Edvard Grieg - "nur" ein "Meister der kleinen Form"?

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    • Das Stück nennt sich "dramatisches Gedicht".
      Lustig der wikipedia-Eintrag dazu:
      de.wikipedia.org/wiki/Peer_Gynt
      "Die Verfilmung von 2006 benutzt ungeachtet dieser Einigkeit in der Abwertung der Griegschen Komposition diese ganz ohne Ironie [...]"

      Na, dann schau ich mir doch diesen Film an, näher wird man wohl nicht drankommen an Griegs Peer Gynt.

      (Ich hab's geschafft, die 1 1/2 CDs komplett durchzuhören ohne ein Wort zu verstehen, was mir ab und zu sozusagen Offenbarungen beschert hat. Aber durchgängiges Vergnügen ist was anderes.)

      Edit: Stimmt nicht ganz, es kommt ein Goethe-Zitat vor, das hab ich verstanden. Oder war das jetzt das Melodram, das auch noch auf der CD war?
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
      playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)
    • Ich habe den wikipedia-Text geändert, das Zitat oben ist also nicht mehr in der aktuellen Version.
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    • Neu

      Vereinzelt wurde sie hier schon kurz angesprochen, die "Ballade in Form von Variationen über ein norwegisches Volkslied op. 24 in g-Moll". Ein Stück auch für Leute, die Grieg sonst nicht so mögen?

      Das 1875 veröffentlichte, durchweg düster-melancholische Werk ist als eine Reihe von Variationen über eine alte norwegische Gebirgsmelodie komponiert. Die Bandbreite des Ausdrucks in den 14 Variationen ist erstaunlich - es finden durchaus gewagte Ausflüge in unterschiedlichste Charaktere und Stile statt. Das Nebeneinander von altem Volkslied und spätromantischer Harmonik gibt dem Stück eine einzigartige Atmosphäre und lässt es wie einen großen Abgrund der Zeit wirken. Und die Tatsache, dass Grieg dieses mit rund 18 Minuten Spielzeit schon größere Klavierwerk in Variationsform komponierte, gibt dieser Form einen besonderen Platz unter den zahlreichen Miniaturformen, die sein sonstiges Klavierschaffen dominieren.

      Die Ballade hatte für Grieg offenbar eine ganz besondere emotionale Bedeutung. Er sagte, sie sei "mit dem Blut meines Lebens in Tagen des Kummers und der Verzweiflung" geschrieben worden. Nach dem Tod seiner Eltern im Herbst 1875 befand sich Grieg in einer depressiven Phase, die auch durch Probleme in der Beziehung zu seiner Frau Nina verursacht wurde.

      Noch besser als Leif Ove Andsnes gefällt mir in diesem Werk der schwedische Pianist Peter Jablonski, der es 2014 für Triton aufnahm (die Klangqualität finde ich überragend):


      youtube.com/watch?v=FpfKRxWcGW4





      Cheers,

      Lavine :wink:
      “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability.
      Oscar Wilde
    • Neu

      Felix Meritis schrieb:

      Ich besitze eine Aufnahme der Schauspielmusik mit gesprochenen Texten (erschienen bei der DG), muss aber als jemand, der kein Norwegisch spricht, schnell aufgeben. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass der Sprachduktus sehr artifiziell ist. Mit dem Norwegisch, das ich in Norwegen selbst gehört habe, hat das jedenfalls wenig zu tun.
      Es gibt zwei norwegische Sprachen: bokmål und nynorsk. Die erste (lit."Buchsprache") ist die Schriftsprache, die aus dem Dänischen stammt und ist wohl die Sprache, die Ibsen verwendet.
      Die zweite (lit. "Neunorwegisch") ist auch eine offizielle Variante und bezieht sich eher auf die ländlichen Dialekte. Das ist wahrscheinlich das, was Du gehört hast.
      EDIT: nach MBs treffender Bemerkung den Flüchtigkeitsfehler bei nyNorsk korrigiert.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Neu

      Philbert schrieb:

      Es gibt zwei norwegische Sprachen: bokmål und nyorsk. Die erste (lit."Buchsprache") ist die Schriftsprache, die aus dem Dänischen stammt und ist wohl die Sprache, die Ibsen verwendet.
      Die zweite (lit. "Neunorwegisch") ist auch eine offizielle Variante und bezieht sich eher auf die ländlichen Dialekte. Das ist wahrscheinlich das, was Du gehört hast.
      Eigentlich ist es eher umgekehrt, denn Nynorsk hat sich nie wirklich durchgesetzt und die meisten Norweger benutzen es nicht. Ibsen war tatsächlich ein Verfechter des Nynorsk, allerdings ist der Peer Gynt ein Frühwerk und daher ziemlich sicher in Bokmal. Aber der Grund für meine Verblüffung war wahrscheinlich ein ganz trivialer (denn die Unterschiede zwischen den beiden norwegischen Idiomen würde ich wohl gar nicht heraushören): die Norweger sind ein ausgesprochen ruhiges Volk, während es beim Peer Gynt hektisch bis hysterisch zugeht (zumindest dem Sprachduktus nach zu schließen). Die klingen im echten Leben einfach nicht so. ?(
      Im Zweifelsfall immer Haydn.