Bruckner: Sinfonie Nr. 4 Es-Dur "Romantische"

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    • Im Rahmen meiner derzeit laufenden Bruckner-Runde höre ich gerade die 1874er Fassung ("Urfassung") mit den Philharmonikern Hamburg unter Simone Young. Live, Oktober 2007, Laeiszhalle Hamburg.

      Völlig ungewohnt, zum Teil (Scherzo!) komplett anders. Zerklüftet, wild, unberechenbar. Tatsächlich - wie oben bei der Erwähnung der Inbal-Aufnahme von Peter Konrad schon bemerkt - ein anderes Stück, nicht nur eine in Details weniger geschliffene Beta-Version. Als Vergleiche fallen mir das H-Dur-Trio von Brahms oder das Violinkonzert von Sibelius ein.

      Tolle Aufnahme übrigens. Wird in Dynamik und Dramatik dem Werk voll gerecht. Und klingt phantastisch, in diesem Fall mal von SACD.
    • Von Bruckners 4. Symphonie gibt es bekanntlich drei verschiedene Versionen. Die wurden auch alle eingespielt, allerdings von unterschiedlichen Dirigenten und Orchestern. Jetzt kommt eine 4 CD umfassende Box heraus, auf der alle drei Versionen plus Zusatzmaterial von EINEM Orchester (Bamberger) unter EINEM Dirigenten (Jakub Hrusa) eingespielt wurden. Interessantes Projekt.

    • Die Fassungen sind das Problem

      Von der 2. Fassung gibt es unzählige Aufnahmen. Sie ist ja auch zumeist im Konzertsaal zu hören. Mit der Erstfassung von 1874 tue ich mich schwerer, weil sie nicht so zugänglich ist. Ich kann verstehen, dass Bruckner sie überarbeitet hat. Was die 3. Fassung von 1888 betrifft, so ist mir unverständlich, warum sie so wenig bekannt ist, denn gerade sie ist es, die Bruckner aufführte. Sie liegt auch in einer großartigen Einspielung mit Vänskä und dem Minnesota Orchestra auf BIS vor. Jeder kann sich also ein Bild von den verschiedenen Fassungen (dann gibt es auch noch das Volksfest-Finale von 1878) machen. Schließlich gilt auch eine grundsätzliche Einstellung zu Bruckners Fassungen der Sinfonien: Neigt man den Erstfassung zu oder den letzten Fassungen, also Bruckners letztem Willen. Bei Bruckners "Romantischen" hat der Hörer eine besonders große Auswahl.
    • Wieland schrieb:

      Jetzt kommt eine 4 CD umfassende Box heraus, auf der alle drei Versionen plus Zusatzmaterial von EINEM Orchester (Bamberger) unter EINEM Dirigenten (Jakub Hrusa) eingespielt wurden. Interessantes Projekt.
      Erwähnenswert scheint mir , daß für die 1874er Original Version sowie das Volksfest-Finale ganz neue Ausgaben von Benjamin Korstvedt verwendet wurden - wie überhaupt Ausgaben von Korstvedt benutzt wurden ..
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"