Geliebte Wörter

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    • Dezibella schrieb:

      "Inwendig" - oder schreibt man das mit "ä" ? also "inwändig"?

      Nein, "inwendig" ist richtig.

      Es gab mal die Schreibweise "aufwändig" (von Aufwand), aber auch die wird nicht mehr empfohlen. Vermutlich kommt die Idee für "auswändig"/"inwändig" daher.

      Gruß
      MB

      :wink:
      Un homme d'esprit est perdu s'il ne joint pas à l'esprit l'énergie de caractère. Quand on a la lanterne de Diogène, il faut avoir son bâton. (Nicolas-Sébastien de Chamfort)
    • Ich finde ja, dass es besonders viele schöne Ü-Verben gibt:

      schlüpfen
      würgen
      flüstern
      trügen
      kümmern
      pflücken
      hüten
      zünden
      türmen
      hüllen
      dünken
      brüten
      zürnen
      KÜSSEN
      ...
      „Wahrscheinlich werden künftige Generationen sich erinnern, dass dieses Jahrhundert das ,Century of Recordings’ war, in dem die Menschen auf die seltsame Idee verfielen, man könne Musik in kleine Plastikteile einfrieren. Mich erinnert das an die Idee der Ägypter vom Leben nach dem Tod. Eine ungesunde Idee. Studiomusik ist eine Verirrung des 20. Jahrhunderts. Das wird verschwinden.“ (F. Rzewski, Komponist, in der FAZ vom 21.4.2012)
    • Mein absolutes deutsches Lieblingswort wäre wahrscheinlich Rauschen.

      Andere, die ich zb ebenso mag : Finsternis, Unendlichkeit

      Ein Wort, dass aber nicht unbedingt Deutsch ist, das ich aber unglaublich schön finde ist Kosmos.
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"
    • Succubus schrieb:

      Mein absolutes deutsches Lieblingswort wäre wahrscheinlich Rauschen.


      Ja, das ist hübsch, klingt geheimnisvoll. Und ist so vielfältig einsetzbar: Laub, Blätter, Wald, Feld, Meer, Wind, Bächlein... alles rauscht. ^^

      Das erinnert mich an das schöne Gedicht von Karl Ernst Theodor (1920), da rauscht und rieselt die Zeit dahin. Hier mal die erste Strophe:

      Was immer sein wird, ist und war,
      Vielhunderfach, viel tausend Jahr,
      Es rauscht und rinnt und rieselt fort
      In Raum und Zeit, im Dann und Dort.
    • Ich lese gerade Max Goldts "Für Nächte am offenen Fenster" (Die prachtvollsten Texte von 1988 bis 2002). Herrlicher Schreibstil, großartiger Satiriker! :juhu: :juhu: :juhu:
      Ich habe keine Ahnung, wieso ich den all die Jahre übersehen hatte. Gernhardt, Waechter und Bernstein sind mir bekannt, aber Goldt habe ich erst jetzt entdeckt.

      Jedenfalls bin ich ganz hingerissen von Goldts elegantem und raffiniertem Stil, seiner tollen Beobachtungsgabe und seinem Humor, der genau meinen Nerv trifft. Außerdem finden sich Unmengen an wunderschönen Wortkreationen in seinen Texten. Mein Favorit ist gerade:

      Klofußumpuschelung * :juhu:


      *) Das ist dieser fiese, prollige Vorleger, der vor so mancher Toilette zu finden ist.
    • Meine Lieblingsworte sind die Bezeichnungen, mit denen mein Vater mich als kleiner Knirps titulerte: Wupperscharlek, Düselpriem, Nasobem.

      Vom Großvater wurde ich gerne Lorbaß bzw. Ströper genannt - goldene Worte, die ich gerne an meine beiden Jungs weitergebe :love:

      LG
      Andreas
    • Cosima schrieb:

      Klofußumpuschelung

      Eintrudeln sei ein gänzlich gästespezifischer Ausdruck, und ob man jemals gehört hätte, dass '39 die Deutschen in Polen eingetrudelt wären... :thumbsup:
      Das war doch die Story, oder?
      "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms
    • Cosima schrieb:

      Succubus schrieb:

      Mein absolutes deutsches Lieblingswort wäre wahrscheinlich Rauschen.


      Ja, das ist hübsch, klingt geheimnisvoll. Und ist so vielfältig einsetzbar: Laub, Blätter, Wald, Feld, Meer, Wind, Bächlein... alles rauscht. ^^


      Ja, mitunter auch der Mensch, wenn's feucht-fröhlich zugeht ... :prost: :vv:

      DiO :beatnik:
      "Wer Europa in seiner komplizierten Verschränkung von Gemeinsamkeit und Eigenart verstehen will, tut gut daran, die Oper zu studieren." - Ralph Bollmann, Walküre in Detmold
    • audiamus schrieb:

      Cosima schrieb:

      Klofußumpuschelung

      Eintrudeln sei ein gänzlich gästespezifischer Ausdruck, und ob man jemals gehört hätte, dass '39 die Deutschen in Polen eingetrudelt wären... :thumbsup:
      Das war doch die Story, oder?


      Genau, das ist aus „Die Mitgeschleppten im Badezimmer“. Eintrudeln ist gästespezifisches Ankunftsverhalten. :D
      Goldt ist echt köstlich!
      Eine Klodeckelbespannung aus altrosa oder türkisem Frottee mit passender Badezimmermatte und Klofußumpuschelung läßt weder humanistische Bildung noch Adel erahnen.


      :D

      Max Goldt ist sogar in dem selben Vorort Göttingens (Weende) aufgewachsen wie ich (freilich etliche Jahre vor mir). Komisch, dass ich noch nie vorher etwas von ihm gehört oder gelesen hatte.
    • Das heißt übrigens nicht "Klo", sondern "Pipi Lounge". So das Schild auf der entsprechenden Tür eines Cafés in Südhessen, die ich heute durchschritt.

      :k:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Bin auf diesen Thread hegestoßen, hab ein bißchen überlegt und merkte:

      Ich mag Wetterworte gern.

      Regen
      Wind
      Nieseln
      Schauer

      Aber nur bei den Worten, die sog. "schlechtes" Wetter bezeichnen, funktioniert es... "Sonnenschein" find ich als Wort ebenso banal wie die dazugehörige Wetterlage.
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • ...und "grieseln" hab ich vergessen, das schönste Wetterwort überhaupt :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      ...und "grieseln" hab ich vergessen, das schönste Wetterwort überhaupt
      Für mich das schönste Wetterwort, ist: Wetterleuchten
      oder auch: Ferngewitter, Abendrot, Morgenröte (Morgenrot).
      Schön fand ich schon immer: Wolkenkuckucksheim, was mit Wetter natürlich nur sehr bedingt zu tun hat.
      Beseelt, herrliches Wort.

      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:
      Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)