Oboen-Frischlinge

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    • Ich muss meine gestrige Aussage

      Allegro schrieb:

      Allerdings sind da - zumindest für mich als Laien - so ca. 2,5 Variationen fast unspielbar - zumindest, wenn man halbwegs das richtige Tempo spielen will ...
      korrigieren, nachdem ich mir heute auch die zweite Hälfte näher angesehen und mich daran versucht habe: wirklich unspielbar ist für mich aktuell sogar nur eine einzige Variation 8o - nämlich die Nr. 19, die sich so sehr in schwindelerregende Höhen bis zum a3 begibt .... da sollte ich mir tatsächlich mal die d-moll-Version zulegen :rolleyes: Andererseits "liegt" in e-moll natürlich das fis besser als das f in d-moll :/
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Ein zumindest in den USA wichtiges Werk für Oboistinnen und Oboisten ist von Gabriel Grovlez, erschienen im Leduc Verlag: Sarabande et Allegro für Oboe und Klavier. Immerhin Louis Bleuzet gewidmet... Man braucht es aber nicht teuer zukaufen (Bernd hat 100% recht, die Leduc Noten sind allesamt nicht nur überteuert sondern auch fast alle in einem völlig unhandlichen Format, passen eigentlich in keine Notentasche rein) - es gibt sie auch unter imslp.eu/files/imglnks/euimg/7…nde_et_Allegro_(oboe).pdf
    • Hab mir das Stück nun mal angehört - es gefällt mir sogar halbwegs. Könnte mir auch vostellen, das mal selber in Angriff zu nehmen :rolleyes:

      Von Gabriel Grovlez und auch von Louis Bleuzet hatte ich allerdings vorher noch nie im Leben gehört :versteck1:


      Aber warum ist dieses Werk eines fanzösischen Dirigenten und Komponisten, dessen Werke eigentlich heute weitgehend vergessen sind, ausgerechnet in den USA wichtig ?
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Das hr-Sinfonieorchester hat übrigens schon seit Januar 2019 eine neue stellvertretende Solo-Oboe, die mir entsprechend schon seit geraumer Zeit als 2. Oboistin in deren Konzert-Videos auffiel.
      Vor zwei Wochen war sie dann erstmals tatsächlich an der 1. Oboe zu hören (und zu sehen natürlich), und zwar in Dvoraks 8. Sinfonie:

      youtube.com/watch?v=uOWQQCWTVQ8

      Ihr Spiel und ihr warmer Ton gefielen mir hier sehr, sehr gut. Leider war sie in der Musikerliste bislang nicht zu finden ....

      ... aber seit heute steht sie endlich dort (übrigens aufgrund meiner Nachfrage beim Orchester, wer die Dame denn ist und ob man sie künftig öfters zu hören bekommt, woraufhin heute die Antwort kam mit der Bemerkung, dass man wohl vergessen hatten, die website zu aktualisieren :rolleyes: und sich daher sehr für meine Nachfrage bedankt hat :D ) ...

      Es handelt sich um eine junge Dame namens Doğa Saçılık, die u.a. bei Dominik Wollenweber studiert hat 8)

      hr-sinfonieorchester.de/orches…r/doa-saclk,oboe-106.html



      Sehr hörenswert, wie ich finde :P


      :wink:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Ich bin auch ganz gespannt darauf, weitere Aufnahmen mit ihr zu sehen und zu hören .... heute abend gibt es Schumanns berühmtes a-moll-Klavierkonzert im livestream - ich bin gespannt, welchen der drei Solo-Oboisten wir hier heute genießen dürfen :P


      Und auch das Norwegische Kammerorchester steht ja auf meiner Abo-Liste, mit dem übrigens Franxois Leleux am 12. November auftreten wird tritt - ich hoffe sehr, dass es danach auch von diesem Konzert etwas auf youtube zu hören sein wird 8o

      Gerade eben habe ich dort das neueste (sehr kurze) Video mit Bachs: "Quodlibet ´& 'Aria' from Goldberg Variations" angeklickt und das Quodlibet hat mich mit regelrecht entzückt - mal ein ganz anderes Arrangement - mit Oboe und Englischhorn ;) ; aber auch die Aria ist trotz deutlicher verjazzung sehr hörenswert 8)


      youtube.com/watch?v=fNG6c-GSY30
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Gabriel Grovlez

      Hallo Allegro - unter dem Link IDRS Magazin 1997 äußert sich Heinz Holliger in einem über zwanzig Jahre alten Interview über die Entwicklung der Oboenliteratur in den 20er und 30er Jahren im letzten Jahrhundert in den USA und erwähnt auch Grovlez. Es lohnt sich dieses Interview mal zu lesen - obgleich es sehr typisch für ihn auch recht harsche Äußerungen über Kollegen beinhaltet, die er teilweise gar nicht persönlich kannte... Kurz gesagt: Es gab zwischen den Weltkriegen einfach keine Oboensolisten, die große Konzerte spielten und daher wurde die zeitgenössische Spielliteratur auch sehr von der einflußreichen französischen Schule damals geprägt. Schon allein die Einlassung, daß der Widmungsträger der Saint-Saens Sonate sich nicht traute diese öffentlich zu spielen wirft ja schon ein bezeichnendes Licht auf die Situation und das oboistische Niveau zwischen den Weltkriegen in den USA. Da blieben eben nur so einfacher gestrickte Werke wie das von Grovlez übrig...
      Zum Thema Kirchenmusiker-Bashing noch ein nettes Erlebnis heute: Der Münsterkirchenmusikdirektor einer benachbarten Stadt rief an und fragte mich, ob ich denn auch Bassetthorn im Mozart Requiem spielen könne, ich sei doch Oboist....

      Allegro schrieb:

      Aber warum ist dieses Werk eines fanzösischen Dirigenten und Komponisten, dessen Werke eigentlich heute weitgehend vergessen sind, ausgerechnet in den USA wichtig ?

      Allegro schrieb:

      Hab mir das Stück nun mal angehört - es gefällt mir sogar halbwegs. Könnte mir auch vostellen, das mal selber in Angriff zu nehmen :rolleyes:

      Von Gabriel Grovlez und auch von Louis Bleuzet hatte ich allerdings vorher noch nie im Leben gehört :versteck1:


      Aber warum ist dieses Werk eines fanzösischen Dirigenten und Komponisten, dessen Werke eigentlich heute weitgehend vergessen sind, ausgerechnet in den USA wichtig ?
    • Vielen Dank für die Infos und den Artikel.

      Karl Wentzel schrieb:

      Zum Thema Kirchenmusiker-Bashing noch ein nettes Erlebnis heute: Der Münsterkirchenmusikdirektor einer benachbarten Stadt rief an und fragte mich, ob ich denn auch Bassetthorn im Mozart Requiem spielen könne, ich sei doch Oboist....
      Aua - das tut ja richtig weh ;(
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Heute abend hatte ich nach längerer Zeit mal wieder Besuch von dem mit mir befreundeten Solooboisten der Philharmonie Zuidnederland. Beim Fachsimpeln waren wir uns erschreckend einig über die Holzfrage (wirklich gutes Rohrholz ist leider kaum noch zu bekommen) und über die vielen Unwägbarkeiten beim Rohrbau. Die Probleme gehen sonstwo los (z.b. bei der Härtemessung - H. hat mal einen Härtetester gekauft, aber das Gerät steht seit langem auch nur im Schrank) und hören mit den erstaunlichen Toleranzen, die beim Fassonieren entstehen, noch lange nicht auf....

      Sprich: Der Rohrbau ist und bleibt trotz aller Objektivierungsversuche, aller Messuhren sowie Härte- und Dichtetester letztlich immer ein Stochern im Nebel. Gewiss gibt es Möglichkeiten, die Fehltreffer nicht ins absolut Unerträgliche ausufern zu lassen....

      ... aber man bewegt sich angesichts der stets wechselnden (und leider eher selten wirklich guten) Eigenschaften des Materials immer auf einem ziemlich schwankenden Boden. Das blöde Schilf mag sich halt nicht einmal ansatzweise auf einen gewissen Standard bringen lassen, sondern führt Stück für Stück sein Eigenleben.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Interessant, was Du da feststellst. Dann brauche ich mich also nicht zu wundern, wenn ich auch immer öfter nur noch Rohre aus - für mich - zu weichem Holz bekomme (nicht von Dir) ;(


      Ich habe übrigens Aussicht auf einen neuen Lehrer: auf ein Inserat meinerseits in einem anderen Musik-Forum meldete sich tatsächlich ein Musikstudent bei mir, der zwar weiter weg wohnt, aber die längere Bahn-Anreise nicht scheut, dafür dann aber auch gleich für 2 Stunden kommen will und so habe ich für in zwei Wochen mal eine "Probeeinheit" mit ihm vereinbart 8o Ich bin gespannt :P und übe fleißig die vereinbarten Stücke: Bach BWV 1060, Vivaldi RV 535 und die Donizetti-Sonate .... ist zwar ansatzmäßig ein bischen viel auf einmal, aber mal sehen ... :rolleyes:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Neu

      Allegro schrieb:

      Dann brauche ich mich also nicht zu wundern, wenn ich auch immer öfter nur noch Rohre aus - für mich - zu weichem Holz bekomme (nicht von Dir)
      Mit zu weichem Holz (welches ich natürlich schon im Vorfeld nach besten Kräften aussortiere), habe ich es natürlich sehr häufig zu tun. Aber gerade in letzter Zeit stellt zu hartes Holz für mich ein beinahe genauso großes Problem dar. Viel zu oft erlebe ich Rohre, die nach dem Aufschneiden eine Mörderspannung entwickeln und aufgrund ihrer Härte/Unflexibilität kaum zum Durchschwingen zu bringen sind.

      Richtig gute Ergebnisse erziele ich letztlich nur mit Hölzern, die weder zu weich noch zu hart sind, sondern sich irgendwo in einem mittelharten Bereich befinden. Aber woher diese (dauerhaft) nehmen....? ?( ;(

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Neu

      arundo donax schrieb:

      Aber gerade in letzter Zeit stellt zu hartes Holz für mich ein beinahe genauso großes Problem dar. Viel zu oft erlebe ich Rohre, die nach dem Aufschneiden eine Mörderspannung entwickeln und aufgrund ihrer Härte/Unflexibilität kaum zum Durchschwingen zu bringen sind.
      8| Das hätte ich nun nicht gedacht ;(


      Eben gefunden:

      Günther Passin mit BWV 1060 :love: youtube.com/watch?v=aqnVB7Z92EU

      Und Leleux mit Strauß aus 2016 - für die Einleitung muss man leider französisch können :heul1: - aber für die nachfolgende Musik dann zum Glück nicht mehr: youtube.com/watch?v=GoAt_jKGs0E
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Neu

      Wow - bei DIESER Strauß-Aufnahme werde sogar ich noch zum Fan dieses Konzertes :verbeugung1: :love: :verbeugung1: :love: :verbeugung1:
      Der zweite Satz hat mir so noch nie Tränen in die Augen gezaubert vor lauter Innigkeit :schaem1: - und der dritte ist ebenfalls traumhaft gespielt :verbeugung2: :verbeugung2: :verbeugung2:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Neu

      Allegro schrieb:

      Das hätte ich nun nicht gedacht

      Es ist leider so! Gerade heute hatte ich wieder mit etlichen Betonrohren zu kämpfen :schwitz1: . Das Holz sieht erst einmal sehr gut aus, aber man schnitzt sich einen Wolf, und die ganze Angelegenheit schwingt und schwingt trotzdem nicht. Manchmal bekommt man so ein Rohr doch noch ans Laufen, und dann wird es oft besonders stabil. Aber zu 80 - 90 Prozent handelt es sich schlussendlich um einen Fall für die Tonne.... ;(


      Allegro schrieb:

      Günther Passin mit BWV 1060 youtube.com/watch?v=aqnVB7Z92EU
      Ich bin ja wirklich ein ganz großer Passin-Fan und habe normalerweise auch für Rilling einiges übrig. Aber musikalisch gefällt mir diese Aufnahme nicht. Ich finde Passins Spiel hier über weite Strecken viel zu straight und dynamisch wie agogisch zu undifferenziert. Naja, auch der allergrößte Oboist hat nicht immer einen richtig guten Tag....

      ...und ich muss gestehen, dass ich mit den Ecksätzen von BWV 1060 eh ein Problem habe..... :schaem1: :versteck1:

      Allegro schrieb:

      Und Leleux mit Strauß aus 2016 - für die Einleitung muss man leider französisch können - aber für die nachfolgende Musik dann zum Glück nicht mehr: youtube.com/watch?v=GoAt_jKGs0E
      Hier bin ich geteilter Meinung. Die Läufe im 1. Satz kommen mir zu "französisch" nudelig und zu wenig romantisch gesanglich entgegen. Aber der langsame Satz ist ein Traum! :spock1: :top: :verbeugung1: :verbeugung1:

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Neu

      Der Becherform nach ist das eine Mönnig. Ich kenne jedenfalls keine andere Firma, die d´amoren mit trichterförmigen Bechern anbietet.

      Das Arrangement finde ich spannend, den Oboisten musikalisch und intonationsmäßig sehr überzeugend. Klanglich gefällt er mir allerdings gar nicht - ich suche einen ganz anderen Sound auf der d´amore.

      Herzliche Grüße

      Bernd