Eben gehört - NEUE MUSIK

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    • Hi.

      Scherzo schrieb:

      angeregt durch die Morton Feldman Erfahrung hier
      Mittendrin kam mir der Gedanke, dass das ja durchaus auch etwas für den Klavierdilettanten ist.Hier kann man "neue Musik" mit vertretbarem Aufwand "relativ" angemessen darstellen.
      (Damit meine ich, dass man nicht erst meterhohe technische Hürden überwinden muss, bevor man sich "mit der Musik" beschäftigen kann).
      Hast du mal versucht, 'Palais de Mari' zu spielen? Ich schon. An den Tasten scheitert man da nicht, aber an den Tempi.

      Scherzo schrieb:

      Brian Ferneyhough: Mnemosyne 7 for Bass Flute and pre-recorded Tape
      Wenn das komische Gebrabbel der Flöte nicht wäre, könnte man es tatsächlich anhören. :versteck1:

      Scherzo schrieb:

      Unsichtbare Farben für Violine solo:
      Ich geb zu, derart Mucke erschließt sich mir nicht. Dieses L'art pour l'art mag in mancherlei Weise sinnreich sein, aber nicht für meine Ohren. Mmm, mir muss nicht alles gefallen, ne? :cincinbier: :cincinsekt: :schnaps1:
      Schöne Grüße, Helli


      "Das ist irrelevant!" (Seven of Nine, Star Trek Voyager)
    • CDs 4-5

      Olivier Messiaen
      Et exspecto resurrectionem mortuorum
      La Transfiguration de Notre Seigneur Jésus-Christ
      SWR Sinfonieorchester Baden-Baden & Freiburg
      D: Sylvain Cambreling
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Scherzo schrieb:

      Ich weiß nicht, was sich die Jungs dabei denken, wenn sie sowas schreiben. Aber an den Interpreten denken sie sicher nicht. :S
      Doch, ich denke schon. Aber nicht in dem Sinn, es ihm möglichst leicht zu machen.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • motiaan schrieb:

      Hast du mal versucht, 'Palais de Mari' zu spielen? Ich schon. An den Tasten scheitert man da nicht, aber an den Tempi.
      Meinst du die ständigen Taktwechsel 5/8, 3/4, 1/2, 3/16 ? (geht das ganze Stück so weiter? Ich sehe nur die ersten beiden Seiten.) Das ist in der Tat auch bei langsamem Tempo eine Herausforderung, wenn man das exakt reproduzieren will. Das ist aber bei den frühen Stücken, deren Noten ich gesehen habe, nicht so schlimm. Da gibt es stellenweise gar keine Takte und nur "einfache" Notenlänge.
      Ausserdem haben letztere noch den Charme der Feldman-untypischen Kürze von 1 bis 5 Minuten. Palais de Mari ist da ja eher ein Schwergewicht, was die Konzentration des Spielers angeht.

      motiaan schrieb:

      Wenn das komische Gebrabbel der Flöte nicht wäre, könnte man es tatsächlich anhören.
      Das Stück Mnemosyne 7 habe ich in der Tat mit Vergnügen angehört, trotz Flöten-Gebrabbel. Das mag aber auch daran liegen, dass mir das tiefe Flötenregister als Klang ganz besonders gefällt.
      :wink:
    • Also zeitgenössische Mucke sollte nach Möglichkeit nicht spielbar sein. :thumbup: :D :D :thumbup: :thumbup:
      Old Brain bemüht sich weiterhin in diese Richtung und steht, wie Gurni dankenswerter Weise darauf hinwies, ganz in einem Trend seit der Tradition .. ... . Beethovens op. 106, Boulez 2. Klaviersonate und auch seine Structures sind ja auch nicht ganz ohne ...... .. und was arme Stimmbandquäler so durchmachen mussten und müssen, mal ganz zu schweigen....
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Hi,

      Scherzo schrieb:

      motiaan schrieb:

      Hast du mal versucht, 'Palais de Mari' zu spielen? Ich schon. An den Tasten scheitert man da nicht, aber an den Tempi.

      Meinst du die ständigen Taktwechsel 5/8, 3/4, 1/2, 3/16 ?
      die Taktwechsel sind es nicht alleine, sondern die darin steckenden, gern gegenläufigen Quintolen, Septolen und wer-weiß-was-noch.
      Schöne Grüße, Helli


      "Das ist irrelevant!" (Seven of Nine, Star Trek Voyager)
    • Amfortas09 schrieb:

      Also zeitgenössische Mucke sollte nach Möglichkeit nicht spielbar sein. :thumbup: :D :D :thumbup: :thumbup:
      Lieber Amfortas09! Sag das bitte mal idealistischen Interpretinnen und Interpreten, die sich, mit Kompositionen konfrontiert, die Deinem "Anspruch" ;) genügen, vielfach "trotzdem" ;) beherzt bemühen, sie akustisch so wiederzugeben, dass ihre Substanz und nicht nur genau die "erwünschte" ;) Unspielbarkeit fühlbar wird. ;)
      DAS sind meine ich AUCH Helden unserer Zeit. :top: (Herrlich, wenn sie gelegentlich über Komponisten fluchen...)
      Und vielen Dank an Scherzo für die Hinweise zur frühen Feldman Klaviermusik. CD und Noten sind bestellt. :top:
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • was hier kritisiert wurde, hat aber nichts mit "unspielbar" zu tun. mir ist nicht bekannt, dass ferneyhough unspielbares verlangen würde.
      (z.b. töne, die auf dem instrument nicht drauf sind)
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • putto schrieb:

      was hier kritisiert wurde, hat aber nichts mit "unspielbar" zu tun. mir ist nicht bekannt, dass ferneyhough unspielbares verlangen würde.
      Das nicht, aber der Vorwurf, ein Werk sei unspielbar, wurde halt schon öfter von jeweils zeitgenössischen Musikern geäußert, etwa bei Beethoven und Bruckner - und eben auch bei Ferneyhough oder auch Lachenmann (den habe ich selbst erlebt und er hat über solche Erfahrungen mit Orchestermusikern berichtet).

      Wenn ich etwas nicht kann, sage ich einfach, das geht nicht, und ich bin scheinbar fein raus. :D

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • AlexanderK schrieb:

      Lieber Amfortas09! Sag das bitte mal idealistischen Interpretinnen und Interpreten, die sich, mit Kompositionen konfrontiert, die Deinem "Anspruch" genügen, vielfach "trotzdem" beherzt bemühen, sie akustisch so wiederzugeben, dass ihre Substanz und nicht nur genau die "erwünschte" Unspielbarkeit fühlbar wird. DAS sind meine ich AUCH Helden unserer Zeit.
      Ich glaub, in meinem Brägen ist so was wie "Anspruch" eigentlich nicht verortet.
      Ich glaub, falls jedoch so was wie "Anspruch" zugrunde zu legen wäre, ist der dann durch die Mucken verursacht und nicht von demjenigen, der sich Mucke reinzieht.
      In diesem Zusammenhang mach ich mir aber das Wort „Helden“ sehr gerne zu eigen.

      AlexanderK schrieb:

      (Herrlich, wenn sie gelegentlich über Komponisten fluchen...)
      Ja, sollen sie!!
      Denn wenn das hilft, diesem Challenge sich leichter zu wappnen, desto besser.
      Einen für Avantgarde sehr aufgeschlossen Saitenquäler eines Quartetts titulierte alles was ihm spieltechnisch dann doch zu sehr nervt = „Hardcore“. So verklickerte er‘s mir.

      Einer der Gründe warum ich mir bevorzugt Live-Mitschnitte einschmeiße, weil dann, was du als Spannung zwischen „Substanz“ und „erwünschte Unspielbarkeit“ bezeichnest, mir erfahrbarer rüberkommt.......

      putto schrieb:

      mir ist nicht bekannt, dass ferneyhough unspielbares verlangen würde.
      Vorstellbar, dass Old Brian es nicht sagt/einräumt, um sich’s nicht mit Instrumentenquälern zu sehr zu vergraulen… :D

      putto schrieb:

      (z.b. töne, die auf dem instrument nicht drauf sind)
      Aber gerade das wär doch erst richtig mega-geil.. … unhörbare Töne sich hörbar reinzuziehn. Menno, das isses oder besser: sollte es sein .. …nicht mit Gegebenen sich abzufinden, eben nicht lediglich beflissen im vorauseilendem Gehorsam es bloß nachzupinseln, nachzukonstruieren…. kommt mir eigentlich wie Fluchtpunkt von Mucke rüber….
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Amfortas09 schrieb:

      Aber gerade das wär doch erst richtig mega-geil.. … unhörbare Töne sich hörbar reinzuziehn.
      Gibt's so etwas Ähnliches nicht bei Robert Schumann? Im Carnaval? Ich meine, daß dort irgendwo Noten in der Partitur stehen, die nicht klanglich realisiert werden sollen, nur mitgedacht werden. Vielleicht verwechsle ich da aber auch etwas.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Gurnemanz schrieb:

      Gibt's so etwas Ähnliches nicht bei Robert Schumann? Im Carnaval? Ich meine, daß dort irgendwo Noten in der Partitur stehen, die nicht klanglich realisiert werden sollen, nur mitgedacht werden. Vielleicht verwechsle ich da aber auch etwas.
      weiß ich leider nicht :( , weil no Schimmer von Schumanns Carneval :( .. könnte mir das aber gut vorstellen...
      ... auch wenn sich nicht um Noten handelt:
      ... taucht jetzo in meinen Brägen auf, Nonos Anweisungen, während der Wiedergabe seines Streichquartetts während bestimmter Passagen die Hölderlinzitate von den Saitenquäler mitzu"denken"/präsent zu haben.. diese werden aber nicht durch Zitieren/Rezitieren aufführungstrechnisch realisiert, wie z.B. im Fall von Hans Zenders vier Streichquartette ...
      .. sowie die ca 5-stündige Spieldauer von Feldmans zweiten Streichquartett stellt - trotz gelegenlicher Realisierung - sich konträr zur herrschenden Praxis im Muckenbetrieb und dem Vermögen des Auditoriums....
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Gurnemanz schrieb:

      Gibt's so etwas Ähnliches nicht bei Robert Schumann? Im Carnaval?
      im Carnaval gibts in der Mitte die drei "Sphinxes", in Pfundnoten notierte "Formeln", die wohl Grundmotive anzeigen sollen und die offenbar auch als Tonbuchstaben gelesen werden sollen:

      Es-C-H-A = SCHA
      As-C-H = ASCH
      A-Es-C-H = ASCH

      Sieht also aus wie ins Innere gerückte Mottos. Wahrscheinlich nicht zum Spielen gedacht, oder doch?

      In der Humoreske(!) op. 20 gibts bei "Hastig" eine so bezeichnete "Innere Stimme", die auf einem dritten mittleren System im Kleinstich notiert ist und offenbar nicht gespielt werden soll.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Hi,

      hier läuft gerade ein Neuzugang: NISHIMURA Akira (*1953): "Concerto for Violoncello & Orchestra", "Into The Lights Of Eternal Chaos", gespielt vom Bruckner Orchester Linz unter Christof Escher, Cello: Walter Nothas.

      EAN 4990355119914, bei Amazon ohne Bild, bei jpc nicht im Programm.
      Schöne Grüße, Helli


      "Das ist irrelevant!" (Seven of Nine, Star Trek Voyager)
    • Neu

      SPAIN - Arranged for Sextett and Orchestra
      Klavierkonzert Nr.1

      Die CD habe ich schon seit ein paar Jahren und beim Neuzugang nur mal reingehört ... heute endlich mal mit Genuss ganz gehört:
      :thumbup: Die beiden Werke sind gekennzeichnet von ryhthmisch fetzigen Sounds mit Schlagzeuger, nicht zu übertrieben odr ungeniessbar jazzig und mit Pepp; voll tonal geht auch im späten 20.Jhd ... :alte1: Hörspass !

      Beide Werke in je 3 Sätzen - präsentiert vom
      London SO / Steven Mercurio und Solisten

      [IMG:https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51oNQ5R9i%2BL.jpg] =>
      SONY, 1999, DDD


      :wink: Später Dank für die CD an den anderen Wolfgang !!! :cincinsekt:
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Neu

      Hier wieder Schnittke.

      Alfred Schnittke: Die Werke für Cello und Klavier

      - Cellosonate Nr. 1
      - Cellosonate Nr. 2
      - Musica nostalgica
      - Epilog aus dem Ballett "Peer Gynt"


      Alexander Ivashkin, Violoncello
      Irina Schnittke, Klavier



      Gruß
      MB

      :wink:
      "Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!" (Paul Watzlawick)