J. S. Bach im Film

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    • Yukon schrieb:

      Interessant ist, daß Pasolini für seinen Christus-Film "Das 1. Evangelium - Matthäus" die MP dagegen gerade NICHT verwendet hat

      Bereits eingangs ertönt "Wir setzen uns mit Tränen nieder".

      In Scorseses Casino auch... :yes:


      jd :wink:
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    • Hallo Yukon,

      Yukon schrieb:

      Interessant ist, daß Pasolini für seinen Christus-Film "Das 1. Evangelium - Matthäus" die MP dagegen gerade NICHT verwendet hat
      Bereits eingangs ertönt "Wir setzen uns mit Tränen nieder".
      Das ist interessant, also doch! Und danach? Noch mehr MP?

      Muß gestehen, hatte nur bei Wiki geschaut, was bei der Musik vom Film stand, und da stand nix von MP.
      Und es ist ewig her, daß ich den Film gesehen habe.

      Wiki:
      "Die Filmmusik wirkt expressionistisch. Es wird ein für die damalige Zeit (1964) ungewöhnlich innovativer Mix verschiedener Stile präsentiert, welcher heute in Großproduktionen üblich ist.
      Sie ersetzt jedoch nicht, wie in vielen modernen Filmstoffen, Lücken in der Handlungsdramaturgie, sondern ergänzt wirkungsvoll die langen Einstellungen und die sparsame Mimik der Laiendarsteller.

      Der Soundtrack reicht von der Feierlichkeit der Maurerischen Trauermusik Mozarts (für die Erscheinung Christi am Jordan) über russische Volkslieder (für die Szenen der Bergpredigt),
      das von Odetta Holmes gesungene Spiritual Sometimes I feel like a Motherless Child bis zu den kongolesischen Rhythmen der Missa Luba für die Wunder-Szenen und den Kreuzweg."


      Da hätte ich jetzt schon erwartet, daß auch die MP Erwähnung findet.


      :wink:

      amamusica :pfeif:
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
      all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

      ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
      Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...



    • Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die Verwendung bachschen Materials als Soundtrack zu abendfüllenden Filmen. Ich denke da z.B. an den Choral "Komm O Tod, Du Schlafes Bruder" aus BMV 56 in "Schlafes Bruder" von Joseph Vilsmaier oder das "Air" aus der 3. Orchestersuite in dem Film Se7en von David Fincher. Eine umfassende Übersicht hierzu aber auch zu bachthematischen Spielfilmen und Dokumentationen kann man im übrigen hier finden:

      http://www.bach-cantatas.com/Movie/Title.htm#S
    • Eine Ergänzung zu Kater Murrs Hinweisen zu Bach im 19. JH : Nicht nur Mendelssohn, sondern auch Carl Loewe machte sich um Bachs große Passionen verdient. In Stettin führte er 1831 die MP auf und zehn Jahre später die JP.

      Ciao. Gioachino
      miniminiDIFIDI
    • amamusica schrieb:

      Das 1. Evangelium - Matthäus

      amamusica schrieb:

      Hallo Yukon,

      Yukon schrieb:

      Interessant ist, daß Pasolini für seinen Christus-Film "Das 1. Evangelium - Matthäus" die MP dagegen gerade NICHT verwendet hat
      Bereits eingangs ertönt "Wir setzen uns mit Tränen nieder".
      Das ist interessant, also doch! Und danach? Noch mehr MP?

      Muß gestehen, hatte nur bei Wiki geschaut, was bei der Musik vom Film stand, und da stand nix von MP.
      Und es ist ewig her, daß ich den Film gesehen habe.

      Wiki:
      "Die Filmmusik wirkt expressionistisch. Es wird ein für die damalige Zeit (1964) ungewöhnlich innovativer Mix verschiedener Stile präsentiert, welcher heute in Großproduktionen üblich ist.
      Sie ersetzt jedoch nicht, wie in vielen modernen Filmstoffen, Lücken in der Handlungsdramaturgie, sondern ergänzt wirkungsvoll die langen Einstellungen und die sparsame Mimik der Laiendarsteller.

      Der Soundtrack reicht von der Feierlichkeit der Maurerischen Trauermusik Mozarts (für die Erscheinung Christi am Jordan) über russische Volkslieder (für die Szenen der Bergpredigt),
      das von Odetta Holmes gesungene Spiritual Sometimes I feel like a Motherless Child bis zu den kongolesischen Rhythmen der Missa Luba für die Wunder-Szenen und den Kreuzweg."


      Da hätte ich jetzt schon erwartet, daß auch die MP Erwähnung findet.


      :wink:

      amamusica :pfeif:


      Da hat dann wohl der Autor/die Autorin des Wikipediaartikels seinen/ihren Beitrag ergänzt, vgl. Fettung (allerdings nicht "in Tränen", wie es jetzt heißt, sondern "mit Tränen"):

      Die Filmmusik wirkt expressionistisch. Es wird ein für die damalige Zeit (1964) ungewöhnlicher Mix verschiedener Stile präsentiert, der heute in Großproduktionen üblich ist. Sie überspielt jedoch nicht, wie in vielen modernen Filmstoffen, Lücken in der Handlungsdramaturgie, sondern unterstützt die langen Einstellungen und die sparsame Mimik der Laiendarsteller. Der Soundtrack reicht von der Feierlichkeit der Maurerischen Trauermusik Mozarts (KV 477, für die Erscheinung Christi am Jordan) über russische Volkslieder (für die Szenen der Bergpredigt), das von Odetta Holmes gesungene Spiritual Sometimes I feel like a Motherless Child bis zu den kongolesischen Rhythmen der Missa Luba für die Wunder-Szenen und den Kreuzweg. Immer wieder wird auch Bachs Matthäus-Passion eingesetzt (Wir setzen uns in Tränen nieder).
    • Vielen Dank für den Link, Yukon!

      Habe mir "Mein Name ist Bach" nun zu Gemüte geführt. Puh, ist der gruselig. Auf seine Art gut gemacht, aber mag diese Art von Filmen aufgrund der düsteren Stimmung mit all ihren gequälten zwischenmenschlichen Beziehungswirrungen so ganz und gar nicht. Gute Schauspieler definitiv, da ist nichts zu sagen, aber WAS sie spielen müssen... Immerhin habe ich nun durch den Abspann gelernt, dass die Rettung so mancher Bach'schen Noten (nicht nur JS, auch von anderen Bach-Familienmitgliedern) der nie verheirateten Prinzessin Amalie zu verdanken ist, wird schon stimmen. Steht sicher auch anderswo nachzulesen.

      Also WENN jemand einen SCHÖNEN, nicht gemütsbedrückenden, informativen, guten Bachfilm sehen will, kann ich nach wie vor wärmstens den DDR-Film aus den 80ern empfehlen, er ist und bleibt unerreicht. (Posts #2 + #19 auf S.1)


      :wink1:

      amamusica
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
      all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

      ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
      Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...



    • Ich komme ganz durcheinander mit den erwähnten BBC-Dokus: Meinst Du, amamusica, auch

      "https://www.youtube.com/watch?v=_OA_wOqgec0"

      Der firmiert als "Bach: Una vida apasionada", Englisch mit spanischen UT, Gardiner erklärt sehr viel und gut!

      Dann habe ich noch entdeckt

      Johann Sebastian Bach - Der liebe Gott der Musik (vom MDR)

      "https://www.youtube.com/watch?v=7DiBB14StNk"


      Ist es übrigens richtig, daß man den DDR-Mehrteiler nur mit Anmeldung bei Google ansehen kann?

      Verwirrt

      Cato
    • CatoMaior schrieb:

      Ist es übrigens richtig, daß man den DDR-Mehrteiler nur mit Anmeldung bei Google ansehen kann?

      Vielen Dank für die MDR-Bach-Doku, CatoMaior!

      Ja, der Link, das ist die Gardiner-Doku. Die gefiel mir gut.

      Keine Ahnung, was den DDR-Mehrteiler anbelangt. Den hatte ich auf die Wunschliste bei meiner Bücherei gesetzt und wurde erhört :)


      :wink1:

      amamusica
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
      all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

      ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
      Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...



    • amamusica schrieb:

      Vielen Dank für den Link, Yukon!

      Habe mir "Mein Name ist Bach" nun zu Gemüte geführt. Puh, ist der gruselig. Auf seine Art gut gemacht, aber mag diese Art von Filmen aufgrund der düsteren Stimmung mit all ihren gequälten zwischenmenschlichen Beziehungswirrungen so ganz und gar nicht. Gute Schauspieler definitiv, da ist nichts zu sagen, aber WAS sie spielen müssen... Immerhin habe ich nun durch den Abspann gelernt, dass die Rettung so mancher Bach'schen Noten (nicht nur JS, auch von anderen Bach-Familienmitgliedern) der nie verheirateten Prinzessin Amalie zu verdanken ist, wird schon stimmen. Steht sicher auch anderswo nachzulesen.

      Also WENN jemand einen SCHÖNEN, nicht gemütsbedrückenden, informativen, guten Bachfilm sehen will, kann ich nach wie vor wärmstens den DDR-Film aus den 80ern empfehlen, er ist und bleibt unerreicht. (Posts #2 + #19 auf S.1)


      :wink1:

      amamusica
      Da muss ich dir zustimmen genau wie du sehe ich das auch. Danke für den Tipp Yukon! Den DDR Film habe ich auf DVD und kann ihn echt weiter empfehlen, einfach spitze.
      Gruß Dirigent :wink1:
      Die Kunst zu wissen, wann man das Orchester nicht stören soll.
      Herbert von Karajan (1908-1989)
    • Mein Name ist Bach

      Ich muß noch ein paar EIndrücke zu "Mein Name ist Bach", den ich zum ersten Mal sah, loswerden:
      Ein packender, bedrückender Film.

      Nicht der Heroe wird gezeigt, sondern der zerrissene und leidende Mensch, der entblößt wird, wenn sie z.B. der Perücken beraubt werden. "Ich bin kein Gott, sondern nur ... (ca. Minute 43), und es folgt keine Antwort
      von ihm. Dann JSB, der Alokoholiker.
      Beeindruckend, wie der König, den ich nie den "Großen" nennen möchte, vom Sockel geholt wird in seiner Gespaltenheit und Arroganz allen gegenüber,
      erklärt auch durch die Hinrichtung seines Freundes Katte durch seinen Vater. Sein Trauma durch den ihn aller Freiheit und Lust Beraubenden:
      "Ein feindlicher Vater, das ist das Schlimmste überhaupt".


      Die kurze Szene in der Kirche, als Bach aus dem "Musikalischen Opfer" spielt und dabei Friedrich entlarvt, desavouiert: Unglaublich prägnant!

      Oder den, ich muß es so formulieren, fast offenen Haß zwischen den Söhnen.

      Interessant auch die Gegenüberstellung von "alten" und "modernen" Instrumenten, wobei da doch gewisse Übertreibungen gezeichnet werden. Die Improvisationen von Friedemann wirken
      etwas sehr "romantisch" und gehen etwas zu weit über den "galanten Stil" hinaus. Ich weiß auch nicht, ob die Entwicklung des Hammerflügels um 1750 so weit gediehen war, wie es dargestellt wird.
      Dies möchte ich aber nicht als echten Einwand formulieren.

      Leider finde ich nirgendwo eine Aufnahme des "Musikalischen Opfers", die der im Abspann genannte Frederic Devreese für (wohl größeres) Orchester komponiert hat. Ist da schon jemand fündig geworden?

      Wie auch immer: Ein großartiger, grausamer Film!
    • Noch ein Addendum zu den Filmen:

      In der etwas längeren BBC-Dokumentation ("https://www.youtube.com/watch?v=_OA_wOqgec0")
      spricht, kommentiert, erzählt und musiziert der Maestro Gardiner seibst. Auch er holt JSB etwas vom Sockel der Verklärungen, gibt gleichzeitig eine himmlische Liebeserklärung ab.
      Überaus empfehlenswert, schon wegen der vielen Musikbeispiele, vor allem aus den beiden Passionen, die ungemein nachdrücklich und ergreifend dargeboten werden. Sie ist auch neueren Datums (ich glaube, 2013), sodaß seine Erfahrungen der Pilgrimage-Aufnahme mit einfließen.
      Ansehen!

      Cato
    • Iich habe vielleicht einen "neuen" (nicht wirklich absolut neu, ist aus dem Jahre 2000) Film über Bach entdeckt (möglich, daß da schon einmal ein Hinweis gegeben wurde):

      Johann Sebastian Bach: Life and Works, Jens Schere, Robert Gräf

      Die Quelle kann ich allerdings nicht angeben, weil ich unsicher bin, ob sie legal ist: Bei der Röhre kommt die Meldung, daß das Video (GEMA usf., das Übliche) nicht verfügabr sei.

      Wie auch immer

      Cato