wie weiblich ist aktuelle komposition

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    • putto schrieb:

      Ich habe ja oben einige Anhaltspunkte (Verhältnisse bei: Studentenzahlen, Mitgliederzahlen bei Komponisten-Verbänden, Preisträgern und CD-Veröffentlichungen) genannt. Leider fehlt die Information bezüglich Aufnahmsprüfungen. Ich empfehle jedem Interessierten, einfach sich für eine Aufnahmsprüfung anzumelden und sich dann umzuschauen - oder überhaupt einfach nur zu dem entsprechenden Termin in die Musikhochschule zu gehen.

      Danke für diesen Hinweis, ich hatte Deinen etwas älteren Beitrag mit den Daten nicht mehr präsent. Der Anteil an Studentinnen der Komposition beträgt also in der Tat nur etwa 10 bis 20 %, das ist schon fast in Regionen des Physik-Studiums... Interessante Fragen wären damit 1) der Frauenanteil bei den Aufnahmeprüfungen und 2) die Aufführungshäufigkeit von Werken dieser 10 bis 20 % in Relation zur Gesamtzahl der Aufführungen von Werken der Kompositions-Studenten/-innen.

      Tyras liegt natürlich nicht ganz falsch, daß ein konzentriertes Aufführen der Werke von Kompositions-Studentinnen z. B. im Rahmen eines nur Frauen gewidmeten Themenkonzerts helfen könnte, die Aufmerksamkeit auf diese 10 bis 20 % zu richten. Andererseits manifestiert man damit aber auch den Status der Komponistin als Besonderheit (oder gar Exotin) innerhalb einer Männerdomäne, unterstreicht also geradezu eine Gegebenheit, die man eigentlich gerne überwinden würde.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Symbol schrieb:

      2) die Aufführungshäufigkeit von Werken dieser 10 bis 20 % in Relation zur Gesamtzahl der Aufführungen von Werken der Kompositions-Studenten/-innen.
      Interessant, auf die Idee wäre ich nicht gekommen, das zu hinterfragen. Allerdings sind die Zahlen sehr klein. Wenn man jetzt bei einer Handvoll Studenten die Anzahl der Aufführungen erfragen würde (ginge nur per persönlicher Anfrage, bei den Klassenabenden werden natürlich alle gespielt), stellt sich die Frage, ob das viel aussagt und über wen. Aber das könnte man natürlich machen.
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    • putto schrieb:

      Die Wiener Musikuniversität führt auf ihrer Homepage eine Studierendenstatistik mit Absolventenzahlen der letzten 8 Jahre gegliedert nach In- und Ausländern. Berücksichtigt man nur die Inländer, erhält man abermals zwischen 10-20% - für mich bedeutet das, dass auch in nächster Zeit kein Anwachsen des Frauenanteils zu erwarten ist.


      Ich will puttos Angaben gar nicht infrage stellen, aber sind es nicht gerade bei den Studentenzahlen etwas viele Einschränkungen um auch nur halbwegs Repräsentativität beanspruchen zu können? (es geht um Wien, speziell um die Musikuniversität, erfasst sind nur die letzten 8 Jahre und putto nennt auch nur den Anteil der Österreicher bzw. Österreicherinnen). Ich habe an zwei Orten in Deutschland Komposition studiert (das ist allerdings schon länger als 8 Jahre her) und hatte rein gefühlsmäßig einen etwas anderen Eindruck: es sind zwar etwas mehr Männer als Frauen, aber so extrem habe ich das Geschlechterverhältnis nicht empfunden.

      Tharon.
    • Wenn man in Wien die Einschränkung auf die Inländer weglässt, sieht es auch anders aus.
      Es kommen dann vor allem Südostasiatinnen dazu (hingegen kaum männliche Vertreter jenes Weltteils, die studieren eher etwas anderes).
      Es wäre dann interessant, wieviele der Südostasiatinnen im Westen bleiben und die Komponistenlaufbahn gehen und wieviele das nach dem klassischen Modell als Töchter besseren Hauses quasi als verlängerten Urlaub absolvieren, um dann heimgekehrt Hausfrauen zu werden. Die Gesellschaft tickt nämlich dort mitunter noch etwas anders als hier. Das ist der Grund dafür, dass ich aus der Statistik nur die Inländer genommen habe.
      :wink:
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    • Symbol schrieb:

      Tyras liegt natürlich nicht ganz falsch, daß ein konzentriertes Aufführen der Werke von Kompositions-Studentinnen z. B. im Rahmen eines nur Frauen gewidmeten Themenkonzerts helfen könnte, die Aufmerksamkeit auf diese 10 bis 20 % zu richten. Andererseits manifestiert man damit aber auch den Status der Komponistin als Besonderheit (oder gar Exotin) innerhalb einer Männerdomäne, unterstreicht also geradezu eine Gegebenheit, die man eigentlich gerne überwinden würde.

      Da könnte man aber auch einfach sagen: Komponistinnen haben sowieso diesen exotischen Status. Dann ist es doch besser, dass ihre Stücke wenigstens in speziellen Veranstaltungen gespielt werden, als gar nicht.
      Nur weil etwas viel Arbeit war und Schweiß gekostet hat, ist es nicht besser oder wichtiger als etwas, das Spaß gemacht hat. (Helge Schneider)
    • Ich empfinde Komponistinnen im Neue-Musik-Kontext überhaupt nicht als exotisch.

      So wenig sind die 10-20% nun auch nicht. Quasi mindestens bei jedem zweiten Konzert, das hauptsächlich aus Uraufführungen besteht, ist mindestens eine Komponistin dabei.

      Eventuell ist meine Beschränkung auf Inländer bei der Statistik-Betrachtung ohnehin überzogen, und der Anteil nimmt zu.
      :)
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    • klangforum Wien 2014/15

      Edgard Varèse – Offrandes
      Eduardo Moguillansky – Zähmungen #2: bogenwechsel EA
      Wolfgang Mittlerer – scan 1 EA
      Horatiu Radulescu – Colonne d'alba
      Bernhard Gander – Take Death EA

      Pierluigi Billone — Ebe und anders EA
      György Ligeti — Konzert für Klavier und Orchester
      Beat Furrer — Canti della tenebra EA

      Tristan Murail — Winter Fragments
      Georg Friedrich Haas — Introduktion und Transsonation
      Matthias Pintscher — bereshit

      György Kurtág — Brefs Messages EA
      Georges Aperghis — Babil
      Bernhard Gander — Take Nine
      Emmanuel Nunes — Wandlungen

      Eva Reiter — Irrlicht
      Brian Ferneyhough — Liber Scintillarum
      Liza Lim — Machine for Contacting the Dead EA

      Rebecca Saunders — cinnabar

      Toshio Hosokawa — Drawing
      Michael Pelzel — Sculture di suono EA
      Unsuk Chin — Graffiti EA

      Iannis Xenakis — Thalleïn EA
      Aureliano Cattaneo — Violinkonzert EA
      Param Vir — Concerto for Sarod and Ensemble EA
      Francesco Filidei — Ballata EA


      Varèse, Ligeti und Xenakis sollte man nicht mitzählen ...
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