Eben gehört - NEUE MUSIK

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    • Cello Concertos: Lutosławski u. Dutilleux (2018)



      Violoncello: Johannes Moser.

      Maximilian Hornung hätte mir sicherlich ein klein wenig besser gefallen, aber das ist auch schon sehr stark. :thumbup:
      Und mit tollem (elektron.) Booklet.

      EDIT:
      Johannes Moser spielt hier übrigens auf einem Cello von Andrea Guarneri aus dem Jahre 1694 (aus einer privaten Sammlung).
      "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)
    • Neu

      Aribert Reimann
      Lear

      Gerd Albrecht
      Bayrisches Staatsorchester

      Fischer-Dieskau, Dietrich [König Lear].
      Dernesch, Helga [Goneril].
      Lorand, Colette [Regan].
      Varady, Julia [Cordelia].
      Helm, Karl [König von Frankreich].
      Wilbrink, Hans [Herzog von Albany].
      Paskuda, Georg [Herzog von Cornwall].
      Holm, Richard [Graf von Kent].
      Nöcker, Hans G. [Graf von Gloster].
      Boysen, Rolf [Narr]



      Beeindruckend....Ich lass das erstmal wirken. Eventuell mehr dazu später im Reimann Thread.
    • Neu

      Gestern noch:



      Werner Pirchner:
      Klaviertrio "Heimat?" (1992)
      Schwarzenbergtrio

      Der jazzaffine Tiroler Komponist Werner Pirchner (1940-2001) destillierte die 1992 fertiggestellte Musik zu seinem Klaviertrio „Heimat?“ PWV 29b aus seiner Theatermusik zu Felix Mitterers Nazi-Drama „Kein schöner Land“.

      Persönlicher Höreindruck:

      Pirchner komponiert mit großer melodischer und harmonisch-harmonisierender Lust, teilweise mit leichtem Jazz-Touch, gewünschtes Unbehagen sehr subtil durchklingen lassend. Die vier Sätze dauern beim Schwarzenbergtrio insgesamt ca. 13 Minuten. Satz 1 „Aus dem Nichts?“ kommt melancholisch, Satz 2 „Wiesel?“ schmerzerfüllt aufgewühlt, Satz 3 „Stimmungslied?“ zwischen Sein und Nichtsein und Satz 4 „Freundlich?“ als unbeschwert scheinendes Frühlingslied, aus dem sich aber die beiden Streichinstrumente entfernen und nur das Klavier übrigbleibt, mit offenem Ende, wie überhaupt Pirchners Musik hier durchgehend mit dem Fragezeichen arbeitet, alles kann immer auch das Gegenteil bedeuten. Das Schwarzenbergtrio hat das bei Quinton veröffentlichte Beethoven-Pirchner-Mendelssohn-Album, das die Aufnahme enthält, von 2. bis 4.10.2020 in der Bösendorfer Klaviermanufaktur in Wiener Neustadt aufgenommen. Die Aufnahme vermittelt (mir) eine tontechnisch wie musikalisch wohl sehr sorgfältige Detailarbeit.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Neu

      Schön finde ich vor allem Alexanders Idee des Fragezeichens bezüglich dieser doch recht eigenwilligen, eigenwillig zeitgenössischen und eigenwillig österreichischen Musik im Besonderen.

      Dienen kann ich mit einer anderen Einspielung:



      :) Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Neu

      andréjo schrieb:

      Schön finde ich vor allem Alexanders Idee des Fragezeichens bezüglich dieser doch recht eigenwilliigen, eigenwillig zeitgenössischen und eigenwillig österreichischen Musik im Besonderen.
      Nix Alexander, das "fragt" alles Pirchner selbst, in der Schreibung der Titel wie in der Komposition! ;) Danke fürs Feedback und den weiteren CD-Hinweis!

      Zuletzt gehört:



      Mark Andre, geboren 1964 in Paris, war unter anderem in Stuttgart Kompositionsschüler von Lachenmann. Auf einem Foto im CD-Booklet erinnert (mich) sein Gesicht verblüffend stark an Friedrich Gulda. iv 13 (Miniaturen) für Streichquartett entstanden 2014 bis 2017 und wurden am 6.7.2017 im Herkulessaal der Residenz in München vom Arditti Quartet uraufgeführt. Der Mitschnitt liegt nun auf CD vor (BR Klassik musica viva #37).

      Das Booklet nennt vier wichtige Kriterien für Andres Kompositionsprinzip: Resonanz, Atem, Beobachten und Verschwinden. Wer bei der Uraufführung live dabei war, erinnert sich an die Stille, die von der Musik gefordert und die durch die „Interaktion“ zwischen Ausführenden und Publikum (das um den Radiomitschnitt wusste) hin zu nahezu atemloser Anspannung im Raum geführt hat.

      Höreindruck nun mit der CD: Die insgesamt 24:23 Minuten lange in zwölf mit römischen Zahlen geteilte Abschnitte beginnen aus völliger Stille heraus. Man hört den eigenen Atem lauter als das gewollte Nichts der Musik, aus dem sich dann erste Geräusche entfalten. Es sind extrem verhaltene Klänge, geheimnisvolle Schritte und rätselhafte Geräusche, die das Geschehen weitertragen. Die vier Worte des Kompositionsprinzips werden akustisch bestätigt: Resonanz, Atem, Beobachten und Verschwinden. Wenn man sich darauf einlässt, zwingt einen die Musik vor allem zum Hineinhören in sich selbst. Ist man nicht in einem völlig schallisolierten Raum, „spielen“ auch die Geräusche von draußen mit, aus Nachbarwohnungen oder vorbeifahrende Autos, sie werden Teil der Musik. Erst bei Abschnitt VIII (von XII) werden Linien erkennbar, aber auch nur als Episode. Im letzten Abschnitt (XII) erwachen die geheimnisvollen Kreaturen kurzzeitig zum Leben, aber auch sie verschwinden wieder.

      Beim Arditti Quartet fasziniert (mich) einmal mehr die leidenschaftliche Akribie der Hingabe für Musik dieser Art.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Neu

      AlexanderK schrieb:

      andréjo schrieb:

      Schön finde ich vor allem Alexanders Idee des Fragezeichens bezüglich dieser doch recht eigenwilliigen, eigenwillig zeitgenössischen und eigenwillig österreichischen Musik im Besonderen.
      Nix Alexander, das "fragt" alles Pirchner selbst, in der Schreibung der Titel wie in der Komposition! ;) Danke fürs Feedback und den weiteren CD-Hinweis!
      Die CD enthält ja drei - alle drei? - seiner Klaviertrios, die erkennbar i.w.S. diesem Fragezeichen-Prinzip folgen, und dazu einen Interview-Auszug. Die Musik finde ich allenthalben interessanter, aber das ist nun keine neue Erfahrung ... und nicht nur bei manchen Musikern. Fußballspieler würde ich als diesbezüglich ideales Modell benennen ... würde, wenn mich Fußball interessieren würde, was leider nicht der Fall ist. Bin halt doch kein Intellektueller ... :versteck1:

      :) Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.