Skrjabin: mixed GA Klaviersonaten

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    • Skrjabin: mixed GA Klaviersonaten

      Hallo,

      als Gegenstück zu dem Thread über verschiedene GA der zehn Klaviersonaten mit einem Pianisten (Skrjabin: GA Klaviersonaten - Auflistung/Vergleich)soll hier eine persönliche Gesamtaufnahme mit den zehn liebsten Aufnahmen erstellt werden.

      Die Regeln:
      Zu jeder der zehn Klaviersonaten soll eine Lieblingsinterpretation genannt werden , dazu dürfen noch pro Sonate alternativ zwei weitere Interpretationen genannt werden.
      Zusätzlich können die Sonaten untereinander nach ihrer Beliebtheit geordnet werden. Wer nicht alle zehn kennt (oder mag) kann so auch teilnehmen...

      Ich selber höre (bisher) auch nur ein Teil der Sonaten ötfer, so dass ich meine Liste am Ende auch noch offen halten muss;

      1) Nr. 3 mit E.Gilels (alternativ S.Francois und G. Sokolov)
      2) Nr.10 mit M.Pletnev (alternativ: iM keine)
      3) Nr. 4 mit A.Gavrilov
      4) Nr. 2 mit S. Richter
      5) Nr. 5 mit V.Horowitz

      Fortsetzung folgt...

      Jetzt freue ich mich auf eure Favoriten.

      Gruß petit_concours
      W o h n z i m m e r w e t t b e w e r b:
      Petit concours à la maison... (S. Richter, 1976)
    • who has what

      als kleiner Service ;+) hier noch eine Liste von berühmten und/oder (bei mir beliebten) Pianisten und den eingespielten Sonaten dazu:
      (einsch. der Vermerk, wenn keine (ein)gespielt wurde):

      Aimard: 9
      Arrau: -
      Brendel: -
      Casadesus: -
      Cherkassky: 4
      Ciccolini: -
      Demidenko: 2, 4, 9
      Eckenstein: 3, 8
      El Bacha: 2
      Feinberg: 5
      Fiorentino: 1, 2, 4
      Francois: 3
      Gavrilov: 4
      Gieseking: 3, 5, 9
      Gilels: 3,4
      Glemser: 2, 4, 5, 6, 7, 9, 10
      Grimaud:-
      Gould: 3, 5
      Gourari: 3
      Gulda: -
      Kastelsky: 8
      Kissin: 3
      Klien: -
      Krainev: 2
      Leonskaja: 2
      Lubimov: 9
      Melnikov: 2, 9
      Montera: -
      Moravec: -
      Mustonen: 10
      Neuhaus: 1, 3, 5, 7, 9, 10
      Oborin: 2
      Philipp: 3, 9
      Pletnev: 4, 10
      Pogorelich: 2
      Richter: 2, 5, 6, 7, 9
      Rubinstein: -
      Schleiermacher: -
      Schiff; -
      Sokolov: 3, 9
      Staier: -
      Sudbin: 2, 5, 9
      Trpcesk: 5
      Vladar: 2
      Wang: 2
      Woodward: 6, 10
      Zimerman: -

      Die Liste darf gerne ergänzt werden...

      Gruß petit_concours
      W o h n z i m m e r w e t t b e w e r b:
      Petit concours à la maison... (S. Richter, 1976)
    • Es passt nicht hunderprozentig in diesen Thread, aber einen besseren habe ich nicht gefunden:

      Kennt jemand eine Einspielung Skrjabins 9. Klaviersonate, die in etwa in die Richtung dieser Interpretation geht:

      "http://www.youtube.com/watch?v=HWPH9YZC3ic"


      Ich glaube, ich muss nicht viel erklären, was ich meine, oder? Das ist sicherlich eine sehr ungewöhnliche Interpretation und sie wird auch nicht den ersten Preis in der Kategorie "Werktreue" gewinnen. Daher habe ich auch kaum Hoffnung, dass es eine vergleichbare Einspielung gibt. Das "diminuendo poco a poco" am Ende ab Takt 205 zum Beispiel ignoriert er geflissentlich und im Takt 208, wo er dann eigentlich beim "pp" angekommen sein sollte, knallt er voll drauf. Aber mir gefällt's, es ist meine Lieblingsinterpretation. Nirgendwo sonst kommen die mysteriös umherspringenden Murmeln ("mysterieusement murmuré") so plastisch zum Ausdruck, wie hier. Leider ist die Klangqualität grauslich.
    • Meine "absolute Lieblingsinterpretation" der Neunten ist die live Aufnahme von Grigory Sokolov.



      Ein unglaublich stringenter Gesamtaufbau, der mich atemlos zuhören, mitleiden lässt, von der ersten bis zur letzten Note,
      jedes mal, immer wieder, immer noch ...
      Kaum ein Werk hat mich beim ersten Hören so "deeply moved", fast möchte ich sagen "schockiert" ...
      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.
    • Wer Scriabin in einer feinsinnig-intellektuellen Interpretation kennenlernen möchte,
      dem möchte ich eine CD empfehlen mit
      Alexander Satz (1941-2007)
      Lehrer u.a. von Lilya Zilberstein, Boris Berezovsky und Yevgeny Sudbin.

      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.
    • Vielen Dank für die Tips. Besonders für den mit Sokolov. Allerdings scheint diese CD etwas schwer zu bekommen zu sein. Bei Amazon gibt's offenbar momentan nur eine gebrauchte Import CD (für einen sagenhaften Preis von über hundert Euro).

      Ich habe stattdessen diese CD bei JPC gefunden:



      Der kurze Ausschnitt, den man auf JPC hören kann, klingt tatsächlich sehr vielversprechend. Danke nochmals. :thumbup:
    • Berenice schrieb:

      Wer Scriabin in einer feinsinnig-intellektuellen Interpretation kennenlernen möchte,
      dem möchte ich eine CD empfehlen mit
      Alexander Satz (1941-2007)
      Lehrer u.a. von Lilya Zilberstein, Boris Berezovsky und Yevgeny Sudbin.


      Fantastische CD!
      "Nicht immer sind an einem Misserfolg die Künstler schuld.
      Manchmal ist es auch das Publikum, das indisponiert ist."
      Leonie Rysanek (1926-1998)
    • Das von pt_concours vorgegebene Threadthema war: Wie stelle ich mir aus Einzelaufnahmen meine persönliche Lieblings-"Gesamtaufnahme" aller 10 Scriabin-Sonaten zusammen? Es sollte "hier eine persönliche Gesamtaufnahme mit den zehn liebsten Aufnahmen erstellt werden". Abenteuerlich, wie sich angesichts dieser Vorgabe der Thread zu einem "Was mir so ganz allgemein zu einzelnen Scriabin-Sonaten einfällt"-Sammelsurium entwickelt...

      Ich stelle mal meine Liste zusammen:

      Nr. 1: keine Lieblingsaufnahme
      Nr. 2: Richter (alternativ Yuja Wang)
      Nr. 3: Horowitz (alternativ Gould)
      Nr. 4: Gilels (alternativ Berman)
      Nr. 5: Richter (alternativ Horowitz und Gould)
      Nr. 6: Richter
      Nr. 7: Richter
      Nr. 8: keine Lieblingsaufnahme
      Nr. 9: Richter (alternativ Horowitz)
      Nr. 10: Horowitz (live at Carnegie Hall 17. April 1966: vielleicht die beste Scriabin-Interpretation überhaupt)

      Bei den Sonaten Nr. 1 und 8, hinsichtlich welcher ich keine herausragenden Einzelaufnahmen kenne, greife ich auf meine beiden Gesamtaufnahmen mit Shukow und Ogdon zurück.

      pt_concours schrieb:

      hier noch eine Liste von berühmten und/oder (bei mir beliebten) Pianisten und den eingespielten Sonaten dazu: (...) Die Liste darf gerne ergänzt werden
      Die Liste ergänze ich gern wie folgt:
      Ashkenazy: 1-10
      Austbö: 1-10
      Horowitz: 3, 5, 9, 10
      Laredo: 1-10
      Lettberg: 1-10
      Ogdon: 1-10
      Shukow: 1-10
      Szidon: 1-10
      Volodos: 10
      Voskresensky: 1-10
      "Weil ich nicht schlauer bin als solch ein Titan!"
      (Günter Wands Antwort auf meine Frage, warum er bei der Sinfonie Nr. 1 von Bruckner nicht die - frühere - Linzer Fassung dirigiert)
    • music lover schrieb:

      Abenteuerlich, wie sich angesichts dieser Vorgabe der Thread zu einem "Was mir so ganz allgemein zu einzelnen Scriabin-Sonaten einfällt"-Sammelsurium entwickelt...

      Ich persönlich liebe Abenteuer, lieber music lover,
      und so weit daneben liegen Einzelnennungen hier hoffentlich nicht:

      pt_concours schrieb:

      Wer nicht alle zehn kennt (oder mag) kann so auch teilnehmen...

      pt_concours schrieb:

      Die Liste darf gerne ergänzt werden...

      oder sollten wir "Sammelsurianten" die Intention von Monsieur pt_concours zu großzügig ausgelegt haben?
      Das täte mir leid.
      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.
    • Jürgen schrieb:

      Tschuldigung, dass ich diesen Thread ruiniert habe, aber er war sowieso in der Versenkung verschwunden.

      ... und ist der Thread erst ruiniert,
      so postet man ganz ungeniert ;+)

      Möchte Vladimir Sofronitsky, den Schwiegersohn Scriabins, ergänzen (1,3,4,5,8,9,10):

      "http://www.amazon.de/Vladimir-Sofronitsky-Alexander-Scriabin-Sonatas/dp/B0058TIC9Y/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1361893819&sr=8-1"
      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.
    • music lover schrieb:

      Das von pt_concours vorgegebene Threadthema war: Wie stelle ich mir aus Einzelaufnahmen meine persönliche Lieblings-"Gesamtaufnahme" aller 10 Scriabin-Sonaten zusammen? Es sollte "hier eine persönliche Gesamtaufnahme mit den zehn liebsten Aufnahmen erstellt werden". Abenteuerlich, wie sich angesichts dieser Vorgabe der Thread zu einem "Was mir so ganz allgemein zu einzelnen Scriabin-Sonaten einfällt"-Sammelsurium entwickelt...

      Hallo.
      In der Tat wich meine Freude über die ersten Antworten doch etwas der Ernüchterung, dass meine Wünsche kaum beachtet wurden.
      Allerdings wurde der Thread so wieder zum Leben erweckt und es gibt jetzt eine weitere Liste (Vielen Dank, lieber music_lover)!

      music lover schrieb:

      pt_concours schrieb:

      hier noch eine Liste von berühmten und/oder (bei mir beliebten) Pianisten und den eingespielten Sonaten dazu: (...) Die Liste darf gerne ergänzt werden
      Die Liste ergänze ich gern wie folgt:
      Horowitz: 3, 5, 9, 10

      Oh Mann, dass ich DEN vergessen hatte ist ein echter Bock (und kann eigentlich nur mit den Bäumen im Wald erklärt werden...)
      :hide:

      :wink:
      Gruß petit_concours
      W o h n z i m m e r w e t t b e w e r b:
      Petit concours à la maison... (S. Richter, 1976)
    • Berenice schrieb:

      Meine "absolute Lieblingsinterpretation" der Neunten ist die live Aufnahme von Grigory Sokolov.

      Vielleicht magst Du -liebe Berenice- Deine bisher recht kurz Liste um einige weitere Sonaten+ Lieblingsaufnahme ergänzen,
      ...so als kleine Enschädigung für:

      Berenice schrieb:

      ... und ist der Thread erst ruiniert,
      so postet man ganz ungeniert

      Mich würde auch interessieren, wieviele und welche Aufnahmen der 9.Sonate Du kennst.

      Berenice schrieb:

      Möchte Vladimir Sofronitsky, den Schwiegersohn Scriabins, ergänzen (1,3,4,5,8,9,10)

      Sofrontizky habe ich bewußt nicht genannt, da es von ihm Aufnahmen aller zehn Klaviersonaten gibt (wie mir mehrfach glaubhaft versichert wurde, auch wenn ich diese GAs noch nicht gesehen habe) und er somit zu den GA Klaviersonaten zählt) Auch mit dem „Schwiegersohn“ ist das übrigends so eine Sache: Sofronitzky wurde 1901 geboren und heiratete 1920 Elena (geb. 1900) die zweite(?) Tochter von Skrjabin . Diese stammt aus erster Ehe mit Vera Issakowitsch, die Skrjabin 1905(?) für Tatjana Schloezer verließ. Sofrontzky hat damals in Rußland sicher noch genau die Atmosphäre erlebt, in der auch die Werke Skrjabins entstanden sind, ihn vielleicht auch gehört, ein echter persönlicher Kontaktzu ihm gab es aber nicht, Informationen kann er deshalb vor allem über seine Schwiegermutter Wera gesammelt haben.

      PS

      Jürgen schrieb:

      Es passt nicht hunderprozentig in diesen Thread, aber einen besseren habe ich nicht gefunden:
      Kennt jemand eine Einspielung Skrjabins 9. Klaviersonate, die in etwa in die Richtung dieser Interpretation geht:...

      Übrigends darf man- wenn man keinen passenden Thread findet- auch einen eigenen erstellen.
      Ein bißchen "off-topic "vertragen aber die meisten Threads- und wenn es mir zu bunt wird, dann werde ich die Moderation um etwas Bereinigung bitten..
      :P
      petit_concours
      W o h n z i m m e r w e t t b e w e r b:
      Petit concours à la maison... (S. Richter, 1976)
    • Lieber pt_concours,

      es tut mir sehr leid, Dich mit meinen Beiträgen ernüchtert zu haben!
      Das war mitnichten meine Absicht und ich möchte mich dafür entschuldigen!

      Vielleicht kann Dir aber meine persönliche (jugendlich-ungestüme) Auffassung von "Listen" ein wenig die Enttäuschung nehmen:

      Listen erscheinen mir als eine Art "tragendes Gerippe", dem noch Leben eingehaucht werden sollte -
      für mich fungieren sie soz. als "Stichwortgeber" ;+) :
      Weitaus interessanter als die nackte Tatsache, welche Sonate es mit wem "gibt",
      und wer im Forum bei welcher Sonate welche Einspielung besonders bevorzugt,
      ist für mich persönlich das "Warum" für diese Wahl,
      d.h. was sind nach Auffassung des jeweiligen Posters die Vorzüge einer ganz bestimmten Einspielung.
      Konkretes empfinde ich persönlich als Anregung aktiv zu werden und mich mit der Aufnahme bzw. dem Werk auseinanderzusetzen -
      ... und so hatte Post No.3 von Jürgen sofort mein Interesse geweckt:
      Nachhören auf YT, Noten rausholen, Vergleichen mit der eigenen Lieblingsaufnahme, etc.
      ... hoch interessant für mich persönlich auch in music lovers Post No.10 der (leider wieder entfernte) Hinweis auf eine persönliche Begegnung mit Horowitz.
      Zu gerne hätte ich von ihm Details erfragt, doch "wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" ...

      "Abenteuer Dialog" ...
      (oder auch "Glatteis Outing")

      Nun denn, j'ai compris, ich hab's kapiert,
      für derlei "Butter bei die Fische" muss ein extra Thread her -
      wozu mir aber leider Zeit und Forumserfahrung fehlen.


      ...


      pt_concours schrieb:

      Sofrontizky habe ich bewußt nicht genannt, da es von ihm Aufnahmen aller zehn Klaviersonaten gibt (wie mir mehrfach glaubhaft versichert wurde, auch wenn ich diese GAs noch nicht gesehen habe) und er somit zu den GA Klaviersonaten zählt)

      Eine Gesamtedition der Klaviersonaten Scriabins mit Sofronitsky ist mir ebenfalls nicht bekannt,
      ich selbst besitze nur die "Sofronitzky Edition - historical russian archives" mit der Neunten -
      womit ich übergehen möchte auf Deine Fragen:

      pt_concours schrieb:

      Mich würde auch interessieren, wieviele und welche Aufnahmen der 9.Sonate Du kennst.

      Groß ist die Auswahl nicht: auf CD sind das Sokolov, Sofronitsky, Ashkenazy, Hamelin,
      auf mp3 Neuhaus, Richter, Shukov und der "newcomer" Yevgeny Sudbin
      (work in progress)

      pt_concours schrieb:

      Vielleicht magst Du -liebe Berenice- Deine bisher recht kurz Liste um einige weitere Sonaten+ Lieblingsaufnahme ergänzen,

      Nun ja, lieber pt_concours,
      eigentlich wollte ich meine derzeitige persönliche "Scriabin-Sonaten-Hit-Liste" wegen ihres "außerordentlichen Umfangs" hier nicht einstellen,
      aber sei's drum, voilà:
      No.3: Sokolov
      No.4: Gavrilov
      No.7: Satz, Ashkenazy
      No.9: Sokolov

      Meine Ergänzungen zur Liste in Post No.2:
      Alexander Satz (3,7)
      Vladimir Sofronitzky (1,3,4,5,8,9,10)

      Hoffen wir also auf weitere "sachdienliche Hinweise" aus anderen Wohnzimmern ;+) ,
      LG Berenice
      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.
    • Berenice schrieb:

      Vladimir Sofronitzky (1,3,4,5,8,9,10)

      pt_concours schrieb:

      da es von ihm Aufnahmen aller zehn Klaviersonaten gibt (wie mir mehrfach glaubhaft versichert wurde, auch wenn ich diese GAs noch nicht gesehen habe)
      Sofronitzky hat noch mehr Sonaten als die von Berenice genannten aufgeführt und es gibt davon auch Aufnahmen. Ob sich diese allerdings wirklich zu einer Gesamtaufnahme zusammenfügen, weiß ich jetzt nicht. Die Sechste mit Sofronitzky gibt es jedenfalls in einem Konzertmitschnitt vom 7. Januar 1961 auf diesem Album:
      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/61Xob-0ixgL._SL500_AA300_.jpg]
      Von der Zweiten soll es auch einen kompletten Mitschnitt geben, während meines Wissens von der Ersten nur ein Rumpfmitschnitt existiert, also nicht die kompletten vier Sätze der Sonate. Irre ich mich?

      Berenice schrieb:

      hoch interessant für mich persönlich auch in music lovers Post No.10 der (leider wieder entfernte) Hinweis auf eine persönliche Begegnung mit Horowitz. Zu gerne hätte ich von ihm Details erfragt, doch "wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" ...
      Ich hatte mich in Posting #10 zu der Erwähnung einer kurzen persönlichen Begegnung hinreißen lassen, welche möglicherweise (da ich mit ihm über die Scriabin-Sonaten sprach) im vorliegenden Zusammenhang bei großzügiger Betrachtung hineingepasst hätte, bei strengerer Betrachtung aber dann vielleicht doch wohl eher nicht. Deswegen löschte ich sie lieber wieder. Nett, dass Du diese Passage in Erinnerung behalten hast.
      :prost:
      "Weil ich nicht schlauer bin als solch ein Titan!"
      (Günter Wands Antwort auf meine Frage, warum er bei der Sinfonie Nr. 1 von Bruckner nicht die - frühere - Linzer Fassung dirigiert)
    • Ich schreibe das mal hier rein (Einzelthreads zu den Skrjabin Sonaten, ein Königreich für die Zeit dafür, mal vorgemerkt, wie so vieles andere... :) )



      Habe gestern nach der nächsten Liszt h-Moll Sonate (dort im Faden geht´s auch bald weiter) nicht abgedreht, sondern weiter gehört und bin völlig gebannt dabei geblieben. Skrjabins 3. Klaviersonate, wie ich es höre ein ungemein spannendes Werk in vier Sätzen, wie man bei wikipedia lesen kann nach der Komposition mit einem vom Komponisten autorisierten psychologisierenden Programm versehen, habe ich hier als ungemein faszinierendes Werk kennengelernt. Das ist Musik die mich sofort total gepackt und mitgerissen hat. Sergey Kuznetsovs interpretatorischer Ansatz zwischen ausgespielter kühler Virtuosität und (wie ich es auch bei seinem Liszt höre) möglicher Assoziation des Eintritts in eine Welt der Eiskristalle hat mich dabei auch sofort fasziniert. Es gibt ja weiter oben andere Aufnahmeempfehlungen (Horowitz!), ein Aufnahmevergleich lohnt sich da sicher, jedoch bin ich eher der Typ, zunächst mal eine Aufnahme lieb zu gewinnen und mit der gerne zu leben anstatt unbedingt sofort eine "beste" Aufnahme suchen zu müssen, die diversen Empfehlungen aber immer im Hinterkopf behaltend und wenn es sich mal ergibt gerne auch diese kennen- und gegebenenfalls lieben zu lernen. Bin jetzt auf jeden Fall aber sowas von Skrjabin-angestochen...
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • AlexanderK schrieb:

      Es gibt ja weiter oben andere Aufnahmeempfehlungen (Horowitz!), ein Aufnahmevergleich lohnt sich da sicher
      Lohnend sind auch: John Ogdon, Marc André Hamelin oder Vladimir Sofronitzky. Diese Sonate ist wahrscheinlich die am Häufigsten eingespielte aller von Scriabin. Die Interpretationsansätze sind auch sehr unterschiedlich. Kuznezov gehört wohl eher zu den flotteren Vertretern, zumindest wirkt seine Einspielung nicht so "vergrübelt". Immerhin wurde diese Sonate an der Nahtstelle zwischen füher und mittlerer Phase komponiert.

      Peter
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Ich versuche gerade, mir einige Aufnahmen zu erarbeiten. Insofern passt das meine ich hier rein.

      Persönliche Eindrücke zur 1. Sonate:

      Skrjabins Klaviersonate Nr. 1 f-Moll op. 6 entstand 1892/93. In dieser Zeit überanstrengte sich der Musikstudent seine rechte Hand, was ihm sehr zu schaffen machte und auch auf das Werk Einfluss nahm. Die Sonate selbst hört sich für mich wie Beethovens 33. Sonate (Skrjabin hat sich in dieser Zeit auch viel mit dem Aufbau der Beethoven-Sonaten befasst) oder (stilistisch noch viel deutlicher) wie eine vierte Chopin-Sonate an, auch Brahms und Liszt stecken drin, es ist eine weit ausholende äußerst pianistische Sonate (wenn auch technisch nicht so anspruchsvoll wie Chopins Sonaten), prunkvoll und mit den typischen Chopin-Sonaten-Ingredienzen stupenden Abwechslungsreichtums zwischen beeindruckenden Akkordläufen, melodisch und rhythmisch Markantem und tiefer Vergeistigung ausgestattet. Verlockend für den Blattspieler ist sie auch sehr muss ich zugeben…

      Der 1. Satz (Allegro con fuoco) ist ein grandioser großer Sonatensatz mit allem was dazugehört bei so einer „4. Chopin-Sonate“. Darauf folgt ein erhaben dunkler 2. Satz, wie aus einer Schattenwelt kommend. Die direkt ineinander übergehenden Sätze 3 und 4 setzen noch eins drauf und überraschen und verblüffen, ja erschüttern nahezu mit ihrem Verlauf – zunächst ein Presto, furios dahinjagend, aber dann ein plötzlicher Bruch, und das Werk endet strikt mit einem Trauermarsch (Funebre), dessen Mittelteil eine verklärte Prozession oder eine Himmelsleiter evozieren könnte.



      NDR Kultur sendete am 15.1.2018 die Aufnahme mit Marc-André Hamelin, ein guter Anstoß für mich, mich einen Abend lang mit Aufnahmen dieses Werks zu befassen und somit überhaupt in Skrjabins Sonatenwelt endlich etwas intensiver einzutauchen. Hamelin spielt so wie ich es höre technisch atemberaubend gut, mit Bravour, überlegen, souverän, er steht drüber über dem Werk. Eine Aufnahme, die sich in den Ohren einprägt und festsetzt. Für mich strahlt sie mit dieser grandiosen Überlegenheit allerdings auch eine gewisse Kälte aus.



      Vladimir Ashkenazy nahm die Sonate im September 1984 in der Walthamstow Assembly Hall in London auf (gehört aus der Decca 18 CD Box mit Skrjabins Gesamtwerk). Selbst bei so einem Klassepianisten wie Ashkenazy fällt der stupende technische Standard sofort auf, den Hamlin vorgegeben hat. Ashkenazys Interpretation wirkt auf mich damit aber auch persönlicher, verinnerlichter, psychologisch das Werk deutlicher auslotend. Im Gegensatz zu Hamelin wiederholt Ashkenazy die Exposition im 1. Satz nicht. Wie wirklich geheimnisvoll er in die Schattenwelt des 2. Satzes einzutauchen versteht – allein dieser Satz ist die ganze Aufnahme für mich wert, auch wenn das Klangbild dumpfer ist als das bei Hamelin. Mit dem 3. Satz Ashkenazys wird dann aber wieder vor allem eines deutlich: Hamelins noch fulminanterer, technisch wahrlich sensationeller Prestoteil dieses Satzes. Den hat man halt jetzt immer im Kopf, der hat sich eingeprägt.



      Garrick Ohlsson nahm Skrjabins Sonaten im August 2014 sowie im April und Mai 2015 im Theater C. SUNY College at Purchase, New York auf einem Bösendorfer Flügel auf (2 CDs Bridge 9468 A/B). Der Klavierklang selbst gibt der Musik eine spezielle Farbe, holziger, eine Spur dunkler auch als die Klaviere bei Hamelin und Ashkenazy. Interpretatorisch ist Ohlsson noch um eine Spur zurückhaltender als Ashkenazy – eine sehr feinfühlig ausgelotete Interpretation tut sich da auf, allerdings weitgehend auf die vordergründige Bravour verzichtend, die dem Werk durchaus auch gut tut, wie man, nun durch Hamelin „verdorben“, halt jetzt feststellt. Auch Ohlsson wiederholt die Exposition im 1. Satz nicht. Gelegentlich wirkt Ohlssons Ansatz auf mich zu brav, zu „korrekt“. Diese Gedanken bereue ich dann aber spätestens beim Mittelteil des Trauermarsches, bei dem auch er ein ganz eigenes Geheimnis zu offenbaren versteht. Gerade bei Ohlsson fühle ich mich nach dem Ende des Trauermarsches besonders betroffen vom ganzen Werk.

      Quellen: Henle Notenausgabe Einleitung, wikipedia.

      Ich möchte im Lauf der nächsten Wochen die weiteren Sonaten aus der Decca Box und mit Ohlsson sowie mit mir zur Verfügung stehenden weiteren Aufnahmen (2. Sonate Pogorelich!) anhören und bin sehr gespannt auf diese weitere Entdeckungsreise.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK