HÄNDEL: Acis and Galatea HWV 49

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • HÄNDEL: Acis and Galatea HWV 49

      Wir indes, was einzig zu tun vergönnte das Schicksal,
      Taten wir: daß dem Symäthus an Macht sich geselle der Enkel.
      Purpurn strömte das Blut aus der Felsenmasse; doch wenig
      Dau'rte die Frist, da begann die Röt' allmählich zu schwinden;
      Nun ward erst die Farbe des Bachs, den der Regen getrübet;
      Sie auch klärte sich bald. Dann lechzte der Fels auseinander;
      Frisch nun drang aus den Spalten ein hochgeschossenes Röhricht;
      Und dem gehöhleten Schlund' entrauscht' aufhüpfendes Wasser.
      Plötzlich, o Wunder! erschien, bis zur Mitte des Bauchs in dem Strudel,
      Schön der Jüngling mit Rohr die keimenden Hörner umgürtet:
      Der, nur daß er größer und blau im ganzen Gesicht ist,
      Acis war. Doch was auch; er blieb, auch zum Strome verwandelt,
      Acis; und noch behauptet den vorigen Namen der Sprudel.


      So erzählt uns Ovid (in Vossens Übertragung) vom Ende des jungen Schäfers Acis, der vom vor enttäuschter Liebe zur schönen Nymphe Galatea rasenden Zyklopen Polyphem zerschmettert und von ihr zum Quell verwandelt wird.

      Georg Friedrich Händel ist bereits als junger aufstrebender Komponist mit diesem Stoff in Berührung gekommen. Während er sich 1708 für zwei Monate in Neapel aufhielt, nahm er einen Kompositionsauftrag der Donna Aurora Sanseverino für eine „serenata“, an die den Titel „Aci, Galatea e Polifemo“ haben sollte. Händel stellte die von ihm als „Cantata a tre“ bezeichnete Komposition am 16. Juni 1708 fertig, einen guten Monat später wurde sie – wahrscheinlich ohne seine Beteiligung – erstmals aufgeführt.

      Zehn Jahre später befand sich Händel schon lange nicht mehr im Land wo die Zitronen blühen, sondern dort, wo die avalonischen Nebel wallen. Hier hatte er nach einigem Hin und Her eine Berufung zum Hauskomponisten des Earl of Carnarvon und späterem Duke of Chandos angenommen, der in seinem in Middlexes gelegenen neuen Palast Cannons fast besser lebt als der König. Händel komponierte unter des Earls Patronat allerhand: 11 Anthems (die sogenannten Chandos-Anthems), die „Suites de Pièces pour le Clavecin“, sein erstes englisches Oratorium „Esther“ und ein kleines Schäferspiel, das im Laufe der Zeit zu einem seiner populärsten Werke überhaupt avancierte: die Masque „Acis and Galatea“. Bei der Komposition griff der große Zweitverwerter Händel musikalisch überraschenderweise überhaupt nicht auf seine ältere Umsetzung des Stoffes zurück, sondern schuf während dieser „Zeit der Besinnung und des Atemholens“ (Richard Friedenthal) voll Inspiration ein gänzlich neues Werk, nun auf ein Libretto von John Gay, der wiederum auf Texte von Alexander Pope und John Hughes zurückgegriffen hatte. Im Frühsommer 1718 fand in Cannons die aller Wahrscheinlichkeit nach halbszenische Uraufführung statt. Es folgte eine weitere Aufführung in Wells (Händel war nicht involviert), dann verschwindet das Werk in der Schublade.

      Plötzlich am 26. März 1731 – Händel ist schon lange in London ansässig – gibt es dort ein Benefizkonzert für den Tenor Philip Rocchetti. Auf dem Programm: „a Pastoral“ von Händel, wobei dieser nicht an der Produktion beteiligt war. Wiederum ein Jahr später brachte das Londoner „Daily Journal“ folgende Ankündigung:

      „We hear that the Proprietors of the English Opera, will very shortly perform a celebrated Pastoral Opera call’d, Acis and Galatea compos’d by Mr Handell with all the Grand Chorusses and other Decorations as it was perform’d before his Grace the Duke of Chandos in Cannons. ‘Tis now in Rehearsal.” (The Daily Journal, 3. Mai 1732)

      Die English Opera war eine Gruppierung von Musikern um Thomas Augustine Arne, die die englische Oper, die seit Purcells Tod einigermaßen friedlich schlummerte, zu neuem Leben erwecken wollte. Als einzige dramatische Komposition Händels in englischer Sprache bot sich „Acis und Galatea“ für eine Aufführung wunderbar an, wobei es allerdings einen Haken gab: Händel, der unentwegte Champion der italienischen Oper, wusste davon nichts. Händel musste nun reagieren und tat es auch. Er stellte ein Pasticcio zusammen, bestehend aus Sätzen der italienischen „Aci, Galatea e Polifemo“-Serenata, der Chandos-Masque und allerhand anderen Quellen. Die Besetzung ist größer, das Libretto ein Mischmasch aus englischen und italienischen Abschnitten. Auch dieses Werk hatte zunächst Erfolg, der Viscount Percival konnte nicht umhin, in seinem Diary von der „very fine masque of Acis and Galatea“ zu sprechen.

      Doch setzte sich diese Fassung nicht durch. Es war die 1718er Version des Werkes die schnell sowohl in England als auch in Irland (und auch in Schweden) begeisterte Anhänger fand. Ab 1739/40 führte auch Händel die ursprüngliche Version – immer mit leichten Veränderungen – während der Oratoriensaison auf. 1743 wurde das Werk als einzige dramatische Komposition Händels vollständig im Druck veröffentlicht. Die Popularität des Werkes erstreckte sich bald auf ganz Europa. Van Suiten beauftragte Mozart 1788 mit einer Bearbeitung. 1829 instrumentierte Mendelssohn das Werk ebenfalls neu. 1858 beschäftigt sich Meyerbeer mit einer Bühnenfassung für Berlin, die aber nie aufgeführt wird.

      Bis heute ist das Werk ausgesprochen beliebt und ist neben „Messiah“ das - wenn ich nicht irre - bisher am häufigsten eingespielte. Von Walter Goehr über Sir Adrian Boult und Alfred Deller zu Marriner, Gardiner, Hogwood (1718er Fassung (?) als DVD & Mozart-Fassung), Pinnock (Mozart-Fassung), van Asch, Christie, Haselböck, Butt und McGegan (Mendelssohn-Fassung) haben sich viele Interpreten an das kleine, aber in seiner Art einzigartige Werk gewagt, ein Werk, das sich nicht nur aufgrund seines Reichtums an außergewöhnlich gelungenen melodischen Einfällen von manch anderen Schöpfungen der Zeit abhebt, sondern auch aufgrund seines klaren strukturellen Aufbaus, dem Richard Friedenthal nicht ganz zu unrecht „Einfachheit und Würde“ bescheinigt hat.

      Keine der mir bekannten Einspielungen des Werkes aus der obigen Aufzählung (Boult, Marriner Gardiner, Pinnock, van Asch, Christie, Haselböck) ist völlig misslungen. Die meisten haben – wie eigentlich immer – ihre Meriten und Schwächen. Doch nur eine Aufnahme ist nach meinem Dafürhalten völlig gelungen. Es ist die 1989 unter der Leitung von Robert King entstandene, die ich jedem, der sie noch nicht kennt, wärmstens empfehlen möchte:



      Claron McFadden, John Mark Ainsley
      Rogers Covey-Crump, Michael George, Robert Harre-Jones
      The King's Consort
      Robert King

      An der Aufnahme scheint mir alles ideal. Kings Zugriff ist farbig, bukolisch, warm, heiter, komisch (aber nie überzogen) und in allen Rollen bestens besetzt. Claron McFaddens Galatea ist höchst liebreizend, Ainsley ist ihr als verträumter Acis ("Love in her eyes sits playing") ein ideales Pendant, Michael George macht sein Auftritt als „monster Polypheme“ sichtlich Spaß, ohne dass seine Darstellung des ohnehin schon durch die Komposition selbst karikierten Polyphemus („I rage, I melt, I burn“) in irgendeinem Moment überzeichnet wirkt. Eine der schönsten Arien des Stückes, nämlich Damons „Consider, fond shepherd“ ist bei Rogers Covey-Crump bestens aufgehoben. Hinzu kommen die von den Solisten gesungenen Chorsätze, die tadellos gestaltet werden, wobei der schönste Satz des gesamtes Werkes („Wretched lovers!“) schlicht makellos gelingt. Kings Tempi sind fließend unaufgeregt, stets angemessen, nie langweilig. Das King’s Consort musiziert so bestechend wie eigentlich immer.


      :wink: Agravain
    • Ohne Zweifel ist Acis & Galatea eines der "perfektesten" Werke Händels, frei von Längen oder eher routinierten Passagen. Allerdings muss ich für mich persönlich zugeben, dass es mir (vielleicht deswegen) nicht so nahe steht, wie einige andere, deren Höhepunkte mich mehr packen, selbst wenn es dafür einige weniger inspirierte Arien durchzustehen gilt. Das liegt wohl auch ein wenig am konsequent durchgehaltenen pastoralen, weniger dramatischen Stil, einzig der großartige Anfangschor des 2., Teils (Wretched lovers... behold the monster Polyphem) kratzt vielleicht ein wenig an diesem Rahmen.
      Insofern ist das Gespür des diesbezüglich meist eher unbekümmert vorgehenden Komponisten hier auf Anleihen der gut 10 Jahre vorher komponierten italienischen Serenata (die allerdings auch ein tolles Stück ist, mit einem bedrohlicheren Polifemo) zu verzichten, bemerkenswert! Gibt es eigentlich eine Einspielung der Hybrid-Version aus den 1730ern? :D

      Ich habe bisher außer der "Brilliant"-CD (ursprgl. VOX, soviel ich weiß) nur Gardiners Einspielung aus den späten 1970ern, mit der ich soweit zufrieden war. Wenn ich recht höre, singen bei King die Solisten die Chorpartien. Das ist obwohl sicher authentisch und passend, nicht ideal für mich (sollten da nicht noch ein paar Hirten und Nymphen rumspringen, die den Chor etwas auffüllen können?) Ansonsten klingen die Klangschnipsel recht vielversprechend.
      (Aber wie gesagt, das Stück ist mir nicht so wichtig und ich bin mit dem Gardiner zufrieden, was ich von etlichen anderen Händelschen Vokalwerken nicht behaupten kann. Gestern habe ich endlich mal den Samson aus Dresden/Göttingen unter McGegan (Carus) komplett durchgehört. Anscheinend komplett (im Ggs. zur derb gekürzten Harnoncourts), Chorpartien sehr gut, Samson und Micah o.k., Manoah naja... der hat zum Glück nicht so viel zu singen, aber v.a. Daneman als Dalila/Israelitic Woman nicht akzeptabel. Wie diese Dalila auch nur im Ansatz verführerisch wirken soll, ist mir ein Rätsel und bei "Let the bright seraphim" fehlt es nicht nur an Durchschlagskraft, sondern eigentlich an allem... :thumbdown: )
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Kater Murr schrieb:

      Gibt es eigentlich eine Einspielung der Hybrid-Version aus den 1730ern? :D


      Ja, es gibt eine die ich allerdings (noch) nicht kenne. Es ist diese:



      Sie steht auch eher hinten auf meiner Händel-Shopping-Liste.

      Kater Murr schrieb:

      Ich habe bisher außer der "Brilliant"-CD (ursprgl. VOX, soviel ich weiß) nur Gardiners Einspielung aus den späten 1970ern, mit der ich soweit zufrieden war. Wenn ich recht höre, singen bei King die Solisten die Chorpartien. Das ist obwohl sicher authentisch und passend, nicht ideal für mich (sollten da nicht noch ein paar Hirten und Nymphen rumspringen, die den Chor etwas auffüllen können?) Ansonsten klingen die Klangschnipsel recht vielversprechend.

      Diese ist mittlerweile ja schon eher gängig, obwohl - auch bei Marriner (wie Gardiner aus 1978) gibt es keinen Chor. Persönlich finde ich die Gardiner-Einspielung sehr ordentlich, lediglich Sir Willard Whites Interpretation des Polypheme empfinde ich als zu prosaisch. Man kann hier schnell übertreiben aber White bemüht mir ein bisschen zu viel British understatement.

      Kater Murr schrieb:

      Gestern habe ich endlich mal den Samson aus Dresden/Göttingen unter McGegan (Carus) komplett durchgehört. Anscheinend komplett (im Ggs. zur derb gekürzten Harnoncourts), Chorpartien sehr gut, Samson und Micah o.k., Manoah naja... der hat zum Glück nicht so viel zu singen, aber v.a. Daneman als Dalila/Israelitic Woman nicht akzeptabel. Wie diese Dalila auch nur im Ansatz verführerisch wirken soll, ist mir ein Rätsel und bei "Let the bright seraphim" fehlt es nicht nur an Durchschlagskraft, sondern eigentlich an allem... :thumbdown: )

      Es gehört zwar nicht in diesen Faden aber dennoch:
      So ganz glücklich bin ich mit diesem "Samson" auch nicht, wobei mich das auch nicht allzu sehr überrascht hat, da ich schon häufiger nicht so recht glücklich mit McGegans Händel war (z.B. mit seinem mE schlicht fürchterlichen "Judas Maccabaeus"). Harnoncouts Händel gefällt mir von Mal zu Mal weniger. Aber welche Alternativen gibt es noch? Leppard? I don't think so. Budday? Meist hipper als hip. Gefällt mir bisher nicht. Hingegen mE sehr akzeptabel: Christophers, dem Du ja ein übermaß an Phlegma zusprichst. Wahrscheinlich sagen Dir auch die Solisten nicht zu (Padmore, Randle, Dawson, Wyn-Rogers, George). Aber c'est ça. Richter finde ich als traditionelle Händel-Aufnahme ziemlich gelungen. Mehr vielleicht einmal in einem noch zu eröfnenden Samson-Faden.

      :wink: Agravain
    • Danke für die schöne Einführung!

      Agravain schrieb:

      Hogwood (1718er Fassung (?) als DVD & Mozart-Fassung),
      Die Hogwood-DVD findet man übrigens komplett im Internet: "http://www.youtube.com/watch?v=G7IRXYUi6y8".

      Charles Workman, Danielle de Niese, Paul Agnew, Matthew Rose und Ji-Min Park sind die Solisten. Der Royal Opera Chorus und das Royal Opera Ballett sind ebenfalls mit dabei. Es musiziert das Orchestra of the Age of Enlightenment unter Christopher Hogwood.

      :wink:
      Renate
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • Eine ganz fantastische Aufnahme ist diese hier:



      Vor allem Suzie LeBlanc ist der Hammer. Das Ensemble gibt aber an sich keinen Anlass zu Kritik. Wie oft bei Aufnahmen dieses Werkes übernehmen die Solisten auch den Chorpart.
      Das muss man mögen, aber sehr gute Alternativen mit einem "richtigen" Chor sind meiner Meinung nach rar.

      Meine Favorit-Aufnahme.
      In diesen 4 Chören bin ich zuhause:

      http://home.tu-clausthal.de/student/chor/
      http://kirchenmusik-suedwestharz.de/start.html
    • Vielen Dank für diesen Hinweis. Ich habe eben in die wenigen Schnipsel bei jpc hineingehört und muss sagen, dass ich das durchaus ansprechend finde. Ich werde die Aufnahme sicherlich nicht umgehend anschaffen - da gibt es zu vieles, das "ältere Rechte hat" -, aber ich setze sie mal auf meine lange, lange Liste.

      :wink: Agravain
    • Hallo zusammen !!

      Ich finde zum Beispiel die Aufnahme HMV 72 in der Italienischen Fassung ganz wunderbar .

      ACI ,GALATEA E POLIFEMO
      Serenata completed in Naples ,16 June 1708

      Aci Stefanie True
      Galatea Luciana Mancini
      Polifemo Mitchell Sandler

      Contrasto Armonico
      Marco Vitale

      Oktober 2007

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • palestrina schrieb:

      Hallo zusammen !!

      Ich finde zum Beispiel die Aufnahme HMV 72 in der Italienischen Fassung ganz wunderbar .

      ACI ,GALATEA E POLIFEMO
      Serenata completed in Naples ,16 June 1708

      Aci Stefanie True
      Galatea Luciana Mancini
      Polifemo Mitchell Sandler

      Contrasto Armonico
      Marco Vitale

      Oktober 2007

      LG palestrina


      Die ist auch wirklich schön.
      Doch damit keine Verwirrung entsteht: Tatsächlich handelt es sich bei "Aci Galatea e Polifemo" um ein musikalisch gänzlich anderes Stück als HWV 49 (s.o.).

      :wink: Agravain
    • Sagittarius schrieb:

      Eine ganz fantastische Aufnahme ist diese hier:



      Vor allem Suzie LeBlanc ist der Hammer. Das Ensemble gibt aber an sich keinen Anlass zu Kritik. Wie oft bei Aufnahmen dieses Werkes übernehmen die Solisten auch den Chorpart.
      Das muss man mögen, aber sehr gute Alternativen mit einem "richtigen" Chor sind meiner Meinung nach rar.

      Meine Favorit-Aufnahme.

      Agravain schrieb:

      Vielen Dank für diesen Hinweis. Ich habe eben in die wenigen Schnipsel bei jpc hineingehört und muss sagen, dass ich das durchaus ansprechend finde. Ich werde die Aufnahme sicherlich nicht umgehend anschaffen - da gibt es zu vieles, das "ältere Rechte hat" -, aber ich setze sie mal auf meine lange, lange Liste.

      :wink: Agravain
      Sagittarius, vielen Dank für deinen Tipp - ich habe sie mir inzwischen angeschafft und eben gehört:



      (P) 2003 Atma Classique ACD 2 2302 (2 CDs)

      Galatea: Suzie LeBlanc (s)
      Acis: Mark Bleeke (t)
      Damon: Marc Molomot (t)
      Polyphemus: Nathaniel Watson (bt)
      Chor: Josée Lalonde (s)

      Les Boréades

      Dirigent: Eric Milnes


      Zuerst muß ich einmal sagen: was für ein wunderschönes Stück Musik hat Händel da geschaffen! Als eine wunderbar leichte, anmutige, melodiöse Angelegenheit offenbart sich Acis & Galatea, das mich sofort betört hat. Eine lohnenswerte Entdeckung... :juhu:

      Und das setzt sich mit Eric Milnes' Interpretation fort: die Solisten bilden zusammen den Chor - einschließlich Josée Lalonde, die nur in den Chorpartien zu hören ist. Les Boréades besteht aus neun Musikern mit historischen Instrumenten (in der Besetzung: zwei Blockflöten, zwei Oboen, zwei Violinen, ein Cello, ein Kontrabaß und ein Cembalo bzw. Orgel). Das ist wenig, aber mehr braucht es einfach nicht. Die Zerbrechlichkeit dieser Masque erfordert einfach nicht mehr! Ich habe jedenfalls keinen großen Chor (oder ein großes Orchester) vermißt, einfach weil es gar nicht so sehr zu diesem Werk paßt. Milnes arbeitet die Grazilität und die Dynamik gut heraus, und alle Beteiligten eröffnen einen Klangteppich, der sich als volltönend und gleichzeitig sehr transparent erweist.

      Suzie LeBlancs schöner Sopran und Marc Molomots wohlklingender Tenor gefallen mir besonders gut; Mark Bleekes und Nathaniel Watsons Stimmen klingen nicht ganz so "bezaubernd", punkten aber dafür mit Präzision und Klasse. Das Ensemble spielt versiert, mit ordentlichem Verve und einer präzisen Anmut. Das Ganze ist klanglich sehr gut eingefangen.


      Mit dieser CD hast du nichts zuviel versprochen, lieber Sagittarius. Ich bin jedenfalls voll und ganz begeistert! :yes:

      Lieber Agravain, ich bin der Meinung, du kannst diese Einspielung weiter nach vorne ziehen auf deiner langen, langen Liste; sie ist es echt wert! :angel:

      Mein Urteil:
      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:


      jd :thumbsup:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul