Oboen-Frischlinge

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    • Mein langjähriger Hausmusikpartner D. (seines Zeichens Geiger) hatte für den heutigen Abend einen Amateurcellisten an Land gezogen. Der mir bis dato unbekannte junge Mann, der hauptamtlich Maschinenbau studiert, spielte sehr musikalisch und machte auch ansonsten einen ausgesprochen sympathischen Eindruck. Insgesamt war es für mich ein großes Vergnügen, nach längerer Zeit mal wieder Bach-Triosonaten mit Bassfundament realisieren zu können (regelkonform natürlich, denn D. hat mit seinen über achtzig Jahren die zweite Impfung vor mehr als zwei Wochen erhalten)!

      Unter anderem haben wir es tapfer mit der Triosonate aus dem Musikalischen Opfer versucht. Es handelt sich um wenig eingängige, ungemein komplexe und tiefsinnige Musik, die zumindest ich viel besser "verstehe", wenn ich mich als Ausführender mit ihr beschäftige. Die Flötenstimme geht für mich über längere Strecken gar nicht, weshalb wir quasi getauscht haben: Ich habe den Geigenpart übernommen. Letzterer gestaltet sich immer wieder als schwierig, aber machbar - bis auf ca. 30 Takte im zweiten Satz.
      Dort gerate ich zwischen grob gesagt Takt 130 und 160 nicht nur prima vista auf eine schon ziemlich unanständige Art ins Pfuschen und Strudeln; dennoch lohnt sich die Beschäftigung mit diesem Monstrum von Triosonate meiner Meinung nach auch für uns Oboisten sehr!

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Hast Du es gut mit Deinen Musizierpartnern :heul1:

      Gerade wollte ich schreiben, dass ich dieses "Musikalische Opfer" noch überhaupt nicht kenne - aber beim googeln danach stelle ich fest, dass ich genau diese Triosonate doch vor kurzem schon gehört habe - nämlich in einem der streams des hr-Sinfonieorchesters:

      youtube.com/watch?v=4JgsYOQM_g4

      Ich gestehe, dass dieses Werk an mich nicht sonderlich "heranging" :S
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Kaum zu glauben - aber wahr:

      Albrecht Mayer kommt Mitte Juli tatsächlich in mein "Dorf" zusammen mit dem Bayerischen Kammerorchester Bad Brückenau 8o
      Spielen wird er das Idillio-Concertino op. 15 von Wolf-Ferrari 8)
      und da auf dem Programm u.a. auch noch Mozarts "Exsultate jubilate" steht, vermute ich mal, dass er auch hier die Singstimme spielen wird, so wie ja auch auf seiner neuesten CD (die mir übrigens gut gefällt ^^ )

      Ich bin gespannt, ob´s tatsächlich klappt - eine Karte habe ich mir jedenfalls heute sofort reserviert .... vor allem bin ich gespannt, wir mir sein live-Ton aktuell gefällt - nachdem ich vor ein paar Jahren in der Alten Oper ja recht enttäuscht war von seinem damaligen Oboenton ... :rolleyes:

      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Allegro, auf deine Eindrücke von dem Konzert mit Albrecht Mayer (falls es denn Mitte Juli wirklich stattfinden sollte :/ ) bin ich schon sehr gespannt! --

      Da ich in der Musikschule stets bei offenem Fenster unterrichte, nehme ich schon länger keine meiner beiden Mönnigs nach Jülich mit. Stattdessen spiele ich dort auf meiner von Hans-Peter Springer umgebauten (mit Kunstharz ausgegossenen) Yamaha. Und was soll ich sagen, nachdem ich mich jetzt mehr und mehr mit dieser von mir über längere Zeit unterschätzten Oboe beschäftigt habe: Das ist auch ein richtig tolles, sehr flexibles Instrument, welches nicht ganz die Klangfülle der Mönnigs aufweist, aber dafür in sich noch optimaler stimmt (auf der Yamaha/Springer gibt es kein leicht instabiles f2 und kein tendenziell zu tiefes g1)! In puncto Intonation handelt es sich definitiv um das beste Gerät, was ich überhaupt je in der Hand hatte :spock1: . Hans-Peter Springer ist schon ein besonders genialer Instrumentenbauer.....
      Auf meiner ehemals heißgeliebten Diva (Oskar Adler aus Cocobolo), die nach wie vor wunderbar warm klingt, könnte ich dagegen momentan keine Mugge absolvieren, denn mit dem tendenziell zu tiefen cis2 und dem tendenziell zu hohen c2 komme ich überhaupt nicht mehr klar - wenn ich "normal" in die Diva hineinblase, beträgt der Unterschied zwischen cis2 und c2 eher einen Viertel- als einen Halbton ;( . Auf der (ebenfalls alles andere als schlechten) Ringklappen-Adler aus Grenadill habe ich dieses Problem merkwürdigerweise gar nicht; früher konnte ich diese beiden Oboen ganz locker abwechselnd spielen, aber jetzt geht das nicht mehr - es ist schon verrückt..... ?(

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Ja - ich bin auch sehr gespannt, ob das Konzert tatsächlich so stattfindet und ich auch hineinkomme (Corona-Test ;( ).
      Wenn ja, werde ich auch versuchen, irgendwie an Albrecht Mayer heranzukommen, damit ich ihn mal nach seinem ominösen EH-S-Bogen fragen kann :rolleyes:

      Bernd, was Du über Deine Instrumente schreibst, ist ja wirklich interessant. Ich entsinne mich noch gut Deiner Lobeshymnen auf Deine Diva ...

      Hier noch eine kleine Erinnerung: morgen abend gibt es ein Oboenkonzert in D-Dur von Giuseppe Sammartini, gespielt von meinem persönlichen Lieblingsoboisten des hr-Sinfonieorchesters Nicolas Cock-Vassiliou zu hören. :D
      hr-sinfonieorchester.de/livest…tream-10-06-2021-100.html

      Ich kenne das Werk bislang gar nicht; und das internet gibt leider auch nicht genau Auskunft, ob es vielleicht mehrere von ihm in D-Dur gibt. Vielleicht ist es ja dieses hier :/ : youtube.com/watch?v=pvtYAgXsqXw
      Dieser Satz gefällt mir schon mal sehr 8o


      Und eben habe ich eine wunderschöne Bach-Kantate kennengelernt, und zwar BWV 11 »Lobet Gott in seinen Reichen« , toll gespielt von der Internationalen Bachakademie Stuttgart: youtube.com/watch?v=HcoYMvcR-9Y
      Sehr gestaunt habe, als bei einem Satz die beiden Oboisten doch tatsächlich mit (deutlich sichtbarem) Dämpfer gespielt haben - klingt aber wunderschön so. Zu sehen ab ca. Min. 15:34 :D
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Hier noch eine kleine Erinnerung: morgen abend gibt es ein Oboenkonzert in D-Dur von Giuseppe Sammartini, gespielt von meinem persönlichen Lieblingsoboisten des hr-Sinfonieorchesters Nicolas Cock-Vassiliou zu hören.
      hr-sinfonieorchester.de/livest…tream-10-06-2021-100.html

      Ich kenne das Werk bislang gar nicht; und das internet gibt leider auch nicht genau Auskunft, ob es vielleicht mehrere von ihm in D-Dur gibt.
      Siehe mal hier: imslp.org/wiki/Category:Sammartini,_Giuseppe_Baldassare

      Dort sind 5 Oboenkonzert aufgelistet, nur eines in D-Dur.

      Ob die Liste vollständig ist, bleibt die Frage. Laut der Seite it.wikipedia.org/wiki/Giuseppe_Sammartini
      gibt es 6 Oboenkonzerte... (genauer gesagt: mindestens 6.)


      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • Michael Höfele spielt heute 2. Oboe - mit einem neuen Instrument :rolleyes: Natürlich kann ich nicht erkennen, was es für eine ist :huh:
      Eben am Ende des 2. Satzes Mozart-Sinfonie D-Dur KV 84 war er sogar mal kurz alleine zu hören - sehr schön zart und innig 8o
      Viele Grüße - Allegro

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    • Schööön war`s. Ziemlich gemein die L#ufe im 3. Satz - aber an den ersten beiden Sätzen werde ich mich vielleicht auch mal versuchen ^^
      Viele Grüße - Allegro

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    • Moin moin,

      wir hatten gestern die erste Trio-Probe und es macht unheimlich viel Spaß. Ich hatte nach einer längeren jobbedingten Pause die Sorge, dass ich gar nicht lange durchhalte, aber zwei Stunden haben wir schön geprobt und die ersten Favoriten auserkoren: Telemann, Krebs, Händel.
      Jetzt heißt es kontinuierlich üben und mal wieder ein paar schöne Rohre bauen…

      Hat es eigentlich schonmal ein Forumsoboenspielertreffen gegeben? Ich fände das spannend…
      Liebe Grüße
      Jori :verbeugung2:
    • Moin,

      das glaube ich Dir unbesehen, dass die Trio-Probe unglaublich viel Spaß gemacht hat. Selbst wenn man nicht auftritt, bringt einem das Zusammenspielen enorm weiter und macht auch einfach so sehr viel Freude.

      Ich vermisse es auch sehr, niemanden mehr zum gemeinsamen Musizieren zu haben.

      Ein Forumstreffen hatten wir vor ein paar Jahren tatsächlich mal leicht angedacht; aber warum es eigentlich nie zustande kam, weiß ich gar nicht mehr.
      Viele Grüße - Allegro

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    • Nun habe ich mir das Sammartini-Koinzert noch mal mit den Noten vor Augen angehört.
      Abgesehen davon, dass mir sowohl das Konzert an sich und auch Cock-Vassilious Spiel :love: und Interpretaton sehr sehr gut gefallen ;) staune ich gerade über den 2. Satz, das Adgio. Da sind die Noten wirklich nur noch das Grundgerüst 8)
      Mir ist zwar klar, dass gerade die langsamen Sätze im Barock von den Ausschmückungen des Solisten leben, aber in solch massiver - und dabei jedoch vollkommen stimmiger - Form ist mir das - zumindest bewusst - bisher eigentlich noch nicht untergekommen :verbeugung2:

      Ich glabe, ich brauche wirklich dringend mal einen Intensivkurs in Barockmusik :S
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Jorinde schrieb:

      Hat es eigentlich schonmal ein Forumsoboenspielertreffen gegeben? Ich fände das spannend…

      Allegro schrieb:

      Ein Forumstreffen hatten wir vor ein paar Jahren tatsächlich mal leicht angedacht; aber warum es eigentlich nie zustande kam, weiß ich gar nicht mehr.
      Seinerzeit hatte ich die Idee, ein Wochenendtreffen mit Kammermusik und Rohrbau zu veranstalten. Gescheitert ist das letztlich an meinen nicht vorhandenen Zeitressourcen. Und in diesem Punkt sieht es bei mir kaum besser aus als früher; zwar verkaufe ich seit einem guten Jahr deutlich weniger Rohre, aber man kann auch mal drei Stunden auf ein einzelnes Rohr verwenden, wenn man es in puncto Qualitätsbewusstsein auf die Spitze treiben will....

      Trotzdem fände ich ein Treffen unter uns Forumsoboisten sehr nett. Vielleicht reicht ja auch ein einziger Tag.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Da wäre ich auch gerne dabei - ich fürchte nur, dass es da terminlich bei mir dieses Jahr eng wird: denn mein Resturlaub ist fast vollständig verplant. Und an Wochenenden könnte ich eigentlich eher nur Samtags als Sonntags.


      Was das Albrecht-Mayer-Konzert betrifft:

      Als Hauptwerk des Abends steht ja das Idillio-Concertino von Wolf-Ferrari auf dem Programm. Daneben noch eine Sinfonia von Mendelssohn, eine Sinfonie von Simon Le Duc, Serenade von Robert Fuchs, und eine auf Oboe umgefrickelte Mozart-Arie (die man auch auf seiner neuesten CD hören kann).

      Gestern abend nun bekam ich eine Mail des Veranstalters: zu welcher Uhrzeit ich denn kommen wolle ? Das Programm wurde geändert und wird dafür an dem Abend zweimal gegeben. Und was wurde gestrichen ? Ausgerechnet das Idillio-Conzertino sowie die Mendelssohn-Sinonia, stattdessen wurde eine weitere der Mozart-Oboen-Arien aufgenommen.
      Das heißt, ich bekomme lediglich zwei kurze Oboenwerke präsentiert, die sich auch beide auf der neuesten CD von Mayer befinden.

      Ich weiß noch nicht, ob ich unter diesesn Bedingungen meine Kartenreservierung aufrecht erhalte. Ich bin sehr sauer und werde das dem Veranstalter (ein privater örtlicher Verein) auch so mitteilen.
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Ich weiß noch nicht, ob ich unter diesesn Bedingungen meine Kartenreservierung aufrecht erhalte.
      Was in diesem Fall die politisch und ethisch korrekte Reaktion ist, weiß ich nicht :D .

      Ich kann dir nur sagen, dass ich an deiner Stelle meine Kartenreservierung zurückziehen würde. Das nun gebotene Programm lohnt für meinen Geschmack nicht das Zahlen des Eintrittspreises und vor allem nicht das Test-Theater.

      Das Idillio-Concertino ist übrigens nicht vergleichbar mit dem Strauss-Konzert, bei dem man konditionell wirklich extrem gefordert ist. Das Concertino habe ich selber schon öffentlich gespielt, ohne dass ich das Gefühl gehabt hätte, an meine physischen Grenzen zu kommen.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • arundo donax schrieb:

      Das nun gebotene Programm lohnt für meinen Geschmack nicht das Zahlen des Eintrittspreises und vor allem nicht das Test-Theater.
      Ich habe mich zwar noch nicht endgültig entschieden; tendiere aber auch zu dieser Meinung.

      arundo donax schrieb:

      Das Idillio-Concertino ist übrigens nicht vergleichbar mit dem Strauss-Konzert, bei dem man konditionell wirklich extrem gefordert ist.
      Das habe ich mir nach Anhören desselben in den letzten Tagen auch schon gedacht. :)

      Wie ich an anderer Stelle schon schrieb: ich traue einem langjährigen Solo-Oboisten der Berliner Philharmoniker, der darüberhinaus auch noch eine Solo-Karriere hingelegt hat, durchaus zu, das ursprüngliche Programm auch 2 x an einem Tag zu spielen, noch dazu, wenn zwischen den Konzerten eine angemessene Pause ist (hier wären es 1 1/2 Stunden).
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • P.S. Das interessanteste für mich an diesem Konzert wäre der jetzige live-Eindruck seines Tones, nachdem dieser mich vor ein paar Jahren ja doch sehr enttäuscht hatte.

      Und evtl. die Möglichkeit, an ihn "ran" zu kommen, um ihn mal nach diesem ominösen EH-S-Bogen zu fragen :S
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Wie ich an anderer Stelle schon schrieb: ich traue einem langjährigen Solo-Oboisten der Berliner Philharmoniker, der darüberhinaus auch noch eine Solo-Karriere hingelegt hat, durchaus zu, das ursprüngliche Programm auch 2 x an einem Tag zu spielen, noch dazu, wenn zwischen den Konzerten eine angemessene Pause ist (hier wären es 1 1/2 Stunden).
      Unter konditionellen Gesichtspunkten sollte es für jeden professionellen Oboisten, der körperlich gesund ist, überhaupt kein Problem darstellen, das ursprüngliche Programm zweimal an einem Tag zu absolvieren.

      Ich finde es mental sehr anstrengend, das gleiche Programm am gleichen Tag nochmals zu spielen. Aber auch das ist in meiner Provinzmuggerkarriere schon vorgekommen - und ich habe es erstaunlicherweise ohne Blessuren :D hinter mich gebracht....


      Allegro schrieb:

      Und evtl. die Möglichkeit, an ihn "ran" zu kommen, um ihn mal nach diesem ominösen EH-S-Bogen zu fragen
      Der S-Bogen würde mich allerdings auch sehr interessieren! ;)

      Herzliche Grüße

      Bernd