Shakespeare verfilmt

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    • Caesar73 schrieb:

      audiamus schrieb:

      Caesar73 schrieb:

      Der Anfang erinnert mich sehr an Brannaghs Henry.
      Aber der ist ein Film, der sehr starke Momente hat.
      Brannaghs Verfilmung gefällt mir insgesamt sehr gut. Eines meiner persönlichen Highlights ist die Rede zum Sankt Crispinus Tag. We happy few ... Auch Emma Thompson als Tochter des französischen Königs ist hervorragend.

      audiamus schrieb:

      Caesar73 schrieb:

      Eines meiner persönlichen Highlights ist die Rede zum Sankt Crispinus Tag
      Ja naklar. Und dann die Mucke. Ich will auch sone Mucke im Hintergrund aufgehen hören, wenn ich ne Rede halte. :D

      Caesar73 schrieb:

      Ja, die Musik ist schon gut, nicht nur an dieser Stelle. Nach der Schlacht ordnet der Koenig dann das Da nobis und Te Deum an.

      audiamus schrieb:

      Caesar73 schrieb:

      Nach der Schlacht ordnet der Koenig dann das Da nobis und Te Deum an.
      Befehl wird denn auch pflichtgemäß, stapelbar goil und gefechtsmäßig schnulzig ausgeführt.

      Caesar73 schrieb:

      Aber eine schoene Schnulze ist es, das musst Du zugeben :)
      Was? Das Te Deum? Ich hör da immer nur das Non Nobis.... (Non nobis, nicht Da Nobis!) Das Te Deum hätte er nicht anordnen müssen, das wurde grundsätzlich gesungen, wenn der englische König heil aus der Schlacht heimkam - der letzte war George II und das zugehörige Te Deum ist das Dettinger von Händel.
      Aber OK, der Shakespeare hat's so geschrieben.
      Schnulze: ja. Stammt von Patrick Doyle, der dafür den Ivor Novello Award für das beste Film Theme erhalten hat. Was er sicher nicht kann: Singen. Er ist derjenigen, der den Kanon anstimmt... Ansonsten: Birmingham Symphony Orchestra, Simon Rattle.
      Es gibt übrigens auch noch den Film von Laurence Olivier von 1944 mit der Musik von William Walton. Die Henry V Suite für Orchester ist ein Auszug davon. Sehr zu bedenken: Die völlig ungeschützten englischen bowman verlassen heldenhaft ihre Deckung, schießen wie beim Ballet und schlagen die schwer gepanzerten französischen Ritter zwei Minuten nach der ersten Salve in die Flucht. Man fragt sich, wieso der Krieg 100 Jahre gedauert hat... :D
      Wer ein (shakespeare-) zeitgenössisches Setting des Non nobis hören möchte - bittesehr:
      youtube.com/watch?v=3EbsdxMj4ks
      ist von William Byrd.
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)
    • wie wahr! Aber auch eine abgeschlagene erste Angriffswelle ist noch keine gewonnene Schlacht... :versteck1:
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)
    • Kurosawas Version des Macbeth.



      Heute geschaaut und es hat mich wirklich umgehauen. Atmosphärisch unglaublich dicht, grandiose Einstellungen, der Einsatz der Musik - faszinierend. Aber vor allem ist es die Psychologie der beiden Hauptrollen und wie Kurosawa die mit teilweise sparsamsten Mitteln deutlich macht, eher andeutend als zeigend, die ich so in noch keiner Macbeth-Verfilmung gesehen habe. Allein die Szene, in der die Lady ihren Gatten zum Mord 'überredet' und wie der Regiesseur hier das Ehebett mit ins Spiel bringt. Das ist so unendlich dezent und gleichzeitig so eindeutig und auch eindeutig vielschichtig. Da braucht es kein nacktes Fleisch, wie es überhaupt keine krassen Darstellungen in diesem sehr unblutigen Macbeth braucht. Ganz viel hektische Aktion gibt es in diesem Film und trotzdem ist es einer, der v.a. von Bildkomposition und Details lebt. Z.B. das reptilhafte Bewegen der Lady mit diesem ganz seltsamen Geräusch, das ihr Kimono macht, ihre Reaktion während des Mordes an Suzuki/Duncan - fast ballettartig, die Ritte im Spinnwebwald und...und...und...

      Für mich ein absolutes Meisterwerk, mit dem Paradox, dass Shakespeare, in eine andere Zeit und in eine andere Kultur versetzt, plötzlich all seine Modernität offenbart.

      :wink: Wolfram
    • Shakespeare total

      Hallo,
      den kompletten Shakespeare hat die BBC in den späten 70er Jahren verfilmt, vieles davon ist leider nie übersetzt worden. Nicht alle Inszenierungen sind wirklich gut, aber die meisten sind sehr gelungen. Man sieht Darsteller wie Derek Jacobi, Helen Mirren, Brenda Blethyn, Ron Cook, Anthony Hopkins und und und.
      Schöne Grüße
      wegan
    • wegan schrieb:

      Hallo,
      den kompletten Shakespeare hat die BBC in den späten 70er Jahren verfilmt, vieles davon ist leider nie übersetzt worden. Nicht alle Inszenierungen sind wirklich gut, aber die meisten sind sehr gelungen. Man sieht Darsteller wie Derek Jacobi, Helen Mirren, Brenda Blethyn, Ron Cook, Anthony Hopkins und und und.
      Schöne Grüße
      wegan
      Szenisch finde ich die Sachen, die ich kenne, nicht gerade weltbewegend. Aber die Reihe hat wirklich den Vorteil der Vollständigkeit und dass man unbekanntere Stücke erst einmal 'werkgetreu' kennen lernen kann. Wo kann man z.B. überhaupt mal den ganzen Henry 4th oder Henry 6th kennenlernen.

      Als Grundlage fand ich also die Verfilmungen immer gut und wichtig, unabhängig von den schauspielerischen Leistungen, die eigentlich durchweg auf sehr gutem bis hohem Niveau sind. Und danach kann man dann ja weitergehen. ^^

      :wink: Wolfram