Morton Feldman (1926-1987) - zwischen "Indeterminate Music" und extremen Längen

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    • Morton Feldman (1926-1987) - zwischen "Indeterminate Music" und extremen Längen

      Ausführliche Artikel stehen schon bei Wikipedia, de.wikipedia.org/wiki/Morton_Feldman und en.wikipedia.org/wiki/Morton_Feldman, daher hier nur ein kurzer Abriss.

      Feldmans erster Karriereschub begann, als er nach einer Aufführung von Weberns Sinfonie, op. 21, nach der er John Cage traf, mit dem er danach befreundet war und der ihn in die dortige Kunstszene einführte. Befreundet war Feldman dann mit den Komponisten Christian Wolff und Earle Brown sowie den Malern Jackson Pollock, Mark Rothko, Philip Guston, Franz Kline und Robert Rauschenberg.

      Eine Anekdote aus den 50ern ist, dass Feldman eine seiner Kompositionen Cage zeigte, der ihn dann fragte, wie er das gemacht habe. Als Feldman antwortete "Ich weiß es nicht", soll Cage gesagt haben "Oh, er weiß es nicht, dabei ist es so wundervoll!"

      In der 50ern schrieb Feldman vor Allem seine "Indeterminate Music", die grapisch notiert war und dem Interpreten viel Freiheit ließ. So waren z.B. nur die Dauer und und die ungefähre Tonhöhe (hoch, mittel, tief) vorgeschrieben, aber nicht die genauen Tonhöhen.

      Anfang der 70er Jahre kehrte Feldman zur exakten Notation zurück, die er beibehielt. Seine seitdem meist einsätzigen Kompositionen wurden länger, eine Stunde, zwei, drei, vier, bis sechs Stunden im "String Quartet No. 2".

      1973 bekam Feldman eine Professur an der Universität in Buffalo, die er bis zu seinem Tod inne hatte. Vorher hatte er in der elterlichen Textil-Firma gearbeitet, um Geld zu verdienen.

      1987 erkrankte er an Bauchspeicheldrüsenkrebs, an dem er am 3.9.87 verstarb. Zuvor hatte er noch an der Erstaufführung seiner letzten Komposition "Piano, Violin, Viola, Cello" in den Niederlanden teilgenommen.

      Feldman ist einerseits bekannt für seine grafischen Partituren, die primär in den 50ern enstanden, und andererseits vor Allem durch seine sehr ruhigen späten Werke ab den 70ern. In diesen entwickelte er seine spezielle Kompositionstechnik, die mit häufgen Taktwechseln und ungewöhnlichen, fein aufgelösten Notenwerten eine sehr feine Kontrolle der aufeinanderfolgenden Klangereignisse zulässt.

      Lesenswert ist seine Sammlung von Essays "Give My Regards to Eighth Street", die einen interessanten Einblick in seine Gedankenwelt bietet. Die Dissertation "Neither" über sein Werk liegt hier leider noch ungeöffnet.

      Schöne Grüße, Helli


      ...ich mag alle Farben. Nur schwarz müssen sie sein.
    • Triadic Memories (Jean-Luc Fafchamps)

      http://www.discogs.com/Morton-Feldman-Jean-Luc-Fafchamps-Triadic-Memories/release/895692
      Dies Album war vor etwa 20 Jahren meine erste Begegnung mit der Musik von Morton Feldman. Gekauft in einem kleinen Laden in Aachen, direkt neben CDs von Merzbow, fand ich den Titel unwiderstehlich.

      Komponiert wurde es 1981; in dieser Einspielung schafft es Jean-Luc Fafchamps in 74:23 min. Nach all den Jahren ist dies immer noch eins meiner Lieblingsstücke. Es ist beispielhaft für Feldmans späte Kompositionstechnik und ein Beispiel dafür, dass Feldman keinesfalls den Minimalisten (angeführt von Glass und Reich) zugeordnet werden kann. Es gibt KEINE Repetition - es scheint nur so. Vielmehr handelt es sich um Permutationen, wenn nicht in den Oktaven, dann in Reihen- und Aufeneinanderfolge der Töne. Was ich ebenfalls erstaunlich und charkteristisch finde - die wenigen Töne der Tonleiter, die Feldman benutzt, gehören keinesfalls zu einer oft benutzten Skala, dafür sind zu viele Halbtonschritte darin. Auf der anderen Seite wirken sie keineswegs atonal (nun, was Mozart dazu zu sagen hätte, weiß ich allerdings nicht).

      In der Tat passt der Name gut zur Musik - irgendwie beschreibt sie eine Erinnerung, einen Erinnerungsprozess, einen Erinnerungszustand, je nach Betrachtungsweise.

      Ich höre es ähnlich gern wie Debussys Preludes (in der phänomenalen Einspielung von Gieseking), mit denen eine oberflächliche Ähnlichkeit im Klang besteht. Debussy ist naturgemäß existentialistisch-unruhig, Feldman dagegen nachdenklich.
      Schöne Grüße, Helli


      ...ich mag alle Farben. Nur schwarz müssen sie sein.
    • For Bunita Marcus

      "For Bunita Marcus" (1985) scheint sich mittlerweile einer gewissen Popularität zu erfreuen, denn mindestens sechs Einspielungen sind auf dem Markt. Ich habe eine der älteren mit Hildegard Kleeb, von 1991:

      Die Amazon-Kritik finde ich ärgerlich, weil sie genau an dem vorbeigeht, was Feldman schrieb. Versucht ruhig mal mitzuzählen... viel Spaß dabei, die komplexen, fein gestuften Abfolgen Feldmans aufzulösen, hehe... und es ist frech, zu schreiben, es passiere nichts. Das ist eine sehr oberflächliche Betrachtung. Die nicht mit Sustain-Pedal gepsielten Einsprengsel bei etwa 10:00 kommen z.B. sehr überraschend, um nur einen Punkt zu nennen.

      Nun, obwohl ebenfalls für Piano solo, ist der Grundeindruck doch ein völlig anderer als bei "Triadic Memories", obwohl auch hier wieder die scheinbare Atonalität eingesetzt wird. Was aber bei "Triadic Memories" nachdenklich und besonnen wirkt, wird hier gemäßigt drängend, neugierig und voller Erwartung (kein Wunder, waren Feldman und Marcus für einige Jahre musikalisch fast unzertrennlich, war sie doch seine Lieblingsschülerin). Faszinierend.
      Schöne Grüße, Helli


      ...ich mag alle Farben. Nur schwarz müssen sie sein.
    • Crippled Symmetry (1983)

      Dies ist ein Stück für drei Musiker, nämlich Flöte, Percussion, Piano/Celesta. Hier habe ich die Einspielung der California EAR Unit mit Dorothy Stone (Flutes), Arthur Järvinen (Percussion) und Vicki Ray (Piano,Celesta):


      Dies ist wieder eine ganz eigenständige Komposition. Die drei Stimmen SCHEINEN parallel zu laufen, sind es aber nicht ganz, so wie die Teppiche, auf denen einer auf dem Cover abgebildet ist, und der FAST regelmäßig ist, aber nicht ganz.

      Wenn man genau hinhört, spielen die drei Stimmen aneinander vorbei, aber nur knapp. Miteinander spielen sie aber auch nicht, wenn auch nur knapp. Sie werden nebeneinandergestellt, und die Kunst der Interpreten ist, das Stück nicht auseinanderfallen zu lassen, sondern die Balance zwischen Nebeneinander und Miteinander aufrecht zu erhalten. Das ist ganz neu und in dieser Einspielung große Klasse. Das Stück ist leise zu hören.
      Schöne Grüße, Helli


      ...ich mag alle Farben. Nur schwarz müssen sie sein.
    • Hallo motiaan,

      vielen Dank für diesen informativen Thread.
      Seit etwa einem Jahr höre ich auch gerne, aber nur ab und zu, Morton Feldman.
      Bisher kenne ich allerdings nur dies

      und seit neulich das



      Besonder "Palais de mari for piano" höre ich sehr gern.
      Es ist für mich schon erstaunlich, dass eine Musik bei der oberflächlich betrachtet, so wenig zu geschehen scheint, dennoch (im richtigen Moment gehört), so eine Sogwirkung erzielen kann.

      Gruss
      Hudebux
    • For Samuel Beckett

      Liebes Forum,

      weiter geht es mit "For Samuel Beckett" (1987)


      Geschrieben für Kammerensemble (je zwei Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotte, Hörner, Trompeten, Posaunen, Violinen, dazu Tuba, Harfe, Piano, Vibraphon,Viola, Cello, Kontrabass). Ich gebe zu, dass ich mit diesem Stück nicht so ganz warm werde. Hier finde ich es extrem wichtig, die richtige (sehr niedrige) Lautstärke einzustellen. Wenn zu laut, zerren die lang ausgehaltenen Bläser gewaltig an meinen Nerven. Für mich funktioniert die Feldmansche späte Kompositionstechnik der Verschiebungen und Veränderungen hier nicht so gut. Vielleicht liegt es an der Einspielung; da muss ich mir mal eine andere besorgen.

      @Hudebux: Die erste der beiden habe ich auch; "Palais de Mari" lohnt sich wirklich.
      Schöne Grüße, Helli


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    • The Turfan Fragments, For Samuel Beckett

      Liebes Forum,

      da habe ich doch eine zweite Einspielung von "For Samuel Beckett" gefunden, gekoppelt mit "The Turfan Fragments", mit der California EAR Unit unter Petr Kotik.


      Dies "For Samuel Beckett" geht mir genau so auf die Nerven wie das andere.

      Wesentlich interessanter, auch weil abwechslungsreicher, ist "The Turfan Fragments" (1980). Dies basiert nicht nur auf den ausgehaltenen Tönen und Akkorden, sondern bietet auch Staccato-Abschnitte und fast melodieartig geprägte Passagen, die durch ihre immer leicht veränderten Klangfarben charakterisiert sind. Gefällt mir sehr gut und ist mit 27 min Spieldauer für Feldmans Spätwerk sehr kurz.
      Schöne Grüße, Helli


      ...ich mag alle Farben. Nur schwarz müssen sie sein.
    • Danke, lieber motiaan, für Deine interessanten Einführungen in das Schaffen Morton Feldmans. Ich muß einräumen, seine Musik liegt mir zur Zeit eher fern. Dabei habe ich vor langer Zeit diese Aufnahmen geschätzt und oft gehört:


      Why Patterns? Crippled Symmetry; Eberhard Blum, (Baß-)Flöte, Nils Vigeland, Klavier, Celesta, Jan Williams, Glockenspiel, Vibraphon; Hat Hut, 2 CD, aufg. 1990

      Dann kam hinzu, ebenfalls gern gehört:

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41BB8qyjMbL._SL500_AA300_.jpg]
      amazon.de/Samuel-Beckett-Morto…TF8&qid=1355071616&sr=1-4
      For Samuel Beckett; San Francisco Contemporary Music Players, Ltg.: Stephen Mosko; Newport Classic, aufg. 1991 (?)

      Danach verschwand der Komponist irgendwann aus meinem Focus. Als "Beifang" finde ich noch (Bislang allerdings noch kaum gehört):


      Hierin: "Coptic Light" für Orchester; SWR SO, Ltg.: Michael Gielen; Hänssler, 2 CD, aufg. 1997

      Ein Gelegenheitskauf war dies:


      String Quartet (II); Mitglieder des Ives Ensemble; Hat Hut, 4 CD, aufg. 1999

      Bislang habe ich es noch nicht geschafft, mich durch diesen kammermusikalischen Koloß durchzuhören. Kommt vielleicht noch...

      Eins scheint mir sicher: Es braucht viel Zeit und Ruhe, sich angemessen mit der Musik Morton Feldmans zu befassen.

      motiaan schrieb:

      Ich höre es ähnlich gern wie Debussys Preludes (in der phänomenalen Einspielung von Gieseking), mit denen eine oberflächliche Ähnlichkeit im Klang besteht. Debussy ist naturgemäß existentialistisch-unruhig, Feldman dagegen nachdenklich.
      Ähnlichkeit mit Debussy (über "naturgemäß existentialistisch-unruhig" könnte man diskutieren, aber besser nicht hier)? Vielleicht sollte ich mich wirklich mal wieder mit dem Amerikaner beschäftigen... :whistling:

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Entschiedne Abkehr vom Begriffe der »zeitlosen Wahrheit« ist am Platz. Doch Wahrheit ist nicht – wie der Marxismus behauptet – nur eine zeitliche Funktion des Erkennens sondern an einen Zeitkern, welcher im Erkannten und Erkennenden zugleich steckt, gebunden. Das ist so wahr, daß das Ewige jedenfalls eher eine Rüsche am Kleid ist als eine Idee.
      Walter Benjamin
    • Gurnemanz schrieb:

      String Quartet (II)
      Da muss ich doch die Anekdote zum Besten geben, die ich zum gleichen Thema an anderer Stelle in diesem Forum schon erzählt habe: In einem Gesprächskonzert vor vielen Jahren in Köln sprach der Moderator Siegfried Mauser auch über Feldman und dieses Streichquartett. Sinngemäß sagte er, die ersten 2 Stunden des Quartetts wären fürchterlich langweilig, für die Musiker ebenso wie für die Zuhörer. Danach stelle sich aber eine Art Trance-Zustand ein, und in diesem Zustand gespielt und rezipiert lohne sich Mühe in jedem Fall.

      Also: Nur Mut. Den habe ich bisher allerdings auch noch nicht aufgebracht...
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Hihihi,

      man könnte mit dem "String Quartet I" anfangen (1h), gefolgt vom "Violin & String Quartet" (2h), dann "For Christian Wollf" (3h), dann "For Philip Guston" (4h) und dann das "String Quartet II" (5h) als Königsdisziplin...

      Aber die ersten zwei Stunden langweilig? Das finde ich nun überhaupt nicht. (Muss an meiner Vorbelastung liegen; ich besitze nicht wenig CDs, die 70 min dauern und mit einem Stück ohne erkennbaren Rhythmus und vorwiegend in unteren Frequenzbereichen gefüllt sind.)
      Schöne Grüße, Helli


      ...ich mag alle Farben. Nur schwarz müssen sie sein.
    • Piano, Violin, Viola, Cello

      Hi,

      im Moment läuft mal wieder "Piano, Violin, Viola, Cello".


      Dies ist Feldmans letzte vollendete Komposition, Anfang 1987, die Nr. 185 in der Liste:

      http://www.cnvill.net/mfhome.htm

      Diese Aufnahme ist der Mitschnitt der Uraufführung, daher ist vereinzeltes Stühleknarren und Husten zu hören. Insgesamt sind aber die Hintergrundgeräusche für eine Komposition von 83 min Dauer, derart geringer Lautstärke und vielen Leerräumen erstaunlich gering. Das Publikum muss der Aufführung gebannt gelauscht haben (Der Applaus am Schluss ist mindestens doppelt so laut wie das Stück an seiner lautesten Stelle).

      Wieder mal kommt Feldmans Komposition kaum über ein ppp hinaus. Gegenüber der ähnlichen Besetzung aus dem "Piano and String Quartett" (1985) klingt das Werk nochmals reduziert und verdichtet. Streicher und Klavier halten ein Zwiegespräch, driften auseinder, finden wieder zusammen, es sind unmerkliche Wellen in der Musik, die von den mit der Stille abwechselnden Klängen (ebenfalls Wellen!) überdeckt und auch geformt werden. Die Musik ist nicht nur ruhig, sie stahlt auch Ruhe aus.

      Für mich eins seiner besten Werke.
      Schöne Grüße, Helli


      ...ich mag alle Farben. Nur schwarz müssen sie sein.
    • The Rothko Chapel / For Stefan Wolpe / Christian Wolff in Cambridge

      Liebes Forum,

      weiter geht es mit "The Rothko Chapel / For Stefan Wolpe / Christian Wolff in Cambridge". Gemeinsamer Nenner ist der Chor, hier das SWR-Vokalensemble Stuttgart unter Rupert Huber.


      "The Rothko Chapel" (1971) ist geschrieben für "Viola, Percussion, Celesta, Soprano, Alto, Chorus". Hauptkennzeichen sind lang gehaltenen, vom Chor gesungenen textlosen Vokale. Darüber mäandert eine langsame Viola-Melodie. Die übrigen Instrumente und Stimmen akzentuieren und unterstützen, Sopran und Alt zeigen sich immer mal wieder durch kurze Soloeinlagen. Das dominierende ppp wird einigemal durchbrochen von kurzen Crescendi, die einen guten Teil der Spannung ausmachen. Nach 24 min Spieldauer endet das Stück genau so unmerklich, wie es begonnen hat. Feldman komponierte es anlässlich der Eröffnung der Rothko Chapel in Houston (s. "http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Rothko"), daher der Name.

      "For Stefan Wolpe" (1986) ist geschrieben für Chor und zwei Vibraphone, auch wieder ohne Text. Der Chor singt fein abgestufte Akkorde (das stelle ich mir sehr schwer zu singen vor!), immer wieder abgelöst von den Vibraphonen, die - ebenfalls fein abgestufte - Arpeggien spielen. Durch die geringe Lautstärke fällt bei den Vibraphonen der charakteristische Anschlagslaut kaum auf, so dass Chor und Vibraphone fast die gleiche Klangfarbe besitzen. Dies macht den Reiz des Stücks aus. Mit 35 min ist es für ein Spätwerk von Feldman recht kurz.

      "Christian Wolff in Cambridge" (1963) ist ein kurzes Stück (ca. 3 min) für einen Chor, ohne Text und in ppp (musste ich das noch erwähnen? ggg). Vom Tonumfang etwas gespreizter als das vorhergehende Stück. In dieser Zusammenstellung wirkt es für mich aber nur wie eine Fußnote.
      Schöne Grüße, Helli


      ...ich mag alle Farben. Nur schwarz müssen sie sein.
    • In jeder Hinsicht eine sehr spezielle und ungewöhnliche Hörerfahrung: Morton Feldmans 1985 (2 Jahre vor seinem Tod) komponiertes Werk "Piano and String Quartet", hier von den Widmungsträgern gespielt. Fast 80 Minuten dauert diese fragile, stille, immer nur langsam sich vortastende Gratwanderung zwischen Atonalität und vertrauten Harmonien. Puls und Atmung verlangsamen sich beim intensiven Hören spürbar. Eine Gliederung in Sätze existiert ebenso wenig wie Tempowechsel, eine musikalische Struktur oder ein Programm. Eine innere Spannung bleibt gleichwohl jederzeit erhalten. Ich fand es sehr spannend und lohnend, mich dem heute abend in einer ruhigen, meditativen Stunde auszusetzen.

      Der Englische Komponist Howard Skempton schrieb sehr treffend: „He (Feldman) had time in the end only for the observation of time as it slipped through his fingers (as in Piano and String Quartet). These pieces exist at the intersection of the everyday and the transcendent. Piano and String Quartet is like breathing; and like dying. The matter is of life and death.“




      Cheers,

      Lavine :wink:
      "You gotta grab'em by Debussy" (DJ Trump)
    • For Bunita Marcus

      "For Bunita Marcus" ist eines der Spätwerke von Morton Feldman, 1985 geschrieben und seine vorletzte Komposition für Piano Solo. Benannt ist es nach seiner Schülerin und späteren Vertrauten Bunita Marcus, einer US-amerikanischen Komponistin (*1952). Es handelt sich um eine seiner über einstündigen, sehr leisen Kompositionen. Das Fortepedal bleibt fast die ganze Zeit gedrückt, um die Töne so lang wie möglich ausklingen zu lassen.

      Das Stück scheint sich einer wachsenden Popularität zu erfreuen - in den letzten Jahren sind etliche Einspielungen entstanden. Bekannt sind mir acht Einspielungen von ca. 15 auf dem Markt und im Internet erhältlichen. Hier ein paar Eindrücke und Anmerkungen.

      Hildegard Kleeb (1990) 1:14:34
      Die Einspielung, die ich am längsten besitze. Ohne Extreme, mit viel Gefühl gespielt. Recht nah aufgenommen, und Hildegard Kleeb beherzigt sehr die p-ppp-Dynamikanweisungen, so dass ein sehr weicher Klang entsteht.

      John Tilbury (1999) 1:17:01
      John Tilbury spielt, ähnlich wie Hildegard Kleeb, mit leisem, unaufdringlichem Ton, aber seine Aufnahme ist etwas verhallter und daher nicht ganz so klar.

      Markus Hinterhäuser (2000) 1:12:44
      Dieser Aufnahme klingt etwas spitzer und halliger, als ob das Klavier in einem großen, recht kahlen Raum etwas weiter weg steht. Ich finde, dass dies der intimen Stimmung des Stückes nicht entgegenkommt.

      didierdada (live, 2005) 1:00:42, http://www.youtube.com/watch?v=TUyIPrFDreE
      Diese Version "eines Amateurs", wie im Text zum Video bezeichnet, ist die schnellste von allen. Der Klang ist hier leider bescheiden und auch die Abstufungen in Rhythmus und Lautstärke sind nicht so fein differenziert wie bei den anderen Einspielungen. Aber trotzdem Respekt vor dieser Version!

      Serge Ginsbourgh (2006) 1:11:12
      Serge Ginsbourgh nimmt den Anfang etwas schneller als Hildegard Kleeb. Manche Teile wirken hier etwas holpriger, abgehackter als bei anderen Einspielungen, was für mich den Fluss der Musik etwas stört.

      Sabine Liebner (2007) 1:28:17
      Sabine Liebner lässt sich Zeit, fast 90 Minuten. Dadurch wirkt der Anfang etwas schwerfällig und weniger elegant, aber das dritte Drittel gelingt dafür besonders tiefgründig.

      Ralf Gabriel (live, 2013) 1:04:14
      Ralf Gabriel hat es etwas eilig - die 64 Minuten sind inklusive Applaus. Die Klangqualität ist hier - als Live-Aufnahme und nur als mp3 erhältlich - nicht so gut wie bei den Studio -Aufnahmen. Mir spielt er zu grell.

      Gianni Lenoci (2013) 1:07:09
      Gianni Lenoci macht nichts falsch, im Gegenteil - die Musik fließt, wie sie sollte, aber etwas Spezifisches finde ich zu dieser Einspielung nicht zu sagen.

      Meine Rangliste, als Momentaufnahme:
      1. Kleeb
      2. Liebner
      3. Tilbury
      4. Lenoci
      5. Hinterhäuser
      6. Gainsbourgh
      7. Gabriel
      8. didierdada

      Leider gibt es (noch) keine CD-Einspielung von Aki Takahashi, der die Komposition (auch) gewidmet ist.
      Schöne Grüße, Helli


      ...ich mag alle Farben. Nur schwarz müssen sie sein.
    • Feldman's zweites Streichquartett - das mit den rund fünf Stunden Aufführungsdauer - ist am 28. September 2014 bei freiem Eintritt in der Alten Oper Frankfurt zu hören. Es spielt das Améi-Quartett.

      Viele Grüße
      MB

      :wink:
      Die Hammerklaviersonate macht anspruchsvoll. Von ihr berührt, wird man ungeduldig gegenüber vielem Mittelmäßigen und Mäßigen, das sich wer weiß wie aufspielt und doch nichts anderes ist als eine höhere Form der Belästigung. (Joachim Kaiser)
    • Auf Anregung Zwielichts gerne aus dem Jedentageinstreichquartettthread hierher kopiert:

      AlexanderK schrieb:

      Vor ein paar Tagen der Neustart, persönliche Gedanken dazu:



      Morton Feldman:
      String Quartet No. 2
      FLUX Quartet

      Nach ein paar Wochen Streichquartettpause nun mein neuer Anlauf, und der gleich auf den Mount Everest oder in die Milchstraße…

      Beim Flux Quartet ist das String Quartet No. 2 von Morton Feldman (1926-1987) aus dem Jahr 1983, aufgenommen in der Crowell Hall (Wesleyan University, Middletown, Connceticut) von 15. bis 18.10.2001 (5 CDs mode 112), genau 6 Stunden, 7 Minuten und 7 Sekunden lang.

      Vielfach oftmalige Motivwiederholungen, langsame Bewegung, Stillstände, subtile Wandlungen, gestaltlich und klangfarblich, auf der Suche, Kreisen um sich selbst, eine harmonische Welt in sich, nur manchmal etwas schroffer, nichts drängt sich vordergründig auf, Musik voller innerer Ruhe und Ausgeglichenheit, in Balance, nur sanft suggestiv. Und das über sechs Stunden lang!

      Wer schon mehrere Werke von Feldman gehört hat, kann sich ungefähr vorstellen, was er zu erwarten hat. Mein musikhörersportlicher Ehrgeiz ist freilich groß genug, sich zumindest einmal im Leben die Zeit zu geben und zu nehmen, das Durchhören möglichst ohne Pause durchzuziehen.

      Konzentriert hören, am Werk bleiben, sich nicht ablenken lassen von den optischen Reizen der Umwelt, Kopfhörer auf und los geht´s!

      Das Bewusstsein um die genaue Dauer, das Wissen um viermal ca. 75 Minuten und einmal ca. 67 Minuten (die dritte) durchlaufende CDs helfen, sich relativ unbelastet darauf einzulassen, im Gegensatz zu Ausführenden im Fall einer Aufführung, wie ein Text eines Mitwirkenden im Begleitheft zur CD Ausgabe verdeutlicht, wo es auch um Flüssigkeitsverlust und die Vermeidung biologisch notwendiger WC Pausen geht.

      Unterbrechungen oder gar ein Abbruch (etwa der frivole oberflächliche „die Zeit doch besser sinnvoll nutzende“ (!) Gedanke: ein paar Minuten reinhören und dann „bereits alles wissen“) stehen im Raum, es soll aber der Komponist Morton Feldman ganz ernst genommen werden, und daher wird das jetzt durchgezogen, egal wie es anläuft.

      Ja, es geht so los und setzt sich so fort, Minute für Minute dahinschleichend: Vielfach oftmalige Motivwiederholungen, langsame Bewegung, Stillstände, subtile Wandlungen, gestaltlich und klangfarblich, auf der Suche, Kreisen um sich selbst, eine harmonische Welt in sich, nur manchmal etwas schroffer, nichts drängt sich vordergründig auf, Musik voller innerer Ruhe und Ausgeglichenheit, in Balance, nur sanft suggestiv….

      Ist das wesentlich? Ist das sinnvoll verbrachte Zeit, sich das anzuhören? In dieser Welt zu verweilen? Die Gedanken dabei automatisch immer wieder abschweifen zu lassen? Durch markante Motivänderungen oder sanft bis penetrant sich wiederholende Motive wieder zurückzukehren zum genauen Zuhören?

      Morton Feldman gelingt es einmal mehr, die Frage nach dem Wesentlichen ins Unwichtige aufzulösen. Man steckt fest in einem Stillstand des Seins und ist gleichzeitig völlig gelöst im All. Korsett und Paradies – alles ist eins.

      Das Ende von CD 1 – es könnte ein Abschluss sein. Die Musik und der erforderliche CD Wechsel geben das Angebot. Nein, sofort weiter! Dran bleiben! Und ja, die Musik setzt genau dort an, es gibt kein Ende in dieser Musik.

      Nach etwa zwei Stunden schaffe ich es doch nicht mehr, einfach nur hörend zu verweilen, ich erledige, weiter mit Kopfhörern dabei bleibend und versuchend, das Hören zumindest gleichberechtigt fortzusetzen, den Geist wenig fordernde Ordnungsarbeiten.

      Wäre ich jetzt in einem Konzert, würde ich vielleicht beginnen, im Programmheft zu blättern. (Bei Wien modern, in den 90ern besucht, konnte man in derartigen Konzerten im Fall des Falles im ausführlichen Begleitbuch zum Festival allerlei Interessantes zu zeitgenössischer Musik lesen.)

      Das Ende von CD 2, man hat 150 Minuten hinter sich, fällt abrupt ins Nichts hinab. Noch ist der Ehrgeiz groß, sofort weiter zu hören. Anschließend an das soeben gehörte abfallende Motiv antwortet ein zunächst wieder aufsteigendes. Alles wie gehabt und doch wieder anders. Je länger die Zeit dauert, desto mehr gewöhnt man sich an dieses Sein, desto beiläufiger droht es zu werden, aber dann horcht man doch immer wieder auf.

      CD 3 endet überraschend mit einer belebter ansetzenden neuen Floskel und einem fade out. Drang und Versuchung mit dem CD Wechsel mischen sich zur biologischen Notwendigkeit – kurze, aber wirklich nur ganz kurze WC Pause.

      CD 4 greift die Floskel auf, weiter geht´s, langsam, irgendwo. Mittendrin dann aber plötzlich ganz neue Klangfarben, wie helle Glocken, gleich danach ein Horn oder eine Posaune, nein schon immer die vier Streichinstrumente, aber Feldman öffnet mit seinen Klangfarben eben auch Räume ins Jenseits des Gespielten. Man fühlt sich jetzt schon auf einer anderen Ebene, in einer anderen Sphäre. Aber war man nicht schon immer da? Wieder die Unentschiedenheit – es scheint wichtig und ist es doch nicht. Später wecken Feuerwehrautos und Rettungsautos mit Tatütata auf, aber auch im Fluss dieser Musik, mehr durch die markante Motivik als durch Effekthascherei.

      CD 4 endet im Irgendwo, behutsam schreitend, man weiß es folgen noch einmal 75 Minuten, dieses bewusste CD Hören mit dem CD Wechsel gibt dem Ganzen schon ein perspektivisches, zielgerichtetes Korsett, und zugegeben da steht jetzt auch der Gedanke im Raum „…diese eineinviertel Stunden schaffen wir auch noch“. Weiter vorsichtig fragend, und immer deutlicher setzt sich eine große Sekund aufwärts fest, immer wieder, hartnäckig, das zentrale Motiv lange Zeit, bis doch noch einmal Rettung und Feuerwehr mit Tatütata zur Stelle sind. Nach über sechs Stunden landet man irgendwo (wo war man bisher?) in der Ewigkeit, zwei längere Atempausen, zwei letzte, ansatzweise entschwebende Figuren, ins Nichts, vielleicht gar den Anfang der ersten CD für eine Endlosspirale wieder herholen wollend…

      Ist man verändert? Oder ist alles gleich? Geschah etwas? Vielleicht unbewusst? Zeit ist vergangen, genau 6 Stunden, 7 Minuten und 7 Sekunden Musiklaufzeit, aus dem Nichts, ins Nichts, formal nicht fassbar, kaum beschreibbar, aber keine Sekunde substanz- bzw. wertlose Zeit, die Musik ist zu ehrlich, keine Sekunde auf gewollten Effekt aus, sie lebt ihr Sein und überlässt es der Hörerschaft, mitzugehen oder sich zu verweigern.

      PS: Streichquartetthölle im Big Brother Zeitalter: Hörer XY wird aufgefordert zu beweisen, dass er das Werk in einem Zug durchhört. Die Kamera wird so aufgestellt, dass man ihn mit Kopfhörern sieht, auch sieht man den CD Player und die Tonpegeleinstellung. Das bei youtube veröffentlichte Video in dem kein Ton zu hören ist außer vielleicht durch die Kopfhörer durchklingende Musik dauert mit CD Wechsel und einmaliger erlaubter WC Pause ca. 6 Stunden und 10 Minuten.
      Und weil das hier noch nicht genannt ist: For Bunita Marcus gibt es mittlerweile ja auch mit Hamelin:

      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Hey, Alexander erstemal riesigen Dank für dein Feldman-SQ2-Feeedback und die damit verknüpfte Anregung !! :thumbup: :thumbup: :thumbup:

      "@AlexanderK"
      "Ja, es geht so los und setzt sich so fort, Minute für Minute dahinschleichend: Vielfach oftmalige Motivwiederholungen, langsame Bewegung, Stillstände, subtile Wandlungen, gestaltlich und klangfarblich, auf der Suche, Kreisen um sich selbst, eine harmonische Welt in sich, nur manchmal etwas schroffer, nichts drängt sich vordergründig auf, Musik voller innerer Ruhe und Ausgeglichenheit, in Balance, nur sanft suggestiv…."

      Ja, Motivwiederholungen verändern sich, oft unmerklich .. winzige Notenwertveränderungen oder verhaltene Crescendi .. und … und .. und…und ....

      "@AlexanderK"
      "Ist das wesentlich? Ist das sinnvoll verbrachte Zeit, sich das anzuhören? In dieser Welt zu verweilen? Die Gedanken dabei automatisch immer wieder abschweifen zu lassen? Durch markante Motivänderungen oder sanft bis penetrant sich wiederholende Motive wieder zurückzukehren zum genauen Zuhören?"

      Mein Brägen grübelt darüber, ob Feldman-Mucke - in ihrer Länge, Dauer - quasi Potential in sich enthält, was mit dem Modewort „Entschleunigung“ aufzupinseln wäre. Insofern würde Feldman-Mucke - vor allem sein 2. Streichquartett - polemisch gegen Mechanisierung, Standardisierung, Komprimierung von Zeit gerichtet sein. Diese, aus der scheinbar so abgeschotteten Feierabend-Datsche von Kunst, gezückte Schiri-Arschkarte gegen die realen Verhältnisse, wäre dann möglicherweise ihr Gesellschaftliches.

      "@AlexanderK"
      Nach etwa zwei Stunden schaffe ich es doch nicht mehr, einfach nur hörend zu verweilen, ich erledige, weiter mit Kopfhörern dabei bleibend und versuchend, das Hören zumindest gleichberechtigt fortzusetzen, den Geist wenig fordernde Ordnungsarbeiten.

      Habs bisher nicht geschafft in längeren Intervallen als max. 40 Minuten reinzuziehn (Ives-Ensemble), also komplette SQ2-Session in Sushi-Schüben, über Tage verteilt. Sein SQ 2 ist bisher einer der Feldmänner, die mir am fetzigsten sind.

      Okay, okay, okay, es könnte einwenden werden, dass Feldman-Mucke weniger dicht gestaltet in die Lauscherchen rüberkommt, als vergleichsweise z.B. Carterei, Babbitt oder manche Cagerei. Mit derlei Mäkelei mach ich mich jedoch keinesfalls gemein. Nee, nee..

      "@AlexanderK"
      Nach über sechs Stunden landet man irgendwo (wo war man bisher?) in der Ewigkeit, zwei längere Atempausen, zwei letzte, ansatzweise entschwebende Figuren, ins Nichts, vielleicht gar den Anfang der ersten CD für eine Endlosspirale wieder herholen wollend…
      Zeit ist vergangen, genau 6 Stunden, 7 Minuten und 7 Sekunden Musiklaufzeit, aus dem Nichts, ins Nichts, formal nicht fassbar, kaum beschreibbar

      Ja, durchaus möglich, dass in Feldmans Streichquartett Nr. 2 (und nicht einzig darin) sich realer Schrecken resultierend aus der Erfahrung blinder Kontingenz eingebrannt hat, allerdings 2.0-like, also ästhetisch konvertiert. Darin drückte gegebenenfalls Gemeinsames mit Cages Klavierzyklus Etudes australes sich aus, obwohl die Werke beider Notenquäler doch höchstlich verschieden zueinander sich gestalten.

      Ich finde, es lässt sich nicht aus den unterschiedlichen Instrumenten bzw. Mucken-Gattungen ableiten, dass beim Feldman-SQ2-Reinziehn der Eindruck vom Treiben im langsamen, kontinuierlichen, schier endlos-ziellosen Fluss, dagegen beim Cage Etudes-Australes-Reinziehn (nämliches bei Atlas Eclipticalis, Klavierkonzert) sich Feeling eines fortlaufend sich ansetzenden Zugs, Dehnens in Richtung Stillstands von Zeit, von Bewegung sich aufdrängt.........
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Tharon schrieb:



      Teuer, aber gut. Erklärt relativ viel von dem, was man wissen sollte, wenn man Feldman kennenlernen möchte. Beste Veröffentlichung ihrer Art.

      Tharon
      Sebastian Claren:
      Neither. Die Musik Morton Feldmans

      Heute in München zu einem Schnäppchenpreis eingefangen.
      Und die Klaviernoten mit den frühen Werken sind jetzt auch da. Diese Taktwechsel sind der absolute Hit, genauso wie beim späteren For Bunita Marcus. (Höre demnächst die Hamelin CD, vorher aber noch die Sabine Liebner CD mit den frühen Klavierwerken.)
      Ich war nie ein Auswendigspieler. Das muss aber einen ungeheuren Reiz haben, diese Stücke auswendig zu lernen und die Taktwechsel so zu verinnerlichen, dass man sie vielleicht nicht mehr mitdenken muss. Das denke ich könnte ein Weg sein, sich dieser Musik wirklich anzunähern. Struktur als Grundlage, völlig verinnerlichte Struktur als Basis, dann "einfach Sein".
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • AlexanderK schrieb:

      Ich war nie ein Auswendigspieler. Das muss aber einen ungeheuren Reiz haben, diese Stücke auswendig zu lernen und die Taktwechsel so zu verinnerlichen, dass man sie vielleicht nicht mehr mitdenken muss. Das denke ich könnte ein Weg sein, sich dieser Musik wirklich anzunähern. Struktur als Grundlage, völlig verinnerlichte Struktur als Basis, dann "einfach Sein".
      Wenn du sowas auswendig hinkriegst, dann :verbeugung1: :verbeugung1: :verbeugung1:
      Ich kann auch ganz wenig auswendig, aber wenn, dann sind das eher die (Klavier)-technisch schwierigen Stück, weil sich das einfach durch das vermehrt notwendige Wiederholen besser einprägt. Ein einfaches Stück auswendig zu lernen, um es auswendig zu können, war für mich immer eine Anstrengung, der ich nie auf mich nehmen wollte. (Noch schlimmer beim Chorsingen :versteck1: ).
      Gut, man könnte es auch einfach Faulheit nennen...

      :wink: