Vivaldi, Antonio: Die Sonaten & Konzerte RV 1-585 & 741ff.

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    • Vivaldi, Antonio: Die Sonaten & Konzerte RV 1-585 & 741ff.

      Vivaldis Berühmtheit wird ja vom kollektiven Bewußtsein gerne auf Die vier Jahreszeiten reduziert, was angesichts seines gesamten Oeuvres (das Ryom-Verzeichnis umfaßt zur Zeit 812 Einträge plus 137 Einträge im Anhang) schon etwas lächerlich anmutet. Der Ausspruch Strawinskys, Vivaldi habe 400mal das selbe Konzert geschrieben*, klingt ganz schön gehässig, entstammt aber einem Komponisten, der ihn offensichtlich nicht mochte und seine Werke als schematisch empfand.

      Heute würde dem kaum einer mehr beipflichten; es würde ja auch heißen, daß sich Hunderte von Ensembles, die in den letzten 70 Jahren LP- und CD-Aufnahmen seiner Musik im vierstelligen Bereich veröffentlicht haben, sich komplett geirrt haben müßten - einschließlich des Publikums. Die stehen ganz offensichtlich auf diesen Langweiler. ;+)

      Insgesamt rund 500 Konzerte und rund 80 Sonaten sind im RV zur Zeit aufgelistet**; davon sind nur 84 Konzerte und 42 Sonaten in insgesamt vierzehn Drucken zu Lebzeiten Vivaldis veröffentlicht worden (1705-1740). Den Rest hatte er als einzelne Manuskripte wesentlich gewinnbringender verkaufen können, weshalb er nie mehr Werke zum Druck freigab. Das wiederum ist auch der Grund, warum man immer wieder Funde weiterer Manuskripte von Konzerte und Sonaten macht, die ihm zugeschrieben werden. Außerdem erschwert sich die Zuordnung doch sehr.


      Insgesamt handelt es sich um folgende Aufteilung (nach Ryom):

      SONATEN
      • 1–37: Violinsonaten
      • 38–47: Violoncellosonaten
      • 48–59: andere Sonaten für ein Instrument
      • 60–79: Sonaten für zwei Violinen
      • 80–86: andere Sonaten für zwei Instrumente

      KONZERTE
      • 87–108: Konzerte ohne Orchester
      • 109–169: Konzerte und Sinfonien für Streichorchester
      • 170–391: Konzerte für Violine und Streichorchester
      • 392–397: Konzerte für Viola d’amore und Streichorchester
      • 398–424: Konzerte für Violoncello und Streichorchester
      • 425: Konzert für Mandoline und Streichorchester
      • 426–440: Konzerte für Querflöte und Streichorchester
      • 441–442: Konzerte für Blockflöte und Streichorchester
      • 443–445: Konzerte für Sopranblockflöte (ottavino) und Streichorchester
      • 446–465: Konzerte für Oboe und Streichorchester
      • 466–504: Konzerte für Fagott und Streichorchester
      • 505–530: Konzerte für zwei Violinen und Streichorchester
      • 531–539: Konzerte für zwei andere gleiche Instrumente und Streichorchester
      • 540–548: Konzerte für zwei verschiedene Instrumente und Streichorchester
      • 549–553: Konzerte für mehr als zwei Violinen und Streichorchester
      • 554–580: Konzerte für mehr als zwei verschiedene Instrumente und Streichorchester
      • 581–583: Konzerte für Violine und zwei Streichorchester
      • 584–585: Konzerte für mehrere Instrumente und zwei Streichorchester
      [Quelle: "http://de.wikipedia.org/wiki/Ryom-Verzeichnis"]


      Vivaldi entwickelte systematisch das Solokonzert (hauptsächlich mit der Violine) und die dreisätzige Form zu erster Reife. In den Ecksätzen verwendete er die Ritornellform (Abwechslung von Soloinstrument und Orchester), im langsamen Mittelsatz die Kantilene (eine getragende Melodie), die das Soloinstrument durchgehend spielt. Darüber hinaus experimentierte er auch mit anderen Formen wie dem Ripienokonzert (Orchester ohne Solist) oder dem Kammerkonzert (Solisten ohne Orchester).

      Die Violine war mit weitem Abstand das meist verwendete Soloinstrument in seinen Konzerten (241); dann folgte das Fagott (39), die Flöte, Oboe, Violincello, Viola d'Amore oder Mandoline. Er kombinierte auch zwei Instrumente im Solokonzert. Dadurch lotete er das Konzert soweit aus, daß er damit wichtige Impulse für die Weiterentwicklung im 18. Jahrhundert setzen konnte.

      Seine Sonaten sind in ihren Besetzungen ebenso breit gefächert: Violine, Violincello, Flöte oder Oboe bzw. zwei Violinen als Soloinstrument, die vom Basso Continuo begleitet werden.


      Es gibt aber noch eine andere wichtige Reihenfolge neben die im Ryom-Verzeichnis - die nach den Opusnummern der Drucke von 1705-1740:

      • Op. 1: 12 Triosonaten da camera für 2 Violinen und Basso continuo (1705)
      • Op. 2: 12 Sonaten für Violine und Basso continuo (1709)
      • Op. 3: 12 Violinkonzerte "L'estro armonico" (1711)
      • Op. 4: 12 Violinkonzerte "La Stravaganza" (1712)
      • Op. 5: 6 Sonaten für 1 oder 2 Violinen (1716)
      • Op. 6: 6 Violinkonzerte (1716)
      • Op. 7: 12 Violin- und Oboenkonzerte (1717)
      • Op. 8: 12 Violinkonzerte "Il cimento dell'armonia e dell'inventione" (1725; Die vier Jahreszeiten: Nr. 1-4)
      • Op. 9: 12 Violinkonzerte "La Cetra" (1727)
      • Op. 10: 6 Flötenkonzerte (1728)
      • Op. 11: 6 Violin- und Oboenkonzerte (1729)
      • Op. 12: 6 Violinkonzerte (1729)

      • Op. 13: 6 Sonaten für Flöte und Basso continuo "Il Pastor Fido" (1729)
      • Op. 14: 6 Sonaten für Cello und Basso continuo (1740)
      [Quelle: "http://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Vivaldi#Musik"]


      Opp. 13 & 14 bedürfen einer besonderen Erwähnung: 1737 erschien eine Sammlung "Il Pastor fido" in Paris, mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von Vivaldi, sondern von Nicolas Chédeville (1705-1782) komponiert; der
      Verleger Jean-Noêl Marchand hat den Druck bewußt unter Vivaldis Namen veröffentlicht. - Op. 14 scheint auch definitiv nicht von Vivaldi authorisiert zu sein.

      Viele Aufnahmen richten sich nach dieser Aufzählung, oder sie gruppieren die gleiche Besetzung zusammen. Die anderen Konzerte und Sonaten liegen aber auch in vielen Aufnahmen vor.


      Im Jahre 1930 hatte man eine Sammlung von Vivaldis Musik vervollständigt, die sich nun in der Turiner Nationalbibliothek befindet ("Manuscritti vivaldiani nelle Raccolte Foà e Giordano"). Damit war der Grundstein für die Vivaldi-Forschung gelegt. Bis heute ist sie eine Hauptquelle für die meisten Kompositionen Vivaldis.



      Aufnahmen:
      Das ist tatsächlich ein sehr breites Feld: bereits 1939 gab es eine Einspielung der Vier Jahreszeiten. Alfredo Campoli spielte mit dem Boyd Neel String Orchestra alle vier Konzerte ein. Es folgten zwei weitere Einspielungen von Bernardino Molinari (1942) und Louis Kaufman (1948). 1950 folgte das Concert Hall Chamber Orchestra unter Henry Swoboda; diese Aufnahme war der Beginn der Vivaldi-Renaissance in Europa und den USA, die gleich mit dem Grand Prix du Disque ausgezeichnet wurde. Fünf Jahre danach erschien die erste Aufnahme von I Musici (sie nahmen das Werk nochmals 1959, 1969, 1982, 1990 und 1995 auf).

      1952 gab es eine Gesamteinspielung der L'estro armonico op. 3 unter Rolf Reinhardt (Vox Records). Louis Kaufman soll bereits 1950 die restlichen Konzerte von Op. 8 (Nr. 5-12) aufgenommen haben.

      Danach explodierte die Veröffentlichungsrate, und es wird massiv unübersichtlich; allein von 1999 bis 2009 gibt es eine Diskographie mit 550 Veröffentlichungen weltweit (allerdings mit allen Werken Vivaldis)***. Insgesamt kann man sich allein mit allen CD-Veröffentlichungen der Vier Jahreszeiten die Wohnung tapezieren.

      Zu Empfehlungen werde ich später noch was schreiben. Da wird sicherlich einiges zusammenkommen, wenn eure Empfehlungen hinzukommen... :yes:



      *"Er war ein langweiliger Mensch, der ein und dasselbe Konzert eben 400 Mal geschrieben hat." [Quelle unbekannt]
      **die Sonaten und Konzerte in den Ergänzungen (ab RV 741) und in den Anhängen habe ich nicht dazugezählt.
      ***siehe: "http://anima-veneziana.narod.ru/Files/VIVALDI_discography_1999-2009.pdf"


      Links:
      "http://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Vivaldi"
      "http://de.wikipedia.org/wiki/Ryom-Verzeichnis"
      "http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_compositions_by_Antonio_Vivaldi"
      "http://en.wikipedia.org/wiki/The_Four_Seasons_%28Vivaldi%29#Recordings"

      "http://www.discogs.com/Vivaldi-Les-Quatre-Saisons-Le-Quattro-Stagioni/release/2321936"
      "http://www.imusicidiroma.com/dischiengl.html"
      "http://www.discogs.com/Antonio-Vivaldi-LEstro-Armonico-12-Concerto-For-String-Orchestra-Opus-3/release/4142836"
      "http://www.hoasm.org/VIIIA/VivaldiDiscography.html"


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Sonaten für Violoncello & b.c. (RV 38-47)

      Vivaldi hatte insgesamt zehn Sonaten für das Violoncello und Basso Continuo geschrieben, wovon eine (RV 38) als verschollen gilt. Drei davon (RV 39, 42 & 44) liegen als Manuskript vor, während die restlichen sechs 1740 in Paris als Druck veröffentlicht wurden. Diese wurden komplett aufgenommen:



      (P) 2000 Sony Classical "Vivarte"

      Anner Bylsma (Violoncello)

      Basso Continuo:
      Francesco Galligioni (Violoncello)
      Ivano Zaneghi (Erzlaute)
      Alessandro Sbrogio (Violone)
      Andrea Marcon (Orgel & Cembalo)


      Hier sind die einzelnen Sonaten mit ihren jeweiligen im Druck angegebenen b.c.-Besetzung aufgelistet:

      Nr. 1 in B-Dur (RV 47) Violoncello, Theorbe, Violone & Orgel
      Nr. 2 in F-Dur (RV 41) Violoncello & Theorbe
      Nr. 3 in a-moll (RV 43) Violoncello, Theorbe & Cembalo
      Nr. 4 in B-Dur (RV 45) Violoncello, Theorbe & Cembalo
      Nr. 5 in e-moll (RV 40) Violoncello & Cembalo
      Nr. 6 in B-Dur (RV 46) Violoncello, Theorbe, Violone & Orgel



      Die Satzfolge ist für alle Sonaten gleich: I. Largo - II. Allegro - III. Largo - IV. Allegro

      Man weiß nicht ganz genau, wann Vivaldi diese sechs Sonaten komponierte; man nimmt an, daß er selber nichts mit dem Druck zu tun hatte. Zu dem Zeitpunkt (1740) hatte er eigentlich keine Kompositionen mehr für den Druck freigegeben, da er sie besser als Manuskript verkaufen konnte.


      Anner Bylsma entwickelt in den Sonaten einen wundervollen Ton. Er spielt mit einer melancholischen Note, die den Sonaten sehr gut zu Gesicht stehen. Das b.c. erklingt durchhörbar und subtil. Es ist eine HIPpe Einspielung, an der Authentizität des Kammerartigen interessiert. Eine tolle Aufnahme! :thumbsup:


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    • Konzerte mit Streichorchester (11 aus: RV 109-585)

      Als Nächstes stelle ich dies vor:



      (P) 1997 Sony Classical "Vivarte"

      Anner Bylsma (Violoncello)

      Tafelmusik
      D: Jeanne Lamon


      Hier liegen elf Concertos jenseits der Opusnummern vor, eine kunterbunte Auswahl aus den verschiedenen Besetzungsmöglichkeiten vivaldischer Konzerte. Leider läßt sich auch hier nicht mehr feststellen, wann sie komponiert wurden; aber sie entstanden sicherlich für die wöchentlichen Konzertreihen in der Pio Ospedale de la Pietà, jenem Konservatorium für Mädchen, das ein vorzügliches Orchester unterhielt. Es sind:

      RV 157 - für Streicher, g-moll
      RV 403 - für Violoncello & Streicher, D-Dur
      RV 152 - für Streicher, g-moll
      RV 424 - für Violoncello & Streicher, h-moll
      RV 127 - für Streicher, d-moll
      RV 564 - für 2 Violinen, 2 Violoncellos & Streicher, D-Dur
      RV 535 - für 2 Oboen & Streicher, d-moll
      RV 419 - für Violoncello & Streicher, a-moll
      RV 409 - für Violoncello, Fagott & Streicher, e-moll
      RV 557 - für 2 Oboen, 2 Violinen, Fagott & Streicher, C-Dur
      RV 151 - für Streicher, G-Dur "Alla rustica"



      Grundsätzlich haben alle Concertos die selbe Satzfolge: I. schnell - II. langsam - III. schnell

      In den schnellen Ecksätzen wechseln sich 3-4 Solos mit 4-5 Tuttis ab; im langsamen Satz spielt ein b.c. zur Kantilene des Soloinstruments.


      Tafelmusik sind hier in ihrem Element: mit Verve und Freude werden die Concertos durchgespielt, mit Lust an der Geschwindigkeit und mit lieblicher Zurückhaltung in den Mittelsätzen. :juhu:


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      Hudebux
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      Jean Paul
    • Josquin Dufay schrieb:

      Vivaldi hatte insgesamt zehn Sonaten für das Violoncello und Basso Continuo geschrieben, wovon eine (RV 38) als verschollen gilt. Drei davon (RV 39, 42 & 44) liegen als Manuskript vor, während die restlichen sechs 1740 in Paris als Druck veröffentlicht wurden.


      Auf dieser CD mit Les Basses Réunies und dem Cellospiel von Bruno Cocset sind 5 in Manuskript überlieferten Cellosonaten Vivaldis zu hören:



      Eine hervorragende Aufnahme: atemberaubende Klangqualitat und mitreißende Interpretationen!

      LG
      Tamás
      :wink:
      "Vor dem Essen, nach dem Essen,

      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato
    • Sonaten & Konzerte opp. 1-12 - I Musici

      Als Vorbereitung für die Werke mit Opusnummern zäume ich das Pferd mal von hinten auf... ;+)

      I Musici (di Roma) und Vivaldi - der Name ist untrennbar miteinander verbunden: es ist das Ensemble, welches mir jenen schwungvollen Klang der italienischen Barockmusik nahe gebracht hat. Dabei beschränkte sich I Musici nicht nur auf Vivaldi, sondern spielte auch die wichtigsten Sachen von z.B. Corelli, Scarlatti, Albinoni, Bononcini, Geminiani oder Locatelli ein.

      Gegründet wurde dieses Streichorchester 1951 von Studenten der Accademia Nazionale di Santa Cecilia und spielt ohne Dirigent. Die Besetzung besteht aus 6 Violinen, 2 Violen, 2 Celli, 1 Kontrabaß und 1 Cembalo. Die 1. Violine des Ensembles hat zumeist auch den Solopart der gespielten Werke inne. Félix Ayo war der erste dieser "Konzertmeister".

      Ihre allererste LP-Einspielung war Die vier Jahreszeiten, 1955 aufgenommen (noch in Mono). Sie waren exklusiv für das Philips-Label tätig, bis es 1999 eingestampft wurde. In der Zeit nahmen sie alleine diesen Vivaldi-Evergreen nochmals fünfmal auf, daneben entstanden unzählige weitere Aufnahmen.


      Die zwölf gedruckten Sammlungen vivaldischer Musik nahmen sie zwischen Mai 1959 und November 1977 auf: es begann mit der zweiten Aufnahme der vier Jahreszeiten (die erste in Stereo) und endete mit den zwölf Sonaten von op. 2. Ich werde die Aufnahmen im Laufe der nächsten Zeit hier einzeln vorstellen, doch zunächst zeige ich die CD-Ausgaben:


      Einzeln:
      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/61zhmZC7xEL._AA160_.jpg][Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51nzjjdW7LL._AA160_.jpg]
      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41OPW0SMrAL._AA160_.jpg][Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51lVFtfa-9L._AA160_.jpg]
      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51EuKXDQyhL._AA160_.jpg][Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/31WqqqWfEzL._AA160_.jpg]
      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/614S-lZGVsL._AA160_.jpg][Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/513a4v3DrrL._AA160_.jpg]
      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/511WVVeZsEL._AA160_.jpg][Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51GXIM-DVpL._AA160_.jpg]
      op. 2 & 12: [ohne Bild]


      Als Boxen von Philips Classics:
      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/61lyrBp-eWL._AA300_.jpg] (C) 1993
      (C) 1997


      Als Gesamtbox von Newton Classics:
      (C) 2011


      Das sind natürlich nicht alle CD-Ausgaben: z.B. gab es op. 3, 8 & 9 noch in der Philips-Duo-Reihe oder op. 10 in der eloquence-Reihe. Lieferbar ist aber heutzutage praktisch nur noch die Gesamtbox von Newton Classics.


      PS:

      In der Box sind opp. 1-12 ebenfalls drin, aber nicht alle sind von I Musici (nur opp. 1, 2, 5 & 7); der Rest stammt von Christopher Hogwood.


      Links:
      "http://de.wikipedia.org/wiki/I_Musici"
      "http://en.wikipedia.org/wiki/I_Musici"
      "http://www.imusicidiroma.com/"


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    • Tschabrendeki schrieb:

      Auf dieser CD mit Les Basses Réunies und dem Cellospiel von Bruno Cocset sind 5 in Manuskript überlieferten Cellosonaten Vivaldis zu hören:


      Danke dir, Tamás. Nach meinen Recherchen müßten hier folgende Sonaten vorhanden sein:

      RV 43, 46, 44, 40, 42 & 39

      [Quelle: "http://www.cduniverse.com/search/xx/music/pid/6817258/a/vivaldi%3A+cello+sonatas+%2F+bruno+cocset,+les+basses+r%E9unies.htm"]

      Damit sind auf jeden Fall die drei Sonaten aus den Manuskripten (RV 39, 42 & 44) ebenfalls eingespielt worden.


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    • Josquin Dufay schrieb:

      Danke dir, Tamás. Nach meinen Recherchen müßten hier folgende Sonaten vorhanden sein:

      RV 43, 46, 44, 40, 42 & 39

      [Quelle: "http://www.cduniverse.com/search/xx/music/pid/6817258/a/vivaldi%3A+cello+sonatas+%2F+bruno+cocset,+les+basses+r%E9unies.htm"]

      Damit sind auf jeden Fall die drei Sonaten aus den Manuskripten (RV 39, 42 & 44) ebenfalls eingespielt worden.


      Weiß ich nicht. Im Booklet werden keine Ryom-Nummer genannt.

      Lediglich eine Sonate (in a-Moll) scheint dem Druck entnommen zu sein, alle weiteren werke sind aus Manuskripten, zwei aus der Schönborn-Sammlung, eine aus der nationalbibliothek in Paris, und zwei aus dem Konservatorium in Neapel. Die Sonate aus Paris scheint eine leicht abweichende Manuskript-Fassung der e-Moll Sonate aus dem Druck zu sein. Sonst git es kaum noch weitere infos im Booklet.

      LG
      Tamás
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      Fugato
    • Triosonaten op. 1 (RV 60-79) - I Musici

      Es war damals in Italien Tradition gewesen, daß man als erste Druckveröffentlichung eine Sammlung mit Triosonaten herausbrachte; Vivaldi bildet da keine Ausnahme. Bereits 1703 soll sein op. 1 veröffentlicht worden sein, aber das älteste erhaltene Exemplar stammt von einem Druck des Venezianers Giuseppe Sala aus dem Jahr 1705. Insgesamt zwölf Sonaten sind vorhanden, besetzt für zwei Violinen und eine Violone oder Cembalo. Sie entsprechen der üblichen Besetzung der Kammersonate jener Zeit und waren eher für die "Dilletanten" gedacht als für Profis.

      Die Sonaten hat Vivaldi vermutlich nicht speziell für den Druck komponiert; es ist gut möglich, daß er bereits in den 1690er Jahren die eine oder andere fertiggestellt hatte und sie für den Druck vielleicht nochmals aufpoliert hat. Die Sonaten weisen unterschiedlichste Anzahl und -folge der Sätze auf; immer wieder tauchen aber die gleichen Tanzsätze auf (Allemanda, Corrente, Sarabanda, Giga und Gavotta), die in wechselnden Positionen vorkommen. Nur die Gavotta bildet stets den Schlußsatz einer Sonate, wenn sie auftaucht. - Die letzte Sonate ist ein Variationssatz namens La Follia, die über eine Baßlinie ein Harmoniegerüst variiert.

      Diese Sonaten stehen noch den Sonaten Corellis sehr nahe; Vivaldi bricht nicht aus dem traditionellen Schema aus, läßt aber bereits eine andere satztechnische Handhabung erkennen, die er später vollkommnet: er läßt die strenge Polyphonie durch konzertante Elemente kontrastieren und eröffnet somit ein Spannungsfeld für seine Imagination.


      Kammersonaten für 2 Violinen & b.c. - op. 1
      Nr. 1 in g-moll (RV 73)
      Nr. 2 in e-moll (RV 67)
      Nr. 3 in C-Dur (RV 61)
      Nr. 4 in E-Dur (RV 66)
      Nr. 5 in F-Dur (RV 69)
      Nr. 6 in D-Dur (RV 62)
      Nr. 7 in Es-Dur (RV 65)
      Nr. 8 in d-moll (RV 64)
      Nr. 9 in A-Dur (RV 75)
      Nr. 10 in B-Dur (RV 78)
      Nr. 11 in h-moll (RV 79)
      Nr. 12 in d-moll (RV 63) "La Follia"


      ----- -----

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/517vzjSu6HL._AA300_.jpg]

      (P) 1977 Philips Classics [109'34"]

      Salvatore Accardo & Franco Gulli (Violine)
      Rohan de Saram (Cello)
      Bruno Canino (Cembalo)


      Vier Mitglieder von I Musici nahmen op. 1 im Januar 1977 auf, als Teil eines Projektes, mit dem das Ensemble sämtliche gedruckten Werke Vivaldis hörbar machen wollte. Sie sind sehr direkt aufgenommen und weisen eine klare rhythmische Artikulation auf. Das Tempo ist getragen, der Ausdruck etwas verklärt. Insgesamt wirkt es sehr warm gespielt, aber auch etwas gleichmäßig.


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    • Triosonaten op. 1 (RV 60-79) - Sonnerie

      Hier eine weitere Einspielung:



      (P) 1999 cpo [143'22"; nur op. 1: 89'28"]

      Sonnerie:
      Monica Huggett & Emilia Benjamin (Violine)
      Alison McGillivray (Violoncello)
      Gary Cooper (Cembalo & Kammerorgel)

      William Carter (Theorbe, Barockgitarre & Barocklaute)


      Diese Aufnahme entstand im Juni 1997 und April 1998 in Dorset. Neben op. 1 wurden noch fünf weitere Sonaten aufgenommen:

      RV 72 - 2 Violinen & b.c. in g-moll
      RV 70 - 2 Violinen & b.c. in F-Dur
      RV 60 - 2 Violinen & b.c. in C-Dur
      RV 43 - Violoncello & b.c. in a-moll
      RV 83 - Violine, Violoncello & b.c. in c-moll


      Der größte Unterschied zu I Musici zwanzig Jahre zuvor ist am Tempo festzumachen: ganze zwanzig Minuten (!) sind Sonnerie schneller und entheben die Sonaten somit einer Bedächtigkeit, die bei I Musici zwar nicht selbstzweckhaft, aber im direkten Vergleich etwas gestelzt wirkt. Außerdem scheint mir die Stimmung des Kammertons a' tiefer zu sein.

      Sonnerie geht mit einer deutlich variableren Sichtweise an die Sonaten ran: hier wird die rhythmische Artikulation wesentlich natürlicher behandelt, das Tempo wirkt organischer. Das Zusammenspiel funktioniert ausgezeichnet, das Spiel ist viel frischer. Außerdem ist hier HIP angesagt, was bei I Musici noch kein Thema war. Die Sonaten blühen richtig auf, was eine wahre Freude ist. Hier lohnt es sich zuzugreifen... :thumbsup:

      [PS: zur Zeit liegt der Preis bei jpc bei läppischen 5,99 €... :yes: ]


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      Jean Paul
    • Violinsonaten op. 2 (RV 1-37) - I Musici

      Die zwölf Triosonaten erschienen 1709 im Druck und sind wohl auch nicht ausschließlich für den Druck entstanden. Die eine Hälfte (Nr. 1-4, 9 & 12) davon besitzt 4 Sätze, die andere Hälfte (Nr. 5-8, 10-11) nur drei. Alle Sonaten (bis auf Nr. 4) beginnen mit einem Preludio, dem fast immer Tanzsätze wie Allemanda oder Giga folgen. Dabei beginnt Vivaldi fast immer mit Andante-Sätzen, dem häufig ein Allegro folgt. Es zeigt sich aber auch eine Tendenz, den I. Satz taktmäßig so auszuweiten, daß er praktisch die Hälfte der Gesamtdauer einer Sonate umfaßt; bei sechs Sonaten ist mir das aufgefallen. In op. 1 kommt das gar nicht vor.

      12 Sonaten für Violine & b.c. - op. 2
      Nr. 1 in g-moll (RV 27)
      Nr. 2 in A-Dur (RV 31)
      Nr. 3 in d-moll (RV 14)
      Nr. 4 in F-Dur (RV 20)
      Nr. 5 in h-moll (RV 36)
      Nr. 6 in A-Dur (RV 1)
      Nr. 7 in c-moll (RV 8)
      Nr. 8 in G-Dur (RV 23)
      Nr. 9 in e-moll (RV 16)
      Nr. 10 in f-moll (RV 21)
      Nr. 11 in D-Dur (RV 9)
      Nr. 12 in a-moll (RV 32)



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      (P) 1978 Philips Classics [137'38"]

      I Musici:
      Salvatore Accardo (Violine)
      Rohan de Saram (Cello)
      Bruno Canino (Cembalo)


      Das war das letzte Opus vivaldischer Kammermusik, welches I Musici noch diskographisch fehlte: die drei Mitglieder nahmen es im November 1977 auf und schlossen damit das Aufnahmeprofekt ab. - Hier wirkt die Rhythmik nicht so getragen wie in op. 1; die Artikulation ist fließender. Die Preludios erreichen ein feines Maß an Wärme und Ruhe, die schnellen Sätze kommen recht frisch daher. Die Aufnahme klingt ebenso direkt und nah.


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    • Ergänzung zu: Sonaten für Violoncello & b.c. (RV 38-47) - auch: op. 14

      Ich habe noch eine wichtige Sache vergessen zu erwähnen:

      Josquin Dufay schrieb:

      Op. 14: 6 Sonaten für Cello und Basso continuo (1740)

      [...]

      Op. 14 scheint auch definitiv nicht von Vivaldi authorisiert zu sein.

      Der Druck der sechs Cellosonaten von 1740, der in Paris von Leclerc und Boivin angefertigt wurde, hatte keine Opusnummer gehabt; doch ist es dieser Druck, der manchmal als op. 14 betitelt wird.

      Die Sonaten waren wohl bereits zwischen 1720-1730 entstanden; der Druck war aber definitiv nicht von Vivaldi authorisiert, sondern man hatte einfach Manuskripte der Sonaten angesammelt und dann veröffentlicht.

      Deshalb kann es vorkommen, daß einige Einspielungen der Cellosonaten eine Opusnummer haben können, siehe hier:

      [siehe Rückseite]


      Link:
      "http://en.wikipedia.org/wiki/Cello_Sonatas_%28Vivaldi%29"


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    • Violinenkonzerte op. 3 "L'estro armonico" (RV 109-585) - I Musici

      Kommen wir nun zu ersten Sammlung mit Konzerten: Vivaldis drittes Opus erschien 1711 unter dem Namen L'estro armonico (dt.: "Harmonische Eingebung") und wurde ein Renner. Innerhalb kürzester Zeit gab es zwei Nachdrucke, und den Eindruck auf andere Komponisten kann man gar nicht hoch genug ansetzen.

      Alle zwölf Konzerte gehören zur Gruppe der Solokonzerte und sind grundsätzlich achtstimmig notiert (für 4 Violinen, 2 Violen, 1 Violoncello und b.c.). Die Solos sind den Violinen und dem Cello vorbehalten, in unterschiedlichster Besetzung. Dabei ist die Reihenfolge der Violinensolos streng festgelegt worden (Nr. 1/4/7/10: 4 Violinen; Nr. 2/5/8/11: 2 Violinen; Nr. 3/6/9/12: 1 Violine), dazu tritt dann ein Solo-Cello (Nr. 2/7/10/11).

      Satztechnisch hat Vivaldi die Konzerte zumeist dreistimmig gesetzt; d.h. z.B. daß er in den Konzerten mit 4 Violinen höchstens zwei Violinen plus Baß als Solos gleichzeitig spielen läßt. Die meisten Konzerte haben drei Sätze (Allegro - Largo - Allegro), zwei dagegen vier (Nr. 2/4: denen wird nochmals ein Andante/Adagio vorgesetzt) und eins sogar fünf (Nr. 7: Andante - Adagio - Allegro - Adagio - Allegro). Die Hälfte der Konzerte (alle ungeraden Nummern bis auf Nr. 12) steht in Dur-Tonarten, die anderen (die geraden Nummern bis auf Nr. 11) halt in moll.

      12 Violinkonzerte "L'estro armonico" - op. 3
      Nr. 1 - für 4 Violinen & b.c. in D-Dur (RV 549)
      Nr. 2 - für 2 Violinen, Violoncello & b.c. in g-moll (RV 578)
      Nr. 3 - für 1 Violine & b.c. in G-Dur (RV 310)
      Nr. 4 - für 4 Violinen & b.c. in e-moll (RV 550)
      Nr. 5 - für 2 Violinen & b.c. in A-Dur (RV 519)
      Nr. 6 - für 1 Violine & b.c. in a-moll (RV 356)
      Nr. 7 - für 4 Violinen, Violoncello & b.c. in F-Dur (RV 567)
      Nr. 8 - für 2 Violinen & b.c. in a-moll (RV 522)
      Nr. 9 - für 1 Violine & b.c. in D-Dur (RV 230)
      Nr. 10 - für 4 Violinen, Violoncello & b.c. in h-moll (RV 580)
      Nr. 11 - für 2 Violinen, Violoncello & b.c. in d-moll (RV 565)
      Nr. 12 - für 1 Violine & b.c. in E-Dur (RV 265)


      Diese Konzerte hatten einem immensen Einfluß auf die Entwicklung des Solokonzerts: bereits vor dem Druck waren die Manuskripte der einzelnen Konzerte im Umlauf und dienten anderen Komponisten als Inspiration für Bearbeitungen oder neu komponierten Werken. Johann Sebastian Bach hat nicht weniger als sechs Konzerte bearbeitet, und seine Brandenburgischen Konzerte haben viel von Vivaldi übernommen. Der Aufbau der Konzerte wurde exemplarisch in theoretischen Schriften wie denen von Johann Joachim Quantz oder Johann Mattheson erläutert.

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      (P) 1963 Philips Classics [119'48"]

      Solisten:
      (I) Roberto Michelucci [1-12],(II) Anna Maria Cotogni [1-2/4-5/7-8/10-11],
      (III) Walter Galozzi [1/4/7/10], & (IV) Luciano Vicari [1/4/7/10] (Violine)
      Enzo Altobelli [2/7/10-11] (Cello)

      I Musici


      Diese Aufnahmen entstanden im Juni und September 1962 und waren das zweite Opus (nach op. 8), das I Musici aufgenommen hatte. Hier überwiegt ein warmer, klangvoller Ton, mit einer fülligen Basis. Da die Besetzung von I Musici größer ist als die im Druck notierte, hat man kurzerhand die Konzerte bearbeitet; Franz Giegling und Barbara Giuranna (nur Nr. 8) haben zusätzliche Stimmen ausgeschrieben, die sicherlich auf Stimmverdopplungen im b.c.-Bereich hinauslaufen. Mächlich fließend in den langsamen Sätzen, energisch zupackend in den schnellen, spielen I Musici sehr konzentriert in einem guten mittleren Tempo. Der Aufnahme merkt man ihr Alter kaum an; die Details schälen sich recht gut aus dem Gesamtklang, die Geschlossenheit des Klangbildes überzeugt auch heute noch. Sehr gut, aber eben auch einer anderen Epoche entstammend.


      Links:
      "http://de.wikipedia.org/wiki/L%27Estro_Armonico"
      "http://en.wikipedia.org/wiki/L%27estro_Armonico"


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    • Sonaten für Violoncello & b.c. (RV 38-47)

      Interessant...Anner Bylsma hatte die Violinsonaten bereits zehn Jahre vor der Vivarte-Einspielung schon einmal aufgenommen:



      (P) 1990 dhm [61'40"]

      Anner Bylsma (Violoncello)

      Basso continuo:
      Hidemi Suzuki (Violoncello)
      Jacques Ogg (Cembalo)


      Ich muß allerdings einschränken, daß es sich nicht um die gesamten sechs Sonaten aus dem Druck von 1740 handelt, sondern um die sechs Cellosonaten RV 39-44:

      Sonaten für Violoncello & b.c.:
      RV 41 - in F-Dur (1740: Nr. 2)
      RV 43 - in a-moll (1740: Nr. 3)
      RV 40 - in e-moll (1740: Nr. 5)
      RV 44 - in a-moll
      RV 42 - in g-moll
      RV 39 - in Es-Dur


      Es sind also nur drei aus dem Druck von 1740 hier vorhanden, dafür aber die anderen drei aus den Manuskripten. Man kann also sagen, daß Anner Bylsma insgesamt gesehen sämtliche neun erhaltene Cellosonaten Vivaldis eingespielt hat.

      Das b.c. ist hier anders besetzt als in der späteren Aufnahme: es besteht nur aus Cello und Cembalo, reduziert auf das nötigste Geflecht. Das ist sicherlich eher eine Entscheidung der Interpretation denn einer der authentischen Besetzung gewesen, aber dafür entschädigt Bylsma mit einem wunderbaren konzentrierten Spiel. Sein Cello singt geradezu durch die Sonaten, und durch das sehr lichte b.c. lenkt nichts davon ab. Einige Sätze werden sogar nur mit zwei Celli gespielt. :thumbsup:


      Link:
      "http://www.musicweb-international.com/classrev/2004/Oct04/Vivaldi_Bylsma.htm"


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    • Violinenkonzerte op. 3 "L'estro armonico" (RV 109-585) - Pinnock & Gantvarg

      Ich habe noch zwei weitere komplette op. 3 durchgehört:

      I.


      (P) 1987 Archiv Produktion [100'21"]

      Solisten:
      (I) Simon Standage [1-7, 9-12], (II) Elisabeth Wilcock [1, 4, 7-8, 10-11],
      (III) Micaela Comberti [1-2, 4, 7-8, 10] & (IV) Miles Golding [1, 4-5, 7, 10] (Violine)
      Jaap ter Linden (Violoncello) [1-2, 7, 10-11]

      The English Consort
      D: Trevor Pinnock


      Pinnock nahm op. 3 Ende 1986 und Mitte 1987 auf. Die Besetzung ist dem Druck angeglichen (4 Violinen, 2 Violas, 1 Violoncello & b.c.), der Stimmton liegt bei a'=415 Hz. Und was für ein Unterschied zu I Musici ist dabei herausgekommen! Historische Instrumente und HIPpe Spielweise hat hier Wunder bewirkt: die Interpretation ist lebendiger, flotter und irgendwie gewiefter. Ganze zwanzig Minuten gehen die zwölf Konzerte schneller, und die Details der Musik ist dennoch gegenwärtig. Alle Beteiligten spielen hervorragend, und dennoch ergibt sich ein geschlossener Ensembleklang mit feiner Dynamik. So macht Vivaldi richtig Spaß!
      :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:


      II.


      (P) 1992 Arte Nova [103'36"]

      St. Petersburg Soloists
      D: Michail Gantvarg


      Das ist vielleicht nicht die weltbeste Aufnahme von op. 3, aber sie ist gut anhörbar. Aufgenommen im Mai und Juni 1992 in Konstanz, ist sie sehr groß besetzt und klingt sehr voll. Sie ist nicht ganz so flott wie die von Pinnock: in den ruhigen Stellen lassen sich die Petersburger mehr Zeit, schöpfen die Pausen mehr aus; bei den schnellen Stellen verbleiben sie in einem gemäßigten Duktus. Die Klangqualität ist sehr gut - etwas hallig, aber mit einer schönen Raumfärbung.


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    • Violinkonzerte op. 4 "La stravaganza" (RV 170-391) - I Musici

      1712 erschien Vivaldis vierte Sammlung, diesmal zwölf Konzerte für Violine, Streicher & b.c. Er nannte sie "La stravaganza" (dt.: Die Extravaganz), womit er sicherlich auf den unglaublich weiten harmonischen und instrumentalen Ideenreichtum innerhalb der Konzerte anspielen wollte; der Weg zum späteren Solokonzert wurde mit op. 4 entscheidend fortgeführt.

      Wie bei op. 3 sind die Konzerte in ein Tonarten-Schema eingereiht: wieder die ungeraden Nummern für Dur, die geraden für moll; allerdings gibt es wieder eine Ausnahme - Nr. 12 ist ebenfalls in Dur. Alle Konzerte haben drei Sätze (schnell - langsam - schnell) - mit einer Ausnahme: Nr. 7 [RV 185] hat vier (Largo - Allegro - Largo - Allegro). Dieses Konzert hat außerdem die Besonderheit, daß im III. Satz zwei Solo-Violinen spielen und im IV. Satz noch ein Solo-Cello dazukommt.

      12 Violinenkonzerte "La stravaganza" - op. 4
      Nr. 1 in B-Dur - RV 383a
      Nr. 2 in e-moll - RV 279
      Nr. 3 in G-Dur - RV 301
      Nr. 4 in a-moll - RV 357
      Nr. 5 in A-Dur - RV 347
      Nr. 6 in g-moll - RV 316a
      Nr. 7 in C-Dur - RV 185
      Nr. 8 in d-moll - RV 249
      Nr. 9 in F-Dur - RV 284
      Nr. 10 in c-moll - RV 196
      Nr. 11 in D-Dur - RV 204
      Nr. 12 in G-Dur - RV 298


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      (P) 1963 Philips Classics [113'28"]

      Solisten:
      Felix Ayo (Violine)
      Walter Gallozzi (Violine II) [Nr. 7]
      Enzo Altobelli (Cello) [Nr. 7]

      I Musici


      Im Juni und September 1963 nahmen I Musici ihr drittes Opus vivaldischer Musik auf. Auch hier wurde eine erweiterte Version von Franz Giegling editiert, damit alle zwölf Musiker eingesetzt werden konnten. Insgesamt gefällt mir an dieser Einspielung die wirklich vorzügliche gespielte Solovioline von Felix Ayo, der ein besonderes Gespür für die Intimität der langsamen Sätze sowie eine kräftige Hand für die schnellen Sätze hat. Völlig, süffig, gut abgehangen; zurecht ein Klassiker... :thumbsup:


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    • Verschiedene Konzerte & Sonaten - L'Arte dell'Arco

      Das Ensemble L'Arte dell'Arco wurde 1994 von Federico und Giovanni Guglielmo (der die 1. Violine und die Leitung des Ensembles innehat) gegründet und spielt im Wesentlichen italienische Musik des Barock. Vivaldi, Tartini, Cimarosa, aber auch mal Händel oder Haydn findet sich in ihrer Diskographie. Ich habe diese zwei CDs mit ihnen:


      (P) 2000 dhm

      Neben sechs Konzerten von Giacomo Facco ist auch ein Konzert von Vivaldi zu finden:

      RV 157 - Konzert für Streicher in g-moll


      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/71vT7y5tEaL._AA300_.jpg] (P) 1999 dhm

      Hier sind neben den Ouvertüren zu sieben seiner Opern* folgende Werke vorhanden:

      RV 761 - Konzert für Violine & Streicher in c-moll "Amato bene"
      RV 571 - Konzert für Violine, 2 Oboen, 2 Hörner, Violoncello,
      Fagott & Streicher in F-Dur
      RV 149 - Sinfonia für Streicher in G-Dur
      RV 128 - Konzert für Streicher in d-moll



      L'Arte dell'Arco spielt mit Verve und großer Genauigkeit. Die Besetzung ist in den Konzerten solistisch, ohne jedoch an Fülle und Transparenz zu verlieren. Die Werke werden eher schnell gespielt, mit Sinn fürs Lebendige. Mit viel Schwung werden die schnellen Sätze genommen; stellenweise hat das einen herrlichen tänzerischen Charme. Was Guglielmo und seine Mitstreiter aus ihren Saiten zaubern, ist wirklich klasse... :thumbsup:

      Die anderen Werke stehen dem in nichts nach. Faccos 6 Concerti Pensieri adriarmonici op. 1 sind wundervolle Kleinode; die Ouvertüren sind im Grunde auch nichts anderes als mehrsätzige Sinfonias, die halt hier Opern einleiten. Diese sind aber etwas größer besetzt. Daß L'Arte dell'Arco auf Avanti l'opera die Ouvertüren mit Konzerten mischt, erweist sich als ein nicht unkluges Ansinnen, denn ein stilistischer Bruch entsteht dadurch nicht.


      *Sinfonias zu:
      RV 703 - Bajazet
      RV 725 - L'Olimpiade
      RV 739 - La verita' in cimento
      RV 729 - Ottone in villa
      RV 709 - La Dorilla
      RV 711 - Farnace
      RV 717 - Il giustino



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    • Violinensonaten op. 5 (RV 1-37 & 60-79) - I Musici

      Im Jahre 1716 erschien diese Sammlung mit insgesamt sechs Sonaten. Sie sind für 1 Violine (Nr. 1-4) bzw. für 2 Violinen (Nr. 5-6) geschrieben. Sie beginnen alle mit einem Preludio, dem eine Allemanda oder eine Corrente folgt. Die eine Hälfte der Sonaten (Nr. 1, 3 & 6) sind viersätzig, die anderen dreisätzig. Es gibt nur zwei Sonaten in der Moll-Tonart (Nr. 4 & 6), und es liegt grundsätzlich die Form langsam - schnell - schnell (- schnell) vor.

      6 Violinensonaten - op. 5
      Nr. 1 - für Violine & b.c. in F-Dur (RV 18)
      Nr. 2 - für Violine & b.c. in A-Dur (RV 30)
      Nr. 3 - für Violine & b.c. in B-Dur (RV 33)
      Nr. 4 - für Violine & b.c. in h-moll (RV 35)
      Nr. 5 - für 2 Violinen & b.c. in B-Dur (RV 76)
      Nr. 6 - für 2 Violinen & b.c. in g-moll (RV 72)


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      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51ls7llEWBL._SX355_.jpg]

      (P) 1977 Philips Classics [58'12"]

      Salvatore Accardo & Sylvie Gazeau (Violine)
      Rohan de Saram (Violoncello)
      Bruno Canino (Cembalo)


      Im April 1977 entstanden die Aufnahmen zu op. 5. Es liegt das bewährte Spiel der vier Mitglieder von I Musici vor: eine deutlich artikulierte, direkte Interpretation in mittlerem Tempo und mit freundlicher Atmosphäre.


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    • Och, da wird ja im ganzen Thread bisher nirgends Giuliano Carmignola erwähnt. Dabei hat er doch sehr viel Vivaldi eingespielt - und ist ein brillanter und leidenschaftlicher Barockgeiger.

      Er hat mit Sonatori de la Gioiosa Marca musiziert, später mit dem Venice Baroque Orchestra, die letzte Scheibe dann mit der Accademia Bizantina unter Ottavio Dantone. Alles tolle Einspielungen, wie ich meine.

      :wink:
    • Das ist richtig, liebe Cosima, aber ich habe ihn erst jetzt wirklich auf den Schirm bekommen, als ich mich näher mit Vivaldis Instrumentalmusik beschäftige. Ich muß gestehen, ich habe von ihm nur eine CD und einen Ausschnitt aus der neuesten CD, alles dank der Archiv-Box . Die werde ich aber bald vorstellen... :yes:


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    • Violinkonzerte op. 6 (RV 170-391) - I Musici

      Im selben Jahr - 1716 - erschien auch ein halbes Dutzend seiner Violinkonzerte im Druck. Sie sind alle dreisätzig angelegt (Allegro - Grave/Largo/Adagio - Allegro) und sind dem Solistenkonzert zuzuordnen. Hier sind die Moll-Tonarten in der Überzahl; nur zwei (Nr. 2 & 4) sind in Dur.

      6 Konzerte für Violine & Streicher - op. 6
      Nr. 1 - in g-moll (RV 324)
      Nr. 2 - in Es-Dur (RV 259)
      Nr. 3 - in g-moll (RV 318)
      Nr. 4 - in D-Dur (RV 216)
      Nr. 5 - in e-moll (RV 280)
      Nr. 6 - in d-moll (RV 239)


      Vivaldi ist ganz im seinem Element: er probiert alle klanglichen Möglichkeiten aus, die ihm zur Verfügung stehen. In op. 6 hat seine Meisterschaft bereits einen hohen Grad erreicht, die er später noch verfeinern konnte.

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      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51EuKXDQyhL._AA160_.jpg]

      (P) 1978 Philips Classics [51'29"]

      Pina Carmirelli (Violine)

      I Musici


      Im Juni 1977 wurden diese sechs Konzerte aufgenommen - mit der damals neuen Konzertmeisterin Pina Carmirelli (1914-1993), die in ihrer Profession als Barocksolistin gleich einen beeindruckenden Start hinlegte. Schwung, Präzision, Virtuosität und Klanglichkeit kennzeichnen diese Einspielung, verbunden wieder mit der bewährten direkten Aufnahmequalität. Das ist schon hervorragend ausgelotet, was I Musici hier spielt. Vorzüglich... :thumbsup:


      Links:
      "http://de.wikipedia.org/wiki/Pina_Carmirelli"
      "http://en.wikipedia.org/wiki/Pina_Carmirelli"


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