Klassikradio - Pro/Contra

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    • Klassikradio - Pro/Contra

      Kürzlich bin ich auf die Internetplattform des Radiosenders SwissClassic gestoßen (http://www.radioswissclassic.ch).

      Was man dort zu lesen bekommt, finde ich teilweise erschreckend.

      Bei einer Leserumfrage wurde folgende Frage mit den entsprechenden Antwortmöglichkeiten gestellt:

      Weshalb hören Sie Radio Swiss Classic?

      Weil ich dadurch immer wieder neue Werke entdecke 53.3%
      Weil es mir die Arbeit erleichtert 28.9%
      Weil es mich in eine gute Stimmung versetzt 44.9%
      Weil es mich von meiner Alltagssituation ablenkt 10.9%
      Weil es mir morgens beim Aufstehen hilft 4.4%
      Weil es mich beruhigt und entspannt 49.4%
      Weil es die ideale Hintergrundmusik ist 44.5%
      Weil ich damit so gut einschlafen kann 5.4%
      Weil ich so schön mitsummen kann 6.4%
      Sonstiges 8.5%

      44,5% der Musikhörer erachten Klassik als die ideale Hintergrundmusik! 49,4% betonen besonders den beruhigenden und entspannenden Aspekt.

      Trägt ein solches Hörverhalten zum Klassik-Klischee der Senioren-Enspannungsmusik bei?

      Zur Programmauswahl schreibt SwissClassic:

      Allen Werken, die auf Radio Swiss Classic gespielt werden, ist aber eines gemeinsam: Sie werden mit äusserster Sorgfalt ausgewählt und eignen sich zum Mitsummen, zum Geniessen und zum Entspannen. Polarisierende Musik, zum Beispiel Opernarien oder Orgelwerke, und auch weniger beliebte Stilrichtungen, wie geistliche oder moderne Musik, werden im Programm nur äusserst sparsam eingesetzt.


      Ich wusste noch gar nicht, dass Opernarien und Orgelwerke polarisieren (zumindest nicht in einem größeren Maße als Klavierkonzerte oder Streichquartette).

      Es gibt natürlich auch andere Radiosender... zum Glück! Fragt sich nur, wie lange noch. Vor 20 Jahren wurden im Radio noch 1-stündige Werkeinführungen zu Beethovens Klaviersonaten (wohlgemerkt 1 Stunde für eine Sonate!) ausgestrahlt. So was ist mittlerweile Geschichte (?).
    • ralphb schrieb:



      Zur Programmauswahl schreibt SwissClassic:

      Allen Werken, die auf Radio Swiss Classic gespielt werden, ist aber eines gemeinsam: Sie werden mit äusserster Sorgfalt ausgewählt und eignen sich zum Mitsummen, zum Geniessen und zum Entspannen. Polarisierende Musik, zum Beispiel Opernarien oder Orgelwerke, und auch weniger beliebte Stilrichtungen, wie geistliche oder moderne Musik, werden im Programm nur äusserst sparsam eingesetzt.



      Also diese Aussage finde ich ja auch reichlich grotesk! :faint:

      DiO :beatnik:
      "Wer Europa in seiner komplizierten Verschränkung von Gemeinsamkeit und Eigenart verstehen will, tut gut daran, die Oper zu studieren." - Ralph Bollmann, Walküre in Detmold
    • Ist das so erschreckend? Wir reden immer wieder über die "Abflachung" des Radios mit dem Tenor: "Früher war alles profunder gestaltet." Die Hörerumfrage scheint dies sogar zu bestätigen.

      Grotesk ist die Begründung wohl schon, weshalb Opernarien und Orgelwerke abgelehnt werden sollen; aber andererseits ist ein wichtiger Aspekt dennoch vorhanden: Werke neu entdecken - 53,3%. Das ist nie verkehrt.


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Josquin Dufay schrieb:

      Grotesk ist die Begründung wohl schon, weshalb Opernarien und Orgelwerke abgelehnt werden sollen; aber andererseits ist ein wichtiger Aspekt dennoch vorhanden: Werke neu entdecken - 53,3%. Das ist nie verkehrt.

      Finde ich auch.
      Ich selbst höre zwar nur selten Radio (egal welcher Sparte) und kenne den besagten Sender auch nicht, aber meine, doch, dass viele Sender dem ähnlichen Schema folgen, bloß nicht auffallen, könnte man sagen. Den Hörer bloß nicht irritieren oder etwas von ihm verlangen. Das Phänomen der Hintergrundmusik wird im Radio doch offensichtlich, es dudelt so vor sich hin, kaum einer setzt sich extra hin um Radio zu hören, vieles ist zu Gebrauchsmusik verkommen. Entsapnnen zu Musik gut und schön, aber ich kann nur entspannen, wenn ich überhaupt ein Gefühl gegenüber der Musik habe, bei so einer Nebenherdudelei kann ich mir das schlecht vorstellen.
      Ich finde solche Einführungen bzw. Diskussionen zur Musik immer sehr interessant und aufschlussreich, schade, dass das kaum noch gemacht wird und wenn dann eher mitten in der Nacht, wenn nur noch die "Nachteulen" zuhören.
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"
    • Eigentlich bin ich ein Feind des Auditierens - nichts anderes bezwecken doch solche Umfragen. Statt den Publikumsgeschmack anzuregen und zu fördern wird man ihm nun hinterherrennen, um bessere Quoten zu erzielen - das Ergebnis ist ein weichgespültes Programm à la klassikradio.de - der Beginn einer Negativspirale und der Gleichmeierei.


      Gruß
      Josquin
    • Tatsächlich gibt es bei Kassiksendern (auch bei öffentlich-rechtlichen) einiges zu meckern. Die Werke, die angeblich "mit äußerster Sorgfalt" ausgewählt werden, werden einmal für die Rotation ausgewählt und ab da automatisch auf die entsprechenden Plätze eingeteilt. Mit etwas Glück schaut ein Redakteur noch einmal über die Gesamtsendung drüber.
      Auch der vermeintliche Publikumsgeschmack ist eher vage. Marktforschung funktioniert immer noch über telefonische Nachfrage, ist also eher ungenau. Online-Abrufe versprechen da für die Zukunft genauere Zahlen, sind aber im Klassik-Bereich noch selten. Ins Studio kommen meist nur Beschwerden von Hörern mit viel Zeit. Da wird also ziemlich im Nebel gestochert. Natürlich schwingen bei der Musikauswahl auch persönliche Präferenzen der Beteiligten mit, inkl der altbekannten Regel, dass Gesang nicht zu oft verwendet werden sollte.

      Andererseits ist doch nichts fairer, als die Hörer zu befragen, was sie hören möchten und sich danach zu richten. In der Umfrage werden ja auch Lieblings-Komponisten abgefragt (zufälligerweise sind die großen Namen am beliebtesten - soviel zu "Neues kennen lernen") und Hörgewohnheiten ermittelt, da macht man halt ein Programm, das die Hörer wollen.
      Ich verdiene meine Brötchen bei einem öffentlich-rechtlichen Sender, der sich immer noch halbwegs Inhalte zutraut, zumindest zu später Stunde, wir haben laut Marktforschung einen Höreranteil innerhalb aller Wellen der gesamten Sendeanstalt von 1,3%!! Das ist ein Witz, der vor allem über Gebühren von der Allgemeinheit getragen wird! Sicher müssen Inhalte auch besser vermittelt werden, als das bisher getan wird. Aber eine 1-stündige Beethoven-Analyse würde auf gar keinen fruchtbaren Boden mehr fallen, da haben sich die Ansprüche an eine Klassik-Welle einfach geändert.

      Das führt letztlich wieder zu der großen Frage, wie man die Leute zur Klassik bewegt. Dafür haben wir hier ja andere Threads, wo aber eine große Gemütlichkeit verbreitet wird. ("Das Klassik-Publikum stirbt nicht aus" etc..)
    • El Duderino schrieb:


      Ich verdiene meine Brötchen bei einem öffentlich-rechtlichen Sender, der sich immer noch halbwegs Inhalte zutraut, zumindest zu später Stunde, wir haben laut Marktforschung einen Höreranteil innerhalb aller Wellen der gesamten Sendeanstalt von 1,3%!! Das ist ein Witz, der vor allem über Gebühren von der Allgemeinheit getragen wird! Sicher müssen Inhalte auch besser vermittelt werden, als das bisher getan wird. Aber eine 1-stündige Beethoven-Analyse würde auf gar keinen fruchtbaren Boden mehr fallen, da haben sich die Ansprüche an eine Klassik-Welle einfach geändert.

      Das führt letztlich wieder zu der großen Frage, wie man die Leute zur Klassik bewegt. Dafür haben wir hier ja andere Threads, wo aber eine große Gemütlichkeit verbreitet wird. ("Das Klassik-Publikum stirbt nicht aus" etc..)


      De Druck in einer quotengeilen Umgebung kann ich nachvollziehen, aber nicht teilen. Wir sind - so nehme ich einmal an - im öffentlich-rechtlichen Raum. Da kann einiges nicht über Nachfrage quotiert werden. Neben dem Unterhaltungsauftrag, dem ja mehr als genügend in allen Wellen nachgekommen wird, gibt es auch einen Bildungsauftrag - und dazuu gehört auch eine (von mir aus) zweistündige Beethoven-Analyse, wie ich sie zu meinem Vergnügen hin und wieder bei SWR genießen kann. Da es hier nur die Alternative gibt, ob es ein solches Format überhaupt gibt oder nicht, muss der Staat im Interesse der Minderheiten dieses Format sichern.

      Gemütlichkeit wurde in dem Thread mE nicht vertreten, dass wir alle den Auftrag fühlen können, für das zu werben, das wir lieben, ist doch selbstverständlich. Aber die staatliche (von der Öffentlichkeit alimentierte) Unterstützung für die Kultur ist ein wichtiger Pfeiler des Kulturlebens, nicht zuletzt ist es für viele der Zugang nicht nur zu gegenwärtigem Kulturschaffen, sondern auch zu vergangenem. Ich habe gestern die Musikstunde-Reihe über Friedell gehört - das war auch ein Dokument des Überlebens von Kultur, die eine Barbarei zu vernichten suchte. Kein Cent zu wenig ausgegeben, meiner Meinung nach.

      Und heute hätte ich nicht Delius' Koanga kennen gelernt. Ich bestehe da auf dem öffentlichen Antrag, der durch Opportunismus nicht verwässert werden darf.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • ralphb schrieb:

      Peter Brixius schrieb:

      gibt es auch einen Bildungsauftrag


      Wenn allerdings klassische Musik auf solche Weise wie beim oben erwähnten Klassikradiosender vermittelt wird, wirkt dies dem Bildungsauftrag wohl mehr entgegen als man durch positive Vermittlung wieder aufholen kann...


      Der Sender war, lieber Ralph, von mir nicht gemeint - da handelt es sich doch wohl um einen kommerziellen Sender, Oder?

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Peter Brixius schrieb:

      Der Sende war, lieber Ralph, von mir nicht gemeint


      Nein, schon klar - zum Thema kommerziell (aus den FAQ der Homepage):

      Wie finanziert sich Radio Swiss Classic ohne Werbung?

      Radio Swiss Classic ist ein Musikradio der SRG SSR (Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft) und wird aus den durch die Billag eingezogenen Empfangsgebühren finanziert.


      Also eher Verbildungsauftrag.
    • Peter Brixius schrieb:

      De Druck in einer quotengeilen Umgebung kann ich nachvollziehen, aber nicht teilen. Wir sind - so nehme ich einmal an - im öffentlich-rechtlichen Raum. Da kann einiges nicht über Nachfrage quotiert werden. Neben dem Unterhaltungsauftrag, dem ja mehr als genügend in allen Wellen nachgekommen wird, gibt es auch einen Bildungsauftrag - und dazuu gehört auch eine (von mir aus) zweistündige Beethoven-Analyse, wie ich sie zu meinem Vergnügen hin und wieder bei SWR genießen kann. Da es hier nur die Alternative gibt, ob es ein solches Format überhaupt gibt oder nicht, muss der Staat im Interesse der Minderheiten dieses Format sichern.

      Gemütlichkeit wurde in dem Thread mE nicht vertreten, dass wir alle den Auftrag fühlen können, für das zu werben, das wir lieben, ist doch selbstverständlich. Aber die staatliche (von der Öffentlichkeit alimentierte) Unterstützung für die Kultur ist ein wichtiger Pfeiler des Kulturlebens, nicht zuletzt ist es für viele der Zugang nicht nur zu gegenwärtigem Kulturschaffen, sondern auch zu vergangenem. Ich habe gestern die Musikstunde-Reihe über Friedell gehört - das war auch ein Dokument des Überlebens von Kultur, die eine Barbarei zu vernichten suchte. Kein Cent zu wenig ausgegeben, meiner Meinung nach.

      Und heute hätte ich nicht Delius' Koanga kennen gelernt. Ich bestehe da auf dem öffentlichen Antrag, der durch Opportunismus nicht verwässert werden darf.


      Ja aber wo ist das Problem? Du findest Sendungen, die dich interessieren (und selbstverständlich gibt es noch toll gemachte Sendungen, die teuer sind und denen Platz eingeräumt wird) und dem Gros der Klassik-Hörer, das nicht mehr so tief in der Materie steckt, wird immerhin ein erleichterter Zugang geboten. Vielleicht nicht immer mit dem Prädikat "pädagogisch wertvoll" versehen, aber scheinbar gut genug, dass die Leute Freude daran haben. Die Quoten für "leichte Klassik" sind nämlich prächtig.

      Peter Brixius schrieb:

      Gemütlichkeit wurde in dem Thread mE nicht vertreten, dass wir alle den Auftrag fühlen können, für das zu werben, das wir lieben, ist doch selbstverständlich.

      Und wie macht ihr das?

      Peter Brixius schrieb:

      Aber die staatliche (von der Öffentlichkeit alimentierte) Unterstützung für die Kultur ist ein wichtiger Pfeiler des Kulturlebens, nicht zuletzt ist es für viele der Zugang nicht nur zu gegenwärtigem Kulturschaffen, sondern auch zu vergangenem.

      ..und das wird ja auch gewährleistet, und zwar zu dem Teil, der durch Interesse und Nachfrage gedeckt wird. (Meiner Meinung nach noch deutlich darüber hinaus..) Alles andere ist dann schnell ein Geschrei à la "Ich zahle Gebühren und meine drei Freunde und ich wollen mehr Hochkultur." Das hat es hier im Forum schon zigmal gegeben und ich gestehe, eine heimliche Freude dabei zu verspüren, dass die Realität dieser schroffen Forderung immer öfter den Garaus macht. Denn, oh Wunder, es werden Orchester fusioniert, die BLÖD-Zeitung startet Kampagnen gegen die vielen Rundfunkorchester, das Radio richtet sich immer mehr an Klassik-Neulinge und was der Untergang des Abendlandes noch so alles mit sich bringt..
      Finde ich nicht gut, aber konsequent und sogar fair.
    • El Duderino schrieb:

      Finde ich nicht gut, aber konsequent und sogar fair.

      Ganz Unrecht hast du da sicher nicht, obwohl ich es eher konsequent als fair finde, vielleich am ehesten schade. Das mit der Hochkultur ist doch eh so eine Sache. Ich finde, dass in D immer noch recht viel dieser Art geboten wird, dass eine große Lamentiererei etwas übertrieben scheint. Wenn man danach sucht und daran interessiert ist, wird man immer fündig (bin ich jedenfalls immer geworden). Ich hab's auch nicht so mit dem Dualismus von Unterhaltung und Kulturanspruch.
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"
    • ralphb schrieb:

      44,5% der Musikhörer erachten Klassik als die ideale Hintergrundmusik! 49,4% betonen besonders den beruhigenden und entspannenden Aspekt.


      Man muss bestimmt nicht in die Schweiz schauen, um zu solchen Erkenntnissen zu gelangen. Aus dem Web-Auftritt eines hiesigen "Klassiksenders":

      "Unsere Senderformate im Überblick:
      • entspannt in den Tag
      • entspannt bei der Arbeit
      • entspannt in den Feierabend
      • klassik lounge
      • cinema show
      "
      Was soll man machen, wenn's die Leute nun mal hören wollen. Ich kann es auch irgendwie verstehen. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn sie, sagen wir mal eine Klaviersonate von Boulez auflegen würden. Innerhalb von zehn Millisekunden wären alle Hörer weg.
    • El Duderino schrieb:


      Ja aber wo ist das Problem? Du findest Sendungen, die dich interessieren (und selbstverständlich gibt es noch toll gemachte Sendungen, die teuer sind und denen Platz eingeräumt wird) und dem Gros der Klassik-Hörer, das nicht mehr so tief in der Materie steckt, wird immerhin ein erleichterter Zugang geboten. Vielleicht nicht immer mit dem Prädikat "pädagogisch wertvoll" versehen, aber scheinbar gut genug, dass die Leute Freude daran haben. Die Quoten für "leichte Klassik" sind nämlich prächtig.


      Prächtig :shake: Du kannnst ja meine Bedürfnisse als die einer kleinen Minderheit nehmen, aber die Sache hat ja eine andere Seite: Wo bleiben die Komponisten und die Künstler? Die Großtat von Groves, "Koanga" neuen Generationen zugänglich zu machen, ist in Sicht von Statistikern vernachlässigbar. Für das Werk und seine Rezeption ist es aber die Produktion nicht. Und wenn es da nicht eine Institution gibt, die wieder und wieder daran erinnert, dann versänke (zumindest in Deutschland) der feinsinnige Delius, der es nicht in Hitparaden schafft, in Vergessenheit. Es gehört zu der Bringschuld jeder Generation, die Wege zu der Auseinandersetzung mit dem Vergangenen freizuhalten. Aus der Erkenntnis, dass die Alternative in die Barbarei führt, stammen die Aufträge an die öffentlich rechtlichen Anstalten.


      Peter Brixius schrieb:

      Gemütlichkeit wurde in dem Thread mE nicht vertreten, dass wir alle den Auftrag fühlen können, für das zu werben, das wir lieben, ist doch selbstverständlich.

      Und wie macht ihr das?


      Auf vielfältige Weise, der eine macht sich die Mühe, den Schatz der MP-Einspielungen zu heben, von mir wirst Du von je u.a. über Gluck informiert. Hinweise, Tipps, Kommentare, Hilfestellungen, Einführungen ... alles vergebens natürlich, wenn man nur zur Kenntnis nimmt, was man schon kennt. Wenn man dann noch geistige Anstrengungen meidet, sich in eine "leichte" Klassik flüchtet (ich spreche nicht davon, dass man sie selbstverständlich auch immer mal besucht, sondern dass mein Bedürfnis über sie hinaus hat), führt notwendigerweise zu einer geistigen Verarmung.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Ich für mein Teil bin heilfroh und dankbar, dass es noch Radiosender gibt, die nicht nur die leicht verdauliche Klassik als Hintergrundmusik bringen, sondern sich auch ausgiebig um die Hintergründe der Klassik (und anderer Künste) kümmern. Hier in Frankreich gibt es einen Sender, der genau dem Bild, das El Duderino entworfen hat entspricht: Radio classique. Dort bekommt man zwischen Werbespots leicht verdauliche Klassikhits serviert, gut gemacht, aber eben häppchenweise und ncihts zu Kompliziertes. Ich höre das hin und wieder , wenn ich entspannen muss und den Kopf nciht frei habe, um mich wirklich zu konzentrieren. Diese Sender haben eine Berechtigung und einen Sinn, und ich finde sie allemal anregender als das Gedudel Tonika SubDominante-Dominante -Tonika aus diversen anderen Radiosendern.
      Aber wie viele interessante und unvergessliche Radiosendungen mit echter Recherche-Arbeit von engagierten Redakteuren habe ich schon z.B. in der SWR 2 Musikstunde, aus dem WDR oder bei France Musique oder Radio Klara (flâmisch) oder Radio Belgique (frz-sprachig) genossen! Besonders die Musikstunde habe ich früher regelmâssig gehört und verdanke dieser Sendereihe sehr viel. Es wäre m.E. eine Riesenverlust und eine grosse kulturelle Verarmung, wenn es solche Sender nicht mehr gäbe. Leider bin ich nun im Ausland von alledem etwas abgeschnitten, denn mir fehlt sowohl die Zeit als auch das technische Equipment, um hier weiter so aktiv wie früher Radio-"Hochkultur" zu hören Gottseidank hat mich Peter immer wieder von seinen unzähligen Radiomitschnitten profitieren lassen und lange Diskussionen über Liederzyklen wie z.B. die Schöne Müllerin oder die Kindertotenlieder gehören zu meinen liebsten Freizeit- Beschäftigungen und ich höre sie besonders gerne beim Kochen. Das Essen wird damit nur besser!!!! 8+)
      Ich stelle mir immer vor, wie wunderbar es für kranke und ans Haus oder Bett gefesselte Menschen sein muss, nicht nur seichte Berieselung zu erleben(die braucht man auch zu ihrer Zeit) sondern auch die Möglichkeit zu haben, sich geistig anregen zu lassen und eine Art Hör-Universitât zu bekommen. Für mich wâre das ein grosser Trost und ich werde mir alle Mitschnitte sorgfältig aufbewahren, für den Fall, dass es irgendwann Sender nciht mehr geben sollte. :fee:
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Peter Brixius schrieb:

      Wenn man dann noch geistige Anstrengungen meidet, sich in eine "leichte" Klassik flüchtet (ich spreche nicht davon, dass man sie selbstverständlich auch immer mal besucht, sondern dass mein Bedürfnis über sie hinaus hat), führt notwendigerweise zu einer geistigen Verarmung.


      Ich glaube nicht, dass das vor allem mit Flucht zu tun hat, sondern z.B. damit, dass man sich nach einem Arbeitstag nicht mehr anstrengen will. Viele hier im Forum sind Lehrer oder haben sonst beruflich mit der Vermittlung von Kulturgütern zu tun. Anderen liegen diese nun mal ferner.
      Irgendwie klingen deine Ausführungen viel mehr nach Pflicht als nach Neigung. Wenn das für mich so wäre, hätte ich an "schwerer" Klassik kein Interesse. Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, eine Musik, die mir zunächst nicht gefällt oder nichts sagt, mehrmals zu hören. Da ist Spaß oder Unterhaltung im weitesten Sinne letztlich doch das Ziel.
      Aber diese aufwendigere Freude bedeutet eine Arbeit, von der man nicht sicher weiß, ob sie sich lohnt. Ist doch verständlich, wenn man seine Freizeit unkomplizierter gestalten will. Bei dir scheint mir das aber so zu klingen als sei man dann ein schlechter Mensch.

      ralphb schrieb:

      Zur Programmauswahl schreibt SwissClassic:
      Allen Werken, die auf Radio Swiss Classic gespielt werden, ist aber eines gemeinsam: Sie werden mit äusserster Sorgfalt ausgewählt und eignen sich zum Mitsummen, zum Geniessen und zum Entspannen. Polarisierende Musik, zum Beispiel Opernarien oder Orgelwerke, und auch weniger beliebte Stilrichtungen, wie geistliche oder moderne Musik, werden im Programm nur äusserst sparsam eingesetzt.


      Ich wusste noch gar nicht, dass Opernarien und Orgelwerke polarisieren (zumindest nicht in einem größeren Maße als Klavierkonzerte oder Streichquartette).


      Das Konzept ist halt Klassik wie Pop zu präsentieren: Als Geschmacksrichtung mit standardisierten Eigenschaften. Für eine Stimmung die passende Musik, keine Überraschungen, sondern das, was man erwartet. Gibt es das nicht als Funktion bei einigen Playern oder Streamingdiensten? Ergebnis ist eine notwendig selektive Wahrnehmung, die dazu tendiert, jede Polarität zu nivellieren. Eigentlich kann man solch ein Programm dem Pop zurechnen, auch wenn es "zufällig" sein Material aus der Klassik bezieht.

      Dass Opernarien und Orgelwerke schwieriger an den Verbraucher zu bringen sind, finde ich eigentlich nicht so überraschend oder gar grotesk. Sie sind in dem, was insgesamt an Musik vorkommt, relativ speziell und schon daher gewöhnungsbedürftig. Gerade was klassischen Gesang angeht, sagen doch viele, die sich halt nicht so für Klassik interessieren, dass er sie nervt. Und ich kann das von meiner Erfahrung schon nachvollziehen.
      Schon seit Jahren frage ich mich, wie so jemand auf Régine Crespins Interpretation der Nuits d'été von Berlioz reagieren würde. Ich vermute, dass es hier weniger der oft als nervig empfundenen Eigenschaften gibt. Aber bislang habe ich leider noch kein Versuchskaninchen gefunden.
      Nur weil etwas viel Arbeit war und Schweiß gekostet hat, ist es nicht besser oder wichtiger als etwas, das Spaß gemacht hat. (Helge Schneider)
    • Tyras schrieb:

      Eigentlich kann man solch ein Programm dem Pop zurechnen, auch wenn es "zufällig" sein Material aus der Klassik bezieht.


      Damit wird aber das Material auf fatale Weise zweckentfremdet. Und zwar in einem solchen Maße, dass sich mittlerweile Generationen von Komponisten und Interpreten (z. B. Lachenmann, Harnoncourt) an diesem gesellschaftlichen Problem abgearbeitet haben und weiter abarbeiten werden.
      Es ist doch traurig, dass komplizierteste Partituren, kulturelle Schätze wie späte Mozartsinfonien und Klavierkonzerte zum Zweck einer Geräuschkulisse missbraucht werden. Damit wird die Möglichkeit angemessenen Zugangs versperrt.

      Tyras schrieb:

      Dass Opernarien und Orgelwerke schwieriger an den Verbraucher zu bringen sind, finde ich eigentlich nicht so überraschend oder gar grotesk. Sie sind in dem, was insgesamt an Musik vorkommt, relativ speziell und schon daher gewöhnungsbedürftig.


      Aus meiner Erfahrung gibt es aber auch gerade ein großes Publikum, welches ein sehr sporadisches Interesse an reiner Instrumentalmusik besitzt und Opern in weit größerem Maße zugeneigt ist.

      Und Orgelmusik müsste doch gerade attraktiv sein, weil sie hinsichtlich der Lautstärke einheitlicher und weniger überraschend ist.
    • Tyras schrieb:

      Gerade was klassischen Gesang angeht, sagen doch viele, die sich halt nicht so für Klassik interessieren, dass er sie nervt. Und ich kann das von meiner Erfahrung schon nachvollziehen.

      Ich auch. Ich höre das immer wieder in meiner Umgebung, der ich ab und an versuche Klassischen Gesang etwas schmackhaft zu machen. Immer wieder heißt es "Die Musik ist schön, wenn denn nur keiner Singen würde" bezogen auf die Oper und bei Liedern "Das ist doch kein Lied, das ist Auftürmen von Worten"...so viel dazu.
      Was Orgelmusik angeht, also zumindest ich persönlich finde die total aufregend (im positiven Sinn).

      Tyras schrieb:

      Schon seit Jahren frage ich mich, wie so jemand auf Régine Crespins Interpretation der Nuits d'été von Berlioz reagieren würde. Ich vermute, dass es hier weniger der oft als nervig empfundenen Eigenschaften gibt. Aber bislang habe ich leider noch kein Versuchskaninchen gefunden.

      Habe ich schon gemacht, die Reaktion fiel etwas gnädiger, aber keinesfalls begeistert aus.
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"
    • ralphb schrieb:

      Damit wird aber das Material auf fatale Weise zweckentfremdet. Und zwar in einem solchen Maße, dass sich mittlerweile Generationen von Komponisten und Interpreten (z. B. Lachenmann, Harnoncourt) an diesem gesellschaftlichen Problem abgearbeitet haben und weiter abarbeiten werden.
      Es ist doch traurig, dass komplizierteste Partituren, kulturelle Schätze wie späte Mozartsinfonien und Klavierkonzerte zum Zweck einer Geräuschkulisse missbraucht werden. Damit wird die Möglichkeit angemessenen Zugangs versperrt.


      Zweckentfremdet - d'accord. Aber insgesamt bin ich nicht ganz so pessimistisch. Ich würde sagen, so eine Präsentation reicht halt nicht, um zu vermitteln, was da in der Musik alles passiert. Sie verstellt eher die Sicht als dass sie direkt etwas kaputt machen würde. Immerhin ist es von Vorteil, wenn eine Melodie bereits bekannt ist, wenn man zeigen will, wie in der Komposition gearbeitet wurde. Oder wenn man darauf hinweist, dass ein bestimmtes Adagio nicht nur für sich steht, sondern in Kontrast zu benachbarten Sätzen, wird doch schnell deutlich wie einseitig so ein Pop-Konzept ist. Mir kommt da gerade diese Adagio-Karajan-CD in den Sinn.
      Und wenn das ein gesellschaftliches Problem ist, dann müsste die Antwort vielleicht auch nicht nur künstlerisch, sondern eben gesellschaftlich sein. Um nicht zu sagen: politisch.

      ralphb schrieb:


      Aus meiner Erfahrung gibt es aber auch gerade ein großes Publikum, welches ein sehr sporadisches Interesse an reiner Instrumentalmusik besitzt und Opern in weit größerem Maße zugeneigt ist.


      Stimmt, aber anscheinend fällt dieses Interesse dann doch eher durchs Raster, wenn man eine möglichst hohe Quote erreichen will. Das ist vielleicht so ähnlich wie scharfes Essen in Dosen.
      Nur weil etwas viel Arbeit war und Schweiß gekostet hat, ist es nicht besser oder wichtiger als etwas, das Spaß gemacht hat. (Helge Schneider)
    • Wo, liebe Tyras, habe ich Dir Anlass gegeben, persönlich zu werden? Die Berechtigung von kommerziellen Klassiksender habe ich nicht in Zweifel gesetzt, ich habe nur daneben den Bildungsauftrag des öffentlich rechltichen Bereiches bekräftigt und verteidigt.

      Tyras schrieb:

      Peter Brixius schrieb:

      Wenn man dann noch geistige Anstrengungen meidet, sich in eine "leichte" Klassik flüchtet (ich spreche nicht davon, dass man sie selbstverständlich auch immer mal besucht, sondern dass mein Bedürfnis über sie hinaus hat), führt notwendigerweise zu einer geistigen Verarmung.


      Ich glaube nicht, dass das vor allem mit Flucht zu tun hat, sondern z.B. damit, dass man sich nach einem Arbeitstag nicht mehr anstrengen will. Viele hier im Forum sind Lehrer oder haben sonst beruflich mit der Vermittlung von Kulturgütern zu tun. Anderen liegen diese nun mal ferner.


      Also geht es doch um Anstrengung. Selbst aus dem sportlichen Bereich ist doch nicht unbekannt, dass es gerade die Anstrengung ist, die das Vergnügen an einer Sache erhöht. Wenn ich abends im Schachklub sitze und an einem Turnier teilnehme, geht es nicht um Pflichtübung, sondern um ein vergnügliches Messen des Geistes. Andere wieder tummeln sich lieber im Sportstudio ... aber eine aktive Gestaltung der Freizeit ist doch kein Fehler.

      Das gilt doch wohl auch im geistigen Bereich , vom kleinen Soduku bis hin zu der Lektüre eines anspruchsvollen Buches. Aber auch die Lektüre eines "leichten" Buches verlangt etwas ab - der Unterschied besteht doch in der Regel, dass das eine die Zeit vertreiben soll, ich beim anderen noch einen Nutzen erwarte. Wenn ich meine Freizeit immer mehr mit Nutzlosem vollstopfe, dann könnte man von einer geistigen Verarmung sprechen.

      Aber um die ging es mir weniger als darum, dass geistige Schätze, die uns zur Verfügung stehen, nicht mehr gehoben werden, weil niemand auf sie hinweist. Niemand ist doch gezwungen, geistige Arbeit in seiner Freizeit zu leisten. Vorteile bringt es mE aber mit sich, nicht zuletzt für das, was man persönliche Bildung nennt: die Entwicklung der eigenen geistigen und emotionalen Fähigkeiten.

      Irgendwie klingen deine Ausführungen viel mehr nach Pflicht als nach Neigung.


      Ich weiß nicht, wer da Dein Informant ist, aber Du könntest nicht mehr daneben liegen (da kannst Du alle fragen, die mich aus persönlicher Begegnung kennen): Musik ist meine Leidenschaft, in ihr kann ich "aufgehen", sie beschenkt mich überreich. Es sind Momente höchster Glückserfüllung, intensiven Erlebens, magischer Konzentration - Vergegenwärtigung von purer Schönheit. Wenn Du mal einen Beitrag von mir über Gluck gelesen hättest, so hätte Dir die Begeisterung als erstes ins Auge springen müssen (da gilt auch für meine Beschäftigung mit Literatur). Ich finde Deine Unterstellung geradezu beleidigend.

      Wenn das für mich so wäre, hätte ich an "schwerer" Klassik kein Interesse. Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, eine Musik, die mir zunächst nicht gefällt oder nichts sagt, mehrmals zu hören. Da ist Spaß oder Unterhaltung im weitesten Sinne letztlich doch das Ziel.


      Unglaublich. Ich bin derselben Meinung, was das Mehrfachhören angeht. Und was soll dabei Spaß sein, etwas mehrfach zu hören? Anders: Wann macht es Spaß auch etwas Nichtssagendes mehrfach zu hören? Zum einen brauche ich die Information, dass die Sache so nichtssagend nicht ist, dass es meine Rezeption ist, die da Probleme bereitet. Ja, und dann brauche ich tatsächlich Mehraufwand, etwa an Konzentration, evt. die Noten, weitere Informationen usw. Was hat das mit "Neigung" (seltsames Wort) zu tun? Die kann dann doch allenfalls erst entstehen.

      Du magst ein durchaus richtiges Verständnis der Sache haben, ich kenne Dich nicht und weiß das nicht zu beurteilen. Aber was gibt Dir das Recht, mir hier Dinge zu unterstellen? Nur weil ich in der Regel lieber Zimmermanns Trompetenkonzert als Suppés Leichte Kavallerie höre? Und mit Friedell lieber Offenbach als Strauß ...

      Aber diese aufwendigere Freude bedeutet eine Arbeit, von der man nicht sicher weiß, ob sie sich lohnt. Ist doch verständlich, wenn man seine Freizeit unkomplizierter gestalten will. Bei dir scheint mir das aber so zu klingen als sei man dann ein schlechter Mensch.


      Und moralisch gewertet habe ich auch nicht - was hat die Schlechtigkeit des Menschen mit der Kunst zu tun? Außerordentlich schlechte Menschen konnten einen ausgezeichneten Musikgeschmack haben, die Schlächter des dritten Reiches im stillvergnügten Streichquartett Seligkeit erfühlen. Natürlich können auch gute Menschen gute Musik genießen - aber eine zwingende Verbindung (das Thema gab es doch mal bei Tamino: Macht klassische Musik mich zu einem besseren Menschen? oder so ähnlich) gibt es eben auch nicht

      Wer den ganzen Tag Plastikmusik hört, ist deshalb meiner Meinung nach kein schlechter Mensch. Und ich werde keinem vorschreiben, wie er seine Freizeit gestaltet. Ich möchte nur, dass Klassikfreunde auch weiterhin die Möglichkeit haben, sie so zu gestalten, wie sie es Dank der Medien heute noch können.

      Irgendwelche persönlichen Rückschlüsse verbete ich mir.

      Es grüßt Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)