Vivaldi, Antonio: Die Sonaten & Konzerte RV 1-585 & 741ff.

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    • Violin- und Oboenkonzerte op. 7 (RV 170-391 & 446-465) - I Musici

      Im Jahre 1717 erschien Vivaldis siebte Sammlung. Sie beinhaltete zwölf Konzerte, zwei für Oboe (Nr. 1 & 7) und zehn für Violine. Alle Konzerte sind dreisätzig mit der Form schnell - langsam - schnell. Nur zwei Konzerte sind in Molltonart geschrieben (Nr. 3 & 4), der Rest ist in Dur.

      Inzwischen hat Vivaldi seinen Radius der musikalischen Verarbeitung weitesgehend ausgeprägt. Er variiert seine Möglichkeiten in den jeweiligen Mittelsätzen der zwölf Konzerte (Durchkomponierung, Dialog zwischen Solo und Tutti, Zwei- und Dreiteiligkeit), während die Ecksätze die Ritornellform gar nicht mehr verlassen. Die zwei Oboenkonzerte gehören möglicherweise zu seinen allerersten Kompositionen mit diesem Instrument; Albinoni hatte zwei Jahre zuvor eine Sammlung mit zwölf Oboenkonzerte (op. 7) veröffentlicht und damit diese Gattung begründet.

      12 Konzerte für Violine bzw. Oboe & Streicher - op. 7
      Nr. 1 - in B-Dur (RV 465) Oboe
      Nr. 2 - in C-Dur (RV 188) Violine
      Nr. 3 - in g-moll (RV 326) "
      Nr. 4 - in a-moll (RV 354) "
      Nr. 5 - in F-Dur (RV 285a) "
      Nr. 6 - in B-Dur (RV 374) "
      Nr. 7 - in B-Dur (RV 464) Oboe
      Nr. 8 - in G-Dur (RV 299) Violine
      Nr. 9 - in B-Dur (RV 373) "
      Nr. 10 - in F-Dur (RV 294a) "
      Nr. 11 - in D-Dur (RV 208a) "
      Nr. 12 - in D-Dur (RV 214) "


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      (P) 1976 Philips Classics [106'36"]

      Salvatore Accardo (Violine)
      Heinz Holliger (Oboe)

      I Musici


      Diese Aufnahmen entstanden im Juli 1975 und präsentieren die zwölf Konzerte in gediegener Weise: höchste Spielkultur paart sich mit einem herrlichen Zusammenklang. Accardo spielt wie gewohnt - nämlich exzellent - , und seine Mitstreiter begleiten ihn wunderbar.

      Dennoch fehlt mir in dieser Einspielung ein wenig der Biß. Die Ecksätze haben selten etwas Forsches, Drängendes, was durchaus machbar wäre. Es klingt alles sehr glatt und elegant. - Aber natürlich: das ist Jammern auf höchstem Niveau und eher dem eigenen Geschmack geschuldet.
      :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup:


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      "Interpretation ist mein Gemüse."
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      Jean Paul
    • HINWEIS ZU "Die vier Jahreszeiten" op. 8 Nr. 1-4

      Ich habe mich entschieden, die vier Jahreszeiten aus diesem Thread auszugliedern, sofern es nur um diese geht. Der Thread ist an der Stelle zu finden. Jedoch werde ich in Bezug auf op. 8 in seiner Gesamtheit keine Trennung vollziehen. Also: Diskussionen speziell nur zu op. 8 Nr. 1-4 drüben, zu op. 8 Nr. 1-12 bzw. Nr. 5-12 dann hier.


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    • Violinenkonzerte "Il cimento dell'armonia e dell'inventione" op. 8 (RV 170-391) - I Musici

      Es dauerte acht Jahre, bis Vivaldi zwölf weitere Konzerte in den Druck gab. Diesmal stellte er sich dabei einer besonderen Aufgabe: nämlich die abstrakte Musik eines Konzerts mit der lautmalerischen Beschreibung verschiedener Ereignisse zu kombinieren. Nicht weniger als sieben Konzerte (Nr. 1-6 & 10) sind Themen unterstellt, die in Form von Sonetten den jeweiligen Konzerten vorangestellt sind. Die berühmtesten sind dabei die vier, die die vier Jahreszeiten beschreiben; die anderen beschreiben einen Seesturm, das Vergnügen und die Jagd.

      Sämtliche Konzerte sind dreisätzig angelegt in der Form schnell - langsam - schnell. Die Ecksätze haben die Ritornellform, die Mittelsätze unterliegen den Variierungen, die sich Vivaldi jeweils einfallen ließ. Sieben Konzerte sind in Dur-Tonarten, fünf in Moll. Vivaldi erreicht nun in op. 8 den eigentlichen Höhepunkt seiner Beschäftigung mit der Konzertgattung: indem er z.B. vier Konzerte den jeweiligen Jahreszeiten widmet, verbindet er seine handwerklichen Kompositionstechniken gekonnt mit der inspirierenden Idee einer Naturbeschreibung. In den Konzerten, die diesem Konzept nicht unterstellt sind, erarbeitet sich Vivaldi eine ebenso brillante Umsetzung.

      Die zwölf Konzerte entstanden wohl zu den üblichen Gelegenheiten zur Aufführung in der Pietà. Für den Druck wurden einige Sätze nochmals überarbeitet; dabei entstanden für die Konzerte Nr. 9 & 12 auch noch Bearbeitungen für die Oboe als Soloinstrument.

      12 Konzerte für Violine & Streicher - op. 8
      'Le quattro stagioni' (Die vier Jahreszeiten)
      Nr. 1 - in E-Dur (RV 269) La primavera (Der Frühling)
      Nr. 2 - in g-moll (RV 315) L'Estate (Der Sommer)
      Nr. 3 - in F-Dur (RV 293) L'Autunno (Der Herbst)
      Nr. 4 - in f-moll (RV 297) L'Inverno (Der Winter)

      Nr. 5 - in Es-Dur (RV 253) La tempesta di mare (Der Seesturm)
      Nr. 6 - in C-Dur (RV 180) Il piacere (Das Vergnügen)
      Nr. 7 - in d-moll (RV 242)
      Nr. 8 - in g-moll (RV 332)
      Nr. 9 - in d-moll (RV 236)
      Nr. 10 - in B-Dur (RV 362) La caccia (Die Jagd)
      Nr. 11 - in D-Dur (RV 210)
      Nr. 12 - in C-Dur (RV 178)

      alternativ:
      2 Konzerte für Oboe & Streicher
      Nr. 9 - in d-moll (RV 454)
      Nr. 12 - in C-Dur (RV 449)



      Da Die vier Jahreszeiten ein Eigenleben führen, gilt es zu beachten, daß ich die Diskussion, die sich nur auf op. 8 Nr. 1-4 beschränken würde, hierhin ausgelagert habe.

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      (P) 1959 (Nr. 1-4) & 1962 (Nr. 5-12) Philips Classics [124'48"]

      Felix Ayo (Violine)

      I Musici


      Diese Aufnahmen entstanden in zwei Kampagnen: Nr. 1-4 wurde im Mai 1959 aufgenommen, Nr. 5-12 erst im September 1961. Die vier Jahreszeiten war eine Neueinspielung in Stereo, die die erste Aufnahme vier Jahre zuvor ersetzen sollte, die noch in Mono war; die restlichen acht Konzerte sollten dann das op. 8 komplett abschließen, womit I Musici ihre erste Kompletteinspielung eines vivaldischen Opus vorlegten. Tatsächlich unterscheiden sie sich klanglich deutlich voneinander: Nr. 1-4 hat eine geschlossene, aber auch etwas dumpfe Qualität, während sich Nr. 5-12 wesentlich klarer und analytischer erweist.

      Auch interpretatorisch liegen einige Unterschiede dazwischen: im direkten Vergleich wirken Nr. 1-4 etwas schwer, während Nr. 5-12 von einem lebendigen Verve getragen werden. In den zwei Jahren hatte sich I Musici entscheidend weiterentwickelt und sich von einer Erdenschwere befreit, die man auch deutlich hören kann. Während sich natürlich die 1959er Jahreszeiten als der Klassiker unter den frühen Einspielungen etabliert hat, ist die vermeintliche "Ergänzung" der eigentliche Grund, diese Aufnahme zu loben. Für das Alter von nunmehr fünfzig Jahren klingt das immer noch verdammt gut... :thumbup:
      :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup:

      [Es liegt eine Edition von Vittorio Negri vor, um die fünfstimmig notierten Konzerte durch das zwölfköpfige Ensemble erklingen zu lassen; außerdem sind die Bearbeitungen für Oboe ausgelassen worden.]


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    • Fünfstimmig ist doch wohl einfach so gemeint: Violine solo, Violine 1+2,Viola, Bass (Cello, Violone/Kontrabass u. Cembalo/Orgel/Theorbe usw.) Oder? Man muss nur entscheiden, wie man Tutti und Bass besetzt. Bei 11 außer dem Solisten wären das zB 3-3-2-1-1 und noch ein Tasteninstrument.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Kater Murr schrieb:

      Fünfstimmig ist doch wohl einfach so gemeint: Violine solo, Violine 1+2,Viola, Bass (Cello, Violone/Kontrabass u. Cembalo/Orgel/Theorbe usw.) Oder?
      Genau... :yes:

      1. Solo Violine
      2. Violinen I
      3. Violinen II
      4. Violas
      5. Continuo

      Siehe hier:
      "http://imslp.org/wiki/Il_cimento_dell%27armonia_e_dell%27inventione,_Op.8_%28Vivaldi,_Antonio%29"


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    • Verschiedene Konzerte - Hengelbrock & Galway

      Zwei CDs stelle ich noch vor:




      (P) 1993 dhm/BMG 05472 77289 2

      Freiburger Barockorchester
      D: Thomas Hengelbrock


      Hier sind sechs Werke zu finden: drei von Bach, und drei von Vivaldi:

      RV 725 - L'Olimpiade (Ouvertüre)
      RV 158 - Sinfonie für Streicher in A-Dur
      RV 580 - Konzert für 4 Violinen, Violoncello & b.c. in h-moll
      [op. 3 Nr. 10]

      Irgendwas mußten die Musiker im Essen gehabt haben: sie spielen, als würde es um ihr Leben gehen. So kraftvoll, wuchtig, mit so viel Schmackes und Dynamik habe ich Vivaldi bisher kaum gehört. Hengelbrock läßt nichts anbrennen: er bringt einem so einen vitalen Schwall entgegen, daß es nur so raucht. Speed Vivaldi in seiner HIPsten Form - grandios! :juhu:

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      (P) 1989 RCA Victor "Red Seal" [56'41"]

      James Galway (Querflöte)

      I Solisti Veneti
      D: Claudio Scimone


      Auf dieser CD sind sechs Konzerte zu finden:

      RV 456 - Konzert für Oboe & Streicher in F-Dur*
      RV 108 - Konzert für Blockflöte & 2 Violinen in a-moll*
      RV 427 - Konzert für Querflöte & Streicher in D-Dur
      RV 458 - Konzert für Oboe & Streicher in F-Dur*
      RV 440 - Konzert für Querflöte & Streicher in a-moll
      RV 429 - Konzert für Querflöte & Streicher in D-Dur


      *Da diese Konzerte nicht original für Querflöte komponiert worden waren, hat Galway sie selber bearbeitet und umgeschrieben. RV 456 & 458 wurden außerdem nach G-Dur transponiert.

      Das ist eine Aufnahme mit großem Orchesterapparat und modernem Instrumentarium. Neben den drei eindeutig bearbeiteten Konzerten scheinen aber auch die anderen zumindest fürs moderne Orchester arrangiert worden zu sein. Somit ist dies ganz gewiß keine Aufnahme, die historisch korrekt informiert ist.

      Scimone läßt das Orchester schwelgen, ohne dabei zu schwärmerisch zu werden. Das Tempo ist recht flott, Ecken und Kanten treten nicht auf; insgesamt ein sehr glattes Auftreten. Galway brilliert an seinem Instrument und erzeugt eine schöne Stimmung, irgendwo zwischen Hirtenidylle und Romantik angesiedelt. Das klingt sehr nett und gefällig, aber mehr nicht.

      Ganz ehrlich: klanglich ist das als Vivaldi nicht wirklich zu erkennen. Es klingt nach einem halben Dutzend Flötenkonzerte aus der Klassik- oder Romantikepoche, aber nicht nach Spätbarock. Sowas kann man als Hintergrundmusik gut laufen lassen, aber zum Genießen müßte man die ganze HIP-Bewegung komplett ignorieren können. :shake:


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    • Sonaten für 2 Instrumente (RV 80-86) & Kammerkonzerte (RV 87-108) - Collegium Pro Musica

      Noch ein kleines Intermezzo mit Werken außerhalb der Opusnummern:



      (P) 2012 Brilliant Classics 94332 [144'54"]

      Collegium Pro Musica:
      Stefano Bagliano (Blockflöte)
      Pierluigi Fabretti (Oboe)
      Federico Guglielmo (Violine)
      Valerio Giannarelli (Violine, nur: RV 88 & 108)
      Massimiliano Simonetto (Violine, nur: RV 87)
      Andrea Bressan (Fagott)
      Francesco Galligioni (Violoncello)
      Roberto Loreggian (Cembalo & Orgel)
      Federica Bianchi (Cembalo, nur: RV 94 & 95)


      Neben seiner Beschäftigung mit Konzerten für Solisten und Streicher hat Vivaldi anfangs auch Kammerkonzerte komponiert. Diese sind grundsätzlich als RV 87-108 gelistet und entstanden zumeist um 1720 oder davor. Hier erklingen Instrumente wie die Flöte, die Oboe, das Fagott, die Violine, das Cello zum obligatorischen b.c. Die Kombinationen sind sehr vielfältig und variieren die Möglichkeiten zum Solo- und Zusammenspiel in einer breiten Palette.

      In etwas ähnlicher Weise muß man die Triosonaten für zwei unterschiedliche Instrumente (RV 80-86) dazuzählen: es ist fast immer so, daß eines der Instrumente das Solo innehat.


      Doch ist in der obigen Einspielungen Vieles nicht so über den Kamm zu scheren. Hier die Auflistung aller Werke, die ich allerdings in RV-Reihenfolge aufliste (ist so nicht auf den CDs sortiert):

      Sonaten für 2 Instrumente & b.c.:
      RV 83 - Violine & Cello in c-moll
      RV 84 - Blockflöte & Violine in D-Dur
      RV 86 - Blockflöte & Fagott in a-moll

      Kammerkonzerte:
      RV 87 - für Blockflöte, Oboe, 2 Violinen & b.c. in C-Dur
      RV 88 - für Blockflöte, 2 Violinen, Cello & b.c. in C-Dur
      RV 91 - für Blockflöte, Violine, Cello & b.c. in D-Dur
      RV 92 - für Blockflöte, Violine, Cello & b.c. in D-Dur
      RV 94 - für Blockflöte, Oboe, Violine, Fagott & b.c. in D-Dur
      RV 95 - für Blockflöte, Oboe, Violine, Fagott & b.c. in D-Dur "La pastorella"
      RV 96 - für Blockflöte, Violine, Fagott & b.c. in d-moll
      RV 99 - für Blockflöte, Oboe, Violine, Fagott & b.c. in F-Dur
      RV 100 - für Blockflöte, Violine, Fagott & b.c. in F-Dur
      RV 103 - für Blockflöte, Oboe, Violine, Fagott & b.c. in g-moll
      RV 105 - für Blockflöte, Oboe, Violine, Fagott & b.c. in g-moll
      RV 106 - für Blockflöte, Violine, Fagott & b.c. in g-moll
      RV 107 - für Blockflöte, Oboe, Violine, Fagott & b.c. in g-moll
      RV 108 - für Blockflöte, 2 Violinen & b.c. in a-moll
      RV 801 - für Oboe, Violine; Cello & b.c. in C-Dur


      [Die Reihenfolge auf den CDs: I - RV 87, 107, 95, 94, 99 & 105; II - RV 100, 86, 106, 801, 96 & 103; III - RV 108, 84, 91, 83, 92 & 88]


      Die Konzerte und Sonaten sind fast immer dreisätzig angelegt und weisen zumeist die Form schnell - langsam - schnell auf. Bei den viersätzigen Werken setzt er zusätzlich ein Largo an den Beginn. Die Tonarten verbleiben im Bereich weniger Vorzeichen (maximal zwei # bzw. b), und die Ecksätze und Mittelsätze folgen grundsätzlich dem Schema, welches Vivaldi auch für die Solokonzerte entwickelt hatte.


      Bei der Recherche ist mir aber Folgendes aufgefallen: die CD-Box führt den Titel Complete Chamber Concertos auf der Rückseite. Ich weiß nicht, ob das so korrekt ist. Insgesamt sind mit allen Versionen 35 Werke im RV gelistet, aber selbst wenn man die unauthentischen, die verlorenen und die Varianten rausrechnet, bleiben mehr als die hier achtzehn Werke übrig (25).

      Dann ist mir aufgefallen, daß die Triosonaten keine "echten" Trios sind, da das b.c. grundsätzlich mit Violoncello und Cembalo ausgeführt wird. Dann sind einige Konzerte nicht in der hier eingespielten Besetzung gelistet:

      RV 88 - keine Oboe & Fagott; dafür Violine II & Cello
      RV 91 - Cello anstatt Fagott
      RV 92 - Cello anstatt Fagott
      RV 103 - Violine zusätzlich
      RV 801 - entweder 2 Oboen & Fagott oder Flöte, Oboe & Fagott


      Zu guter Letzt werden alle Werke mit Blockflöte ausgeführt - auch die, die eigentlich für Querflöte komponiert wurden (RV 84, 88, 91, 96, 99, 100, 106 & 107).


      Ich nehme an, daß der Grund dafür darin zu finden ist, daß Stefano Bagliardo als führender Solist vorangestellt wird; an 16 der 18 Werke ist er beteiligt. Im Original sind diese 16 Kompositionen immer mit einer Flöte besetzt, doch das sind eben nicht alle, die Vivaldi mit diesem Instrument komponiert hatte. Insgesamt etwas seltsam... [Blockierte Grafik: http://www.elvisnachrichten.de/images/smilies/gruebel.gif]

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      Genug gewundert; kommen wir nun zur Einspielung:

      Die Aufnahmen entstanden im Oktober 2011 und im Januar 2012 exklusiv für Brilliant Classics. Sie sind solistisch besetzt und werden auf historischen Instrumenten ausgeführt. Sie punkten mit einer herrlichen subtilen Atmosphäre und einer virtuosen Handhabung der Instrumente. Bagliardo stellt mit seiner Blockflöte den Mittelpunkt dar, um den sich seine Kollegen scharen. Der Ensembleklang ist sehr gut abgestimmt, und die Kompositionen werden mit Verve und größter Wärme vorgetragen. Für die läppischen Euro ist das hier aber eine sehr gute Investition.
      :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:


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    • Violinenkonzerte "La cetra" op. 9 (RV 170-391 & 505-530) - I Musici

      Im Jahre 1727 erschien Vivaldis neuntes Opus, welches in fünf Stimmbüchern zwölf Konzerte beinhaltete. Der Titel der Sammlung lautete "La cetra" (dt.: die Leier, die Cithara) und war Kaiser Karl VI. (1685-1740) gewidmet, der Vivaldis Musik sehr schätzte. Wenn man von einer Ausnahme absieht, handelt es sich um Konzerte mit einer Violine; Nr. 9 ist mit zwei Solo-Violinen besetzt.

      Alle Konzerte unterliegen der dreisätzigen Form (schnell - langsam - schnell) und bleiben innerhalb ihrer Grenzen, wie sie Vivaldi erfolgreich entwickelt hatte. Sieben Konzerte sind in Dur-Tonarten, fünf in Moll. In zwei Konzerten liegen die Solos in Skordatur vor: Nr. 6 hat die Stimmung a - e' - a' - e'', Nr. 12 h - d' - a' - d''. Die technischen Ansprüche sind an die Solisten recht hoch.

      12 Konzerte für Violine & Streicher - op. 9
      Nr. 1 - in C-Dur (RV 181a)
      Nr. 2 - in A-Dur (RV 345)
      Nr. 3 - in g-moll (RV 334)
      Nr. 4 - in E-Dur (RV 263a
      Nr. 5 - in a-moll (RV 358)
      Nr. 6 - in A-Dur (RV 348)
      Nr. 7 - in B-Dur (RV 359)
      Nr. 8 - in d-moll (RV 238)
      Nr. 9 - in B-Dur (RV 530) für 2 Violinen & Streicher
      Nr. 10 - in G-Dur (RV 300)
      Nr. 11 - in c-moll (RV 198a)
      Nr. 12 - in h-moll (RV 391)


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      (P) 1965 Philips Classics [129'44"]

      Felix Ayo (Violine)
      Anna Maria Cotogni (Violine II, Nr. 9)

      Basso Continuo:
      Enzo Altobelli (Violoncello)
      Maria Teresa Garatti (Orgel)

      I Musici


      Die Aufnahmen zu op. 9 entstanden in zwei Sitzungen im Mai-Juni & September 1964 und folgen einer Edition von Franz Giegling. Es ist eine geschlossene Interpretation mit dem üblichen flotten Tempi in den schnellen Sätzen und der fein dosierten Ruhe in den jeweiligen Mittelsätzen. Felix Ayo spielt wunderbar präzise und lyrisch, der Klang ist recht nah und wuchtig.


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    • Flötenkonzerte op. 10 (RV 426-440) - I Musici

      So - jetzt aber mal Endspurt:

      Die einzige Sammlung Vivaldis an Konzerten für die (Travers)Flöte als Soloinstrument erschien 1728 in Amsterdam. Fünf Konzerte folgen dem dreisätzigem Schema (schnell - langsam - schnell) und sind in Dur-Tonarten gehalten; die Nr. 2 ist in Moll und hat sechs Sätze (3x langsam - schnell). Sie stehen am Beginn des Interesses für das damals neumodische Blasinstrument. Vivaldi nimmt auch hier die Idee der Naturbeschreibungen auf (Nr. 1-3 haben Titel erhalten) und bindet sie in sein nun voll entwickeltes Schema ein.

      6 Konzerte für Flöte & Streicher - op. 10
      Nr. 1 - in F-Dur (RV 433) La tempesta di mare (Der Seesturm)
      Nr. 2 - in g-moll (RV 439) La notte (Die Nacht)
      Nr. 3 - in D-Dur (RV 428) Il gardellino (Der Distelfink)
      Nr. 4 - in G-Dur (RV 435)
      Nr. 5 - in F-Dur (RV 434)
      Nr. 6 - in G-Dur (RV 437)


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      (P) 1968 Philips Classics [54'50"]

      Severino Gazzelloni (Querflöte)

      I Musici


      Diese Aufnahmen entstanden im Juni 1968. Gazzelloni spielt eine moderne Querflöte und intoniert mit viel Feingefühl. I Musici unterstützt in straffer und präziser Weise. Der Klang ist voll, aber auch etwas dynamikarm.


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    • Violinen- und Oboenkonzerte op. 11 (RV 170-391 & 446-465) - I Musici

      Im Jahr 1729 erschienen die beiden letzten Sammlungen, die aber nicht von Vivaldi direkt beliefert wurden; man nimmt an, der Verleger Le Cène habe sie aus einer anderen Quelle bezogen. Vivaldi hatte es ohnehin lieber, nur noch Manuskripte zu verkaufen, und Le Cène hat sie sich wohl von Vivaldis Kunden besorgt. Es handelt sich um fünf Konzerte für Violine und eins für Oboe. Sie alle unterliegen der dreisätzigen Form (schnell - langsam - schnell) und verteilen sich gleichmäßig auf beide Tongeschlechter.

      6 Konzerte für Violine (Nr. 1-5) bzw. Oboe (Nr. 6) & Streicher - op. 11
      Nr. 1 - in D-Dur (RV 207)
      Nr. 2 - in e-moll (RV 277) Il favorito
      Nr. 3 - in A-Dur (RV 336)
      Nr. 4 - in G-Dur (RV 308)
      Nr. 5 - in c-moll (RV 202)
      Nr. 6 - in g-moll (RV 460)



      Das Oboenkonzert ist übrigens eine Umarbeitung von RV 334 (op. 9 Nr. 3).

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      (P) 1975 Philips Classics [76'10"]

      Salvatore Accardo (Violine)

      I Musici


      Diese sechs Konzerte nahmen I Musici im Juli 1974 auf. Accardo spielt den kompletten Solopart - auch den von Nr. 6 (insofern ist es auch ein Violinenkonzert). Accardo schwebt mühelos über seine Kollegen und erreicht gerade in den ruhigen Mittelsätzen eine lyrische Qualität. Der Klang ist voll, aber präsenter als in op. 10.


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Violinenkonzerte op. 12 (RV 170-391 & 109-169) - I Musici

      Mit op. 12 endeten die von Vivaldi authorisierten (bzw. bei opp. 11 & 12 geduldeten) gedruckten Sammlungen - die späteren Opusnummern gelten als nicht authentische Bearbeitungen vivaldischer Musik. Alle Konzerte folgen dem dreisätzigen Schema (schnell - langsam - schnell), wobei nur fünf Konzerte reine Solokonzerte sind; Nr. 3 ist ein Ripienokonzert, d.h. dem Orchester ist kein Solist vorangestellt. Die ersten beiden sind in Moll, die restlichen in Dur.

      6 Konzerte für Violine & Streicher - op. 12
      Nr. 1 - in g-moll (RV 317)
      Nr. 2 - in d-moll (RV 244)
      Nr. 3 - in D-Dur (RV 124) ohne Solist
      Nr. 4 - in C-Dur (RV 173)
      Nr. 5 - in
      B-Dur (RV 379)
      Nr. 6 - in B-Dur (RV 361)


      ----- -----

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/61BfVYznf4L._SL500_SX355_.jpg]

      (P) 1975 Philips Classics [65'31"]

      Salvatore Accardo (Violine)

      I Musici


      Ebenso wie die Aufnahmen für op. 11 entstanden diese im Juli 1974. Das ist keine Überraschung: die LP-Erstausgabe war nämlich ein 3-LP-Set mit opp. 11 & 12 zusammen (Philips 6747 189). Was ich zu op. 11 geschrieben habe, gilt auch hier.


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    • Ein Fazit zu I Musici



      Das ist z.Z. die einzige lieferbare Gesamtausgabe aller zwölf Sammlungen. Sie umfaßt auf 19 CDs insgesamt 114 Konzerte & Sonaten, die I Musici in einem Zeitraum von knapp zwanzig Jahren (1959-1978) realisierte. Was man zu hören bekommt, ist ein voller Sound mit einem Dutzend Musikern, die alles andere als HIP klingen. Doch war das sicherlich der Klang, den man damals so sehr an I Musici schätzte, denn allein die 1959er Einspielung der vier Jahreszeiten verkaufte sich sehr gut. Dennoch blieb das Ensemble nicht stehen, sondern übernahm neue Ideen und spielte die Werke auch zunehmend anders - straffer, mit deutlicher Artikulation und klarer Dramaturgie. Die Solisten wie Felix Ayo, Salvatore Accardo oder Pina Carmirelli machen auch heute noch viel Freude. Ihr Spiel ist hoch virtuos und zumeist mit viel Raffinesse vorgetragen.

      Mir persönlich gefallen die Einspielungen durchaus: sie sind handwerklich und interpretatorisch sehr wirkungsvoll gespielt, wobei ich zugeben muß, daß mir die Aufnahme der vier Jahreszeiten nicht so sehr liegt; der Rest ist allerdings ohne großen Tadel. Sie unterliegen nur halt komplett einer alten Spieltradition, die ich eher schönfärberisch empfinde; ich habe nichts dagegen, aber ich hatte schon bei op. 1 von Sonnerie begriffen, daß I Musici im Vergleich dazu sehr gleichförmig und mit wenig Variation spielen. Die nunmehr 54-35 Jahre, die die Aufnahmen auf dem Buckel haben, lassen sich doch nicht so einfach abschütteln.

      Die Box ist für diejenigen zu empfehlen, die einerseits diese Klangästhetik mögen oder die Werke einfach mal günstig kennenlernen wollen. Wer allerdings nur HIP akzeptiert, ist mit neueren Aufnahmen natürlich besser bedient. Da ist die Auswahl inzwischen auch nicht mehr gering.


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    • Violinenkonzerte "Il cimento dell'armonia e dell'inventione" op. 8 (RV 170-391) - Zukerman

      Zu dieser Aufnahme:

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51if0AetGqL._SL500_SY355_.jpg]

      (P) 1974 CBS 78 225 (2 LPs) [05-12: 76'43"]

      Pinchas Zukerman (Violine & Dirigent)
      Neil Black (Oboe, [nur Nr. 9])
      English Chamber Orchestra


      [Ich besitze die CD rechts, wo nur op. 8 Nr. 5-12 enthalten ist; deshalb kann ich nichts zu den vier Jahreszeiten sagen. Die Doppel-CD links enthält das ganze op. 8.]

      Eine Besonderheit ist gleich als Erstes zu nennen: Konzert Nr. 9 ist in der Bearbeitung für Oboe & Streicher (RV 454) enthalten, welches Neil Black spielt. Alle anderen Konzerte werden von Pinchas Zukerman auf seiner Violine interpretiert. Beide Solisten spielen vorzüglich.

      Zukerman läßt sich nicht auf halbe Sachen ein: sein Vivaldi ist straff, flott und lebendig. Die Rhythmik ist geschmeidig, aber wenig variabel, ein bißchen mit I Musici vergleichbar. Er braucht aber für diese acht Konzerte insgesamt vier Minuten weniger als die Italiener. Er hält viel von voranschreitendem Verve und einer großen Dynamikstaffelung beim Wechsel zwischen Soli und Tutti. Das Orchester spielt mit modernem Instrumentarium und ist glänzend aufeinander abgestimmt. Zukermans Soli sind virtuos und schnörkellos.

      Insgesamt ist das kein schlechter Einstieg in diese Konzerte. Zwar ist die Aufnahme gut vierzig Jahre alt, aber sie hat ihren Reiz. Zukerman will nicht langweilen - das gelingt ihm auch ganz gut. Mag ich. :thumbup:


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    • Verschiedene Konzerte

      Auf einigen CDs mit den vier Jahreszeiten sind manchmal weitere Konzerte von Vivaldi dazugepackt worden. Ich stelle mal einige vor:


      (P) 1979/1981 Seon

      RV 457 - Konzert für Oboe & Streicher Nr. 6 in F-Dur (nach RV 485)
      RV 447 - Konzert für Oboe & Streicher Nr. 12 in C-Dur


      Es spielen:
      Bruce Haynes (Oboe)
      Orchestra of the 18th Century
      D: Frans Brüggen


      Eine gepflegte HIP-Einspielung mit einem gut aufgelegten Haynes.

      -----

      (P) 1992 Sony

      RV 169 - Sinfonia "Al santo sepolcro" in h-moll
      Violinkonzerte - op. 3:
      Nr. 10 - für 4 Violinen, Violoncello & b.c. in h-moll (RV 580)


      Es spielen:
      Tafelmusik
      D: Jeanne Lamon


      Tafelmusik spielt gekonnt und mit feiner Struktur.

      -----

      (P) 1997 dhm

      Konzerte für Violine & Streicher - op. 8:
      Nr. 5 - in Es-Dur (RV 253) La tempesta di mare (Der Seesturm)
      Nr. 6 - in C-Dur (RV 180) Il piacere (Das Vergnügen)


      Es spielen:
      Freibuger Barockorchester & The Harp Consort
      D: Gottfried von der Goltz & Andrew Lawrence-King


      Mit herrlichem Verve dargebracht.

      -----

      (P) 1987 Philips

      RV 577 - Konzert für 2 Violinen, 2 Oboen, 2 Blockflöten, Fagott
      & Streicher in g-moll "Per l'orchestra di Dresda"


      Es spielen:
      Viktoria Mullova & Marieke Blankestijn (Violine)
      Douglas Boyd (Oboe)
      Matthew Wilkie (Fagott)
      Christoph Marks (Violoncello)
      Robert Aldwinkle (Cembalo)
      Chamber Orchestra of Europe
      D: Claudio Abbado


      Sehr gut musiziertes Konzert, in recht großer Besetzung dargebracht. Fein gestaffelter Raumklang.


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    • Verschiedene Konzerte (RV 109-585) - Ehrhardt

      Es geht um diese Doppel-CD:



      (P) 1990 Capriccio (2 Einzel-CDs) [118'17"]

      Concerto Köln
      D: Werner Ehrhardt


      CD1:


      CD 2:



      Im Dezember 1988 (CD 1) und März 1988 (CD 2) nahm Concerto Köln diese 14 Konzerte auf. Es sind alles Solokonzerte oder Ripienokonzerte:


      CD 1:
      • RV 433 - für Blockflöte, Streicher & b.c. in F-Dur "La tempesta di mare" op. 10 no. 1
      • RV 155 - für Streicher & b.c. in g-moll
      • RV 579 - für Violine, Oboe, 3 Viole all'inglese, Salmoè, Streicher & b.c. in B-Dur "Concerto funebre"
      • RV 156 - für Streicher & b.c. in g-moll
      • RV 131 - für Streicher & b.c. in E-Dur
      • RV 552 - für Violine, 3 Violinen per eco in lontano, Streicher & b.c. in A-Dur
      • RV 439 - für Blockflöte, Streicher & b.c. in g-moll "La notte" op. 10 no. 2

      CD 2:
      • RV 158 - für Streicher & b.c. in A-Dur
      • RV 566 - für 2 Blockflöten, 2 Oboen, Fagott, 2 Violinen, Streicher & b.c. in d-moll
      • RV 441 - für Blockflöte, Streicher & b.c. in c-moll
      • RV 162 - 2 Blockflöten, 2 Oboen, Fagott, Streicher & b.c. in B-Dur (arr. Pisendel)
      • RV 585 - für 2 Chöre [Chor I: 2 Blockflöten, zwei Violinen & Violoncello; Chor II: 2 Blockflöten, zwei Violinen, Violoncello & Orgel], Streicher & b.c. in A-Dur "in due cori"
      • RV 545 - für Oboe, Fagott, Streicher & b.c. in G-Dur
      • RV 565 - für 2 Violinen, Violoncello, Streicher & b.c. in d-moll


      Das Concerto Köln spielt mit Schwung und Transparenz, mit einem zügigen Tempo und einer wirkungsvollen Soli-Tutti-Dynamik. Es wird auf historischem Instrumentarium gespielt. Das Ensemble ist klanglich gut eingefangen. :thumbup:


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    • Weitere Werke - Goebel & Pinnock

      Auf dieser CD



      sind diverse Evergreens der Barockliteratur zusammengestellt, von Reinhard Goebel und der Musica Antiqua Köln eingespielt. Von Vivaldi ist

      RV 63 - Sonata in d-moll "La Follia" op. 1 no. 12

      vorhanden. Goebel läßt elegant und virtuos aufspielen. Die Aufnahme entstand im April 1982.

      -----



      Auf dieser CD, die das Stabat Mater und das Nisi Dominus enthalten, hat Trevor Pinnock zwei Konzerte als Lückenfüller eingespielt:

      RV 128 - Konzert für Streicher & b.c. in d-moll
      RV 169 - Sinfonia für Streicher & b.c. in h-moll "al Santo Sepolcro"


      The English Concert spielt RV 128 erfrischend, präzise und wunderbar elastisch; RV 169 dagegen sehr zart. Pinnock nahm die Werke im November 1995 auf.


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    • Konzerte für zwei Violinen (RV 505-530) - Marcon

      Dieses habe ich soeben gehört:



      (P) 2008 Archiv Produktion [61'02"]

      Giuliano Carmignola & Viktoria Mullova (Violinen)
      Venice Baroque Orchestra
      D: Andrea Marcon


      Im Oktober 2007 fanden sich Carmignola und Mullova zusammen, um sechs Konzerte aufzunehmen:

      Konzerte für 2 Violinen, Streicher & b.c.
      RV 516 - in G-Dur
      RV 511 - in D-Dur
      RV 514 - in d-moll
      RV 524 - in B-Dur
      RV 509 - in c-moll
      RV 523 - in a-moll


      Und was dabei herauskam, ist einfach überwältigend: beide Solisten spielen mit Verve, Präzision und lyrischer Qualität. Begleitet werden sie von einem Orchester, das sie in ihren Bemühungen, Vivaldi kräftig zu entstauben, absolut würdig unter die Arme greift. Hier ist Spielfreude und dynamische Klangästhetik aufs Feinste miteinander gekoppelt. Hinzu kommt, daß Vivaldi einige seiner besten Kompositionen für die Besetzung mit zwei Soloviolinen geschaffen hatte: so schwungvoll und mit Esprit ist Vivaldi selten zu Gehör gekommen. Dazu eine tolle Klangqualität. Kurz: grandios!
      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:


      jd :wink:
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    • 5 Solokonzerte (RV 398-504 & 741-818) - Robl

      Die CD habe ich aus einer Halde einer Wohnungsauflösung gezogen:

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/61fBjoolq4L.jpg]

      (P) ? Cultura Classic "Andante" RC 93276 [48'41"]
      EAN: 7619941932764

      Daniel Janikovic & Matus Betko (Flöte)
      Peter Hanzel (Fagott)
      Peter Kosorin (Oboe)
      Juraj Alexander (Violoncello)

      Kammerorchester Bratislava

      Dirigent: Stefan Robl


      Um es kurz zu machen: es ist eine jener Aufnahmen, die zur Zeit des Mauerfalls (oder kurz danach) in der ehemaligen CSSR entstanden. Das Orchester ist größer besetzt und spielt mit modernen Instrumenten. Die Klangqualität ist vollkommen in Ordnung, wenn auch nicht herausragend. Die Solisten rekrutieren sich aus den Slowakischen Philharmonikern, der Entstehungszeitraum der Aufnahmen vermute ich auf 1988-1995. Gespielt wird:

      RV 783 - Konzert für Flöte, Streicher & b.c. in D-Dur
      RV 472 - Konzert für Fagott, Streicher & b.c. in C-Dur
      RV 461 - Konzert für Oboe, Streicher & b.c. in a-moll
      RV 422 - Konzert für Violoncello, Streicher & b.c. in a-moll
      RV 439 - Konzert für Flöte, Streicher & b.c. in g-moll "La notte"

      Das ist sicherlich keine schlechte Aufnahme, wenn man Vivaldi als Klassik-Neuling kennenlernen möchte; aber als Kenner ist das wenig ergiebig: die Tempi sind mittelschnell, der Klang poliert, der Ausdruck sehr gleichmäßig. HIP ist hier ein Fremdwort - aber für den Hintergrund nett anzuhören. Akzeptabel: :beatnik:


      jd :wink:

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      Jean Paul
    • Mit großer Begeisterung gehört:



      (P) 2015 TYXart TXA15062 [61'50"]
      EAN: 4250702800620

      Nel Dolce - Das Kölner Barockensemble:
      Stephanie Buyken (Blockflöte)
      Olga Piskorz (Violine)
      Harm Meiners (Violoncello)
      Luca Quintavalle (Cembalo)
      als Gast: Philipp Wagner (Blockflöte & Oboe)


      Das letzte Werk auf der CD ist:

      • RV 90 - Konzert für Blockflöte, Oboe, Violine, Violoncello & b.c. in D-Dur "Il gardellino" (Der Distelfink)

      Traumhaft gespielt mit Verve und einer Leichtigkeit, die mir so bisher nicht untergekommen ist. Nel Dolce erweist sich als ein Ensemble virtuoser Solisten, die ein vorzügliches Zusammenspiel erreicht haben. Ganz nebenbei sind die anderen Werke ebenso ein großartiger Hinhörer... :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

      [siehe auch hier: "http://www.eroica-klassikforum.de/index.php?page=Thread&postID=34777#post34777"]


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