Oboen-Frischlinge

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    • Karl Wentzel schrieb:

      Habt Ihr eine Idee, welche Stücke sich für eine Beerdigung Oboe solo eignen?
      Bei solchen Gelegenheiten habe ich immer gerne den langsamen Satz (Andante?) aus Telemanns a-moll-Sonate gespielt. Der wirkt auch ohne Continuo sehr gut.

      Ähnliches gilt für das (bekannte) Siciliano aus Bachs Es-Dur-Sonate.

      Und in Telemanns Sonaten für Flöte (Oboe) solo sollte sich ebenfalls etwas Passendes finden lassen.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • @ alle die mir Vorschläge für eine Trauerfeier-Musik machten

      Vielen Dank - ich habe mich für 3 Beiträge entschieden:
      1. Amazing Grace - etwas arrangiert, mit der oft gehörten tonalen Rückung von B nach C
      2. Händel: Lascia ch'io pianga - etwas verkürzt wegen der vielen motivischen Wiederholungen
      3. BWV 147 Jesus bleibet meine Freude - etwas arrangiert, damit der Wegfall des cantus firmus nicht so auffällt und insgesamt etwas gekürzt, damit es nicht so anstrengend ist.
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      Schöne Auswahl, Karl


      Ich hätte eigentlich heute abend in der Alten Oper gesessen ;( - bei meinem Lieblingsorchester - also dem hr-Sinfonieorchester ^^ - und Francois Leleux am Dirigierpult - und heute ganz ohne Oboe.
      Es hätte ein "Spotlight Family"-Konzert für Familien und Kinder gegeben; dabei sollte eigentlich Prokofjews "Cinderella" präsentiert werden.

      Leleux ist trotzdem nach FFM gereist und hat seit Montag mit dem Orchester geprobt für den heutigen livestram; und zwar zwei kürzere Werke: Debussys "Petite Suite " und Strawinskys "Pulcinella-Suite" - beides Stücke, die ich noch nicht kannte und die ich mir auch nie einfach so aus Neugierte angehört hätte.

      Aber was bin ich froh, dass ich den stream heute angesehen habe; denn beide Werke bestehen aus wunderschöner Musik 8o und es gab auch wunderschöne Oboentöne von José Luis García Vegara (besonders im Variationssatz der Pulcinella-Suite), herrliche Flötentöne von Clara Andrada de la Calle und tolle Englischhorn-Töne von Michael Höfele :D
      Die Moderation von Leleux war - im Vergleich zu Andrés Orozco-Estrada Moderationen - sehr dürftig; lediglich von dem hr-Moderatoren hat man ein paar Hintergrundinfos zu den Werken bekommen.
      Und durch die Kinderfragen habe ich sogar auch noch ein paar Sachen über ein paar Instrumente gelernt ;)

      Wer Lust hat: hier geht es zum stream: youtube.com/watch?v=05utyyqqqDU
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
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      Allegro schrieb:

      Kann es sein, dass Strawinskys die "Serenata" bei Bach geklaut hat ?
      Nein, die Musik ist zwar samt und sonders "geklaut" (Strawinsky hat barocke Vorlagen verfremdet), aber nicht bei Bach. Strawinsky ging davon aus, bei Pergolesi stibitzt zu haben; später hat sich aber herausgestellt, dass viele der Vorlagen in Wirklichkeit von Unico Wilhelm van Wassenaer stammen.

      Für mich stellt die Pulcinella-Suite das mit Abstand beste Werk Strawinskys dar, was daran liegt, dass die Musik im Grundsatz nicht von Strawinsky ist...... :D :evil:

      Herzliche Grüße

      Bernd
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      arundo donax schrieb:

      Strawinsky ging davon aus, bei Pergolesi stibitzt zu haben; später hat sich aber herausgestellt, dass viele der Vorlagen in Wirklichkeit von Unico Wilhelm van Wassenaer stammen.
      Allegro, bitte entschuldige mein Halbwissen! Ich habe gerade noch mal bei Wikipedia nachgeschaut, und da steht:

      "....Einige der Musikstücke wurden möglicherweise von Domenico Gallo, Unico Wilhelm van Wassenaer, Carlo Ignazio Monza und Alessandro Parisotti geschrieben..."

      Herzliche Grüße

      Bernd
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      arundo donax schrieb:

      Nein, die Musik ist zwar samt und sonders "geklaut" (Strawinsky hat barocke Vorlagen verfremdet)
      ja - so klingt es an vielen Stellen

      arundo donax schrieb:

      später hat sich aber herausgestellt, dass viele der Vorlagen in Wirklichkeit von Unico Wilhelm van Wassenaer stammen
      den Namen hab ich ja noch nie gehört :huh: - gibt es von dem irgendwas, was sich zu kennen lohnt ?

      arundo donax schrieb:

      Für mich stellt die Pulcinella-Suite das mit Abstand beste Werk Strawinskys dar, was daran liegt, dass die Musik im Grundsatz nicht von Strawinsky ist.....
      :megalol: Von Strawinsky kenne ich sonst auch gar nix - vor vielen Jahren hab ich wahrscheinlich zwar auch schon mal den "Feuervogel" gehört, hatte aber nie das Bedürfnis, den nochmal zu hören :huh:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
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      Allegro schrieb:

      den Namen hab ich ja noch nie gehört - gibt es von dem irgendwas, was sich zu kennen lohnt ?
      Ja, gibt es:

      youtube.com/watch?v=D38YGgGAFd8

      Für meine Ohren handelt es sich schon um sehr gute Barockmusik (und eine besonders schöne unHIPe Interpretation durch die Camerata Bern!).

      Allegro schrieb:

      Von Strawinsky kenne ich sonst auch gar nix - vor vielen Jahren hab ich wahrscheinlich zwar auch schon mal den "Feuervogel" gehört, hatte aber nie das Bedürfnis, den nochmal zu hören
      Der "Feuervogel" (ein frühes Werk) ist für meine Begriffe die zweitbeste Komposition Strawinskys. Mit dem Anfang des "Sacre" kann ich auch noch etwas anfangen, aber das restliche Schaffen des Meisters...... <X <X ..... :versteck1:

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Thema: Strawinsky

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      Als Oboenspieler sollte man auf jeden Fall seine Psalmensinfonie kennen, immerhin sind 4 Oboen und Englisch Horn besetzt. Ja, man merkt bei Strawinsky sofort, daß er alles am Klavier komponiert. Deshalb sind komplizierte Griffwechsel oder schwierige Intervalle für die Oboe für ihn fremdes Terrain, und der Oboist muß das dann ausbaden. Besonders das Solo am Anfang der Fuge im 2. Satz ist sehr anspruchsvoll, und wenn sich ein unerfahrener nervöser Dirigent im Tempo vertut, kocht dem Oboisten das Wasser im Arsch. Aber wenn man dieses Werk oft spielt und mit einem guten Dirigenten einstudiert erschließt es sich einem immer mehr. Orchester Violinisten lieben dieses Werk besonders, weil keine Violine besetzt ist... Bei Bruckner spürt man als Orchester Oboist auch ziemlich deutlich, daß er an der Orgel komponierte: Die vielen langen Haltetöne zum Beispiel in der 7. Sinfonie brauchen eben auf der Orgel nur einen Finger auf der Taste, als Oboist ist das nicht ganz so einfach...
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      Karl Wentzel schrieb:

      Als Oboenspieler sollte man auf jeden Fall seine Psalmensinfonie kennen, immerhin sind 4 Oboen und Englisch Horn besetzt.
      Dazu hätte ich folgende Anekdote zu bieten:

      Einen Teil meiner Zeit im BW-Musikkorps habe ich ja (1985 bis 1986) zusammen mit dem nicht ganz unbekannten Oboisten Ralf-Jörn Köster abgesessen. Obwohl ich damals als Stabsunteroffizier <X nominell sein "Vorgesetzter" ;) ;) war, haben wir uns sehr gut verstanden. Und irgendwann hat mich Ralf-Jörn gebeten, für ihn bei seinem alten, hoch ambitionierten Schulorchester in Essen-Werden bei einer Aufführung von Strawinskys Psalmensinfonie am Englischhorn einzuspringen, denn ich hatte an dem betreffenden Wochenende dienstfrei, er nicht.

      Der Besuch auch nur einer einzigen Probe war mir nicht möglich. Ich bin dann nach Werden gefahren und habe mich kurz vor dem Konzert mit dem Dirigenten in einer Kneipe getroffen, um mir die Stellen, an denen es aufs Englischhorn ankommt, zeigen und erklären zu lassen. Damals - noch vor dem Studium - hatte ich von der Musikkorps-Literatur abgesehen nicht viel Orchestererfahrung, und ich erinnere mich gut daran, dass ich im Konzert den neben mir sitzenden Oboisten immer wieder flüsternd "Wo sind wir?" gefragt habe. Aber die betreffenden Stellen habe ich dann (fast :D :schaem1: ) alle im richtigen Moment abgeliefert....damals waren die Nerven noch stärker.....oder ich war grundsätzlich einfach schmerzfreier im Hinblick auf meine musikalischen Leistungen.... ;)

      Herzliche Grüße

      Bernd
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      arundo donax schrieb:

      , und ich erinnere mich gut daran, dass ich im Konzert den neben mir sitzenden Oboisten immer wieder flüsternd "Wo sind wir?" gefragt habe.
      :megalol: :megalol: :megalol:

      arundo donax schrieb:

      Aber die betreffenden Stellen habe ich dann (fast ) alle im richtigen Moment abgeliefert....d
      :verbeugung2:

      arundo donax schrieb:

      damals waren die Nerven noch stärker.....oder ich war grundsätzlich einfach schmerzfreier im Hinblick auf meine musikalischen Leistungen....
      Wahrscheinlich beides - was vermutlich auch einfach dem jugendlicheren Alter zuzuschreiben sein dürfte
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
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      Ich glaube, sowas ist auch eine Typfrage. Ich wäre auch in jungen Jahren dazu nicht in der Lage gewesen. Selbst im Chor, wenn noch andere deine Stimme singen und man sich auch mal dranhängen kann, mag ich es sehr, das Stück gut zu kennen und einsatzsicher zu sein.

      Aber vielleicht ist es auch anders, wenn man von solchen Einsätzen seinen Lebensunterhalt bestreiten muss, dann spielt man halt einfach.
      Liebe Grüße
      Jori :verbeugung2:
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      Jorinde schrieb:

      Selbst im Chor, wenn noch andere deine Stimme singen und man sich auch mal dranhängen kann, mag ich es sehr, das Stück gut zu kennen und einsatzsicher zu sein.

      Aber vielleicht ist es auch anders, wenn man von solchen Einsätzen seinen Lebensunterhalt bestreiten muss, dann spielt man halt einfach.
      Wenn man so wie ich regelmäßig Muggen absolviert, kommt man ab und an (selten) in die Situation, dass man bei der Aufführung eines Werks, welches man noch nie gespielt hat, ohne Probe einspringen soll. Da ist dann immer sehr die Frage, um was es sich handelt - bei einer mir bis dato von der eigenen Praxis her unbekannten Bach-Kantate oder Mozart-Sinfonie traue ich mir auch heute noch durchaus zu, im Konzert ohne Probe bestehen zu können.

      Strawinsky mit seiner komplizierten Rhythmik ist da eine völlig andere Nummer. Für mich jedenfalls - Oboisten, die im Profiorchester sitzen, werden auch damit kaum Probleme haben.

      Vor Jahren hat man mich mal aus einer bereits laufenden Probe mit lauter Filmmusik angerufen und gefragt, ob ich direkt an der 1. Oboe einspringen könne. Im Bewusstsein dessen, was ich kann und was ich nicht kann, habe ich das abgelehnt. Mit Filmmusik habe ich weder Erfahrung noch ansonsten viel am Hut. Wenn es um Werke aus dem Barock oder aus der Wiener Klassik gegangen wäre, hätte ich gespielt.

      Herzliche Grüße

      Bernd
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      :schwitz1: Mich wird man kaum spontan anrufen, ich würde auch vor lauter Angst absagen... :versteck2:

      Ich muss dazu erzählen, dass ich wohl vorspielgeschädigt bin, denn meine Mutter brachte es immer, als ersten Satz nach einem Vorspiel „Hast dich wieder verspielt...!“ zu sagen. Kein „schön gespielt“ oder wenigstens „die Stelle ist dir ja prima gelungen“...ich glaube, das wird mir bis ans Lebensende nachhängen. Aus dieser Erfahrung verstehe ich heute, warum man Kinder immer lobt.
      Aber ich für mich brauche es halt, sicher zu sein (und dann passiert oft genug noch irgendwas Blödes, Peinliches...etwas, was mich unzufrieden macht).

      Soundtracks finde ich übrigens toll. Aber derzeit hänge ich immer noch in meiner Bachkantatenphase und arbeite mich peu a peu durch.
      Kennt ihr auch so Phasen, in denen man sich nur mit einer bestimmten Musik beschäftigt und alles dazu aufsaugt, was man finden kann? Ich hatte Mike-Oldfield-Phasen, dann kam Minimal Music, Lautenmusik der Renaissance, Passionen, Gregorianik, elektronische Musik, Minnesang...wenn ich das so lese, immer von einem Extrem ins andere. 8| Das war jetzt mein musikalisches Outing. :D
      Liebe Grüße
      Jori :verbeugung2:
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      Jorinde schrieb:

      Ich muss dazu erzählen, dass ich wohl vorspielgeschädigt bin, denn meine Mutter brachte es immer, als ersten Satz nach einem Vorspiel „Hast dich wieder verspielt...!“ zu sagen. Kein „schön gespielt“ oder wenigstens „die Stelle ist dir ja prima gelungen“.
      ;(

      Jorinde schrieb:

      Aber derzeit hänge ich immer noch in meiner Bachkantatenphase und arbeite mich peu a peu durch.
      :thumbsup:


      Und ich übe seit zwei Wochen auch immer nur zwei Stücke und freue mich riesig dran, dass sie nun - nach diesen zwei Wochen - endlich gut "laufen" (auch die Stellen, mit denen ich bisher noch zu kämpfen hatte), ich auch die noch "strittigen" Phrasierungen m.M. nach schlüssig gefunden habe (das ging nun fast ganz von selbst 8) ) und ich es - zumindest meinem Höreindruck beim Spielen nach - auch endlich schaffe, ordentliche dynamische Abstufungen, Schwung (wo nötig) und schönen Ausdruck hineinzubringen. Und ich achte auch ständig auf einen vollen schönen Ton dabei.

      Es handelt sich um zwei barocke Sonätchen (von denen Bernd nicht viel hält, ich weiß ^^ - aber mir gefallen sie halt sehr gut), die ich rauskramte, als ich vor zwei Wochen mal wieder die CD von Liviu Varcol mit Orgelbegleitung anhörte - da schmelze ich regelmäßig dahin, so schön ist die / das :love: Es handelt sich um die C-Dur-Sonate von Besozzi; und die zweite (die nicht auf der CD drauf ist) ist die von Loeillet (die mir als Jugendliche schon als Trompetensonate begegnete).

      Eigentlich müsste ich mich ja nun mal damit aufnehmen, um festzustellen, ob mir das tatsächlich auch nur einigermaßen so gelingt, wie ich denke, dass es es tut - aber ich traue mich nicht
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
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      DAnke für die links, Jor; dieses Oboenkonzert-Fragment KV 293 kannte ich noch gar nicht 8o

      Und wenn ich mir das Bach-Programm für morgen nachmittag so ansehe, bin ich schwer in Versuchung, mir ein Ticket dafür zu kaufen :rolleyes:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
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      Herrlich - Mayer sollte öfters mit Bach auftreten - den spielt er - für meinen Geschmack - ausgesprochen schön :love:

      Auch sein Ton auf der normalen Oboe gefällt mir heute - zur Abwechslung mal wieder - sehr gut :jaja1: Voll und rund und warm - besonders in der Tiefe -aber auch in der Höhe ^^

      Auch im schnellen Schlußsatz der Bach´schen Ouvertüre spielt er die Läufe immer noch schön aus 8o
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
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      Die Kombination Oboe d`Amore mit Countertenor (Valer Sabadus hat eine tolle Stimme 8o und singt mit sehr viel Ausdruck :verbeugung2: ) ist auch traumhaft schön :love:

      ... was bin ich froh, dieses Konzert hören zu können - Danke Jori :kuss1:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés