Klassiker-Lücken

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    • im Chorfalle gibts aber nichtmal diese (Kopien/Nachbauten).
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • putto schrieb:

      Ich auch nicht. Seit wann ist man ein Muffel, wenn man keine Gesamtwerke sammelt? Annähernd alles habe ich höchstens von einer Handvoll Komponisten des 20. Jahrhunderts. Ich habe zwar am meisten CDs von Haydn, aber da ich nur eine CD mit Klavierwerken habe, bin ich sicher auch ein Haydn-Muffel.
      Na ja, es ist eben bei Komponisten von einem Kaliber wie Haydn und Brahms schwer verständlich, dass man nicht möglichst viele ihrer Meisterwerke kennenlernen will. Es ist ja auch bnicht so, dass sich Haydn und Brahms ständig wiederholen würden.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Felix Meritis schrieb:

      putto schrieb:

      Ich auch nicht. Seit wann ist man ein Muffel, wenn man keine Gesamtwerke sammelt? Annähernd alles habe ich höchstens von einer Handvoll Komponisten des 20. Jahrhunderts. Ich habe zwar am meisten CDs von Haydn, aber da ich nur eine CD mit Klavierwerken habe, bin ich sicher auch ein Haydn-Muffel.
      Na ja, es ist eben bei Komponisten von einem Kaliber wie Haydn und Brahms schwer verständlich, dass man nicht möglichst viele ihrer Meisterwerke kennenlernen will. Es ist ja auch bnicht so, dass sich Haydn und Brahms ständig wiederholen würden.
      Bei Haydn habe ich nach Durchhören der Streichquartette mit Opuszahlen ohne 3 und Erlöserworte das Gefühl gehabt, dass diese Massenanhäufung ziemlich sinnlos ist. Jedenfalls wenn man so viel streut wie ich. Die Unterschiede innerhalb von Haydns Werken sind natürlich viel geringer als die zu anderen Komponisten.
      Bei Strawinsky und Schönberg sind die Unterschiede innerhalb des Gesamtwerkes viel größer und außerdem sind die Gesamtwerke viel kleiner. Daher habe ich da größere Ambitionen.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • Kater Murr schrieb:

      Blasinstrumente sind nahezu nie originale Instrumente, sondern fast immer Nachbauten.

      Nicht zu vergessen: Da die Luft heute eine andere Zusammensetzung hat als zur Zeit der Komposition der jeweiligen Werke, werden die produzierten Schwingungen jedes Instrumentes, ob Stimme, Streich-, Blas-, Zupf-, Tasten- oder Schlaginstrument, von einem abweichenden Übertragungsmedium zum Ohr des geneigten Zuhörers transportiert. Jeder Glaube, man könne einen originalen Klang reproduzieren, ist absurd, solange dieses Detail nicht hinreichend erforscht ist, etwa durch Auswertung uralter Portweinflaschen, Lufblasen in Höhlenseen usw. usw.

      :ironie1:

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!" (Paul Watzlawick)
    • Jeder kann das ganz nach seiner eigenen Ansicht angehen. Was ich mir kaufe, möchte ich auch hören. Manchmal ist es eine der Frage der Zeit, aber auch der gerade interessanten Werke/Komponisten, die man hören möchte.

      Komischerweise kann ich mit Kammermusik anfangen. Im Jazzbereich ist es nicht so, da ist das aber auch etwas anders mit kleinen Besetzungen und größeren Besetzungen. Da kann man das Neophonic Orchestra von Stan Kenton schon als "gigantisch" bezeichnen, das wäre in der Klassik gerade mal die Größe des Chamber Orchestra of Europe" oder ein vergleichbares Ensemble.

      Ich habe ein recht breites Spektrum, aber mag keine zeitgemäße Klassik. Damit kann ich nichts anfangen. Da steht mir das Miles Davis Quintett von 1965 näher als die damals aktiven Komponisten. Deren Musik kann ich besser nachvollziehen als Cage oder Morton Feldman.

      Ich persönlich finde Hans Rott als Bindeglied zwischen Bruckner und Mahler sehr interessant und wichtig. Seine Sinfonie hat mich damals einfach "geflasht" (in der BIS-Einspielung unter Leif Segerstam übrigens). Bei Mahler fand ich Bernstein als das "Maß der Dinge". Dagegen fand ich Kubeliks DGG-EG der Sinfonien für altbacken. Heute würde ich sie als interessante Alternative bezeichnen.

      Bruckner lernte ich mit Eugen Jochum kennen. Ich habe zunächst nichts verstanden, aber fand sie vor allem als "orchestrale Orgelkonzerte" unglaublich eindrucksvoll. Ich fand mich in einer großen Kirche wieder, Nein, eher in einer Kathedrale. Da wusste ich nur wenig über Bruckner. Dann kam Günter Wand, und ich fand mich am Gipfel der brucknerschen Sinfonien angekommen.

      Nun gut. Jeder hört und empfindet Musik anders. Bei Bildern ist es auch so. Jeder sieht ein Bild anders....

      Daher sehe ich bei mir keinen Anlass auf Vollständigkeit bei den Werken diverser Komponisten. Das Leben ist auch viel zu kurz dazu.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Felix Meritis schrieb:

      putto schrieb:

      Ich auch nicht. Seit wann ist man ein Muffel, wenn man keine Gesamtwerke sammelt? Annähernd alles habe ich höchstens von einer Handvoll Komponisten des 20. Jahrhunderts. Ich habe zwar am meisten CDs von Haydn, aber da ich nur eine CD mit Klavierwerken habe, bin ich sicher auch ein Haydn-Muffel.
      Na ja, es ist eben bei Komponisten von einem Kaliber wie Haydn und Brahms schwer verständlich, dass man nicht möglichst viele ihrer Meisterwerke kennenlernen will. Es ist ja auch bnicht so, dass sich Haydn und Brahms ständig wiederholen würden.
      Anders als bei Haydn oder Mozart, oder sogar Beethoven ist das Kammermusik (bzw. überhaupt das Instrumentalwerk) Brahms' allerdings recht überschaubar. Bei Haydn kann ich es verstehen, wenn man sich auf eine Auswahl der Trios und Quartette beschränkt. Aber bei Brahms sind es ja meist nur 2-4 Stücke pro Typ, da lohnt es sich weder aus Platz- noch aus Zeitgründen kaum, eine Auswahl zu treffen.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Kater Murr schrieb:

      Beethovens opp.74 und 95 gibt es auch auf "Originalinstrumenten", letzteres glaube ich sogar mehrfach (Eroica, Turner und Chiaroscuro? Qt.) op.59,1+2 fehlen anscheinend noch.
      Stimmt, ich habe es nachgeprüft. Dann fehlt insgesamt nur noch op. 59/1-2, dann wäre die Lücke endlich geschlossen.

      putto schrieb:

      Bei Dufay werden auch die späten Tenormessen nicht ausreichen ...
      Richtig... :jaja1:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Kater Murr schrieb:

      Aber bei Brahms sind es ja meist nur 2-4 Stücke pro Typ, da lohnt es sich weder aus Platz- noch aus Zeitgründen kaum, eine Auswahl zu treffen.
      ich muss gestehen, daß meine Kenntnis Brahmsscher Kammermusik lückenhaft ist und sehr wahrscheinlich bleiben wird, weil ich irgendwie zur Verdauung der vergrübelten Brocken die orchestrale Soße brauche... krass, daß einem von einem echten Liebliingskomponisten (naja, mindestens unter den ersten 5...) ganze Werkgruppen nicht wirklich reinlaufen wollen, aber issn isso. Mit Noten ginge es vermutlich, ist ja auch noch Zeit für....
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • Neu

      philmus schrieb:

      Mit Noten ginge es vermutlich,
      Alles im Netz vorhanden. Und die Kammermusik von Brahms ist keineswegs übermäßig vergrübelt, sondern saft- und kraftvoll. Sie gehört sogar zu seinen stärksten Leistungen (für mich persönlich noch vor den 4 Sinfonien, oder zumindest gleichwertig).

      Peter
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Neu

      Von Brahms Kammermusik finde ich eigentlich kaum ein Stück einen "vergrübelten Brocken", vielleicht mal einen einzelnen Satz, obwohl ich mit dieser Charakterisierung eh nicht viel anfangen kann. Eher erfüllen einzelne Sätze nicht so ganz meine Erwartungen an den Charakter oder Kontrast, den sie aufgrund der Satzbezeichnung und ihrer Position im Gesamtwerk nahelegen. Beide Mittelsätze des c-moll-Streichquartetts oder auch das "Menuetto" der 1. Cellosonate wären Beispiele dafür. Wenn man hier "Tanzsätze" oder "Romanzen" erwartet, wird man schon etwas enttäuscht.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Neu

      Das 2. Brahms-Trio würde ich vielleicht ein bißchen "distanziert" nennen, vielleicht auch etwas klassizistisch, aber nicht "vergrübelt". Wie gesagt, außer bei ein paar Klavierstücken ist mir ohnehin nicht so recht klar, was mit diesem Attribut gemeint ist.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
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      Lionel schrieb:

      Mir fehlen noch die Brahms-Opern.
      Mir die Trompetenkozerte :D :versteck1:
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
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      Ich bewundere das Klavierquintett von Brahms. Weiß nur leider nicht, in welchem Film die Musik des ersten Satzes vorkommt.
      Gib dich nicht der Traurigkeit hin, und plage dich nicht selbst mit deinen eignen Gedanken. Denn ein fröhliches Herz ist des Menschen Leben, und seine Freude verlängert sein Leben.

      Parsifal ohne Knappertsbusch ist möglich, aber sinnlos!
    • Neu

      VonHumboldt schrieb:

      Weiß nur leider nicht, in welchem Film die Musik des ersten Satzes vorkommt.
      Google hilft: Monsieur Hire. (Letzter Satz)

      Aber auch ohne dies wäre das Suchen in demjenigen Genre, welches leere Kaffeetassen in Großaufnahme zu melancholischer Musik zeigt (gerne Cello mit Klavier), vermutlich am ehesten zielführend.


      Leider falsch ... in "Monsieur Hire" kommt das Finale aus dem 1. KlavierQUARTETT vor. Google führte zu einer falschen Quelle.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!" (Paul Watzlawick)