Wie klingt eigentlich ein Stück aus dem Jahre 2012?

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    • Cherubino schrieb:

      andréjo schrieb:

      Ich habe soeben versehentlich, ohne lang nachzudenken, "über 20" markiert. Das stimmt insgesamt sicher - aber wohl nicht "bisher 2012". Außerdem ist jetzt 2014. :hide:

      :wink: Wolfgang

      Hääh?? ?(
      Entschuldigung - aber ich verstehe kein Wort...



      "Mehr als zwanzig" war eine Kategorie in der Abfrage Don Fatales, der sich auch auf das Jahr 2012 bezog. Das haben wir nicht mehr.

      Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Peter Brixius schrieb:

      "Mehr als zwanzig" war eine Kategorie in der Abfrage Don Fatales, der sich auch auf das Jahr 2012 bezog. Das haben wir nicht mehr.

      Ahhh - okay. Jetzt habe ich´s verstanden und und so ergibt´s Sinn. Danke für die Aufklärung!
      Ich habe irgendwie versucht, diese kryptische Bemerkung auf die Beiträge darüber zu beziehen... :P

      PS: Möchte eigentlich wirklich niemand seine Meinung zu dem Text von Kreidler kundtun?
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde
    • Cherubino schrieb:

      Möchte eigentlich wirklich niemand seine Meinung zu dem Text von Kreidler kundtun?
      Würde ich evt. machen wollen und habe grad ein wenig im Netz herumgestöbert. Mein Problem mit dem, was Du in # 78 anführst: Ich verstehe nicht, was mit "Konzeptmusik" bzw. "konzeptueller Musik" gemeint sein soll - beide Termini bezeichnen offensichtlich sogar Unterschiedliches!

      Die Werke, die Wikipedia anführt ("http://de.wikipedia.org/wiki/Konzeptmusik"), sind mir sämtlich unbekannt, wie auch die Komponisten selbst. Dort heißt es auch: "Maßgeblich für die Konzeptmusik ist eine singuläre Idee, die das gesamte Musikstück determiniert, im Idealfall ohne weiteren Eingriff des Komponisten." Doch was bedeutet das?

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Gurnemanz schrieb:

      Mein Problem mit dem, was Du in # 78 anführst: Ich verstehe nicht, was mit "Konzeptmusik" bzw. "konzeptueller Musik" gemeint sein soll

      Ich glaube, ich auch nicht - oder besser gesagt, ich weiß nicht, ob das, was ich da verstehe, dass ist, was die Autoren mir auch vermitteln wollten. Deshalb finde ich ja, dass das für uns hier ein spannendes Diskussionsthema sein könnte.

      Gurnemanz schrieb:

      beide Termini bezeichnen offensichtlich sogar Unterschiedliches

      Wenn du in die Literaturangaben zum Wikipedia-Artikel guckst, findest du dort fast ausschließlich Titel aus diesem oder den vergangenen zwei Jahren. Es geht also um eine Diskussion, die jetzt im Moment gerade in den Journalen der Neue-Musik-Vertreter geführt wird. Es ist immer das Problem solcher Diskussionen, dass Begriffe erst ex post wirklich definiert werden können. Es gibt "Konzeptmusik", "konzeptuelle Musik", "Neuen Konzeptualismus", aber jeder Autor verwendet die Begriffe ein Bisschen unterschiedlich, manchmal mehrere synonym, manchmal zur Differenzierung unterschiedlicher Strömungen, jeder Komponist beansprucht einen anderen Ausdruck für das, was er tut. Die Zeit wird zeigen, welche Begriffe sich wirklich halten können und welche wieder verschwinden - und sie wird auch zeigen, ob man letztlich doch alle Begriffe synonym gebrauchen wird oder ob es da Unterscheidungen gibt.

      Gurnemanz schrieb:

      Dort heißt es auch: "Maßgeblich für die Konzeptmusik ist eine singuläre Idee, die das gesamte Musikstück determiniert, im Idealfall ohne weiteren Eingriff des Komponisten." Doch was bedeutet das?

      Das bedeutet das, was Johannes Kreidler in den ersten beiden seiner "Sätze über musikalische Konzeptkunst" postuliert:
      "Ein Konzeptstück wird von einer pointierten Idee determiniert.
      Die Idee ist eine Maschine, die das Kunstwerk produziert. Der Prozess sollte keinen Eingriff nötig haben, er sollte seinen eigenen Verlauf nehmen. (LeWitt 1967)"
      Ich lese daraus die Vorstellung, dass der Künstler eine bestimmte zentrale Idee hat (Ist die dann gleichbedeutend mit dem Konzept? Das habe ich noch nicht verstanden.) und daraus sich alles Weitere quasi von selbst ergibt. Die künstlerische Umsetzung ist also nur noch ein Prozess, der von der Idee angestoßen ist und dann wie von selbst abläuft.
      Auf die Ausarbeitung wird dabei überhaupt kein Wert gelegt: "Eine belanglose Idee kann man nicht durch eine schöne oder expressive Ausführung retten. Hingegen ist es schwierig, eine gute Idee zu verpfuschen. (LeWitt 1967
      Eine gute Idee kann man durch eine schöne oder expressive Ausführung verpfuschen.
      Ideen sind das Expressivste und Schönste überhaupt".

      Wenn ich das so richtig verstanden habe, sehe ich da eine merkwürdige Parallele: Der Künstler, dem eine poinierte Idee kommt, aus der sich dann wie von selbst das Kunstwerk ergibt, erinnert der nicht stark an das Genie-Ideal des ausgehenden 18. Jahrhunderts? Kurz, ist das nicht ein vollkommen anachronistisches Bild vom Künstler, das Kreidler da wieder hervorholt? Allerdings hat das Steve Reich 1968 schon ganz ähnlich formuliert: "Though I may have the pleasure of discovering musical processes and composing the musical material to run through them, once the process is set up and loaded it runs by itself". Und weder Kreidler noch Reich kann man vorwerfen, dass ihre Kunstwerke (ich sage bewusst nicht "Musik", denn das ist es ja eigentlich nicht) in irgendeiner Weise unzeitgemäß wären oder gewesen wären.
      Im Gegenteil ist gerade die Kunst Kreidlers und seiner Nachahmer mit ihren Konzepten so zeitgebunden, dass ich fürchte, sie wird in zehn Jahren schon wieder uninteressant sein.
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde
    • Abgesehen von John Cage würde ich einmal diesen Herrn dieser Schublade zugehörig erachten:

      Alvin Lucier
      Die Stücke auf der CD sind nur durch ein paar kurze lapidare Bemerkungen definiert. Dass die Ausführung trivial sei, glaube ich aber nicht.
      Bei einem der letzten Wien-Modern-Festivals gab es einen etwas nostalgischen FLUXUS-Abend mit der Wiederaufführung einiger FLUXUS-Arbeiten verschiedener Autoren aus den 60er Jahren, z.B. Nivea-Piece, bei dem die Musiker mit ihren Händen und Nivea-Creme schöne Musik improvisiert haben.
      Ich hatte in den letzten Jahrzehnten den Eindruck, die Konzept-Ecke wäre im musikalischen Bereich etwas an den Rand gedrängt/vergessen worden. Schön, wenn sich wieder mehr tut. Allerdings war sie immer mehr im Museum als im Konzertsaal zu Hause.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)