Schreker: "Der Schatzgräber" - De Nederlandse Opera, Amsterdam 01.09.2012

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    • Schreker: "Der Schatzgräber" - De Nederlandse Opera, Amsterdam 01.09.2012

      Franz Schrekers Opern werden heute noch immer nicht allzu häufig aufgeführt, aber in jeder Spielzeit wagen es einige Theater, den Komponisten Schreker ihrem Publikum vorzustellen. Neben dem mittlerweile recht häufig aufgeführtem „Fernen Klang“, der in Strasbourg neu inszeniert wird, zeigte nun die „Nederlandse Opera“ in Amsterdam den „Schatzgräber“, ein Stück über Sex and Crime mit einer gehörigen Portion Tiefgang, die an manchen Stellen an Wagners „Tristan“ erinnert, nicht nur wegen einiger musikalischer Wendungen.

      Der erfolgsverwöhnte Schreker, seine Stücke waren zu seinen Lebzeiten echte Kassenschlager, schaffte auch mit seinem am 21.01.1920 in Frankfurt uraufgeführten Stück (wie gewohnt schrieb Schreker das Libretto selbst) „Der Schatzgräber“ noch einmal einen beachtlichen Triumph, bevor sein Stern dann langsam zu verblassen begann.

      Wie oft bei Schreker gibt es im „Schatzgräber“ eine zentrale Künstlerfigur (der fahrende Sänger Elis), der eine Frauenfigur gegenübersteht, die mit ihrer sexuellen Attraktivität die Männer anzieht, aber wenn dann die Liebe ins Spiel kommt, letztendlich scheitern wird (Els).

      Der Schmuck der Königin ist weg. Dieser Schmuck verschafft der Königin Schönheit und Fruchtbarkeit. Der Narr des Hofes weiss Abhilfe: Elis, ein fahrender Sänger, verfügt über eine Wunderlaute, die ihm hilft, Schätze zu finden. Treibt der Narr diesen Sänger auf, verspricht der König dem Narren, diesem eine Frau zu schenken.

      Die Wirtstochter Els soll mit dem Junker verheiratet werden. Allerdings hat Els bisher alle Freier durch ihren Knecht Albi, der ihr ebenfalls verfallen ist, töten lassen. Auch dem Junker droht dieses Schicksal. Vorher soll dieser aber der Els noch den Schmuck der Königin besorgen. Der fahrende Sänger Elis kommt ins Wirtshaus, der hat den Schatz der Königin in der Nähe der Leiche des Junkers gefunden, allerdings ohne diese zu sehen. Er schenkt Els den Schmuck und wird verhaftet, als der Mord am Junker entdeckt wird.

      Vor dem Galgen kann der Narr den Elis bewahren. Der Narr ist froh, den Sänger mit der Wunderlaute gefunden zu haben. Als Els erfährt, warum der Narr nach Elis gesucht hat, erschrickt sie – wird doch Elis den gestohlenen Schmuck bei ihr finden. Albi wird von Els beauftragt, die Laute zu stehlen.

      In einer langen Liebesnacht zeigt sich Els dem Elis im Schmuck der Königin. Sie überlässt ihm den Schmuck, verlangt aber, dass Elis nie nach dessen Herkunft fragen darf. Die Königin erhält den Schmuck zurück, der Vogt erpresst aus Albi ein Geständnis über die Geschehnisse, die Hinrichtung der Els wird gefordert, die der Narr verhindern kann. Er begehrt Els, den König an sein Versprechen erinnernd, zur Frau. Els fleht Elis an, dass dieser ihr ihre Verbrechen verzeiht, Elis wendet sich von Els ab. Als Els im Sterben liegt, holt der Narr den Sänger. Er erleichtert ihr mit seinem Gesang den Tod.

      Das Stück bietet gerade mit der Figur der Els eine hochinteressante Frauenfigur (überhaupt erscheinen die Frauen bei Schreker oft die stärkeren Persönlichkeiten zu sein – schon im „Fernen Klang“ glänzt die männliche Hauptfigur Fritz eher durch Abwesenheit): eine Frau, die sich nicht verkuppeln lassen will, die sich durch Mord von unliebsamen Bedrängungen befreit, die nach ewiger, sexueller Anziehungskraft (den der Schmuck verleihen soll) giert und dann scheitert, wenn ihr ein Mann gegenübertritt, den sie vielleicht wirklich lieben könnte. Dass auch der Künstler Elis mit seiner Kunst, dem Gesang, am Ende des „Schatzgräbers“ scheitern wird, gehört zur besonderen Tragik nicht nur dieses Schreker-Werkes, Fritz und Grete finden im „Fernen Klang“ ebenso wenig zusammen, wie Carlotta und Alviano in den „Gezeichneten“.

      In Amsterdam hat Jan Versweyveld (Kostüme: An D´Huys) die Bühne stark verkürzt. In einer angewinkelten Holzkonstruktion sind zwei Ausschnitte in einer Hausform zu sehen, in die Dekorationsteile geschoben werden können. Das Vorspiel zwischen König und Narr spielt vor dieser Wand, die Kneipe mit Waldausblick und Hirschkopf wird von einer Hinrichtungskammer und einer Zuschauertribüne abgelöst, der ein Schlafzimmer folgt, bevor nach einer offenen Szene am Königshof das Waldhausidyll des Narren die Szenenfolge beschliesst.

      Wo Regisseur Ivo van Hove mit seiner Inszenierung des „Schatzgräber“ wirklich hin will, bleibt unklar. König und Narr tragen Anzug, die Kneipe des Wirts wird von vollbärtigen und ergrauten Langhaarrockern bevölkert, Els nebst einigen Transvestiten zeigen Reizwäsche und Els scheint der Prostitution nachzugehen. Elis wirkt wie ein abgewrackter Schlagerstar, die Hinrichtungsszene zitiert nicht nur amerikanische Gegenwart und die Liebesnacht muss videotechnisch aufgehübscht werden, damit der szenische Leerlauf nicht zu stark spürbar wird.

      So richtig rund wirkt das alles nicht, van Hove reiht eher Bilder aneinander, als dass er zwingend inszenieren würde. Sicher, kriminelle Millieus pflegen auch Kontakte zu höheren Kreisen, aber die Altrocker bleiben völlig isoliert und dass der Vogt in seiner abgerissenen Kluft von der bürgerlichen Gesellschaft, die der Hinrichtung im 2. Akt beiwohnt, akzeptiert würde, ist mehr als unwahrscheinlich.

      Der Königshof im 4. Akt zeigt sich merklich gealtert, es scheint Zeit vergangen zu sein, seit der Schmuck abhanden kam, nur die Königin, Els und auch Elis sind jung geblieben. Der Narr, von Anfang an als Greis gezeigt, wird von Elis zum Nachspiel mit den Worten begrüsst, er sei grau geworden, nun, das war er vom Stückbeginn an.

      Stimmungsvoll die Lichtwirkungen, auch die Videoeinspielungen verfehlen ihre Wirkung nicht - passend, wenn in der Liebessnacht der Himmel in vielen Rottönen zu explodieren scheint, allerdings gibt es neben einer gelungenen Personenführung auch immer wieder Momente, wo die Produktion durchhängt. Wenn am Ende Els quasi aus der Szene heraustritt und in helles Licht geht, überzeugt das Bild eher durch die Kraft der Darstellerin, nicht als eigenständige, szenische Idee.

      Manuela Uhl als Els rettet nicht nur an dieser Stelle viel von den Unzulänglichkeiten der Regie. Sie verkörpert diese Els mit Hingabe und breitem Ausdrucksspektrum und kann auch gesanglich bei nicht immer sicher gesetzten Tönen an mancher Stelle, zum Beispiel bei ihren ganz intimen Passagen, überzeugen.

      Grosses Differnzierungsvermögen ist die Sache von Tenor Raymond Very als Elis nicht. Der setzt auf sein robustes, durchhaltestarkes Material und fügt sich schauspielerisch störungsfrei in die Produktion ein.

      Mit immer noch beachtlicher Bühnen- und Stimmpräsenz kann Tenor Graham Clark als Narr aufwarten, einen angenehm volltönenden Bass bringt Tijl Faveyts als König ins Spiel und von den kleineren Partien soll Kay Stiefermann als Vogt nicht unerwähnt bleiben.

      Der eigentliche Höhepunkt dieser Neuproduktion des „Schatzgräber“ in Amsterdam ist die Orchesterleistung: Dirigent Marc Albrecht legt sich mit bemerkenswertem Nachdruck ins Zeug für diese Musik, da schmeicheln hohe Streicherklänge, da werfen die Blechbläser in vielen Farbschattierungen Abgründiges in den Raum, da entladen sich Tutti-Stellen mit emotionaler Kraft. Faszinierend, wie Albrecht das Zwischenspiel in der Liebesnacht nachzeichnet, wie zögernd der Beginn, wie heftig die Auf- und Entladung gestaltet wird. Die Musikerinnen und Musiker des „Nederlands Philharmonisch Orkest“ folgen ihrem Orchesterleiter mit grosser Aufmerksamkeit, die letzte Raffinesse wurde nur an wenigen Stellen vermisst.

      Die Ausgewogenheit zwischen Orchester und Sänger/innen ist in der „DNO“ oftmals ein Problem, zu sehr dominiert das Orchester – auch bei diesem Schreker-Abend war das so, was der Wortverständlichkeit nicht immer dienlich war.

      Ein zwiespältiger Abend an der Amstel, keine wirklich überzeugende, szenische Lösung, aber ein tolles Plädoyer für die Musik von Franz Schreker wegen des Dirigenten Marc Albrecht. Das Publikum dankte mit viel Applaus für alle Beteiligten.
      Der Kunst ihre Freiheit
    • Alviano schrieb:

      Ein zwiespältiger Abend an der Amstel [...]
      Hm. Schade eigentlich - obwohl Amsterdam auch mit einem szenisch eindrucksvolleren Schreker für mich zu weit gewesen wäre.

      Bei der Gelegenheit eine Frage, lieber Alviano: Hast Du vor Jahren den Frankfurter Schatzgräber erlebt? Ich selbst erinnere mich, eine Aufführungen besucht zu haben, muß allerdings einräumen, daß das damals ganz ordentlich gewesen sein muß, konkret kann ich nichts mehr benennen; das mag an meinem schlechten Gedächtnis liegen, oder doch an der wenig nachhaltigen Aufführung selbst? (Mit z. B. Schrekers Die Gezeichneten ca. 1980, ebenfalls in Frankfurt, verbinde ich übrigens noch ganz deutliche Bilder, aber das war eben auch Neuenfels... :whistling: ).

      In Karlsruhe gab es, glaube ich, auch mal einen Schatzgräber, aber den habe ich verpaßt.

      Über ein paar vergleichende Anmerkungen würde ich mich freuen. :)

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Schatzgräber

      Lieber Gurnemanz,

      Die Frankfurter Aufführung des "Schatzgräbers" liegt mittlerweile fast 10 Jahre zurück (2004 war die Premiere) und so richtig erinnere ich mich auch nicht mehr an die Produktion. Der Regisseur war David Alden und so von der Optik her war es auch eine wohl typische Alden-Inszenierung. Ich erinnere mich an so ein Art bunte Jahrmarktsatmosphäre und an die Tiermasken der Darsteller. Grösseren Eindruck hat die Aufführung also auf mich auch nicht gemacht. Schon am Wochenende hatte ich überlegt, wer eigentlich in Frankfurt die beiden Hauptrollen gesungen hat - ich musste nachschauen und war überrascht, dass der Tenor Robert Künzli als Elis mir so gar nicht mehr präsent war. An die Sopranistin, die die Els übernommen hatte, konnte ich mich allerdings noch erinnern, als ich ihren Namen las: Taina Piira war mit ihrer zur Schärfe neigenden, unterkühlten Stimme nie mein Fall.

      Der "Schatzgräber" gehört zu den Werken, die sich nicht eben leicht inszenieren lassen. Das Märchengewand verbirgt eine recht komplexe Handlung, verbunden mit längeren, eher undramatischen Passagen. So bildet den dritten Akt des "Schatzgräbers" ein grosses Duett der beiden Hauptfiguren, eine Liebesnacht, unterbrochen von einem phantastischen Zwischenspiel. Das erinnert an eine ähnliche Situation im Mittelakt von Wagners "Tristan", wo auch, zumindest was die Handlung angeht, nicht allzuviel passiert. Regisseur van Hove greift in Amsterdam zu einem technischen Mittel, um diesen Akt zu inszenieren: er zeigt ein raumfüllendes Video, das eine Missbrauchssituation zum Thema hat, gleitet dann aber etwas später ebenfalls in Video-Einspielungen hart an die Kitschgrenze ab. Die Protagonisten bleiben im Schatten dieser Bilder, zeigen nur sparsame Bewegungen, so richtig rund wird das nicht. Es gibt auch andere Stellen, wo gerade die Personenführung nicht überzeugt, entweder gerät manches zu starr oder - in der Hinrichtungsszene - ist das nicht mehr schlüssig, was an Bewegung geboten wird.

      Wäre nicht Manuela Uhl, die sich mit Verve in die Herausforderungen der Rolle der Els wirft, man wüsste gar nicht so richtig, was mit dieser Frau los ist. Dass Elis darstellerisch blass bleibt, mag man mit etwas gutem Willen auch der Anlage der Figur im Stück zuschreiben.

      Im Badischen Staatstheater in Karlsruhe war ich dieses Jahr das erste Mal zu Gast, anlässlich der dortigen "Lohengrin"-Premiere, einen Schreker habe ich dort also nicht gesehen.

      Die Frankfurter "Gezeichneten" in der Regie von Neuenfels und mit dem Dirigat von Gielen waren allerdings absolut genial. Ich war irgendwas unter 20 , als ich das gesehen habe - und vergleichbares hatte ich noch auf keiner Opernbühne erlebt. Es war zwar nicht meine Erstbegegnung mit Schreker (das war der "Ferne Klang" in einer Rundfunkübertragung unter Märzendorfer aus Graz), aber es war ein so bleibendes Erlebnis, dass hier meine Begeisterung für Schreker genauso ihren Anfang genommen hat, wie die Auseinandersetzung mit zeitgemässen Operninszenierungen.

      :wink:
      Der Kunst ihre Freiheit
    • Alviano schrieb:

      Ich erinnere mich an so ein Art bunte Jahrmarktsatmosphäre und an die Tiermasken der Darsteller.
      Selbst das hilft mir nicht auf die Sprünge - alles verblaßt, da geht's mir wie Siegfried nach dem Genuß des Zaubertranks.
      Die Frankfurter "Gezeichneten" in der Regie von Neuenfels und mit dem Dirigat von Gielen waren allerdings absolut genial. [...] vergleichbares hatte ich noch auf keiner Opernbühne erlebt. [...] es war ein so bleibendes Erlebnis, dass hier meine Begeisterung für Schreker genauso ihren Anfang genommen hat, wie die Auseinandersetzung mit zeitgemässen Operninszenierungen.
      Genauso ist es auch mir ergangen.

      Auch wenn ich es bereits mehrfach beklagt habe: Jammerschade, daß die damalige Produktion, die der Hessische Rundfunk, hortet als wäre er Fafner höchstpersönlich, bis heute nicht auf CD erschienen ist, in annehmbarer Aufnahmequalität. Auch Gielen selbst hat das mal in einem Interview angemahnt.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Schatzgräber

      Gurnemanz schrieb:

      Alviano schrieb:

      Ich erinnere mich an so ein Art bunte Jahrmarktsatmosphäre und an die Tiermasken der Darsteller.
      Selbst das hilft mir nicht auf die Sprünge - alles verblaßt,


      Lieber Gurnemanz,

      Was mir mittlerweile gut hilft, wenn es um die Erinnerung geht: dass ich meine eigenen Texte nachlesen kann, wie mir denn eine Vorstellung, die ich vor Jahren gesehen habe, gefallen hat, was immerhin seit 2006 möglich ist :D .

      Der grosse Pluspunkt der Amsterdamer Neuproduktion des "Schatzgräbers" war für mich das Dirigat von Marc Albrecht, dem Chef des Hauses. Es war meine erste Begegnung mit Albrecht, zu seiner Zeit als GMD in Darmstadt kam es nie zu einem Aufführungsbesuch meinerseits. Das ist zwar ein völlig anderer Zugang zu der Musik des Franz Schreker, als man ihn bei Gielen hören konnte, aber es hat richtig Spass gemacht, der Realisierung mit dem Philharmonischen Orchester der Niederlande zuzuhören.

      Schön ist natürlich auch, dass neben dem mittlerweile häufiger gespielten "fernen Klang" auch andere Schreker-Werke gespielt werden. Gespannt bin ich auf Köln mit den "Gezeichneten" - wobei ich mir die Produktion - rein vom Raum her - im "Palladium" noch nicht so recht vorstellen kann.

      :wink:
      Der Kunst ihre Freiheit
    • Eben gemeldet: Im Rahmen des Brucknerfestes 2013 wird Schrekers "Schatzgräber" am 12. und 14. September 2013 in der Linzer Tabakfabrik aufgeführt. Der Kartenvorverkauf beginnt am 5. November.

      Näheres hier: "http://www.brucknerfest.at/veranstaltungen"

      :wink:
      Renate
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • Alviano schrieb:

      Der eigentliche Höhepunkt dieser Neuproduktion des „Schatzgräber“ in Amsterdam ist die Orchesterleistung: Dirigent Marc Albrecht legt sich mit bemerkenswertem Nachdruck ins Zeug für diese Musik, da schmeicheln hohe Streicherklänge, da werfen die Blechbläser in vielen Farbschattierungen Abgründiges in den Raum, da entladen sich Tutti-Stellen mit emotionaler Kraft. Faszinierend, wie Albrecht das Zwischenspiel in der Liebesnacht nachzeichnet, wie zögernd der Beginn, wie heftig die Auf- und Entladung gestaltet wird. Die Musikerinnen und Musiker des „Nederlands Philharmonisch Orkest“ folgen ihrem Orchesterleiter mit grosser Aufmerksamkeit, die letzte Raffinesse wurde nur an wenigen Stellen vermisst.

      Die Ausgewogenheit zwischen Orchester und Sänger/innen ist in der „DNO“ oftmals ein Problem, zu sehr dominiert das Orchester – auch bei diesem Schreker-Abend war das so, was der Wortverständlichkeit nicht immer dienlich war.

      Diese Beurteilung läßt sich neuerdings hier nachvollziehen. Gerade erschienen:



      Ob das Problem der Unausgewogenheit auch auf der Konserve zu hören ist?

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Gurnemanz schrieb:

      Alviano schrieb:

      Der eigentliche Höhepunkt dieser Neuproduktion des „Schatzgräber“ in Amsterdam ist die Orchesterleistung: Dirigent Marc Albrecht legt sich mit bemerkenswertem Nachdruck ins Zeug für diese Musik, da schmeicheln hohe Streicherklänge, da werfen die Blechbläser in vielen Farbschattierungen Abgründiges in den Raum, da entladen sich Tutti-Stellen mit emotionaler Kraft. Faszinierend, wie Albrecht das Zwischenspiel in der Liebesnacht nachzeichnet, wie zögernd der Beginn, wie heftig die Auf- und Entladung gestaltet wird. Die Musikerinnen und Musiker des „Nederlands Philharmonisch Orkest“ folgen ihrem Orchesterleiter mit grosser Aufmerksamkeit, die letzte Raffinesse wurde nur an wenigen Stellen vermisst.

      Die Ausgewogenheit zwischen Orchester und Sänger/innen ist in der „DNO“ oftmals ein Problem, zu sehr dominiert das Orchester – auch bei diesem Schreker-Abend war das so, was der Wortverständlichkeit nicht immer dienlich war.

      Diese Beurteilung läßt sich neuerdings hier nachvollziehen. Gerade erschienen:



      Ob das Problem der Unausgewogenheit auch auf der Konserve zu hören ist?

      :wink:


      Ich habe jetzt die erste CD durch, und auf der Aufnahme klingt es sehr ausgewogen - man wird hier tontechnisch gegengesteuert haben. Die Einschätzung der musikalischen Leistung, besonders des Orchesters, lassen sich anhand der CD sehr gut nachvollziehen.

      LG - C.
    • Danke für die Auskunft, lieber C.Huth! Zusammen mit Alvianos Besprechung könnte das mich zu einer weiteren Schreker-Anschaffung verführen, zumal ich die ältere Aufnahme mit Gerd Albrecht insgesamt nicht als so ganz überzeugend in Erinnerung habe.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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      Helmut Lachenmann