Oboen-Frischlinge

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    • Melione schrieb:

      Mal ne ganz dumme Frage: Wenn ihr ohne begleitendes Tasteninstrument musiziert, intoniert ihr Cis anders as Des? :wink:
      Der Griff ist derselbe und teilweise schreibe ich mir die enharmonische Verwechslung dran, weil ich dann schneller richtig reagiere. Ob ich anders intoniere, weiß ich nicht. Ich bin viel zu sehr damit beschäftig, den richtigen Griff zu erwischen und dann muss ja auch noch das Rohr ansprechen und der Ton kommen.

      Beim Singen intoniere ich ein Des anders als ein Cis.
      Liebe Grüße
      Jori :verbeugung2:
    • Karl Wentzel schrieb:

      Wie lang ist bei Euch die Kombination S-Bogen und Rohr zusammengenommen um auf a = circa 442Hz bei angenommenen 18 Grad Celsius Außentemperatur zu kommen? Wenn Ihr noch die Marke Eurer d´amore dazu angebt wäre es interessant. Danke für alle Angaben schon mal!
      Zumindest bei meiner heutigen Zimmertemperatur von 20 °C kann ich für 442 hz Folgendes feststellen:
      Instrument: Lorée
      S-Bogen: Lorée 2
      Rohr: 51 mm

      Und das Instrument und den S-Bogen natürlich gut mit den Händen bzw. dem Atem vorgewärmt
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • d´amore, @ Allegro

      Danke für die Angabe der Maße - das interessanteste Detail aber interessiert mich auch: Wie lange ist Deine Kombination aus Rohr und S-Bogen insgesamt?
      Thema Intonieren im Orchester und anderswo: Natürlich ist die Tonhöhe jedes Instrumentes von der Temperatur abhängig, daher meine präzise Angabe. Es gibt eine Tonhöhenänderung von etwa 3 Cent für jede Temperaturänderung um 1 Grad bei Blasinstrumenten, wobei ein "Cent" in diesem Zusammenhang ein Hundertstel Halbton ist, so wie ein Halbton ein Zwölftel einer Oktave ist. Ob "man" das hört ist natürlich nicht zu verallgemeinern, jedoch ist das normale menschliche Gehör durchaus in der Lage Tonhöhenunterschiede von bereits einem bis 2 Cent zu erkennen. In Akkordzusammenhängen addiert sich natürlich dieser Effekt - deshalb sollte man diese Aspekte nicht unterschätzen!
      Thema enharmonische Verwechslung: Selbstverständlich ist ein cis kein des - aber der Zusammenhang beeinflusst die Höhe eines Tones am allermeisten (wie Bernd auch schon richtig bemerkte): Man spiele doch einfach mal am Klavier die Akkorde C -Dur, F- Dur und As-Dur nacheinander und singe dazu den jeweils passenden Ton "C" dazu. Da bemerkt man die Tendenzen für das jeweilige "C" ganz deutlich!
    • Karl Wentzel schrieb:

      Danke für die Angabe der Maße - das interessanteste Detail aber interessiert mich auch: Wie lange ist Deine Kombination aus Rohr und S-Bogen insgesamt?
      Aufgesteckt auf die Oboe oder der komplette S-Bogen ohne Instrument ?
      Viele Grüße - Allegro

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    • Ich hätte mal wieder ne Notenfrage :rolleyes:

      Und zwar habe ich mir heute mal das bisher etwas von mir vernachlässigte Adagio aus dem Beethoven-Trio vorgenommen und da stoße ich in der 1. Oboe in Takt 63 u. 64 auf eine - in meinen Ohren - klangliche Gruseligkeit ?(
      In Takt 63 steht: a - b und in Takt 64 as - b, während die anderen beiden Stimmen in Takt 64 ihren jeweiligen Takt 63 unverändert wiederholen. Mich stört nun nicht das as, aber das nachfolgende b klingt dazu gruselig ... ist das alles so richtig gesetzt oder ist vielleicht das b vor dem a ein Druckfehler ?
      Viele Grüße - Allegro

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    • Allegro schrieb:

      In Takt 63 steht: a - b und in Takt 64 as - b, während die anderen beiden Stimmen in Takt 64 ihren jeweiligen Takt 63 unverändert wiederholen. Mich stört nun nicht das as, aber das nachfolgende b klingt dazu gruselig ... ist das alles so richtig gesetzt oder ist vielleicht das b vor dem a ein Druckfehler ?
      Gerade habe ich mal nachgeschaut: Die zweite Oboe hat jeweils ein c, und das Englischhorn hat ein f. Zusammen mit dem a ergibt das F-Dur, zusammen mit dem as f-moll. Es spricht nichts dagegen, dass Beethoven diesen Unterschied so haben wollte... :D

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Beethoven schreibt - der Spieler meint

      Ja, ganz sicher ist das Beethovens kompositorische Idee - harmonische Rückungen sind ja als Stilmittel bis in die heutige Unterhaltungsmusik völlig "normal" und kommen in seinen Werken oft vor. Beethoven liebte Überraschungseffekte. Schon in seinen frühen Kompositionen sind sie zu beobachten, die unvermittelten Generalpausen, die harmonischen Rückungen, die abrupten Ab- und Einbrüche. Solche Schockwirkungen sind zunächst schlicht ein erprobtes erzählerisches Mittel, um die Aufmerksamkeit zu wecken und Spannung zu erzielen. Beispiele: Seine 8. Sinfonie, 5. Klavierkonzert, G-Dur Quartett op. 54. Meist sollte durch Dur/Moll Rückungen Melancholie ausgedrückt bzw. unterstrichen werden (Übrigens kann man das auch schon bei Mozart beobachten). Eine Beschäftigung mit Beethovens Kompositionsstil lohnt sich jedenfalls - mein Respekt vor diesem Meister hat sich dadurch enorm gesteigert und meine Begeisterung über seine unglaubliche Fähigkeiten als Komponist hat sich dadurch etwas über den reinen Hörgenuss und die gelegentliche Spielfreude hinaus auch intellektuell stark gefestigt.
    • Der Witz ist ja, dass mir diese Stelle beim bloßen Anhören noch nie in irgendeiner Weise unangenehm aufgefallen ist - erst beim Selberspielen schreit alles in mir "aua" :hammer1:
      Viele Grüße - Allegro

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    • Neu

      Diese Woche gibt es eine Kurzvorstellung (ohne Musik) meines Lieblingsoboisten des hr-Sinfonieorchesters - vielleicht interessiert es ja noch wen ...

      hr-sinfonieorchester.de/orches…k-vassiliou,oboe-100.html

      Sehr interessant, dass er auch Barockoboe spielen kann - da würde ich ihn ja doch zu gerne mal mit hören 8o
      Viele Grüße - Allegro

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    • Neu

      arundo donax schrieb:

      Melione schrieb:

      Mal ne ganz dumme Frage: Wenn ihr ohne begleitendes Tasteninstrument musiziert, intoniert ihr Cis anders as Des?
      Tja, das ist eine zwar nicht ganz dumme, aber schwer zu beantwortende Frage....
      Erstens kommt es auf das cis an. Beim cis3 hat man etlichen Spielraum für Intonationsveränderungen durch den Ansatz und durch unterschiedliche Griffe. Beim mittleren cis geht mittels des Ansatzes ebenfalls etwas, aber beim tiefen cis (cis1) gibt es nur einen möglichen Griff, und mit dem Ansatz kann man auch nicht wirklich viel machen. Der Ton stimmt wie andere sehr tiefe Töne so, wie er halt stimmt...

      Das finde ich vor allem deshalb spannend, weil ich mit Cis/Des stellvertretend enharmonische Verwechslungen generell meinte. Aber wenn das schon von Cis zu Cis unterschiedlich und gar nicht in allen Griffen möglich ist... :wink:
    • Neu

      Eigentlich müsste der Komponist atonaler oder freitonaler Musik zu jedem Ton hinzuschreiben in welcher Weise dieser im Zusammenhang mit den anderen Tönen seiner Komposition erklingen soll, denn das intonatorische Spektrum der Töne mit dem Namen "cis" oder "des" zum Beispiel reicht ja im Vergleich zu einer Klaviertaste für die Töne mit der gleichen Bezeichnung von "viel zu tief" bis "viel zu hoch" oder eben "genau richtig" bis "grottenfalsch" - je nach Sichtweise und Zusammenhang. Selbst das Zusammenspiel (oder die Begleitung) mit Tasteninstrumenten kann je nach Musikstil und eventuell sogar Tonart eingerichtet werden, allerdings bleibt es dabei, daß es lediglich schwarze und weiße Tasten gibt - das ist eben eine etwas brachiale Vereinfachung der ganzen harmonischen Farbpalette.
    • Neu

      Karl Wentzel schrieb:

      Eigentlich müsste der Komponist atonaler oder freitonaler Musik zu jedem Ton hinzuschreiben in welcher Weise dieser im Zusammenhang mit den anderen Tönen seiner Komposition erklingen soll, denn das intonatorische Spektrum der Töne mit dem Namen "cis" oder "des" zum Beispiel reicht ja im Vergleich zu einer Klaviertaste für die Töne mit der gleichen Bezeichnung von "viel zu tief" bis "viel zu hoch" oder eben "genau richtig" bis "grottenfalsch" - je nach Sichtweise und Zusammenhang.
      Das würde aber gerade dem Sinn von Dodekaphonie zuwiderlaufen, da hier nur mit 12 aufeinander bezogenen Tönen gearbeitet wird: zwischen cis und des gibt es da keinen Unterschied. Der Oboist im Orchester müßte dann nach meinem Verständnis eben immer den Mittelwert finden (wie beim Klavier voreingestellt), so jedenfalls mein Verständnis.

      Ob und wie das in der Praxis dann funktioniert, ist freilich eine andere Sache.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Neu

      Genau so ist es! Als ausübender Musiker macht es deshalb nicht nur Freude, ich habe mich auch schon dabei ertappt den Sender zu wechseln als ich selbst mit so einem "avantgardistischen" Ensemble im Radio zu hören war. Normalerweise hört man sich selbst ja schon gerne auch mal dort, aber das war dann schon "too much" - ich bin da ganz ehrlich.
      Übrigens wohne ich in Donaueschingen, wo es jedes Jahr im Herbst die entsprechenden Musiktage gibt - hochinteressant aber bitte immer vor Besuch "Des Kaisers neue Kleider" von Hans Christian Andersen noch einmal genau durchlesen!
    • Neu

      Nun gut, mit atonaler Musik können die einen mehr anfangen, andere weniger (ich gehöre zu denen mit "mehr"). Davon abgesehen: Ich denke, professionelle Ensembles sollten es hinkriegen, wohltemperiert zu intonieren, ohne Abweichung nach oben oder unten. Oder ist das für Oboisten unmöglich?

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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      Helmut Lachenmann
    • Neu

      Genau das ist es ja, dieser abartige Zwang nach einem willkürlichen Mittelwert im Kleinen, gefolgt von den für den Zuhörer völlig unvorherspürbaren Klangereignissen - das macht die Sache so mühsam und unerfreulich, denn es stellt sich mit der Zeit (nach 3 Stunden Probe zum Beispiel) so ein lähmender Ekel vor vielen solcher wohlgemeinten, fantasievollen und sicherlich hochintelligenten Kompositionen ein. Auf rhythmischer Ebene erinnert mich eine solche Nivellierung an die erbarmungslosen automatischen Schlagzeugmaschinen mit ihren unmenschlichen Schlägen.
      Manchmal aber, wenn sich mir durch eine intensive intellektuelle Auseinandersetzung vorab doch noch das Werk erschließt, kann es durchaus sein dass ich ihm einen gewissen Reiz abgewinnen kann. Ich bin auch kein Freund und Produzent lieblicher Klänge, mit denen man gestressten Menschen den Abend versüßen soll, aber ich sehe und höre auch das andere Ende dieses musikalischen Spektrums: Eben Geräusche - und von denen aller Art bin ich zur Genüge bereits jeden Alltag umgeben. Also: Ein differenzierter offener Blick und ein offenes Ohr für alle musikalischen Ereignisse mit der Möglichkeit diese zu Verarbeiten wäre optimal.