OFFENBACH: Les contes d'Hoffmann – Märchenhafte Episoden oder postmodernes Drama?

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    • Heute Abend geht es ab in die Oper -

      - bin ja mal gespannt!

      Auf YouTube schon mal ein klein wenig "vorgelauscht", sieh an, die Musik ist ja dankbar, sehr eingängig.

      Und die Barcarole, die ich kenne, wie ich festgestellt habe (wer kennt die nicht??) - die wird besonders langsam ? [IMG:http://bmain.asm-network.de/wbb/wcf/images/smilies/kopfkratz.gif]
      Sollte ich den Dirigenten davor zu einem doppelten Espresso einladen ? (nur... ...wie ??)

      Ob der Villazon, so er denn antritt, seine Töne nun trifft oder nicht, werde ich leider nicht feststellen können - nix Fachmann (/-frau) .
      Solange es keine totalen Disharmonien werden, jedenfalls.

      Bin vorfreudig gespannt!

      :wink:

      amamusica :pfeif:
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
      all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

      ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
      Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...



    • Ich drücke Dir alle Daumen. Mindestens Diana Damrau sollte den Besuch ja allein schon wert sein.

      Und ich bin sicher nicht der einzige, der auf Deinen Bericht aus der Sicht der Nicht-Fachfrau gespannt ist.

      Ich finde übrigens, dass jede/r mindestens die beste Fachperson für den eigenen Geschmack und damit die eigene Reaktion auf ein Erlebnis ist. Man sollte also sein Licht nie unter den Scheffel stellen, nur weil einem bestimmte Fachausdrücke oder Vergleichsmöglichkeiten abgehen.

      Jedenfalls wünsche ich Dir viel Freude im und mit dem HOFFMANN.

      :wink: Rideamus (der ja leider noch bis Jahresende warten muss, bis er das Ergebnis im Fernsehen begutachten kann)
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Wie ich von einer Opernfreundin hörte, die nur die heutige Vorstellung ausläßt, soll sich Rolando von Vorstellung zu Vorstellung gesteigert haben. Ist wirklich ein großes Wunder, dass er diese schwere Rolle so lange durchhält. Viele, auch ich :hide: haben ihm höchstens die Premiere zugetraut, wenn überhaupt. So kann man sich "ZUM GLÜCK" täuschen.

      Eine andere liebe Freundin hat mir vorhin erzählt, dass sie heute in einem sehr vornehmen Hotel in München zum Kaffee eingeladen worden war (mit Blick über München). In einem der oberen Etagen hörten sie dann auf einmal jemanden ganz wunderbar und offensichtlich live, singen. Sie standen dann eine ganze Weile hinter dieser Hotelzimmertür und lauschten. Sie irrten dann aber noch eine Weile im Haus herum und suchten den Aufzug und wer stand dann plötzlich neben ihnen? Richtig, ein schwarzer Wuschelkopf mit riesengroßen Augen. Leider hat sie sich nicht getraut, ihn anzusprechen, war einfach zu überwältigt von dieser überraschenden Begegnung. Rolando war sicher auf dem Weg in die Oper, um heute auch amamusica zu erfreuen. Mir war allerdings auch sofort klar, wer da hinter der Tür gesungen haben muss. Wäre Euch auch gewesen, oder? :D


      Liebe Grüße
      Ingrid
    • Ingrid schrieb:

      Leider hat sie sich nicht getraut, ihn anzusprechen, war einfach zu überwältigt von dieser überraschenden Begegnung.


      Dabei hätte Rolando sie doch sicherlich nicht gefressen! :rolleyes:

      (Oder etwa doch? "Rolando, wieso hast du so große Augen?"... :hide: )
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Liebe Ingrid!

      Ich habe mich immer - bis heute - getraut alle anzusprechen, leider habe ich jetzt so viel in der UNI zu tun, dass ich kaum in die WStO kann.

      Liebe Grüße sendet Dir Peter und beim nächsten Mal einfach ansprechen,OpernsängInnen sind auch nuir Menschen. :wink: :wink:
    • Liebe Capricciosi,

      nachdem ich meinen Opernbesuch so groß angekündigt habe, kommt nun natürlich auch ein (- "Besprechung" sage ich mal lieber nicht - ) "Eindrucksbericht".

      Wie's war?

      Oh, herrlich! Einfach wunderbar.

      Für mich ist das allerwichtigste die Musik. Was nützen mir die allerhyperbesten Sänger, wenn mir die Musik nicht gefällt, die TÖNE mißfallen, daß sich mir alle Nackenhaare sträuben ?!? - NIX.

      Die Musik war - einfach schön. Wunderbar eingängig und "unkompliziert", was das Verständnis anbelangt. Kompositorisch dagegen sicher nach allen Regeln der Kunst. Sehr schön fand ich z.B. auch verschiedene Cello-Stellen. (Saß oben und schaue immer gerne in den Orchestergraben. Wenn ich den in der Oper nicht sehen kann, bin ich schon mal etwas unglücklich. Das "Werkeln" da unten ist immer höchst kurzweilig!)
      z.B. ab 6:49: "http://www.youtube.com/watch?v=2eELPklM4ME&feature=related"

      Die in meinen Ohren sehr schönen Chöre hatte ich gar nicht erwartet.

      Dieses klingt für meine Ohren wunderschön „romantisch-deutsch“ (ab 8:20) , hätte ich nicht erwartet!

      "http://www.youtube.com/watch?v=Gx9pOi7B3bU&feature=related"

      Dann gibt es absolute Ohrwurm-Stellen (ab 10:01) wie

      "http://www.youtube.com/watch?v=Gx9pOi7B3bU&feature=related"
      und
      "http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=G1yX9AjacYg"

      oder natürlich die Barcarolle. Sie war in der Tat langsam. Aber in dieser YouTube-Version mit Garanca / ist sie auch nicht gerade raketenschnell.

      "http://www.youtube.com/watch?v=0u0M4CMq7uI"
      oder hier:
      "http://www.youtube.com/watch?v=yGuydNi2tmM&feature=related"

      Aber die Musik kennt ihr Fachleute ohnehin schon bestens.

      Zum „nachhören“ habe ich hier eine schöne Gesamtfassung von A-Z zum „durchklicken“ gefunden, eine Met-Aufführung:

      Teil 1 : "http://www.youtube.com/watch?v=2eELPklM4ME&feature=related"


      Also nun zur Aufführung aus meiner Sicht:

      Sie war, zum Glück, nicht nur schön zum anhören, sondern auch zum ansehen.

      Toller Teufel, v.a. bei der sterbenden jungen Sängerin. Auch wie er aus dem Notenbuch raussah.

      Oder die 1. Szene mit dem Wirtshaus. Gutes Bühnenbild.

      Bis auf das für die arme Damrau höchst unvorteilhafte Kurtisanen-Kostüm. Motto: Wie lasse ich eine Frau möglichst dick und häßlich aussehen. Dankeschön, Herr Kostümschneider / Frau Kostümschneiderin! Ein bißchen muß man doch auch an die armen Sänger denken... ...so was ist doch gemein. Naja, immerhin war sie nicht allzu entblöst.

      Bei dieser Szene gefiel mir auch das Bühnenbild nicht so.

      Aber Ihr möchtet sicher mehr über die Sänger wissen, und nicht über irgendein Kostüm oder Bühnenbild.

      Also: Ganz toll: die Angela Brower als Niklausse / Muse. :juhu: :juhu: :juhu:
      (Dachte erst, das MUSS die Damrau sein, denn sie sang so hervorragend gut, und eine andere singende Frau gab es da nicht – war mit dem Inhalt und wer-singt-was etwas durcheinandergekommen)

      Aber dann, als die Damrau als Olympia erschien, war alles klar, DAS war die Damrau, und sie war HIMMLISCH !!! Nicht nur sängerisch.
      Sondern vor allem auch schauspielerisch – GROSSARTIG !!! HERRLICH !!!

      :juhu: :juhu: :juhu:

      Die sterbende Sängerin und die entsprechende Dramatik – war auch toll gesungen, aber irgendwie war das inhaltlich für mich etwas zu kurz, da fehlte mir etwas mehr „Vorspann“, da überzeugen mich Verdis Dramen mehr. Jedenfalls definitiv keine „Kinderoper“, da die Mutter selber ja die Tochter ins Verderben ruft, und nicht irgendeine böse Hexe... ...und ohnehin viel zu viel „sex and crime“ in der ganzen Oper. Was Jugendlichen aber sehr gefallen sollte, denke ich! Und auch schon größeren „Knirpsen“!

      Der Teufel (Kevin Conners?) war auch ganz wunderbar dämonisch-fies.

      ...aber alle wollt Ihr sicher vor allem wissen: Wie war, wie sang ER ???

      Also: War ja „vorgewarnt“ worden, und so... ...war ich sehr vorsichtig.

      Er wirkte nervös, und dünner, als auf den Fotos, die ich von früher kannte (CD-Covers, Konzert-Werbung in der Zeitung und so). Er wirkte beim Singen sehr angestrengt, war auch schnell recht schweißgebadet (hatte recht gute Opern-Ferngläser) .

      Aber „schlecht“? Nein. Finde ich nicht. (Hatte mal im Fernsehen eine Opernübertragung der Carmen aus der Scala mit einer neuen, jungen georgischen Sängerin und dem vielgelobten Jonas Kaufmann gesehen – da hatte mich der Kaufmann gar nicht besonders überzeugt. Wirkte auf mich auch sehr angestrengt und nicht so „sonor“. )

      Immer, wenn Villazon ein Stück geschafft hatte, schien er überglücklich und erleichtert. Und zum Schluß erst! Freudestrahlend ! Und die Brower und die Damrau und alle anderen freuten sich mit ihm.

      :klatsch: :klatsch: :klatsch: :thumbup: :thumbup: :thumbup:

      Zu „Fehltönen“ kann ich nix sagen, stachen jedenfalls nicht ins Ohr, so es sie gab. Dann waren es höchstens „harmonische“ Fehltöne.

      Während hier auf YouTube der Joseph Calleja viel „lockerer“ und „leichter“ singt, für mein Empfinden.

      Denn so soll es ja sein – voll sängerischer „Kraft und Herrlichkeit“ und vor allem Leichtigkeit, denn man sollte nie heraushören, was für ein Kraftakt die Singerei ist !!! Und es müssen halt die entsprechenden Stimmbänder mit der entsprechenden Technik vorhanden sein. (Schlechte Sänger erkennt man sofort, weil sie... ...leider nicht gut klingen.)

      Bin ja gespannt, was Ihr schreibt, nach der Fernseh-Ausstrahlung!

      Für mich war der Abend gestern jedenfalls :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:

      :wink:

      amamusica :pfeif:
      Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
      all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

      ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
      Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...



    • amamusica schrieb:


      (Hatte mal im Fernsehen eine Opernübertragung der Carmen aus der Scala mit einer neuen, jungen georgischen Sängerin und dem vielgelobten Jonas Kaufmann gesehen – da hatte mich der Kaufmann gar nicht besonders überzeugt. Wirkte auf mich auch sehr angestrengt und nicht so „sonor“. )


      Das war das, was Arte gestern stattdessen gesendet hat... Ich hab's leider nur zum Schluß gesehen (die letzten 10 Minuten), die aber haben mir schon gefallen...

      Matthias
      "Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
      "Heutzutage gilt es schon als Musik, wenn jemand über einem Rhythmus hustet." (Wynton Marsalis)
      "Kennen Sie lustige Musik? Ich nicht." (Franz Schubert)
      "Eine Theateraufführung sollte so intensiv und aufregend sein wie ein Stierkampf." (Calixto Bieito)
    • Lieber Matthias!

      Ja, die letzten 10 Minuten waren schön - weil die Carmen, endlich, von ihrem Kaufmann umgebracht wird -

      das heißt man Aussterben der Kleinversorgungsbetriebe, in Wien Greißler und in Deutschland Tante Emma Läden genannt.

      Liebe Grüße sendet Dir Peter aus Wien. :wink: :wink:
    • Ich habe mir vorgenommen, demnächst einmal etwas eingehender von meinen Eindrücken der Münchener Inszenierung der Oper zu berichten, nehme mir aber einstweile die Freiheit, eine Diskussion zur Fassung aus einem anderen Thread hierher zu kopieren, wo sie mir noch besser platziert zu sein scheint:


      Und wann kommt endlich eine tolle DVD von Offenbachs "Contes d' Hoffmann" in der Fassung Kaye/ Keck, die endlich einmal ALL das Material bietet, das man mittlerweile kennt?
      Gejammer nach der Kaye/Keck-Fassung kann man von mir auch schon seit Jahren hören, leider bislang ohne Erfolg. Alle Intendanten lassen lieber aus völlig veraltetem gemeinfreien Material spielen, wie es scheint; mich wundert allerdings, dass nicht mehr Regisseure darauf bestehen, die dramaturgisch wesentlich bessere Kaye/Keck-Fassung zu inszenieren. Und eigentlich müsste man eine DVD (oder auch CD, die gibts ja auch nicht!), die erstmals die komplette Kaye/Keck-Fassung bringt, doch gut bewerben können, oder?

      Liebe Grüße,
      Areios
      Ähnlich wie Areios, habe ich auch immer wieder in dieses Horn gestoßen. Der Gerechtigkeit halber muss man aber auch darauf hinweisen, dass eine wirklich vollständige Aufführung der Rekonstruktion den Rahmen des Praktikablen sprengen würde. Schon deshalb ist es zumindest nachvollziehbar, dass der Verlag dieser Rekonstruktion es den Theatern freistellt, sich ihre Fassung selbst zusammenzustellen. Dass dieses Recht, primär wohl wegen des Ensembles im Venedig-Akt, sich aber auch auch die Nutzung der Choudens-Fassung erstreckt, ist aber schon mehr als kritikwürdig, denn das führt dann, wie zuletzt in München, zu so entstellenden Verbrechen wie der Restaurierung der sogenannten Spiegelarie als Zuckerl für den lernfaulen Bass, während das viel bessere originale Pendant zusammen mit einem großen Teil der finalen Rekonstruktion in den Orkus geworfen wurde.

      Aus Gründen wie diesen dürfte es also so bald keine vollständige DVD geben, und aus finanziellen wohl nicht einmal eine ergänzte cd-GA.

      Ich wäre ja schon froh für eine professionelle Aufzeichnung der - immerhin annähernd vollständigen - Darbietung der Inszenierung Pellys mit dem Dirigast von Marc Minkowski. Der fehlerhaft montierte Tonmitschnitt aus Lausanne oder die Einkameraaufzeichnung aus Lyon sind ja leider nur Krücken, die immerhin einen guten Eindruck davon vermitteln, was man versäumt. Ob allerdings, sollte es diese Aufzeichnung doch einmal geben, die Liebhaber dieser Oper wirklich das sehr zynische Weltbild goutieren werden, das Offenbachs Original eigentlich transportiert, und das nur noch wenig mit dem beliebten Puppentheater zu tun hat, das man meist offeriert bekommt, steht auf einem anderen Blatt. Wer will schon eine Oper sehen, die eigentlich nur miese (d. h. selbstsüchtige, versoffene oder leblose ) Charaktere hat, die Muse eingeschlossen?

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Rideamus schrieb:

      Dass dieses Recht, primär wohl wegen des Ensembles im Venedig-Akt, sich aber auch auch die Nutzung der Choudens-Fassung erstreckt, ist aber schon mehr als kritikwürdig, denn das führt dann, wie zuletzt in München, zu so entstellenden Verbrechen wie der Restaurierung der sogenannten Spiegelarie als Zuckerl für den lernfaulen Bass, während das viel bessere originale Pendant zusammen mit einem großen Teil der finalen Rekonstruktion in den Orkus geworfen wurde.
      Lieber Rideamus,

      das ist nur allzu wahr, und obwohl ich auch die Spiegelarie sehr mag, finde ich doch, dass es zumindest EINE verdienstvolle Aufnahme geben sollte, wo man der Forschung so weit als möglich Rechnung trägt, zumal es ja schon mehr als genug Einspielungen gibt, die sich an überholten Vorstellungen orientieren.
      Der Mitschnitt aus Lausanne hat zwar großartige Momente und ist vorbildlich dirigiert, krankt aber m. E. am überforderten Hoffmann-Sänger, mit dessen Qualität ja auch vieles steht und fällt.
      Auch die genannte DVD aus Lyon bietet leider nur Stückwerk vor der Kulisse einer doch sehr eigenwilligen Inszenierung, die mir sehr karg und spröde erscheint, wenn auch der gedankliche Ansatz gar nicht uninteressant ist.
      Also ich denke schon, dass es nach wie vor Aufführungen dieses Werkes gibt, die einen Mitschnitt rechtfertigen würden, und die Lösung mit der DVD, die vielleicht verschiedene Zusammenstellungen möglich macht (je nach Kopfdruck mit oder ohne Spiegelarie z.B.), erscheint mir durchaus ein interessantes Projekt.

      Aber wer weiß, vielleicht ist die Zeit ja jetzt reif dafür.

      Areios schrieb:

      bitte nur mit EINER Sängerin für die Vierfachrolle der Stella/Olympia/Antonia/Giulietta und einer Regie, die die Dreiecksbeziehung Hoffmann-Muse-Stella vernünftig herausarbeitet.
      Lieber Areios, diesem Wunsch schließe ich mich vorbehaltlos an! Und ich glaube, es gäbe derzeit auch einige tolle Sängerinnen, die das leisten könnten (Diana Damrau etc.)
      „Orchester haben keinen eigenen Klang,den macht der Dirigent"
      Herbert von Karajan


      „nicht zehn Prozent meiner Musikleute verstehen so viel von Musik wie diese beiden Buben“.
      Karajan nach einem Gespräch mit den Beatles George Harrison und Ringo Starr.
    • Rideamus schrieb:

      Dass dieses Recht, primär wohl wegen des Ensembles im Venedig-Akt, sich aber auch auch die Nutzung der Choudens-Fassung erstreckt, ist aber schon mehr als kritikwürdig, denn das führt dann, wie zuletzt in München, zu so entstellenden Verbrechen wie der Restaurierung der sogenannten Spiegelarie als Zuckerl für den lernfaulen Bass, während das viel bessere originale Pendant zusammen mit einem großen Teil der finalen Rekonstruktion in den Orkus geworfen wurde.


      Den Siegeszug von "Scintille diamant" hab ich sowieso nie recht verstanden, ich halte die für eine ziemlich fade Angelegenheit, die als Hauptarie für den Bösewicht so gar nicht recht passen will. Es existiert übrigens der Versuch, Dapertutto beide Arien zu geben: "http://www.youtube.com/watch?v=ah3jscDs0OE"

      Der Sänger in dieser Aufnahme scheint mir allerdings auch ein bisschen langweilig zu sein. Das bessere "Tourne, tourne miroir" auf Youtube hört man meiner Meinung nach hier: "http://www.youtube.com/watch?v=t8ZkPEMHF1o"

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Boris schrieb:



      Auch die genannte DVD aus Lyon bietet leider nur Stückwerk vor der Kulisse einer doch sehr eigenwilligen Inszenierung, die mir sehr karg und spröde erscheint, wenn auch der gedankliche Ansatz gar nicht uninteressant ist.
      Meinst Du die offiziell erhältkiche DVD der Inszenierung von Louis Erlo in einer Nervenheilanstalt, die mit dem Prädikat eigenwillig jedoch sehr freundlich umschrieben ist? Die finde ich trotz aller musikalischen Meriten (Nagano, Dessay, van Dam) furchtbar, und mit der Rekonstruktion von Kaye/Keck hat sie auch kaum etwas zu schaffen.

      Ich bezog mich jedoch auf einen Privatmitschnitt einer Aufführung in Lyon in der Inszenierung, die Laurent Pelly zuvor schon in Lausanne und Marseille gezeigt hatte. Mireille Delunsch singt da die vier Frauenrollen, die Muse wird von Anna Bonitatibus verkörpert, Laurent Naouri ist ein großartiger Vertreter der Schurkenrollen, und den mehr als achtbaren Hoffmann gibt Sergej Khomov.

      Mehr zu dieser großartigen Inszenierung, für die sich Pelly von den sehr düsteren, aber auch höchst passenden Bildern des belgischen Malers Leon Spilliaert inspirieren ließ, kann ich hoffentlich in Kürze schreiben.

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Rideamus schrieb:

      Der Gerechtigkeit halber muss man aber auch darauf hinweisen, dass eine wirklich vollständige Aufführung der Rekonstruktion den Rahmen des Praktikablen sprengen würde.


      Der Gerechtigkeit halber möchte ich allerdings auch darauf hinweisen, dass eine wirklich vollständige Aufführung der "Contes d'Hoffmann" auch nicht länger wäre als ein "Parsifal", eine "Götterdämmerung" oder "Les Troyens", sondern sogar noch etwas kürzer und möglicherweise sogar kurzweiliger. ;+)

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • Areios schrieb:

      Rideamus schrieb:

      Der Gerechtigkeit halber muss man aber auch darauf hinweisen, dass eine wirklich vollständige Aufführung der Rekonstruktion den Rahmen des Praktikablen sprengen würde.


      Der Gerechtigkeit halber möchte ich allerdings auch darauf hinweisen, dass eine wirklich vollständige Aufführung der "Contes d'Hoffmann" auch nicht länger wäre als ein "Parsifal", eine "Götterdämmerung" oder "Les Troyens", sondern sogar noch etwas kürzer und möglicherweise sogar kurzweiliger. ;+)

      Liebe Grüße,
      Areios
      Das ist zweifellos richtig und ein wichtiger Punkt. Allerdings sollte man nicht unberücksichtigt lassen, dass der Charakter der Musik und damit des Publikums der von Dir zitierten Werke ein ganz anderer ist. Das ist nicht zwangsläufig eine Frage der Qualität. Ich finde die Musik des HOFFMANN nicht weniger wertvoll als die der genannten Opern. Aber anders ist sie schon, und sie stellt auch andere Anforderungen - textlich wie musikalisch -, die gewisse Längen leichter akzeptabel machen.

      Die GURRELIEDER sind auch nicht für jeden bekömmlich, der die KLEINE NACHTMUSIK liebt. Aber eine Serenade im Format von Schönbergs Werk wäre auch befremdlich. Offenbach wäre übrigens der Erste gewesen, der das anerkannt hätte, denn es ist bekannt, dass er in den ersten Aufführungen seiner Operetten auf Grund der Reaktionen des Publikums oft noch sehr viel geändert hat. So gesehen, besteht die größte Tragödie von Offenbachs vorzeitigem Tod nicht nur darin, dass er die Oper nicht selbst fertig stellen konnte, sondern nicht zuletzt darin, dass er deren Straffung anderen überlassen musste.

      Andererseits hat vielleicht gerade sein vorzeitiger Tod und die Bearbeitung der Oper durch geschäftstüchtige Intendanten dafür gesorgt, dass sie so populär wurde, denn je mehr man in den Text und die Musik der Kaye/Keck – Rekonstruktion einsteigt, um so deutlicher wird die nihilistische Weltsicht der Oper mit ihrem durchgehend egoistischen Personal. Ich frage mich, ob das Publikum ungeachtet der vielen herrlichen Musik damals wirklich eine solch pessimistische Sicht der Menschen akzeptiert hätte, wie sie von Offenbach in erschreckender Konsequenz realisiert wurde, oder ob nicht die verfälschende Reduktion des Stoffes durch dessen Bearbeiter auf ein vordergründiges Schauertheater mit einer benevolenten Muse im Hintergrund die Oper dem damaligen Publikum erst erträglich gemacht hat.

      Ich könnte mir jedenfalls gut vorstellen, dass die Geschichte der Versuche, Offenbachs größtes Werk für die Nachwelt zu retten, jetzt erst richtig in ihre zweite und vielleicht interessanteste Phase eingetreten ist.

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Rideamus schrieb:

      Meinst Du die offiziell erhältkiche DVD der Inszenierung von Louis Erlo in einer Nervenheilanstalt, die mit dem Prädikat eigenwillig jedoch sehr freundlich umschrieben ist? Die finde ich trotz aller musikalischen Meriten (Nagano, Dessay, van Dam) furchtbar, und mit der Rekonstruktion von Kaye/Keck hat sie auch kaum etwas zu schaffen.
      Lieber Rideamus,


      genau die meinte ich, die andere Aufnahme aus Lyon kenne ich gar nicht, umso mehr würde mich interessieren, was Du dazu schildern kannst, zumal gerade Pelly und Offenbach ja meistens eine hoch spannende Paarung ergibt.
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      Herbert von Karajan


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    • Areios schrieb:

      Der Gerechtigkeit halber möchte ich allerdings auch darauf hinweisen, dass eine wirklich vollständige Aufführung der "Contes d'Hoffmann" auch nicht länger wäre als ein "Parsifal", eine "Götterdämmerung" oder "Les Troyens", sondern sogar noch etwas kürzer und möglicherweise sogar kurzweiliger.

      Liebe Grüße,
      Areios
      Lieber Areios,

      ich pflichte Dir vollkommen bei, ich habe schon kurzweilige und spannende Inszenierungen der Meistersinger gesehen, warum sollte dies nicht bei den Contes möglich sein? Außerdem kann man ja kürzen - indem man die Spiegelarie und das Septett weglässt... :thumbsup:
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    • Lieber Boris!

      Bitte nicht das Septett und die Spiegelarie weglassen, das würde ich vermissen.

      Aber ich komme zu einer Aufnhame die von unserem lieben Rideamus schon besprochen wurde, hier singt Sumi Jo die, und das war für mich neu, Koloratur-Giulietta.



      Was mir ungemein gefällt, dass Natalie Dessay als Olympia ein Ereignis ist ist klar, dass die Antonia hier nicht ganz rein passt, aber ansonsten ist die Aufnahme nicht die Schlechteste, im Gegenteil.

      Liebe Grüße sendet Dir Peter aus dem bitterkalten Wien. :wink: :wink:
    • LIeber Peter, ich mag die Spiegelarie ja eigentlich auch sehr, aber ich denke, wenn man sie auf dem Tonträger als Bonus anbieten würde, wäre da allen Interessengruppen Rechnung getragen...

      Übrigens heute, hr 2 Live-Übertragung, angeblich mit der Fassung Keck-Kaye...ab 19.Uhr im radio...man darf gespannt sein!

      viele grüße
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    • Lieber Philbert,


      ach Gott, da wird auf Deutsch gesungen? Das ist ja schade, da hätte ich doch gerade bei diesem Werk doch gerne die Originalsprache gehabt. Nun denn, sehen wir mal wie es wird. Die Besetzung sieht aus wie folgt:
      LIVE aus Darmstadt: "Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach
      Joel Montero Hoffmann
      Erica Brookhyser Die Muse/Niklas
      Olafur Sigurdarson
      Lindorf/Coppelius/Mirakel/Dapertutto
      Lasse Penttinen
      Andrea Cochenille/Franz/Pitichinaccio
      Julie Davies oder
      Adréana Kraschewski Olympia/Antonia/Giulietta/Stella
      Elisabeth Hornung
      Stimme von Antonias Mutter
      Oleksandr Prytolyuk
      Hermann / Schlemihl
      John In Eichen Luther / Crespel

      Chor und Orchester des Staatstheaters Darmstadt
      Leitung: Elias Grandy

      (Übertragung aus dem Staatstheater)
      Auch in Surround
      „Orchester haben keinen eigenen Klang,den macht der Dirigent"
      Herbert von Karajan


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