Messiaen: Das Orgelwerk (III) – Apparition de l'Église éternelle

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    • Messiaen: Das Orgelwerk (III) – Apparition de l'Église éternelle

      War die Großform des Diptyque schon recht überschaubar, so wird es hier fast noch einfacher.

      Die „Apparition de l’Église éternelle“ ( = "Erscheinung der ewigen Kirche") präsentiert sich in Bogenform. Das 65taktige Stück beginnt im Forte des Récit (Schwellwerk), steigert sich nach und nach, bis in den Takten 35 bis 39 ein eindeutig zu erkennender Höhepunkt auf einem zehnstimmigen C-Dur-Akkord im fünffachen Forte erreicht wird, und decrescendiert dann bis zum letzten Takt ins Pianissimo.

      Die im Jahre 1932 komponierte „Apparition“ ist das dritte veröffentlichte Orgelwerk Messiaens. Mit dem ersten, dem “Banquet céleste“, hat es das sehr langsame Tempo gemeinsam: „Très lent“ ist vorgeschrieben, Achtel = 54.

      Messiaen schrieb ein Gedicht zu diesem Werk, welches leider nicht in die Notenausgaben gelangte.

      Zitat wegen urheberrechtlicher Bedenken entfernt.
      AlexanderK, Moderation
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Messiaen schreibt für den Anfang folgende Register im Récit (Schwellwerk) vor: Fonds 16, 8, 4, mixtures, cymbale 3 rangs, bombarde 16, trompette 8, clairon 4, also ein Plenum mit starken Mixturen und Zunge. Der Schweller ist wohl geschlossen zu denken. Gewünscht ist ein voller, mächtiger Klang.

      In Messiaens eigener Aufnahme hört sich dieser Anfang recht entfernt an, als ob etwas Großes am Horizont sichtbar würde. Hier bestätigt sich die Annahme vom geschlossenen Schweller. Im Gegensatz zum „Diptyque“ finde ich Messiaens eigene Aufnahme der „Apparition“ vorzüglich in den mächtigen Pedaltönen, in ihrer soghaften Langsamkeit, in ihrer Überwältigung, in ihrem „nicht von dieser Welt sein“. Es wäre allerdings noch besser gewesen, hätte man die Orgel vorher sauber gestimmt.



      Jennifer Bate profitiert in ihrer Aufnahme von der perfekt gestimmten Orgel der Kathedrale zu Beauvais und einer ausgezeichneten Klangtechnik. Beigegeben sind das „Banquet“ und eine ausgezeichnete „Nativité“. Wer die frühen Orgelwerke Messiaens kennen lernen will, macht keinen Fehler. Mir fehlt allerdings bei der „Apparition“ das Soghafte und Hypnotische. Das Stück zieht zu glatt vorüber.



      Während die Spielzeiten der anderen drei Aufnahmen recht dicht beinander liegen (Messiaen: 10:13, Bate: 10:00, Latry: 9:45), gönnt sich Gillian Weir immerhin 10:44, was m. E. nicht der Akustik geschuldet ist.

      Bei ihr hört man, dass die „Apparition“ ein Stück ist, das auch auf einer nicht-französischen Orgel (hier: Frobenius-Orgel der Kathedrale zu Aarhus) ausgezeichnet funktioniert, das der speziellen Klangfarben weniger bedarf als andere Werke. Aber auch bei ihr entfaltet sich die besondere Magie des Werkes nicht.



      Olivier Latry gelingt es an der Orgel von Notre-Dame de Paris am ehesten, das Überwältigende, Transzendente dieses Werkes erfahrbar zu machen. Herausragende Klangtechnik!



      Unterm Strich bleiben die unverzichtbare Aufnahme Messiaens und die Aufnahme Latrys als die empfehlenswerten für dieses kurze Werk.
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.