Die Klarinette

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Gestern habe ich diese CD gekauft, die ich sehr empfehlen möchte.

      Iwan Müller (1786-1854) kennt wohl nur, wer Klarinettenunterricht genossen hat.
      Geschichtlich ist er sehr wichtig für die Klarinette. Seine „Clarinette omnitonique“ erlaubte erstmals das Spiel der chromatischen Tonleiter über viereinhalb Oktaven. Die heutige Klappentechnik (Lederpolster und Zwirl) geht auf ihn zurück.

      Seine Klarinettenkonzerte kannte ich bisher nicht. Nun frage ich mich, warum sie so selten eingespielt werden? Denn sie sind sehr hörenswert. Belcanto auf der Klarinette. Echte Bravourstücke. Auf JPC finde ich zu Suchanfragen“Iwan Müller“ jede Menge Noten aber nur zwei CDs. Beide von der Klarinettistin Friederike Roth eingespielte, die ich bisanhin auch nicht kannte. Sie spielt fantastisch. Das Booklet zur CD ist ausführlich und sehr informativ. Man erfährt z.B., dass Müller mit seiner Klarinetten-Herstellung in Paris pleite ging, da das Conservatoire seine neumodische Clarinette omnitonique ablehnte. Sie sah offenbar die Vielfalt der Klangfarben gefährdet, die durch die vielen Spezialklarinetten der verschiedenen Tonlagen gegeben war. Erst Hyacinthe Klosé konnte sich ein paar Jahre später mit seinem Böhm-System beim Konservatorium durchsetzen. Das deutsche System geht aber auf Iwan Müller zurück.

      Das audiophile Label MDG sorgt auf dieser SACD für beste Tonqualität.
    • arundo donax schrieb:

      Hudebux schrieb:

      In der Tat die Mannheimer ist auch in der Schweiz aktiv.
      sinfonima.ch/de/home/
      Da rufe ich morgen mal an..
      Wenn du da morgen anrufst, kannst du meiner Überzeugung nach erst einmal nichts falsch machen!

      Ich bin allerdings generell jemand, der wenig von Versicherungen hält. Ich transportiere meine Tröten wie gesagt immer in einem Trekkingrucksack, der auch davor schützt, dass sie bei einem versehentlich offen gelassenen Etui auf die Straße fallen...

      ....
      Zwischenzeitlich habe ich meine Klarinetten zum Neuwert bei der Mannheimer versichert. Die jährliche Rate von knapp 300CHF tut mir finanziell nicht allzu weh, und ich kann etwas unbeschwerter mit den Instrumenten unterwegs sein. Meine alte Klarinette hatte ich auf vielen Urlaubs- und Geschäftsreisen mit. Das kann ich mit den neuen Instrumenten nun auch so halten. Der Versicherungsschutz gilt weltweit.
    • Auf dieser CD befinden sich u. a. auch Kompositionen von Iwan Müller:
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Hudebux schrieb:


      In diese Lage kann mann immerhin noch das e und das f spielen.
      Vermutlich stammt das Bild aus der Aufführung eines Werks von Helmut Lachenmann.

      :|
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • maticus schrieb:

      Ein recht interessantes Interview mit Sharon Kam:

      br.de/fernsehen/ard-alpha/send…spraech100~attachment.pdf


      maticus
      Ja, das ist ein interessantes Interview.
      Leider sind ihre Erklärungen zur Geschichte und Funktionsweise der Klarinette etwas wirr.

      Zum Beispiel:
      Diesen Gabelgriff gibt es nur im deutschen Böhmsystem und nicht auf den französischen Klarinetten. Böhm hat damals eine Klarinette entwickelt, deren Griffsystem wie bei einer Blockflöte funktioniert.
      Das Böhmsystem ist das französische System, nicht das deutsche. Es wurde aber nicht von Böhm erfunden sondern von Klosé, der sich an der von Böhm entwickelten Querflöte (nicht Blockflöte) orientierte.
      Das deutsche System geht auf Iwan Müller und Oskar Oehler zurück.


      Es kommt aber noch etwas ganz Merkwürdiges hinzu: Die Klarinette ist das einzige Instrument, das eine Oktavenklappe hat. Man klappt die Oktavenklappe hoch – das ist nur dieses kleine Löchlein hier – und bekommt keine Oktave heraus beim Spielen, sondern eine Oktave und eine Quinte.
      Ich weiss nicht, was andere Blasinstrumente haben, aber die Klarinette hat eben keine Oktavklappe sonder eine Duodezimklappe. Das Saxophon hat eine Oktavklappe.
      Natürlich weiss Frau Kam das. Entweder hat sie sich versprochen oder das Interview wurde fehlerhaft niedergeschrieben.

      Hudebux
    • Klarinette + Mozart + Vibrato ?

      Ich genieße gerade folgende Aufnahme des mozärtlichen Klarinettenkonzerts mit Jörg Widmann:

      youtube.com/watch?v=NUX7FLbey3s

      .... und irgendwann im 2. Satz traute ich meinen Ohren nicht - höre ich da tatsächlich ein leichtes Vibrato ? Auch bei mehrmaligen Anhören der Passage ab ca. Min. 17.00 ff höre ich da mehrmals ein leichtes Vibrato in der Klarinette ... oder täuschen mich meine Ohren da ? Bisher dachte ich immer, die Klarinette spielt in der klassischen Musik streng ohne Vibrato .... ja, was denn nun ???? :/

      Oder gibt es da vielleicht einen neuen Trend ? :rolleyes: Im Oboenthread wurde gerade die umgekehrte Theorie aufgeworfen: eine anscheinende teilweise Abkehr vom Vibrato bei der Oboe ....
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés