Größen der Popmusik - Prince

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    • Größen der Popmusik - Prince

      Liebe Cappricisten,

      ich möchte mit diesem Thread einer Anregung von Aquarius folgen (vielen Dank dafür!) und einen Beitrag zu einem mir persönlich sehr am Herzen liegenden Vertreter der Popmusik verfassen, nämlich Prince. Wenn ich Aquarius richtig verstanden habe, so fände er es schön, wenn sich nach und nach mehrere Threads dieser Art zu bedeutenden Vertetern der Popmusik ergeben würden, weshalb ich dem Thread einen potentiell serientauglichen Titel gegeben habe. Sollte sich ein entsprechendes Interesse nicht entwickeln, so kann man das ja noch ändern.

      Nun aber zum eigentlichen Thema:

      Lebensstationen

      Prince (bürgerlich Prince Rogers Nelson, geb. 1958 in Minneapolis/Minnesota) gilt als einer der talentiertesten Musiker im Popbereich. Er hat eine wechselvolle Kindheit durchlitten (Trennung der Eltern, zerrüttetes Verhältnis zum Stiefvater) und in der Musik (sein Vater war Jazzmusiker, die Mutter soweit mir bekannt Sängerin) seine Zuflucht gefunden. 1978 erhielt Prince im zarten Alter von 19 Jahren nach der Mitwirkung in verschiedenen Bandprojekten einen Solo-Plattenvertrag mit Warner Bros., der ihm weitreichende Freiheiten zusicherte (z. B. daß er sein eigener Produzent sein durfte), es folgte im selben Jahr das Debüt mit dem Album "For you". In den 80er Jahren stieg Prince zum Superstar auf, den man auf einer Stufe mit Michael Jackson und Madonna sah. Sein Album "Purple Rain" wurde 1984 zum internationalen Megaseller, der zugehörige Kinofilm fand vor allem in den USA großen Zuspruch. Anschließend gab es einen musikalischen Stilwechsel, der Prince zum Kritikerliebling machte, Ende der 80er Jahre gingen jedoch die Plattenverkäufe zurück. Anfang der 90er Jahre gab es eine kurze kommerzielle Erholung (v.a. durch das Album "Diamonds and Pearls"), Prince aber zerstritt sich mit Warner Bros. Was folgte war eine der bizarrsten Episoden der Popgeschichte: Prince legte, um aus seinem Vertrag mit Warner Bros. auszubrechen, seinen Namen ab und gab sich als neuen Namen ein unaussprechliches, selbst kreiertes Symbol. (Bevor jemand fragt: mein Nick hat nur begrenzt etwas damit zu tun, er hat eher eine Korrelation zu meiner Schulzeit, aber das gehört hier nicht her.) Es ergab sich eine Periode der Konfusion, da z. T. Alben unter dem Namen "Prince", z. T. unter dem neuen "Namen" erschienen. Endgültige Auflösung fand diese Situation erst im Jahr 2000, als Prince seinen alten Namen aufgrund des ausgelaufenen Plattenvertrages wieder annehmen konnte. Da er in den späten 90er Jahren eine künstlerische Krise durchlitten hatte, nutzte er die ersten Jahre des neuen Jahrtausends zu einer Art künstlerischer Selbsttherapie und veröffentlichte teils ungewöhnliche Musik in Eigenregie, v.a. online. Im Jahr 2004 betrat er wieder die große Bühne, es gab die Aufnahme in die Rock'n'Roll Hall of Fame (inkl. eines Tribut-Auftritts zu Ehren des verstorbenen George Harrison, bei dem Prince ein Gitarrensolo ablieferte, welches den Anwesenden die Sprache verschlug), einen Auftritt bei den Grammys, ein neues Album ("Musicology") und die kommerziell erfolgreichste Tour des Jahres in den USA. In den Folgejahren ergaben sich weitere kommerzielle Erfolge, z. B. einen Rekord mit einer Serie von 21 ausverkauften Konzerten innerhalb einiger Wochen in London in der O2 Arena (welche immerhin ca. 20 000 Personen faßt!). Privat war Prince zweimal verheiratet, ist aber jeweils geschieden worden. 1996 kam es zu einer schweren Tragödie, als sein erstes und einziges Kind, ein Sohn mit Namen Gregory, mit schwersten Mißbildungen zur Welt kam und kurz nach der Geburt starb. Man spekuliert, daß dies die Ursache für die nachfolgende künstlerische Krise bis ca. 2001 und auch für das Ende seiner ersten Ehe gewesen sein könnte. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist Prince übrigens nicht homosexuell, auch wenn er früher ein androgynes Auftreten pflegte und auch heute noch ungewöhnliche Kleidung, üppiges Makeup und häufig High Heels trägt. Prince gilt als sehr religiöser Christ und soll seit einigen Jahren Mitglied der Zeugen Jehovas sein. Persönlich gilt er als überaus schüchtern und enigmatisch mit einem deutlichen Hang zum Exzentrischen.

      Der Musiker

      Prince ist Multiinstrumentalist und auch sein eigener Songwriter und Produzent. Die Kombination dieser Begabungen hat ihn befähigt, z. T. ganze Alben fast allein einzuspielen. Prince beherrscht Gesang, Gitarre, Bass, Tasteninstrumente (Klavier, Keyboard) und Schlagzeug. Seine besonderen Stärken sind auf der Gitarre zu finden, er wird häufig als einer der am meisten unterschätzten Gitarristen der Popmusik bezeichnet (u.a. durch Eric Clapton, zu weiteren Bewunderern seiner Kunst auf diesem Instrument zählt z. B. Steve Vai), seine Fertigkeiten am Bass wurden z. B. durch die exzellente Bassistin Me'shell Ndegeocello gerühmt. Larry Graham, Legende am E-Bass und Erfinder der Slap-Technik, gehört zu seinen engsten Freunden. Im gesanglichen Bereich gilt vor allem Princes exquisites souliges Falsett als bemerkenswert. Prince ist übrigens musikalischer Autodidakt und kann angeblich bis heute keine Noten lesen (was er selbst mal lakonisch mit "I've got a pretty good ear" kommentierte).
      Stilistisch ist seine Musik i. W. im Bereich der Black Music, v. a. Funk und Soul, anzusiedeln, allerdings spielt auch der Rock eine große Rolle. Zu seinen musikalischen Idolen zählen u.a. James Brown, Sly Stone und Jimi Hendrix. Prince hat sich jedoch auch immer wieder in musikalisch ungewöhnliche Gefilde begeben, und so gibt es Ausflüge bis in den Akustik-Bereich oder den Jazz. George Clinton bezeichnete ihn einst als "Erneuerer des Funk". Ab 1985 wird immer häufiger eine stilistische Mischung prägend für seine Alben. Prince gilt als ausgezeichneter Live-Musiker mit exquisiten Bands, in denen schon Musiker wie Maceo Parker, Candy Dulfer, Greg Boyer sowie früher Wendy Melvoin und Lisa Coleman spielten.
      Eine schier unglaubliche Produktivität ist kennzeichnend für Prince. Er hat angeblich deutlich über 1000 Songs geschrieben (die nur z. T. veröffentlicht sind), über 30 Alben aufgenommen und neben seiner eigenen Musik häufig auch die anderer Künstler geschrieben oder auch produziert. Zu den bekanntesten Songs, die eigentlich aus Princes Feder stammen aber mit anderen Interpreten bekannt wurden, gehören "Nothing compares 2 u" (Sinead O'Connor) und "Manic Monday" (The Bangles). Angeblich nimmt Prince permanant Musik auf, und seine Alben sind jeweils nur eine momentane Auswahl seiner musikalischen Produktion der letzten Jahre.

      Empfohlene Alben

      Mit einem Prince-Album kann man, von wenigen Ausnahmen abgesehen, kaum etwas falsch machen. Trotzdem möchte ich eine kleine Auswahl in chronologischer Reihenfolge geben, an der sich ein Prince-Neuling vielleicht orientieren kann.

      Dirty Mind (1980)



      Dieses Album ist nicht unbedingt mein musikalischer Favorit, gilt aber als wegweisend für Princes musikalische Entwicklung. Hier kultiviert er erstmals seinen "Minneapolis Sound" der frühen 80er Jahre, eine Variante des Funk mit starker Betonung elektronischer Synthesiser-Klänge. Man könnte auch von einem New Wave-Funk-Punk-Album sprechen. Die Texte sind häufig sexuell explizit, was in den 80er Jahren typisch für Prince war (das Cover ist da recht repräsentativ).

      1999 (1982)



      Sozusagen das Reifewerk des "Minneapolis Sound". Prince spielt hier Synthesiser-lastigen Elektrofunk vom Feinsten. Das Album beinhaltet die ersten wirklich großen Hits aus seiner Feder, nämlich "1999" und "Little Red Corvette", einen Song, der übrigens nicht von einem Auto handelt!

      Purple Rain (1984)



      Das kommerziell erfolgreichste Album des Meisters. Der "Minneapolis Sound" wird deutlich durch Elemente aus Rock und Pop aufgeweicht. Zum Album gibt es einen besonders in den USA erfolgreichen Film, von den ausgekoppelten Singles dürften vor allem "When Doves Cry" (ein Meisterwerk des reduktionistischen Elektropops der 80er Jahre - es gibt nicht mal einen Bass) sowie der Titeltrack geläufig sein.

      Sign 'o' the Times (1987)



      Was für die Beatles "Sgt. Pepper's", ist dieses Album für Prince. Von der ZEIT in die 100 bedeutendsten musikalischen Werke des 20. Jahrhunderts gewählt, kombiniert dieses ambitionierte und größtenteils von Prince allein eingespielte Doppelalbum alle möglichen Stile. Nicht so kommerziell wie "Purple Rain", gilt dieses Werk vielen als das beste Prince-Album seiner (bisherigen) Karriere.

      Love Symbol (1992)



      Dieses exzellente Album wird häufig übersehen, wohl da es kurz vor dem bizarren Namenswechsel rauskam und nicht die Verkaufszahlen seines Vorgängers "Diamonds and Pearls" erreichte. Prince reist hier erneut durch alle möglichen Stile, man findet sogar Reggae und Bombast-Rock im Stil von Queen auf dem Album.

      The Gold Experience (1995)

      (ohne Bild)

      Dieses Album ist inzwischen leider "out of print". Es spiegelt Princes Seelenlage nach Ausbruch des Streits mit Warner Bros. wider - die Musik ist häufig rauh, es dominieren Rock und z. T. mit heftigen Beats versehener Funk. Damit dokumentiert das Album eine extrem produktive Phase im Schaffen von Prince, die vielen Fans trotz der widrigen äußeren Umstände bis heute als ein zweites "golden age" (nach den Erfolgen der 80er Jahre) gilt. "The Most Beautiful Girl in the World" war 1994 ein großer Hit.

      Emancipation (1996)

      (ohne Bild)

      Ein Tripelalbum mit dem vielleicht besten, melodiösesten und klarsten Songwriting in der Karriere von Prince. Er war hier bereits weitgehend aus dem Warner-Vertrag befreit und feierte mit diesem Album seine neu gewonnene Freiheit. Die gesamte zweite CD erscheint wie eine große Liebeserklärung an seine damalige Frau Mayte.

      The Rainbow Children (2001)



      Dieses aufregende, durch religiöse Inhalte inspirierte Funk-Fusion-Jazz-Konzeptalbum kann als künstlerische Wiedergeburt nach einer kritischen Phase in den späten 90er Jahren gelten. Ein echter Geheimtipp!

      3121 (2006)

      (ohne Bild)

      Ein weiterer Geheimtipp für all diejenigen, die den etwas kommerzielleren Prince neueren Datums erkunden wollen. Stilistisch erneut sehr vielseitig!

      aktuelles Album:
      Lotusflow3r (2009)

      (ohne Bild)

      Ein Set von 3 CDs. Die erste enthält meiner Meinung nach das kohäsivste Rock-Studioalbum, das Prince bisher aufgenommen hat, mit einigen großartigen Momenten an der Gitarre. Die zweite CD "MPLSound" bietet elektronisch dominierten Retro-Funk, die dritte ist ein von ihm geschreibenes und produziertes R'n'B-Album für die Sängerin Bria Valente mit dem Namen "Elixer". Leider ist das Set momentan nur als US-Import oder als Download von Princes Webseite verfügbar, für die allerdings eine Mitgliedsgebühr von 77 $ fällig wird.

      Den Prince-Neulingen viel Spaß beim Hören, und vielleicht ergibt sich mit den Prince-Vertrauten eine kleine Diskussion über dies und das!

      :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Lieber Symbol,

      vielen Dank für den ganz wunderbaren Beitrag zu Prince! Ich sträube mich stets, den Begriff "Genie" leichtfertig in den Mund zu nehmen, weil ich ihn zu oft, zu inflationär verwendet sehe. Bei diesem Herren bin ich aber kurz davor, eine Ausnahme zu machen...

      Zwei Dinge sind es, die mich so begeistern: Zum einen ist dort der schier unerschöpfliche Erfindungsreichtum. Über mittlerweile fast drei Jahrzehnte ist die Zahl an hörenswerten Stücken kaum noch übersehbar. Zum anderen ist da auch sein instrumentales Können: Ein mir befreundeter Musiker sagte einmal, nachdem er Prince auch am Bass und Schlagzeug erlebt hatte: Könnte man diesen Kerl klonen, man hätte eine perfekte All-Star-Band zusammen! Inmitten all der vielen erfolgreichen Pop-Stars ragt Prince als wirklicher Musiker heraus, der bei Live-Konzerten imstande ist, jedem seiner mehreren hundert Stücke immer wieder neues abzuringen.

      Pop lebt viel vom Image, von der Fassade, vom Erfüllen der Erwartungen der Zuhörerschaft. Prince hat für mich insofern eine Sonderrolle inne, als dass er all diese Anforderunegn mühelos bedient und als eine der großen Diven daherkommt. Dass er aber auch gleichzeitig diese oberflächlichen Ansprüche mit einer enormen Qualität unterfüttert, lässt ihn aus all dem Einheits-Quark meilenweit herausragen. Dass er früher mal mit Michael Jackson verglichen wurde, ist eine grobe Beleidigung...

      LG
      C.
      „Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)
    • @ Symbol

      man, da sehe ich ja schon mal layoutmässig mit meinem Lennon Thread(chen) fast schon schäbig aus so viel Detailtreue spricht aus DEINEM HERRLICHEN BEITRAG. Allerhöchstes Lob meinerseits - da fehlt ja wirklich nichts! Und dann diese tolle Illustration.

      Zu den lohnenden fremdinterpretierten Kompositionen möchte ich noch Love Thy will be done - von einer gewissen Martika Mitte der 90er gesungen - hinzufügen. Dieser Song zeugt einmal mehr von der sehr komplexen Tonsprache des Musikers. Und der kann keine Noten - alle Achtung das hätte ich nun nicht gedacht.

      Übrigens: Gerade sein Gitarrenspiel ist eine seiner instrumentalen Fähigkeiten, mit der er schon allein einen vorderen Platz in der Reihe der bemerkenswerten Musikerpersönlichkeiten verdient hat.

      Man ich komme regelrecht ins Schwärmen - fühle mich auf einmal um Jahre jünger :D
      ... alle Menschen werden Brüder.
      ... We need 2 come 2gether, come 2gether as one.
    • Hallo Aquarius,

      danke für die Blumen, aber Du siehst mit dem Lennon-Thread überhaupt nicht schäbig aus (ich werde mich dort auch noch melden)! Ich bin normalerweise dagegen, einführende Beiträge von erheblicher Länge einzufordern, weil es m. E. dazu führt, daß die Hemmschwelle zum Anstoßen neuer Diskussionen zu hoch wird. Aber Freitag abend hatte ich nach längerem endlich mal wieder etwas Freizeit, und bin beglückt über diesen Umstand irgendwie in eine Art Tipprausch verfallen. Außerdem dachte ich, daß das den Prince-Unbeleckten evtl. helfen könnte, ihn nicht als dauernde zweite Geige hinter Michael Jackson abzustempeln (die er, wie Carsten richtig bemerkte, nun wahrlich nicht ist).

      Ein ganz kleiner Nachtrag vielleicht noch zu der Frage "Genie oder nicht": Prince gab mit seiner Band vor einigen Jahren (muß die "Musicology"-Tour gewesen sein) ein Interview, in dem Maceo Parker meinte, er wäre mit Begriffen wie "Genie" vorsichtig, aber von allen Musikern, mit denen er gearbeitet habe (und das beinhaltet immerhin James Brown!) sei Prince "the closest thing to genius". Prince selber schüttelte daraufhin den Kopf und ihm kamen die Tränen, das Interview mußte unterbrochen werden. Er mag eine Diva sein, aber unbescheiden ist er nicht. :D

      LG :wink:
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    • Ich bin normalerweise auch sehr sparsam mit dem Begriff Genie. Aber aus meiner Sicht halte ich nun mal Beethoven und Lennon für Genies, einfach deshalb, weil ihre Musik mir nach mittlerweile 35 Jahren intensiver Musikhörerfahrungen am allerbesten gefällt. Ist also auch in meinem Fall wohl relativ zu verstehen diese Genieeinstufung.

      Aber zurück zum Thema:

      Nelsons (Prince Roger) Balladen sind eine ganz besondere Sacbe. Sie gefallen mir so sehr. Leider habe ich bisher nur von seiner Schaffenzeit 1978 bis 1996 zwei Rockballadensampler zusammengestellt.

      Rockballaden deshalb, weil es - meiner Meinung nach - eben zwei Typen von seinen balladesken Songs gibt, mämlich eben Rock (Pop) balladen und - natürlich - Soulballaden. Letzteren und dem Schaffen von 1997 bis jetzt werde ich mich in Kürze widmen...

      Nun zum Tracklisting der beiden bisherigen Zusammenstellungen:

      PRINCE ROGER NELSON Rock und Pop-Ballads 1978 - 1991:

      1) For You

      2) When We`re dancing close and slow

      3) When U where mine

      4) Free

      5) The Beautiful ones

      6) Condition of the heart - Intro

      7) Condition of the heart - Song

      8. Alexa de Paris

      9) Sometimes it snows in april - Intro

      10) Sometimes it snows in april - Song

      11) Nothing compares to you (die erstveröffentlichte Interpretation von einer Band names The Family)

      12) The Cross

      13) Anna Stesia

      14) The arms of Orion

      15) Love... thy will be done

      16) Melody cool - Intro

      17) Still would stand all time

      18. Graffiti Bridge



      PRINCE ROGER NELSON Rock und Pop-Ballads 1992 - 1996 (+1984/1985):

      1) 100 MPH-Intro

      2) Purple Rain

      3) I love U in me

      4) Another lonely Christmas

      5) Diamonds and pearls

      6) The morning papers

      7) Three chains of gold

      8. Solo-Intro

      9) Solo-Song

      10) Count the days

      11) Halucination rain

      12) Dolphin

      13) Soul sanctuary

      14) Curious child

      15) Holy River

      16) Gold



      Da sind einige Sachen dabei, die von anderen Musiker interpretiert werden.

      Die späte Anordnung von Purple rain habe ich so gewählt um einen ganz bestimmten Spannungsbogen über die beiden Sampler zu erreichen.

      Man da läuft mir beim Schreiben schon richtig das Wasser im Mund zusammen. Süffig süffig!
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    • Nachdem ich mich derzeitig ziemlich intensiv mit seiner Musik beschäftige kann ich - so glaube ich - eines der Geheimnisse seiner ohne Frage raffiniert komponierten Songs ein bisschen näher einordnen:

      Es ist eine gewisse Parallelmelodik und Parallelrhythmik, die man da hören kann.

      Ganz besonders deutlich meine ich dies in Stücken wie Anna Stesia, Adore, Love, thy will be done heraushören zu können.

      Angefangen hat er dieses Prinzip schon bei seinen ganz frühen Sachen - zu erkennen an zwei parallel laufenden Synthi-Linien (eine tiefe ostinate und eine hohe melodietragende), wie im Song When we`re dancing close and slow.
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    • Eine meiner grossen schon länger geplanten musikalischen Entdeckungsreisen habe ich heute gestartet: Es handelt sich dabei um das Erschliessen seiner Musik NACH Emancipation: Für mich bisher ein zu hoher Berg - bringt der Tausendsassa ab dort neben seiner ohnehin schon sehr aufwändigen Tonsprache noch ausladenden Jazzausflüge, die mich bisher eher etwas irritiert haben. Begonnen habe ich heute die Reise mit The Vault und ich kann nur sagen: ICH BIN DRIN. Niemals zuvor hatte ich einen so leichten Zugang zu dieser wirklich bemerkenswerten aktuellen Schaffensphase von Prince. Da hab ich ja jetzt eine schön lange Strecke mit vielen Hörenswürdigkeiten vor mir, denn ich habe mir zum Glück alle Alben besorgt...
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    • Also, beim besten Willen: Ich habe mir infolge dieses Threads am Freitag mal eine CD von diesem "Prince" in der Bibliothek ausgeliehen und bin nur abgestossen. Nchts als primitiver Rythmus und (nach meinem Empfinden) völlig sinnfreies Gequieke und Gestöhne. :wacko:

      Was soll sowas?! Wem's gefällt, der mag es gerne geniessen; für mich waren es 65 Minuten verschwendeter Lebenszeit! :thumbdown:


      Liebe Grüsse!

      Michael
    • Knusperkönig schrieb:

      Also, beim besten Willen: Ich habe mir infolge dieses Threads am Freitag mal eine CD von diesem "Prince" in der Bibliothek ausgeliehen und bin nur abgestossen. Nchts als primitiver Rythmus und (nach meinem Empfinden) völlig sinnfreies Gequieke und Gestöhne. :wacko:

      Was soll sowas?! Wem's gefällt, der mag es gerne geniessen; für mich waren es 65 Minuten verschwendeter Lebenszeit! :thumbdown:


      Liebe Grüsse!

      Michael

      Lieber Michael,

      darf ich nachfragen, um welche CD es sich gehandelt hat? Und welches Deine sonstigen (pop-)musikalischen Vorlieben sind? (Soll kein Angriff sein, dies wäre nur beim Verständnis Deiner Einschätzung recht hilfreich)

      LG :wink:
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    • Aquarius schrieb:

      Eine meiner grossen schon länger geplanten musikalischen Entdeckungsreisen habe ich heute gestartet: Es handelt sich dabei um das Erschliessen seiner Musik NACH Emancipation: Für mich bisher ein zu hoher Berg - bringt der Tausendsassa ab dort neben seiner ohnehin schon sehr aufwändigen Tonsprache noch ausladenden Jazzausflüge, die mich bisher eher etwas irritiert haben. Begonnen habe ich heute die Reise mit The Vault und ich kann nur sagen: ICH BIN DRIN. Niemals zuvor hatte ich einen so leichten Zugang zu dieser wirklich bemerkenswerten aktuellen Schaffensphase von Prince. Da hab ich ja jetzt eine schön lange Strecke mit vielen Hörenswürdigkeiten vor mir, denn ich habe mir zum Glück alle Alben besorgt...

      Lieber Aquarius,

      da sprichst Du in der Tat einen interessanten Bereich an, denn die Post-Emancipation-Phase von Prince (nach 1996) bietet Großartiges, so meine ich. "The Vault" (was übrigens nur zur Vertragserfüllung mit Warner rauskam) und auch "The Rainbow Children" sowie alles ab 2004 finde ich superb! Leider nicht so dolle finde ich "Newpower Soul" und Teile von "Rave un2 the joy fantastic" (da war er wirklich in der Krise), wobei auf "Rave" mit "I love you, but I don't trust you anymore" eines der vielleicht schönsten traurigen Liebeslieder von Prince, vielleicht sogar der gesamten Popmusik zu finden ist.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Lieber Michael,

      partiell kann ich nachvollziehen, was Du meinst. Als Jugendlicher hatte mir Prince auch überhaupt nicht zugesagt (mein zwei Jahre jüngerer Bruder war aber massiver Fan!). Heute sehe ich das etwas anders, und "bewundere" meinen Bruder für seine "Weitsicht" damals. Ein Album wie "Purple Rain" ist ganz große Klasse, ich denke, es erschließt sich aber erst bei mehrmaligem Anhören. Ich hatte damals beim 15. Rockpalast Festival (http://www.rockpalastarchiv.de/rn15.html) vor dem Fernseher gesessen, weil mein Bruder das gerne auf Videocassette haben wollte, und ich es dann von Hand starten sollte. Ich saß davor, fand es langweilig. Im Nachhinein erinnere ich mich aber immer noch an die unbändige Kraft, die damals aus den Lautsprechern des Fernsehers kam, und frage mich, ob's das auch auf DVD gibt? Da war Prince auf dem Höhepunkt seiner Popularität, und im Nachhinein ist absolut nachvollziehbar, warum.

      Nun will ich Dich aber nicht animieren, Dich weiter zu quälen...

      Liebe Grüße,

      Matthias
      "Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
      "Heutzutage gilt es schon als Musik, wenn jemand über einem Rhythmus hustet." (Wynton Marsalis)
      "Kennen Sie lustige Musik? Ich nicht." (Franz Schubert)
      "Eine Theateraufführung sollte so intensiv und aufregend sein wie ein Stierkampf." (Calixto Bieito)
    • pfuetz schrieb:

      Lieber Michael,

      partiell kann ich nachvollziehen, was Du meinst. Als Jugendlicher hatte mir Prince auch überhaupt nicht zugesagt (mein zwei Jahre jüngerer Bruder war aber massiver Fan!). Heute sehe ich das etwas anders, und "bewundere" meinen Bruder für seine "Weitsicht" damals. Ein Album wie "Purple Rain" ist ganz große Klasse, ich denke, es erschließt sich aber erst bei mehrmaligem Anhören. Ich hatte damals beim 15. Rockpalast Festival (http://www.rockpalastarchiv.de/rn15.html) vor dem Fernseher gesessen, weil mein Bruder das gerne auf Videocassette haben wollte, und ich es dann von Hand starten sollte. Ich saß davor, fand es langweilig. Im Nachhinein erinnere ich mich aber immer noch an die unbändige Kraft, die damals aus den Lautsprechern des Fernsehers kam, und frage mich, ob's das auch auf DVD gibt? Da war Prince auf dem Höhepunkt seiner Popularität, und im Nachhinein ist absolut nachvollziehbar, warum.

      Nun will ich Dich aber nicht animieren, Dich weiter zu quälen...

      Liebe Grüße,

      Matthias

      Lieber Matthias,

      hierzu würde ich gerne noch anführen, daß Prince als Livemusiker wirklich eine Naturgewalt ist! Ich habe ihn jetzt dreimal live erlebt, und war jedesmal begeistert. Offizielles Live-Material von Prince gibt es übrigens (wenn auch m. E. zu wenig - CD: "One Nite Alone" sowie "Indigo Nights", DVD: "Rave un2 the year 2000" sowie "Live at the Aladdin Las Vegas"), inoffizielles, also Bootlegs, existiert in fast unüberschaubarer Menge. Solltest Du die Chance haben, den Bootleg "Small Club 1988" zu bekommen - zugreifen! Das ist einer der begehrtesten Live-Bootlegs der Pop-Geschichte. Unter anderem gibt es darauf eine Version von "Just my Imagination" mit einem nicht enden wollenden Gitarrensolo von Prince. Prince spielt nämlich nach seinen eigentlichen Konzerten meistens noch sogenannte "Aftershows" in kleinen Clubs, und die Programme sind meist spontan und experimenteller als auf den Konzerten. Der 1988er Bootleg stammt von einer solchen Aftershow aus Rotterdam (meine ich).

      (Bevor wir hier in Probleme geraten: soweit mir bekannt ist, ist das Diskutieren von Bootlegs erlaubt, man darf nur nicht mit ihnen handeln oder Tipps zu ihrem Erwerb geben. Nähere Auskünfte kann ich dem AdMod-Team gerne geben, falls dies gewünscht sein sollte.)

      LG :wink:
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    • Symbol schrieb:



      Lieber Aquarius,

      ... mit "I love you, but I don't trust you anymore" eines der vielleicht schönsten traurigen Liebeslieder von Prince, vielleicht sogar der gesamten Popmusik zu finden ist...

      LG :wink:
      Bei mir läuft gerade Rave un 2 the joy fantastic und was soll ich sagen: DIESER Song, dieses I love you, but I don`t trust you anymore sticht in der Tat aus diesem Album quasi als überaus bemerkenswerte Komposition heraus. Es ist kurz, aber mal wieder mehr ein Beispiel für das bisher kongeniale Schaffen von Prince. Dieser Song steht für mich - was seine Qualität betrifft - der von vielen Stücken grosser Meister in nichts nach. Man, was ich da bisher versäumt habe als ich noch bei Emancipation Halt gemacht hatte...
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    • Also nach den ersten intensiven Hördurchgängen ist Rainbow Children und Planet Earth ganz gehörig bei mir hängen geblieben. Mit 3121 und Musicology habe ich da noch so meine Probleme.



      Rainbow Children ist ein wahrlich gelungenes Konzeptalbum - quasi eine richtiges kleines Studiomusical.



      Planet Earth ist ein super transparent arrangiertes angenehm e-gitarrenlastiges Rockalbum ( :D ) stilistisch erweitert durch eine fast schon epischen Soulballade. Dieses Album und Rainbow Children zähle ich ab sofort zu meinen persönlichen Musiken zum immer wieder hören. Bei Planet Earth faszinieren mich schon jetzt die fast schon solistisch anmutenden Bläsersätze: Von Stopftrompete bis Big Band Sound - kann man alles wiederfinden. Der Titelsong ist mal wieder einer der ganz gross angelegten Rocksongs. :juhu: :juhu: :juhu: .



      @ Symbol: Vielleicht hast Du dieses äh mindestens bemerkenswerte Planet Earth in Deiner Aufzählung bloss vergessen, falls Du es aber nicht kennst - schleunigst nachholen.



      Musicology und 3121 muss ich noch öfters hören, vielleicht gewinne ich da auch noch mehr Freude dran.



      Sehr erwähnenswert ist auch noch das Album news: Hier scheint er sich tatsächlich an eine Art Fusion-Jazz-Symphonie herangewagt zu haben. Jedenfalls - so glaube ich - werde ich diesen instrumentalen Vierteiler von Hördurchgang zu Hördurchgang immer mehr schätzen lernen. Die Idee jedenfalls finde ich schon mal super.
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    • Lieber Aquarius,

      Du hast vollkommen Recht, Planet Earth (2007) ist auch ein sehr gelungenes Album. Der Titeltrack gehört für mich zum Besten, was Prince je gemacht hat, ebenso z. B. "Somewhere Here on Earth", das so wunderbar entspannt jazzig daherkommt. Der Grund, warum ich persönlich lieber 3121 als Repräsentanten für die 200er Publikationen von Prince genannt habe, ist, daß ich dieses Album für noch etwas ausbalancierter halte. Planet Earth hat zwar diesen wunderbar transparenten Rock-Sound, doch manchmal habe ich das Gefühl, Prince verließ der Mut, diesen ein komplettes Album lang durchzuziehen, weshalb er z. B. "Mr. Goddnight" mit draufgepackt hat - außerdem ist das Album mit 10 Tracks m. E. etwas kurz. 3121 ist zwar sehr eklektisch, in dieser Vielfalt aber für mich unglaublich überzeugend. Der experimentelle Titeltrack und "Fury" sind m. E. unglaublich gut, und wenn Du mal richtig vom Hocker gehauen werden möchtest, versuche mal, online einen Videoclip mit Prince's Live-Version von "Fury" bei "Saturday Night Live" (SNL) aus dem US-Fernsehen zu finden - da spielt er Gitarre, als hätte man ihn über Nacht an eine Steckdose angeschlossen! (Leider hat Prince zum Internet inzwischen eine merkwürdige Beziehung und läßt unautorisierte Aufnahmen durch seine Anwälte schnell entfernen.) Musicology mag ich übrigens auch sehr und finde, daß es mit den beiden o. g. Alben ein schönes Tripel bildet, allerdings muß ich sagen, daß sich meine Musicology-Begeisterung mit der Zeit minimal abgekühlt hat, da mir die Platte inzwischen stellenweise etwas "zahnlos" vorkommt.

      N.E.W.S. (2003) ist ein sehr interessantes Werk, das allerdings m. E. etwas Zeit braucht, um einzusickern. Dann allerdings ist es eine gewinnende Erfahrung!

      Übrigens: noch so ein toller Prince-Live-Auftritt ist sein Gitarrensolo bei "While My Guitar Gently Weeps" im Rahmen des George-Harrison-Tributs bei der Rock'n'Roll Hall of Fame-Feier 2004. Tom Petty singt, und ungefähr ab 3:30 min. läßt Prince das Haus beben - ist noch bei Youtube zu finden: "http://www.youtube.com/watch?v=cYl942_I3Wo&feature=related". Der Sohn von George Harrison, Dhani (er spielt im Hintergrund akustische Gitarre), soll von dem Solo übrigens begeistert gewesen sein.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Witzig. Habe die letzten Tage wieder Songs von Prince gehört - was schrieb doch einst der Stern: "aufregender als alles, was Michael Jackson jemals schreiben wird" von "Luzifers Antwort auf Michael Jackson" war die Rede - ob man das nun so stehenlassen will oder nicht, ich bin mir ziemlich sicher, dass (leider) nicht ansatzweise so ein nachträglicher Hype um Prince in Umlauf gesetzt werden wird. Vielleicht ist es aber auch gut so, dass man meben der Music for masses noch etwas hat, das nicht ausgeschlachtet wird wie ein überfälliges Kalb.

      :wink:
      "Gar nichts erlebt. Auch schön." (Mozart, Tagebuch 13. Juli 1770)
    • Aquarius schrieb:

      Gestern erfahren:

      Der nächsten Ausgabe des Rolling Stone liegt ein neues Prince - Album bei...


      Mir wäre ja lieber, der nächsten Ausgabe des Prinz läge ein neues Rolling-Stones Album bei......

      :hide: :hide: - Entschuldigung !! Mußte einfach sein.....


      Prince war mE immer nicht ganz angekommen, aber das tut der Qualität der songs natürlich keinen Abbruch.

      Grüße
      Achim
    • Achim schrieb:



      ...

      Mir wäre ja lieber, der nächsten Ausgabe des Prinz läge ein neues Rolling-Stones Album bei......

      :hide: :hide: - Entschuldigung !! Mußte einfach sein.....

      ...

      Grüße
      Achim


      :klatsch: :klatsch: :klatsch: ... der war gut!
      ... alle Menschen werden Brüder.
      ... We need 2 come 2gether, come 2gether as one.