ferdinand hodler - die nacht

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    • ferdinand hodler - die nacht

      sieben schlafende sind um eine aufwachende/ aufschreckende nackte gestalt verteilt, auf der wiederum eine von einem tuch verhüllte figur kniet/ hockt. Die figuren verteilen sich auf die gesamte bildfläche und sind umgeben von einer kargen und steinigen landschaft. die nacht in hodlers die nacht ist hell, wie ausgeleuchtet, einige figuren sind heller als andere, einen schatten wirft jedoch keine von ihnen.
      dem aufwachenden wird keine ruhe gegönnt, konfrontiert mit einem todesähnlichen schrecken sind seine arme in einer abwehrhaltung erstarrt, seine augen weit aufgerissen, die mundwinkel nach unten verzogen.
      wir durchkreuzen diesen todesschrecken indem wir das bild betrachten, auf dem diese(r) körper, entgültig festgehalten von öl und pinsel, erstarrt im schrecken des todes ist. oder träumt er "nur"?

      zu sehen gibt es das 1889/90 entstandene 116 x 299 cm große bild im kunstmuseum bern.

      virtuell zu sehen gibt es das bild u.a. hier:

      "http://www.malerei-meisterwerke.de/images_large/ferdinand-hodler-die-nacht-04623.jpg"
    • Hodler hat in vielen Bildern jeweils mehr oder weniger - oft andeutungsweise - bestimmte unwillkürliche körperliche Bewegungen wiedergegeben, die wir - glaube ich - unwillkürlich verstehen, die aber vielleicht nicht zum konventionellen, von Kultur zu Kultur unterschiedlichen, gestischen Repertoire gehören. Wilhelm Reich würde sie wohl zur 'Ausdruckssprache des Lebendigen' (Charakteranalyse) zählen. Man betrachte vor allem folgende Bilder:

      Der Frühling
      (hier die Haltung des Mädchens)

      Der Traum
      (die Haltung des jungen Mannes)

      und natürlich immer wieder die Mimiken in den Selbstbildnissen, z. B. Selbstbildnis mit Rosen
      Ich bin weltoffen, tolerant und schön.
    • Was da auf einer Webpage über "Die Nacht" steht, erscheint mir mal wieder abwegig:
      "Das Gemälde erregte 1891 in der Schweiz großes Aufsehen wegen der realistischen Darstellung der Nackten." (... ganzheitlichschlafen.wordpress....) Es muss - angesichts der vielen Nackten in der Kunst - etwas anderes gewesen sein, das Anstoß erregte. Zum einen mag eine Rolle gespielt haben, dass die Dargestellten wie Zeitgenossen aussahen. Das trug ja zum Skandal bei Manets "Frühstück im Freien" bei, wo die bloße Nacktheit allein auch nicht Aufsehen erregt hätte. Vielleicht spielt zum anderen eine Rolle, dass die verhüllte Figur die untere Körperhälfte des mittleren Mannes bedeckt. Typisch für die Zeit ist wohl die Nähe der Themen Sexualität und Tod. Dabei erinnert mich die verhüllte Figur an die damals extrem beliebte 'Toteninsel' Böcklins.
      Ich bin weltoffen, tolerant und schön.