Oscar 2012

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    • Es gibt zwar einen Thread zu den Oscar-Verleihungen im Bereich der besten Filmmusik aber noch keinen zum Oscar-Film-Preis als solchem. Ich rege das hiermit an und kann einstweilen nur en passant meine Freude über den frz. Gewinner "The Artist" kundtun- ein phantastisch guter Film, den ihr euch unbedingt ansehen solltet. :klatsch: :klatsch: :klatsch:
      Hugo Cabret, der Zweitplatzierte von Martin Scorsese fällt dagegen stark ab, obschon das auch kein schlechter Film ist. Da prallen zwei Welten aufeinander: eine Reminiszenz an den Stummfilm einerseits und ein Oeuvre in 3-D mit aller modernen Technik andererseits. Meryl Streeps Iron lady habe ich leider noch nciht gesehen, aber über den Preis für den besten ausländischen Film, den sehr aufwühlenden iranischen Film, der hier "Une separation" (eine Trennung) heisst, habe ich mich auch serh gefreut. Woody Allens bezaubernder "Midnight in Paris" hat immerhin einen Preis für das beste Originalszenario gewonnen, was angescihts der Reize der Stadt Paris keine grosse Kunst ist...... 8+)
      Ich bin eher selten mit den Ergebissen der Oscar-Verleihung einverstanden, aber dieses Jahr ist hoffentlich nicht die Ausnahme im Hinblick auf die Zukunft der Trophäe. :fee:
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Das "The Tree of Life" von drei Nominierungen nichtmal Best Cinematography zugesprochen wurde, kann ich mit größtmöglicher Zurückhaltung nur so kommentieren:

      Dear Academy,
      [Blockierte Grafik: http://vadrouilles.moto.free.fr/smileys/cuckoo.gif]

      Damit geht Malick bereits zum zweiten Mal leer aus (nominiert bisher für The Thin Red Line und für The Tree of Life), einen Oscar gewann einer seiner Filme zuletzt Days of Heaven für Best Cinematography in 1978.

      Das sagt natürlich alles von den Oscars aus: ein Film, der die Goldene palme gewonnen hat, geht bei den Academy Awards leer mit Nominierungen aus. Naja.

      LG
      Tamás
      :wink:
      "Vor dem Essen, nach dem Essen,

      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato
    • FairyQueen schrieb:

      Hugo Cabret, der Zweitplatzierte von Martin Scorsese fällt dagegen stark ab, obschon das auch kein schlechter Film ist. Da prallen zwei Welten aufeinander: eine Reminiszenz an den Stummfilm einerseits und ein Oeuvre in 3-D mit aller modernen Technik andererseits

      Hast Du "Hugo Cabret" schon gesehen? Der ist zwar in 3D gedreht, aber m.E. meilenweit von den Effekthaschereien à la Tintin entfernt! Für mich war das großes Erzählkino, in dem eine historische Pioniergestalt aus den Anfängen des Films hervorragend gewürdigt wurde. Und der animierte Gare du Montparnasse war einfach nur ganz großartig und stimmungsvoll in Szene gesetzt!
      Lucius Travinius Potellus
      Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)
    • Natürlich habe ich Hugo Cabret gesehen, ich würde sonst kein Urteil dazu abgeben. :rolleyes:
      Der Film ist gut und hat mir durchaus gefallen und der Pariser Gare wirklich wunderbar in Szene gesetzt, so gut, dass man ihn kaum wiedererkennt, wenn man wie ich häufig dort mit dem Zug ankommt und abfährt. Aber verglichen mit "The artist" fällt er sowohl schauspielerisch als auch filmkünstlerisch ab, das ist m.E. eine etwas andere Liga. The Artist erzählt¨anhand eines abgehlfterten Stummfilmdarstellers Filmgeschichte in einer Weise, die man auf jedes Scheitern und Neubeginnen übertragen kann.. Die universelle menschliche und kulturhistorische Wahrheit die neben der grossen Kunstfertigkeit und Poesie in diesem Film steckt, hebt ihn über Vieles hinaus. Das Scheitern des Menschen am Fortschritt der modernen Technik bleibt ein serh aktuelles Thema. Viel Poesie steckt natürlich auch in Hugo Cabret, aber ich kann mit den Hochglanzbildern weniger anfangen, als mit dem Schwarz-Weiss und Stumm Szenario aus "The Artist". The Artist zeigt uns, dass auch jenseits moderner Film-Technik Film-Kunst funktioniert wähend Hugo Cabret als Film von den Segnungen moderner Filmkunst abhängt. :fee:
      Was the Tree of life angeht, hâtten die eindrucksvollen Bilder sicher einen Preis verdient. Der Film als solcher lâsst mich aber serh zweispâltig zurück, wir hatten ja eine ausführliche Diskussion dazu im Forum.
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • FairyQueen schrieb:

      Was the Tree of life angeht, hâtten die eindrucksvollen Bilder sicher einen Preis verdient. Der Film als solcher lâsst mich aber serh zweispâltig zurück, wir hatten ja eine ausführliche Diskussion dazu im Forum.
      Ja, ich erinnere mich. Damals hab ich den Film noch nicht gesehen. Nun: wie man auch immer zu den Aussagen des Films steht, das ist natürlich subjektiv, dass sei jedem selbst überlassen. Dass aber, filmisch-künstlerisch gesehen, dieser Film einfach nur genial ist, kann mE nicht bezweifelt werden.

      Noch was über die hochverehrte Academy:

      Dass "Melancholia" von Trier nicht mal nominiert wurde (mindestens Kirsten Dunst als Best Actress), ist einfach nur lächerlich.

      Aber in den Oscars glaube ich ja längst nicht mehr. :thumbdown:

      LG
      Tamás
      :wink:
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      Fugato
    • Tschabrendeki schrieb:

      Aber in den Oscars glaube ich ja längst nicht mehr. :thumbdown:

      In den Siebzigern hat man noch gelegentlich auch richtig gute Filme ausgezeichnet. Neuestens (ugf. Mitte der neunziger) feiert sich beim Oscar Hollywood sich selbst - alles was irgendwie raushängt, oder nicht dazupasst, wird weggeschoben.Nur was in das Bild der "Traumfabrik" passt, kann gekrönt werden. :wut2:

      LG
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      Fugato
    • ...immerhin: NADER UND SIMIN

      ...also die Prämierung von Ashgar Farhadis "Nader und Simin" kann ich durchaus gutheissen und nachvollziehen!

      Ich verhehle nicht, daß ich unmittelbar danach (vor ca. 6 Monaten habe ich ihn in Nürnberg gesehen) zunächst mal leise enttäuscht war (da er für mein Gefühl nicht über das Niveau eines gut gemachten "Tatorts" hinausreichte...)

      Im Nachhinein urteilte ich dann allerdings doch ein wenig anders... Mal ganz abgesehen davon, daß wir mit unseren Meßlatten - einem Land gegenüber, in dem die Filmzensur weiterhin bestürzend aktiv ist - selbstredend sehr vorsichtig sein sollten: Ein über 2std. Film, der MIR (der ich mich durch etliche Jahrgänge der "Kurzfilmtage Oberhausen" einigermaßen hindurchgesehen habe) kein Minütchen zu lange ist - das dürfte eher selten sein / ergo scheint Ashgar Farhadi da ausnehmend "gut getimt" zu haben!

      SZ und ZEIT schienen i.Übr. gleichfalls v.a. die Regie positiv herauszustellen: Farhadi hätte in diesen gut 2 Std. aktuelles iranisches "Flair" "perfekt auf den Punkt gebracht" (SZ) resp. ein "Kammerspiel" inszeniert, "in dem der ganze Iran Platz" habe...

      Tach auch :) der der mstislav war
      Durchhängen iss nich !!
      (Udo Lindenberg)
    • FairyQueen schrieb:

      Viel Poesie steckt natürlich auch in Hugo Cabret, aber ich kann mit den Hochglanzbildern weniger anfangen, als mit dem Schwarz-Weiss und Stumm Szenario aus "The Artist". The Artist zeigt uns, dass auch jenseits moderner Film-Technik Film-Kunst funktioniert wähend Hugo Cabret als Film von den Segnungen moderner Filmkunst abhängt.


      Tja, das sehe ich ganz anders. Ich halte Hugo Cabret für den überragenderen Film. Das ist auf dem Niveau sicher auch Geschmackssache aber Bei Scorsese von "Hochglanzbildern" zu sprechen halte ich dann doch für etwas abenteuerlich. Der Film hat trotz seiner Thematik nichts hochglanzartiges noch kitschiges an sich. Das passt besser bei Spielbergs warhorse. Ich habe schon lange keinen Film mehr gesehen, der mich so aufgesogen hat wie Hugo Cabret. Wie der Film in 2D gewirkt hätte ist schwer abzuschätzen, aber es wäre dann immer noch ein sehr guter Film. Hier hat ein Grossmeister des Kinos gezeigt, dass man die "Segnungen der modernen Filmtechnik" als künstlerische Bereicherung einsetzen kann und das er auch ganz anders kann als sonst. schliesslich ist der Film ja nun ganz anders als alles was Scorsese noch so gemacht hat. Und Sacha Baron Cohen hätte ich problemlos den Oscar für die beste Nebenrolle zuerkannt- was für eine Überraschung und geniale Besetzung.


      Ansonsten halte ich den Oscar mittlerweile eh für völlig überschätzt.

      Gruss Syrinx
      Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen, Wenn es nicht aus der Seele dringt Und mit urkräftigem Behagen Die Herzen aller Hörer zwingt.
      Goethe, Faust 1
    • Syrinx schrieb:

      FairyQueen schrieb:

      Viel Poesie steckt natürlich auch in Hugo Cabret, aber ich kann mit den Hochglanzbildern weniger anfangen, als mit dem Schwarz-Weiss und Stumm Szenario aus "The Artist". The Artist zeigt uns, dass auch jenseits moderner Film-Technik Film-Kunst funktioniert wähend Hugo Cabret als Film von den Segnungen moderner Filmkunst abhängt.


      Tja, das sehe ich ganz anders. Ich halte Hugo Cabret für den überragenderen Film. Das ist auf dem Niveau sicher auch Geschmackssache aber Bei Scorsese von "Hochglanzbildern" zu sprechen halte ich dann doch für etwas abenteuerlich. Der Film hat trotz seiner Thematik nichts hochglanzartiges noch kitschiges an sich. Das passt besser bei Spielbergs warhorse. Ich habe schon lange keinen Film mehr gesehen, der mich so aufgesogen hat wie Hugo Cabret. Wie der Film in 2D gewirkt hätte ist schwer abzuschätzen, aber es wäre dann immer noch ein sehr guter Film. Hier hat ein Grossmeister des Kinos gezeigt, dass man die "Segnungen der modernen Filmtechnik" als künstlerische Bereicherung einsetzen kann und das er auch ganz anders kann als sonst. schliesslich ist der Film ja nun ganz anders als alles was Scorsese noch so gemacht hat. Und Sacha Baron Cohen hätte ich problemlos den Oscar für die beste Nebenrolle zuerkannt- was für eine Überraschung und geniale Besetzung.


      Ansonsten halte ich den Oscar mittlerweile eh für völlig überschätzt.


      Ich habe schon lange keinen Beitrag mehr gelesen, dem ich mich so vorbehaltlos anschließen möchte: in allen Punkten stimme ich Dir zu. Ich hatte mit Formulierungen gerungen, habe aber nicht so wie Du die passenden Formulierungen gefunden. Spielberg's Warhorse kenne ich nicht, aber was Hugo Cabret betrifft danke ich Dir für die Worte. (Und Deinen Schlusssatz teile ich ebenfalls)
      Lucius Travinius Potellus
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