Brahms: Die Werke für Chor und Orchester - Gesamtsicht und diskographische Empfehlungen

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    • Brahms: Die Werke für Chor und Orchester - Gesamtsicht und diskographische Empfehlungen

      Johannes Brahms hat sieben Werke für Chor und Orchester komponiert:

      Ein Deutsches Requiem op. 45 (1868)
      Rinaldo op. 50 (1869)
      Alt-Rhapsodie op. 53 (1870)
      Schicksalslied op. 54 (1871)
      Triumphlied op. 55 (1871)
      Nänie op. 82 (1881)
      Gesang der Parzen op. 89 (1882)

      [...]

      [Hier folgte eine Einführung in das letzte Werk: Brahms: Gesang der Parzen op. 89. Die dort folgenden Beiträge, die sich auf die Werkreihe insgesamt beziehen, habe ich nach Absprache mit dem Threadstarter hierhin ausgelagert.

      Übrigens gibt es noch zwei weitere Einzelfäden:
      Brahms - Ein deutsches Requiem, op. 45
      Johannes Brahms - Rhapsodie für eine Altstimme, Männerchor und Orchester op. 53 (Alt-Rhapsodie)

      :gurni:
      Gurnemanz]
      Er tut so gut.
      (Swjatoslaw Richter über Joseph Haydn)
    • Schade, dass es meist nur um Aufnahmen geht, nie um das Werk selbst.
      Aber ich nutze diesen Umstand mal, um zu fragen, ob es eine Box mit den genannten Werken (vielleicht idealerweise statt Requiem dem Begräbnisgesang) gibt.
      Recherche bei JPC ergibt nicht die eierlegende Wollmilchsau.
      Mir liegt besonders am Rinaldo, aber besonders schön fänd ich ja eine 2-CD-Box mit dem ganzen Chor-und-Orchester-Zeug zu einem gemäßigten Preis in einer tadellosen Aufnahme.
      Das muss doch gehen. :D
      Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere.
    • Wenn Du Dir Abbado mit den Berliner Philharmonikern auf DG anschaffst, hast Du schon mal einen guten Grundstock. Du hast dann zwar die Brahms-Chorwerke nicht komplett (insbesondere nicht den von Dir gewünschten Rinaldo), aber das, was Du hast, ist herausragend interpretiert:

      Wenn man dazu dann noch den (im Marketplace derzeit für 2,59 Euro feilgebotenen) "Rinaldo" mit Sinopoli kauft

      dürften kaum noch Wünsche offen bleiben.
      Er tut so gut.
      (Swjatoslaw Richter über Joseph Haydn)
    • Abbado hat auch den Rinaldo aufgenommen, allerdings für Decca, mit James King (Tenor), den Herren des Ambrosian Chorus und dem New Philharmonia Orchestra, Juni 1968. Die Einzel-CD, die in der Ovation-Reihe erschienen war, ist zwar vergriffen, aber die Aufnahme wurde in der Abbado-Serie bei Decca wieder herausgegeben:



      Gruß
      MB

      :wink:
      Un homme d'esprit est perdu s'il ne joint pas à l'esprit l'énergie de caractère. Quand on a la lanterne de Diogène, il faut avoir son bâton. (Nicolas-Sébastien de Chamfort)
    • Von Rinaldo und Triumphlied gibt es nicht viele Aufnahmen. Letzteres habe ich mit Sinopoli (DG), von der Aufnahme bin ich aber nicht so begeistert. Rinaldo kenne ich nicht.
      Für die anderen Stücke kann ich außer der schon genannten Abbado-Aufnahme noch die Auswahl unter Davis empfehlen:

      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Alberich schrieb:

      Mir liegt besonders am Rinaldo, aber besonders schön fänd ich ja eine 2-CD-Box mit dem ganzen Chor-und-Orchester-Zeug zu einem gemäßigten Preis in einer tadellosen Aufnahme.
      Das muss doch gehen. :D


      So etwas gab es mal unter Sinopoli:



      Leider kann ich den Kasten nicht empfehlen - und das nicht nur, weil der Second-hand-Kurs kaum akzeptabel ist. Problem dieser Aufnahmen ist die streckenweise unterirdische Tonqualität. Was den DG-Tonmeister da geritten hat, ist mir bis heute vollkommen unklar. Der Chor steht gefühlt in einem gummizellenartigen Raum, das ist klanglich nicht nur muffig, es ist auch wirklich nicht ein Wort Text zu verstehen. Das Orchester klingt als sei es vollkommen in Watte eingepackt. Hinzu kommt bisweilen eine künstliche aufgezogene, geradezu karajaneske Dynamik, sodass man beispielsweise das "Schicksalslied" nur mit der Hand am Volumeregler hören kann, wenn man seine Boxen vor einem "Plötzlich und unerwartet..." schützen will.
      Andere GAs dieser Werke gibt es tatsächlich nicht, zumindest nicht in einer Box, aber immerhin auf drei Silberlingen.

      Wenn man sich aber für Brahms' Werke für Chor und Orchester wirklich interessiert, dann kommt man nach meinem Dafürhalten gegenwärtig kaum um Gerd Albrechts dänische Aufnahmen bei Chandos herum, die nicht nur gut klingen, sondern zudem auch einen flüssigen, dramatisch-zupackenden Brahms präsentieren. Gerade der "Gesang der Parzen" gefällt mir hier deutlich besser als bei Abbado, dessen von music lover empfohlene CD ich in Sachen "Alt-Rhapsodie", "Nänie" und "Schicksalslied" ebenfalls sehr schätze. Der "Gesang der Parzen" ausgerechnet ist mir hier aber deutlich zu dick, zu sehr auf breite Linien und Überwältigung durch klangliche Masse angelegt. Hinzu kommt eine mE chorisch einigermaßen biedere Gestaltung. Aus dieser Textvorlage und Brahms' Komposition kann man mE mehr herausholen. Da fesselt mich der griffige, den Text ziemlich penibel gestaltende Zugriff Albrechts persönlich mehr. Es gibt auch eine Einspielung des "Deutschen Requiems" mit Albrecht und den Wikingern. Die ist mir aber nicht mehr so recht im Ohr.
      Einziges Problem: Kauft man sich alle drei Chandos-Albrecht-CDs, so kann man von einem "gemäßigten Preis" kaum noch sprechen.... ;(



      :wink: Agravain
    • Der Oper am nächsten kommt Brahms vermutlich mit der Kantate Rinaldo op. 50.

      Ein wenig schiele ich nach dieser Neuaufnahme (+ Beethovens 2. Symphonie, brauche ich allerdings weniger):


      Johan Botha, Chor der Wiener Staatsoper, ORF RSO Wien, Bertrand de Billy; Oehms

      Kennt die jemand?

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Gurnemanz schrieb:

      Kennt die jemand?
      Offensichtlich nicht. Jetzt habe ich sie mir bestellt, da werde ich vielleicht demnächst selbst etwas dazu sagen können.

      Eine weitere CD, die zum Thema paßt:


      Alt-Rhapsodie, Nänie, Triumphlied, Schicksalslied
      Anna Larsson, Dietrich Henschel, Ernst-Senff-Chor, Philh. Chor Dresden, Dresdner Philharmonie, Ltg.: Michel Plasson; EMI

      Neuer Versuch: Kennt die jemand? (Vor allem bei Nänie - kenne ich noch gar nicht - würde mich ein Vergleich mit Albrecht/Chandos interessieren; dieser Trauergesang nach Schiller scheint ja auch in Hinblick auf Brahms' kunstphilosophische Einstellung bemerkenswert zu sein, vgl. "http://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%A4nie")

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Agravain schrieb:

      Einziges Problem: Kauft man sich alle drei Chandos-Albrecht-CDs, so kann man von einem "gemäßigten Preis" kaum noch sprechen....

      Naja, aber das Requiem weglassend, fährt man damit doch gut, wenn man aufs Grablied verzichten kann!
      Toller Tipp, vielen Dank! Wenn mal wieder ein paar Groschen übrig sind, schlage ich zu.
      :wink:
      Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere.