DEBUSSY: Pelléas et Mélisande - Ewig Unausgesprochenes

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    • Danke, lieber Peter!

      Bist Du Dir sicher, daß das von Dir angegebene Reclam-Buch Maeterlincks Original enthält? Dann wäre es für mich interessant. Mit dem Libretto selbst bin ich in der Tat gut versorgt (französisch und deutsch).

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Gurnemanz schrieb:

      Danke, lieber Peter!

      Bist Du Dir sicher, daß das von Dir angegebene Reclam-Buch Maeterlincks Original enthält? Dann wäre es für mich interessant. Mit dem Libretto selbst bin ich in der Tat gut versorgt (französisch und deutsch).

      :wink:


      Sicher bin ich mir da natürlich nicht - bei Amazon gibt es leider immer mal undurchsichtige Ankündigungen. Nach dem Wortlaut müsste es passen, aber ...

      Nach weiteren Recherchen zweifele ich mit Dir, aber im Antiquariat (zbav - Suchwort: Pelleas, bei mir Eintrag 20 + 24 +177) findest Du

      Hrsg.: Oppeln-Bronikowski Friedrich von
      Maurice Maeterlinck - Pelleas und Melisande - Deutsch von Friedrich von Oppeln-Bronikowski - autorisierte Ausgabe - viertes Tausend
      [nach diesem Titel suchen]
      Verlag, Ort, Erscheinungsjahr: Eugen Diederichs/Jena/1908
      Seiten/Illustr.: 73/geb Zustand: gut/Einband gering berieben/Vorsatz mit Namen beschrieben/Seitenränder geringe Markierungen mit Bleistift


      Da bist Du auf der sicheren Seite.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Nochmals Dank!

      Selbst bin ich eben hier fündig geworden:


      Maurice Maeterlinck: Die frühen Stücke, Bd.1. München/Edition Text und Kritik, 2. Aufl. 2000

      Inhalt:
      - Prinzessin Maleine
      - Der Eindringling
      - Die Blinden
      - Die sieben Prinzessinnen
      - Pelleas und Melisande

      Vgl. hier: "http://www.etk-muenchen.de/sixcms/detail.php?id=4019&template=neu_werke_literatur"

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Hatte ich auch gesehen und (fälschlicherweise) angenommen, dass es sich um Sekundär- und nicht Primärliteratur handelt. Aber Recht hast Du, es sind die Stücke, übersetzt von Stefan Gross :hide:

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Übrigens habe ich das Reclam-Heft (das typische kleine, gelbe Heftchen) und es enthält das konplette Maeterlinck-Stück aus dem Debussy einige Passagen rausgestrichen hat (nicht nur Diener-Rollen o.ä.).

      Davon abgesehen würde ich gerne Gurnemanz Ausführungen zum Pelleas-als-Bariton-oder-Tenor-Problem hier diskutieren.
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"
    • Hier das ganze Boulez-Zitat, das ich a. a. O. stichwortartig zusammengefaßt habe:
      Ich halte es für nötig, noch einige Erklärungen zur Rolle des Pelléas zu geben, speziell was die stimmliche Besetzung betrifft. Man hat die Partie so oft einem hohen Bariton übertragen, daß es überraschen mag, sie von einem Tenor zu hören. Indessen beweisen zwei Anzeichen, daß Debussy ohne allen Zweifel an einen Tenor, nicht an einen Bariton, dachte. Das erste: er hat die Rolle von den ersten Skizzen an, die ich einsehen konnte, bis zur endgültigen Realisierung im Violinschlüssel geschrieben. Nach der damals gebräuchlichen Schreibweise ist der Tenor (wenn man den Tenorschlüssel außer acht läßt) immer im Violinschlüssel notiert, der Bariton dagegen im Baßschlüssel. Diese Konventionen werden sogar noch heute respektiert... Das zweite: der Umfang der Partie entspricht genau der des Tenors, wie es in den orthodoxesten Harmonielehren festgelegt ist: von c bis a'. Ich halte es für sicher, daß Debussy dieses Gesetz beachtet hat, und wenn auch nur unter der unbewußten Nachwirkung seiner akademischen Ausbildung... Aber auch abgesehen von diesen 'pedantischen' Anzeichen scheint mir alles zugunsten eines Tenors zu sprechen: einmal paßt das Stimmtimbre besser zu dieser Rolle, sei's im Kontrast zu Golaud, sei's in Entsprechung zu Mélisande; zum andern braucht man in der Tiefe nie jene große Kraft, die man in der Höhe aufwenden muß. Nun erweist sich aber gerade in den hohen Passagen der Partie die Tenorstimme als unendlich viel biegsamer, weil sie dort noch immer über eine 'Reserve' verfügt, wogegen sich der Bariton am 'Ende des Rennens' befindet. Ich glaube also intuitiv und aufgrund logischer Einsicht, für einen Tenor als Pelléas optieren zu müssen.
      Quelle: Pierre Boulez: Pelléas et Mélisande in Spiegeln, in: Ders.: Anhaltspunkte. Essays. München 1975. S. 32f.

      Der Text steht auch im Beiheft zur Schallplattenaufnahme 1969/70, ist also über 40 Jahre alt. Ob Boulez diese Meinung auch heute noch vertritt, weiß ich nicht.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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      Helmut Lachenmann
    • Lieber Gurnemanz,

      aber schon der Pelléas der Uraufführung, Jean Périer, hatte Scarpia, Don Giovanni und Lindorf/Coppélius/Miracle/Dapertutto im Repertoire - das ist ja nicht einmal mehr hohes Bariton-Repertoire... Und Debussy hatte bei der Uraufführung sicherlich was mitzureden (siehe Leblanc/Garden/Maeterlinck-Affaire!). Wenn man die wenigen erhaltenen Aufnahmen von Jean Périer und dem Uraufführungs-Golaud Hector Dufranne hört, ist der Stimmkontrast nicht extrem hoch. Dufranne hat ein schöneres Timbre und entspricht mehr dem heutigen Bariton-Typ; Périer ist etwas leichter und spröder im Klang, die Tiefe ist nicht so rund und warm.

      Aber ich würde sagen, bei allen drei Protagonisten (Pelléas, Golaud, Mélisande) geht es nicht um die Stimmlage oder das Stimmfach, das der Sänger/die Sängerin auf dem Papier hat - der Ambitus der Partien ist auch nicht allzu hoch -, sondern nur um ein relatives Zusammenpassen der Stimmen: wenn eher leicht, dann sollten alle etwas leichter besetzt werden, wenn eher schwer, dann alle etwas schwerer. Auch Mélisande wurde ja schon durchaus rollenadäquat von leichten Kolorateusen (Natalie Dessay) ebenso wie von dramatischen Sopranen (Elisabeth Söderström), von lyrischen Sopranen (Victoria de los Ángeles) und auch von Mezzos (Michelle Breedt) gesungen, da ist sehr viel möglich und kann sehr viel auch jeweils auf seine eigene Art überzeugen.

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Areios schrieb:

      Aber ich würde sagen, bei allen drei Protagonisten (Pelléas, Golaud, Mélisande) geht es nicht um die Stimmlage oder das Stimmfach, das der Sänger/die Sängerin auf dem Papier hat - der Ambitus der Partien ist auch nicht allzu hoch -,
      Das sagt eigentlich schon alles. Rein vom Umfang her, ist ein Tenor sogar unterfordert mit so wenigen Höhen, wobei ein Bariton hier schon arbeiten muss. Mir fällt auf, dass ich beim Pelléas lieber einen Bariton als einen Tenor höre (Bsp.: Keenlyside, Degout...). Liegt wahrscheinlich daran, dass der Bariton in mir diese tolle Partie den Tenören nicht gönnt. Aber am wichtigsten ist wirklich, dass die drei Hauptrollen aufeinander abgestimmt sind. Aber mich würde nicht einmal das stören, da es mir wichtiger ist, was die Sänger mit ihren Stimmen vermitteln (wobei mich ein Tenor als Rigoletto oder Boccanegra schon mehr stören würde, aber das wäre auch ein ganz anderer Fall).
    • Rein stimmlich sind die Hauptrollen nicht extrem herausfordernd. Es geht eher darum, Sänger zu finden, die stimmlich agierern können und wie schon erwähnt ein Ensemble bilden. Dies bringt viel Freiraum für Gestaltung und ist nicht der kleinste Reiz dieser Oper, die interpretatorisch vieles zuläßt - vorausgesetzt, das Ergebnis stimmt :)
      Natürlich ist jeder Dirigent, jeder Regisseur, davon überzeugt, daß seine Sichtweise die richtige ist. Aber wie so oft, in der Vielfalt liegt der Reichtum.
      Deshalb sehe ich es überhaupt nicht als ein Problem und definitiv nicht als eine Frage, die einmal für allemal beantwortet werden muß.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Succubus schrieb:


      99er Aufführung aus Glydnebourne



      von der es einen ( für mich vielversprechenden) Ausschnitt zu sehen gibt : "http://www.youtube.com/watch?v=fDIs0q4QnUs"

      London Philharmonic Orchestra unter Andrew Davis

      Regie : Graham Vick
      Design : Paul Brown

      Mélisande : Christiane Oelze
      Pelléas : Richard Croft
      Golaud : John Tomlinson
      Arkel : Gwyne Howell
      Geneviève : Jean Rigby
      Yniold : Jake Arditti

      Diese Aufführung hat mich ob des Designs und wegen Tomlinsons Golaud ja schon immer interessiert, weswegen ich sie nun endlich erworben und angesehen habe.
      Eine Einheitsbühne bei dieser Oper? Ich war zuerst ein wenig skeptisch, da das Symbolhafte der Geschichte ja druchaus auch in den Orten steckt, aber erstaunlicher Weise gelingt es hier sogar sehr gut, die veränderten Lichtverhältnisse oder kleine Änderungen der Requisiten machen die Symbolhaftigkeit sogar noch greifbarer.
      Arkel ist hier nicht König eines tristen, dunklen Allemondes, sondern der Patriarchat in einer großen, prunkvollen, aber düsteren Magnatenvilla, die direkt der Epcohe Debussys entsprungen sein könnte (inklusive japanophilen Einrichtungselementen, dem Trend dieser Zeit). Eine gewundende, mächtige Treppe und ein großer Kronleuchter sind die beiden Angelpunkte der Bühne. Die stickige, düstere Athmosphäre macht nicht nur das Licht, sondern auch der in einem Käfig gesperrte Baum im Hintergrund, sowie die im Boden luftdicht eineglassenen Scharen von bunten Blumen, die bezeichnender Weise nur zu leuchten beginnen, wenn Mélisande fröhlichen Mutes ist. Die freie Natur ist zwar anwesend, aber eingesperrt, leblos. Nur bei Mélisandes Ankunft werden ein paar frische Blumen ihr zu ehren aufgestellt, die schnell wieder verschwinden.
      Golaud findet die mystische Frau scheibar im dunklen Keller, vielleicht auf dem Dachboden oder sonst einer verstaubten Kammer wie ein altes Möbelstück unter einem weißen Laken. Es passt dazu wie sie ins Haus integriert werden soll, sich dem aber nicht recht fügen mag. Schon bei den Schwüren Golauds wie schön sie doch sei, sieht er sie kein einziges Mal an, stattdessen ein altes Foto (womöglich seiner verstorbenen Frau) in dessen Glas sich Mélisande höchstens blass spiegeln kann. Ihr Haar hängt lang herunter und sie hat nichts als das weiße Laken um sich zu bedecken, etwas naturhaftes umschleicht sie. So trägt Golaud sie davon (cih habe mir das immer so vorgestellt, hier ist es dargestellt) und schon als wir sie das nächste Mal wiedersehen, trägt sie die steife Mode der Zeit und hat das Haar hochgesteckt.
      Das erste Alleinsein der beiden Protagonisten erinnert an Golauds erst später geäußerten Worte "ihr seid Kinder", denn so tollen sie durch das Haus, dass dabei viel heller leuchtet als sonst und der Brunnen und die Sonne wir hier als innere Traumwelt und Flucht der beiden imaginiert. Nach dem düsteren Gespräch mit Golaud über den verlorenen Ring wird die Grotte zum heimlichen Ort, abermals vielleicht der Keller und die drei Bettler zu Leichen im Boden, vielleicht Golauds erste Frau (Blaubart lässt grüßen) und sein Vater, doch beim Auftauchen der dritten wird schnell klar, dass es sich um Mélisande, Pelléas und Golaud selbst handelt, da am Ende alle drei tot sein werden, Pelléas und Mélisande wahrhaftig, Golaud zumindest im übertragenen Sinne.
      Die große Turmszene bringt den Kronleuchter ins Spiel, der Mélisandes Refugium darstellt von dem aus sie das Haar wieder offen zu Pelléas heruntergleiten lässt. Der Kronleuchter sinkt dabei immer weiter hinunter näher an Pelléas, wie Mélisande ihren Gefühlen nachgeben zu scheint. Das Auftauchen von Golaud bringt den ersten bemerkenswerten Vorteil der Einheitsbühne, der Übergang zur Szene zwischen ihm und Pelléas wirkt so viel aussagekräftiger. Er unterbricht die beiden und während Mélisande verschwindet, bleiben die Halbbrüder auf der dunklen Treppe zurück, schweigen lange bis der Kronleuchter zum riesenhaften Pendel wird, der das unabänderliche, drohende Schicksal ankündigt und Tomlinsons starrer Blick in die Dunkelheit, das bildhafte und symbolische des Abgrunds von dem er singt, nicht nur für Pelléas spürbar macht.
      Die Szene zwischen Golaud und seinem Sohn ist grandios gespielt sowohl von Tomlinson als auch vom Kindersdarsteller Jake Arditti und bekommt zu recht Zwischenapplaus.
      Arkels Verhältnis zu Mélisande bekommt in der 2. Szene des 4. Akts eine zusätzliche Konnotation, hier sind nicht nur großväterliche Gefühle im Spiel, auch der alte, gebrechliche Patriarchat scheint dem Zauber der zauberhaften Kind-Frau Mélisande erlegen zu sein. Yniold beobachtet dank der Einheitsbühne nun wie sein Vater Mélisande misshandelt und so ist der Übergang und die ganze Szene mit den Schafen (die hier Spielzeuge sind) viel sinnfälliger (ich persönlich habe das erste Mal die Verbindung zwischen den Schafen, die nur in eine Richtung laufen können - anstatt "links, rechts" wie Golaud Mélisande an den Haaren herumschlief und ohne wenn und aber auf ihr Schicksal die Schlachtbank zu sowie Golauds Aussagen über Mélisandes Lamm-Unschuld erkannt...bitte niemand schelten, wenn er das eh schon wusste) und weniger abstrakt.
      In der großen Liebesszene stibt Pelléas in dem Moment als "alle Sterne fallen".
      Am Ende stirbt Mélisande so wie Golaud sie fand und wird mit einem Laken zugedeckt. Im letzten Ton starrt Tomlinson über die Ewigkeit hinaus ins Leere.

      Ich muss sagen, was heir geleistet wurde, hat mich wirklich beeindruckt, sowohl, was die Sänger angeht, das Bühnenbild als auch die musikalische Seite. Die reiche, aber tote Welt, die das Naturkind Mélisande erstickt oder der geheimnisvolle "Gegenstand" Mélisande, der schön ist, aber sich nicht ins Bild einfügen kann und will, mir kam sogar eine Assoziation zu Lars von Triers "Melancholia".
      Oelze ist eine wunderbare Mélisande, stoisch-kühl und mädchenhaft zugleich, ihr Nachtigallen-Gesang im Turm traumhaft. Crofts Pelléas ein sensibler Melancholiker und Tomlinsons Golaud ebenso schwermütig, jedoch eher depressiv und ab und an brutaler Machtmensch. An Mélisandes Sterbebett ist er trotz Schwüren nicht so der reuige Sünder wie zB Maxwell bei Stein, sondern nur noch eine leere Hülle, die spricht, aber nicht fühlt, er sit schon ganz bei sich in der Leere. Was die Idiomatik der Sänger angeht, kann ich mit meinen rudimentären Französisch-Kentnissen nur wenig sagen.
      Besonders hervorheben möchte ich aber auch Andrew Davis Dirigat. Auf der DVD-Hülle ist ein Kommentar aus dem 'Daily Telegraph' angeführt, das meint : "...I have rarely heard Debussy sound richer..." und dem kann ich nur vollstens zustimmen. Ich meine da Dinge gehört zu haben, die mir vorher noch nie aufgefallen sind und dabei ist alles dicht und voll gehalten, hier bricht nichts in Vereinzelung auseinander und entfalltet deswegen eine enorme Wucht und eine innere Spannung, die mich sehr angesprochen hat und so dermaßen mit dem Bühnenbild und den Lichteffekten verschmolz, dass sie einander zu bedingen schienen. Einziges Manko ist da, dass manchmal die Abstimmung der Lautstärken zwischen Gesang und Orchester nicht so gut ausbalanciert ist.
      Trotzdem kann ich diese Aufführung nur empfehlen.

      P.S.
      Während des Guckens kam mir der spekulative Gedanke, dass Geneviève, die ja auch als Schwiegertochter von Arkel nach Allemonde kam (wie sie selbst berichtet), doch logischerweise Arkels Sohn geheiratet hat, wohl Golauds Vater und Pelléas Vater könnte der nicht ein weiterer Sohn Arkels sein? Wäre das nicht eine ähnliche Konstellation wie später zwischen Golaud und Pelléas? Oder ist das zu weit hergeholt?
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"
    • Pelléas konzertant in Köln am 13.03.

      ... wird in dieser interessanten, ach was: Tollen Besetzung zu erleben sein:

      Sophie Karthäuser Sopran (Mélisande)
      Christian Gerhaher Bariton (Pelléas)
      Christopher Maltman Bariton (Golaud)
      Wiebke Lehmkuhl Alt (Geneviève)
      John Tomlinson Bass (Arkel)
      Katja Stuber Sopran (Yniold)

      Swedish Radio Symphony Orchestra, Daniel Harding Dirigent

      Kölner Philharmonie

      Cheers,

      Lavine :wink:
      "You gotta grab'em by Debussy" (DJ Trump)
    • Mein Neid ist Dir gewiß, lieber Général. Schade, daß Köln etwas weit weg liegt... :(

      Viel Vorfreude!

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Habe soeben auf "Servus TV" die Sendung "Verstehen Sie Oper?" gesehen, in der es um "Pelléas et Mélisande" ging. Ich kannte diese Oper bisher noch nicht, aber die Sendung hat mir sehr gut gefallen und mich neugierig gemacht. Diese Sendung scheint für Anfänger besonders gut geeignet zu sein, daher werde ich sie mir künftig wohl öfter mal anschauen. 8+) Ist sicherlich in der Mediathek abrufbar (wobei ich momentan meinen Flashplayer deinstalliert habe - wg. der aktuellen Meldungen; kann' s daher nicht überprüfen).
      "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)
    • ziemlich neu auf yt:

      youtube.com/watch?v=c-knPHjcxac

      Chor: Cape Town Opera Chorus
      Orchester: Philharmonia Orchestra
      Dirigent: Esa-Pekka Salonen
      Inszenierung: Katie Mitchell

      Stéphane Degout - Pelléas
      Barbara Hannigan - Mélisande
      Laurent Naouri - Golaud
      Franz Josef Selig - Arkel
      Sylvie Brunet-Grupposo - Geneviève
      Chloé Briot - Yniold
      Thomas Dear - Der Arzt

      video, mit engl. UT

      scheint mir musikalisch gelungen (habe die ersten 20 min. grade gesehen).
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Gestern schon mal kurz in den WDR 3-Mitschnitt der Pelleas-Version von Marius Constant (1925 - 2004) reingeschnuppert. Selbiger verzapfte auch Pelleas-Instrumental-Version für Gestresste.
      youtube.com/watch?v=W-egazHf7aQ

      Seine 2 Klavier-Fassung gleichfalls gekürzt, aber zu mindestens ca. 100 Minuten Spielzeit. Also lediglich für Eilige, doch anscheinend dabei aufgebrochene Linearität von Pelleas-Mucke. WDR3-Mitschnitt muss jedoch dazu gründlich reingezogen/nachgecheckt werden.
      kulturzentrum-herne.de/events/…k-in-herne-14-17-11-2019/

      Es exitierte außerdem komplette Klaviersolofassung (mit Solisten) Hab davon Mono-String. Keinen Schimmer, wer die verzapfte und ob auch Verwendung für Probezwecke. ?(

      Eben noch beim Netz-Schnüffeln eine gekürzte Kammerfassung entdeckt.
      thomasjonigk.de/2018/01/30/pelleas-et-melisande/
      Falls ihr noch weitere Infos dazu habt, lasst es in diesem Thread rüberwachsen, weil generell Intersesse an Lightversionen von Mucke
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Cool muss auch die konzertante/halbszenische Aufführung mit Christian Gerhaher als Pelléas und Magdalena Kozená unter Simon Rattle 2015 in Berlin gewesen sein. Das Ende des dritten Aktes gibts auf Youtube: "https://www.youtube.com/watch?v=KY9vA_oz_ak"

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Areios schrieb:

      Cool muss auch die konzertante/halbszenische Aufführung mit Christian Gerhaher als Pelléas und Magdalena Kozená unter Simon Rattle 2015 in Berlin gewesen sein.
      In meinem super-tollen Pelleas-Kader haust konzertanter Mitschnitt (06.03.15) aus Stockholm unter fetziger Leitung Daniel Hardings.
      Christian Gerhaher und die mir bis dahin unbekannte und mega-tolle Sophie Karthäuser in den Titelpartien. Dieser Sopran macht einen beim Pelleas-Reinziehn totalst an. Bilden mit Orchester unter Harding super-geiles Team. Christian Gerhaher ist ja eigentlich Bariton. Er und Frau Karthäuser mutierten seitdem mit zu meinen P&M-Favoriten.
      Allerdings bisher keinen Schimmer, warum Pelleas zuweilen in Bariton-Besetzung. Falls einer von euch dazu Infos hat, dann hier bitte rüberwachsen lassen.
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann