Sind Interpreten Sklaven?

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    • sah gerade auf yt eine gute Aufführung mit schlechter Kamera/Schnitt.

      da kommt mir die Frage, was bei audiovisuellen "Wiedergaben" eigentlich das "Kunstwerk" ist, nach Meinung derer, die eine Aufführung (Interpretation) einer Komposition diese Aufführung für das eigentliche Kunstwerk halten.

      Handelt es sich hier um ein filmisches Kunstwerk, welches ein anderes Kunstwerk verwendet (die Aufführung), welche ihrerseits ein anderes Kunstwerk verwendet (die Komposition)?

      immerhin wird man doch sagen können, daß die Verfilmung die Aufführung "interpretiert" - was auf ganz verschiedene Weisen ja möglich ist. und daß es das "in schlecht" gibt, ist ja bei sonstigen Interpretationen auch der Fall.
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • zabki schrieb:

      Handelt es sich hier um ein filmisches Kunstwerk, welches ein anderes Kunstwerk verwendet (die Aufführung), welche ihrerseits ein anderes Kunstwerk verwendet (die Komposition)?
      ich würd' sagen: Ja...
      Am extremen Beispiel wird manches deutlicher: Disney, Fantasia. Filmische Interpretation von Stokowskys Interpretation von Beethoven et al.

      Und natürlich kann jedes der drei "Teilkunstwerke" gut oder schlecht sein - unabhängig voneinander.
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)
    • bustopher schrieb:

      zabki schrieb:

      Handelt es sich hier um ein filmisches Kunstwerk, welches ein anderes Kunstwerk verwendet (die Aufführung), welche ihrerseits ein anderes Kunstwerk verwendet (die Komposition)?
      ich würd' sagen: Ja...
      Am extremen Beispiel wird manches deutlicher: Disney, Fantasia. Filmische Interpretation von Stokowskys Interpretation von Beethoven et al.

      Ich hab' den Film im Regal stehen, aber schon seit Jahren nimmer eingelegt. Dennoch: Wenn irgendwo im Radio der Dukas'sche Zauberlehrling läuft, sehe ich vor meinem geistigen Auge Mickey Mouse die Besen dirigieren bzw. zerhacken. Das kriegt man auch nimmermehr aus dem Hirn, weil es ja so kongenial zusammenpasst (das Werk, die Interpretation Stokowskis, der Disney'sche Trickfilm)!

      Beste Grüße,
      Ralph
      »Toren wir, auf Lind'rung da zu hoffen, wo einzig Heilung lindert!« (Gurnemanz)