Oboen-Frischlinge

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Allegro schrieb:

      Ich muss demnächst auch noch mal gründlich meine gefrosteten S-Bögen testen und vergleichen .... leider habe ich diesen Direktvergleich mit einem nahezu identischen Gegenstück nicht ....
      Mal davon abgesehen, dass es sich bei den Calamus-Teilen um diejenigen S-Bögen handelt, die ich aktuell auf meinem Hörnchen spiele, habe ich ganz bewusst ein S gewählt, welches ich "doppelt" hatte, um eben später den direkten Vergleich ziehen zu können. Das tiefgekühlte Exemplar war früher das minimal schlechtere S - jetzt ist es das deutlich bessere! --

      Gerade habe ich die auf Ebay erwischte Püchner-Oboe ausgepackt. Überholt wurde sie offensichtlich von jemandem, der nicht wirklich viel von Oboen versteht; bei dem obersten Polster (dem der 2. Oktavklappe) handelt es sich um ein Fischhautpolster - so etwas habe ich zum letzten Mal vor 30 Jahren gesehen, und da hat es dauerhaft auch nicht vernünftig funktioniert! Ansonsten macht das alte Instrument vom Zustand her einen zumindest ordentlichen Eindruck. Ausprobieren konnte ich es jetzt um die Uhrzeit leider nicht mehr - das wird dann morgen erfolgen, aber ich fürchte sehr, dass ich zusätzlich zu den 650 Euro Kaufpreis noch etwas investieren muss, um eine wirklich gute Spielbarkeit herzustellen. No risk, no fun..... :pfeif:

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Hach - was war das Konzert heute abend wieder so schön 8o - es geht doch wirklich nichts über live-Musik :P
      Wenn nur diese elende Fahrerei mit der Bahn und deren elendigen Verspätungen nicht wäre :schimpf1: :schimpf1: :schimpf1: :schimpf1: :schimpf1: :schimpf1: :schimpf1:

      So konnte ich heute Michael Höfeles del-Sol-Oboe noch mal gründlich hören (und sehen - ich konnte wieder einen Platz in der ersten Reihe ergattern :D ) und ich muss sagen: das Instrument hat doch ordentlich Klang und Power - und einen schönen dunklen, warmen Ton - einen kleinen Ticken eng vielleicht - aber ansonsten tadellos 8) .... insgesamt kam da heute deutlich mehr Power raus als auf Albrecht Mayers Mönnig-Oboe letztes Jahr bei seinem von mir besuchten Konzert in FFM :huh:
      Und die von Andreas Tarkmann als Konzert für Englischhorn und Streicher gesetzte Bach-Kantate »Widerstehe doch der Sünde" war ein Englischhorn-Hochgenuss :verbeugung2: Michael Höfele hat da wirklich einen herrlichen Ton auf dem EH :love: - auch das Arrangement selbst kann ich für Englischhorn-Aufführungen nur empfehlen :jaja1:
      Etwas verblüfft war ich, als ich im Programmheft las, dass der Blöckflötist des heutigen Abends in seinem Hauptberuf Fagottist im hr-Orchester und die Blockflöte seine zweite Passion ist. Auch sein Spiel war sehr virtous und schön. Besonders gut gefallen hat mir hier das Doppelkonzert von Telemann für Blockflöte und Fagott: eine tolle Kombination und in herrlichen Dialogen perfekt und wunderschön gespielt heute abend :verbeugung2:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • P.S. und ich habe heute den jüngsten Konzertbesucher meines Lebens neben mir sitzen gehabt: einen viejährigen Jungen, der mit seinen Großeltern da war - und von dem hat man während des Kozerts keinen einzigen Mucks gehört 8) Im Gegenteil: er hat andächtig zugehört und begeistert applaudiert 8o Es waren überhaupt viele Kinder und Jugendliche heute da :rolleyes:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      P.S. und ich habe heute den jüngsten Konzertbesucher meines Lebens neben mir sitzen gehabt: einen viejährigen Jungen, der mit seinen Großeltern da war - und von dem hat man während des Kozerts keinen einzigen Mucks gehört Im Gegenteil: er hat andächtig zugehört und begeistert applaudiert Es waren überhaupt viele Kinder und Jugendliche heute da
      Wie schön. Klingt aber auch nach einem sehr schönen Programm! Und der Preis dafür ist ja wohl geschenkt. =O

      Allegro schrieb:

      es geht doch wirklich nichts über live-Musik
      Und das ist wirklich wahr! Egal wie gut die Klangwiedergabe auf irgendwelchen Geräten ist, es gibt eben Unterschiede, die technisch nicht zu beheben sind.

      Allegro schrieb:

      So konnte ich heute Michael Höfeles del-Sol-Oboe noch mal gründlich hören (und sehen - ich konnte wieder einen Platz in der ersten Reihe ergattern ) und ich muss sagen: das Instrument hat doch ordentlich Klang und Power - und einen schönen dunklen, warmen Ton - einen kleinen Ticken eng vielleicht - aber ansonsten tadellos
      Interessant, interessant. :D Ich hab noch nie nen Oboisten mit einem Nicht-Standard-Holz gehört/gesehen. Nur der Isabella-Becher ist mir mal in einem Konzert aufgefallen. Hat die Oboe von Höfele auch so nen "Wulst" am Oberstück?
    • Allegro schrieb:

      ach - was war das Konzert heute abend wieder so schön - es geht doch wirklich nichts über live-Musik
      Gar keine Frage - eine Konserve ist und bleibt halt eine Konserve! Wenn es um meine zeitlichen Ressourcen besser bestellt wäre, würde ich auch mehr Konzerte und vor allem mehr Opernaufführungen (!) besuchen. In Gelsenkirchen laufen jetzt Humperdincks Königskinder - ich träume schon seit Jahrzehnten davon, diese Oper noch einmal live erleben zu können. aber die viele Arbeit...... :heul1:

      Allegro schrieb:

      So konnte ich heute Michael Höfeles del-Sol-Oboe noch mal gründlich hören (und sehen - ich konnte wieder einen Platz in der ersten Reihe ergattern ) und ich muss sagen: das Instrument hat doch ordentlich Klang und Power - und einen schönen dunklen, warmen Ton - einen kleinen Ticken eng vielleicht - aber ansonsten tadellos ....
      Die Del-Sol-Mönnig, die wir am 13. April in Frankfurt probieren konnten, fand ich auch alles andere als unattraktiv. Mit Blick auf die Kammermusik oder den Einsatz im Orchester an der 2.Stimme präsentierte sich dieses Instrument schon ungewöhnlich fein. Aber meine nächste Mönnig :whistling: wird trotzdem eine aus Grenadill.... :whistling: :whistling:

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • arundo donax schrieb:

      ich träume schon seit Jahrzehnten davon, diese Oper noch einmal live erleben zu können. aber die viele Arbeit......
      (Hervorhebung von mir, P.F. ;) ) Angesichts dieser Worte und der Tatsache, dass die Oper gerade erst angelaufen ist und die nächsten Monate im Spielplan steht, wäre das doch eine Überlegung als selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk wert. Echt, es geht um einen Abend! Das kann man sich Ende Dezember doch mal gönnen! Die Preise sind auch human, los, hol dir ne Karte.
    • Paula Fleming schrieb:

      Ich hab noch nie nen Oboisten mit einem Nicht-Standard-Holz gehört/gesehen. ... Hat die Oboe von Höfele auch so nen "Wulst" am Oberstück?
      Natürlich - es ist ja schließlich eine Mönnig .... ^^ .... ich wüsste ja zu gerne, was für ein EH Herr Höfele spielt - ich vermute ja auch eine Mönnig - ich konnte es hier aber nicht mit Bestimmtheit erkennen .... auf jeden Fall war es komplett aus Grenadil mit der klassischen Birne dran ....
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Paula Fleming schrieb:

      arundo donax schrieb:

      ich träume schon seit Jahrzehnten davon, diese Oper noch einmal live erleben zu können. aber die viele Arbeit......
      (Hervorhebung von mir, P.F. ;) ) Angesichts dieser Worte und der Tatsache, dass die Oper gerade erst angelaufen ist und die nächsten Monate im Spielplan steht, wäre das doch eine Überlegung als selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk wert. Echt, es geht um einen Abend! Das kann man sich Ende Dezember doch mal gönnen! Die Preise sind auch human, los, hol dir ne Karte.
      Das sehe ich ganz genauso ! Wenn Paula das nicht geschrieben hätte, hätte ich es getan :pfeif:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      ch wüsste ja zu gerne, was für ein EH Herr Höfele spielt - ich vermute ja auch eine Mönnig - ich konnte es hier aber nicht mit Bestimmtheit erkennen ...
      Auf dem Foto kann man das Moennig-Logo erkennen: "https://www.hr-sinfonieorchester.de/orchester/musiker/orchestermitglieder/michael-hoefele,englischhorn-100.html"
      Wenn er nicht zwischenzeitlich gewechselt hat ...
    • Paula Fleming schrieb:

      Angesichts dieser Worte und der Tatsache, dass die Oper gerade erst angelaufen ist und die nächsten Monate im Spielplan steht, wäre das doch eine Überlegung als selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk wert. Echt, es geht um einen Abend! Das kann man sich Ende Dezember doch mal gönnen! Die Preise sind auch human, los, hol dir ne Karte.
      Naja, ich muss auch nach Gelsenkirchen gelangen! Luftlinienmäßig sind das zwar nur ca. 100 Kilometer, aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln....

      Und zudem bin ich so um die 140 Rohre im Rückstand. Gerade übe ich mich erstmalig darin, Rohrbestellungen bis auf Weiteres nicht mehr anzunehmen, aber wenn ich die 140 noch bis zum Jahresende schaffen will, muss ich mich trotzdem wie ein Irrer ranhalten, ranhalten, ranhalten.... :schwitz1: --

      Paula Fleming schrieb:

      Auf dem Foto kann man das Moennig-Logo erkennen: "https://www.hr-sinfonieorchester.de/orchester/musiker/orchestermitglieder/michael-hoefele,englischhorn-100.html"
      Wenn er nicht zwischenzeitlich gewechselt hat ...
      Dass Michael Höfele gewechselt hat, kann ich mir nicht vorstellen. Denn die Mönnig-Englischhörner halte ich derzeit für absolut konkurrenzlos.

      Herzliche Grüße

      Bernd.
    • arundo donax schrieb:

      Naja, ich muss auch nach Gelsenkirchen gelangen! Luftlinienmäßig sind das zwar nur ca. 100 Kilometer, aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln....
      .... dauert die einfache Fahrt auch nicht länger, als ich heute abend für den Heimweg von FFM bis zu meiner Haustür gebraucht habe ;( .... und ich musste noch dazu öfters umsteigen als Du müsstest .... und Du kämst sogar am gleichen Abend noch heim (besser gesagt, in der gleichen Nacht) :whistling:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      .... dauert die einfache Fahrt auch nicht länger, als ich heute abend für den Heimweg von FFM bis zu meiner Haustür gebraucht habe ....
      Na, von Tür zu Tür bin ich auf einfacher Strecke locker 3 Stunden unterwegs...wenn es denn mit der Bahn AG, mit der ich als autofrei lebender Mensch immer wieder sehr stressige Erfahrungen mache, überhaupt einigermaßen funktioniert..... :/

      Ich habe gerade noch mal einen näheren Blick auf den Spielplan geworfen - die einzigen beiden Chancen, die ich überhaupt hätte, wären der 26.12. und der 12.1.....schaun mer mal.....

      Herzliche Grüße

      Bernd

      P.S.: Wenn ich mir die Fotos von der Inszenierung anschaue....nee, nee und nochmals nee..... :neenee1: :thumbdown: :neenee1:

      Für eine derartige Verunstaltung einer Märchenoper fahre ich nicht nächstens mit der Katastrophenbahn durch die Gegend! Is nich!

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Mal ganz aus dem Blauen heraus gefragt: Hat von euch Frischlingen schonmal jemand Erfahrungen mit einer Bassoboe gemacht?

      Als Amateur-Komponist verwundert mich, dass Bassoboen solche Raritäten darstellen. Sie liegen ja tonumfangsmäßig genau zwischen Oboe und Fagott, und doch sind Englischhorn und Oboe d'Amore, die der Oboe im Tonumfang deutlich ähnlicher sind, weitaus populärer (und dementsprechend wohl auch weit weniger kostspielig).

      Habt ihr auf sowas schonmal gespielt? Oder eine (gar live?) gehört? Was haltet ihr von diesem Instrument?

      Gruß,
      - Philipp :wink:
    • arundo donax schrieb:

      P.S.: Wenn ich mir die Fotos von der Inszenierung anschaue....nee, nee und nochmals nee.....

      Für eine derartige Verunstaltung einer Märchenoper fahre ich nicht nächstens mit der Katastrophenbahn durch die Gegend! Is nich!
      Ich habe mir das eben auch mal angesehen ;( und die Kritiken dazu überflogen - das würde ich mir auch nicht antun wollen .... wenn schon Lieblingsoper mit hohem Aufwand - dann aber bitte auch in "passender" Inszenierung ....


      Melione schrieb:

      Hat von euch Frischlingen schonmal jemand Erfahrungen mit einer Bassoboe gemacht?

      Als Amateur-Komponist verwundert mich, dass Bassoboen solche Raritäten darstellen. Sie liegen ja tonumfangsmäßig genau zwischen Oboe und Fagott, und doch sind Englischhorn und Oboe d'Amore, die der Oboe im Tonumfang deutlich ähnlicher sind, weitaus populärer (und dementsprechend wohl auch weit weniger kostspielig).

      Habt ihr auf sowas schonmal gespielt? Oder eine (gar live?) gehört? Was haltet ihr von diesem Instrument?

      Aber ja doch :D - ich habe sie auf der Messe bei Frank&Mayer nict nur schon live gesehen und gehört, sondern auch selbst ausprobiert. Das Spielen darauf macht schon Spaß - aber alleine vom Zuhören gefällt mir persönlich der Klang vom Fagott her besser ....

      Dann handelt es sich ja um eine relativ "junge" Erfindung, für die es ja auch nur sehr wenige Kompositionen gibt. Ein Orchestermusik "braucht" dieses Instrument also ja gar nicht; außer er muss in Holsts "Planeten" oder einigen wenigen speziell dafür geschriebenen neuen Kompositionen mitspielen .... für alles andere muss man andere Bass-Stimmen erstmal transponieren, um etwas sinnvolles damit anstellen zu können .... und billig ist dieses Instrument ja nun auch nicht gerade ....
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Ein Orchestermusiker "braucht" dieses Instrument also ja gar nicht; außer er muss in Holsts "Planeten" oder einigen wenigen speziell dafür geschriebenen neuen Kompositionen mitspielen .... für alles andere muss man andere Bass-Stimmen erstmal transponieren, um etwas sinnvolles damit anstellen zu können .... und billig ist dieses Instrument ja nun auch nicht gerade ....
      In den "Planeten" kommt meines Wissens für gewöhnlich ein Heckelphon oder eine Baritonoboe zum Einsatz. Ein Heckelphon wird auch noch in anderen Werken aus der Zeit um 1900 ("Salome" und "Elektra" z.b.) verwendet; in größeren Orchestern ist es schon mal als Dienstinstrument vorhanden.

      Melione schrieb:

      Als Amateur-Komponist verwundert mich, dass Bassoboen solche Raritäten darstellen.
      Allegro hat es ja schon auf den Punkt gebracht: Was mache ich mit solch einem Teil, nachdem ich es mir für schlappe 17000 Euro gekauft habe? Unsere Tischlerin hat, soweit ich weiß, schon mal darüber nachgedacht, eine Bassoboe zu erwerben, um damit in einem Kammermusikensemble spezielle Arrangements zu spielen. Das ist mehr oder minder das Einzige, was man dauerhaft mit dem Gerät anfangen kann. Und wenn man es an der Backe hat, besitzt man ein weiteres Instrument, um dessen spezielle Rohre man sich kümmern muss....

      Das Englischhorn und die d´amore dagegen benötige ich regelmäßig für Muggen. Mittlerweile habe ich gefühlte fünfzigmal WO gespielt - insofern hat sich die d´amore schon d´amortisiert :D

      Melione schrieb:

      Was haltet ihr von diesem Instrument?
      Um es offen zu sagen: Nichts! Alles, was man darauf spielen kann, kann man auch auf einem Fagott spielen. "Wie zahlreich sind doch die Dinge, derer ich nicht bedarf!"

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Allegro schrieb:

      Dann handelt es sich ja um eine relativ "junge" Erfindung, für die es ja auch nur sehr wenige Kompositionen gibt. Ein Orchestermusik "braucht" dieses Instrument also ja gar nicht; außer er muss in Holsts "Planeten" oder einigen wenigen speziell dafür geschriebenen neuen Kompositionen mitspielen .... für alles andere muss man andere Bass-Stimmen erstmal transponieren, um etwas sinnvolles damit anstellen zu können .... und billig ist dieses Instrument ja nun auch nicht gerade ....

      Na ja, mir ist schon klar, dass das geringe Repertoire und der hohe Preis die Gründe sind, warum nur wenige Oboisten sich ein solches Instrument zulegen würden :) Meine Frage war eher eine "philosophische" - warum sich ein Instrument in diesem Register evolutionär nicht durchgesetzt hat...

      arundo donax schrieb:

      In den "Planeten" kommt meines Wissens für gewöhnlich ein Heckelphon oder eine Baritonoboe zum Einsatz. Ein Heckelphon wird auch noch in anderen Werken aus der Zeit um 1900 ("Salome" und "Elektra" z.b.) verwendet; in größeren Orchestern ist es schon mal als Dienstinstrument vorhanden.

      Habe das Heckelphon eben mal nachgeschlagen - es hat ja anscheinend den gleichen Tonumfang wie eine Bassoboe. Ich nehme an, der Unterschied liegt in der Bauweise und dementsprechend im Timbre? Wie würdest du den Unterschied zwischen Heckelphon und Bassoboe charakterisieren?

      "Baritonoboe" ist laut deutscher und englischer Wikipedia ein Synonym für "Bassoboe" - Baritonoboe scheint mir auch der passendere Begriff, bei tiefstem Ton H... Oder gibt es tatsächlich noch ein Instrument "zwischen" Englischhorn und Bassoboe, etwa mit tiefstem ton cis oder d?

      arundo donax schrieb:

      Alles, was man darauf spielen kann, kann man auch auf einem Fagott spielen.

      Das erscheint mir die überzeugendste Begründung - mir war nicht klar, dass das Fagott nach oben viel weiter kommt, als nur zwei Oktaven unter den höchsten Ton einer Oboe. Der Tonumfang ist insgesamt ja fast eine Oktave größer! Höchster Ton bei einer Bassoboe wäre g'', beim Fagott e'' - da würde ich mir dann auch als Komponist eher ein Fagott anschaffen... :D
    • Melione schrieb:

      "Baritonoboe" ist laut deutscher und englischer Wikipedia ein Synonym für "Bassoboe" - Baritonoboe scheint mir auch der passendere Begriff, bei tiefstem Ton H... Oder gibt es tatsächlich noch ein Instrument "zwischen" Englischhorn und Bassoboe, etwa mit tiefstem ton cis oder d?
      Insgesamt herrscht da leider eine ziemliche Begriffsverwirrung! :thumbdown:

      Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen (mit diesen Instrumenten habe ich mich einfach nicht so eindringlich beschäftigt), aber nach meiner Kenntnis haben das Heckelphon und die französische Baritonoboe, wie sie heute noch von der Firma Lorée gebaut wird (siehe hier: frankundmeyer.de/meisterinstru…en/baritonoboe/loree.html ) einigermaßen die gleiche Größe und den gleichen Ambitus. Diese Instrumente gibt es auch schon länger, während die ziemlich neu entwickelte Bassoboe von Mönnig größer und tiefer ist - gleiches gilt für das ebenfalls erst vor ein paar Jahren neu konstruierte Lupophon (guntramwolf.de/instrumente/modern/oboen/bassoboe/lupophon), auf welchem man bis zum F gelangt.

      Das Heckelphon steht zur normalen Oboe im Oktavabstand und muss somit eigentlich als Tenoroboe angesprochen werden. Und genau dies gilt auch für die französische Baritonoboe - ich zitiere Wikipedia: "Die Baritonoboe oder Bassoboe ist ein Doppelrohrblattinstrument in der Familie der Holzblasinstrumente. Sie ist etwa doppelt so groß wie eine normale Oboe und klingt eine Oktave tiefer, also in Tenorlage" (Fettung des letzten Worts erfolgte meinerseits). Dass das Ding Baritonoboe heißt, ist ziemlich unsinnig, und um eine Bassoboe im eigentlichen Sinne handelt es sich schon mal gar nicht!

      Eine folgerichtige Einteilung in die verschiedenen Stimmlagen müsste meines Erachtens so aussehen:

      Oboe = Sopran

      Oboe d´amore = Mezzosopran

      Englischhorn = Alt

      Heckelphon oder Baritonoboe = Tenor

      Bassoboe oder Lupophon = Bass

      Es gibt übrigens auch noch eine Art "Piccolooboe", welche sich Musette nennt. Die besitzt aber ebenfalls niemand, den ich persönlich kenne. Gefordert wird der Einsatz dieses Teils meines Wissens unter anderem in einem Stück von Bruno Maderna.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Paula Fleming schrieb:

      Von ner Piccolooboe hab ich noch nie gehört. Die würde ich echt gern mal ausprobieren!
      In deiner Stadt wird so etwas angeboten: frankundmeyer.de/meisterinstrumente/oboen/musette/loree.html

      Was man damit außer Maderna sonst spielen kann/soll, weiß ich aber nicht. Für meine Begriffe gehört dieses Instrument noch weit eher als die Bassoboe bzw. das Lupophon in die Abteilung "Dinge, die die Welt nicht braucht".

      Herzliche Grüße

      Bernd