Gänsehaut pur, die schönsten Stellen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Franz Schubert, Messe Es-Dur D 950, Sanctus, die Harmoniewechsel allein in den ersten 40 Sekunden.
      Und beim Selberspielen wie beim Hören der zweite Satz aus der Klaviersonate B-Dur D 960, der ganze Satz.
      Ich werde auch nie vergessen wie ich das erste Mal im Leben in der Oper "Le nozze di Figaro" gesehen und gehört habe, der zweite Akt beginnt, und die Gräfin singt die Cavatina.
      Gänsehaut pur, nicht nur punktuell, zugegeben...
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Ich möchte mal eine sehr effektvolle Stelle nennen, weil sie u.a. mich mit 15 zur Klassik gebracht hat:

      Beethoven 5. Sinfonie der Übergang vom 3. zum 4. Satz

      ist vielleicht vielen zu sehr auf Effekt aus, ich weiss aber mich beeindruckt die Stelle trotzdem immer wieder

      dann wäre da auch noch das " neue Kraft fühlend" aus demr Hl Dankgesang eines genesenden an die Gottheit aus op 132

      und für mich noch viele andere Stellen bei Beethoven
      Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum (Nietzsche)
      In der Tat spuckte ... der teuflische Blechtrichter nun alsbald jene Mischung von Bronchialschleim und zerkautem Gummi aus, welchen die Besitzer von Grammophonen und Abonnenten von Radios übereingekommen sind Musik zu nennen (H Hesse)
      ----------------------------
      Im übrigen bin ich der Meinung, dass immer Sommerzeit sein sollte (gerade im Winter)
    • Erzherzog schrieb:

      Ich möchte mal eine sehr effektvolle Stelle nennen, weil sie u.a. mich mit 15 zur Klassik gebracht hat:

      Beethoven 5. Sinfonie der Übergang vom 3. zum 4. Satz

      ist vielleicht vielen zu sehr auf Effekt aus, ich weiss aber mich beeindruckt die Stelle trotzdem immer wieder
      Mich auch. Und dabei fällt mir ein: Schumann, vierte Symphonie, Übergang zum Finale. Am besten mit Furtwängler. Ich kriege schon beim Schreiben eine Gänsehaut...

      Viele Grüße,

      Christian
      Jeder Eindruck, den man macht, schafft Feinde. Um populär zu bleiben, muss man mittelmäßig sein.
      Oscar Wilde
    • Vielleicht bin ich dem Kitsch erlegen, aber ich kann mir nicht helfen: Das Ende von Max Bruchs "Schottischer Fantasie" finde ich bei jedem Hören wieder berückend schön. Nach dem volkstümlichen Thema mit virtuosen Variationen, nach dem choralartig-hymnischen Seitenthema löst sich die Musik allmählich formal und melodisch immer weiter auf, die Geige umrankt ein paar Akkorde, ist schließlich ganz allein in hoher Diskantlage übrig, geht in einem langsamen Dreiklang abwärts, und leitet über in dieses plötzliche Zitat aus dem Adagio-Satz, eine ganz einfache, wunderschöne Kadenz-Formel und einer dieser Einfälle, für die ich Max Bruch sehr bewundere. Es ist, als käme angesichts der Schönheit dieses schlichten Gedankens alle Bewegung zum Stillstand, bevor der kurze "Rausschmeißer" das Werk beendet. Es wurde und wird über Bruch viel gespottet und die Nase gerümpft, aber so etwas konnte er wie kein zweiter.

      Christian
      Jeder Eindruck, den man macht, schafft Feinde. Um populär zu bleiben, muss man mittelmäßig sein.
      Oscar Wilde
    • Wenn Ruggero Raimondi in "I Vespri Siciliani" anfängt "O Patria, o cara Patria" zu singen und dann weiter "O tu Palermo", da kriege ich jedes Mal Gänsehaut und wie. :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      Für mich hat diese Arie keiner schöner gesungen.

      :wink: :wink: Kristin
      Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon der in München wohnt (Eugen Roth)
    • Hallo,

      mir fallen da spontan zwei Stellen aus Fidelio ein:
      1. Florestans Arie in Verbindung mit der wundervollen, die Arie umspielenden Oboenstimme und
      2. das Duett "Euch werde Lohn in besseren Welten" ....
      Beide musikalisch und textlich einfach zum Dahinschmelzen ...
      Viele Grüße - Allegro

      Musik ist, die in den Noten versteckten Töne frei werden zu lassen (nach Philmus)
    • ChKöhn schrieb:

      Vielleicht bin ich dem Kitsch erlegen, aber ich kann mir nicht helfen: Das Ende von Max Bruchs "Schottischer Fantasie" finde ich bei jedem Hören wieder berückend schön. Nach dem volkstümlichen Thema mit virtuosen Variationen, nach dem choralartig-hymnischen Seitenthema löst sich die Musik allmählich formal und melodisch immer weiter auf, die Geige umrankt ein paar Akkorde, ist schließlich ganz allein in hoher Diskantlage übrig, geht in einem langsamen Dreiklang abwärts, und leitet über in dieses plötzliche Zitat aus dem Adagio-Satz, eine ganz einfache, wunderschöne Kadenz-Formel und einer dieser Einfälle, für die ich Max Bruch sehr bewundere. Es ist, als käme angesichts der Schönheit dieses schlichten Gedankens alle Bewegung zum Stillstand, bevor der kurze "Rausschmeißer" das Werk beendet. Es wurde und wird über Bruch viel gespottet und die Nase gerümpft, aber so etwas konnte er wie kein zweiter.

      Christian


      Aye, Christian. Ich stimme Dir da voll und ganz zu. Die schottische Fantasie ist ein sehr schönes Werk, das mich berührt. Das durfte ich gestern Abend, angeregt durch Dich, wieder erleben.
      :wink:
      Denn ich, ich kenne meine Pläne - spricht der Herr - Pläne des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.
      Jer. 29,11
    • Also ich habe da ein paar Stellen, die mich umhauen.

      1. Bruckner, 9. Sinfonie, 1. Satz - Wenn da am Ende die Violinen anfangen ihre Achtel-Triolen
      zu spielen, ist man ja noch ganz ahnungslos, obwohl schon der Orgelpunkt der Pauke etwas
      voraussagt, auch die Holzbläser weisen auf einen Höhepunkt hin, doch das, was geschehen
      wird, lässt alle Erwartungen hinter sich. Plötzlich setzen nämlich die tiefen Streicher mit brodelnden
      Viertel-Triolen ein und dann geht's los: Die Blechbläser spielen das majestätische Akkordmotiv.
      Sie spielen auf eine Schlusssteigerung hin, die ihresgleichen sucht.

      2. Rachmaninoff, 3. Klavierkonzert, 3. Satz - Auch ein Ende, auch hier die Schlusssteigerung und
      auch hier fragt man sich, "kann das wahr sein?" Schon von Anfang des triumphalen D-Dur Endes
      ist man gebannt, plötzlich fängt das Klavier mit einer dieser unendlichen Melodien Rachmaninoffs
      (anders als sonst) an zu singen und in höchste Höhen zu steigen, doch was einen oben angekommen
      erwartet, das weiß man noch nicht. Denn dort setzen die Geiger auf dem Höhepunkt ein und setzen
      noch einen drauf, da ist man erst einmal baff muss sich ausruhen und so fällt die Linie wieder. Doch
      plötzlich steigt die Linie des Klaviers wie eine Fontäne steil in die Luft und entlädt sich in einem extatisch
      kataklysmischen ( :D ) Es-Dur Akkord, der einem den Boden unter den Füßen wegreißt.
      Und dann kann man in Ruhe sterben. :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:
      "Nicht immer sind an einem Misserfolg die Künstler schuld.
      Manchmal ist es auch das Publikum, das indisponiert ist."
      Leonie Rysanek (1926-1998)
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Habe gestern mal wieder das Requiem von Verdi gespielt.
      Da gibt es 'ne Menge an Gänsehautstellen, aber ich bin schon am Anfang fast am heulen.....das ist solch ein Erlebniss.....ich kann den ganzen heutigen Tag an fast nichts anderes denken.

      Oh ja.. das Agnus-Dei-Unisono zum Beispiel... *schauder*
      Lucius Travinius Potellus
      Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)
    • Ich bekomme immer wieder eine Gänsehaut in Strauss´ "Elektra", in der das Orchester einsetzt, nachdem Chrysothemis gesungen hat
      "Nein, ich bin ein Weib und will ein Weiberschicksal. Viel lieber tot als leben und nicht leben."
      Je niedriger der Betroffenheitsgrad, desto höher der Unterhaltungswert!
    • Wozzeck ... 1.Akt ... 1.Szene ... Hauptmann zu Wozzeck
      Es-wird-mir-ganz-Angst-um-die-W e l t - - wenn - ich - an - die - Eeeee.wig..keit den-ke => => => Helf-Gott ein I r r s i n n i g e r 8|
      mE hier kaum zu übertreffen Graham Clark in der Premiere der (vor?)letzten Met-Premiere unter Levine - - -
      (im Interview, im Rahmen der damaligen Live-Übertragung gesendet, meinte er noch, die beste Vorbereitung auf diese seine Rolle sei eigtl. gewesen, diverse Male aufmerksam
      durch die Straßenschluchten New Yorks zu schlurfen.......)
      <= <= Gänsehaut das ist Gänsehaut das sind nun aber wiederrum keine Tränen versteht Ihr :P

      UND im Blaubarts Burg mit dem Öffnen der fünften Türe - jednfalls so, wie Kertesz `65 diriimaginiert hat!
      ... und Sekunden drauf -------- Yonder cloud throws blood, red shadows / What are these grim clouds portending? (hab das Libretto nur ung. und engl.)

      UND FiDi in Mahlers "Revelge" (`68 unter Szell) nach dem Orchesterzwischenspiel mit seinen 2, 3 besonders "hohlen" Militärtrompeten
      Des Morgens stehen da die Gebeine / In Reih` und Glied, sie steh`n wie Leichensteine
      :hide:
      Fleiß ist gefährlich (Henning Venske "Inventur") Majo ist ätzend (Gus van Sant "Paranoid Park") Hollywood ist ein Witz (Aki Kaurismäki)
    • Franco Corelli - Tosca 3. Akt
      Ruggero Raimondi als Silva, Ernani Met
      Ruggero Raimondi als Procida "O tu Palermo" I Vespri Siciliani
      Peter Mattei als Amfortas Parsifal Met 2013

      :wink: :wink: Kristin
      Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon der in München wohnt (Eugen Roth)
    • Erzherzog: "Beethoven 5. Sinfonie der Übergang vom 3. zum 4. Satz"
      Ja, da bin ich geprägt von der 50er-Jahre Aufnahme mit Klemperer, Wiener Symphoniker. Vom ersten leisen Paukenschlag bis zum Einsetzen des Themas des 4. Satzes dauert das dort 40 Sekunden.
      Ich habe die Stelle auch danach öfter gehört, immer war sie kürzer und für mich damit nur dahingehudelt. Die Dramatik von Klemperer habe ich nie wieder gehört (ich muss allerdings gestehen, dass ich bei Beethoven-Sinfonien keinen Hang zum Enzyklopädischen habe).

      ChKöhn: "Vielleicht bin ich dem Kitsch erlegen, ..."
      Du bist doch sonst nicht von Selbstzweifeln geplagt. Nee, kein Kitsch. Wir trauen uns oft nicht, unsere Rührung zuzugeben. Wenn uns Schönes zum Weinen bringt, kleben wir das Kitsch-Etikett drauf. Dann fragt keiner weiter in die Tiefe nach.
      Ja, und Bruch ist originell und hat seine eigene Sprache!

      Agravain: "Eine besondere Stelle ist der erste Einsatz des Klaviers in Brahms' Klavierkonzert Nr. 1. Das ist - wenn es denn gut gespielt wird ..."
      Wunderschön die Aufnahme mit Arrau und dem Philharmonia Orchestra unter Giulini. Das Klavier schleicht sich rein ohne devot zu sein.

      Streifenpeter: "..und es ward Licht!" Aber kalt den Rücken runter!

      Ganz ähnlich gehts mir hier: "Trinket alle daraus; das ist mein Blut" Das ist einfach eine ungeheure Stelle, wie da ein Arioso wächst.
      Und ein Gruß an Euch alle, die Ihr noch nicht dazu gekommen seid, es hier zu nennen: "BARRABAM" "Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stück" ..
      Weiter mit Bach: "Lasset uns den nicht zerteilen"
      Und h-moll-Messe: Der Sprung vom Crucifixus zum Et resurrexit

      Was ganz anderes: Nielsen Violinkonzert, die Hörner nach der Solo-Einleitung. Überhaupt Nielsen und seine Hörner! Helios-Ouvertüre.
      Brahms: "Ihr habt nun Traurigkeit." Wunderschön: Elisabeth Grümmer.
      Händel Messias: "He was despised." Kathleen Ferrier.

      Die Gänsehaut hängt manchmal auch von den Musikern ab, nicht nur vom Werk.

      Und noch was ganz Persönliches (Ihr kennt mich ja zum Glück nicht). Immer weinen muss ich beim Duett "Pa pa pa pa". Geht ganz tief rein. Ist kein Kitsch.

      Gruß,
      Manfred
      Das verstehst du noch nicht, sagten sie. Ich verstand. (Fred K. Linden)
    • Schumanns Zweite, vor allem der dritte Satz

      Keine Ahnung, wo ich das sonst unterbringen sollte:

      Nach früherem gelegentlichen Hören geht mir erst seit etwa einer Woche auf, wie schön Schumanns Zweite, vor allem der dritte Satz, ist.

      "Der dreiteilige langsame Satz (Adagio espressivo) in c-Moll wird allgemein als Höhepunkt von Schumanns sinfonischem Schaffen angesehen und wurde auch stets von der pauschalen Abqualifizierung der ganzen Sinfonie ausgenommen. Die 19 Takte umspannende ausdrucksvolle Melodie des Anfangs zitiert den Beginn des Triosonate aus dem Musikalischen Opfer von Bach, dessen Tonsprache in melodischer wie harmonischer Hinsicht den ganzen Satz prägt - das wohl schönste Beispiel für eine schöpferische, nicht sklavisch kopierende Aneignung Bachs in der Romantik. Manche Kühnheiten der Harmonik weisen bereits in eine Nähe von Wagners Tristan, während die farbige, oft kammermusikalisch dezente Instrumentation mit ihren erlesenen Soli der Holzbläser und den Trillerketten der Violinen in hoher Lage einem Richard Strauss alle Ehre gemacht hätte." (Konold: Lexikon Orchestermusik Romantik, S. 752).
      Ich bin weltoffen, tolerant und schön.
    • Neu

      Im Moment ist für mich eine der Gänsehautstellen - nein, falscher Begriff - es ist nicht Gänsehaut, es ist viel, viel mehr, was ich verspüre, also eine der Stellen der einsetzende Geigenpart im Sanctus der 'Missa Solemnis' von Beethoven und dann das Hinzukommen des Sopran/Sängerquartetts beim 'Benedictus'. Das rührt und tröstet mich auf eine selten empfundene Art und Weise.

      :wink: Wolfram
    • Neu

      Wolfram schrieb:

      für mich eine der Gänsehautstellen
      Das hängt offenbar sehr stark davon ab, welche Hörerfahrungen man kurzfristig einerseits und langfristig andererseits gemacht hat. Daher kann 'dasselbe' ja nach Zeit und Rezipient unterschiedlich wirken (was konstante Komponenten - wie dass die dir genannte Stelle sicher keine Tanzmusik ist - nicht ausschließt). Das Hören steht von vornherein in Relation zu solchen Bedingungen.
      Ich bin weltoffen, tolerant und schön.