Händel: Giulio Cesare in Egitto, HWV17

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    • Händel: Giulio Cesare in Egitto, HWV17

      Heute abend werde ich die Generalprobe im Frankfurter Opernhaus besuchen. Freue mich schon gewaltig. Morgen werde ich dann hier meine Eindrücke schildern.

      In Vorbereitung auf diesen Abend habe ich gelesen: [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41z5c-dk8HL._SL500_AA300_.jpg]
      (Die Graphik stammt von Amazon; zum Verlinken bin ich zu blöde).

      Eigentlich wollte ich hier kurz etwas über die Entstehungszeit der Oper aus diesem Buch zum besten geben, aber letztendlich steht alles schon bei wikipedia. So wird es zu dieser Oper von mir morgen nur meinen Bericht über die Generalprobe geben.

      Bis dahin!
      Gruß
      Ballawatsch
      "Die Philister, die Beschränkten,
      Diese geistig Eingeengten,
      Darf man nie und nimmer necken.
      Aber weite, kluge Herzen
      Wissen stets in unsren Scherzen
      Lieb und Freundschaft zu entdecken."
      Heinrich Heine
    • Bitteschön:



      Einfach die ISBN-10-Nr. nehmen (nur Ziffern, keine Zeichen wie "-") und mit "am" codieren wie bei CDs, dann geht's.

      Viel Freude in der Oper! Vielleicht gehe ich da auch noch hin.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • So, nun habe ich mich wieder etwas gefasst... Also, wie versprochen, etwas über die Generalprobe:

      Als ich nach zehn Minuten auf die Uhr schauen wollte, begann das Schlußduett des ersten Satzes (Son nata a lagrimar / Son nato a sospirar,
      e il dolce mio conforto, ah, sempre piangerò...). Genauso schnell vergingen der zweite und dritte Akt.

      Fragt man mich, weshalb ich die Vorstellung so kurzweilig fand, kann ich mit Sicherheit die großartige Leistungen der Sänger/innen nennen :klatsch: . Die Musik aus dem Orchestergraben war klar strukturiert. Gespannt bin ich auf weitere Barockunternehmungen dieses Dirigenten, Herrn Erik Nielson :klatsch: . Leider war die gewohnte Brillianz aus dem Graben nicht zu hören. Da hätten ruhig ab und an musikalische Funken sprühen können. Da ich das Orchester hier kenne, frage ich mich, ob dieser Mangel nicht auch durch das Instrumentarium (das zum Teil den Musikern gestellt worden ist??) zustande kam.
      Die "Tragkraft" der Gambe war für diesen großen Saal nicht ausreichend. Im 2. Rang kamen nur noch Geräuschfetzen an. Auch die Geigen und Bratschen klangen wie durch Watte :hide: (mit Ausnahme der Soli). Trotzdem eine gute Leistung des Orchesters und eine Steigerung bei der Premiere wird es da sicherlich noch geben.

      Die Inszenierung war weder Fisch noch Fleisch :thumbdown: . Einen Zusammenhang zwischen den Handlungssträngen und dem Geschehen auf der Bühnen konnte ich nicht finden. Der übermäßige Gebrauch der Bühnentechnik sichert wenigsten die Arbeitsplätze der Tecniker an den städtischen Bühnen. Das Bühnenbild und die Kostüme passten sehr gut in dieses Nichtkonzept. Wenn ich wenigsten einige gute Ideen gefunden hätte...

      Jedem, der sich für die Musik interessiert, kann ich nur zu einem Opernbesuch raten. Man darf sich nur nicht von dem Geschehen auf der Bühne ablenken lassen. Wer die Oper als Gesamtkunstwerk genießen will, muß hart im Nehmen sein.

      Gruß
      Ballawatsch
      "Die Philister, die Beschränkten,
      Diese geistig Eingeengten,
      Darf man nie und nimmer necken.
      Aber weite, kluge Herzen
      Wissen stets in unsren Scherzen
      Lieb und Freundschaft zu entdecken."
      Heinrich Heine
    • Na ja, da bin ich ja mal gespannt was mich morgen erwartet!

      DerGIULIO CESARE ist eine meiner Lieblings Opern.

      Allerdings hat mich gewundert , die Besetzung des Cesare mit einem Bariton.
      Spielte man eigentlich nur in den 60 u. 70 Jahren noch.

      Heute vorzugsweise mit Counter , Mezzo , Contralto .

      Aber ich werde es sehen u. hören.
      M. NAGY ist ja ein super Bariton.

      LG in großer Vorfreude
      palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Ich habe die Premiere auch gesehen und war insgesamt enttäuscht. Die Idee mit der Film-Welt wäre ja durchaus plausibel gewesen (wegen der Verfilmungen mit E. Taylor), wenn nur diese Ideen etwas wirksamer umgesetzt worden wären.
      Beispiel: Während Cleopatras Arie im 2. Akt "Se pietà" läuft als Projektion ein Filmabspann. Schöne Idee, doch warum an dieser Stelle? Dann hätte man eigentlich den Akt mit dieser Arie schließen lassen müssen. Warum diese Idee nicht am Schluss der Oper?

      Die Optik hat mir wieder einmal nicht gefallen. Der Blick auf das Innere eines Schwimmbeckens o.ä. und zum achwievielten Mal die C&A-Klamotten ließen bei mir keine Atmosphäre aufkommen.

      Musikalisch hat mir am besten die Interpretation des Orchesters unter Erik Nielsen gefallen. Es ist schon beachtlich, dass ein Nicht-Barock-Spezialist die Partitur heutzutage auf demselben Niveau wiedergeben kann wie eben ein Spezialist.
      Sängerisch war es durchwachsen. Natürlich habe ich mich auch gewundert über die Besetzung der Titelpartie mit einem Bariton, aber Michael Nagy zog sich mit Anstand aus der Affäre, sang die Koloraturen einigermaßen präzise in der für einen Bariton unbequemen Lage.
      Demgegenüber gab Brenda Rae doch eine sehr farblose Cleopatra mit seelenlos heruntergesungenen Koloraturen. Wer scheinbar alles richtig macht, kann trotzdem alles falsch machen.
      Normalerweise müsste ich als Händel-Fan alle Aufführungen sehen, aber es wird wohl bei dieser einen bleiben, auch wenn der Zustrom angeblich gewaltig ist. Aber wer kann schon wider den Strom schwimmen....?
      LG
      Sesto
    • Ein lesenswertes Buch über Händel Opern, mit CD Empfehlung , von der sehr versierten S. Leopold .



      Und eine wunderschöne neue Einspielung des GIULIO CESARE
      mit einer hinreissenden MARIE-NICOLE LEMIEUX als Cesare
      KARINA GAUVIN eine auftrumpfende Cleopatra
      ROMINA BASSO eine Cornelia voller Trauer und sehr Ausdrucksstark
      EMOEKE BARATH einen Sesto mit starker Stimme , im Duett mit Cornelia , verbinden sich beide aufs aller feinste !
      Ein sehr emotionales Duett !

      Und das Dirigat von Alan Curtis ist sehr direkt und ausgewogen , die Rezitative überhaupt nicht Langweilig !



      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong