Marci 10’55”
      Sonata Sancti Lucae 9’28”
      Sonata Sancti Joannis 9’47”

      Affetti Musicali; Konzertmeisterin: Marianne Rônez; Leitung: Ernst Kubitschek

      Aufgenommen am 30./31. August 1997 im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck
      ℗ 1997. Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck

      Von Spätbarock ist hier noch nichts zu spüren. Ich bin gespannt darauf, ob sich die Musik besser entfaltet als bei den bisherigen Hörversuchen...

      LG, Kermit :wink:
      Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.
    • Knulp schrieb:

      Zitat von »Josquin Dufay«
      Alles vor Bach/Händel/Telemann


      Zitat von »Algabal«
      J. S. Bach: Passio secundum Johannem, BWV 245


      :D
      :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D



      Nun zu meiner Musik für heute morgen:




      David Munrow hatte ja in den läppischen acht Jahren, die ihm leider verblieben, eine Diskographie geschaffen, die trotz aller fortschreitenden Forschungserkenntnisse immer noch fasziniert. Das liegt sicherlich auch daran, daß er sich in die möglichen Spielweisen der damaligen Instrumente und der Gesänge hineingrub wie ein Maulwurf. Heraus kam immer etwas Solistisches, Reduziertes, aber mit Verve gespielt und hinreißend interpretiert.

      The Art of Courtly Love ist ein 3-LP-Set gewesen, auf dem Munrow die höfische Liebeslyrik des 14. und 15. Jahrhunderts vorstellt. LP1 beschäftigt sich mit Machaut und Zeitgenossen, LP2 mit der Ars subtilior und LP3 mit dem Hof in Burgund, wo Dufay und Binchois federführend waren. Das Hauptaugenmerk geht eindeutig auf die drei genannten Komponisten, die damals alle anderen an Klasse und Verehrung überstrahlten. Die CD-Ausgabe ist komplett und enthält zusätzlich ein weiteres Stück aus den Aufnahme-Sessions (Se ma dame m'a guerpy von Machaut).

      Man kann den Verlauf der musikalischen Entwicklung von der Ars nova über die Ars subtilior bis hin zur Contenance angloise gut nachvollziehen: das isorhythmische Element ist bei Machaut gut ausgeprägt, verstärkt sich aber in der Ars subtilior nochmals, aber in der Frührenaissance bricht es praktisch ab. Das gilt auch für mehrtextige und mehrsprachige Motteten: in der Zeit nach Machauts Tod wird diese parallel verlaufende Mehrstimmigkeit zu einem kunstvoll überladenden Geflecht entwickelt, welches manchmal eher selbstzweckhaft wirken kann. Mit dem Aufkommen der englischen Komponisten wie Dunstable oder Power, deren Musik im Laufe der 1410er Jahre sich in Frankreich verbreitete, wurde das alles zugunsten einer Einfachheit aufgegeben, die auch gleich eine andere Sichtweise auf die Musik mitbrachte. Zumindest in Frankreich brach damit ein neues musikalisches Zeitalter an.

      Mehrtextigkeit existiert praktisch gar nicht mehr, und die Stimmen können kanonartig oder kontrapunktisch sein, aber nicht mehr so eigenständig wie früher. Der Rhythmus ist der Melodie angepaßt. Die Stimmung der Musik wird mehr betont. Dies alles sollte die Renaissance hindurch prägen, bis sie im 17. Jahrundert endgültig durch die seconda prattica verdrängt wird.

      Kurz: eine grandioses Album! :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:


      jd ^^
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Ich wich einem Auto aus und fand mich im Parkhaus wieder. Dann flitzte mein Heil aus den Auto; ich fand es wieder im Saturn. Dabei fiel meine Hand aus Versehen auf eine CD, und weil ich sie aus dem Regal genommen hatte, mußte ich sie mit bedrucktem Papier auslösen. Da ich kein Mülleimer in der Nähe sah, nahm ich sie einfach mit nach Hause und entsorgte sie in meinem Cd-Player... :beatnik:






      Nicolaus Bruhns (1665-1697) stammte aus einer norddeutschen Musikerfamilie und wurde von seinem Vater unterrichtet. Mit 15 Jahren kam er zu seinem Onkel in Lübeck, wo zufälligerweise ein gewisser Dietrich Buxtehude Organist und Werckmeister war. ;+) Er wurde zu seinem fähigsten Komponistenschüler und konnte mit 24 Jahren die Organistenstelle in der Husumer Stadtkirche erlangen. Er galt schon damals als außergewöhnlich begabt, doch leider verstarb er bereits 1697 an Tuberkulose. Es sind daher auch nur vier Orgelwerke und zwölf geistliche Kantaten von ihm überliefert. Der Cantus Cölln interpretiert die Hälfte der Kantaten auf dieser CD.

      Ich kannte Bruhns bisher überhaupt nicht, aber ich bin auch nicht gerade ein Spezialist für den norddeutschen Früh- und Hochbarock. Allerdings läppert sich (auch dank cpo) mein Wissen darüber langsam, aber stetig. Dabei gibt es bei amazon.de nicht gerade wenige CDs mit Werke von ihm... :schaem:


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Algabal schrieb:

      Ich hab meine diesjährigen Passionsspiele mit der Bachschen Johannes-Passion begonnen, die mir ungleich näher steht als ihre große Schwester. Zunächst hab ich eine 2011 veröffentlichte (mir) neue Einspielung des Ricercar Consorts gehört, die ich gestern erworben hab:



      J. S. Bach: Passio secundum Johannem, BWV 245
      Hans-Jörg Mammel (Evangelist), Matthias Vierweg (Jesus), Maria Keohane (Sopran), Helena Ek (Sopran), Carlos Mena (Alt), Jan Börner (Alt), Jan Kobow (Tenor), Stephan MacLeod (Bass), Ricercar Consort, Leitung: Philippe Pierlot

      Gegeben wird die 1724er Version mit einigen kleinen Veränderungen (hinzugefügt wurde die Bass-Arie »Himmel reisse, Welt erbebe« aus der 1725er Fassung und der Schlusschoral »Christe, du Lamm Gottes« aus der Kantata BWV 23, mit der offenbar 1725 die Aufführung der Passion beschlossen wurde).

      Die Interperetation ist dezidiert dramatisch - der Evangelienbericht wird sehr zügig, die Dramatik der Handlung deutlich betonend und auch forcierend vorgetragen. So erscheinen die Arien und die Choräle tatsächlich wie explizit handlungsunterbrechende, das Geschehen geradezu stillstellend herausgehobene Reflexionen und Kommentare zum Geschehen. Die Besetzung ist sehr klein gewählt, der Chor solistisch besetzt, was der Wirkung der Turbae keinen, wirklich gar keinen Abbruch tut (für mein Empfinden jedenfalls nicht). Das Ricercar-Consert, mit dem ich höchste Erwartung verbinde, die bisher immer bestätigt worden sind, gibt auch hier wieder nicht den kleinsten Anlass zur Kritik. Eine großartige Aufnahme dieses Werks - die mich hoffen läßt, dass nächstens auch die Matthäus-Passion von diesem Ensemble aufgenommen wird.

      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Jetzt eine andere, ältere Einspielung (aus 1993), die ich sehr liebe:



      Robin Doveton (Evangelist), David van Asch (Jesus), Kym Amps (Sopran), Janet Coxwell (Sopran), Angus Davidson (Alt), David Gould (Alt), Julian Podger (Tenor), Adian Peacock (Bass), The Scholars Baroque Ensemble, Leitung: David van Asch

      Ebenfalls die 1724er Version, ebenfalls ein solistisch besetzer Chor, das Orchester noch kleiner besetzt als bei den Ricercars. Der Ausdruck ganz anders: Eine im Charakter sehr zurückgenommene, spirituelle, ja, liturgische Darbietung der Passion. Immer wieder toll!

      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Adieu,
      Algabal



      Dies lese ich gerade interessiert und frage mich, ob man das nicht in den Thread zum Werk verschieben sollte/könnte?

      :wink: Agravain
    • (Link geht schlecht, links der Klammer klicken) [exakter formuliert: genau auf den Scheitels des linken Klammerbogens zeigen, dann erscheint die "weiße Hand mit dem gestreckten Zeigefinger", dann Klicken]

      Johann Rosenmüller (ca. 1619 - 1684)

      Sonate a 2, 3, 4, è 5 Stromenti da Arco & Altri – 1682

      Ensemble Mensa Sonora; 1. Violine und Leitung: Jean Maillet. Emmanuelle Barré, 2. Violine; Isabelle Langlet-Marillot, 1. Viola (6, 7, 8, 9, 10, 11); Françoise Couvert, 2. Viola (8, 9, 10, 11); Sylvette Gaillard-Maillet, Violoncello; Pascale Boquet, Theorbe; Yannick Varlet, Orgelpositiv und Cembalo

      Aufgenommen im April 2000 im Kapitelsaal der Abbaye royale in Celles sur Belle (79)
      ℗/© 2002 Arion. Disques Pierre Verany – PV700041

      Muss ich noch öfter hören, jedenfalls ist die Sammlung spröder als ich mir vorgestellt habe.

      Dann gehört:

      BIAGIO MARINI (1587-1663)



      LG, Kermit
      Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.