Die Klarinette

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Nein, nur in der "deutschen" Tradition ist Vibrato tabu. Und auch noch nicht so lange. Nach einem Bericht von einer frühen Aufführung des Brahms-Trios vibrierte Mühlfeld (der Brahms zu den Werken inspirierte) stärker als der Cellist!
      Unter prominenten Klarinettisten der ersten Hälfte des 20. Jhds. hat Reginald Kell Vibrato eingesetzt (für meinen Geschmack zu stark), ebenso nicht wenige andere Musiker. Auch Goodman konnte oder wollte bei seinen klassischen Aufnahmen das Vibrato nicht immer komplett abstellen.
      en.wikipedia.org/wiki/Reginald_Kell
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Lowenstein demonstriert hier, dass das Öl nicht, oder zumindest nicht für das Auge sichtbar, in das Holz eindringt. Aber ist das der relevante Punkt? Ich dachte die ölbenetzte Oberfläche soll Eindringen von Feuchtigkeit in das Holz verhindern. Oder nicht?
      Ein brauchbarer Test wäre daher ein geöltes Stück Holz und ein nicht geöltes in Wasser zu lagern und zu beobachten.

      Hudebux
    • Hörenswert ist diese Sendung:
      Diskothek im Zwei: Brahms Klarinettenquintett
      Der Klarinettist Nils Kohler und der Cellist und Dirigent Matthias Kuhn sind die Dikutanten.
      Interessant, beide wünschten sich mehr Vibrato in der Klarinetten-Stimme. Auf Instrumenten der Zeit (Holzmundstücke) sei das auch leichter spielbar gewesen.
      Die „Sieger“-Aufnahme wurde diese mit Paul Meyer und dem Capucon Quartett.
    • Ein Stück, das ich sehr liebe, ist Bartóks Wunderbarer Mandarin, und das --- nicht nur --- aber vor allem auch wegen des Soloklarinettenparts. Die Klarinette ist ja hier unzweifelhaft das wichtigste Soloinstrument, als das werbende, lockende Mädchen. Nun habe ich beim Hören eben mal in die Partitur geschaut und bin überrascht. Mal abgesehen davon, dass D- und Es-Klarinette, sowie Bassklarinetten in B und A verlangt werden, wechselt auch die Soloklarinette zwischen A- und B-Klarinette. Ich hatte immer angenommen, dass der Soloist hier nur auf einer, mutmaßlich der B-Klarinette spielt. Aber schon das "1. Lockspiel" ist auf der A-Klarinette gespielt (das "2. Lockspiel" auf der B-Klarinette). --- Okay, das ist jetzt keine weltbewegende Info, aber für mich ist das neu und unerwartet.

      Gibt es überhaupt noch Firmen, die Bassklarinetten in A bauen? Ich schätze mal, dass diese Passagen immer transponiert werden. Die D-Klarinette wird noch angeboten. Sie findet ja etwa auch Einsatz im "Sacre". Aber auch hier könnte ich mir vorstellen, dass dies oft auf der Es-Klarinette gespielt wird. Denkt ihr, dass Es-Klarinettisten in TOP-Orchestern üblicherweise auch eine D-Klarinette besitzen?


      maticus
      Bartolo hatte Recht. --- Andreas März
      This is Bartolo, King of the King of Wines. --- Alan Tardi
    • Die Bassklarinette in A wurde von Richard Wagner gemocht und sie kam 1886 bei der Bayreuther Erstaufführung von Tristan und Isolde zum Einsatz. Das damals verwendete Instrument befindet sich heute im Besitz der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf und wird von der Klarinetten-Professorin Kerstin Grötsch gespielt.

      Eine Bassklarinette aus Bayreuth
      Wagners Bassklarinette

      In dem Zusammenhang ist dieses Video noch ganz interessant wo man kurz hören kann wie diese historische Bassklarinette in A klingt:
      Kunst und Krempel
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Was heisst "gleich"? Zunächst hat er ja ein paar Takte aus einem Stück gespielt. Und er war ja ein Klarinettist auf höchstem Niveau: While still a teenager, he was principal clarinet of the Turku Philharmonic, and a few years later, he became co-principal clarinet of the Helsinki Philharmonic. Da scheint mir sein Anspruch, wieder ein Konzert geben zu wollen, nicht außergewöhnlich.


      maticus
      Bartolo hatte Recht. --- Andreas März
      This is Bartolo, King of the King of Wines. --- Alan Tardi
    • Der Registerwechsel Clarin <--> Altissimo ist ja gerade für solche "Anfänger" wie mich nicht leicht. Ein schönes Beispiel dafür ist das Solo aus dem Adagio der 2. Sinfonie von Rachmaninow.

      Noten siehe hier (eigenhändig gesetzt, kein Copyright-Problem) dropbox.com/s/m7v6zqas89y6mix/rach_2_agagio.pdf?dl=0

      Dort gibt es eine Stelle, an der man legato vom c''' auf das d''' muss, und wieder zurück, und das im pp! Ich weiss nicht, wie das auf der deutschen Klarinette ist, das folgende gilt für das Böhmsystem. Der Standardgriff für das c''' ist, dass man nur das Daumenloch schließt und die Registerklappe drückt. Ich habe neulich erst festgestellt, dass man zusätzlich noch die drei mittleren Finger der rechten Hand auflegen kann. Die Intonation ist dabei fast unverändert, aber der Blaswiderstand ist spürbar erhöht und der Ton klingt (deswegen) m. E. resonanter, und gleichzeitig spricht er auch gut im pp an. Erst heute ist mir aufgefallen, dass ich mit diesem Griff vom c''' viel leichter und sauberer auf das d''' und e''' komme und zurück, und pp macht da auch keine Probleme. Meine Theorie ist, etwas naiv ausgedrückt, dass ich mich, wie der höhere Blaswiderstand bei dem Alternativgriff des c''' andeutet, schon so gut wie im Altissimo befinde; der Wechsel auf das d''' beinhaltet keine spürbare Druck- oder Anspracheveränderung. Das umgekehrte Phänomen gibt es auch: der Standardgriff für das cis''' liegt im Altissimo, aber ich kann alternativ auch das c''' plus zwei Seitenklappen greifen, dann bin ich noch im Clarin. :spock1:

      Naja, das sind so die Glücksmomente des kleinen Mannes...

      maticus
      Bartolo hatte Recht. --- Andreas März
      This is Bartolo, King of the King of Wines. --- Alan Tardi
    • maticus schrieb:

      Was heisst "gleich"? Zunächst hat er ja ein paar Takte aus einem Stück gespielt. Und er war ja ein Klarinettist auf höchstem Niveau: While still a teenager, he was principal clarinet of the Turku Philharmonic, and a few years later, he became co-principal clarinet of the Helsinki Philharmonic. Da scheint mir sein Anspruch, wieder ein Konzert geben zu wollen, nicht außergewöhnlich.


      maticus
      Du hast sicherlich recht. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass es da vor allem um eine PR-Aktion ging. Dagegen ist aber auch nichts einzuwenden.
    • maticus schrieb:


      Dort gibt es eine Stelle, an der man legato vom c''' auf das d''' muss, und wieder zurück, und das im pp! Ich weiss nicht, wie das auf der deutschen Klarinette ist, das folgende gilt für das Böhmsystem.


      Das c‘‘‘ ist auf der deutschen Klarinette vielleicht der schwierigste Ton. Besonder, wenn er leise kommen soll.

      maticus schrieb:


      Der Standardgriff für das c''' ist, dass man nur das Daumenloch schließt und die Registerklappe drückt.

      Beim Deutschen System muss man zusätzlich noch mit dem linken Mittelfinger schliessen.
      Mit der rechten Hand kann man auch abdecken, aber ob das c‘‘‘ dann leichter anspricht, das müsste ich mal ausprobieren. War mir bisher nicht aufgefallen.

      maticus schrieb:


      Erst heute ist mir aufgefallen, dass ich mit diesem Griff vom c''' viel leichter und sauberer auf das d''' und e''' komme und zurück, und pp macht da auch keine Probleme.

      Das geht auf der Deutschen auch. Mache ich aber selten. Danke für die Anregung.

      Ein Mogeltrick, in einem schnellen Lauf mal ganz schnell vom h’‘ oder c’‘‘ auf das d‘‘‘ hoch zu kommen und danach wieder runter, ist übrigens die Hände ganz weg zu nehmen, also auch von Daumenloch und Registerklappe. Wenn man dennoch überbläst, kommt ein unsauberes d‘‘‘, das für den Lauf aber ok ist.

      Gruss
      Hudebux
    • Das geht auf der Deutschen auch. Mache ich aber selten. Danke für die Anregung.
      Ne doch nicht, mit gedeckter rechten Hand lässt sich das c‘‘‘ auf der Deutschen Klarinette gar nicht spielen . Die Unterschiedezwische den Systemen sind schon eigenartig …

      Hudebux
    • Neu

      Hudebux schrieb:

      Für mich wäre es natürlich Balsam gewesen, wenn er auch für die Deutsche Klarinette noch ein positives Wort übrig gehabt hätte...
      Ja, in der Tat finde ich so manche Aussage etwas übertrieben und provokant.


      maticus
      Bartolo hatte Recht. --- Andreas März
      This is Bartolo, King of the King of Wines. --- Alan Tardi