Oboen-Frischlinge

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Informationen zum Capriccio-Verein als Betreiber des Forums finden sich hier.
    • Härtemesser

      Mein Kollege schwört auf den Härtemesser. Ich habe meinen gleich wieder verkauft weil mir die Messmethode suspekt ist. Außerdem bilde ich mir ein, daß ich es dem Holz mittlerweile ansehe, zwischen Daumen und Zeigefinger spüre und auch bei Beobachtung des Innenhobelvorganges bemerke ob es tauglich ist und Potential hat oder nicht. Klar, es gibt immer wieder Überraschungen, aber das ist doch völlig normal bei einem Naturwerkstoff wie "Arundo Donax".
    • Karl Wentzel schrieb:

      Klar, es gibt immer wieder Überraschungen, aber das ist doch völlig normal bei einem Naturwerkstoff wie "Arundo Donax".
      In der Tat, wie gerade eben heute wieder. Acht aufgebundene Rohre, die seit Wochen hier herumliegen, aufgeschnitten, aussengehobelt und selektioniert. Vier davon waren Plärrer und gleich für die Tonne, zwei sind so la la, und aus den restlichen zwei wird vielleicht noch was Anständiges.
      Viele Grüße
      Bernhard
    • AlterOboist schrieb:

      Ein hartes Urteil, aber wenn's was bringen würde, hättest Du es wahrscheinlich in Verwendung.
      Es ist nicht nur ein hartes, sondern auch ein subjektives Urteil. Andere sehen das deutlich anders als ich, Karl aber offenbar nicht ..... ;)

      Karl Wentzel schrieb:

      Außerdem bilde ich mir ein, daß ich es dem Holz mittlerweile ansehe, zwischen Daumen und Zeigefinger spüre und auch bei Beobachtung des Innenhobelvorganges bemerke ob es tauglich ist und Potential hat oder nicht.
      Genauso verhält es sich bei mir auch. Nachdem ich mittlerweile ein bisschen Erfahrung habe, verlasse ich mich bei der Beurteilung des Materials lieber auf meine Sinne als auf maschinelle Testmethoden.

      AlterOboist schrieb:

      Vier davon waren Plärrer und gleich für die Tonne, zwei sind so la la, und aus den restlichen zwei wird vielleicht noch was Anständiges.

      Aus den Plärrern wird bei mir manchmal noch etwas Unplärriges, wenn ich durch eifriges Nacharbeiten der Ansprache den Unterschied zwischen Herz und Ansprache deutlich vergrößere und gleichzeitig die Seiten massiv dünner mache. Schlimmer sind für mich Rohre, die mulmig klingen und in der Höhe überhaupt keinen Stand besitzen.
      Ansonsten ist 2 von 8 nicht die schlechteste Quote. Es gibt Tage, an denen es bei mir weit schlimmer aussieht (2 von 30 hatte ich auch schon....).

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • arundo donax schrieb:

      Aus den Plärrern wird bei mir manchmal noch etwas Unplärriges, wenn ich durch eifriges Nacharbeiten der Ansprache den Unterschied zwischen Herz und Ansprache deutlich vergrößere und gleichzeitig die Seiten massiv dünner mache. Schlimmer sind für mich Rohre, die mulmig klingen und in der Höhe überhaupt keinen Stand besitzen.
      Ja, das war auch das Problem mit den Plärrern. Katastrophale Höhe, und f2 stand auf meiner Marigaux überhaupt nicht. Aus meiner Erfahrung raus sind diese Rohre nicht mehr zu retten, aber für Tips bin ich natürlich immer dankbar.

      Bei den beiden "so la la" Rohren werde ich noch weiterarbeiten und sehen, ob und was noch geht. Vielleicht kann ich die Ausbeute noch über die zwei ordentlichen Rohre drücken.

      Ärgerlich ist, dass mir beim vielversprechendsten Rohr beim Probieren und Rausziehen aus der Oboe der Hülsenkork gerissen ist (neue Hülse, trotz Einreiben mit Korkfett). Zum Glück in dem Abschnitt, der nicht im Instrument steckt, aber dennoch. :cursing:
      Viele Grüße
      Bernhard
    • AlterOboist schrieb:

      Ja, das war auch das Problem mit den Plärrern. Katastrophale Höhe, und f2 stand auf meiner Marigaux überhaupt nicht. Aus meiner Erfahrung raus sind diese Rohre nicht mehr zu retten....
      Bei so etwas probiere ich es noch ganz kurz mit Abschneiden, und wenn die Höhe danach immer noch lausig ist, wandern derartige Rohre auch bei mir stante pede in die Tonne. Es ist Zeitverschwendung, sich noch lange damit abzugeben.

      AlterOboist schrieb:

      Bei den beiden "so la la" Rohren werde ich noch weiterarbeiten und sehen, ob und was noch geht.
      Mein Tipp: Ansprache nacharbeiten, weglegen. Am nächsten Tag Ansprache nacharbeiten, weglegen. Am übernächsten Tag Ansprache nacharbeiten...

      So gelingt es mir jedenfalls, aus dem einen oder anderen Wackelkandidaten noch etwas Gescheites zu machen.

      AlterOboist schrieb:

      Ärgerlich ist, dass mir beim vielversprechendsten Rohr beim Probieren und Rausziehen aus der Oboe der Hülsenkork gerissen ist (neue Hülse, trotz Einreiben mit Korkfett). Zum Glück in dem Abschnitt, der nicht im Instrument steckt, aber dennoch.
      Das ist aber nun wirklich nichts Schlimmes. Jedenfalls nicht für dich - für mich ist so etwas doof, wenn ich das Rohr noch verkaufen möchte.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • arundo donax schrieb:

      Bei so etwas probiere ich es noch ganz kurz mit Abschneiden, und wenn die Höhe danach immer noch lausig ist, wandern derartige Rohre auch bei mir stante pede in die Tonne. Es ist Zeitverschwendung, sich noch lange damit abzugeben.
      Entspricht ungefähr meiner Vorgehensweise :)

      arundo donax schrieb:

      Mein Tipp: Ansprache nacharbeiten, weglegen. Am nächsten Tag Ansprache nacharbeiten, weglegen. Am übernächsten Tag Ansprache nacharbeiten...

      So gelingt es mir jedenfalls, aus dem einen oder anderen Wackelkandidaten noch etwas Gescheites zu machen.
      Probiere ich :thumbup:

      arundo donax schrieb:

      Das ist aber nun wirklich nichts Schlimmes. Jedenfalls nicht für dich - für mich ist so etwas doof, wenn ich das Rohr noch verkaufen möchte.
      Naja, was ist schlimm. Ist halt jetzt Popelei, das Rohr ins Instrument und wieder heraus zu bekommen, und es sieht blöd aus. Habs mal versucht, zu kleben. Mal sehen, ob's was hilft.
      Viele Grüße
      Bernhard
    • Was ist eigentlich von Oboen der Firma Howarth zu halten? Die LXV sieht nicht uninteressant aus. Hat die mal jemand ausprobiert? Den Sound finde ich sehr interessant, vor allem die Grenadill-Version. Ganz anders als Marigaux :) , aber sehr schön.

      Hat jemand Erfahrungen mit Qualität, Intonation, Produktionskonsistenz bei Howarth?
      Viele Grüße
      Bernhard
    • 2018 hat Howarth parallel zur Musikmesse im Frankfurter Marriott Oboen ausgestellt. Mir haben die Instrumente gut gefallen, aber das Bessere ist nun mal der Feind des Guten: An die Instrumente von Mönnig und auch von Ludwig Frank kamen die Howarth-Oboen für mich nicht wirklich heran. Sämtlichen Franzosen konnten sie aber locker Paroli bieten.... ;)

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Konkret besser gefallen bei den Mönnig-Oboen (in 2018 war eine besonders gute dabei, die aber leider schon verkauft war) hat mir erstens die Stabilität und auch Fülle in der Höhe. Auf dem a2, b2 und h2 kann man hier eine regelrechte Wolke von Klang entwickeln. Und zweitens steht dieser Höhe eine außerordentlich weiche und flexible Tiefe gegenüber; mit einem guten Rohr ist es z.b. kein Problem, das d1, welches den 1. Satz des Strauss-Konzerts beschließt, mit einem deutlichen Diminuendo zu spielen. Und auch die grundsätzliche Klangfarbe der Mönnig kam meinem von der deutschen Schule geprägten Geschmack mehr entgegen als die zwar ebenfalls warme, aber doch etwas silbrigere klangliche Ausrichtung der Howarth-Oboen.

      Ich kann mich nur wiederholen: Die Mönnig hat mir eine neue Dimension des Spielens eröffnet. Stellen, die auf anderen Oboen nur mit den allerbesten Rohren machbar waren, gelingen jetzt plötzlich auf auch mittelmäßigem Material ganz selbstverständlich. Was habe ich auf der Adler oft mit dem g1 gekämpft - der Ton war im Zweifelsfall zu tief und sprach nicht richtig an; meistens war das Abphrasieren bei Kadenzen in G-Dur oder g-moll ein arges Vabanque-Spiel. Auf der Marigaux, die ich beim Rohrbau verwende, verhält es sich ähnlich übel: Zum Testen von Kundenrohren spiele ich oft das Solo aus "Don Juan" von Strauss, und das die Phrase abschließende g1 hat in den meisten Fällen Ladehemmung. Damit es überhaupt kommt, ohne übelst herauszuplatzen, muss ich beim Nacharbeiten der Rohre regelrechte Kopfstände veranstalten. Auf der Mönnig dagegen ist das g1 ein butterweich losgehender Ton wie alle übrigen; das Phrasenende des "Don Juan"-Solos stellt da überhaupt kein Problem dar..... :spock1:
      Herzliche Grüße

      Bernd
    • AlterOboist schrieb:

      So muss ich jetzt eben mit der "Zicke" klarkommen :D
      Im Moment gewährt Frank & Meyer 6% Rabatt auf den Kauf eines Neuinstruments..... ;)

      Mal im Ernst: Viele wären sicher froh, wenn sie deine Marigaux zur Verfügung hätten! Lass dich von mir nicht kirre machen!

      Allerdings würde ich nicht mehr auf einem anderen Instrument als auf den beiden Mönnigs spielen wollen. Wer einmal weiß, was möglich ist, ist für immer verdorben....

      Herzliche Grüße

      Bernd

    • arundo donax schrieb:

      AlterOboist schrieb:

      So muss ich jetzt eben mit der "Zicke" klarkommen :D
      Im Moment gewährt Frank & Meyer 6% Rabatt auf den Kauf eines Neuinstruments..... ;)

      Mal im Ernst: Viele wären sicher froh, wenn sie deine Marigaux zur Verfügung hätten! Lass dich von mir nicht kirre machen!

      Allerdings würde ich nicht mehr auf einem anderen Instrument als auf den beiden Mönnigs spielen wollen. Wer einmal weiß, was möglich ist, ist für immer verdorben....

      Herzliche Grüße

      Bernd



      Ah, keine Sorge. Ich bin zum Glück nicht von permanenten Zweifeln bezüglich meines vorhandenen Instrumentes geplagt. Ich bin einfach nur grundsätzlich daran interessiert, was es in der Oboenwelt so alles gibt, und sehe natürlich gerne Stärken und Schwächen im Vergleich.

      Trotz des verlockenden Frank & Meyer 6% Rabatts würde mir dann auch das notwendige Kleingeld für so eine Anschaffung fehlen :D
      Viele Grüße
      Bernhard
    • Und es gibt eine neue Urtextausgabe des Strauß`schen Oboenkonzertes, herausgegeben von ....



      .... Hansjörg Schellenberger



      Es würde mich sehr interessieren, irgendwann mal hier die Meinung von einem der hier anwesenden Profis zu dieser Ausgabe zu lesen 8)
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Leleux mit sieht mit Bart indeutig besser und sympathischer aus, finde ich.

      Leider sind die Hörproben sehr kurz. Während davon auszugehen ist, dass die Truppe um Leleux perfekt spielt, weiß ich nicht so recht, was ich von den Kompositionen halten soll und wie originell die Werke sind.
      Die Herren Spohr, Onslow und Klughardt haben musikalisch ja nicht so den "Footprint" hinterlassen.

      Kennt jemand die Kompositionen genauer?
      Viele Grüße
      Bernhard
    • Ich kenne (noch) gar keines der Werke - aber das wird sich mit dem Erhalt dieser CD ja bald ändern ^^

      Wobei ich das Concertino für Oboe op. 18 von Klughardt sehr mag .... das könnte ich ja auch mal wieder spielen 8o

      Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass so hochkarätige Musiker wie Leleux, Pahud und die anderen irgendwelche "minderwertige" Musik aufnehmen würden :neenee1:
      Davon abgesehen: können nicht auch die weniger bekannten oder populären Komponisten "gute" Musik geschrieben haben ?
      Wobei ich persönlich ja eh nicht beurteilen kann, ob eine Musik gut oder schlechter ist, da ich von den Kriterien hierfür null Ahnung habe :schaem1: .... ich persönlich gehe eh nur nach "gefällt mir" oder "gefällt mir nicht" :D
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass so hochkarätige Musiker wie Leleux, Pahud und die anderen irgendwelche "minderwertige" Musik aufnehmen würden
      Davon abgesehen: können nicht auch die weniger bekannten oder populären Komponisten "gute" Musik geschrieben haben ?
      Wobei ich persönlich ja eh nicht beurteilen kann, ob eine Musik gut oder schlechter ist, da ich von den Kriterien hierfür null Ahnung habe .... ich persönlich gehe eh nur nach "gefällt mir" oder "gefällt mir nicht"

      Es gibt keine "minderwertige" Musik. Es ist alles Geschmacksache.
      Meine Frage galt der Originalität der Kompositionen. Auch Musik, die nicht originell ist, kann trotzdem schön und gefällig sein.
      Und ja, auch bei eher unbekannteren Komponisten gibt es das eine oder andere Juwel, weshalb ich genau das über die Kompositionen in Erfahrung bringen möchte.
      Viele Grüße
      Bernhard
    • AlterOboist schrieb:

      Es gibt keine "minderwertige" Musik. Es ist alles Geschmacksache.
      Ich fürchte, mit dieser Meinung stehen Du und ich relativ alleine hier im Forum da :S


      Eben habe ich noch ein mir unbekanntes Stück entdeckt - und zwar ein ebenfalls sehr hübsches, wie ich finde ^^ von Johann Michael Haydn, ein Divertimento für Oboe, Viola und Kontrabass MH 179.

      youtube.com/watch?v=AT4kAMkBrCg
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés