Oboen-Frischlinge

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    • Jorinde schrieb:

      Mit breiteren Rohren krieg ich die zweite Oktave nicht durchgängig sauber intoniert, also Notiz gemacht, wird nicht wieder bestellt
      Mmmh - welche Fassonform war es denn konkret? Es gibt ja diverse "breite" Fassons; mit manchen von ihnen bekomme auch ich in der Höhe kein Bein an die Erde, aber das trifft nicht ausnahmslos zu.

      Jorinde schrieb:

      Fassons wässere ich ca. 30 min vor der ersten Bearbeitung
      Das halte ich (mittlerweile) für eine zu lange Zeit. Ich wässere 10 - 15 Minuten, wobei ich die Fassonenden schon vorher dünner schnitze, damit das Wasser dort besonders gut aufgenommen werden kann.

      Allegro schrieb:

      Hier noch mal die Erinnerung für alle, die morgen abend um 18.00 Uhr Lust auf Kammermusik von JSB Bach & Söhnen mit Flöte und Oboe haben
      Bei mir geht es leider morgen um 18:00 nicht. - ansonsten hätte ich schon mal in den Livestream hineingehört, obwohl mich die Musik der Bach-Söhne ganz im Gegensatz zu der ihres Vaters als Hörer noch nie so richtig gepackt hat. Die größten Schwierigkeiten habe ich mit Johann Christian Bach....

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • arundo donax schrieb:

      Q-Fahrer schrieb:

      ...mit meinem aktuellen Instrument (Josef MGF-2) in Verbindung mit den Eterion-Hülsen bin ich mit den selbstgefertigten Rohren mehr als zufrieden. Meine aktuelle Ausbeute beträgt >80%. Und die Hälfte davon würde ich mit der Note "2" bewerten...
      Dann gibt es drei Möglichkeiten:

      A) Du beherrschst den Rohrbau deutlich besser als ich, oder du hast

      B) eine Quelle für exorbitant gutes Holz, oder du verstehst

      C) unter der Note "2" etwas anderes als ich.

      Q-Fahrer schrieb:

      Meine Rohre haben relativ viel Holzanteil, deshalb muß ich die Rohre vor dem Spielen auch länger Wässern ... bis zu 30 Minuten ...
      Wässern bis zu 30 Minuten? Nach gängiger Lehre und auch nach meinen Erfahrungen ist das sehr problematisch, da das lange Wässern diverse Inhaltsstoffe aus dem Schilf zieht und die Rohre somit vorzeitig auslaugt. Aber offenbar hast du ja für dich Erfolg mit dieser Methode.

      Q-Fahrer schrieb:

      Für meinem Rohrbau habe ich deshalb immer sehr viele Rohre in der "Pipeline" ... ca. 50 Stück ... für das Aushobeln der Rohre verwende ich einen ReednStuff-Innenhobel, für die Fasson einen ReednStuff-Fassonschneider und einen Außenhobel für die Bahn von T. Allock.
      Die Maschinen von Allcock sind mir zwar ein Begriff, aber ausprobieren konnte ich so etwas noch nie. Du bist sehr zufrieden mit dem Außenhobel, oder?

      Herzliche Grüße

      Bernd
      Hallo Bernd,
      folgende Rückmeldung meinerseits:

      Rohrbau:
      Ob ich den Rohrbau besser beherrsche als Du ... keine Ahnung, wahrscheinlich nicht ... ich baue ausschließlich Rohre für meinen eigenen Gebrauch ... den Rohrbau mache ich seit ca. 30 Jahren ... die besten Anregungen habe ich mir bei M. Untch erworben ...

      Rohrholz:
      Ich verwende neben den üblichen Herstellern (Frankreich) auch eigenes Holz ... einfach in Südfrankreich am Wegesrand gesammelt ... wobei das Holz von frz. Herstellern natürlich besser ist ...
      Das Bewertungssystem ist natürlich individuell ... und ich nutze das Instrument Oboe nur im gehobenen Amateurbereich ... auch habe ich natürlich keine professionelle Ambitionen, z.B. modern Musik jeseits g3, Flageolett, ...
      Für mich bedeutet gut: einfach spielbar über den Bereich tiefes-b bis e3, ausgeglichener Klang über diesen Bereich, Dynamikbereich befriedigend und stabile Ansprache über einen längeren Zeitraum.
      Wässern der Rohre: Je länger ich die Rohre wässern muss, um diese spielfähig zu erhalten, umso länger ist die Gebrauchsdauer des Rohres ... stellenweise reichen diese über mehrere Monate ... auch bei mehrmaligem wöchentlich und intensivem Üben. Deshalb lasse ich erstmal etwas zu viel Holz stehen und bearbeite die Rohr nach und nach.
      Wenn dann die Rohre im Laufe der Zeit "schwächer" werden, hilft bei mir das "Staubwischen" auf der Bahn, Absatz nacharbeiten und ganz wichtig die Bahn-Innenseiten mit 400er-Schleifpapier von Fremdmaterialien reinigen.

      Allcock:
      Leider habe ich keinen Vergleich zu Wettbewerbern ... diesen Hobel besitze ich aber auch schon seit mehr als 25 Jahren und diesen habe ich damals direkt bei T. Allcock erworben ... ich glaube das seine Firma inzwischen weiterverkauft wurde (vmt. Finnland) ... da Tony Allcock selbst ein guter Maschinenbauer ist, so ist auch die Hobelkonstruktion für's Leben ... d.h. sehr robust (Lagerung, gehärteter Werkzeugstahl, ...) ... das Rohr-Hobeln muss man allerdings auch hier erst mit Geduld erlernen ... die Rohre aus dem Hobel sind i.d.R. sofort spielbar ... einige Rohre benötigen etwas manuelles Schaben. Mit diesem Hobel bin ich mehr als zufrieden.

      Allgemein:
      Ich glaube mit der Kombination "Josef-Eterion" für mich aktuell den besten Weg gefunden zu haben ... mit meiner bisherigen Kombination "Adler - diversen Hülsen" habe ich so stabile Rohre (Intonation und Gebrauchsdauer) nicht anfertigen können.
      Ob dies jetzt am Instrument oder an den Hülsen liegt kann ich nicht sagen ... ich habe ja nur den Vergleich zur Adler ... und wenn ich mir die mechanische Ausführung der Josef so anschaue ... spielt hier der japanische Qualitätsanspruch sicherlich eine nicht unwesentliche Rolle ... und meine bisherige Adler war ja auch die professionelle Ausführung (Modell 6010, Baujahr 1992) ... aber die mechanischen Ausführung bei Josef ist um Welten besser ... natürlich habe ich keinen aktuellen Vergleich zu den heutigen Mönnig/Adler oder Franzosen ...

      Es grüßt
      Heiko
    • arundo donax schrieb:

      ansonsten hätte ich schon mal in den Livestream hineingehört, obwohl mich die Musik der Bach-Söhne ganz im Gegensatz zu der ihres Vaters als Hörer noch nie so richtig gepackt hat. Die größten Schwierigkeiten habe ich mit Johann Christian Bach....
      Ich kenne bisher eigentlich bewusst so gar nichts von Johann Christian Bach :/

      ... aber das heute in diesem Konzert gespielte Quintett D-Dur op. 22 Nr. 1 hat mir ausnehmend gut gefallen - besonders der 2. Satz - es war für meinen Geschmack das schönste Werk des ganzen Konzerts ^^
      ... was natürlich auch daran lag, dass es nur noch ein weiteres mit Oboe gab; und zwar die Triosonate a-Moll WQ 148 von Carl Philipp Emanuel Bach - wenngleich natürlich auch Sebastian Wittibers Flötentöne heute wieder wunderschön waren.

      Zusammen mit Nicolas Cock-Vassiliou wieder traumhaft schönen und innigen Oboentönen ein einziger Ohrenschmaus. :verbeugung2:


      Noch kann das Konzert übrigens angesehen werden: hr-sinfonieorchester.de/livest…tream-15-11-2020-100.html
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Heute habe ich mal die Noten zu dem Quintett von JCB op. 22 Nr. 1 gesucht und sie auf imslp tatsächlich gefunden 8o
      Es macht auch Spaß, die Oboenstimme zu spielen :D - die Tonart ist ja zum Glück auch sehr oboenfreundlich ^^
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Heute habe ich mal die Noten zu dem Quintett von JCB op. 22 Nr. 1 gesucht und sie auf imslp tatsächlich gefunden
      Es macht auch Spaß, die Oboenstimme zu spielen - die Tonart ist ja zum Glück auch sehr oboenfreundlich
      Mit Freunden habe ich mal ein paar der Quintette von Johann Christian Bach angespielt, aber wir haben die Noten sehr schnell wieder weggelegt. Auf uns (alle) wirkte die simple Melodik in Kombination mit dem frühklassisch homophonen Satz viel zu formelhaft -so unterschiedlich sind die Geschmäcker...

      Q-Fahrer schrieb:

      Ich verwende neben den üblichen Herstellern (Frankreich) auch eigenes Holz ... einfach in Südfrankreich am Wegesrand gesammelt ... wobei das Holz von frz. Herstellern natürlich besser ist ...
      Mit in Frankreich selber gesammeltem Holz habe ich auch schon diverse Versuche gemacht. Aber ein für mich brauchbares Rohr ist dabei nie herausgekommen.

      Q-Fahrer schrieb:

      Für mich bedeutet gut: einfach spielbar über den Bereich tiefes-b bis e3, ausgeglichener Klang über diesen Bereich, Dynamikbereich befriedigend und stabile Ansprache über einen längeren Zeitraum.
      Meine Definition eines "guten" Rohrs sieht so ähnlich aus. Allerdings benötige ich auch in puncto Dynamik wirklich "gute" und nicht nur "befriedigende" ;) Eigenschaften, denn bei Muggen wird immer wieder eine große dynamische Flexibilität von mir verlangt.

      Q-Fahrer schrieb:

      Ob dies jetzt am Instrument oder an den Hülsen liegt kann ich nicht sagen ... ich habe ja nur den Vergleich zur Adler ... und wenn ich mir die mechanische Ausführung der Josef so anschaue ... spielt hier der japanische Qualitätsanspruch sicherlich eine nicht unwesentliche Rolle ... und meine bisherige Adler war ja auch die professionelle Ausführung (Modell 6010, Baujahr 1992) ... aber die mechanischen Ausführung bei Josef ist um Welten besser ..
      Meine Cocobolo-Adler ("Diva"), die mir über lange Jahre in vielen Konzerten treue Dienste geleistet hat, wurde 1993 gebaut. Über die Mechanik konnte ich nie klagen, sie war (und ist) extrem zuverlässig. Insofern kann ich mir kaum vorstellen, dass die Mechanik der Josef um Welten besser ist.... :S ?(

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Hallo ihr Lieben,
      mal wieder eine sehr spannende und aufschlussreiche Lektüre, was in den letzten Wochen hier passiert ist.

      Ich bin musikalisch ein bisschen im Corona-Blues - mein Orchester probt (nach zwei Proben vor den Herbstferien) wieder nicht, und meine Oboen-Übe-Motivation ist völlig im Eimer. Ich habe jetzt für mich überlegt, dass ich mich dann auch nicht zwinge und das Instrument die nächsten Monate liegenlasse. Stattdessen übe ich Klavier - das ist zum Alleine-Spielen gedacht, und da werde ich weniger melancholisch...

      Hat jemand von euch sich mal den Kreedo-Online-Kurs zum Rohre-Korrigieren angesehen? Lohnt sich das? Rohre bauen macht mir ja Spaß, und vielleicht bringt mich so ein Kurs wieder ein bisschen in Bläserstimmung.

      Herzliche Grüße
      Sanipiano
    • Sanipiano schrieb:

      Hat jemand von euch sich mal den Kreedo-Online-Kurs zum Rohre-Korrigieren angesehen?
      Ja - ich.

      Uninteressant ist der Kurs zwar nicht - aber wirklich "gelohnt" hat er sich für mich persönlich aber nicht. Ich habe ihn mir nach dem Kauf 1 x angesehen und dann nie mehr wieder.

      Wirkliche Lösungen für die Probleme, die mir so begegnen, habe ich da nicht gefunden.
      Die Kapitel sind nämlich lediglich nach den Registern der Oboe aufgebaut; dann gibt es noch ein Kapital "Klang" und ein Kapital "Dynamik".

      Und wenn ich jetzt Rohre nacharbeiten muss, bin ich viel zu faul, in den Videos rumzusuchen, ob da irgendwo ein Hinweis für mein aktuelles Probem (das meistens darin besteht, dass das Rohr einfach noch viel zu schwer ist, oder insgesamt schlecht anspricht (trotz bereits sehr dünner Ansprache) oder es zu leicht und plärrig ist oder ich die Höhe nicht "kriege".

      Auch das dazugehörige PDF mit den schlagwortartigen Zusammenfassungen dazu hilft mir aufgrund der Einteilung in die Oboenregister nicht wirklich weiter.
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Ich freue mich sehr darauf und würde mich auch sehr freuen, wenn wieder irgendwer mitgucken würde, auf dass man sich dann darüber austauschen könnte
      Sehr gerne! Wenn die Clips dann wie üblich auf dem Youtube-Kanal des Orchesters auftauchen, den ich abonniert habe und regelmäßig verfolge, werde ich sie mir mit Freude ansehen und freue mich auf den Austausch darüber! :)

      Allegro schrieb:

      Heute habe ich mal die Noten zu dem Quintett von JCB op. 22 Nr. 1 gesucht und sie auf imslp tatsächlich gefunden
      Es macht auch Spaß, die Oboenstimme zu spielen - die Tonart ist ja zum Glück auch sehr oboenfreundlich
      Dem Hinweis bin ich gerade erstmal nachgegangen. Ja, die Tonart ist sehr oboenfreundlich, das liegt alles gut in den Fingern, ist klar, übersichtlich und nicht besonders virtuos: Ein geübter Spieler kann das wahrscheinlich so vom Blatt weg spielen.
      Bei imslp.org findet man zwei Scans der Stimmen aus zeitgenössischen Editionen. Das ist zwar sehr authentisch und die Drucke sind auch gut lesbar, aber meiner Erfahrung nach ganz blöd zum Ausdrucken, vor allem wenn es sich um Farbcans handelt, bei denen das vergilbte Papier beim Ausdruck nur noch grau in grau wirkt. Aus den originalen stimmen könnte man sicher relativ problemlos spielen, aus den Ausdrucken leider kaum.
      Interessant finde ich den Hinweis auf dem Stimmsatz: Deux Quintettos pour le Clavecin ou Piano Forte, accompagnés d´un violon, flote, hautbois, viola et violoncelle (on peut les executer sans Instruments). Streicher und Bläser kann man also auch weglassen und die Quintette als Klaviersonaten spielen.

      arundo donax schrieb:

      Mit Freunden habe ich mal ein paar der Quintette von Johann Christian Bach angespielt, aber wir haben die Noten sehr schnell wieder weggelegt. Auf uns (alle) wirkte die simple Melodik in Kombination mit dem frühklassisch homophonen Satz viel zu formelhaft -so unterschiedlich sind die Geschmäcker...
      Alles unbestreitbar richtig und nachvollziehbar, aber auch wieder Geschmackssache und eine Frage der Erwartung an Musik. Ich gehe davon aus, dass diese Kammermusik von Christian Bach für ein sowohl adliges als auch bürgerliches Publikum in den großen Städten entstanden ist, dass Musik machen und Musik hören auch als kultivierte Unterhaltung betrieben hat. Dieses Publikum fand die Stücke offenbar leicht fassbar, entspannend und unterhaltsam - und ich muss zugeben, ich teile diesen Geschmack, genauso wie auch nicht nur verstehen, sondern nachfühlen kann, warum sich Generationen von kultivierten menschen bei etwas sentimentaler, melodischer Salonmusik gut unterhalten gefühlt haben.
      Und von dir, lieber Bernd, weiß ich, dass du zum Beispiel Sebastian Bach und Reger liebst, und mit allem, was dazwischen leicht, unterhaltsam und für den unkomplizierten Geschmack funktioniert hat, von Christian Bach über Rossini bis zu Salonmusik, überhaupt nichts anfangen kannst. ;)

      Sanipiano schrieb:

      Ich bin musikalisch ein bisschen im Corona-Blues - mein Orchester probt (nach zwei Proben vor den Herbstferien) wieder nicht, und meine Oboen-Übe-Motivation ist völlig im Eimer. Ich habe jetzt für mich überlegt, dass ich mich dann auch nicht zwinge und das Instrument die nächsten Monate liegenlasse.
      Das geht mir ganz genauso. Gestern Abend gab es per Zoom-Konferenz ein Wiedersehen mit den Leuten aus dem Orchester, aber gemeinsam musiziert haben wir seit Januar nicht mehr. Und während ich im Frühjahr im ersten "Lockdown" im festen Willen, in den ganzen Tag, die ganze Woche nur zu Hause zwischen Schreibtisch, Küche und Fernseher irgendwie Struktur zu bringen, konsequent jeden zweiten Tag geübt habe, haben mich dann die Reperaturbedürftigkeit meiner Oboe und die fehlenden Möglichkeit, mit anderen zusammen zu spielen und sich hören zu lassen, doch wieder aufhören lassen. Ich habe meine Oboe seit sicherlich einem halben Jahr kaum mehr angefasst.
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde
    • Ich glaube, der Corona-Koller hat uns alle erwischt, den einen mehr, den anderen weniger.

      Orchester und große Ensembles gehen ja zur Zeit nicht. Ich habe mir die Insel „Gottesdienste“ gesucht, die ich ab und zu mitgestalte. Man muss sich anbieten, aber ich glaube, viele Gemeinden nehmen gern an. Singen mit allen ist nunmal nicht drin...aber schöne Musik mit Orgel gleicht das vielleicht ein bisschen aus.
      Mir helfen diese Ziele, konkret zu üben und bereits gearbeitete Stücke nochmal aufzugreifen und zu spielen. Hoffentlich in einer reiferen Variante... ;) ...manchmal verka** ich‘s auch...
      Liebe Grüße
      Jori :verbeugung2:
    • Cherubino schrieb:

      Und von dir, lieber Bernd, weiß ich, dass du zum Beispiel Sebastian Bach und Reger liebst, und mit allem, was dazwischen leicht, unterhaltsam und für den unkomplizierten Geschmack funktioniert hat, von Christian Bach über Rossini bis zu Salonmusik, überhaupt nichts anfangen kannst.
      Von Reger liebe ich nur einige wenige Werke wie die Mozart-Variationen, die Beethoven-Variationen, den ersten Satz aus der Böcklin-Suite und das Klarinettenquintett. Die meisten anderen Werke Regers sind selbst mir melodisch zu spröde.

      Aber es stimmt, dass ich mit Musik, die hauptsächlich der Unterhaltung dienen soll, nichts anfangen kann. :versteck1:

      Cherubino schrieb:

      Und während ich im Frühjahr im ersten "Lockdown" im festen Willen, in den ganzen Tag, die ganze Woche nur zu Hause zwischen Schreibtisch, Küche und Fernseher irgendwie Struktur zu bringen, konsequent jeden zweiten Tag geübt habe, haben mich dann die Reperaturbedürftigkeit meiner Oboe und die fehlenden Möglichkeit, mit anderen zusammen zu spielen und sich hören zu lassen, doch wieder aufhören lassen. Ich habe meine Oboe seit sicherlich einem halben Jahr kaum mehr angefasst.
      Das finde ich sehr, sehr schade! Denke mal darüber nach, ob es bei deiner Oboe unbedingt eine Generlaüberholung sein muss - vielleicht tut es auch eine kleinere Reparatur, die die groben Mängel beseitigt!

      Jorinde schrieb:

      Orchester und große Ensembles gehen ja zur Zeit nicht. Ich habe mir die Insel „Gottesdienste“ gesucht, die ich ab und zu mitgestalte. Man muss sich anbieten
      Ich muss mich noch nicht mal anbieten, sondern habe im Rahmen von Gottesdiensten bis Weihnachten noch drei Muggen (mehr als im letzten Jahr! :spock1: ). Und ich hätte noch am 1. Weihnachtstag und an Silvester spielen können, aber da bin ich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zu Hause, weshalb ich die Engagements nicht angenommen habe.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • arundo donax schrieb:

      Ich muss mich noch nicht mal anbieten, sondern habe im Rahmen von Gottesdiensten bis Weihnachten noch drei Muggen (mehr als im letzten Jahr! ). Und ich hätte noch am 1. Weihnachtstag und an Silvester spielen können
      Ja - das ist doch super :thumbsup:

      Jorinde schrieb:

      Ich glaube, der Corona-Koller hat uns alle erwischt, den einen mehr, den anderen weniger.
      Bei mir hat der aber so gar nichts mit dem Oboespielen zu tun ;)

      Ich finde es auch sehr schade, wenn man die Lust auf sein Instrument verliert, nur weil man nicht mehr mit anderen zusammen spielen kann ... ich hatte ja auch befürchtet, dass mir das passieren würde, nachdem mich letztes Jahr ja meine Lehrerin "verlassen" hat und ich keine/n neue/n fand - und ich bin sehr froh, dass ich trotzdem weitermache - ich mache vielleicht mal ein oder zwei oder auch mal drei Tage Pause, aber dann packt es mich doch immer wieder 8o
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Ich finde es auch sehr schade, wenn man die Lust auf sein Instrument verliert, nur weil man nicht mehr mit anderen zusammen spielen kann ... ich hatte ja auch befürchtet, dass mir das passieren würde, nachdem mich letztes Jahr ja meine Lehrerin "verlassen" hat und ich keine/n neue/n fand - und ich bin sehr froh, dass ich trotzdem weitermache - ich mache vielleicht mal ein oder zwei oder auch mal drei Tage Pause, aber dann packt es mich doch immer wieder
      Mir fehlt vor allem die Kammermusik mit mir wohlgesonnenen Kollegen oder gar Freunden. Die Muggen bringen mir einen dringend benötigten Zuschuss zur Haushaltskasse, aber in erster Linie bedeuten sie für mich Stress statt Freude. Wenn ich es finanziell nicht nötig hätte, würde ich nur noch in Ausnahmefällen gegen Geld in der Öffentlichkeit spielen.

      Aber auch wenn es die Kammermusik auf Jahre hinweg nicht mehr gäbe, würde ich weiter nur für mich üben und spielen. Denn das Hineinpusten in die Oboe (ohne den Druck der Konzertsituation) sorgt bei mir immer wieder für ein gesteigertes seelisches und auch körperliches Wohlbefinden. Mich macht das Erzeugen möglichst schöner Töne und möglichst zwingender musikalischer Linien auch ohne sonstige Zuhörer glücklich; es ist über die Jahre zu einem essenziellen Bestandteil meines Lebens geworden.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Neu

      Wie kriegt man diese grässlichen Dreiklänge in die Finger? :heul1: Manche Komponisten müssten ihre Werke mal selbst auf Oboe spielen, damit sie merken, was sie einem da antun...

      Morgen und Samstag muss ich noch was reißen, damit der Sonntag läuft...wenigstens funktionieren drei Rohre ganz prima. :schwitz1:
      Liebe Grüße
      Jori :verbeugung2:
    • Neu

      Morgen gebe ich im Rahmen eines evangelischen Gottesdienstes bei der Aufführung von BWV 106 mit dem Englischhorn den Tenorsolisten in der Arie Nr. 3. Und bei der heutigen Probe hatte ich endlich mal wieder ein richtiges Erfolgserlebnis: Die 1. Blockflöte bediente der langjährige Musikhochschuldozent Christian Seher, der natürlich in einer ganz anderen Liga als ich spielt. Ich saß da mit den üblichen Komplexen und der üblichen Versagensangst, aber die Arie lief (bis auf einen kleinen Verzähler) nicht so schlecht. Und hinterher kam Christian Seher auf mich zu, um mich kräftig zu loben ("gespielt wie gesungen - das kann nicht jeder - hat mir sehr gut gefallen!") und mich dann zu fragen, ob ich in einem Berufsorchester tätig sei..... :schaem1:

      Ich muss gestehen, dass mir das nach den massiven Zweifeln, die ich gerade zuletzt immer wieder an meinen oboistischen Fähigkeiten gehegt habe, jetzt einigen Auftrieb verleiht. Nur sollten morgen wenigstens 90 Prozent von dem kommen, was ich heute zuwege gebracht habe - schaun mer mal..... :/

      Richtig heftig wird es noch am zweiten Adventswochenende. Da habe ich samstags um 11:00 mitten in der Pampa eine Probe für den dritten Advent, am Abend spiele ich Triosonätchen an einer ganz anderen Stelle mitten in der Pampa, und am Sonntag um 10:30 ist der nächste Auftritt - unter anderem mit dieser nicht ganz unheiklen Telemann-Kantate ks4.imslp.net/files/imglnks/us…de_schlagen_TWV_1-440.pdf -fällig. Manchmal bedauere ich doch, dass ich keinen Führerschein besitze.....

      Wenn der 3. Advent vorbei ist, mache ich drei Kreuze!

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Neu

      8o Klasse - so ein tolles Lob aus fachkundigem Munde :verbeugung2: Das freut mich sehr für Dich.
      Das beflügelt Dich heute ganz sicher zur Höchstleistung - ich drücke Dir die Daumen dafür. ^^
      Diese Aufführung würde ich ja zu gerne hören wollen ^^

      Finde ich übrigens eine gute Idee, wenn man auf Sänger verzichten muss, die Arien von passenden Instrumenten ersetzten zu lassen.

      Die Telemann-Kantate sieht ja nun auf den ersten Blick nicht allzu "schlimm" aus; aber ich vermute, das perfekte Zusammenspiel ist hier die Herausforderung, oder ?
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Neu

      Ihr Lieben,

      ich hab alles gepackt, gleich geht‘s in die Kirche. Zwei kurze Gottesdienste hintereinander, ich spiele drei Stücke, u.a. eine instrumentale Fassung einer Bach-Arie BWV 82-2, allerdings gekürzt.

      Den Telemann hab ich mir gleich mal gespeichert, der sieht interessant aus.

      Von Aufregung und Versagensängsten kann ich auch ein Lied singen. Als Kind hab ich ja Gitarre gelernt und mindestens zweimal im Jahr war Vorspiel. Meine Mutter hat mich nach jedem Auftritt mit den Worten begrüßt: Hast dich wieder verspielt. :versteck1: Das macht was mit einem Kind...

      Ich hoffe, mit vielen Auftritten meine Angst irgendwann in den Griff zu kriegen, ich will ja spielen. Aber ich will es auch schön machen. Von perfekt reden wir mal nicht.
      In dem Sinne...habt einen schönen Sonntag! <3
      Liebe Grüße
      Jori :verbeugung2:
    • Neu

      Allegro schrieb:

      Das beflügelt Dich heute ganz sicher zur Höchstleistung - ich drücke Dir die Daumen dafür.
      Tja, ich hätte gestern den Mund weniger voll nehmen sollen.... :schaem1:

      So etwa drei Viertel der Arie liefen klanglich und musiikalisch hervorragend - und dann habe ich für einen winzigen Moment die Konzentration verloren, habe mich verzählt und war für diverse Takte nicht mehr mit dem Cello und der Orgel zusammen. :versteck1: :heul1:

      Jetzt denke ich wieder, dass ich mit der Muggerei komplett aufhören sollte. Aber ich werde wohl weitermachen, solange mich die Kirchenmusiker überhaupt noch engagieren. Ansonsten würde ich mir doch zu feige vorkommen....

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Neu

      :trost:

      Freue Dich doch an dem gelungenen Rest

      Und was wurde gestern an Deinem Spiel gelobt ? Das perfekte Zählen bzw. der perfekte Gleichklang ?
      Nein - sondern: "gespielt wie gesungen - das kann nicht jeder" :verbeugung2:

      Und entsinnst Du Dich an die Aufführung aus der Berliner Philharmonie mit dem 1. Satz des Beethoven-Trios vom Frühling diesen Jahres ? Da hatte sich doch einer der drei hochkarätigen Oboisten auch mal verzählt und falsch eingesetzt ... und gibt der deswegen seinen Job auf ? :rolleyes: Und wenn das hier damals nicht geschrieben worden wäre mit dem Verzähler, hätte z.B. ich das auch noch nicht mal gemerkt ...
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Neu

      Nicht ärgern @Bernd.

      Meine Oboe sagte heute die ganze Zeit zu mir: Es ist zu kalt! Unsere Kirche wird wegen Corona nicht geheizt, weil warme Luft die Aerosole noch mehr rumwirbelt oder so...egal, es war echt kalt. Vor jedem Einsatz hatte ich mein Schätzchen 5 min unter die Strickjacke genommen und warmgekuschelt. Aber das Rohr wollte auch nicht ganz, ich fand den Ton quakig und z.T. die Höhen schwer anzuspielen, obwohl das Rohr vorher einwandfrei funktionierte. Aber ich glaube, große Teile sind trotzdem gut angekommen. Besser geht natürlich immer. Ich war aber nicht sehr aufgeregt und hatte auch die Atmung ganz gut im Griff. Ich spiele durch und breche nicht mehr ab.
      Ich werde es wieder versuchen. :verbeugung2: (Solange man mich erträgt. :D )
      Liebe Grüße
      Jori :verbeugung2: