J.S.Bach - Sonaten und Partiten für Violine Solo, BWV 1001-1006

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    • Zwei für mich neue Interpretationen habe ich mir geleistet:






      Von Monica Huggett habe ich heute Morgen CD 1, BWV 1001 - 1003 gehört. Große Unterschiede zu den vorhandenen Aufnahmen konnte ich beim ersten Hören nicht feststellen.

      Aber die Aufnahme von Rachel Podger, die ich nur bestellt habe, weil Archeopterix in alten Prospero-Zeiten mal irgendwann und irgendwo diese Geigerin sehr gelobt hat und die Schnipsel viel versprachen, die finde ich so toll! Sie spielt vielleicht nicht so analytisch, kühl oder wie man manche Interpretation nennen kann. Sie hat einen wunderbaren warmen Ton (und einen guten Tonmeister), und bei ihr klingt auch das Komplizierte und Schwere flüssig und selbstverständlich.

      Wenn ich demnächst irgendwann mal wieder alle meine Aufnahmen griffbereit habe, Milstein, J. Fischer, H. Hahn, A. Beyer, H. Schmitt, muss ich die Aufnahmen mal gegeneinander hören. Heute Abend aber bin ich sehr zufrieden und glücklich mit der Aufnahme von Rachel Podger.


      lg vom eifelplatz, Chris.
    • Moin Chris,

      Jetzt war ich gerade sehr neugierig geworden, aber leider waren keine Hörschnipsel vorhanden. Schade!
      Ich schau jetzt mal, ob ich woanders fündig werde....

      :wink:
      "Eine Semmel enthält 140 Kalorien, 700 Semmeln pro Jahr ergeben 98000 Kalorien,
      diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter weit zu tragen. Aber wozu?"
      (Loriot)
    • Juli schrieb:

      Moin Chris,

      Jetzt war ich gerade sehr neugierig geworden, aber leider waren keine Hörschnipsel vorhanden. Schade!
      Ich schau jetzt mal, ob ich woanders fündig werde....

      :wink:




      Jetzt müßte es klappen ... bei jpc. Dabei fällt mir ein, die Schnipsel habe ich auch bei jpc gehört und bei einem Amazon-Anbieter bestellt.


      lg vom eifelplatz, Chris.
    • Gerade fündig geworden bei Jott...
      Stimmt, wirklich ein sehr schöner, warmer Ton! Den Namen werde ich mir merken!
      Ich habe allerdings wieder einmal für mich selbst festgestellt, dass - egal, wie schön auch gespielt - mir Solovioline nach einer Weile auf die Nerven geht, deshalb habe ich auch keine Aufnahmen in dieser Richtung. ich versuche es zwar hin und wieder, wenn mir besondere Einspielungen empfohlen werden, aber es funkt nicht.
      Ich brauche wenigstens einen b.c. um glücklich zu sein.Minimum. ;+)
      Aber ich werde mich mal in ein paar anderen Aufnahmen umhören!

      LG
      Juli
      "Eine Semmel enthält 140 Kalorien, 700 Semmeln pro Jahr ergeben 98000 Kalorien,
      diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter weit zu tragen. Aber wozu?"
      (Loriot)
    • eifelplatz schrieb:

      Jetzt müßte es klappen ... bei jpc. Dabei fällt mir ein, die Schnipsel habe ich auch bei jpc gehört und bei einem Amazon-Anbieter bestellt.


      Über den Marktplatz bekommt man es halt oft billiger, aber jpc hat eindeutig die besseren Hörbeispiele!
      "Eine Semmel enthält 140 Kalorien, 700 Semmeln pro Jahr ergeben 98000 Kalorien,
      diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter weit zu tragen. Aber wozu?"
      (Loriot)
    • Juli schrieb:

      Ich habe allerdings wieder einmal für mich selbst festgestellt, dass - egal, wie schön auch gespielt - mir Solovioline nach einer Weile auf die Nerven geht, deshalb habe ich auch keine Aufnahmen in dieser Richtung. ich versuche es zwar hin und wieder, wenn mir besondere Einspielungen empfohlen werden, aber es funkt nicht.
      Ich brauche wenigstens einen b.c. um glücklich zu sein.Minimum. ;+)

      Vielleicht wäre dann diese Aufnahme was für Dich, liebe Juli:



      Zwar kein Basso continuo, aber immerhin eine hinzu komponierte Klavierbegleitung von Robert Schumann. Ich wusste bis eben gar nicht, dass es davon überhaupt eine Aufnahme gibt. Nun stelle ich fest, es gibt sogar mehrere, zum Beispiel auch noch diese.



      Ob das nun eher eine Kuriosität ist oder eine ernstzunehmende Bearbeitung, sollen andere beurteilen.

      Gruß, Carola
    • Carola schrieb:

      Die Chaconne, der letzter Satz aus der d-Moll-Partita (BWV 1004), sprengt in gewisser Weise jeden Rahmen. Der Satz ist mit 256 Takten länger als die vorhergehenden vier Sätze zusammen. Das Stück hat im Laufe der Zeit geradezu ein Eigenleben entwickelt, es wird teilweise gar nicht mehr als Finalsatz der zweiten Partita wahrgenommen, sondern als eigenständiges Werk gehört. Die Chaconne dürfte eines der bekanntesten Stücke von Bach sein

      Von Helga Thoene stammt die Hypothese, dass die berühmte Ciacona ein Epitaph auf Bachs im Alter von 36 Jahren überraschend verstorbene erste Frau Maria Barbara sei.

      Sie hat - mehr oder weniger überzeugend - nachgewiesen, dass man bei der Ciacona etliche Choräle aus Bachs Zeit ausschnittsweise mithören kann:

      - Christ lag in Todesbanden
      - Dein Will' gescheh, Herr Gott, zugleich
      - Befiehl du deine Wege
      - Jesu, meine Freude
      - Auf meinen lieben Gott
      - Jesu, Deine Passion
      - In meines Herzens Grunde
      - Nun lob', mein Seel, den Herren
      - Vom Himmel hoch
      u. a.

      So ist diese Ciacona zugleich Epitaph, Requiem, musikalische Selbstseelsorge und enigmatisches Kabinettstück. Natürlich auch ein Gipfel der Literatur für Violine solo.

      Überprüfbar ist die Hypothese in dieser Aufnahme, in der (Track 21) die Ciacona von Christoph Poppen gespielt wird und dazu die Choralzitate gesungen werden:



      Ansonsten schäme ich mich beinahe für meine abgedroschenen Lieblingsaufnahmen zu BWV 1001-1006. Klassiker, mit denen man sicher nichts falsch macht:



      Gruß
      MB
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Mauerblümchen schrieb:




      .....

      So ist diese Ciacona zugleich Epitaph, Requiem, musikalische Selbstseelsorge und enigmatisches Kabinettstück. Natürlich auch ein Gipfel der Literatur für Violine solo.

      Überprüfbar ist die Hypothese in dieser Aufnahme, in der (Track 21) die Ciacona von Christoph Poppen gespielt wird und dazu die Choralzitate gesungen werden:



      Ansonsten schäme ich mich beinahe für meine abgedroschenen Lieblingsaufnahmen zu BWV 1001-1006. Klassiker, mit denen man sicher nichts falsch macht:



      Gruß
      MB
      Bei der CD mit Christoph Poppen bin ich immer hin- und hergerissen, immer mal wieder interessant zu hören, gut musiziert, aber im Endeffekt bin ich wohl bei dieser Musik zu puristisch, so höre ich immer lieber das Original.

      Die Szeryng und die Milstein-Aufnahmen hatte ich schon zu LP-Zeiten, es sind für mich die "Klassiker", v. a. die Milstein-Aufnahme gefällt mir sehr gut, inzwischen habe ich sie auch als CD.

      Bei Szeryng ist es eigenartig, sie bleibt mir nicht so im Gedächtnis. Ich meine mich zu erinnern, dass Zuckerman in der TV-Reihe über große Geiger über ihn gesagt hat, wenn man einen Geiger in einem Stück nicht erkenne, sei es Szeryng,


      lg vom eifelplatz, Chris.
    • eifelplatz schrieb:

      Ich meine mich zu erinnern, dass Zuckerman in der TV-Reihe über große Geiger über ihn gesagt hat, wenn man einen Geiger in einem Stück nicht erkenne, sei es Szeryng,

      Liebe Chris,

      Geiger sind wirklich nicht meine Domäne. Aber über Claudio Arrau würde ich ähnliches sagen - wenn es richtig gut klingt und ich überhaupt keine Ahnung habe, wer der Pianist sein könnte, dann ist Arrau ein guter Tipp. Was ich als Riesenkompliment verstehe!

      Hat Zukerman das so gemeint?

      Gruß
      MB
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Mauerblümchen schrieb:

      Hat Zukerman das so gemeint?

      Ja, das war nicht als schlechte Kritik gemeint, sondern irgendwie so, dass er "keine herausstechenden Macken" (so nenn ich das mal jetzt) hat. Mir ist er auch immer noch als sehr ausgewogen, diplomatisch halt, in Erinnerung. Das ist ja auch nicht schlecht, aber manchmal höre ich die Stücke auch gern etwas temperamentvoller.


      lg vom eifelplatz, Chris.
    • Bei mir steht die Anschaffung einer neuen Interpretation der Sonaten und Partiten für Violine Solo von J.S. Bach für den kommenden Monat auf dem Plan. Es gefallen mir die Aufnahmen von Isabelle Faust und Rachel Podger. Aber ich habe ein sehr großes Problem bei den Hörbeispielen von Isabelle Faust: ich kann Atemgeräusche beim Geigespielen kaum ertragen, insbesondere da ich Musik fast ausschließlich über Kopfhörer höre. Also kommt ihre CD leider nicht in Frage, so gut sie mir sonst auch gefällt.

      Die Hörbeispiele von Rachel Podgers CD sind nicht eindeutig. Kann mir jemand was dazu sagen - gibt es mehr als nur gelegentliche Atemgeräusche zu hören?


      Viele Grüße,
      Vendee
    • Ich habe jetzt nochmal in Rachel Podgers Aufnahme reingehört: natürlich kann man Atemgeräusche hören, aber sehr leise (und auch nur in Pausen oder bei sehr leisen Stellen) und mich stören sie überhaupt nicht. Ich kenne allerdings die Isabelle-Faust-Aufnahme nicht und kann nicht sagen ob Rachel mehr schnieft als sie. Ich würde Dir empfehlen, über Spotify o.ä. mal ganze Tracks zu hören.

      Ich hoffe, das hilft! :wink:
      "Nichts gleicht der Trägheit, Dummheit, Dumpfheit vieler deutscher Geiger."

      Max Bruch (1838-1920)
    • Vendee schrieb:

      Bei mir steht die Anschaffung einer neuen Interpretation der Sonaten und Partiten für Violine Solo von J.S. Bach für den kommenden Monat auf dem Plan.


      Hast du denn schon Amandine Beyer, Hélène Schmitt und Julia Fischer?




      Isabelle Faust kenne ich noch nicht, reizt mich aber schon. Aber diese drei Aufnahmen, unter den in letzter Zeit entstandenen, finde ich schon auch besonders gelungen.

      :wink: Matthias
    • Matthias Oberg schrieb:

      Hast du denn schon Amandine Beyer, Hélène Schmitt und Julia Fischer?
      Ich kenne Beyer und Fischer nicht - aber da es ja um das Hören der Atemgeräusche ging, kann ich von Hélène Schmitt abraten - da hat es sogar mich gestört, und ich bin hart im Nehmen....
      "Nichts gleicht der Trägheit, Dummheit, Dumpfheit vieler deutscher Geiger."

      Max Bruch (1838-1920)
    • Archaeopteryx schrieb:

      Ich kenne Beyer und Fischer nicht - aber da es ja um das Hören der Atemgeräusche ging, kann ich von Hélène Schmitt abraten - da hat es sogar mich gestört, und ich bin hart im Nehmen....


      Ganz auf die Musik konzentriert, habe ich Atemgeräusche nicht mal wahrgenommen. Dann bin ich sichrlich kein guter Ratgeber, denn ich möchte jetzt lieber nicht auch Beyer und Fischer daraufhin durchhören, sonst beginnen mich womöglich auch noch Atemgeräusche zu stören.
    • Matthias Oberg schrieb:

      Ganz auf die Musik konzentriert, habe ich Atemgeräusche nicht mal wahrgenommen. Dann bin ich sichrlich kein guter Ratgeber, denn ich möchte jetzt lieber nicht auch Beyer und Fischer daraufhin durchhören, sonst beginnen mich womöglich auch noch Atemgeräusche zu stören.

      Entschuldige - von der Qualität der Aufnahmen haben wir ja hier noch gar nicht gesprochen, zumindest Schmitt (die ich kenne) finde ich auch ganz hervorragend, ich war bloß auf Vendees Bemerkung oben eingegangen.

      Atemgeräusche bei Instrumentalisten finde ich auch ganz selten störend, man kann sich ja auch darauf einlassen und sich freuen, dass diese Art von Natürlichkeit noch auf den Aufnahmen zu hören ist.

      Ich kann aber verstehen, wenn es jemanden akut stört.

      Abgesehen davon, sind sicherlich alle bisher genannten Aufnahmen ganz hervorragend!
      "Nichts gleicht der Trägheit, Dummheit, Dumpfheit vieler deutscher Geiger."

      Max Bruch (1838-1920)
    • Von meinen sechs Aufnahmen der Parititen (Huggett/Schmitt/van Dael/Mullova/Kremer/Podger) kann ich über Kopfhörer am besten die Aufnahme mit Rahel Podger anhören. Sie spielt erstens sehr rein und zweitens vergleichsweise weich. Hugget geht auch noch ganz gut, aber Schmitt zum Beispiel oder gar Kremer spielen mir für den Kopfhörer zu druckvoll, Kremer stellenweise geradezu brutal. Atemgeräusche kann ich bei Podger auch über Kopfhörer nicht ausmachen, ich habe es gerade noch mal ausprobiert. Meine Ohren sind allerdings auch nicht mehr ganz taufrisch (55 Jahre alt), aber im Prinzip höre ich normalerweise noch immer das Gras wachsen.

      Gruß, Carola