Eben gehört - NEUE MUSIK

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    • Ist das schön ...

      Joonas Kokkonen

      Sinfonie Nr. 3 (1967)
      Requiem (1981)

      Soile Isokoski, Walton Grönroos
      Savonlinna Opera Festival Choir
      Lahti Symphony Orchestra
      Ulf Söderblom



      Wer die Requien von Fauré und Duruflé um ihrer Sanftheit willen liebt, mag diesem Werk mal sein Ohr leihen.

      Gruß
      MB

      :wink:
      Un homme d'esprit est perdu s'il ne joint pas à l'esprit l'énergie de caractère. Quand on a la lanterne de Diogène, il faut avoir son bâton. (Nicolas-Sébastien de Chamfort)
    • Ich mache nach mehrmaligem Abhören der beiden erstaunlichen ersten beiden Sinfonien mit Winbeck weiter.



      Die Dritte ist ebenso gnadenlose Ausdrucks- und Bauchmusik wie die ersten beiden auch (insofern kommt mir schon Pettersson in den Kopf, aber auch Schnittke,), sie unterscheidet sich aber von den ersten beiden darin daß sie vokale Elemente enthält. Hier werden Texte von Georg Trakl vertont. Und das paßt auch: der finsteren zerrütteten Lyrik steht ebensolche Musik gegenüber, viel Schlagwerk, eine Mischung aus Spätromantischem und Dissonanten von erschlagender Dringlichkeit...

      Wie hier die Gesangslinien komponiert sind überzeugt mich aber wenig, ich finde das lange nicht so zwingend wie die Orchesterparts, die ich großartig und mitreißend finde. Aber das ist nur ein Ersteindruck.

      Und dann wird auch noch rezitiert. Da mischen sich dann dunkelste Musik, Gesang und gesprochene Texte. Das ist ein Zuviel, das mich allerdings tief eingesogen und berührt hat. Kaum beschreibbar...

      Ich weiß noch nicht wie ich mich irgendwann zu Winbecks Dritter stellen werde, das muß ich häufiger hören. Aber ich werde das auch tun weil es mich insgesamt sehr fesselt. Auch anstrengt. Eine absolute Entdeckung, diese Box, und ich bin noch garnicht zu seiner Brucknerdekonstruktion in der 5. vorgedrungen...

      :spock1:
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      Ich weiß noch nicht wie ich mich irgendwann zu Winbecks Dritter stellen werde, das muß ich häufiger hören. Aber ich werde das auch tun weil es mich insgesamt sehr fesselt. Auch anstrengt. Eine absolute Entdeckung, diese Box, und ich bin noch garnicht zu seiner Brucknerdekonstruktion in der 5. vorgedrungen...

      Die dritte kommt dann bei mir auch demnächst dran!

      Garcia, magst Du Deinen informativen Beitrag auch in den Winbeck-Thread kopieren? (Ich könnte das ebenfalls tun, aber nicht ohne Rücksprache natürlich.)

      :cincinbier: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • garcia schrieb:

      Habs selbst gemacht...
      :thumbup:

      Und gehört habe ich soeben - nicht mehr so ganz Neue Musik - ein kurzes Klavierkonzert für die linke Hand, das ich bislang noch nicht kannte, nämlich Aleksander (Alexandre) Tansman: Pièce Concertante von 1943. Er hat diese Pièce allerdings hochgradig unvollendet liegen gelassen; sie wurde erst in diesem Jahrtausend instrumentiert. Die CD von cpo - saubere Pionierarbeit wie gewohnt - enthält die Ersteinspielung.



      Sehr anspruchsvoller Klavierpart. Ein hübsches, klassizistisches dreisätziges Stück von einer Viertelstunde Dauer, das - erwartungsgemäß - nicht an die entsprechenden Klassiker heranreicht. Aber anhören kann man sich das ganz gewiss.

      :cincinbier: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Raminta Šerkšnytė (*1975):
      bzw.
      (AD: Juni 2018 [Songs of Sunset and Dawn], Lithuanian National Philharmonic Society, Vilnius / Dezember 2018 [Midsummer Song, De profundis], Vilnius Recording Studio)

      - De profundis (1998) für Streicher

      Kremerata Baltica
      Mirga Gražinytė-Tyla

      Sehr starke Musik; expressiv, teilweise ätherisch aber auch kraftvoll-herb. Lt. Aussage der Komponistin geht es in dem Werk weniger um das Hoffen auf Erlösung nach Psalm 130 ("Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir"), sondern um das Stürmen und Drängen der Jugend. Erst am Schluss weicht die nervöse Spannung und eine Art von Abgeklärtheit und Ruhe entfaltet sich. Mit diesem Werk erlangte Šerkšnytė ihren Bachelorabschluss und Gidon Kremer bezeichnete dieses Werk als "Visitenkarte der baltischen Musik".

      Das Werk weckt bei mir die Neugier auf die weiteren Werke, die auf dieser Aufnahme enthalten sind.
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)


    • Mit dieser CD der sämtlichen Werke für Violine und Klavier bin ich beim ersten Hören nicht so richtig warm geworden, was entweder an mir (wahrscheinlich) oder doch an Rautavaaras Musik liegt. Den Interpreten möchte ich keinen Vorwurf machen und klanglich ist die CD absolut gelungen.
      Die enthaltenen Volksmusik-inspirierten Werke gefallen mir noch am besten, hat man so (oder in ähnlicher Form) aber eben auch schon von anderen Komponisten hören dürfen. Der Rest scheint mir dann eher "belanglos". Muss ich noch mal hören, vermute aber, die CD dürfte vorwiegend etwas für beinharte Rautavaara-Fans sein.

      Der britische Gramophone scheint da bei mir zu sein, in meiner Einschätzung.

      Viele Grüße
      Frank
      :cincinbier:
      "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
      but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
      - H. W. M.
    • Die Kammermusik von Rautavaara kenne ich nicht, aber einen Großteil seines Oeuvres für Orchester. Da gibt es insbesondere Bemerkenswertes und Überraschendes im Kontext der Sinfonien. Freilich wurde er im Spätwerk etwas arg repetitiv und hat eher nur die Detail-Schmankerl seines eigentlich unverwechselbaren Stils - etwa die Klein-Cluster - kultiviert.

      Die stark folkloristischen Nummern für Streichorchester, soweit ich sie kenne, haben durchaus ihren Reiz.

      Wahrscheinlich erzähle ich Frank hier aber nichts Neues. Und es wird wohl schon am Komponisten liegen ...

      Auch jemand so Geniales wie Henri Dutilleux hat, von seinem Streichquartett abgesehen, wenig Relevantes für die Kammer geschrieben. Das gibt es wohl öfters und war vielleicht eher im 19, Jahrhundert auch mal umgekehrt, etwa bei so manchem Brahms-Nachfolger. ;) :)

      :cincinbier: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Neu

      Passend zur Jahreszeit...'macht hoch die Tüür, die Tüür macht weit....' (ich weiß, total SCHLECHT :D ) :



      Ein Abstecher hin ins Jetzt. Erkki-Sven-Tüürs Musik ist modern, gewinnt aber durch den Versuch, verschiedene Techniken und Stile miteinander zu versöhnen, an Fasslichkeit. Die Charakterisierungen bei klassik-heute.com scheinen mir treffend. Sehr gute Klangqualität der Einspielung, wie so häufig auf Ondine.
      Richtig "begeistert" hat mich die Musik im Erstkontakt allerdings nicht. Da müsste man wohl noch einmal ran...

      (Weitere) Kritiken:
      classicstoday.com/review/erkki…rs-whistling-desert-fowl/
      musicweb-international.com/cla…Apr/Tuur_sy8_ODE13032.htm

      Viele Grüße
      Frank
      :cincinbier:
      "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
      but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
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    • Neu

      Hueb' schrieb:

      Ein Abstecher hin ins Jetzt. Erkki-Sven-Tüürs Musik ist modern, gewinnt aber durch den Versuch, verschiedene Techniken und Stile miteinander zu versöhnen, an Fasslichkeit.
      Das passt, wenn man Tüürs Lieblingskomponisten laut dieser komischen BBC-Umfrage anschaut: Bach, Beethoven, Guillaume Dufay, Schönberg, Strawinsky :)

      Hueb' schrieb:

      Passend zur Jahreszeit...'macht hoch die Tüür, die Tüür macht weit....' (ich weiß, total SCHLECHT :D ) :
      Ich mag Antiwitze, und der Name bietet sich ja auch sehr an ^^
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Neu

      Hier lief Folgendes:


      Zunächst

      Bruckner 9, nur das Adagio, dann


      Sinfonie 5.


      Ich habe die Vierte also zunächst übersprungen, die Neugierde darauf, was Winbeck aus dem Bruckner-Impuls wohl gemacht hat war stärker.

      Ich fand es eine beeindruckende, auch schwierige Hörerfahrung, selbst körperlich angreifend. Ohne das Vorwissen wäre ich nicht auf den Gedanken gekommen, daß dies hier auf Bruckner irgendwie aufbaut, mit dem Vorwissen ist es aber völlig einleuchtend - der emotionale Gehalt ist da. Gern mehr im Winbeckthread, aber ich brauche etwas Zeit und noch einen Hördurchlauf, es ist schon eine erschlagende Sache mit dieser 5. Sinfonie (wie überhaupt mit diesem Komponisten) ...


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Neu


      (AD: August/September 2005 [Mahler] & Dezember 2005 [Henze], Concertgebouw, Amsterdam, live)

      Hans Werner Henze: Sebastian im Traum (2003 - 2004)

      Royal Concertgebouw Orchestra
      Mariss Jansons
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)