Oboen-Frischlinge

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    • Thema Klang und schöner Oboenton

      Eine Frage an die Runde der Frischlinge: Wie denkt ihr darüber woher es kommt, daß jemand auf seinem Instrument einen schönen Klang oder eine schöne Tonqualität hervorbringt? Speziell im Fall Oboe scheint es mir oft so, daß sehr viel Wert auf kleinste Details des Materials gelegt wird, was zweifelsohne schon auch sehr wichtig ist.
      Meine Beobachtung ist aber auch, daß die Faktoren Übeintensität und Übedauer ebenfalls eine sehr große, fast noch größere Rolle spielen, besonders das routinierte optimale Zusammenspiel von Luftführung, Lockerheit, rundem Ansatz, Flexibilität und Ausdauer der Ansatzmuskulatur.
      "Endkontrolle" schlußendlich ist dann das Gehör bzw. die Fähigkeit, das beim Spielen selbst gehörte Resultat mit dem Eindruck beim Zuhörer in Einklang zu bringen.
      Manchmal kommt es mir so vor, als ob es unter Oboisten häufig heftige Diskussionen und Austausch von "Geheimnissen" darüber gibt, die denjenigen ähnlich sind wenn sich zwei übergewichtige Rennradfahrer darüber unterhalten, welcher Fahrradrahmen wohl mehr Geschwindigkeitsvorteile bergauf bringt, der mit 23 Gramm weniger Gewicht etwas stabilere oder der mit 30 Gramm etwas verwindungssteifere...
      Beste Untermauerung meiner Theorie ist folgendes YouTube Filmchen, welches zeigt, daß mit viel Übung die individuellen Materialfragen gar nicht mehr so entscheidend für ein schönes Klangergebnis sind: youtube.com/watch?v=i6fNJDpKUfw
      Was denkt Ihr darüber? Alles immer nur Begabung? - Etwas provokativ gefragt...
    • Ich finde, alle die von Dir genannten Punkte spielen da eine Rolle .... wobei da sicher der Ansatz und das Gehör für den eigenen Klang sowie die Übeintensität durchaus Hauptrollen spielen, wie ich finde ....
      Aber alleine schon die Definition eines "schönen Oboentons" ja auch immer etwas ganz persönliches und subjektives :rolleyes:
      ... und es soll sogar auch einige oboespielende Menschen geben, bei denen man den Eindruck hat, dass ihnen ihr Klang relativ unwichtig erscheint ... :huh:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • AlterOboist schrieb:

      Leleux sagt ja auch, dass er ein so begonnenes Rohr über mehrere Tage nacharbeitet. Es ist also nach 5 min keineswegs fertig. Ich würde sein 5 Minuten-Rohr eher mit einem Zustand vergleichen, wie es von einem Aussenhobel kommen würde.
      Das Rohr, welches in dem von dir verlinkten Video zu sehen ist, besitzt so gut wie überhaupt noch keine Ansprache. Die Rohre, die aus meinem Außenhobel bzw. Fräser von Hipper kommen, sind wesentlich weiter fertiggestellt. Und die Art, in der Leleux an dem Rohr herumschrabbelt, ist so grob, dass man darüber nur den Kopf schütteln kann. Das, was klanglich herauskommt, wenn er zum ersten Mal auf diesem Gebilde spielt, hört sich dann auch dementsprechend gequält und grauenvoll an - mag ja sein, dass ein Francois Leleux mit der gezeigten Methode nach etlichem Nacharbeiten (die eigentliche Arbeit, auf die es wirklich ankommt, fängt mit dem mühsamen Nacharbeiten erst an!) zu für ihn spielbaren Rohren gelangt, aber einen gangbaren Weg für die Mehrzahl der Oboisten stellt das, was man in dem Video zu sehen bekommt, ganz fraglos nicht dar. Hier will offenbar jemand damit angeben, wie easy er den Rorbau betreiben kann....

      AlterOboist schrieb:

      Knackpunkt scheint die relativ einfach erreichbare "W"-Schabung zu sein.
      Ich sehe bei Leleuxs Rohr, soweit man in der albern kurzen Einblendung seiner Gestalt nach dem ersten Schaben überhaupt etwas erkennen kann, keine W-Schabung im eigentlichen Sinn. Das, was ich sehe, ist eine bestimmte Form der U-Schabung mit einem ausgeprägten Grat in der Mitte und einer ganz kleinen Spitze stehengelassenen Holzes am Bahnende.

      AlterOboist schrieb:

      In seinem Video erwähnt er, dass er die "alte" Rigoutat -2 Fasson verwendet...
      Irgendeine alte Rigoutat-Fasson.....und der völlig verkratzte und auch ansonsten ramponierte Fassonschneider, den er zeigt, ist eine absolute Lachnummer. Um es ehrlich zu sagen: Auch in der längeren Version finde ich das Video höchst ärgerlich! Mit einer seriösen Anleitung zum Rohrbau hat es nicht das Geringste zu tun, sondern ganz offenkundig geht es darin um Selbstdarstellung und um sonst gar nichts. Warum ein Ausnahmekünstler wie Leleux so etwas nötig hat, ist mir schleierhaft.... :neenee1: :schimpf1: :neenee1:

      Karl Wentzel schrieb:

      Manchmal kommt es mir so vor, als ob es unter Oboisten häufig heftige Diskussionen und Austausch von "Geheimnissen" darüber gibt, die denjenigen ähnlich sind wenn sich zwei übergewichtige Rennradfahrer darüber unterhalten, welcher Fahrradrahmen wohl mehr Geschwindigkeitsvorteile bergauf bringt, der mit 23 Gramm weniger Gewicht etwas stabilere oder der mit 30 Gramm etwas verwindungssteifere...
      Dass einem das beste Rohr und das schönste Instrument nicht weiterhilft, wenn man nicht über die nötige Vorstellungskraft und bläserische Technik verfügt, steht außer Frage. Aber dennoch bekenne ich freimütig, dass ich als Normalsterblicher (bei Ausnahmetalenten wie Leleux mag sich das anders verhalten) richtig gutes Material benötige, wenn ich im Rahmen meiner Möglichkeiten eine optimale Perfomance hinlegen soll. Ein unflexibles oder schlecht intonierendes Instrument behindert mich genauso massiv wie ein Rohr, welches zu schwer ist oder ohne große Verrenkungen zu plärrig klingt. Auf der Basis eines (nahezu) optimalen Rohrs kann ich frei Musik machen - wenn das Material nicht passt und dazu führt, dass ich mich grundsätzlich unwohl fühle, ist es mir nicht möglich, mein Können komplett abzurufen.

      In Konzerten fehlt es mir zum Glück so gut wie nie an einem passenden Rohr. Ich baue halt viele von den Dingern, und ich baue sie halt mit viel, viel Aufwand und nicht á la Leleux mit der Brechstange.... :D

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Das mit der fehlenden Ansprache war mir auch aufgefallen ... ;)

      arundo donax schrieb:

      Das, was klanglich herauskommt, wenn er zum ersten Mal auf diesem Gebilde spielt, hört sich dann auch dementsprechend gequält und grauenvoll an -

      Hm - sooo schlimm fand ich das nun aber gar nicht ... klar ist es noch lange nicht DER Leleux-Klang, aber ansonsten fand ich das Ergebnis doch schon mal nicht schlecht .... :versteck2:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Das mit der fehlenden Ansprache war mir auch aufgefallen ... ;)
      Es ist wirklich gar nix von Ansprache zu erkennen; auch zuvor sieht man bei Leleux´s wildem Herumgeschabe nichts, was auf das Herausarbeiten einer besonders dünnen vorderen Zone hindeutet. Genau darin liegt aber die weitaus größte Mühe beim Rohrbau, und wenn ich diesen Bereich einfach ausklammere, rede ich gar nicht über die entscheidenden Vorgänge, sondern nur über den relativ simplen Anfang, den genau so gut (wenn nicht gar besser) eine Maschine übernehmen kann. Sprich: Die entscheidenden Punkte werden in dem Leleux-Video noch nicht einmal tangiert. Oberflächlicher geht es gar nicht!

      Allegro schrieb:

      Hm - sooo schlimm fand ich das nun aber gar nicht ... klar ist es noch lange nicht DER Leleux-Klang, aber ansonsten fand ich das Ergebnis doch schon mal nicht schlecht ....

      De gustibus...für mich klingt das, was Leleux auf dem "neuen Rohr" produziert, einfach nur gequetscht und eng - halt so, wie es klingt, wenn man mit etlicher Mühe und extrem viel Stütze ;) versucht, auf einem Rohr, welches weit davon entfernt ist, locker durchzuschwingen, einigermaßen passable Töne zu erzeugen. Ich bin tagtäglich genau in dieser Situation - und ein nicht geringer Anteil der Rohre, aus denen ich erst einmal den einen oder anderen in der Klangfarbe gar nicht so übel auffälligen Ton herausquäle, wandert am Ende in die Tonne.

      Insofern empfinde ich das Leleux-Video durchaus auch als Hohn auf meine Arbeit! Warum mühe ich mich denn seit vielen Jahren so, wenn es doch ganz einfach ist, dolle Rohre ohne viel Zeitaufwand zu bauen? Und warum bekommt man diese so leicht zu erzeugenden Rohre nicht an jeder Straßenecke bei jedem Rohrbauer zu noch weitaus geringeren Kursen als den meinigen? Alles ganz easy - oder was ?( ?

      :schimpf1: :schimpf1: :neenee1: :neenee1: :schimpf1: :schimpf1:

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Bernd, ich teile Deine Auffassung des Leleux-Videos zu 100% !! Psychologisch gesehen handelt es sich für mich bei dem Rorbauvideo wieder einmal um ein Beispiel ganz typisch für sein "Little man Syndrom" - eine ganz gefährliche Mischung aus Eitelkeit, Komplexen, Machtgier, Dominanzgehabe und Kompetenz. Er will halt nur zeigen, daß für ihn Rohrbau ganz easy ist - kleine nützliche Hinweise wie zum Beispiel daß man die Rohre einspielen muß, sollen lediglich seine Kompetenz unterstreichen.
      Der Mann spielt ganz toll Oboe - ohne Einschränkung und Zweifel!
      Jedoch hat er es jederzeit ganz furchtbar nötig, sich permanent als der ganz tolle Hengst darzustellen - er braucht es eben unbedingt und deshalb ist er so wie er ist. Ich vermisse bei ihm den Hintergrund, das Wissen und die Allgemeinbildung eines Heinz Holligers (auch wenn vielen Oboisten sein "Ton" nicht gefällt). Leleux schafft es aber immer wieder durch seinen unerbittlichen Fleiß und seine psychologische Disposition absolut spektakulär und Maßstäbe setzend aufzutreten, das gönne ich ihm neidlos - als wirklich empathischen Lehrer kann ich ihn mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, was aber auch gar nicht so unbedingt nötig ist.
      Wer schon einmal erlebt hat, mit welch unglaublicher Energie besonders kleine und schmächtige Menschen sich durch Lob und Anerkennung beflügelt fühlen können, sich zu Höchstleistungen empor zu schwingen kann meine Theorie bestätigen. Ich erlebe es fast wöchentlich in der Arbeit mit meinen Grundschulklassen.
      Trotzdem: Leleux setzt in vielerlei Hinsicht Maßstäbe, das muß man ihm wirklich lassen. Aber die Telemann Fantasien gespielt von Heinz Holliger gefallen mir trotzdem noch viel besser als "seine", auch wenn Heinz´s Oboe zeitweise recht übersteuert "sägt" - es spricht bei ihm eben immer die Musik und nicht der Interpret!
    • Karl Wentzel schrieb:

      als wirklich empathischer Lehrer kann ich ihn mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, was aber auch gar nicht so unbedingt nötig ist.

      Das ist aber genau das, was mich bei Leleux als Student ziemlich abschrecken würde. Mit Rohrproblemen darf man bei ihm erst gar nicht kommen, denn es ist ja gemäß ihm alles ganz einfach.

      Mal abgesehen von dem selbstdarstellerischen/selbstherrlichen Gehabe, das mich mindestens genauso anwidert wie die meisten hier, bin ich an dem interessiert, was an objektiven Informationen herauszuholen ist, und das ist für mich die Art der Schabung. Dieses "W" (das laut Bernd kein klassisches "W" ist, aber ich nenne es jetzt der Einfachheit halber mal so), und der relativ starke Grat in der Mitte mit viel Holz an den Seiten.

      Hat jemand damit konkrete Erfahrungen und so eine Schabung mal ausprobiert? Was sind die Vorteile/Nachteile?
      Viele Grüße
      Bernhard
    • arundo donax schrieb:

      nsofern empfinde ich das Leleux-Video durchaus auch als Hohn auf meine Arbeit! Warum mühe ich mich denn seit vielen Jahren so, wenn es doch ganz einfach ist, dolle Rohre ohne viel Zeitaufwand zu bauen? Und warum bekommt man diese so leicht zu erzeugenden Rohre nicht an jeder Straßenecke bei jedem Rohrbauer zu noch weitaus geringeren Kursen als den meinigen? Alles ganz easy - oder was ?
      Bitte nicht aufregen, Bernd. Das ist nur ungesund.
      Leleux sagt ja auch, dass es für ihn funktioniert, aber nicht für jeden, und es gibt ja noch dieses zweite Video, in dem Giorgi Gvantseladze genau wie Leleux vorgeht, um sein Rohr zu bauen.

      Aber: diese Leute treten ja nicht mit Deinem Anspruch an, Bernd, Rohre so zu bauen, dass möglichst viele Leute auf den unterschiedlichsten Instrumenten damit sehr gut klarkommen. Deine Arbeit ist dadurch freilich ein viel komplexeres und zeitraubenderes Unterfangen und kann m. E. mit dieser individuellen und eigenwilligen Methode nicht pauschal verglichen werden.
      Viele Grüße
      Bernhard
    • AlterOboist schrieb:

      Bitte nicht aufregen, Bernd. Das ist nur ungesund.
      Je länger ich über dieses Filmchen nachdenke, desto heftiger könnte ich mich echauffieren. Schon die Art, das Rohr "aufzuschneiden", die Leleux da demonstriert..... :neenee1: :neenee1: :neenee1: :thumbdown:

      AlterOboist schrieb:

      Dieses "W" (das laut Bernd kein klassisches "W" ist, aber ich nenne es jetzt der Einfachheit halber mal so), und der relativ starke Grat in der Mitte mit viel Holz an den Seiten.

      Hat jemand damit konkrete Erfahrungen und so eine Schabung mal ausprobiert? Was sind die Vorteile/Nachteile?
      Eine Abbildung der klassischen W-Schabung findet sich hier: ohnoboe.wordpress.com/reeds/

      Auf einer meiner Hipper-Maschinen habe ich eine Schablone, die im Rahmen einer europäisch kurzen Bahn ein ganz leicht angedeutetes W liefert (das Musterrohr dazu stammt von dem ebenfalls in München tätigen Oboisten Robert Sailer). Ich denke, der Vorteil einer solchen Bauart liegt in einem (leicht) besseren Stand der Höhe.

      Ein Rohr mit einem sehr schmalen, aber stark ausgeprägten Grat in der Mitte habe ich mal auf der Frankfurter Messe beim Ausprobieren der Bucher-Maschine mit der Schablone "Clara Dent" erhalten. Damit bin ich jedoch gar nicht zurechtgekommen, wobei ich sicher noch weitere Versuche mit dieser Bauart machen müsste, um zu einem vernünftigen Urteil zu gelangen.

      Generell ist es nach meinen Erfahrungen sehr vom jeweiligen Holz abhängig, wie viel man in der Mitte der Bahn stehen lassen kann. Manche Rohre vertragen ein schmales, aber stark ausgeprägtes Herz gut, aber oft muss man auch (vorsichtig!) mit dem Messer an die Mitte ran, um die Höhe zum Stehen zu bringen. Das gilt besonders für weichere Hölzer.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • arundo donax schrieb:

      Ich denke, der Vorteil einer solchen Bauart liegt in einem (leicht) besseren Stand der Höhe
      Aha. Offenbar überwiegen aber wohl die Nachteile gegenüber der klassischen deutschen oder französischen (oder amerikanischen) Schabeweise, sonst wäre das ja weiter verbreitet. Ich habe noch nie jemanden mit so einer Schabung getroffen und war ehrlich gesagt etwas überrascht, dass Leleux & Co das so machen.
      Mein Problem bei dieser Schabeart wäre, dass ich keinen Plan hätte, wo ich am Rohr korrigieren müsste, wenn was nicht passt.

      arundo donax schrieb:

      Schon die Art, das Rohr "aufzuschneiden", die Leleux da demonstriert.
      Warum er das so macht, kann er ja selber nicht begründen. ("Too tiring .."). Really? Da schneide ich doch lieber sauber auf, als vorne dieses Gefransel zu haben.
      Viele Grüße
      Bernhard
    • Vielleicht ersetzt das Gefransel ja die ansonsten fehlende Ansprache :humor1:

      @ Bernd, ich verstehe Deinen Ärger. Wenn ich Du wäre, würde es mich sicher auch ärgern :trost:
      Aber es lohnt nicht ;)

      AlterOboist schrieb:

      Aber: diese Leute treten ja nicht mit Deinem Anspruch an, Bernd, Rohre so zu bauen, dass möglichst viele Leute auf den unterschiedlichsten Instrumenten damit sehr gut klarkommen. Deine Arbeit ist dadurch freilich ein viel komplexeres und zeitraubenderes Unterfangen und kann m. E. mit dieser individuellen und eigenwilligen Methode nicht pauschal verglichen werden.
      Auch diese Aussage finde ich sehr treffend




      Ich habe übrigens ein neues Lieblings-Hörstück: Beethovens 7., aufgeführt am 29.5.2020 vom hr-Sinfonieprchester mit meinem Lieblinbgsoboisten des hr-Orchesters Nicolas Cock-Vassiliou :love: an der 1. Oboe und und dem ebenfalls phantastischen Soloflötisten Sebastian Wittiber

      hr-sinfonieorchester.de/media/…en-25-29-05-2020-100.html

      Ich kann mich gar nicht dran satthören :D
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • und übermorgen um 19.00 Uhr spielen sie übrigens Dvoraks Bläserserenade 8o



      Ich habe mir eben mal wieder die erste der drei Schumann-Romanzen vorgenommen .... und festgestellt, dass ich das in meinen Noten angegebene Tempo von 96 viel zu schnell finde - auf 80 gefällt sie mir viel besser :/
      Weiß jemand, ob die Tempoangabe von Schumann selbst stammt ? Und / Oder wie schnell / langsam spielt Ihr das ?
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Ich hatte nach einem Konzert von Leleux vor ca. 1 Jahr den Mut, ihn nach einem Rohr zu fragen und er hat mich tatsächlich mit in die Künstergarderobe genommen, um mir ein Rohr zu geben. Seid ihr interessiert an genauen Aufnahmen des (fertigen?) Rohres oder wollt ihr das Leleux-Thema lieber hinter euch lassen...?
    • Allegro schrieb:

      Weiß jemand, ob die Tempoangabe von Schumann selbst stammt ? Und / Oder wie schnell / langsam spielt Ihr das ?
      Ich spiele die 1. Romanze im Grundtempo langsamer als Viertel = 96 (ungefähr 80 passt schon). Ob die Metronomangabe von Schumann selber stammt, weiß ich nicht - für mich ist das aber auch nicht von Belang....

      d8s99cc schrieb:

      Ich hatte nach einem Konzert von Leleux vor ca. 1 Jahr den Mut, ihn nach einem Rohr zu fragen und er hat mich tatsächlich mit in die Künstergarderobe genommen, um mir ein Rohr zu geben. Seid ihr interessiert an genauen Aufnahmen des (fertigen?) Rohres oder wollt ihr das Leleux-Thema lieber hinter euch lassen...?
      Interessiert an genaueren Aufnahmen eines Leleux-Rohrs bin ich auf jeden Fall! In dem Video ist das Aussehen des Rohres ja nur schlecht zu erkennen.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Allegro schrieb:

      Ich habe mir eben mal wieder die erste der drei Schumann-Romanzen vorgenommen .... und festgestellt, dass ich das in meinen Noten angegebene Tempo von 96 viel zu schnell finde - auf 80 gefällt sie mir viel besser
      1. Ich gehe davon aus, dass die Tempo-Angabe von Schumann selbst stammt oder zumindest aus dem Erstdruck, an dem er selbst beteiligt war. Um sicher zu gehen, müsste man allerdings eine Historisch-kritische Ausgabe haben und in den kritischen Apparat gucken. Es könnte sein, dass Clara Schumann als Herausgeberin der ersten Schumann-Gesamtausgabe die Metronomzahlen ergänzt hat - aber das lässt sich herausfinden.

      2. In der Praxis ist das Tempo sowohl bei der ersten als auch bei der zweiten Romanze ein Kompromiss:Langsamer finde ich auch schöner, macht aber Probleme mit dem Ansatz und dem Durchhaltevermögen. Heißt: So langsam wie möglich, so schnell wie nötig. Das gilt für mein Empfinden übrigens auch für den langsamen Satz von BWV 1060.
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde
    • Moment mal, wie kommst du für die erste Romanze auf ein Tempo von Viertel = 96? Ich habe meine Ausgabe der Romanzen auf die Schnelle nicht gefunden, deshalb habe ich bei imslp.org nachgeguckt. Da steht sowohl im Erstdruck als auch in der von Clara Schumann hrsg. Gesamtausgabe Virtel = 100 für die erste Romanze! (bei der zweiten 104, bei der dritten wieder 100)
      Viertel = 100/96 bekomme ich allerdings auch nicht mit Schumanns Tempoangabe "nicht schnell" zusammen - Achtelketten im Tempo 100 sind schon ziemlich schnell. Ich habe das Stück auch eher mit ungefähr Viertel = 80 im Ohr, höchstens ein oder zwei Metronomzähne schneller. Wichtig finde ich, die Achtel noch gut und "nicht schnell" aussingen und gestalten zu können.
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde
    • Cherubino schrieb:

      Ich gehe davon aus, dass die Tempo-Angabe von Schumann selbst stammt oder zumindest aus dem Erstdruck, an dem er selbst beteiligt war.
      Auch ich halte das für nicht unwahrscheinlich, aber Metronomangaben seitens des Komponisten sind immer mit Vorsicht zu genießen (die Diskussionen um Beethovens Metronomzahlen werden wohl auch in tausend Jahren noch nicht beendet sein).


      Cherubino schrieb:

      In der Praxis ist das Tempo sowohl bei der ersten als auch bei der zweiten Romanze ein Kompromiss:Langsamer finde ich auch schöner, macht aber Probleme mit dem Ansatz und dem Durchhaltevermögen. Heißt: So langsam wie möglich, so schnell wie nötig.

      Das sehe ich etwas anders: Ich habe schon den Ehrgeiz, ein Stück im dem für mein Empfinden angemessensten Tempo zu spielen; wenn ich dabei sterbe, ist das eben so..... ;)

      Weder bei der ersten noch bei der zweiten Romanze würde ich ein Kompomisstempo wählen, nur um sicher durchkommen zu können.

      Cherubino schrieb:

      Das gilt für mein Empfinden übrigens auch für den langsamen Satz von BWV 1060.
      Diesen Satz finde ich zwar immer noch heftig genug, aber im Vergleich zu den Schumann-Romanzen mit ihren ellenlangen Bögen ist das geradezu ein Spaziergang, der zahlreiche Möglichkeiten zum musikalisch sinnvollen Zwischenatmen bietet. Ich habe BWV 1060 vor ziemlich kurzer Zeit mit meinen Thüringer Streicherfreunden just vor fun gespielt und dabei keine fundamentalen Konditionsprobleme gehabt. Die zweite Schumann-Romanze hingegen bringt mich unweigerlich an meine Grenzen.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Cherubino schrieb:

      ch habe das Stück auch eher mit ungefähr Viertel = 80 im Ohr, höchstens ein oder zwei Metronomzähne schneller. Wichtig finde ich, die Achtel noch gut und "nicht schnell" aussingen und gestalten zu können.
      Genau das Aussingen ist mir hier auch wichtig


      Nun habe ich nochmal auf imslp nachgesehen und die Ausgabe, die ich mir irgendwann mal ausgedruckt habe ist die von Jaques Laroque .... die von Clara Schumann habe ich hier nun auch gefunden 8)
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Nun habe ich nochmal auf imslp nachgesehen und die Ausgabe, die ich mir irgendwann mal ausgedruckt habe ist die von Jaques Laroque
      Ich habe gerade mal nachgesehen: Die Ausgabe von Jacques Larocque bezeichnet sich als eine Bearbeitung für Saxophon und Klavier. In der Variante für´s Sopran-Saxophon hat Herr Larocque zwar seinen Namen als Arrangeur drüber gesetzt, bearbeiten musste er an der Musik aber gar nichts. Da steht tatsächlich eine Metronangabe von Viertel = 96 über der ersten Romanze, bei den anderen beiden sind es dann die originalen Werte von Schumann.
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde