Oboen-Frischlinge

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    • thomasflorence schrieb:

      Habe Holz von Alliaud gekauft, Stangendurchmesser sollte aber eigentlich 10,5 sein....
      Hallo Thomas, das Holz, was ich bislang von Alliaud hatte, war meistens recht gut, aber bei diesem Produzenten (den ich in den 90ern mehrfach vor Ort heimgesucht habe) kann man auch schon mal richtiges Pech haben.

      Ich bin mittlerweile dazu übergangen, hauptsächlich Holz mit dem Stangendurchmesser 9,5 bis 10 mm zu verwenden. Es ist meistens deutlich billiger, und oft ist die Qualität auch besser. Tendenziell habe ich in meinen Rohren viel Spannung, aber das ist mir lieber als das Gegenteil. Zu viel Spannung bekomme ich weg, indem ich das Rohr in eine Wäscheklammer einklemme, aber richtige "Flachmänner" sind oft auch mit einer Zwinge nicht zu retten. Denke mal darüber nach, Holz mit einem etwas geringeren Durchmesser zu probieren!

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • So, die Lencses-Memoiren sind heute (mit handschriftlicher Signatur des Autors vom 11.5.) bei mir eingetroffen! Ich habe die ersten 20 Seiten gelesen und kann das Buch sehr empfehlen, denn Lencses schreibt äußerst lebendig und artikuliert seine Meinung ganz klar, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Außerdem verfügt er über einen weiten Horizont - so zitiert er zum Beispiel im Titel seiner Autobiographie den Physiker, Mathematiker,Theologen und Philosophen Blaise Pascal.

      Auch für Freunde der klassischen Musik, die keinen besonders engen Bezug zur Oboe haben, dürfte es sich um eine spannende Lektüre handeln! :thumbup:

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Hab jetzt Stangen von Rigotti mit Durchmesser 10-10,5 geordert und heute erhalten. Sollte das nicht wirklich helfen, dann werde ich auf deinen Ratschlag hören und mich mit 9,5-10er Stangen befassen :)

      Zudem habe ich mir jetzt eine etwas breitere Fasson für meine Fassonschneidemaschine zugelegt. Davor war es H126, jetzt habe ich mit die H64 geholt. Die H126 hat eine Ansprachenbreite von 6,86mm und die H64 7,00, hat einen etwas breiteren Bauch, läuft aber ähnlich schmal zur Taille hin, sodass die Höhe trotzdem gut stehen dürfte. Ganz am Fassonende ist sie breiter, sodass es leichter werden dürfte, dichte Rohre zu produzieren. Zudem bleibt etwas mehr Spielraum die Spannung zu erhöhen, wenn ich die Fasson nicht ganz so weit auf die Hülse schiebe. Und ich verspreche mir von der Fasson einen volleren Ton und eine leichtere Ansprache.

      So tastet man sich immer weiter an sein Optimum ran. Irgendwann ist die Fassonsucherei hoffentlich vorbei und man hat sein Setup gefunden.

      LG,
      Thomas
    • thomasflorence schrieb:

      Hier das Radiointerview des SWR:

      Danke für den Link, Thomas! Das Interwiew werde ich mir heute abend in Ruhe anhören.

      thomasflorence schrieb:

      Irgendwann ist die Fassonsucherei hoffentlich vorbei und man hat sein Setup gefunden.

      Obwohl ich letztendlich immer wieder auf die 17 zurückgekommen bin, haben sich bei mir im Laufe der Jahre so um die 20 verschiedene Schablonen angesammelt. Und die Suche nach einer doch vielleicht noch optimaleren Fasson wird wohl bis ans Ende meiner Laufbahn als Rohrbauer weitergehen... :pfeif:

      Die 64 kenne ich aber noch nicht. 7 mm Endbreite sind für mich aller Wahrscheinlichkeit nach zu schmal - trotzdem interessiert mich sehr, was für Erfahrungen du mit dieser Fasson machen wirst!

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • arundo donax schrieb:

      Die 64 kenne ich aber noch nicht. 7 mm Endbreite sind für mich aller Wahrscheinlichkeit nach zu schmal - trotzdem interessiert mich sehr, was für Erfahrungen du mit dieser Fasson machen wirst!
      Ich wollte kleine Schritte gehen, da ich mit meiner vorigen schmalen Fasson nicht ganz unzufrieden war. Deswegen erstmal 7.00mm

      Sobald ich ein paar Erfahrungen gesammelt habe, schreib ich sie hier auf :)
    • thomasflorence schrieb:

      Ich wollte kleine Schritte gehen, da ich mit meiner vorigen schmalen Fasson nicht ganz unzufrieden war.
      Klar - kleine Schritte sind auch sinnvoll!

      Ich habe bei schmalen Fassons das Problem, dass die Tiefe schwerer anspricht. Ergo muss ich das Rohr eher leichter machen, ergo schwingt deshalb weniger Material, und es schwingt sowieso schon weniger Material, da die Fasson ja schmaler ist. Deshalb komme ich mit schmalen Fassons nicht zu dem vollen Klang, den ich suche. ABER: Ich kenne durchaus Oboisten, die mit eher schmalen Fassons Rohre bauen, auf denen sie klanglich wunderbar spielen..... :whistling: -

      Nachmals vielen Dank für den Hinweis auf das Radio-Interwiew mit Lajos Lencses! Ich habe es eben gehört - und bin immer mehr fasziniert von diesem Ausnahmekünstler!

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Dieses Interview hate ich am Wochenende übrigens auch schon mal hierher verlinkt ;)

      Ich bin gespannt, ob ich auch noch an ein signiertes Exemplar dieses Buches komme :rolleyes:


      Hat hier eigentlich schon mal jemand was von Johann Adolph Hasse gehört ? 8o Mir ist der heute erstmals bewusst im Komponisten-Quartier in Hamburg begegnet und da fand ich eine Hörprobe eines Satzes aus einer Sonate für Oboe, Chalumeaux, Fagott und b.c., die mir sehr gefallen hat.
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Dieses Interview hate ich am Wochenende übrigens auch schon mal hierher verlinkt
      Sorry - hatte ich übersehen!

      Allegro schrieb:

      Hat hier eigentlich schon mal jemand was von Johann Adolph Hasse gehört ?
      Aber sicher doch - dieser Komponist war zu Lebzeiten überaus angesagt; ein gewisser Jan Dismas Zelenka stand am Dresdener Hof leider ganz arg in seinem Schatten. Das ändert aber nichts daran, dass Hasse recht gute Musik geschrieben hat. Im Egge-Verlag gibt es von ihm hübsche (aber nicht wirklich leichte!) Oboenduos, die ich mit fortgeschrittenen Schülern gerne spiele. --

      Lajos Lencses äußert sich in seinem Buch besonders lobend über das Oboenkonzert von Jean-Marie Leclair. Zu meiner großen Schande musste ich feststellen, dass ich dieses Konzert bislang noch gar nicht kannte :schaem1: :versteck1: :schaem1: , aber auf Youtube habe ich eine sensationelle Interpretation des Werks gefunden:
      youtube.com/watch?v=hdsuWsCVFWs

      Das, was Fabien Thouand da live(!) abliefert, klingt für meine Ohren technisch wie tonlich wie musikalisch grandios! :thumbup: :clap:

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Besonders schön fand ich die Aussage, dass das Instrument einen verändert. Ist tatsächlich so. Jedes Instrument hat seine eigene Aussagekraft und seinen Charakter. Je mehr man sich nun mit dem Instrument befasst, identifiziert man sich auch damit und übernimmt unbewusst auch Charaktereigenschaften. Ich geh jetzt aber besser nicht auf die vielen plakativen Beispiele ein: Tuba, Bratsche und Trompeter :D

      Gestern habe ich schonmal paar Rohre gedrittelt und innengehobelt. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Dicke der Mitte der späteren Fasson 61/100mm beträgt. Ich habe daraufhin die Schrauben fürs Hobelbett gelöst und das Hobelbett in Richtung "dünner" geschoben. Daraufhin hat die Maschine aber leider garnichts mehr weggehobelt, sondern nur metallfarbene Spuren auf dem Holz hinterlassen. Das Messer stößt aber nicht gegen das Hobelbett. Habe das Hobelbett jetzt auf den niedrigsten Wert gestellt, mit dem noch geschabt wird, komme aber trotzdem nur auf 59-60/100mm. Kennt jemand vielleicht den Grund dafür? Es muss doch möglich sein auch 57/100mm mit der Reeds`N Stuff Maschine zu hobeln. Habe an der Maschine, so wie ich sie bekommen habe, außer an den eben genannten Schrauben für das Hobelbett nichts verändert.

      Viele Grüße und schonmal ein schönes Wochenende :)

      Thomas
    • thomasflorence schrieb:

      Es muss doch möglich sein auch 57/100mm mit der Reeds`N Stuff Maschine zu hobeln.
      Natürlich muss das möglich sein. Aber da meine Innenhobel alle von anderen Firmen kommen (Rieger, Michel, Rimpl), kann ich dir leider nicht richtig weiterhelfen, wobei es mir befremdlich vorkommt, dass man das Hobelbett verschieben muss, um die Hobelstärke zu verändern - bei meinen Maschinen ist das nicht der Fall! Es bleibt dir wohl nichts anderes übrig, als dich an Reeds 'n Stuff zu wenden und dort dein Problem zu schildern.

      Um es ehrlich zu sagen: Von den Reeds 'n Stuff Maschinen, die Eingang in meine Werkstatt gefunden haben, verwende ich lediglich den Vorhobel dauerhaft. Mit dem Außenhobel komme ich im Gegensatz zur Hipper-Maschine auf keinen grünen Ast, der Fassonschneider ist für mich wesentlich unhandlicher als der von Hörtnagl, weshalb ich lediglich ab und an ein paar d´amore -Fassons auf ihm fertigstelle, und beim Rohrabschneider sieht man nicht so richtig, wie viel man abschneidet - den habe ich mir mittlerweile in deutlich besser von Rieger angeschafft...und dazu kommt dann noch die "Freundlichkeit" des Rohrbauexpertens von Reeds 'n Stuff. Wenn ich daran denke, auf welche Art und Weise der mich 2018 im Marriott abgekanzelt hat, wird mir immer noch heiß und kalt <X :schimpf1: ....

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • So - auch ich habe nun heute endlich das Buch bestellt - und auch promt die Anfrage bekommen, ob ich ein signiertes Exemplar haben möchte :D Und die Noten zu den Hasse-Sonaten für 2 Oboen habe ich mir gleich mal mitbestellt ^^

      Das Oboenkonzert von Jean-Marie Leclair habe ich mir dann heute auch mal angehört - und finde es ganz nett, aber zumindest nach einmaligem Hören hat es mich noch nicht schwer begeistert :versteck1:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Hat hier eigentlich schon mal jemand was von Johann Adolph Hasse gehört ? Mir ist der heute erstmals bewusst im Komponisten-Quartier in Hamburg begegnet und da fand ich eine Hörprobe eines Satzes aus einer Sonate für Oboe, Chalumeaux, Fagott und b.c., die mir sehr gefallen hat.
      Und die CD zu dieser Sonate habe ich nun auch gefunden; sie ist hier dabei:



      Auch die Hörschnipsel der restlichen Sätze finde ich wunderschön :love: - besonders schön finde ich, dass da auch wirklich ein Chalumeaux gespielt wird - aber eine moderne Klarinette würde da ja schließlich auch nicht dazu passen.
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Das Oboenkonzert von Jean-Marie Leclair habe ich mir dann heute auch mal angehört - und finde es ganz nett, aber zumindest nach einmaligem Hören hat es mich noch nicht schwer begeistert
      Nach nochmaligem intensiven Anhören heute auf einem ordentlichen Gerät (nicht auf dem Tablet wie gestern) revidiere ich meine Meinung von gestern und schließe mich Bernds Merinung an:

      arundo donax schrieb:

      aber auf Youtube habe ich eine sensationelle Interpretation des Werks gefunden:
      ...
      Das, was Fabien Thouand da live(!) abliefert, klingt für meine Ohren technisch wie tonlich wie musikalisch grandios!
      Auf Thouands Homepage gibt es noch mehr Videos und hier beeindruckt mich besonders das Bach-Konzert 1059R - insbesondere klanglich reicht es schon ganz nah an Leleux heran :verbeugung2: Und das auf einer Buffet-Oboe ^^ Anfangs dachte ich ja, das wäre schon ein "Virtuose"; ist es aber nicht :rolleyes:

      fabienthouand.com/en/multimedia
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Thumbplate Oboe umrüsten auf Conservatoire System

      Hallo Leute,
      ist es ohne weiteres möglich, eine Oboe mit Thumbplate Mechanik aus Englang auf ein "normales" Conservatoire-System umzurüsten?

      Grüße,
      Ernst
      "Music is the voice of the all - the divine melody - the cosmic rhythm - the universal harmony." aus Music for all of us (Stokowski, 1943)
    • Allegro schrieb:

      Auf Thouands Homepage gibt es noch mehr Videos und hier beeindruckt mich besonders das Bach-Konzert 1059R - insbesondere klanglich reicht es schon ganz nah an Leleux heran
      Offengestanden gefällt mir Thouand fast noch einen Hauch besser als Leleux, der mich zwar auch sehr fasziniert, aber in manchen Aufnahmen schon fast zu gewollt, zu manieriert spielt. Das, was Thouand gestalterisch macht, wirkt auf mich absolut natürlich. Und in puncto Weichheit und Wärme des Klangs lässt er bei mir keine Wünsche offen.

      Allegro schrieb:

      Und das auf einer Buffet-Oboe Anfangs dachte ich ja, das wäre schon ein "Virtuose"; ist es aber nicht
      Laut der Aussage gewisser Fachhändler klingen die normalen "Greenline"-Oboen von Buffet ja besser als die "Virtuose"...

      Und mittlerweile ist Thouand auf Mönnig umgestiegen. Aus guten Gründen, denke ich mal.... ;)

      scherchen schrieb:

      ist es ohne weiteres möglich, eine Oboe mit Thumbplate Mechanik aus Englang auf ein "normales" Conservatoire-System umzurüsten?
      Möglich ist es bestimmt, aber ich vermute, dass der Aufwand nicht ganz gering sein wird. Mit einem Tausender an Umbaukosten wird man da wahrscheinlich schon rechnen müssen - genau weiß ich das aber natürlich nicht! Vielleicht fragst du einfach mal bei Frank & Meyer an. Die machen ja derartige Umbauten und werden wohl sagen können, was dich der Spaß kosten würde.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Gerade bin ich auch mal auf die Homepage von Fabien Thouand gegangen - dort habe ich mir die 2. Schumann-Romanze in seiner Interpretation angehört. Von dieser Aufnahme bin ich nicht ganz so begeistert wie von Thouands Leclair-Konzert. Einiges in der Romanze wirkt auf mich zu geradeaus gespielt, und auch der Klang überzeugt mich nicht so rückhaltlos. Man merkt mal wieder, dass die Schumann-Romanzen einfach unglaublich schwer zu meistern sind.....

      Thouand spielt hier übrigend, wenn ich mich nicht schwer verguckt habe, keine normale "Greenline", sondern eine "Orfeo". Man sieht das am Oberstück - der Baluster geht bei der "Orfeo" glatt in das Oberstück über.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Zwischenzeitlich habe ich mir den Schumann auch angehört; jedoch berührt sie mich hier auch nicht wirklich; und für eine Romanze finde ich ein paar Stellen zu forsch gespielt. Allerdings weiß ich nicht, welche Anweisungen hier vielleicht auch in den Noten stehen mögen ...

      Fairerweise muss ich jedoch dazusagen, dass ich generell noch keine Aufnahme davon gehört habe, die mich von vorne bis hinten berührt hat - denn es ist halt einfach nicht durchgängig "meine" Musik .... :versteck1:
      Vielleicht wäre das anders, wenn Du, Bernd, sie auf der Messe auch mal zu Ende gespielt hättest und nicht immer nur den Anfang davon :pfeif: :D :pfeif:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés