Welche sind die "größten Regisseure" bis 1960?

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    • Der Größte? Vor 1960!

      Meines Wissens war John Huston ca. 1,95m groß. Könnte also hinkommen. :thumbsup:
      Da hier keinerlei Kriterien für die "Größe" eines Regisseurs genannt werden, nehme ich den Titel also wörtlich. Denn einfach drauf losschreiben, wäre mir zu simpel. :-I
      Ansonsten:
      1) Wird die Größe am Erfolg gemessen? Dann ist es Viktor Fleming mit "Gone with the Wind", der statistisch gesehen (Inflation, Eintrittspreise etc.) der erfolgreichste Film aller Zeiten ist. Fleming hat mehr Geld eingespielt mit einem Film als viele andere hier genannte Regisseure mit ihrem Gesamtwerk, dabei hat er jede Menge andere gemacht.
      2) Ist es der, der die meisten Filme gemacht hat? Dann würde ich auf Budd Boetticher, Roger Corman oder andere B-Movie Regisseure tippen.
      3) Macht man es wie bei der Nobelpreisträgerauswahl? Man misst die Spuren, die Zahl der beeinflussten Schüler, die Anzahl derjenigen, die sich auf ihn berufen, Umfang Sekundärliteratur etc, etc. Dann kommen wir um Orson Welles (Citizen Kane), John Huston (Maltese Falcoon), John Ford (Liberty Valance), Frank Capra (z.B. Arsen..), Marcel Carne (Kinder des Olymp), Eisenstein und Victor Sjöström wohl nicht rum, wahrscheinlich auch nicht um Fritz Lang und Lubitsch.
      5) Ist es der, der den Film machte ,der am längsten ununterbrochen im Kino lief oder läuft? Dann wäre es wohl Henry C. Potter, der mit Hellzapoppin' einen Film geschaffen hat, der mind. 25 Jahre ununterbrochen täglich in Berlin (Lupe?) gezeigt wurde.
      4) Oder vertrauen wir selbstzitierenden selbstreflektierenden Schlaubergerzeitungen von profesionellen Kinogängerredakteuren, die um noch gelesen zu werden, jeden Monat ne neue Sau durch Dorf treiben müssen und die mitunter aggressiv verteidigte aber nicht begründbare Verlieben haben (Das verstehst Du ehh nicht)?
      Dann kommen seltsame Gestalten ans Licht. Die Zahl der Kinogänger ist mitunter kleiner als das Fassungsvermögen eines ICE 2, aber es sind oberwichtige Regisseure. :-I
      Also was denn nun?

      Gruß aus Kiel
      Ich vergesse niemals ein Gesicht. Doch bei Ihnen mache ich eine Ausnahme! (Groucho Marx)
    • Guten Tag.

      putto schrieb:

      Welche sind die "Großen" in dieser vorpostmodernen :D Zeit?


      Ich frage mich eher, wo die allen Filmen nach 60ern sind. Alle Filme auf der Liste entstanden vor 1968 (2001: Odyssee im Weltraum). Ich glaube kaum, dass die Filme danach so "unbedeutend" sind. Sowieso "10 beste Filme aller Zeiten", die Sight & Sound demokratisch gewählt hat, sind vielleicht ästhetisch interessant, filmhistorisch wichtig, aber politisch so korrekt und sozial so unkritisch, dass ich nur beim Lesen der Liste gähnend ins Koma fallen könnte. Nur "der schwarze Falke – the searchers" von John Ford mit seinem rassistischen Anti-Helden fällt ein wenig aus dem Rahmen (ich hätte lieber "Spiel mir das Lied vom Tod" von Sergio Leone gewählt, aber na ja..).

      So eine Liste dient als "Empfehlung" sicher denjenigen gut, die gerade mal mit der Filmgeschichte auseinandersetzen wollten. Oder Chauvinisten (Wenn ich den Satz höre "ich fand Citizen Kane großartig", kommt die Kotze hoch). Aber mehr ist auch nichts drin.

      Wer dann 250 beste Filme aller Zeiten von Sight & Sound lesen will, hier die Liste:
      "http://bfi.org.uk/polls-surveys/greatest-films-all-time-2012"

      Schönen Tag.
      Penthesilea
      Auch Rom wurde nicht an einem Tag niedergebrannt - Douglas Adams
    • putto schrieb:

      Regeln gibt's keine

      vs

      Doc Stänker schrieb:

      Meines Wissens war John Huston ca. 1,95m groß. Könnte also hinkommen. :thumbsup:
      Da hier keinerlei Kriterien für die "Größe" eines Regisseurs genannt werden, nehme ich den Titel also wörtlich. Denn einfach drauf losschreiben, wäre mir zu simpel. :-I
      Ansonsten:
      1) Wird die Größe am Erfolg gemessen? Dann ist es Viktor Fleming mit "Gone with the Wind", der statistisch gesehen (Inflation, Eintrittspreise etc.) der erfolgreichste Film aller Zeiten ist. Fleming hat mehr Geld eingespielt mit einem Film als viele andere hier genannte Regisseure mit ihrem Gesamtwerk, dabei hat er jede Menge andere gemacht.
      2) Ist es der, der die meisten Filme gemacht hat? Dann würde ich auf Budd Boetticher, Roger Corman oder andere B-Movie Regisseure tippen.
      3) Macht man es wie bei der Nobelpreisträgerauswahl? Man misst die Spuren, die Zahl der beeinflussten Schüler, die Anzahl derjenigen, die sich auf ihn berufen, Umfang Sekundärliteratur etc, etc. Dann kommen wir um Orson Welles (Citizen Kane), John Huston (Maltese Falcoon), John Ford (Liberty Valance), Frank Capra (z.B. Arsen..), Marcel Carne (Kinder des Olymp), Eisenstein und Victor Sjöström wohl nicht rum, wahrscheinlich auch nicht um Fritz Lang und Lubitsch.
      5) Ist es der, der den Film machte ,der am längsten ununterbrochen im Kino lief oder läuft? Dann wäre es wohl Henry C. Potter, der mit Hellzapoppin' einen Film geschaffen hat, der mind. 25 Jahre ununterbrochen täglich in Berlin (Lupe?) gezeigt wurde.
      4) Oder vertrauen wir selbstzitierenden selbstreflektierenden Schlaubergerzeitungen von profesionellen Kinogängerredakteuren, die um noch gelesen zu werden, jeden Monat ne neue Sau durch Dorf treiben müssen und die mitunter aggressiv verteidigte aber nicht begründbare Verlieben haben (Das verstehst Du ehh nicht)?
      Dann kommen seltsame Gestalten ans Licht. Die Zahl der Kinogänger ist mitunter kleiner als das Fassungsvermögen eines ICE 2, aber es sind oberwichtige Regisseure. :-I
      Also was denn nun?

      Gruß aus Kiel

      :juhu:

      Schon gut!

      Nur muß man sich nicht allzu ängstlich quälen;
      Denn eben wo Begriffe fehlen,
      Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.
      Mit Worten läßt sich trefflich streiten,
      Mit Worten ein System bereiten,

      keine Regeln? Wenn es keine verbindichen Kriterien über den anzulegenden Maßstab gibt, kann man lange und völlig ergebnislose scholastische Dispute führen... zweieinhalb Jahrtausende Erkenntnistheorie für die Katz... :shake:

      ein ansatzweiser Versuch der Definition von "Größe" könnte schon sein...
      ansonsten: eine beliebig lange Liste von Namen mit "gefühlter Größe"
      Am Ende sind dann alle irgendwie "die Größten"

      Sorry, soviel Galle mußte jetzt gerade mal sein :)
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)
    • Penthesilea schrieb:

      Alle Filme auf der Liste entstanden vor 1968


      Also ja nur die ersten zwhn... siht man alle 250 bis zu Ende, kommen da noch witzigere Sachen... z.B. "Apocalypse Now" auf dem 15 Platz... nicht gegen diesem Film, aber der erste Streifen von Tarkowski kommt erst als an Platz 19? Der erste Malick auf 102 aber "Sátántangó" von Tarr auf 36? Das ist lächerlich. Und nichtssagend.

      Und: was hat Wong Kar Wai oder "The Godfather" in den ersten 25 zu suchen? VOR "Andrei Rubljow"! :cursing:

      LG
      Tamás
      :wink:
      "Vor dem Essen, nach dem Essen,

      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato
    • Penthesilea schrieb:

      Sowieso "10 beste Filme aller Zeiten", die Sight & Sound demokratisch gewählt hat, sind vielleicht ästhetisch interessant, filmhistorisch wichtig, aber politisch so korrekt und sozial so unkritisch, dass ich nur beim Lesen der Liste gähnend ins Koma fallen könnte. Nur "der schwarze Falke – the searchers" von John Ford mit seinem rassistischen Anti-Helden fällt ein wenig aus dem Rahmen
      ?( ?( ?( ?(

      Also die Top Ten Liste:

      Kritiker


      führt "politisch so korrekte und sozial so unpolitische" Filme auf?!?!?!?!?

      Wenn man mal davon absieht, daß diese Liste ebenso subjektiv ist wie jede andere Liste, die von einer bestimmten Gruppe von Menschen (hier halt "Kritiker") zu bewerten ist, auch wenn ein Punktesystem zur Anwendung gekommen ist [Wir brauchen jetzt nicht ins Detail gehen; das wurde ja bei unseren eigenen Bemühungen der Best-Of-Listen bereits durchdiskutiert!], so möchte ich mal die Frage stellen, was du unter politisch korrekt und sozial unpolitisch meint?

      Du bist also der Meinung, daß Stewarts Charakter Ferguson in Vertigo normal handelt, wenn er in den Wahn driftet, eine lebende Person so umzumodeln, daß sie wie eine Tote aussieht? Du denkst, daß Citizen Kane nicht die Geschichte eines Egomanen ist, den sein Geld zu unermeßlicher Verblendung führt, als er die Meinung der Zeitungsleser manipuliert wie auch seinen Wahlkampf zum Senator gnadenlos reinem Populismus verdankt? Auch erzählt Die Reise nach Tokio somit eine belanglose Geschichte über ein altes Ehepaar, welches sich in der neuen japanischen Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr so richtig zurechtfindet? Und Die Spielregel stellt nichts anderes als dürftiges Theater auf zwei Gesellschaftebenen dar? Natürlich - Sonnenaufgang hat ja keine Raffinesse in seinem Thema eines Ehepaares in einer handfesten Ehekrise. Und 2001 ist ja nichts anderes als Walzermusik mit Weltraumbildern; Kubrick hat nur den Anschein einer Geschichte entworfen, die eher auf zynische Weise die Menschheit thematisiert. Und Der Mann mit der Kamera erreicht durch seinen assoziativen Schnitt also keine zugegebenermaßen sehr offenen Interpretation der damaligen russischen Gesellschaft in seiner Alltagsausprägung. Auch hat Die Passion der Jungfrau von Orléans keinerlei Wert, weil er den Kampf von Treue und Verrat, von Integrität und "Faschismus" erzählt. Und 8,5 ( :D ) erzählt die vollkommen unbedeutuende Geschichte vom Kampf der unabhängigen Kunst gegenüber dem blinden Kommerz.

      Der schwarze Falke fällt somit deutlich aus dem Rahmen... :wacko:

      Sag mal, Penthesilea - wo lebst du eigentlich? Alle diese Filme haben etwas Subversives, welches durchaus über reine Bebilderung à la Bad Boys (1995) oder Oliver! (ein Musical von 1968) hinausgeht; das schließt eine gewisse politische und soziale Betrachtung der Dinge auf jeden Fall ein. Auch wenn die Filme nicht immer direkt auf solche Themen hinauswollen, so schweben sie aber indirekt immer mit! Da kann man beim besten Willen nicht davon reden, sie hätten in dieser Hinsicht keine Tiefe.

      Daß es durchaus andere Filme gibt, die sich darauf deutlich stärker beziehen (z.B. das Kino des Ken Loach), heißt noch längst nicht, daß diese Filme harmlos sind. Sie mögen dir nicht gefallen, mag sein - aber diese Filme können nichts dafür, wenn ein paar Kritiker von Sight & Sound sie als "ihre" besten bezeichnen und auf eine Liste packen.

      Ich vermisse Filme von Chaplin (City Lights auf Platz 50 8| ), Howard Hawks (Rio Bravo auf 63) oder von Stroheim (Greed auf 84), aber das ist meine eigene subversive Betrachtung; aber eins kann man klar sagen: praktisch alle Filme, die auf der Top-250-Liste stehen, sind ausnahmlos beeindruckende Filme, die ihren dauerhaften Wert entweder schon längst bewiesen haben oder noch beweisen werden (können).

      Penthesilea schrieb:

      So eine Liste dient als "Empfehlung" sicher denjenigen gut, die gerade mal mit der Filmgeschichte auseinandersetzen wollten. Oder Chauvinisten (Wenn ich den Satz höre "ich fand Citizen Kane großartig", kommt die Kotze hoch). Aber mehr ist auch nichts drin.
      Gut, ich fand Citizen Kane nie großartig - für mich war Citizen Kane eine Offenbarung!

      Und ich verbitte mir den Begriff Chauvinist.... X(


      jd
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Guten Abend.

      Josquin Dufay schrieb:

      Alle diese Filme haben etwas Subversives

      Daran liegt das Problem. Es ist alles subversiv. Alles kunstvoll verpackt. Und wunderschön anzusehen. Und instinktiv begreifbar politisch sind alle Filme auf der Liste definitiv nicht. Da ich politische Kinos eher schätze als Kunstkinos, bin ich mit der Liste überhaupt nicht einverstanden. Alle zehn Filme sind natürlich wunderbare Filme, keine Frage. Aber ob sie tatsächlich das gesamte Spektrum der Filmgeschichte widerspiegeln sollen, daran habe ich mein Zweifel. Wahrscheinlich sind sie alle so politisch unumstritten und tun niemandem weh. Dass sie schließlich die meisten Stimmen bekommen haben, ist ja auch demokratisch verständlich.

      Wenn morgen die Welt untergeht und ein einziger Film der Menschheit überleben darf, werde ich zwischen "Schlacht um Algier" von Gillo Pontecorvo und "Erinnerungen an die Unterentwicklung" von Tomás Gutiérrez Alea entscheiden. Schade um "Shoah" von Claude Lanzmann, "Nacht und Nebel" von Alain Renais, "die Stadt der Traurigkeit" von Hou Hsiao-Hsien und "Tod durch Erhängung" von Oshima Nagisa. Aber wenn eines Tages eine neue Menschheit entsteht und unsere Geschichte durch einen einzigen Film erfahren soll, dann lieber sollte sie zusehen was wir in Algier und Kuba gemacht haben. Und sie sollte nicht denken, dass wir alle nekrophilisch obsessiv waren.

      Josquin Dufay schrieb:

      Sag mal, Penthesilea - wo lebst du eigentlich?

      In Berlin.

      Schönen Abend.
      Penthesilea
      Auch Rom wurde nicht an einem Tag niedergebrannt - Douglas Adams
    • Josquin Dufay schrieb:

      Ich vermisse Filme von Chaplin (City Lights auf Platz 50


      Der gehört auf Platz 1! Der Genosse Chaplin war auch nie unpolitisch. Dafür mußten seine Filme schon früher fürs TV brutal zurechtgeschnitten werden.

      Penthesilea schrieb:

      Wenn morgen die Welt untergeht und ein einziger Film der Menschheit überleben darf, werde ich zwischen "Schlacht um Algier" von Gillo Pontecorvo und "Erinnerungen an die Unterentwicklung" von Tomás Gutiérrez Alea entscheiden. Schade um "Shoah" von Claude Lanzmann, "Nacht und Nebel" von Alain Renais, "die Stadt der Traurigkeit" von Hou Hsiao-Hsien und "Tod durch Erhängung" von Oshima Nagisa.


      Lieber Penthesilea, ich verstehe zwar deine Unterscheiung zwischen Kunstfilm und politischem Film nicht so recht, aber deine Liste ist toll, obwohl vielleicht noch unbequemer sind deine Nennungen wohl schon, während viele der anderen zwar eigentlich nicht unpolitisch sind, aber sich heute vielleicht leichter historisieren lassen und dann so nur noch rein ästhetizistisch betrachtet werden können, - also vielleicht hast du doch recht.

      Nur "die Stadt der Traurigkeit" von Hou Hsiao-Hsien kenne ich gar nicht. Könntest du dazu etwas schreiben?

      :wink: Matthias
    • Penthesilea schrieb:

      Wenn morgen die Welt untergeht und ein einziger Film der Menschheit überleben darf, werde ich zwischen "Schlacht um Algier" von Gillo Pontecorvo und "Erinnerungen an die Unterentwicklung" von Tomás Gutiérrez Alea entscheiden.
      In dieser Hinsicht bin ich radikaler: es sollte gar nichts überleben. Kein Film, keine Literatur, keine Musik - doch das zu erläutern geht jetzt ein bißchen zuweit und hat etwas mit meiner eigenen Sichtweise zu tun...


      Ich habe Algier vor langer Zeit gesehen und habe ihn als hervorragend in Erinnerung; Resnais Nacht und Nebel ist ein erschütternde Dokumentation, die dem Schrecken eine poetische Stimme gegeben hat...

      Mir fällt auch ein narrativer Film wie Der unsichtbare Aufstand ein, der mich tief beeindruckt hat oder Peter Watkins' The War Game, wo ich mich glücklich schätzen darf, ihn überhaupt mal gesehen zu haben...ich kann durchaus nachvollziehen, wenn man solche Filme bevorzugt...

      Aber es ist nicht fair, dieses politische Kino konkret gegen das narrativ-poetische auszuspielen; Truffaut hatte durchaus recht gehabt, mit dem, was er über Nacht und Nebel schrieb, aber er hätte sich nie darauf eingelassen, es als einzige Existenz zu sehen. Daß diese Kino tatsächlich praktisch nicht existent in der Top-250-Liste ist, zeigt eher, wie eingeschränkt die Sichtweise der Kritiker sein kann. Genauso könnte ich den Stummfilm nennen, der vollkommen unterrepräsentiert wird, den Western, den Film Noir, das Musical, den Dokumentarfilm, den SF-Film...

      Wo ist Leones Zwei glorreiche Halunken, der erzählerisch geschlossenste und vollendeste seiner Western? Wo ist der Prototyp des Abenteuerfilms Lohn der Angst? Wo ist Lautlos im Weltraum mit Bruce Dern? Wo ist der bittersüße Gimme Shelter? Das könnte ich so weiterführen, aber es bringt nichts: die Top-Ten könnte man mit tausend Filmen besetzen, aber bei zehn Plätzen ist halt Schluß.

      Penthesilea schrieb:

      Aber wenn eines Tages eine neue Menschheit entsteht und unsere Geschichte durch einen einzigen Film erfahren soll, dann lieber sollte sie zusehen was wir in Algier und Kuba gemacht haben. Und sie sollte nicht denken, dass wir alle nekrophilisch obsessiv waren.
      Eine neue Menschheit?...

      Wäre diese Menschheit so ideell, wie du dir sie vorstellst, würde sie sich eh nicht mit einem Aspekt abgeben. Sie würde wissen, daß Alles relativ ist - auch die Nekrophilie und auch die Politik.

      Penthesilea schrieb:

      Da ich politische Kinos eher schätze als Kunstkinos, bin ich mit der Liste überhaupt nicht einverstanden. Alle zehn Filme sind natürlich wunderbare Filme, keine Frage. Aber ob sie tatsächlich das gesamte Spektrum der Filmgeschichte widerspiegeln sollen, daran habe ich mein Zweifel.
      Zehn Plätze für eine repräsentative Auswahl der Filmgeschichte ist unmöglich zu besetzen! Dieser Anspruch würde immer ins Leere führen. Genau das könnte diese Liste tatsächlich nicht erfüllen, selbst wenn sie das formulieren würde.

      Man merkt aber auch, daß dich Politik konkret interessiert - nur im Kino ist das nur eines von vielen Genres. Aber es gibt keine Kunstform, bei der Politik das Hauptaugenmerk darstellt - nicht bei Literatur, nicht bei Musik, nicht beim Theater, nicht in der Galerie...

      Mir ist klar, daß dir diese Liste nicht zusagt, aber ich finde es dennoch traurig, wie sehr du Filme in eine Sichtweise preßt, die es nicht verdient haben. Ein Film darf individuell sein! Er darf ein Sujet ergründen, welches nie real werden würde. Solaris (1972) z.B. ist auch ein politischer Film, weil er sich mit dem Mensch beschäftigt, der seine Welt, sein Dasein, zu überwinden hofft. Das mag nicht an den Realitäten auf der Erde gekoppelt sein, aber er stellt dennoch wichtige Fragen.

      Wenn ein Kunstwerk per se nicht etwas Besonderes sein darf (oder sogar einzigartig), wozu braucht man dann denn noch Vielfalt? Wozu braucht man dann überhaupt Individualität?

      Matthias Oberg schrieb:

      Der gehört auf Platz 1! Der Genosse Chaplin war auch nie unpolitisch.
      Eben!


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
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      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
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    • Danke für die Links! Jetzt kann ich nachsehen, was außer den 10 meistgenannten Filmen dabei war - interessant ja auch, wieviele Filme je Regisseur genannt wurden.
      Und für die Meta-DiskuTanten gibt es jetzt auch ein Zitat:
      As a qualification of what ‘greatest’ means, our invitation letter stated, “We leave that open to your interpretation. You might choose the ten films you feel are most important to film history, or the ten that represent the aesthetic pinnacles of achievement, or indeed the ten films that have had the biggest impact on your own view of cinema.”

      :thumbup:
      Ich werde also ein wenig in den Nennungen wühlen.

      Und Dank an Tscha, der sich zu Dreyer und Murnau als Favoriten bekennt! Und an Matthias Oberg für Chaplin.

      An die Allgemeinheit: Bitte 1960 als Limit in diesem Thread akzeptieren! Mitglied Penthesilea möge mal überlegen, ob ihm auch etwas gefällt, das zeitlich passt (habe jetzt nicht alle seine Nennungen überprüft, aber was ich ergoogelt habe, hatte die 1960 deutlich überschritten!)
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    • Jetzt habe ich aus den ersten 100 die bis 1960 rausgesucht und chronologisch geordnet:

      93 Griffith Intolerance 1916
      59 Keaton Sherlok Jr 1924
      11 Eisenstein Battleship Potemkin 1925
      84 Stroheim Greed 1925
      34 Keaton The General 1926
      5 Murnau Sunrise 1927
      9 Dreyer Passion of Joan of Arc 1927
      36 Lang Metropolis 1927
      93 Bunuel Un chien andalou 1928
      8 Vertov Man with a Movie Camera 1929
      50 Chaplin City Lights 1931
      56 Lang M 1931
      12 Vigo Atalante 1934
      63 Chaplin Modern Times 1936
      90 Renoir Partie de champagne 1936
      73 Renoir La grande illusion 1937
      4 Renoir Règle du jeu 1939
      2 Welles Citizen Kane 1941
      81 Welles The Magnificent Ambersons 1942
      84 Curtiz Casablanca 1942
      93 Powell/Pressburger The Life and Death of Colonel Blimp 1943
      73 Carné Les enfants du paradis 1945
      90 Powell/Pressburger A Matter of Life and Death 1946
      33 de Sica The Bicycle Thieves 1948
      15 Ozu Late Spring 1949
      73 Reed The Third Man 1949
      24 Kurosawa Rashomon 1950
      63 Wilder Sunset Blvd. 1950
      20 Donen/Kelly Singin' in the Rain 1951
      3 Ozu Tokyo Story 1953
      50 Mizoguchi Kenji Ugetsu Monogatari 1953
      93 Ophüls Madame de… 1953
      17 Kurosawa Seven Samurai 1954
      41 Rosselini Journey to Italy 1954
      53 Hitchcock Rear Window 1954
      59 Mizoguchi Kenji Sansho Dayu 1954
      24 Dreyer Ordet 1955
      41 S. Ray Pather Panchali 1955
      63 Laughton The Night of the Hunter 1955
      7 Ford The Searchers 1956
      69 Bresson A Man Escaped 1956
      63 Bergman Wild Strawberries 1957
      93 Bergman The Seventh Seal 1957
      1 Hitchcock Vertigo 1958
      57 Welles Touch of Evil 1958
      63 Hawks Rio Bravo 1958
      39 Truffaut The 400 Blows 1959
      43 Wilder Some Like It Hot 1959
      53 Hitchcock North by Northwest 1959
      63 Bresson Pickpocket 1959
      93 Sirk Imitation of Life 1959
      13 Godard Breathless 1960
      21 Antonioni L'Avventura 1960
      34 Hitchcock Psycho 1960
      39 Fellini La dolce vita 1960

      4xHitchcock, 3xRenoir und Welles
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    • Meine persönlichen Top Ten (sortiert grob chronologisch/nach Land):

      1888 – 1931 Friedrich Wilhelm Murnau
      1890 – 1976 Fritz Lang

      1896 – 1954 Dziga Vertov
      1898 – 1948 Sergej Eisenstein

      1889 – 1968 Carl Theodor Dreyer

      1894 – 1979 Jean Renoir
      1905 – 1934 Jean Vigo

      1900 – 1983 Luis Buñuel

      1915 – 1985 Orson Welles

      1918 – 2007 Ingmar Bergman

      :beatnik:
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    • Guten Tag.

      putto schrieb:

      An die Allgemeinheit: Bitte 1960 als Limit in diesem Thread akzeptieren!

      Ich will keine Grundsatz-Diskussion. Trotzdem muss ich gerade nachhacken. Warum gerade 1960 als Limit? Wie ich schon erwähnt habe, enthält diese tolle Liste von Sight & Sound sowieso 10 Filme vor 1968. Warum sollte man noch die hoch geschätzten Filme vor 1960 wieder durchkauen? Ich mag alle Filme auf der Liste und ich kann nie genug die Filme vor 1960 würdigen. Trotzdem kann ich 1960 als Limit nicht nachvollziehen. Dass Fritz Lang, Sergej Eisenstein, Luis Buñuel, Ingmar Bergman, Akira Kurosawa, Mizokuchi Kenji, Ernst Lubitsch oder Charlie Chaplin auf der Liste nicht genug gewürdigt wurden, fand ich auch schade. Das erklärt jedoch nicht die Grenze von 1960.

      Besonders problematisch finde ich, dass das politische Bewusstsein im Kino eher ab 60er ins Zentrum der Filmgeschichte gerückt wurde. Natürlich ist das politische Bewusstsein im Kino genauso lang wie die Filmgeschichte. Welche politische Ansicht "Die Geburt einer Nation" von D. W. Griffith vertritt, muss man jetzt nicht weiter vertiefen (und dafür muss ich den Film noch mal gucken, was ich sehr ungern tun will). Sergej Eisenstein und eigentlich alle seine Filme sind immer noch politisch hoch brisant. Erst in den 40ern formten die sog. italienischen neorealistischen Filme von Roberto Rossellini, Vittorio de Sica und Luchino Visconti zu einer Art der gemeinsamen (politischen) Filmbewegung. Und in den 60ern und 70ern tauchten nicht nur durch die französische nouvelle vague und the new german cinema so viele individuelle, politisch umstrittene Filme aus der ganzen Welt auf, dass ich sie auf keinen Fall einfach mit Limit 1960 ausklammern kann (so würde ich jetzt die Geschichte der politischen Kinos grob skizzieren). Daher schätze ich "Week-End" (1967) oder "Tout va bien – Alles in Butter (1972)" von Jean-Luc Godard eher als seinen "außer Atem" oder "Verachtung". Filme von Rainer Werner Fassbinder und (früherem) Volker Schlöndorff wären ohne jeweiliges Geschichte- und Politikbewusstsein nicht ganz nachvollziehbar. Und der spätere Luis Buñuel genau so. Von Josquin Dufay erwähnter Peter Watkins machte "War Game" in 1965 und "Punishment Park" in 1971. Ich liebe "Vertigo", aber ich würde notfalls zuerst die Filmrolle von "Salo, 120 Tage von Sodom" (1975) aus einem brennenden Kino retten, dann "Vertigo".

      Das Limit 1960 macht mich einfach stutzig. Das klänge mir so: "Bitte wählen Sie 10 beste Musikstücke aller Zeiten. Aber z. B. Luigi Nono, Bartók Béla, Karl Amadeus Hartmann und Dmitri Schostakowitsch sind ausgeschlossen". Vielleicht neige ich gerade (wie immer) zur Überinterpretation von der Zahl 1960.

      Matthias Oberg schrieb:

      Nur "die Stadt der Traurigkeit" von Hou Hsiao-Hsien kenne ich gar nicht. Könntest du dazu etwas schreiben?

      Nur kurz zu "die Stadt der Traurigkeit" von Hou Hsiao-Hsien (wenn erlaubt. Der Film entstand aus dem Jahr 1989): Es geht um eine kleine "normale" Familie auf Taiwan, die in der stürmischen Zeit nach der Kapitulation Japan 1945 langsam zum Opfer der Zeit fällt. Ein sehr langsamer Film (dauert 2 und 1/2 Stunde), aber er fängt die Stimmung von Hilflosigkeit und Traurigkeit beeindruckend ein und macht spürbar. Ein Film mit dem modernen Taiwanesischen Geschichtsbewusstsein, der auch bildsprachlich genauso anspruchsvoll ist.

      Schönen Tag.
      Penthesilea
      Auch Rom wurde nicht an einem Tag niedergebrannt - Douglas Adams
    • Penthesilea schrieb:

      Das Limit 1960 macht mich einfach stutzig.

      Je näher an der Gegenwart umso weniger Konsens und umso unübersichtlicher der Empfehlungsdschungel.
      Für die 60er-Jahre hätte ich erwartet, dass es da schon sehr viel wird, was die Forianer hochschätzen. Also wollte ich vorher abschneiden.
      Warum sollte man noch die hoch geschätzten Filme vor 1960 wieder durchkauen?

      Vielleicht gibst Du einfach mal an, welche Filme resp. welche Regisseure das für Dich/Deiner Meinung nach sind?

      Ich mach' jetzt noch einen Thread für nach 1960.
      :wink:
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    • so, jetzt habe ich die 250, die man online sehen kann, durch. ich lasse jetzt den "rang" weg:

      Méliès A Trip to the Moon 1902

      Griffith Intolerance 1916
      Wiene The Cabinet of Dr. Caligari 1919

      Murnau Nosferatu 1922
      Keaton Sherlok Jr 1924
      Murnau The Last Laugh 1924
      Eisenstein Battleship Potemkin 1925
      Stroheim Greed 1925
      Chaplin The Gold Rush 1925
      Keaton The General 1926
      Murnau Sunrise 1927
      Dreyer Passion of Joan of Arc 1927
      Lang Metropolis 1927
      Gance Napoleon 1927
      Bunuel Un chien andalou 1928
      Vertov Man with a Movie Camera 1929

      Bunuel L'Age d'Or 1930
      Dovzhenko Earth 1930
      Chaplin City Lights 1931
      Lang M 1931
      Murnau Tabu 1931
      Lubitsch Trouble in Paradies 1932
      Dreyer Vampyr 1932
      Ozu I Was Born, But … 1932
      Cooper/Schoedsack King Kong 1933
      McCarey Duck Soup 1933
      Lang The Testament of Dr. Mabuse 1933
      Vigo Atalante 1934
      Chaplin Modern Times 1936
      Renoir Partie de champagne 1936
      Renoir La grande illusion 1937
      Hawks Bringing up Baby 1938
      Renoir Règle du jeu 1939
      Fleming The Wizard of Oz 1939
      Hawks Only Angels Have Wings 1939
      Hawks His Girls Friday 1939
      Mizoguchi Kenji The Story of the Late Chrysanthemums 1939
      Fleming Gone with the Wind 1939

      Chaplin The Great Dictator 1940
      Ford The Grapes of Wrath 1940
      Lubitsch The Shop Around the Corner 1940
      Welles Citizen Kane 1941
      Sturges The Lady Eye 1941
      Welles The Magnificent Ambersons 1942
      Curtiz Casablanca 1942
      Lubitsch To Be or Not To Be 1942
      Jennings/McAllister Listen to Britain 1942
      Powell/Pressburger The Life and Death of Colonel Blimp 1943
      Deren/Hammid Meshes of the Afternoon 1943
      Dreyer Day of Wrath 1943
      Powell/Pressburger A Canterbury Tale 1944
      Minelli Meet Me in St. Louis 1944
      Carné Les enfants du paradis 1945
      Eisenstein Ivan the Terrible 1945
      Lean Brief Encounter 1945
      Rossellini Rome Open City 1945
      Powell/Pressburger I Know Where I'm Going! 1945
      Powell/Pressburger A Matter of Life and Death 1946
      Hitchcock Notorious 1946
      Rossellini Paisà 1946
      Hawks The Big Sleep 1946
      Ford My Darling Clementine 1946
      Powell/Pressburger Black Narcissus 1947
      Tourneur Out of the Past 1947
      Hawks/Rosson Red River 1947
      de Sica The Bicycle Thieves 1948
      Powell/Pressburger The Red Shoes 1948
      Fei Mu Spring in a Small Town 1948
      Ophüls Letter From an Unknown Woman 1948
      Rossellini Germany Year Zero 1948
      Ozu Late Spring 1949
      Reed The Third Man 1949
      Hamer Kind Hearts and Coronets 1949

      Kurosawa Rashomon 1950
      Wilder Sunset Blvd. 1950
      N. Ray In a Lonely Place 1950
      Donen/Kelly Singin' in the Rain 1951
      Renoir The River 1951
      Bresson Diary of a Country Priest 1951
      Kurosawa Ikiru 1952
      Mizoguchi Kenji The Life of Oharu 1952
      Ozu Tokyo Story 1953
      Mizoguchi Kenji Ugetsu Monogatari 1953
      Ophüls Madame de… 1953
      Kurosawa Seven Samurai 1954
      Rosselini Journey to Italy 1954
      Hitchcock Rear Window 1954
      Mizoguchi Kenji Sansho Dayu 1954
      Fellini La strada 1954
      Dreyer Ordet 1955
      S. Ray Pather Panchali 1955
      Laughton The Night of the Hunter 1955
      Naruse Mikio Floating Clouds 1955
      Ford The Searchers 1956
      Bresson A Man Escaped 1956
      Bergman Wild Strawberries 1957
      Bergman The Seventh Seal 1957
      Bergman Cries and Whispers 1957
      Mackendrick Sweet Smell of Success 1957
      Hitchcock Vertigo 1958
      Welles Touch of Evil 1958
      Hawks Rio Bravo 1958
      s: Ray The Music Room 1958
      S. Ray The World of Apu 1958
      Truffaut The 400 Blows 1959
      Wilder Some Like It Hot 1959
      Hitchcock North by Northwest 1959
      Bresson Pickpocket 1959
      Sirk Imitation of Life 1959
      Resnais Hiroshima Mon Amour 1959

      Godard Breathless 1960
      Antonioni L'Avventura 1960
      Hitchcock Psycho 1960
      Fellini La dolce vita 1960
      Wilder The Apartment 1960

      Bei Bergman stimmt was mit den Jahreszahlen nicht ...
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    • zur beanstandeten trennung um 1960:
      in meiner filmgeschichte (in die ich viel zu selten hineinschaue) erfolgt die gliederung folgendermaßen:
      stummfilm 1895 - 1930
      film 1930-1960
      film nach 1960

      offenbar war ich nicht der erste, dem 1960 irgendwie besonders plausibel für eine grenzziehung erschienen ist.
      :)
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    • Da ich mich jetzt zunehmend mit Ford und Hawks anfreunde:
      Mal sehen, was ich von der 250er-Liste gesehen habe:

      putto schrieb:


      Méliès A Trip to the Moon 1902
      Wiene The Cabinet of Dr. Caligari 1919
      Murnau Nosferatu 1922
      Eisenstein Battleship Potemkin 1925
      Stroheim Greed 1925
      Chaplin The Gold Rush 1925
      Keaton The General 1926
      Murnau Sunrise 1927
      Dreyer Passion of Joan of Arc 1927
      Lang Metropolis 1927
      Bunuel Un chien andalou 1928
      Vertov Man with a Movie Camera 1929
      Bunuel L'Age d'Or 1930
      Dovzhenko Earth 1930
      Chaplin City Lights 1931
      Lang M 1931
      Murnau Tabu 1931
      Dreyer Vampyr 1932
      Vigo Atalante 1934
      Chaplin Modern Times 1936
      Renoir La grande illusion 1937
      Hawks Bringing up Baby 1938
      Renoir Règle du jeu 1939
      Mizoguchi Kenji The Story of the Late Chrysanthemums 1939
      Chaplin The Great Dictator 1940
      Lubitsch The Shop Around the Corner 1940
      Welles Citizen Kane 1941
      Curtiz Casablanca 1942
      Dreyer Day of Wrath 1943
      Eisenstein Ivan the Terrible 1945
      Rossellini Rome Open City 1945
      Rossellini Paisà 1946
      de Sica The Bicycle Thieves 1948
      Powell/Pressburger The Red Shoes 1948
      Rossellini Germany Year Zero 1948
      Wilder Sunset Blvd. 1950
      Renoir The River 1951
      Mizoguchi Kenji The Life of Oharu 1952
      Ozu Tokyo Story 1953
      Mizoguchi Kenji Ugetsu Monogatari 1953
      Ophüls Madame de… 1953
      Rosselini Journey to Italy 1954
      Hitchcock Rear Window 1954
      Mizoguchi Kenji Sansho Dayu 1954
      Fellini La strada 1954
      S. Ray Pather Panchali 1955
      Ford The Searchers 1956
      Bresson A Man Escaped 1956
      Bergman Wild Strawberries 1957
      Hitchcock Vertigo 1958
      Welles Touch of Evil 1958
      S. Ray The Music Room 1958
      S. Ray The World of Apu 1958
      Wilder Some Like It Hot 1959
      Resnais Hiroshima Mon Amour 1959
      Fellini La dolce vita 1960

      einiges allerdings vor allzulanger Zeit. Nicht besonders gefallen hat mir "The Red Shoes", obwohl es der Ballettfilm ist. Gerade verglichen mit den Filmen von Mizoguchi Kenji und Satyajit Ray wird das wohl auch bei nochmaligem Ansehen nicht so mein Fall werden, nehme ich an. Bei den meisten anderen Filmen kann ich schon irgendwie nachvollziehen, dass sie "zum Kanon" gehören (sofern ich noch einen Rest an Erinnerung an sie habe ...)
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    • Ich habe mich noch ein bisschen mit der Sight-and-Sound-Liste gespielt. In einem Excel-Sheet habe ich die ersten 250 Filme abgetippt und die Anzahl der Kritiker, die jeweils für den Film gestimmt haben. Das beginnt mit
      Vertigo (191), Citizen Kane (157), Tokyo Story (107), Règle du jeu (100), Sunrise (93), A Space Odyssey (90), The Searchers (78), Man with a Movie Camera (68), Passion de Joan of Arc (65), 8 1/2 (64), Battleship Potemkin (63), Atalante (58), Breathless (57), Apocalypse Now (53) und dann ohne größere Lücken in der Anzahl der Stimmen bis zu den Filmen mit 7 Stimmen.
      Dann habe ich je Regisseur alle Stimmen addiert (leider nur für die Filme mit mindestens 7 Stimmen), damit nicht die Regisseure bevorzugt sind, die, wie Welles, den einen "Hit" gemacht haben, oder die überhaupt nur einen Film machen konnten.
      Das ergibt dann doch eine ziemliche Verschiebung und das Ergebnis gefällt mir besser, als wenn man einfach die Filme von oben nach unten durchgeht. Wir hätten dann als die ersten 12:

      Hitchcock
      Welles
      Godard
      Ozu
      Dreyer
      Renoir
      Kubrick
      Coppola
      Bresson
      Tarkovsky
      Murnau
      Fellini

      oder, wenn ich die Grenze 1960 berücksichtige (also nur Regisseure mit Hauptwerken eher vor 1960), etwa:

      Hitchcock
      Welles
      Ozu
      Dreyer
      Renoir
      Murnau
      Ford
      Kurosawa
      Powell/Pressburger
      Eisenstein
      Bunuel
      Chaplin

      Mit Ford habe ich mich schon angefreundet, obwohl ich ihn im Vergleich immer noch nicht so toll finden kann. Von Powell/Pressburger habe ich nur "The Red Shoes" gesehen, was mich nicht umgehauen hat, sonst kann ich bei allen nachvollziehen, dass sie ganz hoch geschätzt werden.
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    • Die Namen sind für mich alte Bekannte - was kaum überraschend sein sollte, denn die Filme dieser Regisseure werden liebend gern als Beispiele in unzähligen Filmbüchern durchgeforstet. Und das nicht zu unrecht.

      Interessant ist der Umstand, daß beim Einbeziehen der 1960-Grenze gleich sechs Namen rausfallen. Es zeigt auch, wie empfindlich solche Statistiken sind - und wie beschränkt sie auch sein können.

      Aber ich sage ganz klar: es hat noch nie geschadet, Filme von diesen Regisseuren gesehen zu haben.


      jd :wink:
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