Wer von Euch legt Wert auf SACDs? Oder andere HiRes und Surround-Medien?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • inland_empire schrieb:

      1.) Braucht man unbedingt einen SACD-Spieler, um den Klangvorteil einer Hybrid-SACD ausnutzen zu können oder reicht ein hochwertiger CD-Spieler aus?

      2.) Braucht man ein neues Boxensystem, um eine SACD angemessen zum Klingen zu bringen?

      3.) Wie ist das Klangergebnis einer SACD über Kopfhörer? Eignen sich Kopfhörer überhaupt zum Anhören von SACDs, oder sind sie mit dem Dynamikumfang überfordert?


      zu 1) Ja man braucht einen SACD-Spieler. Aber es gibt Universalgeräte, die von CD bis Bluray alles können. Es gibt sogar sehr preisgünstige Lösungen. Sony-Bluray-Spieler können häufig auch SACD abspielen. Preisklasse 100-200 Euro. Allerdings haben die keine guten Analogausgänge. Das empfiehlt sich nur, wenn der Verstärker einen HDMI-Eingang hat.

      zu 2) Gute Lautsprecher sind das wichtigste einer jeden Hifianlage. Unbedingt da das Geld reinstecken. Ganz unabhängig von SACD oder nicht.

      zu3) Nichts spricht, glaube ich, gegen Kopfhörer. Mehrkanal geht dann natürlich nicht, obwohl ich auch schon mal von Kopfhörern mit Surroundtechnik gehört habe. Ist aber eher exotisch. Lautsprecher oder vielmehr die Verstärker sind eher überfordert mit grossen Dynamiksprüngen, wenn sie unterdimensioniert sind. Aber Kopfhörer müssen ja kaum Arbeit leisten, da sie direkt am Ohr sind.

      Das sind alles nur meine Laienhaften Einschätzungen.

      Gruss
      Hudebux
    • Hudebux schrieb:

      Mein Ideal wären neutrale Aufnahmen, die nicht bereits in Hinblick auf irgendein Abspielgerät oder Abspielsituation getrimmt sind. Der Dynamikumfang des Mediums sollte optimal ausgenutzt werden. Und ausschliesslich die Abspielgeräte (Smartphonelautsprecher, Mp3-Player, Autoradion, Küchenradio, Hifianlage, Diskothek etc.) sollten je nach Einsatzbereich, Zielgruppe und Geschmack für den angemessenen Dynamikkomprimierung, Bassanhebung, etc. sorgen. Mit heutiger Digitaltechnik sollte das kein Problem sein.
      Hm, was du hier beschreibst, ist eigentlich nicht das, was ich als "Ideal" für HiFi in Erinnerung habe: es soll die komplette Qualität des Tonträgers so authentisch wie möglich übertragen werden - ohne Verfälschungen. Du willst jetzt der Anlage überlassen, ein Klangbild anzupassen.

      Nur: ein Smartphone, ein Küchen-Brüllwürfel, eine 100-€-Midianlage macht das doch bereits! Oder glaubst du wirklich, eine Box von der Größe einer Coladose könnte einen ordentlichen Baß wiedergeben, wenn das Signal nicht ohnehin künstlich "gepuscht" wurde? Hör über sowas mal Klassikaufnahmen. Da ist nichts Glanzvolles mehr zu hören; würde man nicht im Rock/Pop die Dynamik so extrem behandeln, würde das auch so scheiße klingen.

      Was glaubst du, warum ich zuhause Musik höre? Ich will es auf ordentlichen Boxen hören. Ich will keinen Equalizer dazwischengeschaltet, ich will ein Direktsignal. Ich will die Qualität der CD hören, nicht ein angepaßtes Klangbild. [Lassen wir mal die Klangästhetik von HiFi-Boxen an sich hier mal außen vor; die Basis muß zunächst stimmen.]


      Und was ein HighEnder sagen würde, weiß ich schon längst; es wäre nicht sehr freundlich: :wut2:

      Hudebux schrieb:

      Heute aber korreliert die Kompression mit der Stellung des Lautstärkereglers. Je weniger ich aufdrehe, desto mehr wird komprimiert, sodass ich auch leise Stellen noch wahrnehmen kann. Zusätzlich werden auch die Bässe leicht angehoben.
      Fürs Autoradio absolut in Ordnung; aber doch nicht zuhause.

      Kater Murr schrieb:

      Ich halte es außerdem für falsch, dass klassische CD-Aufnahmen der letzten 30 Jahre auf mittelmäßige Abspielgeräte getrimmt sind
      So sehe ich das auch. Sie sind getrimmt auf die hervorragenden Monitor-Speaker, die im Aufnahmestudio stehen.

      inland_empire schrieb:

      1.) Braucht man unbedingt einen SACD-Spieler, um den Klangvorteil einer Hybrid-SACD ausnutzen zu können oder reicht ein hochwertiger CD-Spieler aus?

      2.) Braucht man ein neues Boxensystem, um eine SACD angemessen zum Klingen zu bringen?

      3.) Wie ist das Klangergebnis einer SACD über Kopfhörer? Eignen sich Kopfhörer überhaupt zum Anhören von SACDs, oder sind sie mit dem Dynamikumfang überfordert?
      1) Eine Hybrid-SACD speichert eine reguläre CD-Spur, die jeder CD-Player und SACD-Player abspielen kann, und eine DSD-Spur, die nur ein SACD-Player lesen kann. D.h. den Mehrkanalton kann man nur über den SACD-Player hören können. Eine Hybrid-SACD verhält sich in einem CD-Player wie eine ganz normale CD.

      2) Wenn du den Mehrkanalton angemessen hören willst, mußt du schon vier ausgewachsene Boxen plus Center und Subwoofer haben - alles an einem entsprechenden Verstärker angeschlossen. Mit einem Satellitensystem geht das auch - aber da einen klanglichen Vorteil herauszuhören, halte ich für verfehlt (Frequenzumfang). Für Stereo-DSD kannst du deine normale Stereo-Anlage nutzen, wenn sie eine hochwertige Qualität besitzt. - Es geht alles, aber nur mit erlesenen Geräten hast du einen klanglichen Vorsprung.

      3) siehe 2): Es geht alles, aber nur mit erlesenen Geräten hast du einen klanglichen Vorsprung. Eine dynamische Überforderung gibt es in dem Sinne nicht.



      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Hudebux schrieb:

      Du beschreibst den Istzustand ganz treffend. Ich verstehe nur nicht, dass Du das gutheisst. Ich wiederhole. Mein Ideal wären neutrale Aufnahmen, die nicht bereits in Hinblick auf irgendein Abspielgerät oder Abspielsituation getrimmt sind.

      Es geht nicht darum, irgend etwas gutzuheißen, sondern darum, aus dem Istzustand Folgerungen abzuleiten. Denn der Istzustand wird sich ja nicht dadurch ändern, dass wir uns hier irgendwas wünschen. Und die Schlussfolgerung, die ich für mich gezogen habe, ist: SACD bringt nichts, weil

      - der höhere Dynamikbereich ohnehin nicht ausgenutzt wird,
      - das gleiche gilt für den Frequenzbereich. Oberhalb von 18 kHz höre ich mit Sicherheit nichts mehr.
      - man die Problematik mit dem Quantisierungsrauschen (welches bei der CD herausgefiltert werden muss, aber bei der SACD systembedingt nicht relevant ist, da es erst oberhalb des Hörbereichs auftritt) mittlerweile sehr gut im Griff hat.
      - das gleiche gilt für das sog. Dithering (welches durch das Herrunterrechnen von 32- oder 24 bit-Aufnahmen auf das 16-bit-Audiosignal einer CD entsteht). Auch diesen Effekt habe ich auf einer CD noch nie gehört.

      SACD (oder auch DVD-Audio) ist m.E. eher was für Leute die einfach beim Musikhören das Gefühl haben wollen, dass ihnen die bestmögliche Audioqualität geboten wird. Es sind die selben Leute, denen man auch ein 500-Euro-Kabel für eine digitale Audioübertragung andrehen kann. Weil das "besser klingt".
    • Josquin Dufay schrieb:

      Hm, was du hier beschreibst, ist eigentlich nicht das, was ich als "Ideal" für HiFi in Erinnerung habe: es soll die komplette Qualität des Tonträgers so authentisch wie möglich übertragen werden - ohne Verfälschungen. Du willst jetzt der Anlage überlassen, ein Klangbild anzupassen.


      Oh. Jetzt fühle ich mich aber gründlich missverstanden. Ich wollte etwas über die Qualität der Tonaufnahmen sagen. Mein Anliegen ist, dass die Aufnahmen stets möglichst authentisch und unter optimaler Ausnutzung des Mediums produziert werden sollten, denn nur dann kann eine gute Hifianlage sie auch authentisch wiedergeben. Stattdessen werden heute Aufnahmen häufig für eine bestimmte Hörsituation produziert. Und die antizipierte Hörsituation ist dann leider häufig nicht die Hifianlage mit ordentlichen Standboxen, sondern das Radio am Arbeitsplatz oder der billige MP3-Kopfhörer.

      Zu den Hifianlagen. Das von Dir beschriebene Ideal gilt. Aber ich bin kein Purist. Die Anlage sollte durchaus dem Hörer die Möglichkeit geben, den Klang sinnvoll anzupassen. Die typische Situation ist, dass man leise hören möchte oder muss. Dann ist eine Anhebung der Bässe und eine Dynamikkompression angemessen. Ausserdem kann der Hörraum problematisch sein. Dann muss man gegensteuern können. Dass so'n richtiger Highender natürlich eher eine Anpassung des Hörraums und damit eine Ehekrise riskieren würde, ist schon klar.

      Hudebux
    • Jürgen schrieb:

      SACD (oder auch DVD-Audio) ist m.E. eher was für Leute die einfach beim Musikhören das Gefühl haben wollen, dass ihnen die bestmögliche Audioqualität geboten wird. Es sind die selben Leute, denen man auch ein 500-Euro-Kabel für eine digitale Audioübertragung andrehen kann. Weil das "besser klingt".

      Und Mehrkanalton ist auch nur so ein "Gefühl"?
      Ich gebe Dir ja recht. Es mag gut sein, dass die Audio-CD (für Stereo) schon eine vollausreichende Qualität liefert. Und von daher der grössere Dynamikbereich und Frequenzbereich vergebene Liebesmüh sind. Aber schaden tun sie auch nicht.
      Ich greife gern zur SACD, da ich insgesamt hier eine Produktion mit sorgfältiger Audioqualität erwarten kann. Denn wenn man sich die Mühe macht eine SACD zu produzieren (Mehrkanalproduktionen sind markant aufwendiger), dann hat man doch auch einen anspruchsvollen Hörer mit geeigneter Anlage im Hinterkopf. Die Label BIS und Pentatone sind hierfür Beleg. Im Falle von BIS weiss ich, dass der Dynamikbereich optimal ausgenutzt wird. Und ich muss sagen, dass hört sich klasse an. Auch wenn der Nachbar wohlmöglich gemeinsam mit mir vom Sofa hüpft, wenn plötzlich die grosse Trommel zum Einsatz kommt. Es klingt annähernd wie im Konzertsaal. Und das ganz ohne 500-Euro-Kabel. Und ich sage nicht, dass man das auf normaler CD nicht hin bekäme. Aber wir können gerne noch weiter aneinander vorbei argumentieren.

      Gruss
      Hudebux
    • Ich entscheide mich gern für SACDs, da ich einen entsprechenden Player habe. Der ist ein Marantz SA7001 und wie bei Marantz üblich OHNE Mehrkanal. Ich höre also nur die Stereo-SACD-Mischung und glaube eine eindeutige, wenn auch nicht entscheidend große Unterschied zwischen CD und SACD Mischung erkennen zu können. Da ich aber nicht besonders teure, und dazu alte Boxen habe ist da noch ruhig Platz nach oben... das kann ich wiederum beim Vergeichshören mit guten Kopfhörern (AKG K242) durchaus hören.

      LG
      Tamás
      :wink:
      "Vor dem Essen, nach dem Essen,

      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato
    • Hudebux schrieb:

      Oh. Jetzt fühle ich mich aber gründlich missverstanden. Ich wollte etwas über die Qualität der Tonaufnahmen sagen. Mein Anliegen ist, dass die Aufnahmen stets möglichst authentisch und unter optimaler Ausnutzung des Mediums produziert werden sollten, denn nur dann kann eine gute Hifianlage sie auch authentisch wiedergeben. Stattdessen werden heute Aufnahmen häufig für eine bestimmte Hörsituation produziert. Und die antizipierte Hörsituation ist dann leider häufig nicht die Hifianlage mit ordentlichen Standboxen, sondern das Radio am Arbeitsplatz oder der billige MP3-Kopfhörer.
      Was für Aufnahmen? Im Rock/Pop-Bereich? ?(

      Hudebux schrieb:

      Denn wenn man sich die Mühe macht eine SACD zu produzieren (Mehrkanalproduktionen sind markant aufwendiger), dann hat man doch auch einen anspruchsvollen Hörer mit geeigneter Anlage im Hinterkopf. Die Label BIS und Pentatone sind hierfür Beleg. Im Falle von BIS weiss ich, dass der Dynamikbereich optimal ausgenutzt wird.
      Aha... 8o

      Daß du dich mißverstanden fühlst, überrascht mich nicht; mir war nicht klar, was genau du gemeint hattest.


      Im Bereich der Klassischen Musik halte ich dein Ideal durchaus noch für vorhanden. Bei Rock/Pop existiert es praktisch nicht mehr.


      @Jürgen:
      Ich kann dein Ansinnen über Dynamikkompression bei neueren Klassikaufnahmen nicht ganz nachvollziehen. Mag es sein, daß du speziell die Situation beim Klassikradio beschreibst? Das mag Sinn machen, aber ich weiß zuwenig darüber. Bei CDs (und erst recht nicht bei SACDs, was man bei den entsprechenden Fan-Sites liest) würde ich das pauschal nicht so sagen. Kann passieren - aber als Regelfall...eher nein.

      Dynamik ist halt ein variabler Wert - abhängig von der Besetzung und den Aufnahmebedingungen. (Ich kenne Leute, die können der Telarc-Dynamik nichts abgewinnen.) Das würde ich nicht immer einer nachträglichen Kompression zuschanzen.


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Josquin Dufay schrieb:

      @Jürgen:
      Ich kann dein Ansinnen über Dynamikkompression bei neueren Klassikaufnahmen nicht ganz nachvollziehen. Mag es sein, daß du speziell die Situation beim Klassikradio beschreibst? Das mag Sinn machen, aber ich weiß zuwenig darüber. Bei CDs (und erst recht nicht bei SACDs, was man bei den entsprechenden Fan-Sites liest) würde ich das pauschal nicht so sagen. Kann passieren - aber als Regelfall...eher nein.

      Aus einem Tontechnik-Forum, es geht dort speziell um Dynamikkompression bei Klassik "http://www.tonthemen.de/viewtopic.php?f=2&t=1124":

      "Wir Tonverantwortliche müssen die natürliche Dynamik einer Aufnahme gekonnt verringern. Ohne dieses geht es nicht. ... Künstler fragen häufig, ob ein Begrenzer verwendet wurde. Ich antworte dann so, dass sie nicht enttäuscht sind. Wer möchte schon einen Künstler enttäuschen? Ist die Dynamikkompression hörbar, dann hat der Tontechniker etwas nicht richtig gemacht. ..."
    • Josquin Dufay schrieb:

      2) Wenn du den Mehrkanalton angemessen hören willst, mußt du schon vier ausgewachsene Boxen plus Center und Subwoofer haben - alles an einem entsprechenden Verstärker angeschlossen.

      Also, dieser Mehrkanalton - ich weiß nicht. Vier ausgewachsene Boxen plus Center und Subwoofer - was soll das? Im Konzertsaal und in der Oper kommt die Musik nur von vorne - nicht von rechts, links und hinten. Ich sehe nicht ein, wieso ich mir so ein System hier in meinem Zimmer installieren sollte. Das ist doch irgendwie aufgeblasen, künstlich und unnatürlich.

      Ich habe einige SACDs, besonders die weiter oben genannten von BIS, die selbst auf der CD-Spur einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Es klingt räumlich, präsent, musikalisch, dynamisch - also so, wie man es von einer Klassik-CD erwartet.
      Höre ich mir heute CDs aus der Living-Stereo-Reihe oder von Mercury-Living-Presence oder alte Decca-Aufnahmen an, vermisse ich da eigentlich gar nichts. Aber selbst die werden ja mittlerweile auf SACD gequält und verkauft. Was soll das? So etwas finde ich überflüssig.
    • Nochmal die Frage DVD vs. Blu-ray, an einem konkreten Beispiel. (Ich habe die DVD und frage mich, ob sich der Kauf der Blu-ray lohnen würde, zumal dies meine absolute Lieblingsopernproduktion ist.)



      Laut Backcover bietet die DVD "LPCM Stereo" und "dts" als Audio-Formate, die Blu-ray "PCM 2.0" und "PCM 5.0". Kann mir jemand dazu was sagen?

      Nicht, dass ich mit der Tonqualität der DVD unzufrieden wäre. Aber vielleicht ist ja sogar noch mehr drin? (Die Bildqualität der DVD wird auf meinem TV ganz passable hochgerechnet und genügt mir vollkommen.)

      P.S. Noch zum Soundequippment: Es handelt sich um eine "280 Watt 2.1 Soundbar mit externen zusätzlichem Subwoofer".

      maticus
      Bartolo hatte Recht. --- Andreas März
      This is Bartolo, King of the King of Wines. --- Alan Tardi
    • inland_empire schrieb:

      Im Konzertsaal und in der Oper kommt die Musik nur von vorne - nicht von rechts, links und hinten. Ich sehe nicht ein, wieso ich mir so ein System hier in meinem Zimmer installieren sollte. Das ist doch irgendwie aufgeblasen, künstlich und unnatürlich.

      Im Konzertsaal kommt die Musik nicht nur von vorne zu Deinem Ohr. Die Wandreflexionen gehören zur Akustik des Saals dazu. Das versucht Mehrkanal auch im eigenen Hörraum wiederzugeben. Es bringt also schon was. Ohrenfälliger sind natürlich Aufnahmen, wo nicht nur vorne musiziert wird. Schau mal hier: Raummusik: Musik von überall

      Ich persönlich schaue Filme mit Beamer auf grosser Leinwand. Und da ist Surround schon ein echtes Plus. Ich höre mit einer 4.0 Konfiguration. Vorne habe ich zwei Standboxen (Nuline 102), die können dank einer aktiven Vertärkung (ATM) runter bis 27 Hz. Von daher brauche ich keinen Subwoofer. Einen Center spare ich mir, da ich ihn einerseits nicht vermisse und da andererseits dort, wo er sein müsste, eine Tür ist. Der Receiver verteilt die Center-Tonspur einfach auf die zwei Standboxen. Für die zwei seitlichen Lautsprecher musste ich zwar zu kleineren Lautsprechern greifen (nuLine WS-12), die ich an der Wand montiert habe. Die gehen aber runter bis 125 Hz. Das sollte reichen, da man tiefe Töne eh nicht gut räumlich einordnen kann.

      Also wenn man auch gerne Filme schaut mit dem Ton aus der Anlage, dann kann ich den Aufwand empfehlen. Ansonsten ist man mit einer guten Stereokonfiguration auch schon sehr gut bedient.

      Hudebux
    • maticus schrieb:

      Laut Backcover bietet die DVD "LPCM Stereo" und "dts" als Audio-Formate, die Blu-ray "PCM 2.0" und "PCM 5.0". Kann mir jemand dazu was sagen?

      Die Bluray PCM-Formate sind nicht Daten-reduziert. DTS aber schon. Auf dem Papier ist die Audiospur der Bluray also besser. Kann gut sein, dass man das auch hört.
      Auf meiner grossen Leinwand gibt es schon einen deutlichen Unterschied in der Bildschärfe zwischen DVD- und Bluray-Qualität. Aber DVD ist auch ok.

      Andererseits sind Blurayspieler heute sehr günstig zu erwerben. Und solange das Bild und Ton via HDMI zum AV-Receiver gehen, braucht man auch wirklich keinen teuren kaufen.

      Gruss
      Hudebux

      PS
      Lady Macbeth von Mzensk sehe ich demnächst in der Zürcher Oper. ;+)
    • Hudebux schrieb:

      Andererseits sind Blurayspieler heute sehr günstig zu erwerben.

      Den habe ich ja bereits. Ich denke, auch nur in der Kombination mit dem TV wird die Auflösung hochgerechnet (wie genau weiss ich nicht). Der TV zeigt das Video jedenfalls Full-HD 1080p an, ist deutlich besser als reine DVD-Auflösung.

      Ich habe z. B. einige Mahler Blu-rays mit Abbado in Luzern, die haben einen fantastischen Klang; allerdings habe ich da nicht den Vergleich zur DVD.

      Lady Macbeth von Mzensk sehe ich demnächst in der Zürcher Oper.

      Du Glücklicher! Viel Spaß, und berichte mal...

      :wink: maticus
      Bartolo hatte Recht. --- Andreas März
      This is Bartolo, King of the King of Wines. --- Alan Tardi
    • Jürgen schrieb:

      "Wir Tonverantwortliche müssen die natürliche Dynamik einer Aufnahme gekonnt verringern. Ohne dieses geht es nicht."


      Das kann man so nicht stehen lassen. Es gibt hier zwei Philosophien. Die puristische Sichtweise ist, die"natürliche Dynamik" kompromisslos so getreu wie möglich wiederzugeben. Das ist das Credo z.B. von BIS. Und die andere Ansicht ist, dass man die Dynamik an die antizipierte Hörsitutation des CD-Käufers anpassen sollte. Zwischen starken Anpassungen, wo man das Streichquartett auch noch gut im Auto hören kann, da die leisen Stellen nicht mehr so leise sind wie von den Interpreten gespielt, und der puristischen Bewahrung der Dynamik, wo man in einem ruhigen Raum konzentriert wie im Konzertsaal zuhören sollte, gibt es freilich viele Schattierungen.
      Eine interessante Diskussion zu diesem Thema gibt es hier: "http://www.sa-cd.net/showthread/73068/73085" Zu Wort melden sich dort unter anderm der User "bissy" (Robert von Bahr, Gründer von BIS) und "Arnaldo" vom Label Channel Classics.

      Ich bin Anhänger der puristischen Sichtweise. Wie oben schon versucht zu erläutern, bin ich der Meinung, dass ausschliesslich die Abspielgeräte, nach Gusto des Benutzers und seiner Hörsituation, den Dynamikumfang einengen sollten oder halt eben nicht, wenn es denn wirklich Hifi im wahrsten Sinne des Wortes sein soll.

      Hudebux
    • Jürgen schrieb:

      Aus einem Tontechnik-Forum, es geht dort speziell um Dynamikkompression bei Klassik
      Nachdem, was sie da schreiben, hätte es schon immer eine Dynamikkompression in Klassikaufnahmen gegeben, wenn auch behutsam eingesetzt. Aber nur während der Aufnahme, nicht nachträglich hinzugefügt. Nur: gibt es denn konkret solche Aufnahmen, die durch eine Kompression versaut wurden? Ich kenne keine.

      maticus schrieb:

      Laut Backcover bietet die DVD "LPCM Stereo" und "dts" als Audio-Formate, die Blu-ray "PCM 2.0" und "PCM 5.0". Kann mir jemand dazu was sagen?
      (L)PCM ist ein unkomprimiertes Dateiformat, dts aber ist datenkomprimiert. Das muß nicht automatisch schlechter klingen.

      maticus schrieb:

      P.S. Noch zum Soundequippment: Es handelt sich um eine "280 Watt 2.1 Soundbar mit externen zusätzlichem Subwoofer".
      2.1 Kanäle? Dann kannst du bei der DVD bleiben, denn du reizt dts/PCM Mehrkanal eh nicht aus.

      Hudebux schrieb:

      Auf meiner grossen Leinwand gibt es schon einen deutlichen Unterschied in der Bildschärfe zwischen DVD- und Bluray-Qualität.
      Oja - immerhin ein Vierfaches an Auflösung bei gleicher Bildgröße. Über HDMI sieht die DVD tatsächlich besser aus, weil die Scart-/Cinchbuchsen analoge Signalwege sind und HDMI eben digitale Bildsignale verschickt. Aber im Direktvergleich zur Bluray fällt das Bild dennoch unschärfer aus.

      ----- -----

      Letztendlich lohnt es sich abzuschätzen, was einem etwas bringt und was nicht. Ich hätte zwar gerne ein Gerät, mit dem ich die DSD-Spur mal abspielen kann, aber da ich nicht zwei weitere Boxen aufstellen kann, bleibe ich bei Stereo. Deswegen kaufe ich momentan nichts Neues dazu.

      Auch die SACD-Titel: wenn es nur die Hybrid-Variante gibt, her damit! Gibt es CD und SACD getrennt (bei älteren Titeln ist das manchmal so gewesen), dann die SACD nur, wenn sie Hybrid ist und nicht viel teurer ist als die CD.


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Josquin Dufay schrieb:

      Nachdem, was sie da schreiben, hätte es schon immer eine Dynamikkompression in Klassikaufnahmen gegeben, wenn auch behutsam eingesetzt. Aber nur während der Aufnahme, nicht nachträglich hinzugefügt. Nur: gibt es denn konkret solche Aufnahmen, die durch eine Kompression versaut wurden? Ich kenne keine.

      Natürlich, Dynamikkompression hat es auch in Klassikaufnahmen schon immer gegeben. Besonders in der Zeit der Schallplatte, die ja nur einen Dynamikbereich von 40 bis maximal 60 dB hat, war es ja gar nicht anders möglich, als die leisen Stellen in der Lautstärke etwas anzuheben. Sonst wären die ja im Knistern und Rauschen untergegangen. Und wenn man leise Stellen in der Lautstärke anhebt, ist das ja nichts anderes, als Dynamikkompression.

      Die Kompression muss ja auch an sich nichts Schlechtes sein. Das Ziel ist es dabei ja nicht, eine Aufnahme zu "versauen", sondern, im Gegenteil, sie zu optimieren. Wobei eben verschiedene Randbedingungen eine Rolle spielen, unter anderem geht es halt auch darum eine möglichst hohe Lautstärke aus der Aufnahme herauszuholen.

      Ich habe mir jetzt mal eine Reihe von Aufnahmen mit einem entsprechenden Softwarewerkzeug (WaveLab) angeschaut. Auf den ersten Blick sehen die Aufnahmen alle ganz artig aus. Übersteuert ist fast nichts (eine Ausnahme ist eine Aufnahme der Oper Wozzek, die an einer Stelle, wo es besonders laut ist, in der Begrenzung ist). Auch eine Kompression kann man nicht direkt erkennen. Trotzdem ist es auffällig, dass sich praktisch alle Aufnahmen im gleichen Dynamikbereich abspielen. Die lautesten Stellen sind immer in der Gegend von -10 bis -8dB (RMS Mittelwert, nicht Spitzenwert) und die leisesten immer bei ca. -45dB. Das ist natürlich kein Zufall, sondern das wird beim Abmischen so eingestellt und erforderlichenfalls kommt dann eben auch eine Dynamikkompression zum Einsatz.

      Für die Musik ergibt sich also auch auf CDs ein praktisch genutzter Dynamikbereich von höchstens 40 (vielleicht auch mal 50) dB. Um auf den Vergleich CD zu SACD zurückzukommen: Die CD hat einen Dynamikbereich von ca. 100dB. Ich würde mal sagen, das ist mehr als genug. Offensichtlich wird bei den Musikaufnahmen, die man bekommt, bereits dieser Dynamikbereich nicht auch nur annähernd ausgenutzt. Von daher erschließt es sich mir absolut nicht, was der erweiterte Dynamikbereich der SACD von über 120dB denn nun wirklich bringen soll. Der einzige Effekt, den man hat, ist der, dass der ungenutzte Dynamikbereich eben noch größer wird. Sonst nichts.
    • Jürgen schrieb:

      Natürlich, Dynamikkompression hat es auch in Klassikaufnahmen schon immer gegeben. Besonders in der Zeit der Schallplatte, die ja nur einen Dynamikbereich von 40 bis maximal 60 dB hat, war es ja gar nicht anders möglich, als die leisen Stellen in der Lautstärke etwas anzuheben.

      Gut, es gibt Dynamikkompression - und seit der LP-Zeit hat sich da nicht viel geändert. Gab es auch mal eine Zeit, wo Aufnahmen mit einer Dynamik von mehr als 60 dB auf CD veröffentlicht wurden?

      Die Frage ist aber auch: ist das nicht auch vom aufzunehmenden Ensemble abhängig? Ein großbesetztes Orchester ist was anderes als ein Kammerensemble.

      Was für Aufnahmen hast du denn für die Analyse verwendet?


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Ob es CD-Veröffentlichungen gibt, die den verfügbaren Dynamikbereich der CD voll ausnützen, kann ich nicht sagen. Vermutlich nicht, weil es nicht praktikabel ist. Man muss ja auch die Wiedergabegeräte des Endverbrauchers berücksichtigen. Es bringt ja nichts, irgendwelche superleisen Passagen bei -80 dB unterzubringen, wenn dann das Verstärkerrauschen alles überdeckt.

      Bei meinen Untersuchungen habe ich mir hauptsächlich Orchesterwerke angeschaut, Bruckner, Strauss, u. a., weil sich hierbei noch die größten Dynamikunterschiede ergeben. Ich habe mir jetzt noch mal etwas Kammermusik und Orchesterstücke für kleinere Besetzungen angeschaut, da ist der Dynamikbereich noch wesentlich geringer. Im Schnitt ca. 20 bis 30 dB. Aber du hast recht, im Bereich der Kammermusik scheint tatsächlich keine Dynamikkompression stattzufinden, teilweise sind die Stücke nicht mal voll ausgesteuert. Ein Kammermusikstück mit überschaubarer Dynamik ist eben tontechnisch einfacher in den Griff zu bekommen, als eine spätromantische Orchesterbesetzung. Aber wie man es dreht und wendet, der Dynamikbereich der CD reicht auf jeden Fall voll aus.
    • Keine Ahnung, ob das jetzt der richtige Faden daffür ist, aber normaler Weise spielen doch SACD (wahrscheinlich Hybrid) auch auf dem Laptop. Meine neueste Errungenschaft schimpft sich Direct Cut Double SACD...und spielt nicht auf dem Laptop, brauch man dafür tatsächlich einen extra Player?
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"