Oboen-Frischlinge

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    • Die Schumann-Romanzen gehören bläserisch und musikalisch einfach zum Schwersten, was für unser Instrument geschrieben wurde.

      Ich habe mir die 2, Romanze gerade noch mal in mehreren Interpretationen angehört - die meisten davon befriedigen mich von der Gestaltung her gesehen überhaupt nicht. Das geht schon mit der oft viel zu geradeaus und zu lieblos gespielten Triole in Takt 7 los....

      Der einzige Oboist, der die 2. Romanze weitestgehend so interpretiert, wie ich mir das vorstelle, ist - ich sage es nur ungern :D - Albrecht Mayer! Seine Aufnahme mit Helen Grimaud ist wirklich herausragend. Ganz schrecklich dagegen finde ich die Version seines Kollegen Christoph Hartmann. Der sollte besser bei Pasculli bleiben....

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • arundo donax schrieb:

      Der einzige Oboist, der die 2. Romanze weitestgehend so interpretiert, wie ich mir das vorstelle, ist - ich sage es nur ungern :D - Albrecht Mayer! Sein Aufnahme mit Helen Grimaud ist wirklich herausragend.
      Ist Mayer dort Deiner Meinung nach noch besser als hier, mit Markus Becker:
      ?

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Gurnemanz schrieb:

      Ist Mayer dort Deiner Meinung nach noch besser als hier, mit Markus Becker:
      Nein, ist er nicht! Ich habe mir die Aufnahme mit Becker gerade noch einmal bei Youtube angehört - beide Versionen befinden sich, was die Gestaltung der 2. Romanze angeht, für meine Ohren auf einem ähnlichen (einsam hohen :spock1: ) Niveau. Die neuere Version mit Becker entspricht noch einen winzigen Hauch mehr meiner Vorstellung; allerdings handelt es sich hier im Gegensatz zu der Variante mit Grimaud, die offenbar live mitgeschnitten wurde, um eine Studioproduktion, an der beliebig herummanipuliert werden konnte.


      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Diese CD hab ich sogar - wobei ich nicht weiß, ob ich die überhaupt schon jemals komplett gehört habe :schaem1:
      Aber die Romanze werde ich mir demnächst mal in Ruhe anhören ;)

      Im Unterricht haben wir uns heute mit unseren d`Amoren an einem Telemann-Affetuoso-Duett und dem zweiten Satz aus dem Doppelkonzert von Vivaldi ausgetobt - da wir evtl. in zwei Wochen ein kleines Vorspiel an einer Schule im Nachbarort damit haben werden .... ist aber noch nicht sicher .... auf jeden Fall finde ich beide Sätze auf der d`Amore noch schöner als mit der normalen Oboe :love:
      Und an der d`Amore-Fassung zu BWV 1053 haben wir uns dann noch versucht .... 8)
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Danke, Bernd!

      Habe übrigens noch diese Aufnahme gefunden, ebenfalls Mayer mit Becker, mit einem anscheinend durchaus reizenden Programm:


      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Wenn man sich diverse Aufnahmen der 2. Romanze anhört, erlebt man die dollsten Sachen. Einige - wie zum Beispiel die Solooboistin der Dresdener Staatskapelle Celine Moinet (die mich trotz ihres schönen Klangs und trotz heftigen Herumrührens mit ihrer Oboe bei den Romanzen überhaupt nicht überzeugt) - spielen die Überleitungslinie in Takt 16 (in meiner Peters-Ausgabe direkt vor dem Buchstaben "D") tatsächlich mit einem dicken Crescendo, anstatt die Linie wie Mayer (und auch Hartmann) mit einem Decrescendo (ich mache zusätzlich zum Decrescendo noch ein klitzekleines Ritardando) abzuphrasieren!

      Wer an dieser Stelle crescendiert, frisst wahrscheinlich auch kleine Kinder.... :D

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Nun höre ich gerade besagte AM-CD und wundere mich, warum die bisher nie "an mich ging" :rolleyes:
      Klar - es ist nicht meine Lieblingsepoche und wird es auch nie werden; aber vor allem klanglich und ausdrucksmäßig sind die Oboen-Stücke darauf wunderschön gespielt - inkl.der Schumann-Romanzen und sogar der Schilflieder ^^
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Nun habe ich mir auch mal die Noten dazu angeguckt - kann es sein, dass "Dein" Takt 16 hier der Takt 15 ist, Bernd ?

      ks.imslp.net/files/imglnks/usi…p.94=hautb-pno_-_Oboe.pdf

      Wenn dem so ist, würde auch ich nie im Leben auf die Idee kommen, hier ein crescendo zu spielen :S - denn 1. steht da ja sogar ein decrescendo und 2. klingt das anders einfach gruselig - ich habe es nämlich eben sogar selber ausprobiert . ^^
      ... und mich durch alle 3 Romanzen durchgespielt und festgestellt: zum selberspielen sind sie ja richtig schön 8o Ich glaube, an denen werde ich ab sofort arbeiten :D
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Nun habe ich mir auch mal die Noten dazu angeguckt - kann es sein, dass "Dein" Takt 16 hier der Takt 15 ist, Bernd ?
      Ja - ich habe vergessen, den Auftakt mitzuzählen....

      Allegro schrieb:

      Wenn dem so ist, würde auch ich nie im Leben auf die Idee kommen, hier ein crescendo zu spielen - denn 1. steht da ja sogar ein decrescendo
      Ich vermute mal, dass das decrescendo nicht von Schumann stammt. In der Peters-Ausgabe findet es sich jedenfalls nicht. Überhaupt stehen dort viel weniger dynamische Bezeichnungen als in der von dir verlinkten Edition des Herrn Larocque. Aber wie auch immer- es gilt deine nächste Aussage:

      Allegro schrieb:

      ...und 2. klingt das anders einfach gruselig ...
      Genau das finde ich auch. Nicht nur Celine Moinet spielt trotzdem ein crescendo....

      Allegro schrieb:

      Ich glaube, an denen werde ich ab sofort arbeiten
      Mach das mal! Bläserisch und musikalisch kann man dabei sehr viel lernen!

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • arundo donax schrieb:

      Bläserisch und musikalisch kann man dabei sehr viel lernen!
      In der Tat - diese Romanzen haben mir auch heute wieder viel Spaß gemacht :D


      Gerade gefunden: am 7. März 2020 spielt Jonathan Kelly das Strauß´sche Oboenkonzert mit den Berlinern unter Rattle 8o

      digitalconcerthall.com/de/concert/52533
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Gerade gefunden: am 7. März 2020 spielt Jonathan Kelly das Strauß´sche Oboenkonzert mit den Berlinern unter Rattle
      Ich muss gestehen, dass ich kein besonders großer Fan von Jonathan Kelly bin. Kelly spielt seine Oboe mit einer höchst eindrucksvollen Leichtigkeit - man hat fast das Gefühl, es könnte sich auch um eine Blockflöte handeln. Und er produziert dabei im Gegensatz zu Holliger etc. immer noch einen in den meisten (nicht allen!) Fällen gedeckten, weichen Klang. Das, was auf der einen Seite faszinierend wirkt, stört mich aber auf der anderen Seite: Die fehlende Körperspannung bewirkt für meine Ohren auch eine zu geringe musikalische Spannung. Die Flexibilität und Selbstverständlichkeit, mit der Kelly agiert, ist bewundernswert - aber am Ende fehlt es mir an Intensität....

      Trotzdem bin ich natürlich daran interessiert, wie Kelly das Strauss-Konzert gestalten wird! Deshalb danke für den (sehr :/ ) frühen Hinweis!

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • arundo donax schrieb:

      Kelly gestaltet das Solo fraglos sehr lebendig und differenziert!

      Trotzdem fehlt mir hier die letzte Intensität, das unbedingte Herzblut......
      Volle Zustimmung.

      Von Kelly kenne ich bisher nur Aufnahmen mit kleinen Solo-Passagen.
      Ton und Ausdruck gefallen mir jedoch überwiegend sehr gut .....

      Sehr begeistert hatte er mich jedoch im Silvesterkonzert 2012 der Berliner mit seinem Part in einer Händel-Arie .... leider finde ich das Video in voller Länge dazu nicht mehr, es gibt nur noch einen wenige Sekunden dauernden Auszug davon .... aber wie perfekt er damals den Trompetenpart imitierte, war herrlich :verbeugung2:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Ich habe eben eine überraschende Aufnahme von Haydns "Lamentatione" gehört .... da spielt die Oboe am Ende des 2. Satzes doch tatsächlich ein paar Triller und Verzierungen - auch die Hörner wagen ein paar Triller ....

      Hier ab Min. 10 etwa: youtube.com/watch?v=L9uFQJ-n_ZA

      Aber ob mir das gefällt, weiß ich noch nicht .... was haltet Ihr davon ?
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Allegro, den Trillern stehe ich ziemlich neutral gegenüber. Sie begeistern mich nicht besonders, aber sie stören mich auch nicht.

      Insgesamt finde ich den langsamen Satz in dieser Interpretation völlig aussagelos gespielt. :thumbdown: Wenn es die von dir verlinkte Aufnahme nicht gäbe, würde mir nicht das Geringste abgehen.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • arundo donax schrieb:

      Insgesamt finde ich den langsamen Satz in dieser Interpretation völlig aussagelos gespielt.
      Ich ja auch .... ich war nur so überrascht von den Verzierungen; bisher kannte ich nur Aufnahmen / Aufführungen ganz ohne hier im zweiten Satz ...
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      .... ich war nur so überrascht von den Verzierungen; bisher kannte ich nur Aufnahmen / Aufführungen ganz ohne hier im zweiten Satz ...
      Allegro, im Rahmen der HIP-Bewegung, zu deren Vertretern Thomas Fey offensichtlich gehört (hat), leistet man sich mittlerweile bei Verzierungen in Werken der Wiener Klassik eine Menge an Freiheiten. So hört man z.b. auch in den Oboenkonzerten von Haydn und Mozart heutzutage Sachen, die sich vor 50 Jahren kein Mensch zu spielen getraut hätte.

      Grundsätzlich bewerte ich diesen "kreativen" Umgang mit dem Notentext erst einmal positiv. Noch so fantasievoll gestrickte Verzierungen bringen aber wenig bis nichts, wenn der grundsätzliche Duktus der Musik nicht gut getroffen wird. Und das ist für meinen Geschmack bei Feys Interpretation des langsamen Satzes der Fall - ich höre hier jedenfalls nichts von der besonderen Emotionalität, die diesen Satz auszeichnet, sondern das Ganze schleppt sich ziemlich akademisch dahin.

      Zitat aus Wikipedia: "Robbins Landon lobt die Sinfonie: Von allen übrigen Haydn-Sinfonien sei keine wirkungsvoller in ihrem unglaublich kräftigem Ausdruck, keine tragischer, keine emotionaler (und daher romantischer) in ihrer Konzeption.[11]"

      Nichts fürchten viele Anhänger der reinen HIP-Lehre mehr als eine vermeintliche "Romantisierung" barocker oder klassischer Musik - und aus dieser Furcht heraus entstehen dann (nicht immer, aber auch nicht selten) solche blutleeren Versionen.

      Die anderen Sätze habe ich mir bislang noch nicht unter Feys Dirigat angehört. Ich werde das aber nachholen.

      Herzliche Grüße

      Bernd