Organisten

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      Organisten - Empfehlungen, Einschätzungen, Analysen ...


      Orgelmusik und ihre Interpreten sind für mich eine Art "zu eroberndes Neuland" -
      mein Einstieg in diese Welt liegt erst zwei Jahre zurück - es war der ARD-Wettbewerb 2011.

      Immer wieder entdecke ich seither, mehr oder weniger per Zufall, einen neuen, mir bis dato völlig unbekannten Organisten,
      dessen Bedeutung in Bezug auf Repertoire, Stilrichtung etc. ich gerne beurteilen lernen würde.

      So auch vergangene Woche, als ich auf den Organisten Johannes Geffert gestoßen bin.
      Hier seine Home-Page:
      "http://www.johannesgeffert.de/biographie.htm"
      Ist er denn hier evtl. jemandem bekannt, bzw. kann jemand eine Art "Einordnung", oder sogar eine CD-Empfehlung abgeben?

      Es soll hier aber nicht speziell nur um diesen einen Organisten gehen, der mir sozusagen "zufällig über den Weg gelaufen ist".

      Dieses "Fundstück" war für mich vielmehr der Anlass zu einer Art "Mutprobe", nämlich meinen ersten Thread zu eröffnen,
      um ganz allgemein nach Erlebnissen, Empfehlungen, Analysen etc. "in Sachen Organisten" zu fragen -
      nach dem Motto:

      Welche Organisten mögt ihr besonders/haltet ihr für wichtig, wen könnt ihr empfehlen, mit welchen Werken, warum ?

      Die bei Wiki zu findende "Liste der Organisten" (von "Albert Schweizer bis Cameron Carpenter") "http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Organisten" ist überwältigend umfangreich,
      und so fände ich es einfach wunderbar, wenn hier in lockerer Folge eine anregende, persönlich eingefärbte und diskutierte "Liste" entstehen könnte!

      Herzliche Einladung, "sich aus dem Fenster zu lehnen"!
      Auf Eure Beiträge freut sich
      Berenice
      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.
    • Liebe Berenice, danke für Deine interessante Eröffnung! Die Wikipedia-Liste ist in der Tat reichhaltig; nur wenige Namen sagen mir etwas. Auch Johannes Geffert kenne ich noch nicht.

      Mein Favorit heißt seit einiger Zeit Bernard Foccroulle (*1953). Der Belgier hat auf verschiedenen historischen Orgeln Werke von J. S. Bach, D. Buxtehude, Franz Tunder, Heinrich Scheidemann und anderen Meistern des 17. Jahrhunderts eingespielt. Ich schätze ihn besonders, weil ich bei ihm immer wieder viel Sinn für Klangschönheit finde, wobei die Klarheit der polyphonen Strukturen gewahrt bleibt.

      Vom Niederländer Bob van Asperen (*1947) gibt es sehr schöne Aufnahmen von Werken J. J. Frobergers.

      Was neuere Orgelmusik angeht (z. B. Messiaen), so schätze ich u. a. den Franzosen Olivier Latry (*1967), den ich auch einmal live erlebt habe.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Sehr gerne höre ich Martin Sander.

      Geboren 1963, gewann er 1983 den Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" und studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover (Klavier: Gerrit Zitterbart, Orgel: Ulrich Bremsteller). Frühe Wettbewerbserfolge stellten die Weichen für die internationale Karriere: ein 2. Preis bem ARD-Musikwettbewerb 1987 (es wurde ken 1. Preis vergeben) und ein 1. Preis und ein Sonderpres beim Internationalen Bach-Wettbewerb in Leipzig 1988.

      Professuren und Lehraufträge an renommierten Instituten folgten. Sander veranstaltete Meisterkurse und ist ein gefragter Juror bei internationalen Orgelwettbewerbe.

      Meine erste CD mit Martiin Sander war seine Aufnahme der Orgelsonate des (vermutlich durch Selbstmord) früh verstorbenen Liszt-Lieblingsschülers Julius Reubke. Sie ist mir immer noch die Lieblingsaufnahme des genialischen Werkes und war wohl auch die erste CD-Aufnahme des Organisten, aufgenommen 1988:



      Einen Überblick über Orgelmusik des Norddeutschen Barock gibt Sander auf der linken CD, die rechte CD gibt einen ausgezeichneten Überblick über J. S. Bachs Orgelschaffen - gerahmt von der Passacagla BWV 582 und dem Präludium und Fuge Es-Dur BWV 552 erklingen kleinere Werke: eine Triosonate, Choralvorspiele und eine Bearbeitung eines Vivaldi-Konzerts.



      Eine verdienstvolle Reihe des Labels "Motette" lässt die großen Orgelwerke Regers auf historisch angemessenen Instrumenten erklingen. Martin Sander wurde insbes. die höllisch schwierigen "Variationen und Fuge op. 73" anvertraut, auf der CD sind auch die bekannte Choralfantasie über "Wachet auf ruft, uns die Stimme" op. 52, 2 und vier Stücke aus op. 59.



      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Kevin Bowyer ist ein weiterer Universalorganist (im Sinne von: Nichtspezialist).

      Bowyer wurde 1961 in England geboren. Schon als Student führte er sämtliche Orgelsymphonien von Vierne, Widor und Dupré sowie das komplette Orgelwerk Olivier Messiaens auf. Er studierte bei Christopher Bowers-Broadbent und Douglas Hawkridge. Den obligatorischen Lauf durch die renommierten Wettbewerbe absolvierte er mit Bravour und gewann etliche Wettbewerbe.

      Von ihm liegt eine Gesamtaufnahme der Orgelwerke Bachs vor. Daraus habe ich die Aufnahme der "Dritten Teils der Klavierübung", auf der Doppel-CD ist u. a. auch die Passacaglia BWV 582. Eine tolle Aufnahme!



      Die Reubke-Sonate hat auch er aufgenommen, hier gekoppelt mit den "Sechs Fugen über B-A-C-H" op. 60 von Robert Schumann. Kernwerke deutscher Orgelromantik:



      Wenn überhaupt, dann würde ich bei Bowyer eine Bevorzugung der Moderne erkennen - jedenfalls bei seinen Aufnahmen. Im Regal steht die folgende ausgezeichnete Aufnahme:

      Hindemith: 3 Orgelsonaten
      Schoenberg: Variationen über ein Rezitativ op. 40
      Schoenberg: Zwei Fragmente für eine Orgelsonate
      Pepping: Drei Fugen über B-A-C-H



      Ich habe noch eine CD von ECM mit Werken von Arvo Pärt, Peter Maxwell Davies und Philip Glass, die scheint momentan vergriffen zu sein.

      Bowyer war der erste, der die monumentale, ca. zweistündige Orgelsymphonie Nr. 1 von Kaikhosru Sorabji aufführte und aufnahm. Vom selben Komponisten stammt auch ein anderes Monumentalwerk, das sogenannte "Opus Clavicembalisticum" für Klavier, welches ca. vier Stunden dauert. Hier möge man mal nach dem Werk googeln. - Die CD mit der Orgelsymphonie gibt es derzeit gebraucht zum Mondpreis.



      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Eugen Onegin schrieb:

      ich hatte aber letztens Christian Schmitt (zusammen mit German Brass ) live gehört: "www.christianschmitt.info"


      Jawoll, Christian ist ein toller Organist, auch ein Saarländer, mit dem zu musizieren ich schon die Ehre hatte, er hat mich beim Singen auf der Orgel begleitet.

      Wo wir bei saarländischen Organisten sind, darf Bernhard Leonardy nicht fehlen:




      auch Theo Brandmüller, der unlängst verstorbene saarländische Komponist, soll dem Vernehmen nach ein toller Organist gewesen sein, leider habe ich ihn live nicht gehört.
      :wink:
      liebe Grüße
      „Orchester haben keinen eigenen Klang,den macht der Dirigent"
      Herbert von Karajan


      „nicht zehn Prozent meiner Musikleute verstehen so viel von Musik wie diese beiden Buben“.
      Karajan nach einem Gespräch mit den Beatles George Harrison und Ringo Starr.
    • Fantastisch, wie viel hier in kürzester Zeit zusammengekommen ist, reichlich Material für Neuentdeckungen - 1000 Dank!!!

      Auf etwas ungewöhnlichen Pfaden hatte ich vor einiger Zeit den Organisten und Komponisten
      Harald Feller (geb. 1951) entdeckt,
      nämlich als Interpreten der "Toccata - Schlafes Bruder" "http://www.youtube.com/watch?v=L8HSj5ty-ak"
      in Vilsmaiers Verfilmung von Peter Schneiders Roman:




      Hier Fellers Home-Page: "http://www.hfeller.org/"
      Die Art der Darstellung seines Lebenslaufs hat mir besonders gefallen ...

      Liebe Grüße,
      Berenice
      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.
    • Ich hatte einmal die Ehre, zufällig in einer kleinen Kirche in St. Remy de la Provence Olivier Latry mit einem Konzert hören zu dürfen. Es wurden u.a. Werke von Bach und Messian gespielt. Das Tolle dabei war, dass die ganze Zeit eine Kamera die Fußarbeit und die Hände filmte und parallel auf eine Leinwand überspielte. Es war sehr faszinierend, den Organisten so beim Spielen beobachten zu können und seine Interpretationen haben mich sehr beeindruckt..

      Ich habe mir daraufhin diese CD von ihm bestellt (er ist der Hauptorganist in Notre Dame):




      LG Lotte

    • Anfang April diesen Jahres war ich bei einem Orgelkonzert in der St. Katharinenkirche in Frankfurt/Main mit dem Organisten Martin Lücker (*1953). Das war ein sehr spannendes Programm, das Werke aus 5 Jahrhunderten umfasste. Besonders Max Regers "Symphonische Fantasie", op. 57 und die von Heribert Breuer erstellte Orgelfassung von Paul Hindemiths Sinfonie "Mathis der Maler" fand ich sehr eindrucksvoll.

      Hier ein Überblick über Martin Lückers Aufnahmen:

      [IMG:http://ecx.images-amazon.com/images/I/514fLUFBARL._SL500_AA300_.jpg]CD [IMG:http://ecx.images-amazon.com/images/I/51ekBS6Bk2L._SL500_AA300_.jpg]CD

      Weitere Informationen über Martin Lücker gibt es hier:
      "http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_L%C3%BCcker"
      "http://www.martinluecker.com/"

      Lionel
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Berenice schrieb:

      Welche Organisten mögt ihr besonders/haltet ihr für wichtig, wen könnt ihr empfehlen, mit welchen Werken, warum ?


      Hallo

      Eine interessante Frage.

      Es gibt eine Reihe von sehr guten und bedeutenden Organisten. Da ich Orgelmusik sehr gerne höre aber nur bis Bach. Moderne Orgelmusik spricht mich nicht so an.

      Die Orgelmusik von Bach habe ich in mehreren Aufnahmen komplett. Meine erste Orgelplatte ich kann mich noch genau erinnern war mit Helmut Walcha. Das war ein Frankfurter Organist, leider mit neunzehn Jahren erblindet. Ich war immer begeistert wie er als blinder die Noten lernte. Seine Frau studierte die Werke mit ihm ein. Er war auch der erste Organist der das Orgelwerk von Bach komplett bei der Archiv Produktion einspielte. Mitte 1950 bis 1971 nahm er die Orgelwerke das zweite mal auf. Er starb 1991 in Frankfurt, noch heute werden seine ins Leben gerufene Orgelmatinee in Frankfurt abgehalten.

      Als zweiten Organisten besonders bei Bach bewundere ich Ton Koopman, geboren 1944 in Holland. Sein Spiel gefällt mir eigentlich immer, er phrasiert besonders interessant und sein Spiel ist Spannungsgeladen und nicht gebremst. Seine Tempi sind flott und agil. Seine Einspielung der Orgelwerke Buxtehudes zählen für mich zu den besten.

      Der nächste Organist ist Simon Preston, geboren 1938 in England. Seine Gesamteinspielung der Orgelwerke von Bach und die Händel Orgelkonzerte werden von mir oft gehört.

      Gerhard Weinberger, geboren 1948 in Deutschland auch ein großer Organist der auch eine umfangreiche Gesamteinspielung der Orgelwerke von Bach bei CPO eingespielt hat. Er hat auch die Orgelwerke eingespielt, die nicht ohne Zweifel von Bach sind. An sein Spiel muss ich mich immer wieder gewöhnen. Auf mich wirkt sein Spiel etwas kälter, nicht so erhaben. Seine Tempovorstellung ist mir meistens zu getragen und wirkt auf mich nicht so Spannungsgeladen. Aber das ist auch Geschmacksache aber trotzdem ein Profi und Könner an der Orgel. Als Dirigent hat er eine der besten Motetten Aufnahmen gemacht.

      Dann möchte ich noch Dr. Friedhelm Flamme erwähnen. Für mich ist er der Spezialist der Norddeutschen Orgelschule. Zur Norddeutschen Orgelschule zählen die Orgelwerke von Bruhns-Lübeck-Leyding-Radeck-Steffens-Hanff-Tunder-Hasse-Schildt-Morhard-Reincken-Geist-Kneller-Jacob Praetorius-Johann Praetorius ua. Seine Aufnahmen der Orgelwerke der oben genannten Meister sind von einer solchen Einheit und haben Referenz Eigenschaften.

      Die nächste wunderbare Organistin-diesmal Gott sein Dank endlich mal eine Frau ist Marie Claire Alain-geboren 1926 in Frankreich-leider im Februar 2013 verstorben. Sie galt auch als Bach Spezialistin und hat die Bach Orgelwerke dreimal eingespielt.


      Erwähnen möchte ich noch Stefano Molardi, geboren 1970 in Cremona-Italien. Ein Meister an der Orgel, besonders erwähnen möchte ich seine Aufnahme der Orgelwerke von Claudio Merulo. Diese Einspielung ist und wird für die nächsten Jahrzehnte richtungsweisend sein.

      Nicht zu vergessen Gustav Leonhardt und Herbert Tachezi die auch großartige Organisten sind und waren.

      LG Dirigent :wink:
      Die Kunst zu wissen, wann man das Orchester nicht stören soll.
      Herbert von Karajan (1908-1989)
    • Mauerblümchen schrieb:



      Bowyer war der erste, der die monumentale, ca. zweistündige Orgelsymphonie Nr. 1 von Kaikhosru Sorabji aufführte und aufnahm. Vom selben Komponisten stammt auch ein anderes Monumentalwerk, das sogenannte "Opus Clavicembalisticum" für Klavier, welches ca. vier Stunden dauert. Hier möge man mal nach dem Werk googeln. - Die CD mit der Orgelsymphonie gibt es derzeit gebraucht zum Mondpreis.



      Nicht nur das, er hat auch die zweite Orgelsinfonie (9stündig) uraufgeführt! Da gibt es ein paar Informationen über sein Sorabji-Orgelprojekt.
      Leider wurde die Seite seit ihrem Beginn nicht mehr geupdated. Da hat er aber auch glaube ich auch keine Zeit für...
      http://www.sorabji-organ.org/about_sorabji.html
      "Nicht immer sind an einem Misserfolg die Künstler schuld.
      Manchmal ist es auch das Publikum, das indisponiert ist."
      Leonie Rysanek (1926-1998)
    • Vielen Dank liebe Berenice für die schöne Threaderöffnung, die Lust darauf macht wieder einmal Orgel CDs aus dem Regal zu holen und sich etwa Bachs Toccata und Fuge BWV 540 anzuhören (so geschehen gestern noch). Ich habe einige CDs mit dem von Dirigent bereits erwähnten britischen Organisten Simon Preston, der unter anderem viel in London in der Westminster Abbey spielte und dort auch Chorleiter war. In der Westminster Abbey hat er etwa diese beiden CDs aufgenommen, die die Orgel voll zur Entfaltung bringen:



      Ein berühmtes, mitreißendes Orgelstück ist ja der Abschluss des Widor Werks, eine mächtige Toccata.

      Habe auch einige Bach CDs mit ihm. Wenn ich bei meinem Langzeitprojekt „Durchhören aller geistlichen Bach Kantaten“ auf eine stoße, zu der es eine Orgelbearbeitung gibt („Schübler Choral“), höre ich diese gleich im Umfeld der jeweiligen Kantate an. Diese CD hat Preston in Waltrop nahe Dortmund aufgenommen.



      In Londons St. John´s Smith Square entstand diese Bach Aufnahme:



      Habe mit Preston auch noch „Orgelbüchlein“ (in Dänemark aufgenommen), „Organ Concertos“ (Lübecker Dom) sowie (ist das überhaupt von Bach?) Toccata & Fuge BWV 565 und andere Werke (Bonn, Kreuzbergkirche), alle in ähnlicher DGG Covergestaltung.

      Preston hat für DGG und Archiv Produktion Bachs Gesamtwerk für Orgel aufgenommen, dazu wie von Dirigent bereits teilweise erwähnt etwa auch Händel Orgelkonzerte, Palestrina, Poulenc, Purcell, und die Orgelsymphonie von Saint-Saëns zusammen mit James Levine.

      Durch meine Beschäftigung mit Franz Liszts h-Moll Sonate bin ich zu zwei CDs gekommen, die jeweils zur Präsentation einer restaurierten bzw. neu gebauten Orgel eingespielt wurden. (Das dürfte vielfach der Grund für Orgel CD Produktionen sein. Da kann sich auch oft gleich der örtlich engagierte Organist als hervorragender Meister präsentieren, wenn man nicht das Geld hat, einen „Star“ für diese CD „einzukaufen“, um die überregionale Aufmerksamkeit zu erhöhen.) Schaue gerne bei Kirchenbesuchen, was für CDs dort angeboten werden.



      Von der Kreisz-Orgel St. Josef in Böbingen, von der Woehl-Orgel St. Martinus zu Sendenhorst und von den beiden Organisten hätte ich ohne deren kuriose Ergänzungen der Diskografie der Liszt Sonate wohl kaum etwas erfahren. (Hier ist übrigens auch die völlig unterschiedliche Aufnahmetechnik bemerkenswert, die eine „wie mit den Mikros an die Orgel angeschlossen“, die andere „wie mit den Mikros in der Kirche“.)
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • In Sachen Bach gefällt mir Ton Koopman immer noch am besten. Früher hatte er etliche von Bachs Orgelwerken für Nimbus eingespielt, später dann für Warner nochmals das komplette Orgelwerk:



      Wer nicht gleich die ganze Box haben will, kann sich anhand von einigen "Best of" Werken bereits einen Eindruck verschaffen:



      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Mauerblümchen schrieb:

      In Sachen Bach gefällt mir Ton Koopman immer noch am besten. Früher hatte er etliche von Bachs Orgelwerken für Nimbus eingespielt, später dann für Warner nochmals das komplette Orgelwerk:



      Hallo

      Auch wenn ich oft nicht deine Ansicht teile, muss ich diesmal dir 100% Recht geben. Ton Koopmanns Bach ist und bleibt unangefochten für mich die Nummer 1. Die Ga mit Koopman habe ich auch und höre sie am liebsten. Die Frische, die wundervollen Phrasierungen und die flotten Tempi sind einzigartig.

      LG Dirigent :wink:
      Die Kunst zu wissen, wann man das Orchester nicht stören soll.
      Herbert von Karajan (1908-1989)
    • Dirigent schrieb:

      Marie Claire Alain-geboren 1926 in Frankreich-leider im Februar 2013 verstorben.


      Apropos Marie Claire Alain, kürzlich bin ich bei Youtube auf eine eindrucksvolle Dokumentation von Bruno Monsaingeon gestoßen, der das Verhältnis dieser Grande Dame des Orgelspiels zu Johann Sebastian Bachs Orgelwerk 1990 nachgezeichnet hat, Bach - Organs, Toccatas and Fantasias. Unterlegt wird das Ganze mit Darstellungen aus Bachs Oevre - dieses Pedalspiel der Künstlerin gleich zu Beginn mit BWV 540 - noch dazu mit diesem Schuhwerk -, faszinierend.

      Teil 1 von 6: https://www.youtube.com/watch?v=j2oCX9woz9U

      Die Teile 2 bis 6 folgen im Rahmen der Autoplayfunktion.
    • Für den "angelsächsichen Bereich" würde ich noch David Titterington anführen.

      Ich kenne ihn von einem kleinen Live-Konzert in der Bad Dürkheimer Schlosskirche, wohl in der 2. Hälfte der 1980er-Jahre. Dort hat es seinerzeit sehr viele sehr gute Orgelkonzerte gegeben, und damals spielenden europäischen Organisten war jung und und (noch) nicht sehr bekannt. Der beeindruckendste Organist der damaligen Konzertreihen war für mich ebendieser David Titterington.

      "http://musicalworld.com/artists/david-titterington/"

      LG, Kermit
      Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.
    • Yukon schrieb:

      ein ungeheuer in sich gekehrtes, poetisches, hochvirtuoses Spiel einer Organistin begegnet ist - gemeint ist Jeanne Demessieux
      Da die Dame auch komponiert: Hör mal in ihr "Te Deum" rein ... -> YouTube.

      Ihre sechs Pedaletüden gelten als schwierig ...

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Fähigkeit, geistige Transferleistungen in kurzer Zeit zu vollbringen, führt nicht immer zu tragfähigen Resultaten. So ist "ich kuk" bspw. keine korrekt gebildete Vergangenheitsform.
    • Kennt eigentlich jemand - vermutlich vorzugsweise aus Berlin - noch Peter Schwarz? Er war Organist an der Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche in Berlin, Chor- und Ensembleleiter (Berliner Cappella, ars nova ensemble Berlin, Kammerchor Peter Schwarz) und Musikwissenschaftler.
      berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pr…ressemitteilung.46408.php
      docor.eu/Schwarz/schwarz.html

      Er ist 2006 gestorben. Ein liebenswerter, vielseitiger Künstler war er, immer voll engagiert bei allem, was er getan hat. Ich kannte ihn über die Berliner Cappella ... und habe ihm oft beim Orgelspiel zugesehen (im Rahmen der Gottesdienste, wo wir singen mussten).

      Ob er Solo-CDs aufgenommen hat, weiß ich leider nicht, konnte ich auch nicht rausfinden. Mir ist nur diese CD hier über Youtube quasi in die Hände gefallen, die hat Frau Prof. Marianne Boettcher selbst hochgeladen. Habe aber erst wenig reingehört.
      youtube.com/watch?v=70KtBfBz7R…9ByDOqyTbbEUYu9Pg1h6GeUu4


      BG
      elo :)
      Klemperer: "Wo ist die vierte Oboe?" 2. Oboist: "Er ist leider krank geworden." Klemperer: "Der Arme."