Christoph Marthaler - Die Opernarbeiten auf DVD

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    • Christoph Marthaler - Die Opernarbeiten auf DVD

      Anlässlich der Ankündigung, dass Marthalers Inszenierung von Janacek: Die Sache Makropoulos (Salzburg 2011) demnächst auf DVD erscheinen wird



      (Besprechung siehe hier)

      fiel mir auf, dass wir noch gar keinen Thread haben, der diesem Regisseur und seinen auf DVD verfügbaren Inszenierungen gewidmet ist. Dieses Versäumnis sei hiermit korrigiert.
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Gefunden habe ich noch:


      Janacek: Katja Kabanowa
      (Salzburg 1998)




      Mozart - Le nozze di Figaro
      (Paris 2006)




      Wagner: Tristan und Isolde
      (Bayreuth 2009)
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Die, leider schlimm verhackstückte, baseler Produktion der HERZOGIN VON GEROLSTEIN (extrem frei nach Offenbach) gibt es auf YouTube ab hier: "http://www.youtube.com/view_play_list?p=F246843A343F905A". Immerhin hat die Produktion auch dem einen oder anderen gefallen, wie man Alvianos ausführlicher Beschreibung entnehmen kann: Offenbach: "La Grande-Duchesse de Gerolstein" - Theater Basel, 20.12.2009

      Leider nur Ausschnitte bietet YouTube von der, auch nicht unumstrittenen, in meinen Augen aber sehr gelungenen pariser Inszenierung von 2007 der TRAVIATA mit Christine Schäfer und Jonas Kaufmann, der hier einen, in seiner Unreife vorzüglichen, Alfredo gibt : "http://www.youtube.com/watch?v=dc_6nlxVsag"

      Auf eine DVD dieser Produktion werden wir wohl leider vergeblich warten müssen, obwohl die sich auch musikalisch absolut lohnt, wofür auch José van Dam und Sylvain Cambreling einstehen. Immerhin gibt es hier die Chance, die ganze Produktion im Netz zu finden oder später einmal mitzuschneiden, wenn sie wieder mal ausgestrahlt werden sollte.

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Edwin schrieb:

      Insgesamt: Es gibt viel, viel Schlimmeres...


      Es gibt sogar kaum Besseres.

      Nicht für die Nachwelt aufgezeichnet wurden die ersten drei Operninszenierungen Marthalers, alle von Cambreling in Frankfurt dirigiert: Pelléas et Melisande (1994), Luisa Miller (1996) und Fidelio (1997). Die sind leider alle von den nach Cambreling folgenden Frankfurter Opernintendanzen dem Orkus überantwortet worden. Besonders der Debussy und der Beethoven gehören zu den eindringlichsten Operninszenierungen, die ich erlebt habe.

      Der Tristan ist von den mir bekannten Marthaler-Inszenierungen mit Abstand die schwächste, ich habe sie letztes Jahr in Bayreuth gesehen. Allerdings ist sie nur im ersten Jahr von Marthaler selbst verantwortet worden, bereits bei den ersten Proben zur Reprise im Folgejahr hat der Regisseur die Brocken hingeworfen. Seitdem wird nach Regiebuch einstudiert (das gilt auch für die DVD, die ich nicht kenne), was bei Marthaler noch weniger funktionieren kann als bei anderen Regisseuren.

      Anscheinend nicht aufgezeichnet wurde der großartige Pariser Wozzeck (2008)

      Auf dem Operettensektor gab es noch Offenbachs Pariser Leben an der Berliner Volksbühne (ich hab's als Gastspiel in Bonn gesehen, ca. 1998). Noch nicht so dekonstruiert wie die Großherzogin von Gerolstein, aber auch mit zeitgeschichtlich-apokalyptischen Unter- und Obertönen. Cambreling hat das damals bearbeitet und für Kammerorchester eingerichtet, er dirigierte das Klangforum Wien. Gibt's auf CD.

      Ich gucke fast nie Opern-DVDs, habe von den oben abgebildeten auch nur die Katia Kabanova. Da geht schon ziemlich viel verloren, denn die Marthaler-Inszenierungen entfalten sich häufig in synchronen, mit- und gegeneinander choreographierten Vorgängen, für die man das ganze (immer von Anna Viebrock stammende) Bühnenbild im Auge behalten muss.


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Zwielicht schrieb:


      Der Tristan ist von den mir bekannten Marthaler-Inszenierungen mit Abstand die schwächste, ich habe sie letztes Jahr in Bayreuth gesehen.


      Diesen "Tristan" habe ich 2009 in Bayreuth gesehen, war überhaupt mein erstes Mal auf dem Grünen Hügel. Insofern wird's mir in Erinnerung bleiben, von der Inszenierung war ich jedoch recht enttäuscht. Ansonsten kenne ich von Marthaler noch nichts.

      DiO :beatnik:
    • Le Merle Bleu schrieb:

      Anlässlich der Ankündigung, dass Marthalers Inszenierung von Janacek: Die Sache Makropoulos (Salzburg 2011) demnächst auf DVD erscheinen wird



      (Besprechung siehe hier)

      fiel mir auf, dass wir noch gar keinen Thread haben, der diesem Regisseur und seinen auf DVD verfügbaren Inszenierungen gewidmet ist. Dieses Versäumnis sei hiermit korrigiert.


      Diese Inszenierung gibt's auch komplett auf YT zu sehn:

      "http://www.youtube.com/watch?v=qhRqjR7oM5I"

      DiO :beatnik:
    • Zwielicht schrieb:

      Ich gucke fast nie Opern-DVDs, habe von den oben abgebildeten auch nur die Katia Kabanova. Da geht schon ziemlich viel verloren, denn die Marthaler-Inszenierungen entfalten sich häufig in synchronen, mit- und gegeneinander choreographierten Vorgängen, für die man das ganze (immer von Anna Viebrock stammende) Bühnenbild im Auge behalten muss.

      Bevor jemand nun davon Abstand nimmt, diese DVD zu erwerben: Vor rund zehn Jahren habe ich sie im Fernsehen gesehen, nur daher kenne ich die Inszenierung. In Erinnerung habe ich sie als äußerst intensiv und beklemmend, als absolut fantastisch. Bernd mag mit seinem von mir zitierten Einwand also zwar Recht haben - live ist bei Oper ja immer besser -, den Kauf der DVD empfehle ich dennoch ganz dringend.

      Viele Grüße
      Thomas
    • Zwielicht schrieb:

      Es gibt sogar kaum Besseres.

      Na, sagen wir so: Alle anderen szenischen "Makropulos"-Aufzeichnungen, die mehr oder weniger legal kursieren sind besser als Marthalers sinnlose Altersheim-Fantasie. Aber er dreht das Werk nicht durch den Fleischwolf. Und man muß sich die Aufnahme ja auch nicht in Anwesenheit einer Tschechin oder eines Tschechen sehen/hören, die/der bei Denokes Aussprache Lachkrämpfe bekommt. Aber sonst ist alles top...
      :wink:
      Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)
    • Edwin schrieb:

      Na, sagen wir so: Alle anderen szenischen "Makropulos"-Aufzeichnungen, die mehr oder weniger legal kursieren sind besser als Marthalers sinnlose Altersheim-Fantasie.


      Von denen habe ich nur mal die Lehnhoff-Produktion aus Glyndebourne im Fernsehen gesehen. Die eignet sich allerdings gleich in mehrfacher Hinicht fürs Altersheim, produziert dafür aber Sinn ohne Ende. Das Tschechisch von Anja Silja ist zudem legendär idiomatisch!


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)