Empfehlenswerte Dokumentarfilme

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    • mehr und mehr vermisse ich in diesen Tagen weite Blicke in weite Landschaften :| :|

      = = > > da muß die eine/andre entspr. Doku herhalten!! => in den letzten Tagen...



      eines der eher unbekannten Frühwerke Werner Herzogs, ein Jahr vor dem ersten Kinski-Spektakel ("Aguirre") und im Zusammenhang mit der zwei Jahre früher realisierten Dreiviertelstunden-Doku "Die fliegenden Ärzte von Ostafrika" entstanden. Für so manche Herzog-Kenner offensichtlich sein unzugänglichster Film - mit Hilfe des (ausführlichen!) Audiokommentars war's mir allerdings gut möglich, mich in Sinn und Hintergrund dieser 75min. einzufühlen....



      <= hiervon mit der gebotenen Aufmerksamkeit erst Teil eins der Trilogie, den 71min. "Oderland Fontane" betrachtet. In der Tat eine prächtig gelungene Einführung in die Gedankenwelt Fontanes, wie er eben Teile seiner "Jugenderinnerungen" resp. der "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" niederschreibt... Beim nä. "eigenen" Spaziergang wundert man sich geradezu, daß einem nirgendwo ein einsamer archaisch gewandeter Herr gegenübertritt, wie er in ein halb zerfleddertes Büchlein fleißig Notizen kritzelt......

      :wink:
      Durchhängen iss nich !!
      (Udo Lindenberg)
    • Im Nachbarforum entdeckt:

      Filmmaker Gary Hustwit is streaming his documentaries free worldwide during the global COVID-19 crisis. Each Tuesday we’ll be posting another film here. We hope you enjoy them, and please stay strong.

      Bis Dienstag noch zu sehen: "Rams" (der Dieter).

      ohyouprettythings.com/free

      Beste Grüße,
      Ralph
      »Toren wir, auf Lind'rung da zu hoffen, wo einzig Heilung lindert!« (Gurnemanz)
    • Hab mir den Fata Morgana einfach mal bestellt. Das reizt mich irgendwie. Und von Herzog hab ich zu wenig (nur den Nosferatu).

      Dank für den Hinweis!


      :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Ich habe gerade erst angefangen, den Film zu sehen, poste ihn hier aber trotzdem schon einmal.



      Raoul Pecks Oscar-nominierter Dokumentarfilm über James Baldwin. Zentrum des Films ist der letzte unveröffentlichte Text Baldwins, ein Manuskript zu seinem geplanten Roman 'Remember this House' über die Geschichte der Schwarzen in den USA. Zentrale Bedeutung haben in dem Film ebenso drei seiner Freunde: Medgar Evers, Malcolm X und Martin Luther King.

      'I'm not your negro' beschränkt sich nun aber nicht nur auf die Zeit der Bürgerrechtsbewegung, sondern stellt diese in einen größeren Zusammenhang der Diskriminierung von Minderheiten in den USA.

      Was mir von Anfang an durch den Film deutlich wurde, ist die Kontinuität der Diskriminierung und dass die amerikanische Gesellschaft, so wie wir sie heute erleben, ohne dieses rassistische Element kaum so existieren würde, dass es geradezu systemimmanent ist, egal welche kosmetischen Korrekturen es seit dem Bürgerkrieg oder seit der Bürgerrechtsbewegung gegeben hat. Klar gibt es Rassismus überall, aber so wie er sich in die amerikanische Gesellschaft eingefressen hat, ist er (Und wir reden hier über 'Gods own country', über die Weltmacht Nr. 1!) wahrlich etwas Besonderes. Peck zeigt ein kurzes Statement einer weißen 'Lady', wohl zu Beginn der 60iger aufgenommen, in dem sie darüber schwadroniert, dass Gott Ehebruch und ich glaube auch Mord verzeihen würde, aber niemals Integration. Da fiel mir sofort ein Interview aus heutiger Zeit ein, in der jemand meinte, dass Gott uns Mund und Nase zum Atmen gegeben hätte und wir sie deshalb auf keinen Fall mit einer Maske bedecken dürften. Diese Mischung aus Dummheit und Religion - hat sich denn in den USA überhaupt nichts getan?

      Ich bin sehr gespannt auf den Rest der Dokumentation, weil ich glaube, dass beide, Peck und Baldwin, hier radikal mit einer Gesellschaft abrechnen, die es immer noch 'geschnallt' hat.

      :wink: Wolfram
    • Wolfram schrieb:

      Raoul Pecks Oscar-nominierter Dokumentarfilm über James Baldwin.
      Deshalb mein Erstaunen - ich hatte gestern morgen diesen Beitrag hier gelesen......und am Abend den anderen im "eben gewälzt" thread! Es muss die Hitze sein ......

      Wolfram schrieb:

      Diese Mischung aus Dummheit und Religion - hat sich denn in den USA überhaupt nichts getan?
      Ein Glück, dass wir keine Amerikaner sind, nicht war?
      Wie kommst Du darauf, dass es in Amerika nicht ebenso viele "Whites" gibt, die sich ernsthaft bemühen den unterschwelligen Rassissmus im eigenen und gesellschaftlichen Denken, Fühlen und Handeln zu bekämpfen?
    • Rosamunde schrieb:

      Wie kommst Du darauf, dass es in Amerika nicht ebenso viele "Whites" gibt, die sich ernsthaft bemühen den unterschwelligen Rassissmus im eigenen und gesellschaftlichen Denken, Fühlen und Handeln zu bekämpfen?
      Weil, wenn es ebenso viele Weiße in den USA geben würde, die sich für eine wirkliche Integration stark machen würden, hätte diese längst stattgefunden.

      Natürlich gibt es Fortschritte seit den 60iger Jahren, aber am grundlegenden Problem hat sich doch wohl kaum etwas geändert. Ich hörte vor kurzem ein Interview mit einer amerikanischen Soziologin/Schriftstellerin/Politikerin, ich weiß es nicht mehr genau, jedenfalls einer Weißen, die noch einmal explizit darauf hinwies, dass ihre Gesellschaft von dem Klassenunterschied und der nicht erfolgten Integration weiterhin sehr gut leben würde und dass das durchaus auch im Interesse der weißen, fortschrittlichen Mittelschicht wäre.

      :wink: Wolfram
    • Also der Unterschied zwischen Sklavenhaltung und -handel (1850) und affirmative action (in den letzten Jahrzehnte, die u.a. zu deutlich unfairer Behandlung von Amerikanern asiatischer Herkunft, etwa bei Studienplätzen, führt) ist nur ein "kosmetischer Unterschied"? Kann man eigentlich Sklavenhaltung noch mehr verharmlosen als aus der heutigen "antirassistischen Position", wonach sich in 170 Jahren nichts wesentliches geändert hat? Weil Haare anfassen (was sich natürlich bei niemandem gehört) im Grunde dasselbe ist wie Lynchen, Auspeitschen, Rechtlosigkeit etc.?
      Die "weiße Mittelschicht" hat doch im wesentlichen nur Kosten davon, dass die 13% Schwarzen für den zwei (total) bis vierfachen (Gewaltverbrechen) Anteil an Straftaten veranwortlich sind wie andere Demographien. Welche Vorteile hätten denn die Weißen von höchst unsicheren Stadtteilen und den hohen Kosten für Sozialfürsorge, Polizei, Strafvollzug? (Dass da ein paar Leute dran verdienen, klar. Ein paar Leute verdienen auch sehr gut an Corona, aber für die meisten ist es doch eher schlecht.)
      Am meisten leiden darunter aber natürlich andere Schwarze. Z.B. das dutzend (oft junger) Schwarzer, das jede Woche allein in Chicago von anderen Schwarzen abgeknallt wird. (Wohingegen gemessen an der Gewaltskriminalitätsrate nicht mehr Schwarze durch Polizisten zu Tode kommen.)

      Die USA hat immense Probleme, die sich in den nächsten Jahren vermutlich eher zuspitzen als abmildern werden. Ich halte es für naiv, Rassismus als Hauptursache auszumachen. Die Dysfunktionalität erheblicher Teile der schwarzen Bevölkerung hat vielfache Ursachen, von denen die meisten eher wenig mit Rassismus, der ja außerdem in allen offenbaren Parametern seit den 60ern abgenommen haben sollte, zu tun haben. Z.B. ist seit den 50ern die Familienstruktur dort größtenteils zusammengebrochen (vermutl. ein Kollateralschaden der sog. sex. Revolution). Die Kriminalität ist teilweise gestiegen (und wird in den Gangsta-Rap-Subkulturen auch noch verklärt). BLM-Aktivistenpapiere zählen allen Ernstes Dinge wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Rationalität, Planung als "weiße" Eigenschaften auf, die man nicht der schwarzen Subkultur aufnötigen dürfte. Das ist nahezu dasselbe, was vor 200 Jahre der rassistische Plantagenbesitzer gesagt hätte, nur eben mit umgekehrten Vorzeichen: Wenn man nicht mit der Knute daneben steht, arbeitet der N. nicht.
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • Kater Murr schrieb:

      Die Dysfunktionalität erheblicher Teile der schwarzen Bevölkerung hat vielfache Ursachen, von denen die meisten eher wenig mit Rassismus, der ja außerdem in allen offenbaren Parametern seit den 60ern abgenommen haben sollte, zu tun haben.
      Wenn man einem großen Teil der Bevölkerung, der immerhin seit gut 400 Jahren Teil dieser selben ist, gleichberechtigte Aufstiegsmöglichkeiten nimmt, kommt es zwangsläufig zu einer 'Dysfunktionalität', die man dann aber leicht mit anderen Ursachen wegreden kann.

      Kater Murr schrieb:

      Die "weiße Mittelschicht" hat doch im wesentlichen nur Kosten davon, dass die 13% Schwarzen für den zwei (total) bis vierfachen (Gewaltverbrechen) Anteil an Straftaten veranwortlich sind wie andere Demographien. Welche Vorteile hätten denn die Weißen von höchst unsicheren Stadtteilen und den hohen Kosten für Sozialfürsorge, Polizei, Strafvollzug?
      Warum 'gönnen' wir uns in Deutschland auch soziale Brennpunkte? Weil es die fernlebende Mittelschicht nicht betrifft. Die Kosten dafür laufen über die Steuern und sind damit relativ weit vom eigenen Erleben entfernt. Aber, jetzt auf die USA bezogen, 'lästige' Konkurrenten hinsichtlich wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Einflussnahme klein zu halten, zahlt sich für die Mittelschicht viel stärker aus.

      :wink: Wolfram
    • Kater Murr schrieb:

      Z.B. ist seit den 50ern die Familienstruktur dort größtenteils zusammengebrochen (vermutl. ein Kollateralschaden der sog. sex. Revolution).
      Ist das dein Ernst? (Nur um mal einen Punkt herauszugreifen.) Die USA sind sicherlich eines der prüdesten und bigottesten aller westlichen Länder.

      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • Capriccio V schrieb:

      11. Austausch findet statt über alle Themen der Kunst und Kultur, primär der klassischen Musik. Weltanschauliche, politische oder andere von den Kernthemen des Forums abweichende Diskussionen sind nur insoweit zulässig, als sie mit den Kernthemen des Forums in unmittelbarer Verbindung stehen.
      Thema hier sind Dokumentarfilmempfehlungen. Aus Sicht der Moderation widerspricht eine allgemeine Diskussion über Rassismus der Forenregel 11. Wir bitten deswegen darum, diese Diskussion hier nicht weiter fortzusetzen.

      Danke!
    • Bin mir nicht sicher, ob Naturdokus hier ebenfalls erwünscht sind, aber ich poste einfach mal ...

      "Die Kosmos Vogelstimmen-Edition" (Hans-Heiner Bergmann / Wiltraud Engländer)



      Bin noch nicht ganz durch. DVD Nr. 1 (Singvögel) war schon toll. Derzeit bei DVD Nr. 2 (Nicht-Singvögel).

      Man kann hier die Optionen "mit" oder "ohne" Sprechtext wählen. Letzteres lohnt sich aber sehr, wie ich finde. Zudem kann man die Vogelarten nach Alphabet oder Verwandtschaftsgrad (Letzteres empfinde ich als deutlich sinnvoller) anwählen. Ich denke, diese DVDs sind sowohl etwas für Anfänger, als auch für Fortgeschrittene. Einfach etwas für naturbegeisterte Menschen ... :) Enthält zudem ein Begleitbuch. Wer sich allerdings etwas näher mit der Ornithologie beschäftigen möchte, sollte dann doch besser auf andere Bücher zurückgreifen. Hier wird aber schon mal eine Menge geboten. :thumbup:

      Wir sind hier ja allerdings in einem Kulturforum, daher war ich mir nicht sicher, ob solche Dokus bzw. Naturdokus hier ebenfalls gepostet werden sollten/ dürfen ... !?
      "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)
    • Aber hallo darf das! Kulrtur und Natur trennen funktioniert eh nimmer... Dank für die Anregung :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Laut Olivier Messiaen sind Vögel die größen Komponisten. (Oder so ähnlich.) Also passt das sehr gut.


      maticus
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